Ist der Hosenanzug tot?

Modejahr 2016 - Eine Blogaktion bei www.meyrose.de #modejahr2016Im Februar zeigen Bloggerinen zum #modejahr2016 Job-Outfits aus dem wahren Leben. Ich schreibe diesen Artikel am 27. Februar und bisher ist nicht ein Hosenanzug in der Galerie. Da stellt sich mir die Frage: Ist der Hosenanzug für Frauen ein Auslaufmodell?

Mein Eindruck ist schon seit einigen Jahren, dass die klassische Business-Garderobe immer lockerer wird. Früher war ein männlicher Angestellter im Büro ohne Krawatte undenkbar, heute gehen sogar Unternehmensberater ohne Krawatte zum Kunden.

Frauen trugen bis vor ein paar Jahren im Büro zu offiziellen Anlässen Kostüme oder Hosenanzüge (mit Blusen, nicht T-Shirts!) und heute gilt eine Kombination schon als förmlich. Unter dem Blazer sieht Blusenshirts oder T-Shirts – kaum mehr eine Bluse im Hemdenschnitt. Eine schicke Bluse ersetzt den Blazer. Selbst Bankmitarbeiterinnen sind in der Filiale inzwischen informeller gekleidet. Man sieht Stiefel mit Wintersohle, Cordröcke, Rollkragenpullover, im Sommer T-Shirts – noch in den 2000ern undenkbar. Dunkle Jeans ersetzen immer mehr Tuchhosen. Einen wirklich schicken Hosenanzug zu finden, ist aktuell die größte Herausforderung beim Einkauf von Damenoberbekleidung.

Haben Kleider Anzüge verdrängt?

Ines Meyrose #fotd 20160226 mit orangem KleidKleider sind wieder sehr modern, d.h. es gibt sie überhaupt zu kaufen. Vor ein paar Jahren war es fast unmöglich, schöne Kleider zu finden. Frauen sind in Kleidern auch zu geschäftlichen Terminen oft schöner angezogen als im Hosenanzug, weil ein Kleid ein feminines Kleidungsstück ist, das die Vorzüge einer Frau betont. Ich liebe mein neues Winterkleid – siehe Selfie von Freitag.

Hosenanzüge sind für Männer gemacht

Das Problem bei den meisten Hosenanzügen ist, dass sie bei Frauen mit androgyner Figur klasse aussehen und bei Frauen mit weiblichen Rundungen nicht. Wenn ich Busen, Taille, Hüften und Po habe, sehe ich in einem kurzen Blazer – so ich ihn denn überhaupt geschlossen bekomme – sehr rund aus und Po und Hüften stehen im Fokus. Möchte ich das? Nein. In einem langen Blazer verschwindet dann schnell alles so, dass die Vorzüge gleich mit unter gehen. Wenn ich alternativ ein Kostüm wähle, ist ein Rock erheblich figurfreundlicher dazu. Das könnt Ihr beispielsweise bei Miss Kittenheel immer wieder sehen.

Gilt nicht für alle

Natürlich ist die Auswahl der in der Collage gezeigten Looks nicht repräsentativ. Es ist keine Vorstandsvorsitzende unter den Teilnehmerinnen, keine Versicherungsmaklerin, keine Chefsekretärin einer Bank. Aber es sind alles Frauen, die Jobs haben, mit denen sie sich oder ihre Familie ernähren. Jobs aus dem wahren Leben und die Looks dazu. Zu genau diesen Jobs aus der wahren Welt wären Modestrecken in Zeitschriften viel spannender zu sehen, als der immer wieder neue Business-Look mit High Heels und mehr oder minder förmlicher Garderobe.

Ein Look für viele Fälle

Ines Meyrose #ootd 20150909 mit Marinelook - rock und Shirt Amor LuxAnsonsten ist mir einfach wichtig, dass ich meine Kleidung für möglichst verschiedene Anlässe tragen kann, damit ich nicht so viele Sachen brauche. Den Look aus dem Header trage ich am Strand und werde ihn im Sommer auch in Seminaren als Trainerin tragen. Nur mit anderen Schuhen …

Ich bin für mehr Realität in Modezeitschriften. Wer noch?

41 Gedanken zu „Ist der Hosenanzug tot?

  1. Hallo Ines, er ist nicht tot aber auch nicht mehr “The one and only”. Und es gibt inzwischen jede Menge gute Alternativen. In einem gut sitzenden Hosenanzug fühle ich mich durchaus wohl. Aber ich trage ihn selten. Das liegt aber nicht am Hosenanzug sondern an Veränderungen in meinem Leben.
    Ich habe nie in einer Firma gearbeitet, in der es eine sehr strenge Kleiderordnung gab. Trotzdem hat mich die “Rüstung” eines Hosenanzugs durch wichtige Termine begleitet. Aber ich war stets froh, wählen zu können und das im Büro tragen zu dürfen, was mir gefällt.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Als Rüstung habe ich einen Hosenanzug früher auch oft positiv empfunden, als ich in der Schifffahrtsbranche noch unter so vielen Männern unterwegs war.

  2. Oh ja, zu Jobs aus dem “richtigen” Leben in einer Zeitschrift eine Modestrecke zu sehen – das wäre mal was 🙂 Der einzige Hosenanzug, den ich besaß, war der, den ich statt Kleid zum Abiball 1984 trug.. Den hat meine Mutter damals selbst geschneidert und ich habe ihn geliebt. Im Kostüm ins Büro bin ich genau einmal, nämlich beim Vorstellungsgespräch für meinen ersten Job als Redakteurin in Hamburg. Der Chefredakteur trug ein uraltes T-Shirt und eine kaputte Jeans. Ich kam mir sowas von overdressed vor…. und habe den Job trotzdem bekommen 🙂
    Liebe Grüße
    Fran

    • Hamburger Journalisten und Kleidung ist so eine Sache … ich weiß, was Du meinst 🙂 .Ein Hosenanzug zum Abiball war dann wahrscheinlich eher ein Abendanzug? Schöne ungewöhnliche Idee für die Zeit.

  3. Die Varianten sind vielfältiger geworden bei Business-Kleidung, so wie ja auch die Arbeitsstellen vielfältiger geworden sind. Vor gut 25 Jahren gabs noch keine “Neue Medien” und damit auch nicht die ganzen damit verbundenen Firmen und Start-Ups. Allein dadurch hat sich viel verändert und dem Hosenanzug oft keine Chance mehr gelassen.
    Im Kundenkontakt in vielen Branchen und quasi als “Rüstung” wie Andrea schreibt, sehe ich aber nachwievor seine Bedeutung.
    Einen schönen Sonntag – ganz ohne Hosenanzug und im Freizeitmodus – wünsche ich Dir, Sieglinde

    • Mit den “Neuen Medien” triffst Du vermutlich genau den Punkt, der auch für mich die Veränderung ins Rollen gebracht hat. Meinen letzten Hosenazug habe ich 2006 gekauft und 2007 zur Abschlussprüfung das letzte Mal als Anzug getragen. Den Blazer hatte ich danach noch oft an, die Hose nie wieder.

  4. ich! mehr realität – und diese mit mehr phantasie präsentiert – schliesslich sollen die zeitschriften ja inspirieren. 1. hälfte der 90er waren die elle und die marie claire da ganz gut drin.
    jetzt werden modenschaubesucherinnen abgelichtet statt aufwendiger, künstlerischer fotostrecken. und man sieht den damen an dass sie, ausser auf der modewoche, sonst auch nur jeans und pulli tragen :-))))
    dass du dein kleid so gern trägst ist der schönste lohn für mich! echt!
    übrigens habe ich auch mal einen hosenanzug besessen – selbstgenäht natürlich. aus babyrosa breitcord – 1994! war aber ziemlich glam-rock statt business-look 🙂
    mittlerweile würde ich mir auch eher ein kostüm oder kleid schneidern – ganz so knabenhaft wie mit mitte 20 ist das fahrgestell nämlich nichtmehr….
    mit deiner analyse der vor- und nachteile haste nämlich voll und ganz recht!!!
    xxxxxxx

    • Die Marie Claire habe ich zu Beginn der 90er auch gerne gelesen. Die Elle auch in den 2000ern durchaus auch noch. Das die Besucherinnen der Modewochen mehr fotografiert werden als die neue Mode und die Designer finde ich eine Ohrfeige für die Designer und eine Persiflage der Veranstaltungen. Seit wann sind die Gäste wichtiger als die Bühnendarsteller?

  5. Deine Beobachtung, dass der klassische Hosenanzug auf dem Rückzug ist, teile ich. Ich finde es ist auch schon sehr schwer eine geeignete Tuchhose in einer anderen Farbe als schwarz, grau oder dunkelblau zu entdecken. Diese fristen in den Geschäften eine Nischendasein. Möchte man eine gut sitzende Tuchhose in einer anderen Farbe, dann ist sehr langes Suchen angesagt. Oder man geht zur Schneiderin seines Vertrauens. In Modezeitschriften blättere ich in der Zwischenzeit äußerst selten, weil das aus meiner Sicht immer weniger mit der Realität zu tun hat. Deshalb lese ich so gerne Blogs. Da sehe ich Frauen mit einer ganz normalen Figur. Liebe Grüße!

    • Da sprichst Du ein Einkaufsthema an, was ich auch sehr schwierig finde: Eine gute Tuchhose ist im normalen Laden kaum zu bekommen. Erst Recht, wenn man nicht 50% Plastik haben möchte. Maßkonfektionär Dolzer hat eine tolle Stoffauswahl zu ordentlichen Preisen. Der ist eine echte Alternative zum Kauf von der Stange. Eine schöne dunkelbraune Tuchhose habe ich seit Jahren nicht im Laden gesehen.

  6. Toller Beitrag zum Thema Business Look! Stimme mit allem überein. Generell trage ich viel lieber Blazer in Kombination mit Kleid oder Rock 🙂

    Schönen Sonntag zu dir, liebe Grüße!

  7. Meinst du wirklich? Gut, ich hab meine letzten anzüge und Kostüme auch vor mindestens 5 jahren weg gegeben. Aber 2 der Jacken besitze ich noch. Und ein kostüm, wo ich meist nur die jacke trage.
    Oder ist es nur ne Phase? Wir gucken grade die ersten Folgen Akte X von 93. Daina sieht herrlich aus mit ihren Schulterpolster und weiten Hosen. Lg

    • Siehst Du? Du hattest sie auch und hast sie nicht mehr. Ich hatte 20 Jahre immer mindestens einen Hosenanzug im Schrank – und habe ihn auch immer wieder getragen. Den letzten habe ich 2007 als Anzug getragen, danach noch den Blazer davon öfter mal und vor ca. 2-3 Jahren in die Kleidersammlung gegeben, weil er nicht mehr passte (das tat er schon lange nicht mehr, aber ich wollte ihn nicht vorschnell weggeben und er würde jetzt auch nicht wieder passen, weil die Hose jetzt zu groß wäre).

      Genau das meine ich: Die Blazer werden getragen. Der Blazer lebt lebendig, frisch und froh weiter. Aber der ganze Anzug – und auch das ganze Kostüm – ist eben nicht mehr wirklich viel zu sehen (außer im Bankenviertel vielleicht).

      Ist es eine Phase? Vielleicht. Ich bin da auch gespannt.

  8. *hm* interessanter gedanke – habe ich so noch nie gesehen. kleid oder hosenanzug sind doch total unterschiedliche dinge. bei mir im schrank leben beide gattungen in friedlicher koexistenz glücklich nebeneinander.

    von TOT kann keine rede sein. es sind mindestens 5 da, aber keine für den job. dafür sind die meisten etwas zu geflippt – das sind bei mir abendoutfits.

    deshalb war ich auch mit ihnen nicht in deinem business-monat dabei (und weil meine schönsten bilder von fotografen sind und wir da vielleicht ein © problem hätten.) ich finde mich darin eigentlich immer sehr chic und auch weiblich genug 😉 es gibt doch genug spielraum für verschmückungen: haare, lippen, nägel und accessoires wie tücher, schuhe, taschen, die den look weiblich machen.

    also danke für die anregung, mal wieder etwas aus dem schrank zu holen…

    liebe grüße
    bärbel ☼

    zu rock und blazer, die ich in deiner collage trug, gehört übrigens auch noch eine hose.

    • Einen Abendanzug sehe ich durchaus weiter lebend – da sprechen Deine Gedanken nicht so weit von meinen entfernt. Denn auch Du trägst tagsüber keinen Anzug für Geschäftstermine, obwohl Du Blazer trägst. Ein Abendanzug ist aber natürlich auch ein Hosenanzug. Hätte ich besser “ist der Business-Hosenanzug tot” getitelt?

      Wobei man in Hamburg in der Oper zum Beispiel vor 10 Jahren auch noch viele Zuschauer in klassischen Hosenanzügen aus der Büroecke sah und das jetzt auch anders ist – weil die Damen die Anzüge eben gar nicht mehr besitzen oder keine Lust aufs Tragen haben.

      Meine Mutter hatte mal einen olivfarbenen Seidenanzug als Abendgarderobe. Der war ein Traum.

  9. 🙂 Ich habe nur 1 x einen Hosenanzug gekauft. Der war zwar sehr schön, aber mehr brauchte ich nicht. Ich trage gern dunkle Stoffhosen mit bunten Blazern dazu. In der grauen Arbeitswelt brauche ich so etwas. Oder Twinsets mit schönen Tüchern. Das geht heute problemlos im Job durch.

    Ja, ich finde auch, dass Modezeitschriften realistischer werden sollten!

    Schönen Sonntag und herzliche Grüße 🙂

    • Bunte Blazer und Twinsets sehen auch gleich viel fröhlicher aus als ein ganzer Anzug. Das bringt Leben in die graue Arbeitswelt!

  10. Ich mache mit. Wir können ja unsere eigene Zeitschrift gründen 🙂
    Sehe das ähnlich. Ein klassischer Hosenanzug würde mir zwar stehen, ist mir persönlich aber zu förmlich. Hinzu kommt, dass die Größen meistens nicht miteinander harmonieren. Jacken brauche ich oft größer als Hosen.

    Außerdem mag ich lieber eine schlichte nicht verwaschene Jeans mit einem Blazer, meinetwegen auch eine Bluse dazu, besser ein Shirt.Kleider sind auch nicht so meins. Kostüme schon gar nicht.

    Liebe Grüße Sabine

    • Genau, wir machen unsere eigene Zeitschrift! Genau genommen machen wir als Bloggerinnen hier ganz genau das: Wir zeigen, was wir gut finden, und schreiben, was wir haben möchten. Dabei bleiben wir!

  11. Vielleicht ist es als kleines Zeichen zu sehen, wenn Gäste wichtiger als die Bühnendarsteller auf einer Modewoche sind. Es erinnert mich gerade ein wenig an meinen Chef aus Münchner Mode-Einzelhandels-Zeiten, der beim ordern einen Designer-Mantel an mir sehen wollte (sein O-Ton damals: ich will die Sachen an einer ganz normalen Frau sehen). Recht hat und hatte er!
    Nur her mit der Realität und den verschiedenen Körperformen in Modezeitschriften und auch auf Laufstegen. Der Endverbraucher wird es danken.

  12. Hallo liebe Ines,

    ich besitze auch einen Hosenanzug. Den ziehe ich allerdings nur an, wenn ich meinen Mann zu Tagungen begleite. Bei diesen Tagungen tragen die Herren grundsätzlich Anzug mit Krawatte und die meisten Damen Hosenanzug mit Bluse/Shirt oder Kostüm.
    Mein Mann würde niemals ohne Krawatte zum Kunden fahren, da ist er ziemlich altmodisch. Aber ich mag das auch so und wenn mir ein Berater ohne Krawatte im Casual-Look gegenüber sitzt, finde ich das irgendwie befremdlich. Wahrscheinlich bin ich etwas altmodisch ;).

    Viele liebe Grüße
    Sabine

    • Ohne Krawatte muss ja nicht Casual Look heißen – es geht ja auch ein Anzug mit Businesshemd ohne Krawatte. Den Anblick finde ich durchaus sehr schön. Du möchtest vermutlich nicht schreiben, welche Branche es ist – sonst hättest Du es wohl getan. Darf ich raten? Steuerberater? Rechtsanwalt? Das sind die beiden Branchen, bei denen ich auch bei meinen Kunden noch komplette Anzüge sehe und auch bei Frauen Anzüge und Kostüme. Vielleicht auch noch bei ein paar Ärzten – abhängig vom Fachgebiet.

      Dass Du Dich die dem (u.a. unausgesprochenen) Dresscode als Begleiterin anpasst, finde ich absolut angemessen. Du bist da ja nicht, um aufzufallen. Trägst Du den Anzug dann dort gerne und fühlst Dich gut darin oder würdest Du eigentlich lieber etwas anderes tragen, wenn der Dresscode das erlauben würde? Ich habe früher meine Anzüge durchaus ganz gerne getragen, wenn sie gut saßen.

    • Liebe Ines,

      mein Mann ist Finanzberater von Beruf. Er fühlt sich ohne Krawatte irgendwie nackt 😉 .

      Bei den Tagungen ziehe ich sehr gerne meinen Hosenanzug an und fühle mich dann auch ziemlich business. Für mich ist das schon etwas Besonderes, da ich sonst keine Gelegenheit habe, so etwas zu tragen. Bei mir im Amt wäre ich mit Hosenanzug so was von overdressed! Einen Hosenanzug tragen hier höchstens die Richterinnen.

      Viele liebe Grüße
      Sabine

  13. Ich mußte gerade mal nachrechnen, wie lange ich schon keinen Hosenanzug mehr trage. Seit 2010 wahrscheinlich. Früher hatte ich einen in dunkleren Farben, gerne in Tweed oder Fischgrat, für den Winter und einen in einer hellen Farbe (beige oder hellgrau) für den Sommer. Getragen hab ich sie selten, allenfalls mal auf einer Messe oder wenn ich zu einer Veranstaltung gegangen bin. Einen zu haben war aber unabdingbar, für alle Fälle. Auch zu Vorstellungsgesprächen trug ich meistens Hosenanzug und Bluse.
    Eine femininere Variante des Hosenanzugs in sonnenblumengelb und in hellblau hatte ich Mitte der 80er. Die Hosen waren weit und 7/8. Die Jacken relativ kurz. So einen Anzug würde ich wieder tragen, könnte ich mir vorstellen. Im Job reicht Stoffhose und Lederjacke oder Jeans und Blazer.
    Vielleicht ersinnt aber auch mal ein Designer einen Hosenanzug, der weibliche Vorzüge hat, dann wäre das eine gute Alternative. Ich könnte mir was mit Kniebundhose oder mit Tropenärmeln vorstellen.
    Lieben Gruß
    Sabine

    • Sonnenblumengelb und hellblau hatte ich mal als Blazer zu einem Kleid. Das habe ich beides geliebt – solo und zusammen! So einen Anzug würde ich auch anziehen.

  14. Hallo Ines, ich finde Hosenanzüge sehr sehr schön und ich hätte sogar gern einen. Aber da hab ich die Erfahrung gemacht, dass ein hochwertiger mit gutem Sitz durchaus teurer werden kann. Daher bin ich noch Anzuglos.
    Liebe Grüße Ela

    • Hochwertiger Stoff und guter Sitz wird auf alle Fälle teuer. Wenn Du dann sicher bist, dass es der Richtige ist und Du Trageanlässe dafür hast, kann die Modemathematik schnell aufgehen, denn dann hast Du lange Freude dran. Von schlechtem Material oder Sitz würde ich lieber weiter die Finger lassen, denn dann wirst Du das Ding nicht wirklich tragen und dann ist jeder Cent zu viel dafür.

    • Ein weiteres Problem ist tatsächlich, dass mir auch eher die Anlässe fehlen. Ich wäre bei unseren Meetings grenzenlos overdressed in so einem teureren Hosenanzug.

  15. Danke für den Link. Ich habe seitdem Ende meines Studiums maximal nur noch Blazer und Rock, meist Zweiteiler oder Blazer und Kleid oder nur Kleider zu Vorstellungsgesprächen, wichtigen Terminen und ähnlichen Anlässen getragen. Im Wahlkampf hatte ich deswegen mit meinem damaligen Freund längere Diskussionen – er: “nur noch die Queen zieht zu offiziellen Terminen ein Kleid an.” “Die Queen und ich, na und.” Morgen geht es brav im grauen Etuikleid mit grauen Hemd und Persianerkragen zum Empfang der ältesten Oppositionsfraktion in dieser Stadt. Mit pinken Haaren. Vielleicht aber doch in einem brokatkleid. Mal sehen.

    • Dann sind es jetzt “die Queen, Miss Kittenheel & me” – denn ich trage auch Kleider zu offiziellen Anlässen. Fast ausschließlich.

  16. Hallo Ines, wir waren im Januar in einem Hotel, wo zeitgleich ein internationaler Kongress mit überwiegend italienischen Teilnehmern, auch viele Frauen stattfand. Da war der Hosenanzug ein oft gesehenes Kleidungsstück, meist mit atemberaubenden Highheels. Der männliche Hosenanzug wurde von den Damen mit diesen extrem weiblichen Schuhen kombiniert. Fand ich sehr interessant, aber wohl auch typisch italienisch!
    LG Monika

    • In Italien ist die Mode anders als bei uns. Das merke ich schon, wenn ich mal in Zürich bin, wie viel näher das modisch an Italien ist als an Deutschland. In beiden Ländern wird nach wie vor wahnsinnig viel Schwarz getragen. Die Taktik, den Hosenanzug mit den Heels weiblicher zu machen, empfinde ich auch als sehr italienisch und schick.

  17. Ach, der Hosenazug ist bei mir seit Jahren für den Frühling und Sommer gut geeignet! Scho während der Schwangerschaft war der Hosenanzug, das bequemste Kleidunststück was ich hatte und ich will es auch gar nicht mehr missen.

    • Während der Schwangerschaft? Das ist ja ungewöhnlich. Alle Frauen, die ich kenne, die eigentlich Hosenanzug getragen haben vorher, haben in der Schwangerschaft auf Stretchhose und Cardigan mit Bluse oder nur Bluse gewechselt. Wie hast Du das mit den Blazern geschafft, dass die noch gut aussahen?

  18. Eine interessante Frage, über die ich bisher nie nachgedacht habe. Hosenanzüge trug ich beruflich immer gern und hatte mehr als einen, in verschiedenen Farben und Stoffen, im Schrank. Damit ist man immer sofort komplett angezogen, ohne lange über mögliche Kombinationen nachdenken zu müssen. Seit einigen Jahren greife ich allerdings lieber zu Blazer und einer anderen Hose, gute Jeans oder Stoff, weil die kompletten Anzüge mir häufig zu formell erscheinen. Oder ich gehe gleich im Kleid. Das liegt nicht daran, dass sich die Anlässe so sehr verändert haben, sondern der Dresscode in meinem Umfeld tatsächlich lässiger – und vielfältiger – geworden ist. Letzteres begrüße ich sehr, denn die Veranstaltungen sind dadurch optisch lebendiger und bunter geworden und zumindest die Frauen können ihre Vorzüge so viel besser unterstreichen.
    Einen guten Anzug in klassischem Marineblau habe ich aber immer noch für die Gelegenheiten, wo ich mich doch in der “Rüstung” sicherer fühle. Dazu trage ich dann aber wenigstens keine Hemdbluse, sondern ein Shirt, vorzugsweise in pink 😉
    Bin gespannt auf dein Fazit und sende viele Grüße, April

    • Dass man mit einem Anzug komplett angezogen ist, habe ich früher auch daran geschätzt. Mit einem farbigen T-Shirt sieht ein dunkler Anzug am nächsten Tag gleich ganz anders aus und er ist auch für mehrere Geschäftstermine in einem Schwung immer wieder gut tragbar. Pink zu Marineblau klingt gut! Mein aktuelles Fazit ist: Er ist nicht tot, aber auf dem Weg zum Abstellgleis.

  19. Gar nicht. Hosenanzüge sind einfach sehr tragbar. Es kommt halt auf die Jobs an. Das stimmt wohl. Und da wäre mehr stilistische Breite sicher wünschenswert in den Zeitschriften. Aber was die nicht tun, das machen wird halt. 🙂 Bei uns in Frankfurt sieht das allerdings noch anders aus. Auch wenn mein Job ein anderer ist, bei Geschäftsterminen, trage ich nichts lieber als Hosenanzug. Den krame ich gern für deine Aktion nochmal heraus, hatte schon befürchtet, nichts beitragen zu können…Liebe Grüße Sabina

  20. Hi Ines,

    da hast Du schon recht mit Deiner Beobachtung. Hosenanzüge und Kostüme sah man früher viel häufiger in Büros. Auch in der Firma, in der ich arbeite, ist das eher ein sehr seltener Anblick (und erscheint man selbst so gewandet, kommt direkt die Frage “hast Du heute was besonders vor?/nen wichtigen Termin?/ein Vorstellungsgespräch? ;-)”. Allerdings haben meine Kollegen und ich auch wenig bis gar keinen Kundenkontakt. D.h. es wäre vermutlich anders, wenn ich z.B. in einer Bank arbeiten würde.

    Außerdem sind Hosenanzüge und Kostüme derzeit (glaube ich) auch nicht unbedingt “in”. In den 90ern, so kann ich mich erinnern, bin ich durchaus mal gerne im “Kostümchen” rumgelaufen – damals inspiriert durch die Serie “Ally McBeal” 😉 Ein “muss” war so eine Kleidung aber schon in der Firma, in der ich damals arbeitete nicht. D.h. ich war damit ein wenig “overdressed”.

    Lg, Annemarie

    P.S.: Derzeit habe ich eine Vorliebe für “2-Teiler”, allerdings eher in Form von Weste plus passender Hose… bzw. ich hätte(!) diese Vorliebe, wenn denn das Wetter mitspielen würde… (tut es nicht, hier ist nach wie vor “Pullovertime”)

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