Ein Abschied

Sonnenuntergang in Wenningstedt auf Sylt„Man sieht die Sonne langsam
untergehen und erschrickt doch,
wenn es plötzlich dunkel ist.“

Dieses berührende Zitat von Franz Kafka steht auf einer Trauerkarte, die gerade auf meinem Schreibtisch steht. Im Beitrag Nach mir die Sintflut hatte ich erwähnt, jemanden regelmäßig im Hospiz zu besuchen.

Das mache ich jetzt nicht mehr …

Schwarzer November

Meyrose #ootd 20141008Schwarz ist eine Farbe, die sehr viele Menschen bei Kleidung gerne tragen, weil sie sie für einfach Kombinierbar halten. Deshalb ist sie auf jeden Fall ein Teil der Aktion Buntes 2014.

Persönlich habe ich viele Jahre fast ausschließlich schwarze Kleidung getragen und mich darin sehr wohl gefühlt. Es waren alles sehr schlichte, reduzierte, eher elegante Sachen, die zu meinem damaligen Job in der Hamburger Schifffahrtsbranche passten. Außerdem passten sie auch zu meinem inneren, weil Schwarz auch innere Ruhe geben kann. Aber:

Schwarz macht nicht glücklich, wenn man unglücklich ist
und
Schwarz macht nicht schlank, wenn man sich dick fühlt.*

Der Älter-Aussehen-Effekt kam mir zu Gute, weil ich schon seit dem Ende meiner Ausbildung immer wieder Positionen hatte, für die ich sehr jung war. Nicht umsonst trug ich auch noch eine schwarze Brille dazu. Trotzdem finde ich, dass Schwarz immer eine traurige Konotation hat. Selbst bei Menschen, denen die Farbe gut steht – für mich ist es optisch zu hart – hat Schwarz oft etwas Trübes. Tiefes Mitternachtsblau, Espressobraun oder ganz dunkles Anthrazit als Alternativen wirken interessanter und veredeln die Ausstrahlung.

Aktion Buntes 2014 im November mit SchwarzHeute ist tatsächlich ein etwas trauriger Tag für mich, denn ein Todesdatum in meiner Familie jährt sich. Passend zum Anlass zeige ich Euch den Ausschnitt eines schwarzen Kleides, das ich letzten Monat zu einer Beerdigung getragen habe. Das ist mein Beitrag zum schwarzen November der Aktion Buntes 2014. Damit das Ganze hier jetzt nicht zu betrüblich wird, schreibe ich Euch, was mir an der Trauerfeier letzten Monat so gut gefallen hat.

Gelebtes Leben

Die verstorbene Dame, eine Nachbarin meines Elternhauses, war 91 Jahre. Sie hatte lange einen Ehemann, zwei Kinder, zwei Enkel und drei Urenkel. Ein gelebtes Leben ging zu Ende und der Pastor hat es geschafft, ausschließlich Worte zu finden, die würdevoll-wertschätzend waren. Es war von Begleitung auf dem letzten Lebensweg, sich verabschieden, und getanem letzten Atemzug die Rede. Es fielen keine Worte wie bedauerlich, Krankheit, Qual, zu früh … wie es sonst bei solchen Anlässen meistens der Fall ist. Natürlich war es traurig und dieser Mensch wird mir fehlen. Aber ich habe noch bei keinem anderen Todesfall so sehr gespürt, dass es ein friedliches, natürliches, würdevolles, gutes Ende war, welches das Leben abgerundet hat.

Mehr kann man vom Leben nicht wollen, oder?

  1. * Dieser schöne Satz ist inhaltlich leider nicht von mir, ich habe ihn sinngemäß irgendwo gelesen. Ich glaube, es war in einem Buch von Eva Ruppert, in dem ich ihn aber gerade nicht finde. []