Fadenscheinig

Fadenhängerchen

Dieses Outfit verdanke ich einer Wette. 2011 auf Rügen gab es im Hotel einen Freizeitbereich mit großem Billardtisch. Mein Mann wollte unbedingt spielen und ich hatte keine Lust. Also hat er mich herausgefordert und wir haben für den Gewinner um ein Essen gewettet. Es war unsere erste Partie in damals zehn Jahren Beziehung und unsere erste Wette um mehr als die Ehre. Ich kann rudimentär Billard spielen, mache das aber nicht gerne.

Ines Meyrose #ootd 20150411 mit Fadenhängerchen

Was soll ich sagen? Ich habe meinen sportlichen Mann aus eigener Kraft souverän geschlagen. So gut habe ich vorher und hinterher nie wieder gespielt – egal. Sein Gesicht dabei werde ich jedenfalls nicht vergessen. Als sportlicher Verlierer hat er es dann nach dem ersten Schock doch mit Fassung getragen und am nächsten Tag seinen Wetteinsatz erhöht und mich nicht zum Essen eingeladen, sondern mir dieses fadenscheinige Hängerchen spendiert, was erheblich mehr gekostet hat.

Ines Meyrose #ootd 20150411 mit Fadenhängerchen

Leider weiß ich den Namen der Rügener Designerin nicht mehr. Sie näht mit einer Nähmaschine kreuz und quer die Fäden auf ein Vlies, wäscht den so entstandenen Stoff und verarbeitet ihn dann zu so legeren Hängerchen, Jäckchen & Co. Ich bin fasziniert von der Leichtigkeit des Stoffs und davon, wie leicht man damit schlichte Outfits verändern kann. Es wurde schon viel getragen. Am Wochenende fiel es mir vom Bügel in die Hände und ich habe es als Wink genommen, es direkt anzuziehen. Das ist wirklich ein individuelles Teil, oder?

Ines Meyrose #ootd 20150411 mit Fadenhängerchen

Ines Meyrose #ootd 20150411 mit Fadenhängerchen

Fadenhängerchen

Outfitdetails

Ines Meyrose #ootd 20150411 mit Fadenhängerchen und TrenchcoatDraußen passte der Trench (Fuchs Schmitt 2014) gut dazu. Die schlichte Bluse (Mootz 2014) und Spaghettibeinhose (Dismero 2015) trage ich gerne mit den Sternenzauberboots (MDK 2014). Die Handtasche (Miles 2007) habe ich passend zu den mittelbraunen Fäden gewählt.

Auf den Fotos könnt Ihr gut sehen, wie unterschiedlich verschiedene Ärmellängen wirken. Locker offen und zu lang vs. leicht geschoppt vs. aufgekrempelt. Zu lange Ärmel wirken an einer eher kleinen Frau wie mir wie reingesteckt, deshalb achte ich darauf, dass meine Hände zu sehen sind.

Seebrücke Göhren auf Rügen im Februar 2011

Weil auf Rügen in dem Winter so ein traumhaftes Wetter mit Eisschollen und verzapften Seebrücken war, bekommt Ihr noch ein Winterbild von 2011 dazu. Der Blick aus der Hotelsauna in Göhren ging genau in die Richtung. Ein Traum …

Wie würdet Ihr das Teil nennen? Hängerchen? Tunika? Pullunder? …?

22 Gedanken zu „Fadenscheinig

  1. Hallo liebe Ines,
    ein sehr originelles und einmaliges Teil, ich würde es Tunika nennen, klingt wesentlich edler als “Hängerchen”.
    liebe Grüße aus Salzburg Gabriele

  2. Guten Morgen!
    Ich nenne solche Oberteile ebenfalls Hängerchen :) ,besitze 2 Stück davon. Aber nicht aus so einem besonderem Material ,was mir übrigens ausgesprochen gut gefällt. Auch die Farbtöne sind toll gewählt ,zu weiß einfach nur traumhaft hübsch!

    Wünsche dir einen guten Freitag und einen ebensolchen Start ins Wochenende ,liebe Grüße <3

  3. Moin moin,
    hm … – keine Ahnung, wie ich so ein Teil nennen würde, und ich habe gerade auch 5x über die Bilder gescrollt, um zu überlegen, ob ich es nun mag oder nicht. Inzwischen bin ich bei “ja” – ich glaube, man guckt es sich immer schöner mit der Zeit. :) Was ich richtig gut finde ist die Länge und den zipfeligen Abschluss. Aber im ersten Moment fand ich die vielen Fäden eher seltsam und “rippelig”.
    Dass Du die verschiedenen Ärmellängen der Bluse noch in Deinen Post eingearbeitet hast, finde ich besonders klasse, aber ich gestehe, dass mir das nicht gleich aufgefallen ist – erst als Du es sagtest. Interessant!
    Deine Tasche finde ich super! Ich gucke immer mal nach solchen Taschen mit nur einem Henkel, aber die meisten haben ja leider zwei … :/
    LG
    Gunda

    • Manchmal bin ich übrigens auch indifferent bei dem Teil, weil es eigentlich in den Schultern und unter den Armen etwas weit ist (war es schon immer). Aber ich habe nie Abnäher reinmachen lassen und mag es dann immer wieder mal gerne tragen. Nach dieser Tasche habe ich etwa Jahre gesucht und am Wörthersee in Österreich gefunden :) Kommt Zeit, kommt Tasche. Mich nerven zwei Henkel auch, weil immer davon von der Schulter rutscht und nervt …

  4. Liebe Ines, süße Geschichte um dieses tolle Teil. Ich habe noch nie zuvor so in der Art etwas gesehen. Tolles Design. Finde sowas immer toll. Das hat nicht jeder :)
    Liebe Grüße Tina

  5. habe keinen namen dafür – kommt nämlich in meinem kleidungsuniversum nicht vor :-) die technik ist raffiniert – das ergebnis würde ich niemals anziehen – so gar nicht mein stil.
    aber ich bin ja profi und weis dass andere leute anderen stil pflegen und somit kann ich sagen dass dein ensemble gelungen ist: die knackige weisse bluse zu dem fluffigen teil ist ein schöner kontrast und dass du braun magst weils dir gut steht sieht man auch sehr schön.
    das eisfoto ist herrlich!!
    xxxx

    • Dass dieses Teil absolut nicht jedermanns Ding ist, ist mir absolut klar. Es freut mich, dass Du dabei differenzierst, ob Du es tragen würdest oder ob es zu mir passt, und mein Kombination magst.

  6. Liebe Ines, Deine diversen Ärmellängen sind mir gleich aufgefallen, weil das an meinen Blusen gerne ein Thema ist. Ich liebe Blusen, bei denen die Ärmel so lang sind, daß nur die Finger zu sehen sind. Sicher weil es so selten der Fall ist. Und ich trage die Manschetten im Alltag immer offen – außer bei den Blusen mit Manschettenknöpfen, da zeige ich immer gern, was ich habe. Ich meine die, mit den 0815 Knöppen – es ist dann weniger “förmlich”. Für Deine fadenscheinige Fusselweste habe ich keinen Namen, nur eine Frage: fusselt sie?
    Liebe Grüße zum Wochenende!
    Bärbel ☼

    • Im Gegensatz zu mir bist Du auch groß und hast lange Arme … kein Wunder, dass Du Deine Blusen anders tragen gut tragen kannst als ich :) . Wenn ich die Knöpfe auflasse wie auf dem einen Bild, sehr ich einfach nicht fertig angezogen aus …

  7. Oh, das sieht schön aus – und sehr originell!
    Nochmals sonnige Rostrosengrüße (an einem Regenabend)
    von der Traude
    ☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼☼

  8. Hi Ines,

    jawohl, das ist wirklich ein abgefahrenes Teil. Weiß Du was? Ich entscheide darüber, was ich anziehe, auch manchmal ganz spontan, weil mir etwas zufällig “in die Hand fällt” oder einfach nur mein Auge drauf fällt. Solche speziellen Teile wie Deines (und auch noch mit einer schönen Erinnerung verbunden) sollte man in Ehren halten.

    Lg, Annemarie

  9. Ja diese Fadentechnik kenne ich auch . War ne ganze Weile der Renner . Mit speziellem Sprühkleber und Wasser löslichem Vlies kann man das so gar selbst machen . Also auch für Basteltanten eine Möglichkeit an so ein Wunschteilchen zu kommen ;)
    Steht Dir übrigens super das Hängerchen

    LG Heidi

  10. Da hat sich aber das Spielen wirklich gelohnt. Sieht nach viel Arbeit aus das Hängerchen und ist extravagant.
    Bist du sicher, dass du nicht noch mal ne Partie mit so einem tollen Einsatz spielen willst ;)
    Hab ein schönes Wochenende, Ela

    • Ganz sicher, so gut spiele ich nieee wieder im Leben :) Aber vielleicht in einer anderen Disziplin :)

  11. Das ist ja mal echt ein krasses Teil. Klasse. Steht Dir super gut, toller Schnitt. Und da soll nochmal einer sagen, kleinere Damen sollen keine längeren Teile anziehen.
    Immer probieren.
    LG Sunny

  12. Da ich mich gestern (dank dem super-Tipp in eurem Forum) mit dem Handy durch deinen ganzen Blog gearbeitet habe, musste ich mir diese Bilder hier heute nochmal in “groß” ansehen.
    Ein tolles Hängerchen ist das.
    Ich bin auch eher klein und hätte so ein langes Teil nie anprobiert.
    Lag ich wohl mal wieder daneben, denn es sieht sehr gut an dir aus.
    Viele Grüße,
    Luzerne

    • Danke für Deinen Besuch. Das Teil funktioniert, weil es nur an den Seiten so lang ist – das ist der Trick bei kleiner Frau.

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