Der Gentleman

Bernhard Roetzel, Autor des Buchs “Der Gentlemen”, hat da ganz konkrete Vorstellungen. Am Wochenende hatte ich die Ehre, im Rahmen der Jahresversammlung des ifs ein Seminar bei Bernhard Rotzel besuchen zu dürfen. Besonders klasse fand ich, dass der ifs für Mitglieder diese kleine Auffrischung zum Thema Men’s Styling kostenfrei angeboten hat. Es fiel nur eine kleine Tagungspauschale für das Hotel an. So lohnt sich die Mitgliedschaft im Interessenverband deutscher Farb- und Stilberater noch mehr als eh schon.

Im Lauf des Tages wurde mir immer wieder bewusst, dass ich persönlich unter “Grundlagen des klassischen Stils” – so der offizielle Titel des Seminars – etwas anderes verstehe als Herr Roetzel. Aber das ist nicht schlimm – man kann ja fachlich anderer Meinung sein. Hauptunterschied: Ich stelle persönliche Farben über Anlass und für ihn gibt es den strengen Dress-Code, dem sich persönliche Farben unterzuordnen haben. Also quasi nicht berücksichtigt werden. Und für mich sind Chinos mit Zweireiher-Goldknopf-Sakko entweder Altherren- oder Reeder-Schnösel-Look und nicht wie für Herrn Roetzel der allzeit einsetzbare, gepflegte Freizeitklassiker.

Ob verranzte Klamotten nun adelig-chic sind oder einfach auf - auch das kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Ich werde meine kaputten oder nicht mehr säuberbaren Barbourjacken weiter entsorgen und mir bei Bedarf neue kaufen.

Es hat mich gefreut, Herrn Roetzel kennen gelernt zu haben, und ich hatte ein paar amüsante Stunden mit meinen Kolleginnen aus der Branche:

Roetzel Schulung ifs 20100925 Der Gentleman

Teilnehmerinnen des Semimars “Grundlagen des klassischen Stils” mit Bernhard Rötzel

Quintessenz

Ich habe mal wieder festgestellt, dass ich offensichtlich mehr weiß, als ich denke (ca. 99% des Seminarinhalts war mir bekannt). Ist ja auch nicht schlecht, sich das gelegentlich vor Augen zu führen …

Gelernt habe ich:

  • Anzugwesten sind bei Herren gerade vermutlich nicht in und deshalb nicht von der Stange zu bekommen, weil die aktuellen Hosen so hüftig sitzen, dass die Weste dann sehr lang dazu sein müsste und folglich eher wie eine Schürze aussehen würde. Damit zwischen Weste und Hose kein Hemd oder Krawatte rausblitzt, sehen Westen mit höher geschnittenen Hosen einfach besser aus. Und die gibt es gerade nicht, weil sie out sind. Wahre Klassiker sind also gerade rar.
  • Viscose ist eine Chemiefaser aus natürlichem Grundstoff. Bisher war mir nur bekannt, dass Viscose aus Naturmaterial besteht und viele sie für einen Kunststoff wie Polyacryl halten. Jetzt weiß ich, dass Viscose aus Holz hergestellt wird. Durch die Bearbeitung des Holzes zu einer Faser, wird es eine Chemiefaser aus natürlichem Grundstoff.
  • Krawatten beim Kauf einmal komplett lang aushängen zu lassen, um zu sehen, ob die Krawatte sich in eine Richtung verdreht. Bisher habe ich darauf hin immer nur das breite Stück geprüft.

Also wieder etwas wissender geworden icon smile Der Gentleman

Großes Dankeschön an den ifs-Vorstand, der das alles so super organisiert hat und Herrn Roetzel für den unterhaltsamen Tag!

Skript zum Kurzvortrag über Bloggen

Heute fand die Mitgliederversammlung des ifs – Interessenverband deutscher Farb- und Stilberater e.V. in Berlin statt. Dort habe ich einen kurzen Vortrag zum Thema Bloggen gehalten. Für alle Teilnehmer hier in Skriptform nochmal die Stichworte zur Erinnerung:

Was ist bloggen?

  • Blog = Web-Log = Internet-Logbuch = Tagebuch oder Journal
  • Gibt es seit 1997 bzw. unter dem Namen seit 1999
  • Der Blogger gibt sich als Person zu erkennen und schreibt meistens in der Ich-Perspektive
  • Einzelne Artikel/Beiträge erscheinen in regel- oder unregelmäßigen Abständen in chronologischer Reihenfolge und Rubriken
  • Leser können Infos über neue Artikel abonnieren, z.B. über RSS-Feed
  • Inhalte gelten als Internetpublikationen

Warum bloggen?

  • Kunden informieren
  • Sich Kunden gegenüber präsentieren
  • Feedback von Lesern und/oder Kunden erhalten
  • Neues Medium – früh dabei sein
  • Gut für Suchmaschinenmarketing
  • Sich von anderen Anbietern der eigenen Branche Abheben durch Aktualität

Wie geht das?

  • Als Unterseite der Hauptwebseite möglich
  • Auf anderer Domain als Hauptseite möglich – dann besteht aber kein direkter Bezug und alle andere Suchmaschinenoptimierungs- und Analyse-Maßnahmen müssen für den Blog neu gemacht werden
  • Auf fremden Seiten als externe Autorin möglich, z.B. über http://www.brigitte.de/weblogs/

Besonderes an Blogs gegenüber “normalen” Webseiten

  • Einfaches verändern der Inhalte und publizieren, d.h. hochladen der Seite online von jedem Computer, Smartphone o.ä. mit Internetzugang – sogar per E-Mail möglich
  • Festes Layout wählbar, das komplett gegen andere Designs einfach ausgetauscht werden kann
  • Einfaches arbeiten komplett ohne HTML-Kenntnisse
  • Vieles ist veränderbar mit Programmierkenntnissen, dann können auch ganz eigene Layouts etc. entworfen werden
  • Leser können Kommentare hinterlassen – Dialog ist möglich

Mögliche Themen für Imageberater

  • Image
  • Stil
  • Mode
  • Aktuelle Trends
  • Street Styles
  • Make-up: Neue Produkte und Schminkbeispiele mit Fotos
  • Kundenstimmen
  • Pressemitteilungen
  • Gewinnspiele

Beispiele für Blogs von Imageberatern

  • Carmen Brablec:   http://www.fate-labs.com/Blog_WP/eine-seite
  • Manuela Cosenza:   http://blog.coach-style.de/
  • Lidija Kondruß:   http://farbe-stil-image.blogspot.com/
  • Anneli Eick:   http://blog.mit-sicherheit-stil.de/
  • Ines Meyrose:   http://www.meyrose.de/
  • Von mehreren Männern:   http://www.gentleman-blog.de/category/image/

Blog-Software

Es gibt verschiedene Software, mit denen Blogs erstellt und gepflegt werden können. Weit verbreitet und von Profis empfohlen wegen der Suchmaschinenoptimierungsmöglichkeiten, ist WordPress. Mehr dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/WordPress.

Hilfe bei der Arbeit mit WordPress gibt es im Forum http://forum.wordpress-deutschland.org/ und z.B. bei dem Profi Vladimir Simovic im Blog http://www.perun.net/

Bücher zur Software

Z.B. von Vladimir Simovic und Thordis Bonfranchi-Simovic

  • WordPress – Das Praxisbuch (3. Auflage)
  • Das Einsteigerseminar WordPress

Angaben alle ohne Gewähr und subjektiv – Stand 15. September 2010

High Class Leger Chic

La Martina Stiefel 8 300x161 High Class Leger ChicFreitagmorgen – gleich ein Friseurtermin – wie immer in Eile – wie immer zu lange beim Frühstück getrödelt – stehe vor dem Spiegel und folgender Dialog entsteht mit meinen Liebsten:

Ich: “Kann ich so aus dem Haus gehen? Oder sieht das nach Hausfrauen-Chic* aus?”
Er: “Klar kannst Du so aus dem Haus gehen. Das ist kein Hausfrauen-Chic, dass ist High Class Leger Chic!”
Ich: “Wieso?”
Er: “Eine Hausfrau könnte sich noch nicht mal Deine Stiefel leisten!”
Ich: “Kommt auf die Hausfrau an!”

Aber ich wusste schon, was er meinte … Ich hatte die teuersten Schuhe aus meinem Schrank an …

Der Unterschied zwischen Hausfrauen-Chic und dem von ihm so schön benannten High Class Leger Chic besteht ganz klar in den Details. Was hatte ich an?

  • Einfaches braunes T-Shirt von s.Oliver (EUR 6,-)
  • Braune Cordjacke im Jeansjackenschnitt von Lands’ End (EUR 15,-)
  • Dunkelblaue Jeans von Lands’ End (EUR 80,-)
  • Buntgestreifter Schal (Geschenk von meiner Freundin)
  • Stiefel von La Martina (EUR 225,- und das war schon der halbe Originalpreis).

Mein Gefühl vom Langeweile-Look kam durch die Kombi:
Jeans, T-Shirt, Jacke, Tuch – fehlt da etwas Pepp?

Nachmittags war ich im gleichen Look auf einer Veranstaltung. Beim Betrachten einer Dame auf der Straße wurde mir schlagartig mal wieder der Unterschied bewusst zwischen Hausfrauen-Chic und High Class Leger Chic. Die Frau, deren Look ich unendlich langweilig und auch unvorteilhaft fand, hatte vordergründig fast das gleiche an wie ich. Sah aber total anders damit aus. Die Unterschiede liegen für mich darin:

  • Jacke mit optimaler Ärmel- und Gesamtlänge versus alles zu lang
  • Hose möglichst kurz über dem Boden schwebend versus Hose viel zu kurz
  • Hochwertigste Schuhe versus schlechte Qualität

Was man für die Sachen am Ende bezahlt hat, ist dabei egal. Meine Jacke, T-Shirt und Schuhe waren alle stark reduziert. Die Hose für aktuelle Preise aus meiner Sicht im Preis auch Original ok. Und man muss nicht 225,- EUR für Schuhe von La Martina ausgeben, um chic auszusehen. Die Marke als solches finde ich vom Image selbst zweifelhaft und ich hätte die Stiefel nicht gekauft, wenn das Logo auf den ersten Blick zu sehen wäre. Aber ich empfehle Ihnen die hochwertigsten Schuhe zu kaufen, die sich irgendwie leisten können.

Wenn Sie antizyklisch kaufen, haben Sie gute Chancen, hochwertige Schnäppchen zu machen. So wie ich im Mai die Stiefel vom Vorjahr gekauft habe. Das war übrigens im Mai 2009 – ich trage sie also auch schon etwas länger und sie sehen noch toll aus. Hochwertiges macht lange Freude!

Sie fragen sich: Und, wie wirkt mein Look auf andere? Fragen Sie doch einfach mal jemanden aus Ihrem Umfeld. Vielleicht bekommen Sie auch so ein nettes Kompliment von Ihrem Liebsten oder einer Freundin! Und falls nicht: Ändern Sie Kleinigkeiten und achten Sie in Zukunft auf Details wie Längen und Qualität.

Ich wünsche Ihnen viel Freude an Ihren Looks!


*Mit Hausfrauen-Chic meine ich: langweilig, ohne chic, belanglos. Bevor jetzt alle Hausfrauen über mich herfallen: Ich habe weder etwas gegen Hausfrauen (eher gegen Karrierefrauen, die sich nicht um ihre Kinder kümmern), noch finde ich, dass alle Hausfrauen langweilig gekleidet sind. Der Begriff kommt für mich durch das Bild zu Stande, dass viele Frauen abgeben und auch von sich selber haben, wenn ihre Kleidung gerade keine Rolle für sie spielt und andere Dinge, z.B. die Familie im Vordergrund stehen. Was dann ja auch seine sehr guten Gründe hat – nur eben oft nicht zu optischen Highlights führt. Gerade diese Frauen kommen übrigens oft als Kundinnen zu mir und wünschen sich von Herzen eine Stilberatung und oft auch Einkaufsbegleitung. Da gebe ich dann gerne Tipps, wie sie mit Kleinigkeiten mehr aus ihren Looks machen können und sich dann auch wieder chic fühlen und wahrgenommen werden.

Ich: Wieso?

Mangalike

Gerade habe ich auf der Seite “Etwas über mich” das Foto von mir gegen diese Manga-Bleistiftzeichnung ausgetauscht:

Meyrose Mangazeichnung 415Pixel MangalikeLuciana Schmidt von www.luziehtan.de war so nett, die Zeichnung für mich anzufertigen. Schön finde ich, dass diese Mangaart die Zeichen des Alterns ganz elegant nivelliert … Danke an dieser Stelle nochmal an die liebe Lu für die Zeichnung! ***

Morgen gehe ich mal wieder zum Friseur. Christoph von Ronald Reinholz Friseure darf mal wieder ran. Und dann sind hoffentlich hinterher die gefärbten Teile mit dem blöden Rotbraun, das nur Braun sein sollte, alle weg. Und meine grauen Haare wieder da. Zeichen des Alterns hin oder her – ich mag meine grauen Haare. Im Gegensatz zu meinem Liebsten …

Kundenstimme: Danke für die Super-Beratung

Liebe Ines,

ich wollte mich schon lange bei Dir melden! Denn ich bin wirklich glücklich mit unseren Einkäufen! Die Kleider passen einfach super zu mir! Und ich werde häufig darauf angesprochen …

Nochmals vielen Dank für die Super-Beratung. Ich habe schon mit dem Sparen für ein nächstes Treffen angefangen (auch wenn das noch einige Zeit dauern kann… ;-))

Mit herzlichem Gruß

Eine zufriedene Kundin, die nicht namentlich genannt werden möchte*

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Anmerkung von Ines Meyrose:
* deren Rückmeldung ich aber gerne veröffentlichen darf und mich darüber freue!

Backstage nicht mehr in der Schanze

Mittwoch wollte ich mir bei Backstage Make up in der Schanzenstraße mal die aktuellen Farben, Trends und Produkte ansehen. Und da habe ich mir an der Tür die Nase gestoßen!

Seit Ende August 2010 ist der Laden nicht mehr da. An der Tür stand, dass derzeit nur online bestellt werden kann und ein neues Ladengeschäft gesucht wird. Also der Tipp an alle meine Kunden, die mal im Laden mal vorbei gucken wollten:

Abwarten, bis es einen neuen gibt oder unter www.backstage-make-up.de einkaufen.