Nach mir die Sintflut?

Notargebuehren

Fran hat gerade das Wohn- und Pflegethema am Wickel. Frau Sabienes beschäftigt sich mit dem Tod in sozialen Netzwerken.

Und wenn einen von uns gleich ein Auto überfährt?

Das war mein Gedanke auf dem Weg zum Notar, um den Kaufvertrag fürs Haus zu unterzeichnen. Wer erbt dann was? Ohne Kinder erben Geschwister, die haben wir. Und die haben Kinder. Und ein Elternteil meines Partners gibt es noch. Auf alle Fälle erbt da automatisch jemand von, wenn er es nicht ausschlägt. Denn wir waren nicht verheiratet und wollten das zu dem Zeitpunkt auch beide noch nicht. Der Partner bekäme GAR NICHTS.

Selbst dem Ehepartner steht nicht alles zu. Im Todesfall des Partners auch noch das Haus mit jemanden teilen müssen? Nein Danke. Den rechtlich einklagbaren Pflichtteil lassen wir mal außer Acht, dagegen kann man im Zweifelsfall eh nichts tun und ich gehe nicht davon aus, dass der Fall eintritt. Dann trete ich ganz andere Sachen ein.

Es ist rücksichtslos und egoistisch, sich nicht um sein Ableben zu kümmern.

Also haben wir vor Sitzungsbeginn sofort den Notar gefragt, wie es da rechtlich aussähe und was er uns empfehle. Gut fanden wir, dass er sagte, dass er das Thema auch von sich aus noch angeschnitten hätte. Er hat dann gleich im Anschluss an den eh schon späten Abendtermin mit uns besprochen, worüber wir uns Gedanken machen und ihn in Kenntnis setzen sollen, damit er einen Erbvertrag aufsetzen lassen kann. Den haben wir dann mit ihm nochmal in Ruhe besprochen und dann gerne unterzeichnet.

Eine Patientenverfügung und Vollmacht habe ich privat erstellt aufgrund von Vorlagen im Netz. Als ich dann vor ein paar Jahren erfuhr, dass Banken, Ärzte & Co. oftmals nur notariell beglaubigte Versionen akzeptieren, haben wir sofort auch dafür einen Termin beim gleichen Notar – Dr. Thomas Nesemann in Harburg ist es – gemacht und beraten lassen. Es hat Eur 260,98 gekostet inkl. einer Änderung im Erbvertrag. Gut angelegtes Geld dafür, dass der Partner handlungsfähig bleibt und weiß, was er zu tun hat, wenn man selbst das nicht mehr weiß.

whatsapp-ohne-antwortWie schnell das gehen kann, erlebe ich gerade bei einer Verwandten, die ich wöchentlich im Hospiz für Hamburgs Süden – sehr schön dort übrigens, freuen sich immer über Spenden – besuche. Im Juni noch alles fein, ab Juli nicht mehr, seit Ende August geht fast nichts mehr. Keine Detailfragen dazu bitte, weil ich nicht tiefer darüber reden soll (und auch nicht möchte).

Seitdem weiß ich jedenfalls, wie es sich anfühlt, wenn man auf eine WhatsApp mit dem Text “Gib bitte mal ein kurzes Lebenszeichen von Dir” keine Antwort bekommt …

Also kümmere Dich nicht nur um Dein Leben, sondern auch Dein Ableben!

35 Gedanken zu „Nach mir die Sintflut?

  1. Liebe Ines,
    Du sprichst mir aus der Seele; in meiner Tätigkeit als Pflegeberaterin des Landes bin ich tagtäglich damit konfrontiert, auch privat traf es mich im Jahre 2005 unvorbereitet und warf mich völlig aus der Bahn; mein Mann verunfallte schwer und ist seither ein sehr schwerer Pflegefall, es hat mir sehr geholfen, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits ein gemeinsames Konto hatten, ich war finanziell handlungsfähig um alles regeln zu können, er wird bis heute zuhause betreut mit meiner Unterstützung, durch meinen neuen Lebenspartner und durch eine 24 Stundenbetreuung. Ich bin Generalbevollmächtigte um seine Angelegenheiten regeln zu dürfen. Ohne einen neuen Partner an der Seite hätte ich bereits aufgegeben, und er wäre stationär untergebracht worden, es ist psychisch und auch körperlich sehr schwer zu schaffen. Meine Arbeit hilft mir sehr auch meine Situation annehmen zu können. Eine Patientenverfügung erstellte ich bereits, bzgl. Vorsorgevollmacht – die Formulare warten schon, sie sind sehr umfassend und haben mich daher bisher abgehalten sie auszufüllen. Bzgl. Erben bin ich auch am Überlegen um meinen Lebensfährten absichern zu können (das ist noch offen), da ich 2 Kinder und einen Mann habe, die erben würden. Mein Lebensgefährte würde leer ausgehen.
    Ich rate jedem nur, das Thema anzugehen, es kann sehr sehr schnell gehen, im Ernstfall möchte ich, dass mein Lebensgefährte für mich entscheiden darf, darum packe ich das an.
    Ich bedanke mich bei Dir, dass Du das Thema angeschnitten hast,
    liebe Grüße aus Salzburg
    Gabriele

    • Danke Dir herzlich für Deine persönlichen Worte und da Erzähen Deiner Geschichte. Gerade in dieser verwickelten Netzwerksituation wird das Gesetz nicht das entscheiden, was alle Menschen wollen. Ich bewundere Dich und Deine Familie dafür, dass Ihr diese Situation so bewältigt und wünsche Euch weiter viel Kraft dafür und dass Euch die Unterstützung dafür erhalten bleibt!

      Meine ersten Verfügungen waren auch konkret und umfassend. Der Notar hat uns geraten, dass möglichst knapp zu halten, weil dann auch nicht so viel angefochten werden kann oder von rechtlichen Änderungen betroffen sein kann. Das räumt dem Vollmachtnehmer natürlich aber im Gegenzug wesentlich mehr Entscheidungsspielraum ein. Das kann nur jeder für sich entscheiden.

  2. sehr ernstes thema aber eben auch superwichtig!
    wir hatten nach der hochzeit mal ganz motiviert angefangen – mittlerweile schleift es wieder.
    aber ich kann mir überhaupt nicht vorstellen was der eine ohne den anderen machen würde ausser direkt hinterhersterben……
    xxxxxx

    • Da klinke ich mich mal bei Beate ein. Leider, in diesem Fall. Hier (fast) ebenso – kleinen Anfang haben wir allerdings gemacht.

      Und dir danke ich, dass du das Thema aufgegriffen hast, Ines. Irgendwie arbeitet es in letzer Zeit andauernd in mir, wenn ich hier vorbeischaue. Das ist anstrengend. Aber wichtig! 😉

      LG Anna

      P.S: Was deine Verwandte angeht, schließe ich mich dem Wunsch von Fran an.

    • @Anna
      Gut, dass Ihr einen Anfang gemacht habt. Dann macht bitte weiter! Danach könnt Ihr es dann ja hoffentlich gleich wieder vergessen.

    • @Beate
      Warum schleift es? Die Hochzeit ist doch schon ein paar Jahre her. Es ist so schnell erledigt! Einfach machen!
      Ich kann mir ein Leben ohne meinen Mann auch nicht vorstellen. Aber vielleicht möchtest Du nicht, dass das Bahnwärterhäuschen nach Euch Beiden dem Staat/Land/Gemeinde gehört, sondern es jemand anders erbt? Oder aus dem Verkauf das Geld bekommt für einen Zwecke Deiner Wahl?

  3. Danke, ein toller Post! Ja, das ist ein Thema, das nicht nur gute Laune macht und das viele einfach wegschieben. Blöd wird es ja auch erst, wenn man es lange genug geschoben hat und dann doch was passiert.
    Deiner Verwandten wünsche ich, dass sie ohne Angst und Schmerzen sterben darf. Hospize sind eine wunderbare Erfindung. Leider gibt es viel zu wenige.
    Patientenverfügung und Vollmacht sind bei uns in Arbeit. Testament bisher in Form eines Berliner Testaments, sobald sich unsere Lebenssituation mit dem Auszug der Kinder ändert, wird da nachgebessert. Ein bisschen was habe ich aus den letzten Jahren gelernt 😉
    Jetzt hoffe ich nur, dass ich irgendwann so cool werde wie Bärbels Mutter und mich in 20 Jahren noch an den ganzen Schlamassel erinnere, um es selbst besser zu machen.
    Liebe Grüße
    Fran

    • Es passiert so oft den “einen Tag zu früh, denn moooorgen wollte ich das ja machen (vielleicht …)”.

      Es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich in einem Hospiz jemanden besuche und ich bin erstaunt über die positive und freundliche Atmosphäre dort. Alle anderen Todesfälle “mit Ansagen” habe ich im Krankenhaus verabschiedet und das war alles andere als schön – auch nicht im Rahmen der Möglichkeiten schön, selbst wenn die Krankenschwestern immer zauberhaft waren.

      An Bärbels Mutter können wir uns in Puncto Coolness alle eine Scheibe abschneiden 🙂 .

    • Ich war ein paar Mal beruflich in Hospizen, aber so wirklich habe ich sei tatsächlich erst schätzen gelernt, als meine Mutter dort ihre letzten Monate verbracht hat. Sie ist übrigens gestorben, während eine ehrenamtliche Helferin in ihrem Zimmer Harfe gespielt hat. Meine Mutter liebte ihr Harfenspiel. Das wäre in einem Krankenhaus schlichtweg nicht möglich.

  4. Ein wirklich wichtiges Thema. Auch wir haben einige Zeit daran rumgearbeitet. Bei Patchwork-Familie ist das ja alles nicht so einfach.
    Und muss auch immer wieder nachgebessert werden und überprüft.
    Im Moment ist das wieder so und wir sind auch beim Notar vorstellig.
    Mit gehts auch so wie Beate… den Ernstfall mag ich mir gar nicht vorstellen. Dabei haben schon einige Freundinnen von mir in den letzten Jahren ihre Männer verloren. Das ist wahrlich nicht einfach.

    Ein Hospiz ist ein Segen. Es gibt viel zu wenige. Dafür sich einzusetzen ist eine sehr gute Sache.
    Ich wünsche Deiner Verwandten – und Dir – weiterhin eine gute Begleitung auf dem letzten Lebensabschnitt.
    Herzlich grüßt Dich, Sieglinde.

    • Bei Euer Patchwork-Familie, die auch noch 2 Länder und deren Rechte betrifft, würde ich das auch immer notariell machen. Es immer wieder zu prüfen, wenn sich an der Lage etwas ändert, z.B. ein Enkelkind dazu kommt, steht einem ja frei. Es ist nichts in Stein gemeißelt, bis es passiert. Viele Menschen haben meinen Eindruck nach Angst vor der Endgültikeit der Entscheidung (und Natürlich wollen sie sich ihrer eigenen Sterblichkeit nicht stellen …) . Aber so endgültig muss das ja gar nicht sein. Aber es weist eine Richtung. Und die Hinterbliebenen wissen, was Ihr wolltet und brauchen nicht zu raten. Auch gut, oder?

  5. Wichtiges Thema. Für uns in der Praxis und im Krankenhaus muss es nicht notariell beglaubigt sein, die Patientenverfügung. Z.B. Ein Arzt oder der Bürgerdienst reicht aus. Nur für alle die jetzt keine 200 Euro haben.
    Falls mein Göga vor mir stirbt erben meine Kinder das Haus. Das ist okay so für mich. Wenn die dann wollen, dass ich ausziehe ziehe ich in eine Rentner WG mit coolen Mädels. Noch lieber in eine Studenten- WG.
    Trotz ernstem Thema wünsche ich Dir einen schönen Tag, liebe Grüße Tina

    • In jedem Fall ist eine kostenfreie, nur von Zeugen unterschriebene Verfügung besser als gar keine.

      Ich habe im Beitrag zu den Kosten nichts genaueres geschrieben, weil ich die genaue Aufschlüsselung nicht kenne. Für den Erbvertrag sind die Kosten vom Vermögenswert abhängig. Ich meine, dass das für die Änderung etwa 200 Euro waren (das hat der Originalvertrag damals auch etwa gekostet) und die zwei Patientenverfügungen und zwei Generalvollmachten (also je eine für meinen Mann und eine für mich) haben zusammen etwa 100 Euro gekostet. Ohne Testament ist man also mit etwa 50 Euro dabei für Patientenverfügung und Vollmachterteilung, wenn ich das richtig sehe. Ein Testament kann man ja auch handschriftlich machen. Man ist also schon mit deutlich unter 200 Euro dabei, wenn sich an das Thema macht.

      Rentner-WG klingt gut für Dich. Bleibst Du jung im Kopf!

  6. Ein brisantes Thema!
    Wir haben es gut, sind traditionell verheiratet und haben miteinander 2 Kinder. Also können die sich dann mal die Sintflut teilen.
    Ich könnte höchstens mal überlegen, wem ich meine Foto- und Diasammlung vermache! 😉
    Aber für Patchworkfamilien oder sehr großen Familien oder eheähnlichen Gemeinschaften kann das zu einem ganz bösen Problem werden. Das habe ich schon im Freundeskreis erlebt – nicht schön.
    Ich finde es gut, dass ihr einen solchen Schritt gemacht habt!
    LG
    Sabienes

  7. Kein angenehmes Thema aber ein wichtiges. Bei uns ist das Erben zwar eindeutiger, aber trotzdem sollte es geklärt sein. Ebenso wie eine Patientenverfügung und wer Vormund unserer Kinder sein soll, falls uns beiden etwas passiert. Das verhindert so manchen Streit, es können Menschen gefragt werden, ob sie sich denn kümmern wollen und niemand muss in schweren Stunden entscheiden, wann was abgeschaltet wird und damit eine zusätzliche Last tragen.
    Gut das du dieses Thema hier zur Sprache bringst.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Das Vormundthema für die Kinder ist auch ein so Wichtiges, mit dem sich die meisten Eltern nicht ernsthaft beschäftigen. Man hält sich ja für ach so unsterblich in den kommenden 30 Jahren … Als mein Vater gestorben ist – ich war 10 – war einer meiner Gedanke: Was passiert mit mir und meiner kleinen Schwester, wenn meine Mutter auch noch stirbt? Ich habe darauf ganz klare Antworten bekommen, wer sich übergangsweise um uns kümmern würde und dass wir dann zu unserem Onkel nach Kanada kämen. Ich bin natürlich froh, dass das nie passiert ist. Aber es gab mir die Sicherheit, nicht völlig alleine da zu stehen. Das war unglaublich gut für mein Sicherheitsgefühl. Ich muss gerade weinen bei dem Gedanken daran, wie ich da gestanden hätte … und wie das wäre, wenn sich keiner darum vorher gekümmert hätte. Auch wenn es nicht passiert ist. Es passiert anderen leider immer wieder.

  8. Liebe Ines im Moment schwirren wirklich ernste aber auch wichtige Themen durchs Netzt. Nur Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Sachen. Was einen Notar angeht, habe ich zwiespältige Erfahrungen gemacht. Ich habe zu dem Thema Erbschaft schon 2x ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Obwohl notariell beglaubigt hatte der Notar Fehler gemacht die nur für mich und meine Mutter Auswirkungen hatten. Und zwar keine positiven. Den Notar konnte man nicht zur Rechenschat ziehen, da wohl jeder in der Pflicht steht sich auf die Richtigkeit zu informieren. Was für ein Schwachsinn. Aktuell macht gerade ein guter Freund ähnliches durch, obwohl ein Testament da ist, ist es nicht so Wasserdicht. Also müssen schon wieder Anwälte beschäftigt werden. Was soll man also machen um auf der sicheren Seite zu sein. Das was ein Notar oder Rechtsanwalt gemacht hat, noch einmal von einem zweiten überprüfen zu lassen? Das Ergebnis dann noch einmal von jemanden anderen. Manchmal fasse ich mich nur an den Kopf und frage mich was los ist. Wenn du denkst du bist save, bist du es dann irgenwie doch nicht weil einen § gibt der den anderen § wieder aushebelt. Also besser noch einmal recherchieren. Wünsche dir ein schönes Wochenende Petra

    • Zum Lifestyle der Blogger gehört halt auch das Thema Sterben – das End of Life sozusagen … Es tut mir leid, dass Du so schlechte Erfahrungen mit Notarverträgen gemacht hast. Meine eigenen sind bisher durchweg positiv. Ich würde mich auch auf einen Notar verlassen. Man kann nicht alles gegenprüfen, oder? Allerdings ist das bei großen Verträgen ja auch nicht unüblich, sie von anderem Anwalt prüfen zu lassen – ähnlich einer Arzt-Zweitmeinung, wenn es dabei Auslegungssachen geben kann. Bisher hatte ich Glück, dass meine Belange immer so einfacher Natur waren, dass ich das selbst überblicken konnte.

  9. ein ernstes und wichtiges Thema..
    mein Vater hat nach dem Tod meiner Mutter auch mit mir beim Notar eine Patienten und Betreuungsverfügung erstellt

    und mein Mann war in einem Hospiz.. allerdings nur einen Tag
    aber es war sehr schön dort
    liebe Grüße
    Rosi

    • Danke, dass Du über Deine persönlichen Erfahrungen hier sprichst und andere damit hoffentlich dazu bringst, sich dem Thema zu stellen. Hast Du für Dich auch bereits Verfügungen?

  10. Danke für den Anstubser. Habe das Thema heute bei den ü45 jährigen nach dem Abendessen zur Sprache gebracht und darum gebeten, man möge sich doch in näherer Zukunft über diverse Themen mal konkrete Gedanken machen und diese auch schriftlich fixieren.
    LG Sunny

    • Finde ich klasse, dass Du das Thema direkt beim Schopf gepackt hast. In Deiner Familienkonstellation würde ich mir sehr genau ansehen, ob die rechtlich automatisch erfolgenden Schritte die gewollten sind. Wenn ja, ist ja alles gut. Wenn nein, schnell handeln. Es kann immer morgen zu spät sein. Und man kann Entscheidungen in den Punkt revidieren, bis der Fall eingetreten ist. Lass mich gerne mal wissen, ob Ihr gehandelt habt.

  11. Ein ziemlich wichtiges Thema, das man gern verdrängen möchte. Aber man kommt nicht drum herum, eine Regelung zu treffen. Wir haben das Berliner Testament. Das Thema mit der Patientenverfügung muss ich unbedingt noch in Angriff nehmen.

    Liebe Grüße Sabine

    • Nicht nur Patienverfügung ist wichtig, sondern auch Vollmachten. Wenn Du im Koma liegst, darf Dein Mann z.B. Eure Wohnung nicht verkaufen ohne Zustimmung von Amts wegen. Wenn er eine notariell beglaubigte Vollmacht für solche Dinge hat, schon. Alle Dinge, die über die ehelich erteilte Vollmachte – im gewissen Rahmen darf man da ja auch füreinander handeln – darf er dann für Dich nicht tun. Allerdings will natürlich auch gut überlegt sein, ob man so eine Vollmacht erteilen möchte oder lieber einen neutralen Vormund – oder wie auch immer das dann von Amts wegen heißt – für sich einsetzen lassen möchte. Ich habe für mich entschieden, dass mein Mann ein Generalvollmacht hat. Mehr geht nicht. Das ist mehr als heriaten.

  12. Es ist ein schwieriges , jedoch unglaublich wichtiges Thema! Leider lässt es sich , auch nach negativer Erfahrung im weiteren Umfeld, nicht immer wunschgemäß umsetzten. Es müssen sich leider ” alle Partein” der Situation stellen.. alles Gute ?

    • Da hast Du völlig recht, wenn mehrere unteschreiben müssen. Das ist mies, wenn man dem ausgeliefert ist. Wenn es allerdings um Deine Patientenverfügung, Deinen alleinigen Besitz und Vollmachten nur Dich betreffend gibt, kannst Du das auch alleine regeln. Ein Testament und die Verfügungen kannst Du also trotzdem machen. Und wenn andere sehen, dass Du das trotzem angehst, stellen Sie sich dem vielleicht dann doch. Einen Versuch ist es wert.

  13. ok – kein Thema für’s sonntagsfrühstück, könnte man jetzt denken, aber ich werde es trotzdem dazu machen. besser so als nie! danke für deinen anstubser und die notaradresse! liebe grüße, bärbel

    • Gut so! Mach es bitte zum Frühstücksthema, denn wann hat man sonst schon Zeit, in Ruhe über solchen Dinge zu reden? Ein abendliches Dinner bietet sich auch nicht gerade dafür an … Gib doch mal eine Rückmeldung, wie es ankam, das Thema anzusprechen.

  14. Gut, dass Du das Thema aufgreifst Ines. Ich bin heilfroh, dass meine Eltern beim Notar waren, bevor meine Mutter dement wurde. U. und ich haben schon bald nachdem klar war, dass wir zusammen bleiben dafür gesorgt, dass wir abgesichert sind. Meine Kinder waren noch zu klein, um Entscheidungen zu treffen, meine Eltern wollte ich um keinen Preis irgend etwas entscheiden lassen. Wir haben deshalb eine Patientenverfügung und eine gegenseitige Vollmacht. Beides werden wir Anfang 2017 noch einmal prüfen, wenn notwendig bestätigen lassen. Ich habe gehört, dass Verfügungen, die jahrzehnte alt sind, unter Umständen nicht mehr anerkannt werden. Was ich für Blödsinn halte, aber sicherheitshalber lassen wir das prüfen.
    Lieben Gruß
    Sabine

    • Gut, dass Ihr Euch darum gekümmert habt. Gerade nicht notariell beglaubigte Verfügungen sollte man ab und mal mit aktuellem Datum bestätigen, damit klar ist, dass man das immer noch so will. Das habe ich auch als Empfehlung öfter schon gelesen. Von notariell bestätigten kenne ich das nicht.

  15. 🙂 Liebe Ines,

    ich habe so eine Situation vor Jahren erlebt. Es war der Horror. Trotzdem war vorgesorgt und ich war mit einer notariell beglaubigten Vollmacht handlungsfähig, konnte alles regeln, mit Banken verhandeln usw.

    Leider ist es in Österreich komplett anders. Der absolute Horror. Hier geht nach dem Ableben eines Menschen alles einen Weg mit Behörden, Rechtsanwälten usw. Kostet Geld, ist mühsam, für die Hinterbliebenen nicht lustig, wie ich meine und dazu sehr beschwerlich.

    Ich kann nur hoffen, dass ich mich nicht in Österreich in die ewigen Jadgründe verabschieden werde…

    Schönen Abend und liebe Grüße 🙂

    • Danke für Deine Bestätigung, dass die Vorsorge im Ernstfall geholfen hat. Ist es in Österreich nur so kompliziert, wenn man dort als Ausländer stirbt oder auch für Österreicher?

  16. Liebe Ines,
    ja, auch ich danke für den Anstupser. Ich erlebe das Drama derzeit bei der Pflege meiner Mutter, die sich trotz hohem Alter und chronischer Krankheit nicht mit den Details nach ihrem Ableben beschäftigen möchte. Das Ganze beschäftigt mich so sehr, dass ich meine eigenen Hausaufgaben auch noch nicht gemacht habe.

    Als ich das Thema beim Steuerberater angesprochen habe, schüttelte er nur mit dem Kopf und meinte, das sei bei uns nicht notwendig, weil verheiratet und kein Grundbesitz. Tsts, gut, dass Du mich jetzt wieder eines Besseren belehrt hast.
    Danke und viele Grüße in den Norden
    Bärbel aka Farbenfreundin

    • Wenn Ihr Kinder hättet, wäre es einfacher. Ohne würde ich wirklich prüfen lassen, wer dann erbt. Halte gut durch bei der Pflege Deiner Mutter! Es ist so eine doofe Zeit …

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