Ich bin ein Influencer

Ines Meyrose #ootd 20170401 mit Jerseykleid Armor Lux in natur-marine, Sneaker natur Leder New Balance, Leggings Falke - Foto Bärbel Ribbeck

Foto: Bärbel Ribbeck

Was ist ein Influencer?

In den letzten Monaten lese ich immer wieder in der Blogger- und Onlinemagazinwelt über Influencer. Der eine distanziert sich davon, Sabine Gimm zum Beispiel im Beitrag Influencer oder Influenza – bist Du schon infiziert?, der andere widmet dem eine ganze Rubrik, zum Beispiel styleranking.

Ein Influencer ist schlichtweg ein Beeinflusser. Auf Wikipedia steht dazu “Influencer (von engl. to influence: beeinflussen) ist ein um 2007 entstandener Begriff für eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken eines kommerzialisierten Internets für Werbung und Vermarktung in Frage kommt (Influencer-Marketing).”

Leo nennt es key influencer und beschreibt es als “individuals, groups or publications whose opinion on a product, service or company can significantly affect public perception within a specific market”.

Hier in meinem Blog zeige ich Präsenz, erfahre Anerkennung und bin damit in sozialen Netzwerken vertreten. Für mich spielt dabei keine Rolle, dass die Followerzahlen in den sozialen Netzwerken sich in Grenzen halten, denn es sind echte Follower. Ich erziele  echte Reichweite, keine fiktive. Die Hauptkontakte entstehen hier im Blog.

Partnerwahl

In den letzten acht Jahren der Bloggerei habe ich unzählige Kooperationen angeboten bekommen. Die Kommunikation dazu füllt vier breite Ordner im Büro. Noch Fragen bzgl. des Aufwands damit? Viele habe ich angenommen, eineinhalbmal so viele unpassende oder unseriöse Anfragen abgelehnt. Diverse bezahlte Artikel wurden gebucht, immer alles entsprechend transparent gekennzeichnet. Meine Leser können genau sehen, welche Waren PR-Muster sind und für welche Beiträge ich bezahlt wurde.

Ich will genau das, was Du hast

Meine Blogbeiträge hier werden gelesen, weil ich für Dich interessante Dinge vorstelle oder über spannende Themen schreibe. Dass meine Empfehlungen dazu führen, dass der das will ich auch haben Effekt eintritt, ist ganz normal. Auf Instagram gibt es dazu den Hashtag #instamademebuyit. Für Blogleser wäre das Gegenstück hier #inesmademebuyit.

Wenn mir Freundin X ein Buch empfiehlt und ich weiß, dass wir in der Vergangenheit ähnliche Bücher mochten, folge ich Ihrer Empfehlung und lese das Buch. Wenn mir Freundin Y sagt, dass Marke Z eine herausragende Qualität hat und ich ihren hohen Anspruch dabei kenne, vertraue ich darauf und bin bereit, bei der Marke Z zu kaufen, weil mir die entsprechende Qualität ebenso wichtig ist.

Feedback – ein kleiner Auszug

  • “Deine vielfältigen Blogs inspirieren und verführen mich zum Kauf oft mehr als es jede andere Werbung je könnte. Ich denke dabei an den wunderschönen Schmuck von sence copenhagen, an Sonnenlicht, das man in einem Glas verschenken kann, an einen superlang haftenden, schnell trocknenden Nagellack, an eine blaue Rucksack-Tasche von Longchamp, Ringelshirts, Lederjacken usw. … Dinge eben, die das Leben und einen selbst verschönern.” Uschi bei der Wunschliste 2017
  • “Ich muss mich aus Ihrem Blog wieder verabschieden, der tut meiner Geldbörse gar nicht gut. Ich hab nämlich eine große Schwäche – sehe ich an Anderen etwas, das mir ausnehmend gut gefällt, muss ich das haben, da führt kein Weg dran vorbei!!! Und dann immer diese Links zu den Shops der erworbenen Teile – noch einfacher geht’s ja für mich gar nicht, sehr gefährlich!” Rotlilie beim Beitrag Herbstfarbe Blau
  • “Meine Komplimente für Dein schönes Kleidchen hast Du ja schon bekommen” schreibt Bärbel (“die auch so ein Ringelkleidchen haben will!”) beim Beitrag Marine-Look 2017. Schau mal, was Du kurz darauf auf Instagram bei Bärbel sehen kann.

Im wahren Leben treffe ich Leser_innen und Kunden und sehe oft Kleidungsstücke oder Accessoires an Ihnen, die ich im Blog gezeigt habe, die sie daraufhin gekauft haben. Dabei spielt es für die Leser_innen keine Rolle, ob ich die Dinge selbst gekauft oder nicht. Wichtig ist, dass es ihnen gefällt. Verdienen tue ich an diesen Käufen der Leser_innen nur in selten Fällen, wenn zum Beispiel etwas über einen Amazon-Affiliate-Link gekauft wird.

Cash

Leider darf ich wegen der Teilnahmebedingungen des Amazon-Affiliateprogramms nicht sagen, wie viel – oder besser wenig – ich damit im Jahr am Umsatz mache. Warum schreibe ich Umsatz mache und nicht Gewinn erziele? Es gehen noch Steuern davon ab und meine Krankenversicherung. Und ich muss mehrere komplexe Umsatzsteuermeldungen pro Jahr vornehmen, weil Amazon in Luxemburg sitzt. Ich formuliere es mal vorsichtig: Für eine Jeans von s.Oliver würde es reichen, für eine Please! nicht.

Darum geht es aber auch nicht. Es geht mir darum, mit dem Blog insgesamt für Dich als Leser_in einen Mehrwert zu schaffen und mich potenziellen Kund_innen zu zeigen. Dass ich dafür ab und an einen Ausgleich bekomme in Form von Geld, sorgt dafür, dass ich dabei nicht noch draufzahle.

Regelmäßig ein aktuelles Smartphone oder eine Kamera zu kaufen, gehört zum Beispiel zum Bloggen dazu, wenn Du gute Bilder schaffen möchtest und in sozialen Netzwerken Präsenz zeigen möchtest, ohne ständig am PC zu sitzen. Eine gute Kamera alleine macht zwar noch keine guten Bilder, aber mit einer schlechten kann der beste Fotograf keine ordentlichen Bilder machen, wenn die Auflösung beispielsweise schlichtweg nicht mehr zeitgemäß ist für große Bildschirme. Von Kosten für den PC und Programme reden wir gar nicht erst.

Gleich und Gleich gesellt sich gern

Deshalb bin ich ein Influencer. Weil Du Dich für die gleichen Dinge interessierst wie ich. Sonst würdest Du hier nicht lesen und mir nicht Deine Zeit schenken.

Kooperationen mit Firmen schaffen Mehrwert für Leser_innen, den Blogger und Firmen. Auf Styleranking findest Du den Beitrag So wurde das Uhrenlabel Kapten&Son dank Influencer-Marketing zur Trendmarke. So geht win-win.

Ich bin gerne ein Influencer. Wie siehst Du das Thema?

32 Gedanken zu „Ich bin ein Influencer

  1. Guten Morgen Ines,
    so einige deiner Kauf-Tipps habe ich erfolgreich erstanden oder einfach für mich umgesetzt (aus deiner blauen Longchamp Rucksack-Tasche wurde bei mir dann eine rote Le Pliage shopping bag L) aber – was noch viel wichtiger ist – sie halten auch das, was du versprochen hast! 😉
    Ein Influencer bist du eindeutig für mich und man merkt, dass du sehr bedacht und sorgfältig Dinge “bewirbst”.
    Herzlichst
    Uschi

    • Danke für das positive Feedback. Wenn aus blauem Rucksack eine rote Tasche wird, finde ich das sogar noch besser, weil die Überprüfung, in welcher Variation oder ob es genau so zu Dir passt, erfolgreich war. So geht für mich Inspiration. Vielleicht bin ich auf Deutsch eine Inspiririererin?

  2. Danke, dass Du meinen Artikel erwähnt hast liebe Ines. Ich distanziere mich nicht generell davon, dass ich ein Influencer bin. Mir geht es vielmehr darum, dass darum so ein Hype – vor allem um Followerzahlen – gemacht wird. Ich habe festgestellt, dass ich keinen Spaß am Bloggen habe, wenn ich mir zu viele Gedanken über die Präsenz und Reichweite meines Blos mache. Wobei jeder Blogger sich freut, wenn der Blog gelesen wird.

    Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit meinen Artikeln Leser beeinflusse, vor allem, wenn ich Produkte vorstelle. Dabei ist mir wichtig, dass es transparent und glaubwürdig ist.

    Da geht es mir wie Dir. Deshalb lese ich Deinen Blog so gern. Das positive Feedback ist durchaus gerechtfertigt.

    Liebe Grüße Sabine

  3. Liebe Ines, der Blogbeitrag verlangt heute eine offizielle Begrüßung!
    Sehr wahr und ich freue mich meine Worte hier erneut zu lesen. Sie treffen nach wie vor zu, wenn sie auch mit ironischem Unterton daherkamen!
    Ich stimme Uschi zu – du beschreibst, wägst ab, ohne dich in Werbung zu verlieren, sondern nach wirklich tauglichen Aspekten! Das schätze ich und darum fühle ich mich davon angesprochen. Geschmacklich bin ich nicht immer dabei – aber das halte ich für völlig normal, wir sind ja alle ganz unterschiedliche Frauen!
    Ich lese auch gern Kritik an Dingen, die von anderen auf den Sockel gestellt werden, ich mag es, wenn man relativiert. Mein eigenes Urteil kann ich mir sowieso erst dann bilden, wenn ich etwas selbst probiert habe. Insofern kommen deine ausgewogenen Empfehlungen zielgenau bei mir an!
    Influencer ist so ein Modeding, dass ich eigentlich nicht mag, Inspirationsquelle trifft es eher – ist natürlich fürs Marketing kein griffiges Wort. Aber da ich nicht als alte Schachtel durchgehen will 🙂 – ja, du bist ein Influencer. Ich kaufe gern und (zu)viel, aber dein Vokabelschatz ist mir oft zum ständigen Begleiter geworden: Kleiderschrankinventur, Modemathematik, etc. und hält mich wenigstens ein bisschen von Fehlkäufen ab! Danke dafür und weiter so!

    Herzliche Grüße aus der Waschküche Berlin! Es hat doch jetzt tatsächlich aufgehört zu regnen….
    Susanne

    • Wenn Dir alles hier gefallen würde, wäre es ja auch langweilig. Montag kommt ein Outfit, von dem ich jetzt schon sicher bin, dass Du es z.B. nicht magst. Beim Schreiben denke ich schon manchmal daran, wer von den Leserinnen wohl was dazu denken wird.

      In Hamburg war gestern leider auch Sturzregen …

    • Da bin ich aber gespannt ?
      Auf dem Weg Richtung Ostsee und es schüttet ?

  4. Inspirationsquelle, so beschreibt Dich Susanne oben. Das finde ich ja mal super passend und schön.
    Mir geht es in zweierlei Hinsicht so: als Privatfrau Sieglinde Graf und als Geschäftsfrau mit da sempre.
    In beidem finde ich Deinen Blog sehr lesens- und ehrenwert.
    Das ist mir ein hohes Gut in Zeiten wie diesen und im Bereich Internet und digitaler Welt.
    Da ticken wir beide gleich: trotz digitalem Auftritts (Du im Blog, ich im Shop) haben wir eine ganz bodenständige und vielleicht auch etwas altmodische Auffassung von gutem und ehrlichem Geschäftsgebaren.
    Deshalb machen mir die Kooperationen mit Dir auch immer ganz besondere Freude.
    Im Herbst steht ja wieder eine an… und darauf freu ich mich jetzt schon.
    Also liebe Ines, keep on being my most beloved influencer! <3
    Herzlichst, Sieglinde

  5. Es ist nicht leicht Kooperationsprodukte so vorzustellen, wie nicht gesponserte Empfehlungen. Hier find ich macht es die Schlagzahl, die Art und Mischung
    der Produkte und die Authentizität. Schön ist es, wenn die Werbung sich gern und gut liest. Und klar, ich lasse mich hier von Dir auch gern inspirieren. Es gibt Blogs, die regen mich zum Nachdenken an.
    Ich würde z. B. Nie Werbung für Ikea machen, seit ich weiß dass die quasi
    keine Steuern zahlen, hier aber die Infrastruktur abgreifen. Und so wie ich auch keine Produkte mehr loben hervorhebe, die bedenkliche Stoffe enthalten. Vielleicht mache ich zum Test mal einen Post über meine Zigarettemarke. Ich wäre gespannt, wie groß die Empörung wäre. Nur bei Klamotten, da bin ich noch inkonsequent. LG Sunny

    • Ein Outingpost als Raucherin? Den würde ich gerne lesen. Und vor allem die Kommentare dazu… 🙂

  6. Liebe Ines Meyrose,
    klar bist Du eine Influencerin, aber für mich noch mehr ein Kompass, der mich auf Linie hält und verhindert, dass im Gefühlsüberschwang angeschaffte “Schätzchen” in meinen Kleiderschrank einziehen und die Kleidung zwar schön ist, aber eben nicht optimal zu meiner Figur passt. Diese Woche begann der “Soldes” beim Amor Lux Outlet in Quimper… ich war stark und nur drei optimale Stücke durften mitkommen! Das ist Dein Werk.
    Herzliche Grüße aus der Bretagne,
    Susa

  7. Ja natürlich bist Du ein Influencer. 😉 Ich schätze es sehr, dass Du Kooperationen sorgfältig auswählst. Ich lasse mich auch durchaus ganz gern beeinflussen, wenns passt.
    Liebe Grüße Tina

  8. genialer artikel über uhren, die ich nie kaufen würde. der herr von der firma wird nach der kennzeichnung gefragt und er antwortet, dass es da nicht so im detail bescheid wüsste! genau so stelle ich mir nämlich die partner der influencer vor.

    ja, du hast mich mit dem kleid angedichtet, ich dich mit einer creme und einem tracker und in meinem gürtelladen warst du auch schon. bin ich nun ein influencer? nein, das bin ich erst, wenn ich mir follower kaufe!

    liebe grüße
    bärbel

    • Schön, dass einer über den Satz zur Kennzeichnung in dem verlinkten Artikel stolpert. Das bin ich nämlich auch.

      Klar hast Du mich schon zu vielen Sachen beeinflusst. Auch andere Blogger, Dank Andrea here I am habe ich drei Bücher gelesen zum Beispiel. Und ich denke gleich an Sunny, wenn ich meine Füße eincremen.

      Aber was hat es mit dem Kaufen von Followern zu tun, ob man ein Influencer ist? Für mich nichts.

    • 🙂 Liebe Bärbel,
      den letzten Satz verstehe ich auch nicht. Bist Du der Meinung dass Influencer Follower kaufen? Warum?
      Liebe Grüße
      Claudia 🙂

  9. Ein toller Artikel zu einem brennend aktuellen Thema, liebe Ines. Dein Umgang mir Werbung und PR Samples schätze ich sehr Den einiger anderer Blogger allerdings deutlich weniger. Wenn es eine win-win Situation sein soll, dann sollte die Leserin nämlich auch darüber informiert sein. Ich stimme Dir absolut zu und wünsche Dir ein wunderschönes und sonniges Wochenende.

    Liebe Grüße
    Gabriele

  10. 🙂 Liebe Ines,
    schöner Artikel! Es kommt immer auf die Mischung und die Glaubwürdigkeit des oder der Bloggerin an, ob man als Leser Werbung annimmt oder nicht.
    Schönen Sonntag und liebe Grüße 🙂

  11. Wie gerade schon bei Sabine kommentiert: Werbung stört mich nicht, denn ich lasse mich lieber von Frauen “anwerben”, die mich interessieren und bei denen ich das Gefühl habe, dass sie darüber nachgedacht haben, ob das Produkt vielleicht etwas für ihre LeserInnen sein könnte und die nicht nur auf’s Geld schauen. Wenn ich keine Lust auf solche Artikel habe, klicke ich eben weiter.

    Lieben Gruß
    Sabine

  12. Ja natürlich haben wir Blogger Einfluss. So funktionieren Menschen einfach! Ich freue mich total, wenn ich Spaß am Bloggen habe, vetdiene damit ja auch Geld und meine Leserinnen wissen den Service über Afilliate Links sehr zu schätzen.
    Klar, spart ihnen eine Menge Zeit und Suche.
    Deine Hauotkommunikation läuft über den Blog, nicht Instagram, oder?

    • Ja, der Blog ist der Planet, um den die Socials inkl. Instagram kreisen.

      Freut mich, dass Deine Leserinnen Deine Empfehlungen auch so schätzen.

  13. Ich habe das Kleid übrigens jetzt bestellt 😉 Es ist nun reduziert und da meine anderen Bestellungen auch alle nicht so prickelnd waren, habe ich das Kleid von Amor Lux nun bestellt. Ich bin total gespannt darauf. Bei Lands End passen sie übrigens gut, nur sah das schöne Blümchenkleid an mir aus wie eine Kittelschürze 😉 Aber hab ich auch nicht die passenden Schuhe dafür und deswegen ging es zurück. Aber nun bin echt gespannt auf das Kleid 😉
    LG Andrea

    • Hoffentlich passt es – würde mich sehr freuen für Dich! Dass die Kleider von Lands’ End passten, ist ja auch schon mal eine gute Erkenntnis, so dass Du da beim nächsten Mal auch mal wieder gucken kannst.

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