Buchreview: Zeichnen für Fashionistas

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Zeichnen für Fashionistas: Schritt für Schritt zum Modedesign (Affiliate Link)
von Celia Joicey & Dennis Nothdruft

Kleiderzeichnung von Ines Meyrose IM“Ich kann nicht zeichnen.”

Mit diesem Satz beginnt bei vielen schulkunstunterricht-geschädigten Menschen ein Gespräch über Zeichnen. So geht es mir auch. Gemeinerweise kann es mein Mann. Aber das ist ein anderes Thema …

Aber. Mit dem Malen und Zeichnen ist es wie mit Fremdsprachen. Wenn ich mich nur traue zu sprechen, wenn ich meine, eine Fremdsprache perfekt zu beherrschen, werde ich sie nie sprechen und beherrschen. Denn schließlich lernen wir beim Üben und auch aus Fehlern. So halte ich es auch beim Zeichnen und Malen:

Ich mache das einfach.

Es kommt vor, dass ich Mode und Bekleidung für Kunden spontan visualisiere, um etwas zu verdeutlichen, was jemand nicht kennt oder etwas detaillierter zu zeigen. Ansonsten haben es meine Zeichnungen zu Soft Skills sogar schon in drei Bücher und einige Artikel geschafft und ich bin immer wieder selbst erstaunt, dass die gezeichneten realen Menschen auf den ersten Blick zu erkennen sind. Jeder hat seine eigenen Charakteristika. Meine Erkenntnis daraus: Man muss nicht perfekt zeichnen können, um Bilder sprechen zu lassen.

Die Königin der Modezeichnung in der deutschen Bloggerwelt ist für mich eindeutig die Modeflüsterin. Sie schafft es, mit ganz wenigen Strichen und Farben deutliche Aussagen zu machen. Die Ergebnisse sind absolut sehenswert! Das werde ich leider nie können. Bei mir wird alles immer etwas zu schief und mir fehlt Geduld für viele Übungen dazu.

Kleiderzeichnun von Ines Meyrose IMKleiderzeichnun von Ines Meyrose IMAber ich zeige Euch hier, was schon Passables dabei herauskommen kann, wenn man das Buch Zeichnen für Fashionistas gelesen und sich ein Modell zum Abzeichnen aussucht.

Oben seht Ihr meine Version des A-Linien-Kleids von Buchseite 45. Hier rechts ist eine Zeichnung zu meinem Outfit Von Blümchen und Streifen und eine vereinfachte Form dessen, wie es als erste Skizze hätte aussehen können. Da kann man schon was erkennen, oder?

Fazit

Wer Lust hat, sich mit Modezeichnungen, Entwürfen, einzelnen Kleidungsstücken und der Anfertigung einer eigenen Figurine zu beschäftigen, wird in dem Buch konkrete Anregungen und Inspirationen finden. Interview mit Designern wie Zandra Rhodes, Valentino, Christian Lacroix und Anna Sui geben Einblick in die Zeichenpraxis der Profis. Das großformatige Buch, etwas mehr als DIN A4, ist farbig mit wunderschönen Illustrationen gestaltet. Gerade auch für jüngere Frauen, die in das Thema einsteigen und vielleicht sogar einmal zum Beruf machen möchten, erscheint es mir wertvoll.

How to do

Meine Skizzen erstelle ich mit einem wasserfesten Fineliner, z.B. Staedler Lumocolor permanent in der Breite S, auf Transparentpapier, scanne sie in Schwarz-Weiß als JPG mit 200 DPI ein, beschneide sie in Corel Photo Paint, radiere ggf. überflüssige Striche weg und speichere in der gewünschten Größe. Durch das Weglassen von Graustufen lassen sie sich auch einfach als GIFs exportieren.

Wie ist Euer Verhältnis zum Zeichnen? Macht Ihr Modezeichnungen?

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Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop beim Haupt Verlag (Werbung) in der Schweiz zu bestellen. Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

21 thoughts on “Buchreview: Zeichnen für Fashionistas

  1. Liebe Ines,

    Du machst mich sprachlos! Ganz lieben Dank für Deine unglaublich wohlwollenden Worte zu meinen “Zeichenkünsten”!

    Ich empfinde es ganz genauso wie Du: Viel zu wenige Menschen trauen sich zu, einfach mal los zu zeichnen. Ich sehe das in fast allen Kunst-Workshops. Diejenigen, die sich zuerst gar nicht trauen, entdecken ganz oft im Verlauf des Kurses ihr Talent und schaffen plötzlich ganz bezaubernde Kunststücke. Mit dem Zeichnen ist es so wie mit der Handschrift: Erst muss man viel üben und bevor man es so richtig merkt, entwickelt man einen ganz eigenen, unverkennbaren Stil… So wie bei Dir: Deine Zeichnungen sind wunderbar und immer unverkennbar einfach “Meyrose” ;-)

    Liebe künstlerische Grüße von
    Stephanie alias die Modeflüsterin

    • @Stephanie
      Deine Zeichenkünste sind schon etwas besonderes, Deinen Stil dabei schätze ich sehr. Freut mich, dass Du bei meinen auch eine “eigene Note” erkennst. Ein gewisser Wiedererkennungswert ist ja schon mal ein Anfang ;) Schreiben fällt mir übrigens vieeeel leichter als alles anderes mit Stift, Pinsel & Co. Vor Kalligraphie habe ich keine Angst – aber auch dabei den Hang zur Unperfektion. Lustigerweise im Gegensatz zu anderen Sachen in meinem Leben, bei denen ich dem Spitznamen Miss Perfect leider gerecht werde … ;)
      Bunte Grüße aus dem Norden
      Ines

    • Liebe Ines,
      da sieht man mal wieder, was für charmante Dinge entstehen, wenn Frau den Perfektionsdrang erst mal abgelegt hat… ;-)

      Einen schönen Abend noch!
      Stephanie alias die Modeflüsterin

  2. Ich bin gelernte Bauzeichnerin und habe schon immer sehr gern gezeichnet. Ob mit Bleistift, Kreide, Buntstiften, Filsstiften, Wasserfarben, Rapidographen.. habe ich in meiner Jugend alles schon getestet. Damals sah auch alles irgendwie gut aus und ich war zufrieden.
    Heute ist das etwas anders. Mir steht immer mein Perfektionismus im Weg. Egal was ich zeichne – ist mir alles nicht gut genug! So komme ich leider nie soweit, dass ich über Monate hinweg mal übe und mich dann über die ersten Erfolgserlebnisse freuen kann.
    Vielleicht ein guter Vorsatz für das nächste Jahr.. oder nächsten Monat.. oder .. morgen? :)

    Liebe Grüß und meine Bewunderung habt ihr beide
    Dana :)

    • @Dana
      Als Bauzeichnerin hast Du ja die Genauigkeit bis dorthinein gelernt. Da stelle ich es mir auch schwer vor, dann privat alle Fünfe gerade sein zu lassen. Freue mich über Deinen Skizze!

  3. Hi,

    mir gehts ähnlich wie Dana. Bin mit meinen “Werken” meist nicht zufrieden. Außerdem bin ich auch nicht die schnellste Zeichnerin, d.h. das geht nicht mal eben “10 Minuten und fertig” – sondern eher mal 10 Minuten zeichnen, einscannen und anschließend 2 Stunden lang mit Photoshop bearbeiten… Nun ist mein Scanner ohnehin tot, also geht das mit dem Zeichnen momentan sowieso nicht.
    Ansonsten – ich habe mal bei der ASG (ist sowas wie die VHS) einen Kurs zum Thema Modezeichnen mitgemacht. Außer mir waren damals nur Frauen dort, die selbernähen, ich war die einzige, der es nur ums Zeichnen ging. Es hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Übrigbehalten habe ich von diesem Kurs noch diverse Figurinen, die ich abpausen und “ankleiden” kann. Was den Vorteil hat, dass ich mich zumindest nicht um reale Körperproportionen kümmern muss. Aber ich brauche wie gesagt trotzdem viel zu lange pro Zeichnung. Es würde mich mal interessieren, wie lange Stephanie an ihren Zeichnungen so sitzt….

    Lg, Annemarie

  4. Tolle Idee. Ja. Ich mache Zeichnungen, klar. Entweder um damit zur Schneiderin zu gehen…. ich hab ja schon mal welche auf dem Blog gezeigt, oder um einfach eine Styling-Idee für mich festzuhalten.
    LG Sunny

    • @Sunny
      Stimmt, auf Deinem Blog habe ich vor einiger Zeit auch schon mal Entwürfe bestaunt, das hatte ich gerade ganz vergessen. Die mochte ich.

  5. Liebe Ines, jaaaa zeichnen zu können, das wäre was. Auch ich bin ein großer Bewunderer von Stephanies (Modekünstlerin) Zeichnungen. Bei mir reicht es leider nur zum Abmalen… aber das mache ich gelegentlich zusammen mit den Kids. Auf die Idee Figurinen zu malen äh zeichnen, bin ich allerdings noch nicht gekommen. Deine finde ich sehr gelungen, damit kannst Du Dich echt sehen lassen. Alles Liebe Conny

  6. Ich habe das noch nie versucht, finde die Idee aber prima und bin immer Gerichtszeichnern fasziniert und von Leuten wie Lacroix und Lagerfeld, die nur ganz wenige Striche brauchen, um das Wesentliche zu zeichnen. Ich dachte nicht, dass man das lernen kann – ich werde es auch besser nicht versuchen, freue mich aber, dass Dana und auch eine Kostprobe zeigt. LG, bärbel

  7. ich kann nicht zeichnen. Mein Vater ist Maler (Künstler). Ich weiß, wie es aussehen sollte und weiß, dass ich es nie im Leben schaffe, so zu zeichen, wie er. Vielleicht muss man solche Gedanken “über Bord schmeißen” und einfach versuchen… LG, Xenia

    • @Xenia
      Danke für Deinen ersten Kommentar hier! Mit einem Vater als Künstler hätte ich wohl auch Hemmungen. Geht mir so mit dem Nähen, weil Mutter und Oma perfekt darin waren.

  8. In der Schule habe ich viel und auch gut gezeichnet, aber irgendwie habe ich das dann aus den Augen verloren. Heute zeichne ich nur noch beim telefonieren. ;) Ja die Modeflüsterin ist eine wahre Zeichenkünstlerin, ich bin immer wieder beeindruckt wenn ich ihre Zeichnungen sehe.
    LG Cla

  9. Pingback: Buchtipp: My World of Fashion | meyrose

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