Komplimente, die keine sind #2: Du hast schöne Augen

Daumen runterManchmal dauert es drei Jahre, bis nach #1 die #2 kommt. Auch bei mir geht nicht immer alles fix … #1 der Komplimente, die keine sind, war hier im Blog Hast Du abgenommen? und hat zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Leserin Uschi B. hat mich neulich an den Serienstart erinnert und kommentiert, dass sie der Satz „Du hast schöne Augen.“ auf die Palme bringt.

Du hast schöne Augen

Den Satz „Du hast schöne Augen.“ höre ich tatsächlich auch nicht besonders gerne, obwohl ich ihn sogar zu anderen Menschen sage und es aus guter Absicht mache. Wobei meine Formulierung dann „Ich finde Ihre Augen besonders schön.“ ist, also meine Wahrnehmung reinbringt. Je nachdem, wie das Feedback hier ausfällt, werde ich mir das entweder abgewöhnen oder mich selbst neu justieren.

Augen spielen im Gesicht bei Menschen eine große Rolle, denn wir schauen Menschen meistens in die Augen, wenn wir sie ansehen oder mit ihnen sprechen. Das gilt im westlichen Kulturkreis als höflich. Augenkontakt mag der eine lieber als der andere, aber so richtig entziehen tun sich dem die wenigsten Menschen, die ich kenne. Das Wort Augenkontakt spricht alleine schon Bände, was die Bedeutung von Blicken angeht.

Nebenwirkungen

Das Kompliment, dass ich sooo schöne Augen hätte, verfolgt mich seit meiner Kindheit. Leider wurde sonst nie etwas an mir schön gefunden und genau das ist das Problem dabei. Genauso wie bei „Hast Du abgenommen?“ kommt bei mir eine negative Botschaft an und nicht die positive. Ich höre „Der Rest ist also unscheinbar oder nicht schön“. Damit fühlt sich der Rest von mir abgewertet an. Das ist natürlich nur meine persönliche Sicht- und Gefühlslage dabei. Das mag anderen Menschen völlig anders damit gehen.

Meine Augen sind für mich das Schönste an mir, wenn ich in den Spiegel blicke. Aber den Rest finde ich hier und da auch nicht so schlecht … siehe auch 5 x schön. Es sind die Augen meines Vaters, der 1981 gestorben ist. Damit ist für mich ein tiefer Blick in den Spiegel auch immer mit Trauer verbunden. Dass meine Augen traurig aussehen, wurde mir übrigens schon oft von Menschen vorgeworfen, die mir ansonsten vorgebetet haben, wie schön sie doch sind. Noch ein Grund mehr, dieses Kompliment abzulehnen, wenn es zusätzlich diesen Beigeschmack bekommt.

Ansonsten ist das Problem bei Komplimenten jeglicher Art schlichtweg, dass sie immer eine Wertung enthalten. Auch eine positiv gemeinte Wertung muss der Empfänger aber nicht wollen. So wird dann aus gut gemeint schnell das Gegenteil von gut gemacht

Ein Leben ohne Komplimente?

Nein, das möchte ich nicht. Ich verteile bewusst Komplimente, denn ich bringe damit so oft Menschen zum Strahlen, wenn sie so gar nicht damit gerechnet habe. Und ich mag es auch, wenn ich hier im Blog Zustimmung erfahre. Bei einem nahestehenden Menschen finde ich „Du siehst toll aus in dem Kleid“ wertiger als „tolles Kleid“. Bei einem fremden Menschen finde ich ein anerkennend lächelndes „schicke Schuhe“ passender, weil ich den Menschen dahinter gar nicht kenne.

Am liebsten bekomme ich Komplimente für Leistung und nicht für Sachen, die ich nicht ändern kann. Fleiß oder Bildung finde ich lobenswerter als Intelligenz, die Zusammenstellung von Kleidung beinhaltet mehr Leistung als nur ein Kleid auszuwählen und freundliches Auftreten mit einem Kompliment zu bedenken kommt bei mir besser an als eins für meine Augen.

Wie ist Deine Ansicht zu diesem (Nicht)-Kompliment?

38 Gedanken zu „Komplimente, die keine sind #2: Du hast schöne Augen

  1. Ich vermute, jedes Kompliment kann zu einem Gegenteil werden, auch wenn es von dem Sender wirklich ehrlich und ohne böse Absichten gemacht wurde. Liegt halt am Empfänger und wenn man den nicht wirklich gut kennt, steht eben so mancher Fettnapf im Weg.
    Ich freue mich eigentlich über jedes Kompliment. Denn der Sender kann ja nicht wissen, ob er damit gerade wie bei dir einen wunden Punkt trifft. Und es wäre doch schade, wenn man ganz auf Komplimente verzichtet, nur weil sie falsch aufgenommen werden könnten. Frei nach dem Motto: „Lieber die Klappe halten als etwas Falsche sagen“.
    Liebe Grüße
    Fran

    • Ein Leben ohne Komplimente möchte ich auch nicht, das habe ich ja im Beitrag auch geschrieben. Das Sender-Empfänger-Problem wird sich nie lösen lassen. Aber keine Sorge, ich nehme Herrn Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ nicht wörtlich 😉 . Der Beitrag ist einfach nur ein Beispiel für ein Kompliment, dass eben beim einen besser und beim anderen schlechter ankommt.

  2. Guten Morgen Ines,
    wie bereits in einem anderen Kommentar kurz erwähnt – das (für mich zumindest) Nicht-Kompliment „Du hast schöne Augen“ kommt auch bei mir eher als negative Botschaft an à la „Puh! – Irgendwas Erwähnenswertes/besonders Schönes sollte sich doch bei dieser Durchschnittsperson finden lassen…. dann nehme ich einfach die Augen, das kommt immer gut an.“
    Besonders spitzfindig finde ich dieses Nicht-Kompliment einer Brillenträgerin gegenüber, ich trage wirklich gerne von morgens bis abends Brille(n), aber ausgerechnet die Augen dahinter sollen das Erwähnenswerteste an mir sein?!
    Ehrlich gemeinte und wohldosierte Komplimente bereichern eindeutig das Leben und sind gut für’s Tageskarma, auf Allerwelts-Komplimente kann ich aber gerne verzichten – und – eine freundliche Durchschnittsperson ist mir allemal lieber als eine hochnäsige Schönheit. 🙂

    Mit sonnigen Grüßen aus Bayern
    Uschi B.

    • Ich finde nicht, dass eine Brille an sich Augen weniger schön/sichtbar/ansprechend … was auch immer … machen muss – egal ob sie durch die Gläser kleiner oder größer oder neutral aussehen. Vielleicht fände ich Deine Augen live – ich habe Dich ja noch nie persönlich gesehen – auch so beeindruckend schön hinter der Brille, dass ich bei Dir in den Fettnapf gesprungen wäre.

      Viel schlimmer fände ich, wenn jemand sagen würde, dass meine Augen trotz Brille (ich trage auch eine, aber nicht immer) schön aussehen.

      Das schrägste „Kompliment“ kam zu dem Thema von meiner Oma, als ich mit 16 eine neue farbige Kunststoffbrille hatte. Sie sagte: Oh, neue Brille? Die reisst Dich richtig raus.“ Das war so schräg, dass ich darüber einfach nur lachen konnte.

    • @beate:
      Da siehste mal wieder …. jede/r liest was anderes aus einem Text/Kommentar 😉 … ich habe geschrieben:
      EINE freundliche Durchschnittsperson ist mir allemal lieber als EINE hochnäsige Schönheit… nicht jede Schönheit ist hochnäsig, nicht jede Durchschnittsperson ist freundlich… 🙂

      @Ines:
      das nenn ich mal ein Hammer-Oma-Kompliment 😉

  3. ****ich habe eine cousine – der konnte man sagen was man wollte – sie fühlte sich immer angegriffen. egal ob man ihren kuchen, ihr kleid oder ihre einrichtung lobte…..richtig hysterisch wurde sie bei komplimenten an ihre natürlichen „features“. (vergangenheit weil kein kontakt mehr). andererseits tat sie superehrgeizig alles um aufmerksamkeit zu bekommen.****** (einfach nur ein beispiel aus „meinem“ leben)

    du schreibst es ja selbst – für dich ist es nicht selbstverständlich „schön“ zu sein: „Aber den Rest finde ich hier und da auch nicht so schlecht …“ …sagt mir sehr viel darüber! ein weiser mensch hat mir mal erklärt – an einem pazifikstrand, no less 🙂 – dass man nicht schlecht über sich selbst reden soll. dein satz hier ist zwar im kulturellen kontext nett & bescheiden – für dein selbstbewusstsein ist er eher ein schlag in die magengrube.
    ich habe viel auf amerikanischen seiten über selbst&körperakzeptanz gelesen. da die standarts dort noch rigider sind, hat sich aber auch eine starke gegenbewegung formiert. die mir sehr sympathisch ist.
    meine essenz daraus ist – wenn man mit sich selbst im reinen ist strahlt man das aus – und dann finden einen auch andere schön – egal ob man pickel, schiefe augenbrauen, 20kg übergewicht oder ein verkrüppeltes bein hat.
    dann freut man sich einfach über komplimente – und gastigkeiten prallen an einem ab 🙂
    sehr zu empfehlen: http://stylelikeu.com/the-whats-underneath-project-2/
    xxxxx

    • Erstmal Danke für den Lesetipp, habe ich gleich befolgt!

      Keine Sorge. Wie schon bei Frans Kommentar geschrieben: Ich nehme Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ nicht wörtlich und es gibt viele Komplimente über die ich mich freue. Dieses hier ist einfach nur ein Beispiel. Eins was dazu führt, dass ich wohl keine Lust habe, die Reihe fortzusetzen. Wer 1 und 2 sagt, braucht zum Glück nicht 3 zu sagen 🙂 .

      Mein Selbstbewusstsein ist nicht so gering, wie Du dem Artikel nach vielleicht vermutest. Ich gehöre meiner Ansicht nach trotzdem zu den Menschen, auch wenn ich ganz viele Dinge an mir schön finde, die „anzogen besser aussehen als ausgezogen“ (Diesen Satz habe ich mal von Ina Müller in einem Interview in der Zeitschrift Brigitte woman gelesen und werde nicht müde, ihn zu zitieren). Vielleicht ist mein Beruf deshalb aber auch, Menschen dabei zu helfen, sich nach Ihren Vorstellungen schön zu kleiden, und nicht Aktmodells zu beraten.

      Ich bin nicht der Meinung, dass man per se alles an sich schön finden muss – gesellschaftlicher Kontext hin oder her. Die Denkweise „Das passt alles so weiter schon ganz gut“ reicht mir aus. Dazu darf es dann gerne auch Sachen geben, die ich lieber und weniger lieb habe an mir. In Farb- und Stilberatungen frage ich Kundinnen, was sie an ihrem Körper mögen (immer zuerst!) und was sie nicht so gerne mögen, weil Kleidung und Accessoires Blicke zu etwas oder von etwas weg lenken. Dabei bin ich immer wieder überrascht, wie wenige Frauen überhaupt etwas an sich mögen – da ist oft mehrfaches Nachdenken gefragt – und an wie viel herumgekrittelt wird, an dem meiner Meinung nach überhaupt nichts auszusetzen ist.

      Weil man nicht negativ über sich sprechen soll – da stimme ich Dir und dem Weisen völlig zu, weil es den Fokus falsch lenkt, habe ich bewusst nicht geschrieben in dem Beitrag, was mir an mir nicht gefällt. Die negative Formulierung mit „nicht so schlecht“ ist weniger gesellschaftlicher Bescheidenheit geschuldet als mit etwas Ironie zu lesen und darauf bezogen, dass vielleicht andere Menschen diese Dinge schlecht finden – was nichts mit meiner Sichtweise zu tun haben muss.

    • das hat sich jetzt sicher gestrenger gelesen als es gemeint war – ich glaub keinesfalls dass dein selbstbewusstsein „so“ gering ist. und müssen muss natürlich keiner! 🙂
      aber ist es nicht erschütternd wie erwachsene verwandte oft halbwüchsige heruntermach(t)en? was musste ich mir anhören: storch im salat, gurkenhals, affenarme….. und nicht im liebevollem ton vorgetragen. machten die das damit der nachwuchs nicht „hochnäsig“ wird??? damit man sich auf sogenannte innere werte und schulnoten konzentriert?
      das mit dem herumkritteln kenne ich ja vom maßschneidern/boutiqueverkauf: manchen möchte man am liebsten eine burka in die hand drücken weil einem nichts mehr einfällt dazu……..
      ich glaub du hast mich heut zum rumphilosophieren angeregt……. sorry wenn ich zu geschwätzig bin!
      xxxx

    • Philosophiere ruhig weiter. Wenn ein Beitrag Gemüter zum Denken und Philosophieren anregt, hat er immerhin etwas bewirkt. Beitragsziel erreicht! Danke!

      Ich weiß gar nicht, ob solche Begriffe wie Affenarme, gebärfreudiges Becken, Schlangenhals (Gurkenhals kann ich noch gar nicht), Birnen- oder Apfelpo, Spinnenfinger oder Storchenbeine immer von Grund auf negativ gemeint sind. In erster Linie illustieren und vergleichen sie Formen oder Assoziationen. Der eine mag keine Spinnen, die nächste keine Birnen und ein gebärfreudiges Becken ist für Frauen, die Kinder wollen, sachlich nichts schlimmes, vielleicht sogar gewollt. Wenn damit aber gemeint ist, dass man die Frau zu breit findet und das nicht schön findet und das damit sagen will, ist es abwertend. Das will dann vermutlich keine Frau hören, ob mit oder ohne Kinderwunsch, erfüllt oder nicht. Bärbel z.B. nennt ihre Finger selbst Spinnenfinger und ich glaube, sie mag ihre langen schlanken Finger. (@Bärbel Falls Du das liest, korrigiere mich bitte ggf.)

      Dass der Nachwuchs nicht eitel werden soll, spielte früher bei der Erziehung vielleicht schon eine Rolle. Heute kenne ich keine Mutter, die ihrer Tochter Eitelkeit verbietet. Eher versuchen die Mütter, Ihre Kinder in Ihrer Selbstannahme zu bestätigen. Aber das ist sicherlich auch eine Frage des gesellschaftlichen Kontextes. Mein Leben und Umfeld ist nicht repräsentativ für die gesamtdeutsche Gesellschaft.

  4. Ich finde, es liegt im Auge des Betrachters. Bin auch ein Typ, der sich über jedes Kompliment freut und werte das nicht als negativ. Die meisten Menschen denken vorher nicht groß darüber nach.

    Nur, wenn mich jemand anbaggert und meint, ich hätte soooo schöne blaue Augen, fliegt mein linker Haken fast automatisch auf die gegenüberliegende Nase.

    Liebe Grüße Sabine

    • ja ines, storchenbeine, affenarme und spinnenfinger. ich habe diese wörter von meiner mutter als kind sooft gehört, dass sie irgendwann normal für mich waren und ich sie heute noch verwende, es aber nicht mehr weh tut. inzwischen sind die beine auch nicht mehr storchig, die arme waren nie haarig und ich habe auch keine 8 finger…

      mein ex erzählte mir, dass eine frisösin (damals hiessen die noch so) ihm mal komplimente zu seinen augen gemacht hat. ich gab der frau natürlich recht 😉

      eine sehr dicke freundin aus frankreich bekam von ihrem idol das kompliment, dass sie sehr schöne haut hätte.

      naja – ich denke auch, bevor man krampfhaft etwas sucht, geht es auch mal ohne komplimente. ich verteile ja oft komplimente an wildfremde frauen. dabei geht es selten um deren körperliche vorzüge, sondern um ihre handtaschen. freitag stand ich mit einer schwarzen schlange in der check-out schlange vom hotel (computerausfall und die jung-dynamischen angestellten waren heillos überfordert) und die dame vor mir trug auch eine schwarze schlange. später ratschten wir noch eine weile über unsere liebe zu diversen naturprodukten und tauschten unsere karten aus –
      so mag ich das!

    • Du bist zum Socialising geboren, oder? Schön, dass Dein Kompliment zu so einem angenehmen Kontakt führte.

  5. Liebe Ines, ich bin auch absolut pro Komplimente. Wenn ich natürlich jetzt krampfhaft suchen müsste um eins zu verteilen mach ich eigentlich lieber keins. Wenn ich „Du hast schöne Augen“ sagen würde, dann nicht weil alles andere mir nicht gefällt, sondern die Augen so außergewöhnlich schön sind dass ich das erwähnen müsste. Komplimente sind etwas schönes und eigentlich immer gut gemeint, meist liegt es an der Psyche des Empfängers dies dann anzunehmen oder abzuwerten.
    Bekomme ich Komplimente bedanke ich mich und freue mich drüber.
    Schönen Donnerstag, liebe Grüße Tina

    • Krampfhaft gesuchte Komplimente mag wohl keiner. Wenn ich merke, dass ein Kompliment von Herzen kommt, bedanke ich mich auch immer dafür, selbst wenn es bei mir nicht so gut ankommt. Es zählt dabei für mich dann auch der positive Wille des Komplimentgebers.

  6. Komplimente „rutschen“ mir meist spontan raus. Was der Empfänger damit macht, ist mir eigentlich egal. Denn ICH meine das immer ernst – halbseidene Komplimente mache ich nicht, dann halte ich lieber die Klappe.
    Ungute Gefühle passieren im Kopf des Empfängers, mich für mein Kompliment zu kritisieren, damit fühle ich mich nicht angesprochen. Ich weiß nicht, was in meinem Gegenüber für Assoziationen ablaufen, sollte das Kompliment falsch verstanden werden, ich fühle mich nicht dafür verantwortlich.
    Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein und Komplimente annehmen können – das ist natürlich ein weites Feld. Wir (deutschen) Frauen gehen damit sehr sensibel um, schade eigentlich. Die Klammer ist bewusst gesetzt, unsere negativ besetztes Körperempfinden hat ja generell mit dem Abwertung von „Schön“ (im Sinne von oberflächlich) in unserer Gesellschaft zu tun.
    Wir hatten das neulich gerade… .

    LG Susanne

    • Dass Komplimente ernst gemeint sind, finde ich am wichtigsten dabei. Ich mache ab und an fremden Menschen quaisi im Vorbeigehen Komplimente für etwas, das mir positive auffällt. Meistens ist die Reaktion absolut überrascht und erfreut. Es geht mir auch keinesfalls darum, dass ich ein Leben ohne Komplimente möchte. Ich habe einfach nur geschrieben, was so eine scheinbar schönes Komliment mit einem Empfänger machen kann. Und Du hast völlig recht: Es liegt am Empfänger, damit umzugehen.

  7. Also, ehrlicherweise war mein erster Gedanke ja gerade: „Wat kompliziert …“

    Wenn ich den Menschen, denen ich etwas Nettes sagen möchte, nicht einfach mehr etwas Nettes sagen kann, sondern nun auch noch anfangen „muss“, nachzudenken, auf welche NICHT GEMEINTE Art etwas total lieb Gemeintes vielleicht falsch ankommen könnte, fände ich das echt traurig.
    Wenn ich sage „Du hast schöne Augen“ empfinde ich genau das so – und zwar absolut positiv. Ich würde nicht im Traum daran denken, dass die Person in ihrem Kopf dann ein „Aber alles andere an mir ist vermutlich nicht schön“ formt. Insofern ist ein solcher Gedankengang in meinen Augen auch tatsächlich das Problem der Person selbst und das Kompliment an sich ist in meinen Augen sehr wohl als das Kompliment zu sehen als welches es auch gemeint war.

    Komplimente für Leistungen können – bei entsprechend „falscher“ Interpretation des Empfängers, auf die „Otto-Normal-Komplimente-Verteiler“ nämlich gar nicht kommt – ebenso seltsam aufgefasst werden wie Komplimente zum Aussehen. Bei Dir möglicherweise positiv, bei anderen aber eben auch ganz anders.

    Ich z. B. bekomme ja zeitlebens das „Du hast so eine schöne Schrift“-Kompliment. „Schönschrift“ ist ja schon irgendwie auch ’ne „Leistung“, aber ein solches Kompliment macht mich z. B. nicht glücklicher als eins zu meinen Augen, welches ich immerhin FRÜHER recht häufig bekam. 😉

    Übrigens würde ich persönlich selbst die Aussage, meine „schönen Augen“ würden „traurig aussehen“ nicht als „Vorwurf“ empfinden – aber so ist eben jeder anders, und mit dem Thema „Wertung“ liege ich ja aus Gründen (Du erinnerst Dich an Deinen Lachanfall im Café …?!??) ohnehin ziemlich überkreuz … 😉

    Finde Deine Augen übrigens nicht traurig und mag und bewundere by the way auch eine Menge anderer „Dinge“ (optisch, charakterlich, vom Können und Deinen inneren Werten her) sehr gern an Dir! <3

    Liebe Grüße
    Gunda

    • Den Gedanken „Wat kompliziert“ finde ich verständlich. Lass mich doch auch mal kompliziert sein 🙂 . Wenn Dir jemand Blumen mitbringt, meint er es ja auch nett und Du magst es nicht.

      Du hast recht – bei Leistungen ist das auch so eine Sache. Was den einen Boah-was-für-eine-Leistung ist, ist für den anderen nichs.

      Warum kenne ich Deine Schrift nicht? Zeigen! Bitte! Ich liebe Schönschrift!

      Danke für Deine liebe Worte! Die freuen mich jetzt einfach mal ganz vorbehaltlos :* .

  8. „Du host soo scheene Aung“ war das erste Kompliment, das Rudi mir gemacht hat. Und sein ehrlicher Blick hat das unterstrichen. Es war null schmeichlerisch oder sostwie doof abgedroschen.
    Er sagt aber dann und wann bei Schauspielern der oder die „hod gaanz tolle Aung“. LG Sunny

    • Wenn das Kompliment sich zu so viel Liebe entwickelt hast, war es wohl absolut perfekt!

  9. Mein Kommentar von heute Morgen wurde verschluckt 🙁

    Ich freue mich eigentlich immer über Komplimente und denke gar nicht groß darüber nach – wie wohl die meisten Menschen, die einfach nur eine Nettigkeit sagen möchten.

    Manchmal habe ich den Eindruck, in unserem Land wird alles zerredet und verkompliziert.

    Nur, wenn mich jemand anbaggern will (also plump) und mir sagt, ich hätte soooo schöne blaue Augen, spürt er gleich meinen linken Kinnhaken.

    Liebe Grüße Sabine

    • Deinen Kommentar habe ich eben aus dem Spam gefischt. Keine Ahnung, warum da schön wieder einer von Dir gelandet ist. Tut mir leid! Danke, dass Du Dir nochmal die Mühe gemacht hast.

      Zu blauen Augen gibt es unzählige dumme Anbaggersprüche, oder? Früher wollte ich gerne blaue Augen haben. Heute mag ich meine braunen gerne.

  10. An deunen 1. Post erinnere ich mich noch gut! 🙂 Noch gar nicht sooo lange her gefühlt. Das mit dem Abnehmen befremdet mich . Weil sowas für mich eine Frage dee Distanz ist. Genau wie mit den Augen. Mich stört das nicht, weil ich es auch seit frühester Kindheit höre. Da lächele ich meist nur weise in mich hinein
    Also ich habe es schon mal gesagt und wiederhole es gern: du bist eine vorbildliche Netzwerkerin! Habe fertig…LG nun wieder aus F. Was habt ihr mir für einen Wetterschock verpasst…:)))

    • Mir kam der Beitrag auch noch nicht so lange her vor. Danke für das Liebe Kompliment!

      P.S. Warst Du Dienstag im Regen hier? Boah hat das geschüttet … seit gestern 26 Grad und Sonne – aber jetzt auch gewittrig.

  11. Es ist schon manchmal schwer, mit Komplimenten umzugehen. Man ist immer am Überlegen, warum wer was sagt. Anbaggern? Verkaufen? Genau das Gegenteil meinen?
    Du hast wirklich schöne Augen, aber ob du abgenommen hast, kann ich dir nicht sagen. Ich finde es auch unpassend, sowas in einem Kommentar zu thematisieren.
    LG Sabienes

  12. Komplimente anzunehmen ist ein schöner Charakterzug. Ich selbst habe lange gebraucht um Komplimente nicht zu zerpflücken, sondern sie mit Freude anzunehmen. Manche mag ich aber bis heute nicht gerne, z.B. alle die mit „trotz deines Alters, deiner Brille u.s.w. beginnen. Solche möchte ich noch immer nicht haben. 🙂

    Liebe Grüße <3

  13. 🙂 Liebe Ines,
    ich kann das nicht so ganz nachvollziehen.
    Komplimente annehmen kann nicht jeder. Ich war mal auf einem Seminar, wo das auch ein Thema war. Anfangs habe ich immer herumgestottert und wollte mich rechtfertigen, wenn jemand sagte, dass ihm dies oder jenes an mir gefalle. Nun sage ich einfach nur danke! und freue mich darüber.
    Wenn mir jemand sagten würde, dass ich schöne Augen habe, würde ich mich darüber freuen. Das würde nämlich bedeuten, dass der Betrachter sich ein wenig Zeit genommen hätte, um mich anzuschauen.
    Und das ist doch nicht das Schlechteste, oder?
    Aber gut, dann werde ich jetzt versuchen ein wenig aufzupassen, wenn ich Dir ein Kompliment mache. Aber ich werde nicht aufhören damit, auch auf die Gefahr hin, dass Du es eventuell nicht magst.
    Komm‘ gut in’s Wochenende und herzliche Grüße 🙂

    • Die Sichtweise, dass der Betrachter sich die Mühe gemacht hat, mich anzuschauen, gefällt mir. Ich justiere mich jetzt einfach neu und Du brauchst dann auch mit Komplimenten bei mir nicht aufzupassen. Ich versuche mir anzugewöhnen, die nicht mehr zu hinterfragen, sondern auch einfach als positives Geschenk zu nehmen. Danke für den Richtungswechsel!

  14. Es ist ja nicht so, dass hier bei uns jeder sein Herz auf der Zunge trägt. Deshalb vermute ich, dass die Komplimente, die ich bekomme, ehrlich sind. Nicht jeder ist allerdings ein Poet und kann sie in schöne, eigene Worte fassen. Wenn jemand Einzelteile von mir lobt, vermute ich ergo auch nicht, dass das Gesamtpaket nicht gefällt. Das war aber nicht immer so. Mir waren Komplimente früher richtiggehend peinlich.
    Ich vermute, das waren „Altlasten“ aus meiner Kindheit. Wenn etwas zu meinem Aussehen gesagt wurde, war es im besten Fall bewertend, oft abwertend, nie ermutigend. Das Bloggen und die gute, nicht bewertende, Umgang miteinander hat viel dazu beigetragen, dass ich mich heute über Komplimente freue.
    Mir gefällst Du übrigens in Einzelteilen und komplett, liebe Ines. Du bist eine sehr schöne Frau mit einer wunderbaren, warmen Ausstrahlung.
    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Sabine

    • Das Bewertende ist ja auch das, was mir daran oft stört. Warme Ausstrahlung klingt schön. Danke!

  15. Also, liebe Ines, das erste, was mir an Dir gefallen hat als ich Deinen Blog vor einigen Jahren zum ersten Mal las und ein Foto von Dir sah, waren Deine wachen und blitzblanken Augen. Ich dachte mir, so eine wache Person, das muss ich mir näher ansehen…
    Tja, so kann’s gehen!
    Herzlichste Grüße von Sieglinde

    • Zwischen „Du hast schöne Augen und „Deine Augen sind wach und blitzeblank“ liegen für mich allerdings Welten – die zwischen Standardsatz (auch wenn er ehrlich gemeint ist) und differenzierter Betrachtung. Gegen wach und blitzeblank habe ich gar nichts. Schräg, oder? Aber: Siehe meine Antwort an HappyFace: Ich werde Komplimente einfach nicht mehre hinterfragen, sondern künftig als Aufmerksamkeitsgeschenk betrachten unabhängig vom Inhalt.

  16. Ich mache gerne Komplimente und erhalte auch gerne welche. Und wie ich selbst ein Kompliment gestalte, überlege ich vorher gar nicht so unbedingt. Wenn ich eins schreibe, dann schon. Aber wenn ich es mündlich ausspreche, eher weniger. Aber egal, ob schriftlich oder mündlich: Ich meine es ernst und hoffe doch sehr, dass der andere Teil das Kompliment auch als ein solches auffasst.

    Ich würde das Kompliment mit den Augen jetzt gar nicht als negativ betrachten. Wenn so viele Leute als erstes deine schönen Augen kommentieren, dann ist es ja wohl offensichtlich, dass sie besonders schön sind und vielen Menschen als erstes auffallen an dir. Dass der Rest nicht gefällt, das ist ja nur Spekulation.

    Lieben Gruß
    Sabine

    • „dann ist es ja wohl offensichtlich, dass sie besonders schön sind und vielen Menschen als erstes auffallen an dir. Dass der Rest nicht gefällt, das ist ja nur Spekulation.“

      Wäre ich ein Mann, würde ich denken: Der Rest ist natürlich auch supertoll! Die Augen sind offenbar nur noch mehr supertoll, wenn die so gut ankommen und auffallen“. Gut, überzeugt, ich hinterfrage Komplimente einfach nicht mehr und nehme sie so positiv an, wie sie gemeint sind. Die Serie erhält also keine #3.

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