Equal Pay Day – rote Tasche als Protest

rote Handtasche von KrupkaFrauen verdienten im Jahr 2016 durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als Männer laut Statistischem Bundesamt. In Tage umgerechnet arbeiten Frauen somit 79 Tage, vom 1. Januar bis zum 19. März 2016, umsonst. (Quelle http://www.equalpayday.de/startseite).

Da ist zum Wahnsinnig werden, oder?

Um dem Unmut darüber Ausdruck zu verleihen, gibt es viele Aktionen zum Equal Pay Day – kurz EPD. In den USA wurde bereits 1988 die Red Purse Campaign ins Leben gerufen wurde, um auf Entgeltunterschiede hinzuweisen. Dort tragen Frauen an diesem Tag eine rote Handtasche als Symbol des Protestes. Sie ist das Zeichen für rote Zahlen und dafür, dass Frauen immer noch weniger in der Tasche bzw. Geldbörse haben als Männer. (Quelle http://www.hs-hannover.de/fileadmin/media/doc/gb/Newsletter/Newsletter_Nr._4.pdf).

Ines Meyrose #ootd 20160603 mit Sneakern Kety von Natural Feet / Tessamino, Jeans Please, T-Shirt Amor Lux, Hoodie Bloomings, Lederjacke Lindgroen, Handtasche Krupka - Foto: Gunda FahrenwaldtErst seit 2009 gibt es den EPD in Deutschland. Danke an Uschi aus Aachen, dass Du mich auf die Aktion auf Twitter aufmerksam gemacht hast. Aus Protest gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit trage ich morgen noch lieber als sonst meine rote Handtasche.

Die rote Lederjacke steht auch gleich noch dafür. Und die roten Schuhe erst recht. Dafür, dass die Rechte der Frauen so oft mit Füßen getreten werden. Weil ich eine busy Geschäftsfrau bin, die ihr Geld verdient, habe ich heute keine Zeit für frische Fotos. Danke nochmal an Gunda, dass Du das Bild neulich an einem entspannten Sonntag von mir gemacht hast.

Kennst Du den EPD? Machst Du mit? Was denkst Du darüber?

27 Gedanken zu „Equal Pay Day – rote Tasche als Protest

  1. Toll! Da mache ich gerne mit 🙂

    Wünsche dir einen angenehmen Freitag, liebe Grüße!

  2. Dann weiß ich, welche Handtasche morgen mit darf. In der Hoffnung, dass es für meine Töchter einfacher wird und gerechter. Gleich werden auch sie noch nicht sein, aber jeder kleine Schritt in die richtige Richtung macht es besser.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Jeder Schritt in die richtige Richtung ist besser und so wichtig! Ich bin mir sicher, dass Du Deine Töchter auf einen guten Weg dafür bringst.

  3. Klasse, dass Du an den Equal Pay Day erinnerst und die rote Tasche trägst!
    Ich habe 2008 und 2009 in meinem Shop-Blog darüber geschrieben und auch eine rote Tasche gezeigt, die extra von einer Schneiderin genäht wurde und hier in Nürnberg zugunsten der EPD Finanzierung verkauft wurde.

    http://blog.da-sempre.de/equal-pay-day-und-rauriser-forderungspreis-2008.html

    und

    http://blog.da-sempre.de/marz-ist-frauenmonat-%E2%80%93-auch-bei-da-sempre.html

    Es ist einfach eine große Ungerechtigkeit, dass viele qualifizierten sog. Frauenberufe (Erzieherinnen, Krankenschwestern, Altenpflegerinnen) so mies bezahlt sind und die Frauen dann fast nicht davon leben können, obwohl sie Vollzeit arbeiten.
    Da gibt es viel zu wenig Lobby. Die alten Herren in den Tarifkommissionen haben dies jahrzehntelang quasi als “Verlängerung der natürlichen Wohnzimmertätigkeit von Frauen” betrachtet und ihre nicht berufstätige Frau zuhause bekommt ja auch kein Geld dafür…!
    Ist etwas überspitzt ausgedrückt, aber diese Geisteshaltung gibt und gab es tatsächlich.
    Und natürlich gibts noch eine Menge anderer Gründe, wie diese Lücke in den Gehältern zustande kommt. Deutschland steht da im Ranking nicht gut da. Trotz Frau an der Spitze.
    Also, morgen trage ich die rote Tasche! Und wenn mal wieder Streik im sozialen Bereich ist, trage ich es mit Fassung und Solidarität.
    In diesem Sinne herzliche Grüße aus dem sonnigen Süden von Sieglinde.

    • Danke für die Verlinkung Deiner Beiträge dazu. Da ich Dich und Euren Blog damals noch nicht kannte, sind sie neu für mich.
      Was bei den Berufen, in den Frauen gleiche Bezahlung bekommen, noch dazu kommt, ist dass sie gerne in der Gesellschaft abgewertet werden. Früher war ein Lehrer ein angesehener Gelehrter und heute wird auf eine Lehrerin herabgeblickt. Außerdem gibt es viel zu wenig Grundschullehrer und Erzieher. Wo sind die männlichen Vorbiler dort? Auch das ist ein Thema, was sich daraus ergibt.

    • Feminisierung von Berufen geht mit Abwertung einher. Das ist ein altes Problem und es gibt wenig Bewusstheit hierfür.
      Persönliche Gehaltsverhandlungen sind auch so ein Thema. Da sollten sich Frauen wirklich vorher coachen lassen, dann ist viel mehr für sie drin.
      Ines, da hättest Du ein weites Feld zu beackern.
      Ja, 2008 habe ich drüber geschrieben und nun haben wir 2016… schon ein bißchen traurig.
      LG Sieglinde

  4. Super, daß Du das aufgegriffen hast! Und endlich auch die Datumsfrage geklärt hast… Ich dachte wirklich irrtümlich, das hinge mit dem “Tag der Frau” zusammen.

  5. Coole Aktion , die bietet sich ja förmlich für eine Blogger-Aktion an
    LG und ein schönes WE für Dich
    von Heidi

    • Ja, wären gerade nicht so viel Aktionen in unserem Bloggerumfeld am Laufen, hätte ich auch dazu aufgerufen. Vielleicht eine Idee für 2017, denn auch dann wird den Tag sicher (leider …) geben.

  6. danke ines!!
    wusste gar nicht dass es diesen tag gibt – obwohl es mich unglaublich aufregt – zumal ich 20 jahre in einem land gelebt habe wo mann und frau für gleiche arbeit und leistung ganz selbstverständlich auch gleich bezahlt wurden!!
    (auch wenn da vieles andere im argen lag – frauenrechtstechnisch war die DDR weiter vorn als die jetzige bundesrepublik)
    rot front! 😉
    xxxxxx

    • Da hast Du absolut Recht. Was Gleichbehandlung angeht und auch das Schulsystem hätte der Westen sich das bessere Modell der DDR abgucken sollen.

  7. Die Aktion kannte ich noch nicht, finde ich aber klasse. Ich selbst habe das Glück, im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Bei uns gibt es Tarife und eine Entgeltordnung. Da wird nicht zwischen den Geschlechtern unterschieden.

    Liebe Grüße Sabine

    • Da muss ich leider ein bisschen unken… denn der Teufel steckt hier im Detail und es gibt durchaus frauendiskriminierende Anteile, wenn genau hingeguckt und gerechnet wird. Auch die eher schlecht entlohnten Berufe sind ja weitverbreitet im öffentlichen Dienst z.B. und Zuwendungen und Gratifikationen zählen auch dazu. Führt hier ein bisschen zu weit, aber wer will, kann sich leicht schlau machen.
      Aber das Gender Gap ist wenigstens nicht so groß wie im übrigen Arbeitsmarkt. Ist ja schon was.
      LG Sieglinde

  8. 79 Tage umsonst? Das ist ja wohl echt unglaublich!
    Diese Aktion kannte ich noch nicht. Danke dir, dass du darüber berichtet hast.

    Ich schließe mich natürlich an.

    Liebe Grüße
    Sabine

  9. Da mache ich auf alle Fälle mit, liebe Ines. Die Aktion kannte ich bis jetzt noch gar nicht. Was mich im Berufsleben auch ärgert – neben den Dingen, die von den anderen Kommentatorinnen bereits angesprochen wurden – dass Frauen häufig deutlich besser sein bzw. mehr leisten müssen wie ihre männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen, um überhaupt als gleich gut wahrgenommen zu werden.
    Wünsche Dir ein schönes Wochenende! LG Caro

  10. Liebe Ines, na auf jeden Fall eine rote Handtasche morgen! Nein ich kenne den Tag nicht. Danke fürs drauf aufmerksam machen 🙂
    Liebe Grüße,Tina

  11. Davon habe ich noch nie gehört. trotzdem habe und trage ich natürlich rote Taschen. Bei meinem Arbeitgeber ist das allerdings auch nicht nötig. Ich habe übrigens heute meine Urkunde bekommen. Verwaltungsrätin steht drauf.
    LG Sunny

  12. Und ich danke Dir für die erneute Erwähnung! :*
    Ja, das ist schon echt mies … – mit Ungerechtigkeit habe ich ja per se riesige Probleme und muss sie leider dennoch recht häufig in meinem Umfeld ertragen. Besser, ich denke nicht allzuviel darüber nach, sonst zieht’s mich mächtig nach unten.
    Liebe Grüße!

  13. Hi Ines,

    also, ich weiss nicht ob die Männer in unserer Firma mehr als die Frauen verdienen. Will es auch gar nicht wissen, da mich das nur aufregen würde (bei uns wird allgemein nicht übers Gehalt gesprochen).

    Grundsätzlich finde ich Engagement in der Hinsicht ja gut, frage mich aber, ob diejenigen Herren(?), die es in der Hand hätten, diese Ungleichheit zu beseitigen, sich überhaupt für solche Aktionen interessieren.

    Lg, Annemarie

  14. Den Equal Pay Day kenne ich leider noch nicht, danke für das Erklären. Es ist genauso traurig wie die Unterschiede zwischen den Ost- und West-Gehältern/Rente nach 25 Jahre Deutsche Einheit.

    Viele Grüße,
    Moppi

    • Dafür könnte man auch gerne einen Gedenkttag machen und ich würde mich laut darüber mit aufregen. Geht gar nicht.

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