Gestorben wird immer

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Gestorben wird immer: Roman (Affiliate-Link)
von Alexandra Fröhlich

Als ich Bella Germania ausgelesen hatte, wurde mir Gestorben wird immer von Amazon empfohlen. Ein guter Tipp! Es ist ebenso eine Familiengeschichte über drei bzw. vier Generationen. Agnes führt als Grande Dame einen Steinmetzbetrieb in Hamburg. Ursprünglich kommt sie jedoch aus Königsberg, dem heutigen Kaliningrad. Im 2. Weltkrieg ist sie mit ihren Kindern nach Hamburg geflohen und hat sich dort zielstrebig ein neues Leben aufgebaut. Das ging nicht ganz ohne Opfer vonstatten …

Mit 91 beschließt Agnes, ein Familiengeheimnis zu lüften. Sie zwingt ihre Enkeltochter Birte, die komplette noch lebende – Großteils völlig zerstrittene – Familie zusammen in Hamburg an einen Tisch zu bringen. Die Geschichte springt in den Jahrzehnten und Generationen hin und her. Ich habe beim Lesen aber immer den Überblick behalten. Der Autorin ist es gelungen, dass ich fast alle Charaktere sympathisch finde. Das kommt bei solchen Roman selten vor.

Meine Wurzeln

Besonders berührt hat mich bei dem Roman, dass er Teile meiner eigenen Familiengeschichte erzählt. Mein 1981 verstorbener Vater Wolfgang, genannt Wölfi, ist der jüngste von 5 Geschwistern, wobei ein Bruder schon gestorben war bei seiner Geburt oder in den Jahren darauf – das weiß ich nicht genau. Für mich hatte er immer nur drei Geschwister, die alle noch leben, zu denen ich aber schon lange keinen Kontakt mehr habe.

Mein Vater ist 1944 in Gumbinnen bei Königsberg geboren. Sein Vater ist zu dem Zeitpunkt im 2. Weltkrieg in Russland verschollen und hat Wölfi niemals gesehen. Seine Mutter ist mit vier oder fünf Kindern nach Westdeutschland geflohen und in den 1950ern oder Anfang der 1960er nach Hamburg-Harburg gezogen. In der Wohnung, in der sie mit ihren – dort in jedem Fall nur noch vier Kindern – gelebt hat, hat später noch lange sein ältester Bruder mit seiner Frau und drei Kindern gelebt.

Lustigerweise hat es mich 2003 gar nicht weit weg dorthin verschlagen und ich fühle mich hier absolut abgekommen. Ein anderer Teil meiner Wurzeln ist die Hamburg Linie meiner Mutter, die nachweislich bis mindestens zum Dreßigjährigen Krieg aus Hamburg kommt. Der andere Teil ist die zugezogene Harburger Familie väterlicherseits. Weil meine Familie ebenfalls nicht an einem Tisch sitzt, kommt mir vieles in Gestorben wird immer bekannt vor. Ich bin froh, nicht alle zusammentrommeln zu müssen! Und ich weiß auch gar nicht, ob ich in einigen Punkten die volle Wahrheit wissen möchte …

So, jetzt weißt Du wieder ein bisschen mehr über mich. Dabei wollte ich doch eigentlich nur einen Lesetipp geben.

Woher stammen Deine Eltern und Großeltern? Wo leben sie heute?

25 Gedanken zu „Gestorben wird immer

  1. Sehr interessanter Lesetipp! Das werde ich mir mal auf die Liste setzen. Es gibt übrigens leichte Ähnlichkeiten bzw. Überlappungen zwischen uns ;) Meine Oma ist in Ostpreusen geboren, meine Mama ebenso (Bartenstein, Kreis Hohenfelde). Opa ebenso Ostpreussen. Als der Krieg gekommen ist, geflohen nach Perlin. Dann da gelebt und Mama hat Papa kennengelernt. Sein Vater ist im 2. Weltkrieg verschollen. Ich hab mal versucht es zu verfolgen, aber leider verläuft sich seine Spur in Russland (obwohl man gesagt hat, dass er nach dem Krieg in Klinken (dort haben sie gelebt) nochmal aufgetaucht sei. Mein Opa ist übrigens in Hamburg geboren. Vater unbekannt, hat den Namen seiner Mutter. Tangermann gibt es übrigens sogar öfters in Hamburg… wer weiß, vielleicht existiert entfernte Verwandtschaft von uns dort. Meine Oma väterlicherseits hat nochmals geheiratet damals, lebte in Mecklenburg. Ich habe sie nie kennengelernt. Meinen Opa mütterlicherseits kenne ich ebenso nicht. Der ist 1962 gestorben. Meine Oma ist 1957 von Mecklenburg rüber an den Niederrhein gezogen, wo sie bis zu ihrem Tod in Emmerich lebte.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Da ist Deine Familie ja weit herumgekommen. Mein Oma väterlicherseits habe ich auch nie kennengelernt. Sie starb, als meine Mutter mit mir schwanger war.

      Heute haben wir beide eine kleine Familie.

  2. Das ist wirklich interessant. Wir gehören zu der Generation, in der es noch Zeitzeugen des 2. Weltkriegs gibt. Ich hoffe, solche Geschichten bleiben zukünftigen Generationen erspart. Meine Großmutter väterlicherseits musste sich ebenfalls allein mit 5 Jungs nach dem Krieg durchkämpfen.

    Liebe Grüße Sabine

    • Das hoffe ich auch, dass und das erspart bleibt. In andere Teilen der Welt sieht das ja bereits anders aus.

  3. Danke für den Buchtipp und den privaten Einblick.
    Mein Vater (Jg. 1913) wurde in Westfalen geboren und hat seinen Vater auch nie kennen gelernt. Mein Großvater ist schon im 1. Weltkrieg “gefallen”, wie man damals sagte. Mein Vater wurde von seiner Großmutter, Mutter und Tante großgezogen. Ich glaube es war nicht so lustig, wenn man den alten Fotos glauben mag. Er war Einzelkind und ist dann als junger Mann – nachdem er im 2. Weltkrieg verwundet wurde – in Hilversum beim Soldatensender als Toningenieur gelandet. Nach dem Krieg kam er zum Rundfunk nach Köln und traf meine Mutter (Jg. 1926). Sie ist eine Kölnerin und mein Vater hat die leichte rheinische Lebensart sehr gerne angenommen. Das Elternhaus von meiner Mutter war sehr unterschiedlich zu dem, was mein Vater kannte, viele Generationen zusammen in einem kleinen Fischerhaus am Rhein. Es gab keinen Wohnraum und so musste das anfangs sein. Dann kamen die 50er Jahre: Aufbau! Eigenheim, eigene Kinder… mein Vater viel unterwegs, mit dem Ü-Wagen (Übertragungswagen). Ich glaube keine einfache Zeit für die Familie. Ich kam erst später dazu :-)
    Sonnige und windige Grüße vom Rhein
    Susa

  4. Ja, jetzt habe ich erst Deine zweite Frage “Wo leben sie heute” registriert….
    Papa verstorben 1980, Mama im 92. Lebensjahr, Großmutter väterlicherseits Mitte der 1960 Jahren (bei uns in Köln) verstorben, mein “Kölner Opa” starb 1968 und seine Frau, die “Kölner Oma” war noch bis 1985 bei uns. Sehr viele Jahre hat sie alleine in dem Fischerhäuschen gelebt, in dem in den 1940-Jahren bis zu 12 Personen lebten.

  5. Klingt nach einer interessanten Lektüre. Die Familie meines Vater lebt seit knapp 500 Jahren in Westfalen. Ihr Hof ist tatsächlich so lange dort verbrieft. Und die Familie meiner Mutter kam nach der russischen Revolution von ebendort nach Deutschland.

    Meine Großeltern sind alle längst tot, drei von ihnen habe ich gar nicht kennengelernt und an meinem Opa väterlicherseits erinnere ich mich nur ganz dunkel. Ich weiß nur, dass wir vor ihm, der auf seinem ehrwürdigen Sessel saß, knicksen mussten. Und wehe, wir waren nicht picobello rausgeputzt.

    Den 2. Weltkrieg haben immerhin alle heil überstanden. Flüchten musste niemand.
    Liebe Grüße
    Fran

  6. Gute Frage, so genau habe ich mich mit meiner Familiengeschichte noch nie auseinander gesetzt. Auch bei uns haben nicht alle untereinander Kontakt. Allerdings interessieren mich die Gründe dafür auch nicht, da sie wahrscheinlich mein Leben nur schwieriger machen. Trotzdem werde ich mich mal etwas mehr mit meiner eigenen Familienheschichte auseinander setzen. Vielen Dank für die Anregung! Das Buch klingt auch sehr interessant, ich werde mir mal die Leseprobe besorgen. Ich bin im Moment auch so eine richtige Leseratte. ?

    • Liegt bestimmt am kalten Frühling, dass wir beide gerade Lust auf Lesen haben. So kann man das Wetter wenigstens gemütlich nutzen.

  7. Danke für den Buchtipp! Kommt auf meine Wunschliste!

    Meine Großeltern leben alle nicht mehr. Die Eltern meines Vaters stammen aus dem Spreewald, mein Papa auch und somit fließt etwas Gurkenwasser in meinem Blut, gemischt mit Spreewasser, meine Großeltern mütterlicherseits kamen aus Berlin und meine Mama ist auch in Berlin geboren.

    Liebe Grüße,
    Moppi

  8. Oh, danke für diesen Buchtipp! In meinem beruflichen Umfeld habe ich mit soviel “gehobener Literatur” zu tun, dass ich die “Geschichten” mitten aus dem Leben manchmal ignoriere. Ich brauche beide – die nicht immer leicht zugängliche Literatur und die, die man gemeinhin Pageturner nennt. Es klingt spannend, vielleicht bekomme ich das auch bei audible…
    Ich bin mit den Lebensgeschichten meiner Ursprungsfamilien aufgewachsen und froh, dass ich viele Einzelheiten mitbekommen habe. Je älter ich werde, desto mehr kehre ich zu meinen Wurzeln zurück.
    Meine Eltern waren/sind beide Flüchtlingskinder des zweiten Weltkrieges. Mein Vater tief verwurzelt im Polnischen, aber deutscher Nationalität. Ich bin mit polnisch gefärbtem Deutsch, polnischer Küche und bäuerlichem Leben aufgewachsen und möchte nichts davon missen.
    Die Heimat meiner Mutter liegt 150 km östlich von Berlin und wir halten die Erinnerung wach, indem wir ab und zu dorthin fahren. Ich habe zum Glück “heile” Familienbande, wenn auch mit losen Enden, seitdem unsere Urmutter, die Mutter meiner Mutter mit 96 gestorben ist.
    Langsam geht der Stab an mich über… das ist auch eine merkwürdige Erkenntnis. :)

    Frühlingsgrüße…
    Susanne

    • Danke für Deine Geschichte. Ja, das ist ein Pageturner. Hoffe, er gefällt Dir auch.

      Mütterlicherseits bin ich die älteste noch lebende Person … das ist auch merkwürdig …

  9. Das ist ja eigenartig, gerade habe ich – Anlass war der Sirenen-Probealarm unterwegs – mit meiner 7jährigen Enkelin über die Flucht ihres Opas mit seiner Mutter & den Brüdern aus Danzig ( nicht mit DEM Schiff, zum Glück ) geredet, denn er ist der einzige in unserer Familie, der noch den Krieg erlebt hat. Kommentar, auch zu den heutigen Flüchtlingen: Das muss man doch verstehen, dass man nicht sterben will… Das Kind bringt es auf den Punkt, dieses Unverständnis für die Reaktionen so vieler Nachkommen von ehemaligen Kriegsflüchtlingen.
    Familiengeheimnisse gibt es auch in jener Familie, die jetzt nicht mehr aufzudröseln sind.

    Sieglinde Graf hat mir übrigens den Tipp gegeben, dich zu fragen, wie du das mit der neuen DSVG gelöst hast. Allerdings bin ich noch bei Blogger….
    Bon week-end!
    Astrid

  10. Kinder haben einen so erfrischenden Blick, den manch Erwachsener auch haben dürfte …

    Bei Sunny findet Du einen Artikekserie mit Tipps für Blogger bei Blogger zur DSVGO

    https://www.sunnys-side-of-life.de/search/label/dsgvo?m=1

    Weil ich Deinen Stand nicht kenne, weiß ich nicht, ob Dir meine Maßnahmen helfen. Aber zum Beispiel habe ich

    – Social Media Teilenbuttons schon lange entfernt bzw. hatte sie vorher schon mit Doppelklick.
    – Die festen Seiten Seiten Impressum und Datenschutz auf jeweils eigene Seiten gepackt. Die Datenschutzerklärung wird im Mai noch angepasst.
    – Bei den Kommentaren die Abofunktion gelöscht und die Datenschutzcheckbox eingebaut.
    – Artikel per E-Mail abonnieren Funktion offline genommen.
    – IP Adressen bei Kommentaren anonymisiert
    – Auftragsdatenverarbeitungsverträge in Arbeit mit meinem Hoster und Werbetrackingpartnern.

    Google Analytics und Facebookpixel habe ich eh nie verwendet.

    Hilft Dir das?

    • Danke dir! Das werde ich mir “notieren” und nach und nach abarbeiten. Ich mach mir keinen Stress, höchstens Gedanken, ob ich nicht doch mal Google den Rücken kehren sollte.
      Liebe Grüße in die Stadt im Norden
      ( deren Bewohner ich so gar nicht reserviert & unterkühlt finde )

    • Und zu WordPress gehen? Ich bin damit meistens sehr zufrieden, war aber nie bei Blogger. Der Umstieg fällt vielen recht schwer, weil sie mit den Optionen auf einmal überfordert sind. Ich finde aber nicht, das es Hexenwerk ist, wenn man bereit ist, sich einzuarbeiten. Ich bin den Start damals sehr strukturiert angegangen und habe mich mit den einzelnen Teilen genau beschäftigt.

      Viel Erfolg bei der Anpassung!

  11. Danke für den Buchtipp. Das Buch habe ich mir gleich bestellt. Meine Großeltern mütterlicherseits und meine Mutter stammen auch aus Ostpreußen aus der Nähe von Allenstein (Olsztyn), südlich von Königsberg. Mein Großvater galt seit 1944 als verschollen und wurde viele Jahre später für tot erklärt. Von ihrer Heimat, vor allem aber von der Flucht hat meine Mutter, die damals 15 Jahre alt war, oft erzählt. Sie war nach 1990 mit vier ihrer Geschwister auch nochmal dort. Ich habe mich viele Jahre nicht allzusehr für diese Gegend interessiert. Nachdem meine Mutter vor zwei Jahren gestorben ist, bedaure ich das sehr, sie nicht noch mehr ausgefragt zu haben. Alle ihre Geschwister sind vor ihr gestorben. Es ist leider keiner mehr da, den ich fragen könnte. Ich habe jetzt mir einige ihrer Bücher geben lassen, die sie über ihre alte Heimat hatte. Meine Großeltern väterlicherseits stammen aus einer kleinen Stadt zwischen Dresden und Bautzen. Dort haben sie immer gewohnt, sind aber auch schon lange tot. Unsere Familie ist so groß, dass ich zu Cousins und Cousinen keinen Kontakt habe. Nicht weil wir uns nicht mögen. Aber der Kontakt zu meinem Vater, zu den Schwiegereltern, zu den Geschwistern, Nichten, Neffen, Schwager und Schwägerinnen nimmt schon viel Zeit in Anspruch. LG Caro

    • Mir reichen die familiären Pflichttermine schon bei je nur einem Geschwister und zusammen drei Nichten/Neffen und nur noch einer Schwiegermutter …

  12. Das ist aber ein ganz besonderer Buchtipp!
    In meiner Familie gibt es zwar auch ein Familiengeheimnis, dass ich erst sehr spät erfahren habe. Aber nachweislich stammt niemand meiner Familie aus Pommern oder Ostpreußen. Aber ich kenne sehr, sehr viele Menschen, die teils unter sehr dramatischen Umständen von dort fliehen mussten. Und das muss ein unglaubliches Leid gewesen sein.
    LG Sabienes

    • Meine Schwiegermutter stammt aus dem Sudentenland. Sie fährt seit Jahren immer noch mal wieder dorthin. Sie sagt dann, sie fährt “nach Hause”. Und lebt seit über 70 Jahren nicht mehr dort … die Verwurzelung ist offenbar sehr tief.

  13. Logisch! Stell dir vor, du würdest aus Hamburg vertrieben werden und dürftest nichts mitnehmen, außer dem, was du auf dem Leib trägst! Dein Mann ist verschollen, dein Hund wird …
    Man darf gar nicht daran denken. Jegliche Vertreibung oder Genozid ist ganz, ganz schlimm.
    Bloß gut, dass unsere Generation das nicht hat erleben müssen. Und ich hoffe für meine Kinder, dass das so bleibt.
    LG
    Sabienes

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