Trinkgeld beim Friseur?

Muenzen

Trinkgeldfragen sind für mich in Restaurants sonnenklar: Ich gebe etwa 10 % der Gesamtrechnungssumme in bar. Nur wenn ich total unzufrieden bin, gibt es gar nichts für den Service. Das kommt selten vor.

Wer bekommt beim Friseur das Trinkgeld und wie viel?

Friseure bekommen Trinkgeld von mir, allerdings keine 10 %. Früher habe ich 2 DM, dann 2 Euro und dann 2-3 Euro ins Sparschwein an der Kasse gesteckt. Das gebe ich pauschal, unabhängig vom Preis. Allerdings gibt es auch die Benimmregel, dass Inhaber kein Trinkgeld bekommen, sondern nur Angestellte.

Wenn die Inhaberin schneidet oder färbt und der Azubi wäscht, bekommt der Azubi das Trinkgeld. Schneidet eine Angestellte die Haare und der Azubi wäscht sie, bekommen beide anteilige Trinkgelder.

Ich werde oft von Inhabern bedient und es erscheint mir unhöflich, im Friseurgewerbe dort kein Trinkgeld zu geben. Anderseits sind mir 10 % Trinkgeld beim Friseur zu viel, denn ich gehe alle 5 Wochen dahin und bezahle 41,50 Euro. Wie hältst Du das?

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45 Gedanken zu „Trinkgeld beim Friseur?

  1. Mein Friseur ist alleine. Und deshalb bekommt er das Trinkgeld. Er ist aus steuerlichen Gründen bei seiner Frau angestellt. Ich zahle für einen guten Schnitt 42€. Das ist für München ein super Preis. 3/4€ sind also immer drin. LG Sunny

    • München ist noch teurer als Hamburg … und Hamburg ist schon die Pest bei Preisen … leider verdienst Du ja nicht mehr. Auch nicht gerecht.

  2. Trinkgeld, immer. Da ich früher selbst als Friseurin gearbeitet habe, weiß ich, wie schön das ist, abends was im Sparschwein zu haben. Und da ich immer Cut &Go mache, sprich: mir das Geld fürs Föhnen u. Stylen spare, gibt’s immer 5-6€Trinkgeld. Voraussetzung: ich bin zufrieden. ;)

    LG Anna

    • Leider biete das Geschäft, wo ich hin gehe, Cut & Go nicht an. Sonst würde ich das auch machen. Dann fiele es mir auch leichter, deutlich mehr Trinkgeld zu geben.

      Du bist gelernte Friseurin? Interessant, was solche Fragen zu Tage bringen :) .

  3. Ich gehe zu einer Friseurin, die gleichzeitig Inhaberin ist und ich will auch nur von ihr die Haare geschnitten bekommen. Sie macht dann auch alles selbst, auch das waschen.
    Da ich sie viel zu günstig finde……. ich zahle nur 25 Euro für waschen, schneiden, fönen (ich föne selbst) bekommt sie 10 Euro Trinkgeld.
    Das ist es mir absolut wert.
    Ich gehe auch nur dreimal im Jahr.

    LG Martina

    • Ob ich 25,- Euro für Waschen und Schneiden zu wenig fände, hängt davon ab, wie aufwendig der Schnitt ist. Bei dem Betrag würde ich unabhängig davon 5,- Euro Trinkgeld geben und auf 30 Euro aufrunden. Da würde ich bei den 20 % gar nicht zucken.

  4. war seit 25 jahren nicht beim friseur.
    in der DDR waren´s 5 mark (durchschnittseinkommen ca. 700 mark) – sonst bekam man beim nächsten mal keinen termin. die erste zeit “im westen” bin ich zu einem bekannten gegangen – gegen spende :-)
    xxxxx

    • Der Frisuer hat 5 Mark gekostet (Danke für den Realtionssetzung) oder das Trinkgeld war in der Höhe?

      So kann man seine Kunden im Anbietermarkt auch “erziehen” …

    • das trinkgeld hatte mindestens 5 mark zu betragen – meine langhaar-dauerwelle lag so zwischen 25-30 ostmark wenn ich mich recht erinnere. bei richtig angesagten friseuren – also nicht bei den trutschen von der PGH (produktiongenossenschaft handwerk) – sollen auch mal devisen in kitteltaschen gewandert sein…. :-)
      xxxxx

  5. Ja, bei allen Dienstleistungen gibt es Trinkgeld. Auch wenn mir jemand eine Waschmaschine liefert oder die Hecke schneidet. Und beim Friseur sowieso.
    Liebe Grüße
    Fran

    • Interessant. Ich geben durchaus auch bei einigen Dienstleistungen Trinkgeld. Beim Gärtner allerdings nie. Das ist nämlich auch immer der Inhaber. Aber auch seine Helfer, wenn mal einer dabei ist, bekamen bisher nichts. Ich handel einen Pauschalpreis auf, den ich überweise und damit ist das für mich erledigt. Bei kleineren Sachen bekommen Handwerker nichts, bei größeren Aktionen durchaus.

  6. Liebe Ines, ich gebe immer Trinkgeld. Allein schon, weil Angestellte u Azubis in dem Bereich wirklich keine Reichtümer anhäufen können und ich will meine Zufriedenheit ausdrücken.
    Ich gebe aber auch Trinkgeld, wenn ich nicht zufrieden bin.. ja, ich denke dann immer, sie kann es halt nicht besser… :-) (ist aber selten). Strafe ist dann, ich komm NIE wieder….
    Liebe Grüße, Petra

    • So kann das auch regeln – nur sehen die dann direkte Unzufriedenheit – außer vielleicht in Deinem Gesichtsausdruck – nicht und werden wohl nie besser … anderseits wollen sie das ja vielleicht auch gar nicht …

  7. Hallo liebe Ines,
    das ist ja mal wieder eine super Frage, die für uns alle interessant ist.
    Klar, ich gebe eigentlich immer Trinkgeld. Doch imgrunde müsste ich dann bei allen Dienstleistern Trinkgeld geben: Massage, Maniküre, Kosmetik, Taxi, Service, … wo fängt’s an und wo hört’s auf?
    Deshalb kam ich schon mal ins Grübeln.
    Ich grübel weiter und melde mich wieder :-)

    • Wo fängt’s an und wo hört’s auf? Das ist genau die Frage, merke ich beim Lesen. Ich merke, dass ich gerne Trinkgeld gebe, wenn der Preis für mich stimmt oder mir (vielleicht sogar zu) günstig erscheint. Wenn ich eh schon zucke ob der Höhe, geht meine Trinkgeldbereitschaft zurück, ggf. bis auf Null.

      Soll ich jetzt auch noch der Zahnprophylaxefrau Trinkgelg geben, weil das auch eine Dienstleistung ist? Oder der Autowerkstatt?

      Tendenziell: Alles, was auf Rechnung geht und überwiesen wird, bekommt kein Trinkgeld (Zahnarzt – der ist auch Dienstleister und schreibt ab und an Rechnungen für zusätzlich Leistungen). Wo ist der Unterschied zwischen Zahnarzt und Klempner? Teuer finde ich beide und jammern tun auch beide.

      Im Taxi gebe ich immer etwa 10% Trinkgeld. Scheint aber auch nicht mehr unbedingt üblich zu sein, weil die Taxifahrer oft so überrascht gucken. Wenn ich mal zur Fußplege gehe, geben ich kein Trinkgeld, weil ich die zu teuer finde und es eine Inhaberin ist. Da denke ich dann, dass das Trinkgeld schon einkalkuliert ist in den Preisen.

      Auf was bist Du beim Grübeln gekommen?

    • Liebe Ines, ach wie schön, dass inzwischen viele Kommentare hinzu gekommen sind und ich meinen Horizont ein bisschen erweitern konnte. Ich handhabe es so, dass beim Frisör nur die Azubine was bekommt, denn ich werde nur von der Inhaberin bedient. Aber bei Barzahlung runde ich immer auf. Ebenso gebe ich Tipp im Restaurant. Bei allen anderen Dienstleistungen ist es wirklich eine Laune und eher nein. Wenn Taxi, Kosmetik, Gärtner, Fliesenleger etc. supernett war, dann ja. Ansonsten nein, weil mir das inzwischen einfach zu viel wird, auch die ganze Abwägerei, soll ich soll ich nicht, … da bin ich für klare Preisstrukturen.

    • Mein Fazit ist auch eher, künftig noch seltener Trinkgeld zu geben, denn klare Preisstrukturen sind mir auch einfach lieber. Aber wenn, dann geben ich vielleicht dann mehr. Wir werden sehen.

  8. Bei angestellten Frisören gab es von mir immer Trinkgeld. Inzwischen habe ich eine Frisörin, die in ihrem eigenen Geschäft als One-Woman – Show arbeitet. Irgendwann habe ich das Trinkgeld eingestellt, sollte ich aber vielleicht wieder einführen.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Das ist halt die Frage. Zuckt sie, wenn Du keins gibst? Und wie hoch ist der Preis? Das scheint ja auch eine Rolle zu spielen. Meine Frage ist keinesfalls als Aufforderung gedacht, sondern wirklich eine Frage zur Diskussion.

  9. Lange Zeit war ich bei einer Friseurin, die ein Ein-Frau-Betrieb war u da war klar, dass auch sie als Inhaberin Trinkgeld bekommt.
    Es kommt halt immer darauf an, wenn das ein kleiner Selbständiger ist, freut er sich auch über den einen oder anderen Euro mehr.
    Von der Größe des Trinkgelder bin ich ganz bei dir.
    Alles Liebe Babsy

    • Danke für Deine Sicht aus Österreich.

      Ich bin übrigens auch eien kleine Selbständige One-Woman-Show in der Dienstleistungsbranche. Kunden, die absolut zufrieden sind, kommen nur sehr selten auf die Idee, mir Trinkgeld zu geben und ich erwarte das auch nicht. Wenn mir mal jemand Trinkgeld geben möchte, sind das Menschen, die garantiert viel weniger Geld als ich haben, z.B. Studenten oder andere Geringverdiener. Meine Erfahrung nach12 Jahren ist da: Je mehr Geld die Menschen meinem Eindruck nach haben, um so später überweisen sie Rechnungen und diskutieren über Preise und je weniger sie haben, um so großzügiger sind sie im Geben.

    • @ines: genau die gleichen erfahrungen bei den massanfertigungen gemacht!! war auch einer der sargnägel für mein “modegeschäft”….
      xxx

  10. Ich gebe drei bis fünf Euro, je nachdem wieviel gemacht wird. Da ein Haarschnitt nur ca. 15 Euro kostet, wären mir 10 % zuwenig, zumal ich immer sehr zufrieden mit der Leistung bin.
    Lieben Gruß
    Sabine

  11. Bei uns in Österreich ist es üblich den Angestellten immer Trinkgeld zu geben. Dem Inhaber nie, das tut man hier nicht. Wir geben es in diesem Fall dann allgemein, mit den Worten, das ist für die Kaffeekasse :)

    Liebe Grüße!

  12. Meistens werde ich von einer Person bedient. Das sind in der Regel Angestellte. Ich gebe immer ein pauschales Trinkgeld.

    Liebe Grüße Sabine

  13. Trinkgeld gibts von mir auch immer. Tankstelle, Handwerker, Service im Lokal oder Hotel, Friseur …. – alles Berufe, die kein hohes Grundgehalt haben. Zwischen 10,– und 2 Euro ist alles drin.
    Kommt auch auf den Grad meiner Erleichterung an, dass mir geholfen wird, z.B. bei einer schneller Reparatur oder sehr schweren Koffern… und Kaffeekasse geht immer auch bei Inhabern in kleineren Betrieben.
    Ich habe es noch nie erlebt, dass jemand sich nicht drüber gefreut hätte. Es ist ja auch eine Anerkennung für die gute Arbeit.
    In Italien gibts ja keines beim Service im Lokal. Das ist ungewohnt für mich und wir lassen gern einfach was auf dem Tisch zurück… ich denke die Abräumenden freuen sich auch.

  14. Weil du alle fünf Wochen gehst, kannst du nicht mehr geben? Finde ich unlogisch – im Restaurant gibst du ja auch nicht weniger Trinkgeld, weil du öfter Essen gehst als der Durchschnitt…
    Vom Betrag her mache ich es ähnlich, 2-3 Euro. Ich habe mich aber schon oft gefragt, ob ich mehr geben sollte.

    • Du hast völlig recht, dass es unlogisch ist – so sind. Emotionen sind nicht rational oder logisch und emotional ist mir das zu viel Geld. Obwohl ich die Leistung in Anspruch nehme und dafür begleiche, ist mein Herz nicht jedes Mal bereit, das zusätzlich zu honorieren. Dein Restaurantvergleich ist völlig korrekt. Da käme ich nicht auf die Idee, das Trinkgeld zu kürzen. Allerdings – ein bisschen doch. Ich bin früher ständig mittags Essen gegangen und habe da auch deutlich weniger Trinkgeld (5 %) gegeben, als wenn ich ab und an abends essen gehe (10 %).

      Vom Betrag her und dem Gedanken, ob man mehr geben solle, sind wir uns ja sogar einig.

      Der Grund, warum ich so zucke, so oft beim Friseur mehr Trinkgeld zu geben ist der, das ich insgeheim den Preis für die Frisur zu teuer finde. Ich habe keine Alternative und deshalb schlucke ich das – aber es ist eben ein Schlucken. Der Preis ist kalkuliert mit Waschen, Schneiden, Fönen, 45 Minuten pro Termin. Ich komme mit gewaschenen Haaren (alles andere finde ich ecklig für den Friseur), die einmal fix gewaschen werden, das Schneiden dauert maximal 15 Minuten (wofür ich anderseits froh bin, denn künstlich in die Länge möchte ich es auch nicht gezogen haben) und das Fönen keine 2 Minuten, weil die Haare eh schon quasi trocken sind. Leider gibt es keine Variante ohne Fönen. Ich bezahle also das Fönen mit, das bei längeren Haaren ewig dauert, obwohl ich die Leistung kaum erhalte. Ich bin der Teil der Mischkalkulation, da alle Haarlängen das gleiche bezahlen, der die Endlostermine der Langhaardamen zum Ausgleich mit finanziert. Man könnte jetzt sagen: Dann geh doch woanders hin. Aus genannten Gründen – keine qualifizierte Alternative – möchte ich das aber nicht. Also bleibt der kleine Unmut zurück … der dadurch nicht gerechter wird.

  15. Ich gebe 10 Prozent Trinkgeld bei meiner Natur-Friseurin und bezahle für die Behandlung ca. 40 Euro. Das ist zwar nicht gerade wenig, aber aus meiner Sicht gut investiert. Ein Friseurbesuch dauert bei ihr mit Haare bürsten, waschen, schneiden und fönen eine gute Stunde (ich habe dünne Haare). Sie hat keine Angestellten und schmeißt den Laden allein, also macht sie alles selbst. Ich gehe so aller acht bis zehn Wochen hin.

    • Für eine Stunde Arbeit finde ich das auch inkl. Trinkgeld völlig in Ordnung – vor allem, wenn man nicht so oft geht.

  16. Ich kann nichts anklicken. Meine Version ist nicht dabei. Ich mache das alles immer spontan. Wenn etwas nicht in Ordnung war, dann auch mal nix. Aber bei immer wiederkehrenden Stationen mache ich es auch immer gleich: Beim Waxing sind es meist 2 €, wenn der Tankwart ein Auto volltankt auch. Der Post- und Paketbote bekommen zur Weihnachten 20 oder 25 €. Beim Friseur gebe ich zwischen 5 oder 10 (ich gehe nur 3 x im Jahr, dann wird es aber immer richtig teuer, zwischen 150 und 180 €. In Restaurants gibt es bei mir eine Obergrenze. Ab 300 Euro sind es keine 10 % mehr. Meine Kosmetikerin ist alleine in ihrem Laden, da gebe ich nichts – und sie ist trotzdem seit 20 Jahren immer lieb und freundlich zu mir und macht einen super Job! Ich vergesse auch nie die Zimmerfrauen in den Hotels. Habe diesen Job mal einen Sommer lang gemacht (1981 in Leipzig) und später nochmal in Berlin als Nebenjob 1991. Da habe ich mir meine nächsten Paris-Reisen verdient. Je nach Länge des Aufenthaltes lege ich 5, 10 oder 20 Euro hin. Und das gleich nach der ersten Nacht.Den Tipp las ich in einem Buch von Marlene Dietrich. Dann hast Du die Zimmerfrau auf Deiner Seite und sicher keinen Grund, Dich über irgendwas zu beklagen. Klappt fast überall ausser in Venedig :)

    • Danke für Deine differenzierte Antwort. In wiederkehrenden Situationen mache ich es auch immer gleich und ab 300 Euro werde ich im Restaurant auch geiziger. Darunter aber nicht. Wenn es z.B. eine große Runde Frühstück für Gäste war, tut mir sonst der Kellner leid, weil er bei Einzelrechnungen viel mehr Trinkgeld bekäme.

      Kellner bei Großveranstaltungen gleich zu Anfang das Trinkgeld zu geben, hilft auch ungemein beim Service den ganzen Abend über …

      In Hotels gebe ich fast nie Trinkgeld. Höchstens mal einem Kofferträger, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe. In Businesshotels gibt es keine, in Ferienwohnungen auch nicht. In Hotels bin ich in der Regel mit dem Service eh nicht zufrieden, meistens ist mir das Zimmer zu dreckig. Und dafür gibt es dann auch kein Trinkgeld. Vielleicht bin ich Restaurants großzüziger, weil ich mal in einer Kneipe gearbeitet habe? Vermutlich.

  17. Hallo Ines,
    diese harmlos wirkende Frage hat es bei längerem Nachdenken in sich.
    Dienstleister und-leistungen gibt es viele; warum wird bei einigen üblicherweise Trinkgeld gegeben und bei anderen nicht? Weshalb bekommt der Taxifahrer Trinkgeld, der Linienbusfahrer aber nicht? Weshalb ist es oft üblich, unter den Mitreisenden für den Fahrer eines Reisebusses Trinkgeld einzusammeln – beim Linienbusfahrer käme niemand auf die Idee.
    Was ist mit anderen Dienstleistern?
    Liegt es am sehr geringen Grundlohn von z. Bsp. Frisören, die ja praktisch auf den Hinzuverdienst in Form von Trinkgeld angewiesen sind? Weshalb wird nicht von vornherein ein Lohn gezahlt, von dem man leben kann? Weil die Leistung dann zu teuer wäre? Weil es in Wahrheit auch ein gewisses Überangebot bestimmter (Dienst)leistungen gibt, so dass sich viele über einen niedrigen Preis am Markt zu halten versuchen?
    Und wieso wird Zufriedenheit mit Geld ausgedrückt? Kann man sich nicht einfach herzlich bedanken und seine Zufriedenheit verbal von Angesicht zu Angesicht ausdrücken?
    Und wieso werden manche Dienstleister anders behandelt wie andere Arbeiter? Einem Bauarbeiter gibt auch niemand Trinkgeld. Oder dem Zugführer, Lehrer, Bäcker…
    Am Ende macht jeder seine Arbeit. Und jeder sollte sie gut machen. Warum werden manche für Ihre Arbeit “extra” bezahlt?
    Kann man noch lange drüber nachdenken.
    J.

    • “Und wieso wird Zufriedenheit mit Geld ausgedrückt?” ist auch ein sehr interessanter Aspekt dabei. Monetäre Anreize wirken in der Regel nur sehr kurz … ein strahlendes Lächeln für eine gute Leistung sollte eigentlich reichen. Bei fair kalukulierten Preisen. Bei viel zu billigen, den Markt verderbenden Preisen (Stichwort Überangebot) viel Trinkgeld zu geben, fällt obenbar den meisten leicht. Ich hoffe nur, dass das nicht die gleichen sind, die für (höhere) Mindestlöhne sind und sie aufregen, dass es Aufstocker mit Vollzeitjobs gibt. Dass das Trinkgeld selten in die Steuer-/Sozialkasse führt und der Angestellte keine Rente dafür bekommt, daran denken dann nämlich auch viele nicht. Mir ist am Ende eine sauber kalkulierte, faire Bezahlung (wie ich sie selbst auch einfordere und deshalb bezahle ich auch alle 5 Wochen 41,50 Euro beim Friseur und gehe nicht zum Billigfriseur), von denen der Angestellte und der Inhaber leben können, lieber als ein mieser Lohn mit viel Trinkgeld. Der Inhaber kalkuliert und verantwortet die Preise und hat den Gewinn als Risikoprämie. Vermutlich kommt daher auch die Tradition, in vielen Regionen dem Inhaber kein Trinkgeld zu geben. Da kann man wirlich lange drüber nachdenken … Ich finde die verschiedenen Aspekte und Sichtweisen sehr interessant.

  18. Meist schneidet mir die Salon-Inhaberin selbst die Haare, färben und waschen machen die Azubis. An der Kasse steht dort ein großes Schwein für das gesamte Team und da wandert im Anschluss meist ein 5€ Schein rein – mit Farbe, Waschen, Schneiden, Föhnen etc. verbringe ich auch gern mal 2-3 Stunden beim Frisör und auch wenn das keine 10% vom Umsatz sind, bin ich bei den aufgerufenen Preisen meines Friseurs nicht wirklich bereit, mehr zu geben.
    Sonnige Grüße
    Andrea

    • Ein Schwein fürs ganze Team zu nehmen, finde ich auch gut. Dann können die Inhaber immer noch überlegen, ob sie auf ihren Teil verzichten und es dem Team überlassen oder ob es unter allen aufgeteilt wird. Beruhigend, dass es Dir auch so geht, dass Du bei den Preisen nicht zu 10 % bereit bist.

  19. Hallo liebe Ines!
    Ich gehe sehr selten zum Friseur – inzwischen so ca. 2 x im Jahr, früher war es 1 x. Eine Weile hat mir meine Nachbarin die Haare geschnitten (sie hat einen Friseurladen in Wien), bei ihr habe ich meistens auf den nächsten 5er oder Nuller aufgerundet, auch wenn sie die Besitzerin des kleinen Ladens ist. Sie ist auch die einzige Angestellte dort ;o)) Aus gesundheitlichen Gründen pausiert sie nun schon seit einer Weile, und so war ich die letzten beiden Mal in einem Friseurladen im Ort, wo die Haaren von Lehrlingen (Azubis) gewaschen und von einer sehr netten Angestellten geschnitten werden, und da schaue ich einfach, was ich an Münzen in der Geldbörse habe oder verteile die “Aufrundung” in den Sparschweinen ;o))
    Allerliebste Rostrosengrüße euch allen samt Kraulerchen an den Paul von der Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2016/09/a-new-life-9-wasser-ist-leben-teil-1.html
    PS: Ich trinke auch fast nur Leitungswasser. (Oder manchmal auch Alterwasser ;o))) Mein Mann sprudelt auf…

  20. Hui, das ist eine gute Frage, aber 10 % sind für mich schon okay. Wenn ich allerdings 100 Euro zahle, was bei mir schon vorkam, wäre mir das schon ein bißchen viel … Ich gehe aber nicht mehr so häufig zum Friseur. Einer Inhaberin hatte ich auch schon was gegeben, das war aber eine Ausnahme, normalerweise mache ich das auch nicht. Die Friseurinnen verdienen oft ja wenig, daher haben sie mein Mitgefühl. ;-) Aber nur, wenn ich gut bedient werde.
    Ich verstehe aber jetzt nicht, wieso man nur selber Föhnen und Stylen kann, wenn der Salon das anbietet??? Wenn ich das so will, mache ich es, dann können die doch froh sein, weniger Arbeit mit mir zu haben. ;-) Ich mag eh keine “aufgesetzten” Frisuren. ;-) ;o) Aber gut, wenn die dafür den gleichen Betrag verlangen…
    Na, nee, aber überall gibts auch kein Trinkgeld von mir – wo ich das gerad noch lese – der Zahnarzt ist teuer genug – da gibts dann an Weihnachten mal was oder so für die sehr nette Helferin. Bin zwar ewig nicht mehr Taxi gefahren, da ich selber Auto fahre, aber ich kann mir vorstellen, daß die Leute da heute nicht mehr allzu großzügig sind. ;-) Handwerker bekommen bei meiner Mutter z.B. (Mietwohnung) Trinkgeld. Fußpflege finde ich relativ teuer, manche arbeiten nicht so wie sie sollten, da gibts freilich kein Trinkgeld, wenn ich zuhause dann noch nacharbeiten darf. Inzwischen mache ich es aber wieder selber.

    Deine Beobachtungen treffen auch aus meiner Sicht zu – die am meisten haben sind oft am geizigsten! Von nix kommt ja auch nix. *lol*

    Blöd finde ich im übrigen die Unsitte, Pralinen oder Alkohol zu verschenken. Manche Krankenschwestern oder Kosmetikerinnen könnten ihre Wohnungen damit dekorieren. Das nimmt dann Ausmaße an und niemand hat etwas davon. Geld für die Kaffeekasse ist in jedem Fall sinnvoller.

    Liebe Grüße
    Sara

    • Die Tendenz, dass das Trinkgeld sich umgekehrt zur Steuerprogression in Deutschland verhält, zeigt sich deutlich. Danke für Deinen Kommentar dazu!

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