Buchreview: 1000 Kleider

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1000 Kleider: Formen, Stile, Stoffe (Affiliate Link) von Tracy Fitzgerald und Alison Taylor

1000 Kleider ist ein Buch, das als Inspiration für Modedesigner, Stylisten, Einkäufer, Modeschüler, Schneider und alle, die Interesse an kreativen Details der Mode haben gedacht ist. Es ist eine Art Archiv und Ideensammlung. Auf ganz erstaunliche Weise wirken die Fotos alle zeitgemäß. Die meisten gezeigten Kleider sind einfach schön, weil sie in sich gut komponiert sind.

Kapitelweise werden verschiedene Arten von Kleidern genau betrachtet und mit Merkmalen sowie historischen und gesellschaftlichen Hintergründen vorgestellt. Im Anschluss werden Interpretationen des Genres gezeigt, z.B. die Variation des Strickkleids zum Pulloverkleid. Zu dem jeweiligen Kleiderstil gibt es unglaublich viele aussagekräftige Fotos. Beschriftete Zeichnungen weisen auf Entwurfsdetails hin. Bei der exakten Analyse der Modelle und der Tiefe der Details habe ich beim Lesen sofort an Modeflüsterin Stephanie gedacht. Das Buch ist ihrem Stil sehr ähnlich, die Texte allerdings erheblich kürzer. Die Art der Detailtiefe ist aber die gleiche.

Das Buch ist für mich als Stilberaterin und Kleiderträgerin gleichermaßen interessant, weil es die Vorzüge und Tücken der verschiedenen Exemplare so klar visualisiert. Ich bin mir sicher, es in der Kundenberatung einzusetzen zu können, um Details einfach aufzuzeigen. Ein schönes neues Wort habe ich auch noch gelernt: Den Säuleneffekt. Er wirkt ähnlich wie der neulich gezeigte Leitereffekt bei Ringeln. Ein schmales Kleid mit schmalen Ringeln wirkt säulenartig, also lang und schmal, trotz der Querstreifen (Seite 42). Eine Frage konnte das Buch allerdings auch nicht klären:

Woher kommt der Begriff Shiftkleid?

Weiß das jemand von Euch? Es wird auch Etuikleid genannt und im Buch steht, dass es seine Ursprünge in der Arbeitskleidung hat (Seite 41). Ich vermute mal, dass es an einen Kittel angelehnt ist. Aber woher die Bezeichnung kommt, wüsste ich gerne.

Fazit

Das Buch inspiriert beim Ansehen und Lesen. Es ist ein Traum für Fans von Schnitt- und Materialdetails. Ich empfehle es gerne als Pflichtlektüre für Stilberater, weil die Wirkung der Details so konkret beschrieben ist. Ein tolles Glossar rundet das Buch ab.

Das Lesen macht Lust auf Kleider!

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop beim Haupt Verlag (Werbung) in der Schweiz zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag enthält Affiliate-Links.

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15 Gedanken zu „Buchreview: 1000 Kleider

  1. Ich dachte immer, “shift” bezieht sich auf das einfache Reinschlüpfen und Hochziehen eines Kleides. Is aber nur eine Vermutung, kein Modewissen.

    Dieses schöne Modebilderbuch werde ich mir mal genauer anschauen.

    Schönen Montag und eine gute Woche wünscht
    die Bunte

  2. Vor langer Zeit hab ich mal gelernt, dass ein Etuikleid eine taillierte, an den Körper angepasste Form hat, ein Shiftkleid dagegen zwar schmal, aber gerade fällt. Für mich hat ‘Shift’ daher immer etwas mit ‘reinschlüpfen’ zu tun, die Übersetzung läßt einem da ja große Freiheit.
    Einen wunderschönen Montagmorgen
    Elke

    • Und ich dachte, es seien nur deutsche und englische Worte für dasselbe Modell. Wieder was gelernt!

    • Das freut mich. Ist sicher ein ein schöner Wunsch zu Weihnachten, Geburtstag oder einem anderen Anlass, der so einfach konkret zu erfüllen ist.

  3. shift ist im englisch/amerikanischen ein seidenes/kunstseidenes unterkleid. das ja auch keine verschlüsse hat – einfach zum reinschlüpfen. das etuikleid der deutschen spache ist im englischen “sheath dress”.
    ich glaube shiftkleid ist einfach ein relativ neues (taucht erst ca. 90er in büchern auf) “denglisches” wort. lässt sich leichter aussprechen als etui ;-)
    allerdings ist es mir ein rätsel wie man in einem etuikleid arbeiten soll – ausser als sekretärin!!!
    aber vll. ist das 19.jh. – da war ein schlichtes schmales etuikleid sicher eine bessere wahl für die ersten zaghaften emanzipatorischen trippelschrittchen als die überladenen cue de paris roben. allerdings las ich dass der wirkliche knaller für die frühen “working girls” die erfindung der bluse war!
    und so weiter und so fort…..
    xxxxxx

    • Mal wieder klasse, dass das englische Wort im Deutschen nicht das gleiche auf Englisch ist … wie beim Skmoking …
      Selbst als Sekretärin arbeitet man darin besser im Stehen – aber dann sieht man gut aus :) .

  4. Shift bedeutet im Englischen im Zusammenhang mit Kleidung “wechseln” früher war es ja eher noch gang und gäbe das man die Kleidung zu den verschiedenen Tageszeiten wechselte. Das Shiftkleid ist ja auch als eine Uniform zu betrachten.
    Ist Etui auch nicht eher Französisch angelehnt und Shift dann die Englische Version? Mittlerweile gibt es auch das Wort Etui im Englischen, aber im gebrauch wird es wohl weniger häufig sein.
    viele liebe Grüße Miinchen *dieauchnurspekulierenkann*

  5. Hi Ines,

    hört sich lesenswert an. Interessant finde ich auch die Theorie mit dem Säuleneffekt. Ich traue mich ja eigentlich nicht so an Ringel unterhalb der Taille, vielleicht sollte ich auch mal…? Obwohl nein, Säule hört sich irgendwie so an, als wirke man damit größer und das muss ich auch nicht unbedingt haben.

    Lg, Annemarie

    • Ja, der Säuleneffekt verlängert die Gesamtlänge optisch- ist also lieber nichts für Dich. Wenn dann, unten dunkel und oben geringelt bei Dir.

  6. Da hätte ich aber auch Spaß ein bisschen drin zu blättern – ich liebe es ja mich offline durch Printprodukte zu stöbern :) – ich bin eben doch ein altes Mädchen :D

    GLG aus der EDELFABRIK Chrissie

  7. Ich bin sicher in diesem Buch, könnte ich mir so manche Anregung holen. Ich werde es mir im Buchhandel mal anschauen. Interessant, wenn kleine Ringel groß und schlank machen, muss ich so ein Kleid unbedingt haben :-).
    Lieben Gruß
    Sabine

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