Feedbackregeln

Zehensocken DIY by Schwiegermutter für die Gizeh von Birkenstock als Hausschuhe

Ja, immer diese Kommunikationstrainer mit ihren tollen Regeln … aber irgendwie haben die Trainer ihren Grund dafür und die Regeln gibt es auch nicht ohne Grund … Wie komme ich da jetzt drauf? Es gibt in der Blogleser und -schreiberwelt offensichtlich unterschiedliche Ansichten dazu, ob man negatives Feedback als Kommentar hinterlassen darf oder nur Lobhudelei erwünscht ist. Als erstes ist dazu wichtig: Ich spreche ich nur für mich, nicht für andere. Für meinen Teil ist mir wichtig, dass Ihr als Leser wisst: Euer Feedback ist mir willkommen, viel mehr sogar erwünscht!

Positive Sachen lese ich natürlich lieber, bin ja auch nur ein Mensch, und da darf es auch gerne allgemein formuliert sein.

Negative Sachen lese ich auch gerne, wenn sie konkret und konstruktiv formuliert sind. Mit einem Kommentar á la „Einfach unmöglich“, den ich übrigens trotzdem freigeschaltet habe, kann ich wenig anfangen. Einerseits muss nicht jeder meinen Geschmack teilen, anderseits wüsste ich gerne, wenn derjenige mir dazu etwas mitteilen möchte, was ihm denn daran nun genau nicht zusagt. Wenn jemandem in der Mehrheit nicht gefällt, was ich mache, muss er meinen Blog auch nicht lesen oder darf dann gerne auch schweigen, denn mit der Person würde ich vermutlich im wahren Leben auch nicht kommunizieren wollen. In diesem Fall würde mir z.B. ein „die Shorts finde ich 10 cm zu kurz für Deine Beinform und ich hätte lieber eine hellere Strumpfhose gewählt“ eher weiter helfen.

Den Ball fangen?

Was man mit dem Feedback macht, bleibt dem Feedbacknehmer – in dem Fall mir – ja immer selbst überlassen. Aber dann wüsste ich konkret, worum es geht – Shortslänge und Strumpfhosenfarbe – und hätte einen konstruktiven Vorschlag aus Sicht des Feedbackgebers – mehr Länge und hellere Farbe – erhalten. DAS ist dann eine Kritik, die durchaus dazu beitragen kann, etwas zu verbessern, wenn man es denn auch so sieht.
Mal zu trennen zwischen „Auch wenn ich die Socken nicht mag … Dein Foto finde ich toll… :) , wie Conny das auf Instagram bei einem Foto meiner neuen Zehensocken gemacht hat, finde ich klasse. Gerade wenn jemand oft positiv kommentiert, gibt das dem Positivem mehr Wert, weil es dadurch noch authentischer wirkt.

Optionen über Optionen

In der Praxis gibt es viele Feedbackmethoden. Die Sandwich-Technik Was Gutes, was Schlechtes, am Ende was Gutes wirkt auf mich oft gestelzt. Viel mehr kann ich anfangen mit Beibehalten – Mehr – Neu. Da wird alles positiv formuliert und trotzdem kommt der Kern zur Sprache, aber eben konkret und konstruktiv. Denn wenn etwas doof ist, gibt es etwas anders, was man dafür als Neues machen kann. Das versteht der Feedbacknehmer dann schon :) .

Bitte nicht übertreiben …

Man muss ja nicht so weit gehen, sich in Gewaltfreier Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg zu ergehen und immer brav Beobachtung, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten benennen. Das sprengt den Rahmen für Blogkommentare schon deshalb, weil der Kommentierende dafür das Mandat dann vielleicht auch doch nicht hat.

Fazit

Ich freue mich über Eure Kommentare sehr, wenn sie so formuliert sind, dass ich damit etwas anfangen kann – Positives wie Negatives.

1000-Dank für Eure bisherigen Kommentare!

12 Gedanken zu „Feedbackregeln

  1. … Hauptsache, die Füße sind warm (es gibt nichts schlimmeres als kalte, klamme Füße)!

    Was das Feedback angeht, so habe ich in den letzten Tagen gelernt, daß selbst freundliche, konstruktive Kritik manchmal gewaltig in die Hose geht.

    Ihr erinnert Euch: ich hatte 2006 einen Diät-Blog auf BRIGITTE.de, den ich nach ein paar Monaten genervt aufgegeben habe, weil ich mit den hämischen Kommentaren nicht fertig geworden bin.

    “damals” war es noch nicht so einfach, derartige Sachen zu löschen oder zu unterdrücken – sie kamen rein und ich musste damit leben bzw. fühlte mich permanent dazu verpflichtet, mich zu rechtfertigen.

    Ich kenne also das Gefühl, wenn einem ein vermeintlich gelungenes Posting links und rechts um die Ohren gehauen wird.

    Darum beschränke ich mich mittlerweile darauf, nur noch anzumerken, wenn mir etwas gut gefällt – und bei allem, was mir NICHT gefällt, denke ich mir ab sofort meinen Teil und gut is’.

    In meinen eigenen Blogs habe ich aus gutem Grund gar keine Kommentarfunktion eingerichtet: ich will mit dem, was ich poste, ein bißchen angeben – und ich will NICHT lesen, daß das doof ist.

    :) Ich bin auch nur ein Mensch.

    • @Betsi
      So wie Du mit der Kommentarfunktion halte ich es bei meinem YouTube-Kanal: Da will ich auch gar nichts auf YouTube zu kommentiert haben. Wenn, dann hier im Blog bei den Posts zu den Videos. Nach einigen ätzenden Kommentaren habe ich die Funktion auf YT einfach abgestellt.

  2. Liebe Ines,
    natürlich freuen mich positive Kommentare. Auch wenn jemand nur schreibt, “gefällt mir”. Besonders “wertvoll” aber sind für mich die Kommentare, die ewas aussagen, das darf auch was negatives sein. Solange der Schreiber sachlich bleibt. Von einer Freundin erwarte ich auch, dass sie mir ehrlich aber fair ihre Meinung sagt. Und als Freundinnen sehe ich auch meine Stammkommentatorinnen. Ob ich jeden Ratschlag befolge, bleibt dahingestellt :-).
    Du hast Dir also die perfekten Socken für Flip-Flops gestrickt. Nun kann der Sommer, egal wie, kommen.
    Lieben Gruß
    Sabine

    • @Sabine
      Das ist eine schöne Vorstellung, Kommentare so zu schreiben und zu lesen, als ob sie von einer Freundin wären.
      Dein Kompliment für die Socken leite ich an Schwiegermutter weiter, denn die hat sie gestrickt. Ich kann das nicht und deligiere das :)
      Einen schönen Tag wünscht Dir Ines

  3. Die Socken … super . ich mag selbst gestrickte total gerne , Hab so gar transparente Gummistiefel :) Damit man die bunten Socken auch richtig gut sehen kann

    Und so wie Du es schon geschrieben hast . Sehe ich das auch . Kritik bringt nur was , wenn man auf den Punkt kommt und gleich sagt was man meint . Und wie man es hätte anders machen können . Alles andere , da kann man kaum was mit anfangen und ist auch ein bisschen wenig . Also wenn schon Kritik , dann bitte im Detail :))

    Liebe Grüße Heidi

    • @Heidi
      Durchsichtige Gummistiefel finde ich cool. Habe ich noch nie gesehen. Da würde ich nur bunte Socken drin tragen!
      Einen bunten Tag wünscht Dir
      Ines

  4. Liebe Ines,
    das ist ein toller post über Kommentare, aber nicht, weil Du mich genannt hast (danke Dir dafür :-)), sondern weil Du Dir so viel Mühe gemacht hast. Ich möchte immer meine ehrliche Meinung sagen und mache das auch – meist. Es ist halt auch so, Menschen sind verschieden, Geschmäcker sind verschieden und meine Meinung ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Nur weil mir etwas gefällt, muss es nicht anderen gefallen… trotzdem sollte für mich ein Kommentar immer positiv ausfallen – das versuche ich auch zu beherzigen, wenn mir etwas nicht so gut gefällt. Im Fall Deiner Zehensocken war das Bild einfach total ansprechend und ich habe mir einfach vorgestellt, wie schön es wäre, barfuß in dem Lammfell rumzuwühlen… und dann kann das Bild nur TOLL sein :-) Alles Liebe nach HH, Conny

  5. Pingback: white week 5/5 | meyrose

  6. Perfekt ausformuliert, liebe Ines! Genau so sehe ich das im Grunde auch.

    Negative Kritik sollte konstruktiv und trotzdem freundlich formuliert werden, aber bei positiven Anmerkungen würde mir ab und zu auch ein “Toll!” o.ä. reichen. Manchmal würde ich sehr gern so kurz kommentieren, füge aber dennoch meist mehr Text an, da ich immer denke, das ist doch ein bisschen knapp …

    Mit unterschiedlichen Kommunikationstechniken möchte ich mich aber nicht beschäftigen … ;)
    LG
    Gunda

    • @Gunda
      Bei mir darfst Du gerne nach Herzenslust auch mit nur einem Wort kommentieren. Da freue mich ich ebenso drüber wie über längere Kommentare <3

  7. Liebe Ines, Vorbildlich finde ich diese Stellungnahme und konstruktives Feedback hilft mir und wie Sabine sagte, ob ich es annehme, ist auch meine Entscheidung. Doch macht ein angemessener, respektvoller Ton es mir erst möglich, über das Feedback nachzudenken. Wer destruktiv formuliert, kann sich 1. nicht besser ausdrücken, dann sollte er/sie es ùben, oder 2. will mies sein und benimmt sich schlecht, missbraucht damit das Gastrecht auf dem Blog und darf gern weiterziehen. :) LG Sabina @Oceanblue Style

    PS: Hatte bisher nur einen Pöbelpost, aber das ist vermutlich nur Glück..

    • @Sabina
      So richtig schlimm war bei mir auch erst einer, den ich irgendwann dann auch gelöscht habe. Aber man weiß nie, wann der nächste kommt …

Kommentare sind geschlossen.