Strickjacken, Cardigans & Co – Gastbeitrag

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Tadaaa! Premiere! Der erste Gastbeitrag erscheint in diesem Blog. Bei der Wunschliste hat Beate vom Bahnwärterhäuschen angeboten, auch einen Leserwunsch zu erfüllen. Da es im Off vorab schon die Frage nach Strickjacken gab, habe ich mich gefreut, dass Beate Lust hatte, darüber zu schreiben. Danke Beate, dass Du diesen Gastartikel und Deine Fotos dafür zur Verfügung stellst. Wenn weitere Themenwünsche bestehen, schreibt sie bitte unter meinen Wunschlistenbeitrag.

Strickjackentragefoto - Copyright http://bahnwaerterhaeuschen.blogspot.de/STRICKJACKEN – ein Gastbeitrag von Beate Grigutsch

Caro fragte nach Hinweisen zur Wahl einer Strickjacke … ein weites Feld. Es gibt die Eleganten – meist Teil eines Twinsets – sportliche mit Reißverschluss, Trachtenjanker, handgestrickte im Öko-Look, kleine Boleros, knielange üppige … sogar mit Perlen und Pailletten bestickte für abends. Aus verschiedenen Wollen, Baumwolle, Seide, Leinen und Polyacryl – und Mischungen daraus. Und mit nur einer Strickjacke kommt man sicher nicht übers Jahr!

Strickjackentragefoto - Copyright http://bahnwaerterhaeuschen.blogspot.de/Damit wir es hinter uns haben – die leidige Figurfrage: Schlanke Frauen können jede Strickjacke tragen, auf die sie Lust haben – nichtschlanke auch.* Dass grober Strick und viel Flausch aufträgt, ist jedem klar. Schwarz macht einen schlanken Fuß, aber dieser Effekt wird gemeinhin überschätzt.
* Ich bin ja der Meinung, dass wir keineswegs verpflichtet sind, schlank auszusehen.

Will man ein bisschen mogeln, dann sollte man bei großem Busen, kurzem Hals oder beidem einen tiefen V-Ausschnitt bevorzugen – das streckt. Üppige Draperien, wie sie gerade trend sind, tragen ebenfalls auf. Ist man schlank mit Busen, zieht man eine taillierte Form mit größerem Ausschnitt vor oder lässt die oberen Knöpfe auf.

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Ein großer oder dekorativer Kragen betont ein hübsches Gesicht, betonte Schultern lassen die Taille schlanker wirken. Bei üppigen Hüften sollte der Saum der Jacke nicht gerade auf die breiteste Stelle fallen … und große Drucke in klaren Farben kaschieren – was auch immer.

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Womit wir bei den Farben wären

Ines gibt eine 1A-Farbberatung – und alle, die schon wissen, welche ihnen stehen, wählen bitte diese Töne – egal was gerade in der Zeitung steht. Dann passt die Strickjacke auch ganz selbstverständlich in die übrige Garderobe – vorausgesetzt, die wurde in den richtigen Farben ausgewählt. Neutrale Töne wie Schwarz, Grau, gedecktes Braun, Blau, Grün gehen immer und lassen sich prima kombinieren. Für den Sommer gibt es auch quasi neutrale Pastelle, z.B. Puderrosa, helles Taubenblau und Grau. Oder Beigetöne – das muss nicht nach Rentner aussehen!

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Apropos in die Garderobe passen – man schaue sich die Proportionen der Hosen, Röcke, Blusen und Mäntel, die man schon hat, genau an. Trägt man gemeinhin lose Blusen und Tuniken, ist eine schmalgeschnittene Strickjacke mit engen Ärmeln keine gute Idee. Und nix sieht blöder aus, als wenn die Wasserfall-Strickjacke unten aus dem Kurzmantel rauszippelt. Oder die lange mit Bund den Dirndlrock über den Hüften zusammenquetscht. Auch eine Grobstrickjacke zum Businesskostüm wirkt meist nicht so souverän. Es gibt Frauen, die können all das wegschleppen – aber nur wenige.

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Zur Persönlichkeit sollte die Strickjacke auch passen – da gibt’s nix zu lachen! Mir persönlich z.B. sind verschlusslose Wasserfalljacken mit Zipfelsaum – naja sagen wir mal zu fiddelig. Ich will eine Jacke anziehen und wenn es kalt ist oder die Optik erfordert zumachen – am besten mit Knöpfen. Andere eben fühlen sich erst so richtig wohl, wenn meterweise Strickware sie lose umhüllt …

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Wann welche Strickjacke und warum?

Man stelle sich die Frage: Zu welcher Gelegenheit möchte ich eine Strickjacke tragen?! Daraus ergeben sich dann schon sehr schnell das Material und der Stil. Je förmlicher der Anlass, umso klassisch-eleganter die Strickjacke. Ein feines klassisch geschnittenes Kaschmirjäckchen mit Perlmuttknöpfchen in zurückhaltender Farbe geht statt Blazer in konservativen Environments. Und überall sonst. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen – wertet sogar eine Turnhose auf.

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Eine lose, lange Wasserfalljacke kann sehr elegant wirken – wenn das Material es hergibt – also Kaschmir, Merino, Seide, feines Leinen. In überwältigendem Grobstrick wirkt man zart und zerbrechlich, im Trachtenjanker bodenständig. Kurze, taillierte Jäckchen in hübschen Farben verleihen dem grauesten Kleid Fröhlichkeit. Ein aus Schwanendaunen gestrickter Bolero macht das kleine Schwarze zum großen Auftritt …

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Qualitätsaspekte

Natürlich ist die Materialzusammensetzung elementar – je mehr Poly, umso weniger elegant. Das Material ist zwar fast unzerstörbar, aber es sieht in 98% aller Fälle billig aus und altert schlecht. Und Poly zieht Fusseln an und müffelt schnell und nachhaltig. Billiges Kaschmir sieht auch nicht lange schön aus. Viskose neigt zum Pilling.

Tipp: Die Schulternähte von innen anschauen. Ist da ein Band miteingenäht, dann bleibt die Jacke auch bei häufigem Tragen in Form! Sind die Knopflöcher ordentlich gearbeitet oder fransen sie schon im Laden? Beult die Knopfleiste oder der Reißverschluss? Schöne Knöpfe machen mehr her – zur Not selbst wechseln.

—  Danke, liebe Ines, für Deine Gastfreundschaft! Es hat mir wirklich Spass gemacht, mein sonst sehr brach liegendes Spezialwissen an die Frau zu bringen! —

Was möchtet Ihr noch dazu wissen?

34 Gedanken zu „Strickjacken, Cardigans & Co – Gastbeitrag

  1. Ach wie schön, der Gastbeitrag von Dir, Beate!
    Solche tollen Fotos von Strickjacken aller Art. Du bist wirklich die Fachfrau dafür.
    Die Italienerinnen tragen ja auch gern ein Strickjäckchen – die jungen auch, aber besonders die alten. Und sie tragen es immer mit Grandezza.
    So wie Du!
    Danke für den feinen Artikel an Dich und Ines!
    Das war ein guter Wochenanfang…
    LG Sieglinde

  2. Ein toller Beitrag, Beate :-). Ich habe gerade gelernt, dass ich in meinen geliebten Wollmonstern zerbrechlich wirke – und vermutlich auch wirken will. Wobei zerbrechlich so ziemlich das letzte ist, was mir bei mir selbst einfällt – hoch lebe die Kunst der Täuschung 😉
    Deine Strickjacken-Outfits, die so ganz weit weg sind vom Mainstream-Cardigan, gefallen mir unheimlich gut. Das liebste ist mir das mit dem roten Kleid und der Trachtenstrickjacke. Das ist einfach toll und toll und toll.
    Liebe Grüße
    Fran

  3. So schöne Fotos und wirklich sehr hübsche Strickjacken.
    Ein sehr interessanter Beitrag war das. Beim nächsten Kauf werde ich genauer hinsehen können.
    Wie kann eine Frau nur so viele – so schöne – Strickjacken besitzen….?

    • dankeschön!
      …und das sind noch nicht mal alle! die andere hälfte wurde einfach nie fotografiert – sie sind allerdings auch über einen zeitraum von ca. 20 jahren gesammelt – soviel zu zeitloser mode 🙂
      xxx

  4. Ich habe in der Tat noch nie bewusst über meine Strickjacken nach gedacht . Zu meist brauche ich welche weil mir kalt ist . Und das mit der Qualität … naja frühere Fehlkäufe helfen mir in der Zukunft selbige zu vermeiden 😉
    Klasse Bilder übrigens :))
    LG Heidi

  5. Oh Beate, was für wundervolle Outfits! Darf ich eine Favoritenliste erstellen? Ich mach’s einfach…
    1. Rosa in Straßenbahn
    2. Folklore vor Zinkwanne
    3. Blumen unter Blumen
    Ich bewundre dein Händchen für Schräges, das steht dir perfekt!
    Und danke für den Beitrag – mein Credo – ohne Strickjacke(n) bin ich nur eine halbe Frau! Mein nächstes Projekt wird eine aus gotländischer Schafwolle.
    Wenn sie wärmen soll, ist mir gänzlich wurscht, ob sie aufträgt!
    Viele Grüße
    Susanne

    • recht so! wohlfühlen ist das wichtigste!! 🙂
      gotländische schafwolle klingt herrlich!! ich bewundere alle die stricken können! xxx

  6. was für ein schöner Beitrag. Und alles so tolle Strickjacken denen man die Qualität auch ansieht. Danke dafür. Ähm… ich brauch noch eine gute Strickjacke. Aber eine aus gutem Material.Das wird mir grade bewußt.
    Liebe Grüße Tina

    • Das Material ist wirklich wichtig. Der Schnitt ist zur Not änderbar, das Material ist. Das ist wie die Lage bei Immobilien 😉 .

  7. ach wie schön, beate hier zu sehen und zu lesen. danke du liebe, für die offenlegung deines brachliegenden strickjackenwissens. ich sehe meine gleich mit anderen augen an und denke für die kurzen über neuen röcke nach…oder über ein feines kleidchen…tolle fotos, tolle kombis. das mag ich so bei dir!
    lg ♥
    bärbel

    • In Röcken sehen wir Dich selten, oder? Wenn habe ich Dich eher im Kleid vor Augen. Liegt vielleicht an Deiner Fahrradtour zur Arbeit? Auf alle Fälle kann ich mir eine kurze, edle Strickjacke auch zu Rock und Bluse bei Dir schön klassisch vorstellen.

  8. Liebe Beate,
    danke für diesen tollen Beitrag. Gerade bei der Qualität gibt es himmelweite Unterschiede. Aber jetzt weiß ich, worauf ich genau achten muss. Mit der richtigen Farbauswahl bin ich total bei dir. Das gilt aber nicht nur für Strickjacken. Mir gefällt übrigens deine Kombination mit dem bunten Rock und dem Janker auch besonders gut.

    LG Sabine

  9. Ich danke sehr für die vielen Tipps. Schnittführung, Materialzusammensetzung und für welchen Anlass. Das sind die Punkte, die ich beim nächsten Einkauf beherzigen werde. Ich habe auch gerade mal meine Strickjacken begutachtet. Bei keiner Strickjacke ist ein Bändchen in den Schulternähten eingenäht, auch bei den qualitativ hochwertigen leider nicht. Zumindest konnte ich kein Bändchen entdecken. Sehr beeindruckt bin ich von der Blumenstrickjacke zu Blumenbluse und Blumenrock – das bekäme ich so stimmig nicht hin. LG

    • Freut mich, dass Du mit den Tipps etwas anfangen kannst. wenn kein Bändchen eingenäht ist, sollte zumindest die Naht so verstärkt sein, dass sie sich nicht verziehen kann.

  10. Na das nenne ich ja mal wieder eine umfassende, detaillierte und trotzdem kurzweilige “Abhandlung”. Ich grage gerne Strickjacken. Am liebsten, Saum, Knopf und taschenlose. Ich trage sie auch meistens offen. Sind si zu lang für eine Jacke lege ich sie wie eine Wickeljacke vorn übereinandern und stecke die Ecken in den Hosenbund. Hält den Bauch warm, flach und unten hängt nix raus.
    Meine Strickjacken sind meist glatt, lang und in dunkleren Basisfarben, die mit meinen Hosen zusammenpassen. Könnte man als so eine Art Arbeitsuniform bezeichnen. Fast unendlich kombinierbar und für mich morgens (selbst bild- und tonlos) machbar. LG Sunny

    • Lustig, ich mag es am liebsten ohne Saum (zumindest ohne wirkliches Bündchen, offen muss der Saum nicht sein, darf er aber), mit 2-Wege-Reißverschluss oder ohne (Knöpfe sind O.K., aber nicht meine Lieblinge, weil die Knopflöcher sich so leicht ausdehnen) und mit Taschen 🙂
      Dann kauf ich einfach die, die Du im Laden lässt, den bei den Farben (außer bei Taupe) liegen wir ja genauso auseinander 🙂

      Als Arbeitsuniform finde ich das für Deinen Job perfekt!

  11. Liebe Beate, liebe Ines, ihr beide habt hier einen 1A Beitrag präsentiert wie ich es von Euch auch nicht anders erwartet hätte. Und Beate weiß ja, wie gern ich Fotos von ihr anschaue. Vor allem die langem mit dem Gürtel mag ich , aber auch alle anderen. Du kennst dich aus und bist Fachfrau, das zeigen die Bilder und dein Text. Bei mir ist das so eine Sache mit der Länge leider, aber du hast daraus ein supercooles Outfit fabriziert!!! Liebe Grüße Sabina | Oceanblue Style

    • Danke. Was ist so eine Sache mit der Länge bei Dir? Magst Du keine langen Strickjacken tragen? Oder ist das Kombinieren das Problem? Ich kann mir vorstellen, dass lange Strickjacken Dich einfach ein bisschen arg strecken, so dass Du zu zierlich darin wirkst. Da hilft dann vielleicht eines von Frans “Wollmonstern”, das den Effekt dann betont.

  12. Hallo Beate und Ines,
    toller Beitrag mit ‘ner Menge toller Infos und unterschiedlicher Fotos! Diese Kombination ist überhaupt die beste! 🙂

    Interessant fand ich auch den kleinen Absatz zu den Materialien am Ende – darüber wüsste ich gern mehr! Billiges Kaschmir sieht nicht lange schön aus? Aber weiß ich, ob jemand sein Kaschmirteil nur teuer verkaufen möchte oder ob wirklich kein gutes Material eingesetzt wurde???
    Und Viskose neigt zum Pilling? Wusste ich ebenfalls nicht. Neigt nicht so ziemlich alles zum Pilling? Bei mir schon … :-/

    Nicht disskussionslos unterschreiben möchte ich nur den Teil mit “in überwältigendem Grobstrick wirkt man zart und zerbrechlich”. Ähm … – also, ich nicht. 🙂 Ich würde sagen, ich wirke darin entweder schlecht gekleidet oder mindestens 5 kg schwerer. Du schriebst doch an anderer Stelle auch, dass es aufträgt … – oder wie jetzt?

    LG
    Gunda

    • dann war die jacke nicht gross und grob genug! 🙂
      im ernst – eigentlich kann man nichts pauschalisieren – es kommt nämlich immer und hauptsächlich auf die attitüde der trägerin an. dh. wie sie sich selbst sieht – hadert sie mit ihrer figur wird sie sich in fast allem dick fühlen…..
      ausserdem wurde in den letzten jahren in unsere köpfe gebrannt dass man nur in hautengen sachen schön (=schlank. leider) aussieht – warum auch immer – wahrscheinlich um die umsätze der diät-industrie anzukurbeln. dagegen denke ich das ein aus einem voluminösen kleidungsstück ragendes bein oder unterarm viel zarter wirkt – was den betrachter entsprechende rückschlüsse auf den rest ziehen lässt.
      das mit dem material bräuchte eigentlich anschauungsunterricht. man kann es fühlen mit den händen und sehen – und zwar ob die wolle aus gleichmässig langen einzelfasern gesponnen oder ob nur der kurze “abfall” verwendet wurde. bei kurzen einzelfasern (kurzstapelig) geht das (dadurch instabile) garn und somit das kleidungssück eher kaputt – und pillt auch gern. gilt auch für baumwolle und seide.
      im prinzip – je glatter das garn wirkt umso langstapeliger ist es meist. leider rüsten hersteller heutzutage ihre wollsachen gern mit silikon aus um qualität vorzutäuschen. nach dem dritten waschen ist diese schicht meist weg und dann setzt der verschleiss schnell ein – und das teil läuft auch gern mächtig ein.
      ich hoffe ich habe dich nicht zusehr demoralisiert 🙂
      xxxx

    • Den Teil mit Grobstrick und zerbrechlich würde ich auch auf eine schlanke Person beziehen. Du hast schon richtig verstanden, dass Grobstick aufträgt. Um Dich mit Deinem Busen darin zierlich wirken zu lassen, braucht es wirklich viel drumherum. Der Wollberg muss dann so groß sein, dass Du darin versinkst, sozusagen. Sogar ich hatte mal so eine Jacke, bei der das klappte. Die habe ich aber nicht mehr. Das Teil mit dem Spitznamen Schaf kratze leider. Ich würde für Dich eher glatte Stoffe auswählen obenherum.

    • Das Foto im Blütenmeer finde ich auch so schön! Liebe Grüße von Genießer an Dich und Deine Miezen!

    • dankeschön liebe traude!!
      das blütenmeer ist ein jasmingebüsch auf dem lido von venedig – als wir unseren badeausflug machten…..
      xxxx

  13. Interessante Ansichten verschiedener Strickjacken! Du kannst als spezieller Typ Deine hier vorgestellten Jacken tragen, liebe Beate, für mich wären die meisten Teile eher nichts. Wenn, würde ich für mich noch die helle Trachtenjacke mit dem Zopfmuster am Rücken oder die kurze zartrosafarbene (wie es sich mir am Bildschirm darstellt) von ganz unten am tragbarsten halten. Jacken müssen für mich auch in jedem Fall Knöpfe haben. Bunte Strickjacken mag ich gar nicht, besitze allerdings eine dunkel-“bunte” – doch das ist DIE ganz große Ausnahme, da ich dazu einen besonderen Bezug habe. An sich trage ich aber gar keine Strickjacken sondern Outdoorpullis, die wie Jacken sind — mit Reißverschluß. Da ich es praktisch liebe und es schnell gehen muß und sie pflegeleicht sein sollen, auch beim Waschen. Früher hatte ich auch mal eine lange Strickjacke wie die mit dem Gürtel, habe dann aber festgestellt, daß mir das untenherum “zu viel” Strick ist. Ich kann nur kurz, bis Hüftlänge brauchen. Twinsets habe ich auch kaum getragen. Sehe den Sinn darin auch nicht.
    Die Farbberatung ist schon eine schöne Sache, doch ich habe oft den Eindruck, daß z.B. helles Blau eher (echten!) Blondinen steht. Selbst wenn der Hautton stimmt. Mit wenigen Ausnahmen auch Dunkelhaarigen. Ich besitze zwar auch einen heller blauen Outdoorpullover, aber so wirklich ist das meine Farbe nicht, auch wenn ich ihn vom Farbschema her durchaus tragen kann.

    Das mit der Persönlichkeit sehe ich auch so. Und diese verschlusslosen Jacken sind auch – wie schon gesagt – so gar nicht mein Fall, all dieses sinnfreie Gebaumele rundherum, das mich nur in der Bewegungsfreiheit einschränken bzw. massiv stören würde. Meine Sachen müssen sich auch zum Autofahren eignen. Ich mag es nicht, mich extra noch dafür immer lange umziehen zu müssen. Es muß ganz schnell rein und raus gehen. 😉
    Bei Kaschmir habe ich mich übrigens sowieso oft schon gefragt, wie man sowas billig verkaufen kann??? Habe zwar nicht so die fachliche Ahnung, aber es ist vorstellbar, daß da Einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.

    Es gibt allerdings auch Funktionsstoffe, die kaum pillen, auch nicht mehr als Wolle. Bei Viskose habe ich noch überhaupt keinen Pillingeffekt feststellen können. Man kann sie aber nicht so gut in der Waschmaschine waschen, da gerät manches Teil leicht aus der Form bzw. läuft ein, selbst bei kühleren Temperaturen. Und es muß mindestens 400 Schleuder-Umdrehungen bei mir aushalten, denn ganz nass kann ich bei uns kaum etwas aufhängen bei unseren Böden. Und draußen gehts auch nicht ohne Überdachung.
    Mit einer Ausnahme, fällt mir gerade ein – bei Stretchhosen in Viscose-Mischung habe ich schon gehabt, daß irgendwann winzigkleine Faserchen abstehen. Doch warum und wieso??? Sie wurden nicht zu warm gewaschen und nur minimal bei 400 Upm geschleudert. Kann evt. sogar am Waschpulver liegen, wurde mir in einem Geschäft gesagt …. der eigentliche Grund würde mich schon auch noch interessieren!

    Da werde ich doch gleich mal schauen, ob in meiner teuren Merino-Strickjacke das Bändchen eingenäht ist …. ist es nicht …aber die sitzt wirklich sehr schön. Wobei ich sie nur selten trage, da das ein besonderes Teil ist, da will ich lange was von haben für seltene, besondere Gelegenheiten.

    Mit Knopflöchern hatte ich übrigens bei “guten” Strickjacken noch nie Probleme. Reißverschlüsse mag ich nur an Outdoor-Sachen, an wertigen Strickjacken aus Wolle, Kaschmir o.ä. gefallen sie mir nicht. Und ich finde auch, Grobstrick läßt die meisten eher fülliger aussehen – aber eine superschlanke 1,80 Frau kann darin vielleicht “zerbrechlich” wirken ….

    Die hautnahen Teile finde ich übrigens tatsächlich oft schlanker machend, es kommt natürlich auch da auf den Schnitt an. Auf die Modeindustrie habe ich persönlich noch nie gehört oder etwas gegeben sondern trage schon immer das, was mir gefällt und für mich praktisch ist auch ganz gegen den Mainstream. – An die Outdoorsachen kam ich übrigens durch meine Sohnemänner, die als Pfadfinder solche Sachen praktischkeitshalber trugen, denn zunächst hatte ich auch Bedenken, die sich dann aber verflüchtigten, als ich das ausprobierte. Die spezielle Membran sorgt dafür, daß alles gut belüftet ist und nichts müffelt wie bei anderer Synthetic, es hält schön warm und trocknet schnell, sollte mal etwas feucht werden.

    Auch hier wieder interessant die verschiedenen Ansichten und Bedürfnisse. 🙂 Und auch die Materialkunde z.B. was Wollgarn mit Silikon ausgerüstet betrifft. Ähnliches habe ich schon vermutet, weil manche Wollsachen “unnatürlich” wirken. 😉 Ist ja im Grunde Betrug! Zumindest wenn es nicht deklariert wird!!!

    Liebe Grüße
    Sara

    • Danke für Deinen ausführlichen Kommentar! Ich freue mich immer sehr darüber, denn es zeigt, wie intensiv Du Dich damit beschäftigst. Und das bringt der Bloggerin eine Form der Wertschätzung entgegebn, über die ich mich freue.

      Zu Hellblau: An dunkelhaarigen Wintertypen mit heller Haut und klaren hellblauen Augen sieht ein ganz helles Eisblau oft klasse aus. Ansonsten passt es wirklich gut zu hellen Typen – entweder in kühl (Himmelblau) oder in warm (Babybleu).

    • Danke auch Dir, liebe Ines. Ich lese hier oft mit großem Interesse, auch wenn ich nicht immer kommentiere.
      Und stimmt – das entspricht auch meinem Empfinden. Ich habe eher einen dunkleren Teint und eine gesunde Hautfarbe, daher paßt zu mir auch sehr gut Schwarz, in dem andere leidend aussehen würden. 😉

      Liebe Grüße und einen schönen 3. Advent
      Sara

  14. Fiddelig, ist ein interessantes Wort und hab ich noch nie gehört. Vermutlich verdrängt weil ich diese Dinger recht gern mag 😀
    Verpflichtend finde ich übrigens nur, dass man sich bestmöglich in seinen eigenen Kleidern fühlt. Das bewirkt bei mir oft eine ganz dicke Strickjacke.
    Du hast wunderbare Fotos zusammengestellt für dein Gastbeitrag Beate. Ich gucke und freue und staune und ziehe den virtuellen Hut.
    Liebe Grüße Ela

  15. Hi Ines,

    eine schöner Gastbeitrag. Die Beate hat einen tollen, ganz eigenen Stil, so 50s-mäßig und sehr feminin, klasse!

    Lg, Annemarie

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