Stilberatung: Farb- und Musterverteilung am A-Figurtyp

Figurtypbestimmung mit Hilfe von Papier auf einer Wan

Der auf Flipchartpapier gemalte Umriss ist zwar von 2014, passt im Verhältnis aber immer noch.

A-Typ

Bei einem A-Figurtyp sind die Schultern schmaler als die Hüften. Die Silhouette gleicht also einem A. Ein A-Typ hat häufig dazu einen eher flachen Bauch, eine schmale Taille und Brustkorb, wenig Busen und kräftige Oberarme.

X-Typ

Bei einem X-Figurtyp sind Schultern und Hüften gleich breit, die Silhouette wirkt sanduhrartig. Ein X-Figurtyp hat oftmals einen größeren Busen, manchmal durchaus auch ein bisschen mehr Bauch.

Mit Hüfte in diesem Fall die breiteste Stelle zwischen Oberschenkel und Taille gemeint. Das ist bei dem einen Menschen höher, beim anderen tiefer. Bei den meisten A- und X-Figurtypen liegt die breiteste Stelle auf Schritthöhe.

A/X-Mischtyp

Ich bin ein A/X-Mischtyp. Dominant ist das A, aber es ist so vom X nicht weit entfernt. Außerdem habe ich keine wirklich schmalen Schultern und viel Busen. Ich achte im Wesentlichen darauf, meine Hüften schmaler erscheinen zu lassen und den Blick nach oben zu lenken, weil ich gerne wie ein X wirken möchte. Deshalb kann ich anhand meines Körpers am besten Stylingtipps für den Figurtyp A geben.

Flächenwirkung von Farben und Mustern

Pauschal gesagt – Ausnahmen bestätigen die Regel – halte ich mich bei der Verteilung von Farben und Mustern an diese Grundlagen:

  • Helle Farben lassen Flächen größer aussehen, weil auf hellen Farben Schatten gut erkennen sind und so ein dreidimensionaler Effekt entsteht.
  • Dunkle Farben lassen Flächen kleiner aussehen, weil sie das Licht schlucken und der Körper darin eher zweidimensional wirkt.
  • Einfarbige Sachen machen schmaler.
  • Muster tragen auf, sofern sie nicht von etwas ablenken.

Was funktioniert am Figurtyp A als Ausgleich in Richtung X?

Weil ich diese Grundlagen beachte, trage ich bevorzugt einfarbige Hosen. Gemusterte findest Du in meinem Schrank aktuell gar nicht. Wenn meine Hosen hell sind, kombiniere ich helle Oberteile mit und ohne Muster dazu, um den Eindruck der A-Figur nicht noch zu verstärken. Zu dunklen Hosen trage ich sowohl dunkle Oberteile, was dann streckt, als auch helle Oberteile, die den Blick zum Gesicht lenken und mich X-förmiger erscheinen lassen. Zur Illustration habe ich Outfits aus dem Blog ausgewählt, die ich alle so trage oder getragen habe.

Helles Oberteil + helles Unterteil

Ines-Meyrose Outfit 20170908 weiße Bluse kombinieren im Komplettlook mit Greenery - Bluse COS Caprihose TONI-Schal Deerberg Plateausandaletten BP Zone

Das A bleibt bestehen, wird aber nicht ungünstig verstärkt. Die durchgehend helle Fläche streckt zusätzlich. Der lang herab hängende Schal unterstützt den streckenden Effekt.

Dunkles Oberteil + dunkles Unterteil

Ines Meyrose Outfit 20171010 mit Gehrock Clément Design, Stretchhose FIVEUNTITS Angelie dunkelblau – Tuch Nila Pila Naga - Schlankmachtrick Schuhfarbe passend zur Hose – Foto Bärbel Ribbeck

Copyright Foto Bärbel Ribbeck

Das A bleibt bestehen, wirkt aber durch die dunkle Farbe insgesamt schmaler. Die durchgehend dunkle Fläche streckt zusätzlich.

Helles Oberteil + dunkles Unterteil

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans und Bluse s.Oliver - gelb und blau kombiniert, Schal Fraas

Das A wird zum X. Die helle Farbe verbreitert den Oberkörper, das helle Tuch lenkt den Blick zum Gesicht, die dunkle Jeans macht den Unterkörper schmaler. Durch den Farbwechsel wirkt die Person zwar etwas kleiner, aber dafür aber unten schmaler.

Helles gemustertes Oberteil + dunkles Unterteil

Ines Meyrose 2017 am Zürichsee - Outfit Bluse Cartoon, Tuch Fraas, Jeans Please!, Sneaker New Balance - so funktioniert Apricot am Herbstfarbtyp

Die Kombination lässt die Hüften am schmalsten aussehen, dafür wirkt der Oberkörper volumiger. Aber wir wissen ja: Irgendwas ist immer …

Dunkles gemustertes Oberteil + helles Unterteil

Ines Meyrose – Outfit 20180605 – Marine-Look 2018 weiß-blau mit Längsstreifen am Leuchtfeuer Bunthaus in Hamburg – Finkenwerder Fischerhemd – modAS nautical sportswear – Caprihose TONI - Slip-on-Sneaker aus Baumwollcanvas – Ocean One

Die Kombination lenkt den Blick auf die Beine. Das funktioniert am A-Typ aber nur gut, wenn das Oberteil die breiteste Stelle der Oberschenkel bedeckt. Wenn der Po herausguckt, wird das A zusätzlich betont. Dass das dunkle Oberteil hier gemustert ist hat den Vorteil, dass es ebenso wie die weiße Hose mehr optisches Gewicht hat.

Ines Meyrose: Outftit mit klassischem Paisleymuster im Foulard von Röckl #ootdVertikale Linie

In dem Beitrag Stilberatung: Flache Schuhe zum Ausgehoutfit im Winter habe ich beschrieben, wie Du Deine Körpermitte oder Hüften mit vertikalen Linien schmaler wirken lassen kannst, was für A-Typen hilfreich sein kann. Das funktioniert mit bei Hosen, Röcken und Kleidern.

Weil in Deutschland die meisten Wände hell sind, klappt das am besten, wenn Du einen hellen, offenen Cardigan über einem dunklen Top mit dunkler Hose oder einem dunklen Kleid trägst. Der helle Cardigan verschwimmt dann optisch mit der Wand, in der Mitte verbleibt eine dunkle, schmale Silhouette.

Was ist Dein bester Stylingtipp für Frauen mit A-Figur?

14 Gedanken zu „Stilberatung: Farb- und Musterverteilung am A-Figurtyp

  1. Sehr schön beschrieben und dargestellt. Ich würde mich als X-Typ mit etwas Bauch beschreiben. Die Hüften sind schmal. Von daher betone ich am liebsten die Körpermitte. Muster am liebsten am Oberkörper.

    Liebe Grüße Sabine

    • Deiner Beschreibung kann ich absolut zustimmen. Weil Du ein X und kein A bist, funktionieren bei Dir die Hosen mit Streifen an den Seiten. Bei mir sehen die ganz schlimm aus. Ich habe im Winter eine Jeans mit breitem roten Streifen an der Seite anprobiert. So breite Hüften habe ich lange nicht im Spiegel gesehen. Das hatte nichts mit kruvig zu tun, sondern sah einfach nur blöd aus. Mit Deiner Figur würde ich sofort tauschen.

  2. Ich bin V-Typ. Oben sehr breites Kreuz, dickere Oberarme, viel Busen und unten kleiner Po, dünne Beine. Ich gleiche das am besten entweder mit taillierter Kleidung aus, oben gerne figurbetont, bloss nichts weites schlabberndes und unten gerne weit, fluffig, so dass eine X-Silhouette entsteht ODER oben schmal, entweder mit Longbluse über die Beine oder engem Rock bis über das Knie.

    Oversized kann ich ganz schlecht tragen. Dann sehe ich aus wie Martha Quadrata mit Stöckelbeinchen.

    Liebe Grüße,
    Moppi

    • Martha Quadrata klingt süß. Aber ich verstehe, dass Du lieber nicht so aussehen möchtest. Zur anschaulichen Beschreibung von Figurtypen fällt mir eine lustige Geschichte ein:

      Als wir noch Weihnachtsbäume hatten, haben unsere kleinen Weihnachtsbäume immer Namen bekommen. Mit klein meine ich höchstens 1 m hoch mit Topf. Sie hießen zum Beispiel Fred oder Anton. Eines schönen Dezemberfreitags kurz vor Weihnachten habe ich auf dem Markt spontan einen extrasüßen, dicken, knuddeligen Weihnachtsbaum erstanden. Mein Mann kam spät von einer Geschäftsreise nach Hause und ich empfing ihn fröhlich mit:

      „Guck mal! Darf ich vorstellen, das ist Kügli!“

      Um die Geschichte lustig zu finden, sollte man vielleicht wissen, dass mein Mann eine stattliche Figur hat. Er sagt immer, dass man über alles inkl. Seiner Figur Scherze machen dürfe, nur nicht über sein Alter. Allerdings scheint es bei Scherzen über seine Figur auch Grenzen zu geben …

      Mein Mann guckte mich entsetzt an und bekam spontan schlechte Laune. Ich rief fröhlich, ihn umarmend und auf seinen Bauch klopfend: „Kügli klingt doch süß, der passt zu uns.“ Ich musste immer mehr lachen, mein Mann immer weniger.

      Ein schweigsames Wochenende mit schiefen Blicken in Richtung des armen Tannenbäumchens vor der Tür stand an. Die Rettung brachte mein Best Buddy, dem ich die Geschichte betrübt am Telefon erzählte. Er hatte die zündende Idee: „Du musst den Baum umbenennen. Sofort. Nenn ihn Adonis, dann wird Dein Mann ihn lieben!“ Gesagt, getan. Ich habe meinem Mann den Baum erneut vorstellt. Als Adonis wurde er wertschätzend betrachtet und für gut gewachsen befunden. Weihnachten war gerettet! Seitdem heißt dieser Baum in der Familiengeschichte Adonis formerly known as Kügli.

  3. Prima erklärt, liebe Ines. Und Deine Beispiele zeigen es auch deutlich. Zu A-Typen kann ich da nichts mehr beitragen.
    Ich bin ja mehr der O-Typ, aber die Sache mit den weißen Wänden und den hellen Cardigans habe ich auch oft bei meinen Seminaren genutzt. :-)
    Um Muster bei Blusen habe ich früher meist einen Bogen gemacht, aber die letzten Jahre habe ich mehr Lust dazu entwickelt.
    Selbst kleine Muster bei Hosen finde ich nun an mir….
    Schönsten Sonntag noch wünscht Dir
    Sieglinde

    • Als O-Typ kannst Du kleine Muster auf Hosen durchaus tragen, das finde ich auch. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich die Figur unabhängig vom Knochenbau durchaus verändern kann und damit auch das, was lange (nicht) funktioniert hat.

  4. Ich erkenne mich in Deiner Beschreibung wieder und wie es ja auch schon oft zu lesen gab, mache ich das seit ewigkeiten ganz ähnlich wie Du. Teilen und Stauchen. Die Zeichnung könnte meine Figur darstellen. Allerdings ist mein Brustkorb wirklich breit, dafür habe ich in der Relation wenig Brust. Wenn es spannt, spannts eher hinten, als vorn.
    Wobei ich mich auch nicht immer, oder nicht durchgängig an meine eigenen Tricks halte. Manchmal nehme ich auch etwas “schlechtere” Ergebnisse inkauf.
    LG Sunny

    • Was ich oben vorne an Volumen habe, hast Du hinten in der Breite. Beim Ausgleich der A-Silhouette halte ich mich wirklich fast immer an meine Tricks. Dann mache ich eher noch Kompromisse bei Farben zum Farbtyp, weil es gerade kein Braun gibt.

  5. Hallo Ines,
    als sonst stille Leserin möchte ich mich auch mal melden.
    Ich habe eine A-Figur mit recht breiten Schultern,die auch knochiger sind.Dazu eine Breitbrust,die Oberweite sieht dadurch recht flach und klein aus.
    Der Oberkörper ist kurz und Arme und Beine lang.Das ganze auf knapp 1,80m Länge.Keine ganz einfachen Proportionen.
    Ich mache es so ähnlich wie du.Einfarbige,schlichte Hosen,der
    Oberkörper wird dann bespielt,gerne mit Schmuck und Tüchern.
    Bei meiner Größe nehme ich gerne eine (etwas) andere Farbe bei den Oberteilen,um die Länge zu unterbrechen.
    Die Unterschenkel sind nicht kräftig,daher nehme ich nicht mehr die weiten Hosen,sondern z.B. die Chino-Form.Gern auch gekrempelt,was bei der Beinlänge funktioniert.

    Die Oberteile dürfen nicht zu lang sein,leicht tailliert,am besten mit eingesetzten Ärmeln oder mit Raglan.Die sitzen am besten.
    Ich habe viele einfarbige Basic-Teile,einige mit “gebänderten”Mustern bzw Ethnomustern.die Bündchen am ganz flach und möglichst keine Täschchen auf den Hüften.Meine liebsten Materialien sind Feinstrick und Jersey.
    Ich bin ein heller Frühlingstyp.
    Nachdem an mir immer mal wieder herum gemäkelt wurde,habe
    ich mich auf eine Farb- Stilreise begeben.Das hat so ca.4-5
    Jahre gedauert,was ich nicht bereut habe.Ich trauere dem Geld der ganzen Fehlkäufe nach.
    Dich,liebe Ines,finde ich in dunkelblau sehr schön:nicht nur seriös,sondern souverän,klar und hier bin ich.
    Liebe Grüße

    • Es freut mich, dass ich Dich mit dem Beitrag aus der stillen Ecke herausgelockt habe! Danke für Deine ausführliche Beschreibung Deines Typs. Kennst Du den Blog von Sunny https://www.sunnys-side-of-life.de/ ? Sie ist 1,83 m groß und offenabr ähnliche Proportionen. Vielleicht findest Du bei Sunny auch mal Ideen, die für Dich umsetzbar sind.

      Danke für Deine lieben Worte zu Dunkelblau bei mir!

  6. Ich bin dann wohl der V-Typ und hätte gerne ein bisschen mehr X ! ;-)
    Aber für lange Oberteile kann man mich immer gewinnen.
    LG
    Sabienes

  7. Liebe Ines,
    ich bin immer wieder erstaunt was es alles gibt :-) Gerade habe ich erst ein Interview mit einer Farbberaterin gehabt. Ich staune über euer Business!
    Aber wo soll ich mich jetzt einreihen? Ich bin ja schon froh meinen Farbtyp zu kennen! Aufjedenfall werde ich in Zukunft mehr einfärbig tragen. Schmal wirken ist immer gut :-) Gerade jetzt wo ich glaube in paar Kilos zuviel zu haben :-)
    Danke für den tollen Post!
    Ganz liebe Grüße
    Natascha

    • Zur Eindordnung schau Dir Deine Silhouette an. Am besten von hinten mit fremder Hilfe oder mit so einem Umrissbild. Stell Dich in Unterwäsche vor eine mit Papier beklebte Tür (kann alte Zeitung sein) und lass jemand mit dickem Stift den Umriss malen.

      Ja, mein Job ist und bleibt spannend und vielfältiger als man denkt.

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