10 Gründe für diesen Look

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Kleid von no secrets

Nichts ist Zufall im Leben. Daran glaube ich fest. Manchmal entstehen Situationen oder Dinge bewusster oder unbewusst, aber es spielen immer viele steuerbare Aspekte hinein. Und so ist auch ein Outfit niemals zufällig gewählt. Stellt Euch vor, die Random-Taste würde aus Eurem Repertoire die Outfits zusammenstellen. Hilfe! Das würde keiner tragen oder sehen wollen …

Immer wieder werde ich von Leser_innen gebeten zu zeigen, warum etwas auf bestimmte Weise passt oder kombiniert werden kann. Gerade Kombinationen von an sich schönen Bekleidungsstücken und Accessoires fallen auch Kundinnen von mir oft schwer. Deshalb zeige ich anhand dieses Outfits zehn Gründe auf, warum ich es exakt so kombiniert habe.

Meyrose #ootd 20140816 mit Kleid von no secrets Meyrose #ootd 20140816 mit Kleid von no secretsMeyrose #ootd 20140816 mit Kleid von no secrets

 

10 Details im legeren Kleid-Styling

  1. Die Farbe Oliv, im Sonnenlicht zu erkennen, steht mir als Herbstfarbtyp.
  2. Der Stoff ist matt in der Textur, das passt zum Herbstfarbtyp und meinem natürlichen Stil.
  3. Das Kleid geht bis gerade eben über das Knie und hört damit genau an der schmalsten Stelle meines Beins unterhalb des Knies auf. Dadurch wirken die Beine schlank.
  4. Die 3/4-langen Ärmel lenken den Blick Richtung Taille und damit weg von Hüften und Brust
  5. Der Schnitt des Kleids umspielt locker meine Rundungen. Man könnte es alternativ auch mit einem Gürtel auf Taille bringen, dann würde ich allerdings eine schmale Hose dazu kombinieren und es wäre insgesamt trotz der Taillenbetonung volumiger. So wie hier getragen, streckt es in der Länge besser. Außerdem habe ich so volle Bewegungsfreiheit.
  6. Die Leggings passen farblich zum Kleid und strecken damit optisch.
  7. Die Stiefeletten setzen einen farblichen Akzent und enden ebenso wie der Kleidersaum an einer schmalen Stelle des Unterschenkels unterhalb des Wadenmuskels. Damit betonen sie die schlanke Stelle. Obwohl die Stiefeletten das Bein optisch verkürzen, trage ich sie dazu, weil sie farbliche Spannung hineinbringen. Wichtig ist bei meiner eher kleinen Körperlänge und fülliger Statur, dass die Verkürzung ausgeglichen wird durch ähnliche Farben von Strumpfhose und Kleid zueinander.
  8. Der verspielte Spitzen-Stoffrand der Schuhe wiederholt sich in der Bordüre des Kleids.
  9. Das Tuch passt farblich mit den Grün- und Weißtönen sowohl zum Kleid als auch den Schuhen. Es wirkt schön für den Betrachter, wenn sich Farben im Outfit wiederholen. Auf den Fotos betrachtet gefällt mir die Länge des Tuchs allerdings nicht. Es liegt zu sehr auf dem Busen auf. Künftig werde ich es schräg zu Seite hin binden oder Tuchenden unter dem Knoten verschwinden lassen.
  10. Die schlichte braune Uhr passt zur braunen Brille in Farbe und Stil. Wobei sie mir auf den Fotos betrachtet zu hart wirkt. Aus rein praktischen Gründen nehme ich diesen optischen Fehler aber in Kauf.

Das Kleid ist übrigens ein Tunikashirt von no secret aus reiner Baumwolle und Viskose. Vorne ist es aus festem Stoff, hinten und an den Armen aus Jersey. Beim letzten Ostseeausflug habe ich zum halben Preis erstanden. Ich denke, es wird mich lange begleiten.

Meyrose #ootd 20140806 mit Kleid von no secretsSo wie in der leider unscharfen Collage habe ich das Kleid in der Woche davor schon mal mit einer Kette anstatt Tuch auf Instagram gezeigt. Die Kette mag ich lieber dazu leiden, sie hätte mich an dem Tag der anderen Kombination jedoch bei der Arbeit gestört. Außerdem passt sie farblich nicht zur Uhr und die Uhr brauchte ich an dem Tag. Dass die Schultern zu breit geschnitten sind, ignoriere ich.

Könnt Ihr die 10 Punkte nachvollziehen?
Seht Ihr davon etwas anders? Worauf achtet Ihr?

24 Gedanken zu „10 Gründe für diesen Look

  1. Wirklich interessant . Ich glaub ich hab das schon mal geschrieben . Aber solche Gedanken mache ich mir nie bewusst . Vieles ist einfach so warum ich es bevorzuge oder vernachlässige . Vieles könnte ich auch nicht mit Worten auf den Punkt bringen . Bei mir ist das dann einfach soooo .
    Mir hat das sehr geholfen das ich Kleidung selber nähe . So bin ich mehr mit dem Körper im Detail beschäftigt .

    Lg heidi

    • @Heidi
      Beim Nähen sind ja viele Detailentscheidungen zu treffen neben Schnitt und Stoff. Stärke, Art und Farbe des Garns, Knöpfe, Verschlüsse – unzählige Kleinigkeiten. Schön, dass es bei Dir intuitiv funktioniert, dann ist doch alles gut. Ich habe oft Kunden, die das nicht können, aber es können möchten. Die freuen sich dann, wenn ich Ihnen so Details so genau erklären kann, weil sie dann in Zukunft auch eher darauf achten und bessere Kaufentscheidungen treffen können.
      LG Ines

  2. Liebe Ines,
    danke für diese Beschreibung, du weiß ja, wie interessant ich solche Einblicke immer finde. Ich kann auch alles nachvollziehen. Ich versuche bei mir einige Dinge, die ich schon gelernt habe, umzusetzen. Vieles kann ich mir aber leider nicht merken. Da helfen mir die Fotos, die ich regelmäßig von mir (und anderen Bloggern sehe). Dann bemerke ich solche Harmonien oder Unstimmigkeiten. Bei deinen Beschreibungen oder denen der Modeflüsterin finde ich dann oft die Erklärung dafür, was ich nur intuitiv erfassen konnte. Jedenfalls wirkt dein Outfit genauso stimmig, wie es offenbar auch ist und wie ich bereits einmal sagte: es wirkt nicht so bewusst komponiert, sondern ganz easy und unaufgeregt. Für die Verlinkung meines Beitrags danke ich dir sehr herzlich!
    Hab eine schöne Woche und sei lieb gegrüßt von Bianca

    • @Bianac
      “Easy und unaufgeregt” ist das beste Kompliment, was Du mir machen kannst. Merci vielmals!
      Eine ebenso schöne Wocher wünscht Dir
      Ines

  3. Liebe Ines,

    ich finde es immer wieder beeindruckend, wie sehr man sich mit seinen Anziehsachen beschäftigen kann. Manchmal frage ich mich, ob ich auf meinen Fotos oder in meinem Spiegel Unterschiede bemerken würde, wenn ich auch einmal theoretisch und planvoll vorgehen würde. Vielleicht kriegst Du mich eines Tages doch noch dahin :) on verra…

    Dein Kleid + Stiefelchen finde ich super, das Tuch zieht auf den Fotos meinen Blick zu sehr von dem Gesamtbild weg, die Collagenbilder ohne Tuch gefallen mir besser.

    Liebe Grüße zu Dir und hab’ einen schönen Tag!
    Bärbel

    • @Üffi
      Meine Vermutung: Du würdest gleich aussehen mit und ohne Plan, weil Dein Plan unbewusst sowieso abläuft.
      Einen ebenso so schönen Tag wünscht Dir
      Ines

  4. Liebe Ines, selbst ich als Schal- undTuchfan finde in diesem Fall das Tuch zu kurz gebunden. Sollte vielleicht etwas “romantischer” daherkommen oder asymmetrisch oder gleich ganz ohne nur mit Kette, gefällts mir sehr gut. Ansonsten 9 supergute Gründe für diesen Look ;-).
    Herzliche Grüße und einen schönen Wochenanfang wünscht Sieglinde vom Schal-Shop da sempre.

    • @Sieglinde
      Habe gerade Patricia schon geschrieben, dass das Tuch an dem heißen Tag auch nicht lange um den Hals blieb und darunter noch die schöne Snake-Kette zum Vorschein kam, die ich von Sence Copenhagen bei Dir gekauft habe :)
      Herzliche Grüße
      Ines

  5. Danke Ines, das du mich verlinkt hast! Wenn ich doch mal so stilsicher wäre wie du, dann bräuchte ich mir echt nicht soviele Gedanken machen! Aber ich finde deine Analysen immer toll und wenn man es sich dann näher betrachtet, leuchtet es einem ein. Die Collage mit der Kette gibt dem ganzen noch mehr Leichtigkeit, das Tuch …… weiß gerade nicht wie ich es ausdrücken soll……es nimmt dir den Hals und es sieht oben nicht stimmig aus! Vielleicht wie du schon gesagt hast, stören die Tuchenden. Ich liebe auch Tücher und stelle immer mal wieder fest, das es so oder so gar nicht geht, dann stehe ich sehr lange vor dem Spiegel und probiere aus und dann fällt die Entscheidung gegen ein Tuch und für eine Kette aus.
    Lieben Gruß Patricia

    • @Patricia
      Gern geschehen, spannende Artikel verlinke ich gerne. Danke Dir fürs Kompliment! Freue mich, dass Du meine Analysen magst und sie Dir vielleicht hier und da weiterhelfen. Die Tücher trage ich auch oft nur kurz und wenn mir zu warm wird, lege ich sie ab. So auch an dem Tag … ich hatte dann noch diese kurze Kette um, die man auf den Fotos unter dem Tuch aber nicht sieht. Aber die lange goldene Kette finde ich auch am schönsten dazu.
      Liebe Grüße
      Ines

  6. Hi Ines,

    ich mag mir keine Gedanken machen, ob meine Outfits meinen Charakter widerspiegeln (das tue ich definitiv nicht), aber es ist nicht so, dass ich nicht auch versuche, meine physischen Gegebenheiten mit zu berücksichtigen. Um ein Beispiel zu nennen: Da ich meine breiten Hüften optisch nicht in den Vordergrund rücken möchte, versuche ich zu vermeiden untenrum hellere Farben zu tragen als obenherum. Dass Kleidungsstücke nicht an den breitesten Stellen enden sollen, ist mir auch bekannt. Deshalb habe ich vor ein paar Jahren z.B. meine wadenlangen Stiefel entsorgt (die machten echt keine schönen Beine).
    D.h. ich kann Deine Gedanken durchaus nachvollziehen, ich empfinde sie als “erdiger” und weniger abstrakt als die Einbeziehung charakterlicher Aspekte, was mir persönlich zu abstrakt ist.

    Lg, Annemarie

    • @Annemarie
      Alleine das Beachten der Kleinigkeiten wie wo Du eine helle oder dunkle Farbe trägst und wo ein Stück aufhört, macht schon Welten aus. “Erdig” ist eine Formulierung, die mir gefällt. Erdig ist etwas zum Anfassen und Betrachten, damit kann ich auch etwas anfangen.
      LG Ines

  7. Eben wollte ich dich “abwählen”, weil du mich mit so unverschämt guten Links zum übermäßigen Shoppen verführst, da sehe ich schon wieder Neues von dir!
    Wunderbar auf den Punkt getroffen, ich würde es haargenau so machen, aber ich könnte es nicht annähernd so präzise benennen! Ich stelle meine Kleidung aus der Intuition heraus zusammen und darauf angesprochen, kann ich das oft gar nicht erklären, warum es mir so oder so gelingt.
    Sieht alles wieder gut aus – ich mag solche Romantik-Tunikas sehr – an Anderen. Ich komme mir zu verrüscht damit vor. Mag sein, dass ich meine romantische Seite nicht zeigen will – ich leugne die konsequent! -:)
    Gruß Susanne

    • @Rotlilie
      So ist das Leben – immer wieder für eine Überraschung gut :) Du bist ein Wintertyp, oder? Da passen oft romatische Bekleidungssachen auch nicht o gut (nicht immer, aber oft).
      Im Herzen bewahrte Romantik wünscht Dir
      Ines

    • Ja, klassisch Winter, allerdings Waage im Sternzeichen! Fatale Mischung – Ich pendle sowas von hin und her – mein zweiter Vorname ist: Inkonsequenz! Trifft auch auf Kleidung zu…
      Aber Candlelight-Dinner – never!
      Gruß Susanne

    • Ich mag Waagen-Sternzeichen – mit denen verstehe ich mich IRL gut :) – (nicht die Dinger mit den Zeigern ;) ).

  8. Liebe Ines,

    vielen Dank für diese Auflistung aller Bloggerinnen, die sich mit dem Projekt “Finde Deinen Sommer-Stil” beschäftigt haben! Ich hatte leider nicht alle entdeckt. Auch hätte ich nie gedacht, dass das Projekt so große Kreise zieht. Tja, das Internet bleibt wohl unergründlich ;-)

    Schön finde ich an Deinem heutigen Outfit natürlich besonders, dass es wieder so viele Elemente aufweist, die Deinen ganz persönlichen Stil ausmachen. Und das merkt jeder, denn das sieht in seiner Gesamtheit einfach natürlich, nicht aufgesetzt und authentisch aus. Das bist einfach nur DU. Und das ist wunderbar!

    Liebe Grüße von
    Stephanie alias die Modeflüsterin

    • @Stephanie
      Auch mich hat die Verbreitung des Projekts überrascht. Ich sehe das als Kompliment an Deine Idee und Umsetzung und freue mich mit Dir darüber. Beim Schreiben der 10 Punkte habe ich auch gedacht, dass das Outfit auch zu dem Projekt gepasst hätte. Da hatte ich nur das Kleid noch nicht :) .
      Liebe Grüße
      Ines

  9. Liebe Ines, erstmal danke fürs Verlinken bzgl. des Sommer-Outfit-Posts.
    Deine Darstellung finde ich sehr schlüssig.
    Wenn man nicht so die ideal proportionierte Figur hat (wie z.B. ich) lernt man über die Jahre schon, was gut funktioniert und was eher ungünstig aussieht. Und vermutlich wählt man diese Aufteilungen und Farben dann auch instinktiv.
    Eine Frau in 1,63m, Gr.38 und eine mit 1,83m, Gr.44 haben das selbe Größenverhältnis. Sehen aber aG unterschiedlicher Proportionen in gleichen Kleid z.B. total unterschiedlich aus.
    Was an der kleineren nett und weiblich wirkt, sieht an der großen gern tantig/matronig aus.
    LG Sunny

    • @Sunny
      Gern geschehen. Mir hat Dein Beitrag gefallen und ich fand ihn sehr stimmig.

      Die unterschiedliche Wirkung des gleichen Kleidungsstücks in veschiedenen Größen an kleinen und großen Personen, die ein im Verhältnis ähnliches Gewicht haben, finde ich auch immer wieder krass. Da wird lieblich wirklich schnell zu tantig. Dafür kannst Du als große Frauen aber auch Sachen tragen, in denen kleine Personen hineingesteckt wirken. Am wichtigsten ist einfach, seine Stärken zu kennen und zu wissen, wie man die am besten betonen kann. Die Sweatshirtjacke, die ich heute trage, wäre an Dir besser aufgehoben als an mir. Ich versinke etwas in den Längen … aber an einem nass-kalten Tag ist das am Schreibtisch auch mal gemütlich.
      LG Ines

  10. Ich kann die Punkte sehr gut nachvollziehen. Mit dieser Kleiderlänge freunde ich mich auch immer mehr an. Dass Dreiviertel-Ärmel diesen Effekt haben, wußte ich nicht.aber er ist deutlich und erklärt mir jetzt warum ich sie an mir gerne mag. Das Tunika-Kleid ist auch von der modemathematischen Seite betrachtet großartig, ich kann es mir in vielen Kombinationen vorstellen. Und zauberhaft ist es obendrein!
    Lieben Gruß
    Sabine

    • @Sabine
      Diese Kleiderlänge funktioniert auch im Sitzen gut – das ist ihr großer Vorteil im Vergleich zu kürzeres Modellen :) .
      Liebe Grüße
      Ines

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