Können Paare gemeinsame Freunde haben?

Schattenpaar

… fragte ich auf Twitter.

  • Drea schrieb “Jap :)”
  • Ela antwortet, dass sie ein lebendes Beispiel sei und
  • Angelika fragt “Warum denn nicht?”

Ich finde die Frage nicht so klar zu beantworten. Natürlich können Paare gemeinsame Freunde haben und sich die beteiligten Personen alle untereinander gut verstehen. Sonst würde es nicht so viele Pärchentreffen geben, die es auch bei uns gibt. Es gibt Freunde, die ich 1:1 alleine treffe, 2:1 Treffen und 2:2 Treffen mit anderen Paaren + ggf. deren Kindern und/oder Hunden. Wir haben beide Männer und Frauen als Freunde, auch in 1:1 Freundschaften. Ich will also nicht auf die Harry und Sally-Frage hinaus.

Worauf ich mit der Frage jedoch hinaus will ist, dass ich denke, dass Paare meiner Erfahrung nach selten gleichberechtigt befreundet sind. Mir fällt kein passenderes Wort ein als gleichberechtigt, obwohl es das auch nicht ganz trifft, was ich meine. Ich meine damit, dass es für mich immer eher seine Freunde oder meine Freunde sind.

Ich lerne Person A kennen und irgendwann trifft man sich das erste Mal zu viert. Der andere Partner und mein Partner – Geschlechter sind dabei auf allen Seiten egal – sind für mich immer eher die Dazugekommenen. Wirklich im gleichen Moment lernt man sich eher selten kennen. Eine Ausnahme ist bei uns das Paar, über das wir uns kennengelernt haben. Oft verstehen sich zwei Frauen gut und die Männer ebenso. Aber dass eine tiefere freundschaftliche Bindung auf allen Seiten entsteht, kommt eher selten vor.

Einerseits finde ich gemeinsame Freundschaften schön, weil man etwas gemeinsam mit seinem Partner in der Freizeit unternehmen kann. Anderseits muss man auch nicht alles zusammen machen und nach getrennt verbrachten Stunden hat man sich etwas zu erzählen. Mich stört es jedenfalls nicht, wenn mein Partner alleinige Freundschaften pflegt. Ich bin hingegen manchmal eher froh, wenn ich alleine zu Hause bleiben darf. Und es dennoch auch völlig O.K. für mich, die Freunde des Partners zu treffen. Nur sind es eben seine Freunde.

Letztlich sehe ich das bei angeheirateter Familie nicht anders. Für mich bleibt das immer seine oder meine Familie. Wir zwei sind eine eigene Familie. Vielleicht hat meine Einstellung mit Selbstschutz zu tun, weil ich bei Trennungen oder Veränderungen der Lebensumstände schon zu oft erlebt habe, wie sich bisherige Freunde und Familie verhalten haben. Oder leben Menschen, die an wirklich gemeinsame Freunde glauben, eine Illusion?

Was denkst Du über gemeinsame Freundschaften und Schwiegerfamilien?

33 Gedanken zu „Können Paare gemeinsame Freunde haben?

  1. Guten Morgen Ines,
    ich denke ähnlich wie du.
    Es ist schön, gemeinsame Freunde zu haben, aber ich pflege auch gerne “meine” Freunde aus der Schul- und Ausbildungszeit und ich mag auch Abende einfach nur für mich allein.
    Mein Mann hat seinen Herren-Stammtisch und Segelfreunde und ich meine Damenrunde und das Glück, mich mit den Frauen der Segler ebenfalls gut zu verstehen.
    Bei der angeheirateten Familie war ich schon immer für eine “gesunde Abgrenzung”. ;-)
    Herzliche Grüße
    Uschi

    • Dass Du Dich mit den Seglerdamen verstehst, ist wirklich ein Glück. Sonst verbringt man vielleicht schnell zu viel Zeit alleine. Wobei ich mich dabei dann auch immer Frage, warum die Frau so wenig selbst Segeln – aber das ist ein anderes Thema.

  2. Guten Morgen Ines,
    jetzt versteht man diesen Satz auch besser oder besser gesagt, jetzt kann man ihn auch anders verstehen.
    Ich nehme Familie zuerst: es ist seine Familie (und das ist auch sehr gut so) und meine Familie, wobei ich sagen würde, dass meine Familie ein Stück weit auch seine geworden ist. Wir zwei bzw drei (bald vier) sind unsere eigene kleine Familie.
    Gemeinschaftlich ein Pärchen kennengelernt…. nein. Meist kenne ich einen Teil, meist die Frau. Dann hat man sich, wie du geschrieben hast, gemeinsam getroffen. Meist sind es dann gemeinsame Freunde geworden, aber es stimmt: einer ist dazu gekommen. M selbst hat keinen festen oder besten Freund, er vermisst es aber auch gar nicht. Von seiner Seite her gibt es also groß niemanden, mit dem er was machen könnte. Wie gesagt: er vermisst es aber auch gar nicht. Ich hab eine sehr langjährige Freundin aus Kindergartentagen (wer das wohl ist ;-)), ab und an gehen wir mal bummeln. Ist aber auch eher selten. Vermisse es aber genauso wenig, nur mal was mit einer Freundin zu machen.
    Wir sind aber beide zufrieden und glücklich. Wären wir es nicht, würden wir es auch ändern.
    Ganz liebe Grüße Drea

    • Dass ist doch am wichtigsten dabei, dass Ihr beide zufrieden und glücklich damit seid. Ein Leben ohne Freunde wäre nichts für mich. So gerne ich alleine bin, so sehr brauche ich auch Kontakt und Kommunikation mit anderen Menschen.

  3. Klar. Ich weiß was Du meinst. Meine Freundin und ich kennen uns seit fast 40 Jahren. Du kannst Dir sicher vorstellen, das unsere Freundschaft schon viele Männer hat kommen und gehen sehen.

    Und auch noch heute ist es so, dass wir mal mit seinen und mal mit meinen Freunden was machen. In einer Pärchenfreundschaft gint es find ich immer eine Hauptachse, die aus 2 Personen besteht.

    LG Sunny

    • Oh ja, ich habe eine leise Vorstellung davon, wie viele Männer Ihr schon habt kommen und gehen sehen. Meine beiden langjährigsten Freundinnen kenne ich seit der 7. Klasse. Im August 1984 habe ich sie das erste Mal gesehen. Du wirst Dir ebenso denken können, was die hier schon alles kommen und gehen sehen …

      “Hauptachse” beschreibt perfekt das, was ich meinte.

  4. Hi Ines,
    interessantes Thema. Bei uns ist es sehr differenziert. Seit wir hier auf unseren alten Bauernhof gezogen sind, kriegen wir alle Nase lang Besuch von unseren Freunden. Das sind auch wirklich unsere gemeinsamen Freunde, obwohl Ray sie sozusagen mit in die Beziehung gebracht hat. Im Laufe der Jahre haben sich aber auch enge Freundschaften mit mir gebildet. Ich selber habe nur wenige “eigene” Freunde, dafür aber richtig gute und auch die sind mit meinem Freund befreundet. Wie sich das im Falle einer Trennung verhalten würde, da hab ich mir allerdings noch keine Gedanken gemacht. Ich male ungern den Teufel an die Wand und beschäftige mich selten mit “Was wäre wenn…” Sätzen.

    Bei der Familie fühle ich mich von seiner Seite total angenommen und das ist auch gut so. Sicherlich hat er es bei meiner Familie etwas schwerer. Der Vater und seine Prinzessin… Aber auch da hat sich in den letzten Jahren viel getan, besonders seit wir wieder näher an meiner Familie wohnen.

    Mit neuen Freunden hier im Dorf ist das ein anderes Thema. Ich bin persönlich eher der introvertierte Mensch, auch wenn man das meist nicht glauben kann. Mir ist, bis auf einige Ausnahmen, im Zweifelsfall immer die Gesellschaft meiner Hunde lieber, während Ray schneller Kontakte knüpft. Es ist dann häufig so, dass er mit den Männern in Pärchen gut klar kommt und dann irgendwann die jeweiligen Frauen dazu kommen, mit denen ich befreundet sein soll. Zumindest denken die anderen Pärchen so. Das funktioniert nicht immer, da ich sehr pragmatisch vorgehe und selten mit Leuten rumhänge, die mich nicht inspirieren. Das führte in den letzten Monaten zu ein paar Problemchen, aber nicht weiter tragisch.

    Ich finde es gut, wenn jeder seine eigenen Freundschaften pflegt. Manchmal passt es auch einfach nicht mit dem Partner und das muss man dann auch nicht forcieren, finde ich. Leider scheint es viele Pärchen zu geben, die der Ansicht sind, dass die jeweiligen Partner sich dann auch verstehen müssen, was natürlich selten der Fall ist. Kommt aber ein Hund mit, ist der meistens sofort mein Freund. ;-)

    Tolle Frage und inspirierender Beitrag! ♥

    • Dass Du ein eher introvertierter Mensch bist, glaube ich Dir sofort. Alleine in der schönen Fotoserie, die Dein Vater gerade von Dir mit den Hunden gemacht hat, ist das bestens zu sehen. Wenn ein Partner so viel extrovertierter ist als man selbst, stelle ich mir das auch nicht immer einfach vor. Und ankommen auf dem Dorf eh nicht. Mit mir reden die meistens Nachbarn hier am Stadtrand auch erst, seit wir den Hund haben. Die 13 Jahre vorher waren diesbezüglich sehr still. Einer der Gründe, warum ich einen Hund haben wollte.

  5. Bei uns ist es ähnlich. Wir haben gemeinsame Freunde, aber es geht auch jeder gern eigene Wege, allein schon bedingt durch Hobbies. Ich finde, mit neuen Freundschaften wird es schwieriger, je älter man wird. Ich bin mittlerweile vorsichtiger geworden, vor allem was Freundschaften in der Nachbarschaft betrifft.

    Liebe Grüße Sabine

    • Ich finde ja immer noch, dass Dein Mann sich mal zum Hobby machen könnte, Deine Blogfotos von Dir zu machen. Er macht das so wunderbar, wenn er mal mag.

  6. Liebe Ines,
    ich sehe es genauso wie Du; ich habe 2 sehr langjährige Freundinnen (ca. 40 Jahre); ich finde auch wie Sabine, dass es mit zunehmenden Alter schwieriger wird, echte Freundschaften zu knüpfen, vorsichtiger bin ich auch geworden und ich ziehe die Gesellschaft von Tieren (Hund und Katze) oftmals vor. Ich gehe auch mit dem Begriff “Freunde” sehr sparsam und vorsichtig um, ich unterscheide zwischen echter Freundschaft und Bekanntschaften, wobei die Bekanntschaften überwiegen.
    alles Liebe Gabriele

    • Die Definition, was man unter besten Freunden, guten Freunden, Freunden und Bekannten versteht, geht alleine schon teilweise sehr auseinander. Da habe ich mich schon mit in die Nesseln gesetzt …

      Ich mag schon sehr gerne Tiere um mich haben, ein paar Menschn dürfen es auch gerne sein.

  7. :-) Liebe Ines,
    ich finde es gut, wenn jeder auch eigene Freunde und der Partner auch ein „Eigenleben“ hat.
    Schlimm finde ich, wenn in einer neuen Beziehung plötzlich alle beste Freunde werden müssen!
    Ich mag nicht alle seine Freunde und vice versa. Für mich ist das vollkommen in Ordnung.
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

    • Es gibt hier auch Menschen, die wir alleine treffen, weil der andere keine Lust auf sie hat. Wichtig finde ich dabei, dass man das dem Partner auch sagen darf. Manchmal muss ich da trotzdem durch – dafür räche ich mich dann …

      Eine “Eigenleben” finde ich schon deshalb wichtig, damit man sich etwas zu Erzählen hat. Nur immer vom Job zu reden, bringt es nicht.

  8. Ich habe die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Mal hat es zu viert wunderbar geklappt (Erst waren die Männer befreundet – ich kannte beide locker, dann wurden ein Mann und ich ein Paar. Lernte den anderen Mann besser kennen und sehr schätzen. Als vierte kam seine Frau dazu und wir verstanden uns alle vier sehr gut.), und auch heute haben wir im Freundeskreis ein Paar, wo wir alle vier gut harmonieren. Aber meist ist es wohl anders.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Gerade weil viele so reserviert sind, ist es vielleicht für die, die in der Nachbarschaft gerne Kontakt finden würden, umso schwieriger. Aber ich verstehe auch absolut, warum Euch das so geht. Und mir ist gesunde Distanz unter Nachbarn ebenso 1000 x lieber als zu viel Nähe.

  9. Schönes Thema Ines! Wir haben tatsächlich einige Pärchenfreunde, weil wir noch sehr engen Kontakt haben zu unseren Studienkollegen. darüber hinaus sind wir mit einem Paar auch in der Paarung MM und FF eng befreundet! Erschließt sich von selbst, denke ich :).
    Der Mann hat eine Männerrunde, die angehängten Frauen können aber auch sehr gut miteinander. Ich habe eine Weiberrunde, da kann er auch gut mit. Ich habe noch eine Runde, die er nur flüchtig kennt. Die Hauptachsen müssen stimmen – so ist es! Das trifft es wirklich…
    Ich hab grad ein klitzekleines Problem mit einer MF(Kollegin) “Beziehung”. Ich übe mich in Toleranz und beobachte aus der Ferne….. (früher hatte ich so was auch mal, in meinem Berufsumfeld gibt’s derzeit wenig Männer).
    Familie ist seine – wir sind einige hundert km auseinander, meine in der Nähe, logisch, dass hier mehr läuft.

    • … ich vergaß noch: wir machen viel getrennt mit den jeweiligen Freunden, aber auch etliches gemeinsam. Aber als Kletten treten wir in der Regel nicht auf, dazu haben wir zu unterschiedliche Freizeitinteressen.

    • Habt Ihr zusammen studiert? Das verbindet den Freundeskreis natürlich auch.

      Ich bin gerade ganz positiv überrascht, wie viel und wie ausführliches Feedback der Beitrag erhält. Meine Leser sind immer für eine Überaschung gut. Ich wollte den Beitrag erst gar nicht schreiben, weil ich mir nicht sicher war, ob sich jemand dafür interessiert. Offenbar bin ich mit meine Gedanken dazu aber nicht alleine.

    • Ja, Ines, wir haben gemeinsam ein Orchideenfach studiert.
      :)
      LG

  10. Hallo hallo liebe Ines! Na du stellst Fragen. Ich habe mir im ersten Moment gedacht: „Das ist mir doch egal.“ Und dann habe ich mein Hirn angestrengt und kam zu dem Ergebnis: Es ist mir immer noch völlig egal! Meine Freunde. Deine Freunde, unsere Freunde… manchmal trifft man sich alleine, manchmal zu zweit, zu dritt zu viert – es wird genommen wie es kommt. Wichtig ist mir nur, ob ich mit den Leuten klarkomme, ob ich sie mag. Egal ob Familie oder Freunde des anderen. Wenn mir jemand nicht passt bleibe ich einfach weg.
    Liebe Grüße

    • Dass ich die Leute mag, ist mir auch am wichtigsten. Leider gelingt mir das Wegbleiben nicht immer. Ich arbeite weiter dran …

  11. Ich verstehe es so gut und finde es ist ein interessantes Thema.
    Selbst habe ich damit oft angeeckt, da ich ähnlich denke wie du und oft schief angeschaut werde da die meisten diese frage mschnell mit”ja beantworten”.
    Tatsachlich habe ich nie das problem mit neuen Freundschaften gehabt, sondern eher mit den alten.
    Vor allem da mein Partner und ich ganz anders Freundschaften pflegen. Er ist mit jedem befreundet den er jemals kennen gelernt hat und versucht in meinen Augen oft auf vielen Hochzeiten zu tanzen. Ich dagegen sortiere meinen Freundeskreis oft aus und habe nur sehr wenige dafürsehr gut Freunde. Oft komme ich deswegen mit seinen freunden nicht gut aus, weil es eben nicht meine vorstellung von Freundschaft ist, bzw ich mit so einem Menschen “freiwillig” keinen Kontakt pflegen würde, da ich mich nur auf einen ganz kleinen, ausgewählten Freundeskreis konzentriere als viele “bekannte”.

    schau dir gerne meinen Blog an oder auf meinem Instgram Account vorbei
    Wirklich interessantes Thema.

    • Oh je, mit jedem immer noch wirklich befreundet sein zu wollen, mit dem man im Leben mal näheren Kontakt hatte, würde mich auch überfordern. Ich hoffe, Ihr kommt meistens auf einen gemeinsamen Nenner.

  12. Hallo, das ist ein wirklich interessantes Thema!
    Wir haben getrennte Freunde, und gemeinsame Bekannte, so würde ich das sagen. Meiner besten Freundin erzähle ich Sachen, von denen ich gar nicht unbedingt möchte, dass mein Partner sie erfährt und er hat umgekehrt genauso sein Recht auf seine Privatsphäre.
    Wie schnell sich getrennte Lager bilden können, musste ich selbst erfahren. Seine Schwester und ich waren nicht unbedingt beste Freundinnen, kamen aber zurecht. Dann hat sie mehrmals Grenzen überschritten, ich habe um des lieben Frieden willens gute Miene gemacht, bis ich es irgendwann nicht mehr eingesehen habe. Jetzt gehe ich ihr aus dem Weg, was auf Familienfeiern nicht einfach ist, und ich deshalb die böse Schwäegerin bin.
    Deshalb tendiere ich mittlerweile auch dazu, keine Freundschaften mit der Partnerfamilie oder in der Nachbarschaft. Wenn es dann nicht mehr klappt, hockt man doch aufeinander.
    Gesunde freundliche Distanz dort und echte Freundschaft mit Seelenverwandten.
    Freundliche Grüße,
    Claudia

    • Danke für Deinen so persönlichen Kommentar. Freunde kann man sich aussuchen – Familie nicht … das sehe ich genauso.

  13. Gute Frage – diesen Post habe ich neulich schon gelesen, komme aber erst heute zum Schreiben …
    Sicher könnte man gemeinsame Freunde haben, aber ich finde immer, eine richtig gute, beste Freundin hat man nur allein. Paar-Freundschaften sind andere. Man geht allein mit SEINEN Freunden anders um, als wenn der Partner dabei ist …
    Mein Mann hat praktisch auch meine Freunde mit übernommen, allerdings hat er nicht so das innige Verhältnis zu ihnen, wie ich, da ich sie wesentlich länger kenne und viel mehr mit ihnen teile.
    Insofern kann ich mich Deiner Meinung anschließen – es sind immer eher meine oder seine Freunde …

    Und selbst bin ich auch eher ein Typ, die gern allein etwas unternimmt, auch weil wir unterschiedliche Interessen haben. Was ich aber nicht schlimm finde, denn nichts ist stressiger, als wenn man gezwungen wäre, die gesamte Zeit miteinander als Paar zu verbringen. So etwas ist nur am Anfang einer Liebe schön …. ;-) im Honeymoon … Bei mir hat das also nichts mit dem Sich-Etwas-Erzählenkönnen zu tun. Das haben wir auch “so”.

    Im späteren Leben geschlossene Freundschaften werden manchmal schwierig, weil viele Paare NUR gemeinsam etwas unternehmen und insbesondere Frauen leicht zur Eifersucht neigen, wenn eine einzelne Frau in die Beziehung “eindringt”. ;-)
    Ich habe solche wie auch solche Freundinnen, also Paar-Freundinnen, wie auch Alleinstehende oder allein Lebende. Und auch Freunde (männliche), die Singles sind.
    Mein Mann ist eher nicht der Typ, der viele Menschen um sich braucht und ihm genügen die Kollegen, mit denen er ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, während das eher nicht so meine Welt ist …. so technikaffine und IT-Leute …

    Ich finde es schade, daß Menschen ab 50+ oft mißtrauisch neuen Menschen gegenüber sind und erst recht Freundschaften. Sie schauen, anders als junge Menschen, die deshalb ja auch schneller und leichter Freundschaften schließen, auf gewisse Merkmale, die einem in der Jugend nicht wichtig sind. Ich gehe die Freundschaften allerdings noch genauso wie in der Jugend an. Leute, die z.B. auf Statussymbole aus sind, waren noch nie meine Welt! Ich hasse diese Einladungen, wo dann nur die neue Küche präsentiert wird und stundenlang darüber geredet und so getan, als ob “man” so eine Küche unbedingt brauche. Brauchen wir nicht, wir haben alles ganz einfach, aber dann hat man ja nichts über Küche zu erzählen, gell! ;-) Darauf kann ich verzichten!

    Bei der Familie war das für mich allerdings anders. Es ist eine Entscheidung, wenn man jemanden heiratet und genauso ist es die Entscheidung, dessen Familie zu adoptieren, genauso wie wenn man ein Kind adoptiert. Das ist dann wie ein eigenes Kind, es heißt ja nicht ohne Grund “an Kindes Statt” – das gibt man nicht einfach mal fort oder hat es weniger lieb, wenn erst ein eigenes Kind geboren wird! Meine Mutter hat so etwas in ihrer frühen Kindheit erlebt, das ist ein ganz schändliches Sozialverhalten – solche Leute sollten keine Kinder adoptieren!

    Und so war die Familie meines Mannes dann eben auch “meine” Familie, wobei natürlich die Beziehung zu meiner Ursprungsfamilie länger währte und naturgemäß intensiver war, aber dennoch habe ich die Familie meines Mannes, wie schon gesagt, “adoptiert” und sie als meine Familie betrachtet und nicht als “seine”. Es kann außerdem für den Partner sehr verletzend sein, wenn man seine Familie mißachtet oder anders behandelt als die eigene! Denn man entstammt ihr schließlich! Womit ich aber nicht sagen will, dass man “böse” Schwiegermütter lieben muß! ;-)

    Mit Trennungen bzw. dem Verhalten von Menschen danach habe ich nicht so das Problem! Ich sehe das sehr nüchtern. Wenn Leute, die sich getrennt haben, meinen, einen nicht mehr angucken zu wollen, ist das eben so! Daraus mache ich aber kein Problem für mich selbst, dass ich von nun an mich im Vorfeld schon vor allem möglichen schützen muß. Denn wirklich schützen kann man sich vor nichts, auch nicht vor einem Autounfall oder ähnlichem. Ich spreche solche Leute auch direkt auf ihr Verhalten an, um zu erfahren, warum sie plötzlich “so anders” sind!

    Was ich aber auch den Kommentaren entnehme – Dorf! Da ist wirklich was dran, denn ich lebe seit ca. 6 Jahren auch auf einem und kenne dennoch kaum jemand hier näher. Die Leute sind reserviert. Alles was “fremd” ist – oder du mußt in den Vereinen, wie Schützen & Co. mitmachen und das liegt mir/uns überhaupt nicht! Ich schätze gute tiefsinnige Gespräche, aber dafür sind die Dorfbewohner nicht so zu haben. ;.-) Daher habe ich meine Freunde überall, nur nicht da, wo ich wohne! Zwar schade, aber es ist wie es ist. Da ich aber schon viele Wohnstätten hatte, weiß ich, daß es durchaus Glückssache ist – es hat auch schon perfekt zwischen Nachbarn und mir/uns gepasst, wie der Zufall eben so wollte.
    Und da sehe ich es auch so – gesunde Distanz zu Leuten, mit denen man nicht so harmoniert oder sich nichts zu sagen hat, selbst wenn das die unmittelbare Nachbarschaft ist. Kann man sich leider nicht immer aussuchen.

    Einen Hund würde ich mir aus Kontaktgründen allerdings nie anschaffen. Ich sehe das eher als Belastung, mich noch um ein Tier und seinen Dreck kümmern zu müssen und schätze meine Freiheit doch sehr viel mehr. Auch wenn ich Tiere sehr liebe, denn das möchte ich betonen!
    Für mich ein Armutszeugnis, wenn Menschen nur über einen Hund in Kontakt kommen können. Da stimmt dann irgendwas Gravierendes nicht! Hat aus meiner Sicht mit Sozialer Phobie zu tun oder Dünkelhaftigkeit. Viele haben eben auch sehr viele Vorbehalte, Vorurteile … da bringt es der Hund dann auch nicht, das wäre mir zu wenig.

    Aber wie meinst Du dass, dass Du Dich “rächst”, wenn Du Deinem Partner zuliebe Menschen treffen “musst”?? Das gehört ja leider manchmal dazu – Kompromisse im Leben … Andererseits sehe ich, je älter ich werde, auch zu, nur noch Leute zu treffen, wo ich weiß, das ist angenehm für mich. Die Lebenszeit ist kurz und je älter man wird, weiß man aus Erfahrung, dass man seine Tage nicht mehr unnötig verschwenden möchte. Aber gut, ich habe diese Freiheit und muß auch nirgendwohin mit, was meinen Mann betrifft und mich möglicherweise mit unangenehmen Leuten umgeben. Insofern habe ich es richtig gut. ;-) Ansonsten bin ich eine Freundin, die man auf ewig hat, so man dies will und nichts Gravierendes geschieht. Das bezieht sich allerdings auf wirkliche Freundschaften und nicht jeden, mit dem ich mal “näheren” Kontakt hatte, wie hier auch geschrieben wurde.

    Last but not least, ich lege nicht unbedingt gesteigerten Wert auf gemeinsame Freunde, finde es aber ganz nett – mal – auch gemeinsam etwas mit Freunden zu unternehmen, wie wir das auch tun, aber eher selten.

    Liebe Grüße
    Sara

    • Danke Dir für Deinen so ausführlichen und persönlichen Kommentar!

      Schwiegerfamilien als Adoption zu betrachten, finde ich ein interessantes Bild. Ich empfinde meine ganz klar nicht als adoptiert, habe auch nie so getan. Die ist halt einfach da. Allerdings bin ich meiner Schwiegermutter sehr dankbar dafür, dass ich ihr meinen Mann verdanke. Das weiß sie.

      Wenn ich erwarten würde, dass mein Mann meine Familie (die eh nur aus Personen unter eine Hand abzählbar besteht) adoptiert, würde ich das auch im Gegenzug tun. Wir erwarten das aber beide nicht. An der Stelle finde ich wichtiger, dass man sich einig ist, als dass man auf Nähe besteht.

      Zur „Rache“: Wenn ich Pflichttermine mit meinem Partner wahrnehmen muss, fordere ich dafür im Gegenzug seine Anwesenheit bei Terminen ein, auf die er keine Lust hat. Oder bestehe auf anderen Ausgleich.

  14. Ich hatte deine Frage auf Twitter gelesen und sie nicht verstanden.
    Meiner Erfahrung nach haben gerade langjährige Paare fast nur noch gemeinsame Freunde. Das macht es dann für den einzelnen vielleicht ein bisschen schwierig, sich unter dem Siegel der Verschwiegenheit zu unterhalten. Und ich habe es so oft erlebt, dass sich bei einer Trennung für mindestens einen der beiden der Freundeskreis sehr dezimiert.
    LG Sabienes

    • Oh ja, das mit der Dezimierung des Freundeskreises dürfte ich auch schon erleben … eine Runde im Umfeld ist da besonders “gut” drin …

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