Was ich heute gelernt habe – Juli 2018

Sylt Kampen Wellen im Mai 2017

Manchmal erscheint mir mein Leben etwas sinnlos. Es plätschert so dahin, mir geht es privat und beruflich gut – abgesehen von der Sommerhitze. Es gibt anstrengendere Tage und leichtere. Aber dann gibt es Tage, an denen ich mich abends frage, wofür die gut waren. Was mich zu der Frage führte, was ich an so einem Tag gelernt habe. Was mich auf die Idee brachte, einen ganzen Monat über jeden Abend zu notieren, was ich an dem Tag gelernt habe.

Im Juli 2018 habe ich gelernt

  1. Dass ich nicht mit einem Auto-Lackstift umgehen kann und beim nächsten Katscher lieber gleich Nagellack nehme. Der ist nicht billiger, lässt sich aber besser verarbeiten.
  2. Wie man ein Teil beim Geschirrspüler aus dem Sieb entfernt. Telefonhotline vom Hersteller sei Dank.
  3. Dass ich ab sofort meine Handrücken mit UV-Schutz eincremen werde. Ein schöner Ausflug an die Elbe hat mit eine Pracht “Sommersprossen” beschert. 2018 ist das Jahr, in dem ich erste Altersflecken auf den Händen bekommen habe. Nicht schön.
  4. Dass es einen Menschen gibt, der chronische Unpünktlichkeit immer noch nicht respektlos findet. Ich bin das nicht.
  5. Dass das Verständnis von einer ordentlichen 80%-Lösung weit auseinander liegen kann.
  6. Dass es Hundehalter gibt, die noch schlimmer sind, als ich vorher zu denken vermochte und was ein neuer Geschirrspüler kostet.
  7. Wie man einen Handstaubsauger nahezu vollständig zum Reinigen auseinanderbaut, nachdem etwa 400 g TK-Erbsen damit vom Küchenfußboden aufgesaugt wurden.
  8. Was Thrash Metal ist (hätte auch ohne das Wissen weiterleben können).
  9. Nicht immer ist es, wie es zu sein scheint.
  10. Wie einfach Menschen mit Performance zu beeindrucken sind, die für mich selbstverständlich ist.
  11. Dass man die Gewürzfächer im Schrank über dem Herd nach neun Jahren durchaus mal gründlich reinigen kann. Auch die oberen.
  12. Wie man Reframing richtig schreibt. Der Beitrag dazu erscheint am 19. August 2018.
  13. Dass das Ansehen doch immens sinkt, wenn man beim Einkauf auf dem Wochenmarkt sein Geld zu Hause vergessen hat und nur den Notgroschen aus der Handyhülle hat – an einem Stand, bei dem ich 2002 Kunde bin wohlgemerkt. Memo an mich: Notgroschen erhöhen oder woanders kaufen?
  14. Wie schön eine Überraschung sein kann.
  15. Wo es ein schönes Blumenfeld in der Nähe gibt.
  16. Es gibt Strandkörbe für Hunde. Wirklich! Nicht bei uns …
  17. Ein Anruf beim Internetanbieter kann sehr hilfreich sein.
  18. Es gibt immer mindestens noch einen dummdreisterenwerbekennzeichnungs”vergessenden” Blogger als ich für möglich gehalten habe. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass ich darüber immer noch wieder überrascht bin. Zack, wieder jemand raus aus meiner Leseliste.
  19. Bei der Vorbereitung eines Train the Trainer Seminars zu Bewerbungsunterlagen und Onlinebewerbungen habe ich eine technische Lösung im Textverarbeitungsprogramm gefunden, nach der ich Jahre gesucht hatte. Endlich ist kein Umweg mehr nötig!
  20. Ich brauche eine Lesebrille.
  21. Ich werde niemals Menschen verstehen, die keine Himbeeren mögen.
  22. Ein Problem, das sich mit Geld erschlagen lässt, ist kein Problem.
  23. Wenn der Servicehotlinemitarbeiter sagt “der neue Router installiert sich von alleine in 10 Minuten, einfach nur einstöpseln”, heißt das im Klartext “mein hausinterner IT-Spezialist braucht dafür 1 Stunde”.
  24. Erstaunlich, wie hell weiße Gardinen nach einer Wäsche wieder strahlen können und der ganze Raum direkt viel heller aussieht. (Anmerkung der Redaktion: Mit Gardinen waschen und Fenster putzen habe ich es nicht so.)
  25. Es gibt einen Menschen, der noch mehr um sich kreist, als ich es je für möglich gehalten hätte.
  26. Der Hightechrouter löst das Internetproblem nicht.
  27. Angebot für gefakten Blogtraffic gefunden. Das es das gibt, war mir klar. Dass es das sogar kostenfrei gibt, wusste ich nicht. Erstaunlich, was einige Menschen tun, um ihre Statistik zu schönen. Der schnöde Mammon der Auftraggeber muss offenbar nur genug locken. Bei mir ist und bleibt wie immer alles echt.
  28. Eine ganz Schmorgurke kann so bitter schmecken wie früher nur Salatgurkenenden.
  29. Es lohnt sich, bei dem Internetanbieter die Beschwerdehotline anzurufen, nachdem man 4 Stunden vergeblich auf einen Techniker gewartet hat. Gab immerhin einen Sachleistungsgutschein über 100 Euro dafür, der in deren Shop eingelöst werden kann. Besser als nichts.
  30. Kohlrabi hat eine längere Garzeit als 10 Minuten.
  31. Durch das Feedback einer Kundin wurde mir klar, dass ich erfolgreich an einem bisher unterrepräsentierten Teil meiner Persönlichkeit gearbeitet habe, denn genau für den bekam ich warme Worte.

Was hast Du heute gelernt?

30 Gedanken zu „Was ich heute gelernt habe – Juli 2018

  1. Das hört sich nach viel Aufregung im Monat Juli an, vor allem nach kaputten Gegenständen, was Dich sicherlich geärgert hat. Kohlrabi braucht 12 bis 15 Minuten Garzeit. Ich esse ihn auch gern roh.

    Geld vergessen auf dem Wochenmarkt ist natürlich blöd. Der Verkäufer lässt nicht mal anschreiben, obwohl Du schon so lange Kunde bist? Das würde ich beim nächsten Kauf direkt ansprechen.

    Liebe Grüße Sabine

    • Stimmt, es war einfach ein anstregender Monat und ich bin froh, dass er vorbei ist. 12 bis 15 Minuten Garzeit für Kohlrabi merke ich mir. Danke! Roh kann ich ihn leider nicht mehr essen – siehe Ananas bei Sabines Kommentar. Den Geschmack mag ich durchaus gerne.

      Ich habe nicht gefragt, ob ich Anschreiben darf. Aber ich hatte nur noch wenig abgezähltes Geld (was ich in meiner Handyhülle gefunden hatte) und wurde beim Verteilen des Budgets auf die Ware behandelt, als ob das Geld noch für den Rest des Monats reichen müsste. Und das, wo ich am dem Stand noch nie über die Preise geklagt habe. Das hinterließ bei mir das Gefühl, dass ich nach Anschreiben gar nicht erst zu fragen bräuchte. Von daher weiß ich nicht final, ob ich es gedurft hätte – ich vermute nein.

  2. Liebe Ines,
    was für eine unglaublich lange Liste. Soooo viel hast Du gelernt!?
    Ein paar Erfahrungen kann ich mit Dir teilen, im Juli und davor. Unpünktliche Menschen erklären ihre Untugend mit Lässigkeit , was ich schlichtweg dreist finde, oder mit zuviel Stress, was letztendlich nur Unorganisiertsein bedeutet. Ich kann es zudem nicht ausstehen, wenn jemand seine Fehler als Tugend kaschiert. Respektlosigkeit kann ich nicht akzeptieren.
    Hast Du schon mal Himbeeren mit frischer Ananas probiert? Ich sag Dir, ein Genuss. Die Geschmäcker verstärken sich.
    Es gibt so schöne Lesebrillen, ich bin sicher Du wirst eine schicke finden.
    Liebe Grüße und schönen Sonntag
    Sabine

    • Du hast im Juli mit Sicherheit mindestens ebenso viel und vielleicht sogar noch mehr gelernt. Lust, es im August auch mal zu notieren? Kannst die Idee gerne adaptieren. Ich führe für mich die Liste im Auguts fort und es sind schon positivere Dinge dabei als im Juli.
      Himbeeren mit frischer Ananas habe ich noch nicht probiert. Klingt köstlich, leider hätte ich dann keine Stimme mehr und für ein paar Stunden einen rauen Hals von der frischen Ananas. Wie schön, dass Du das genießen kannst!
      Ich habe eine schöne Lesebrille bestellt – ein Hauch von nichts – leider so teuer wie schön … aber nützt ja nix – auf eine doofe Lesebrilel hätte ich noch weniger Lust als auf eine schöne :) . Du wirst sie hier im Blog bestimmt demnächst sehen, wenn ich sie bekommen und mich daran gewöhnt habe.

    • Oh, ich kann mir das gut vorstellen. Ich kann zwar bei Hitze dennoch essen, aber es wird schon weniger bei so einem Brunch sein als bei annehmlicheren Temperaturen. Diät und Brunchen? Also nur im Hochsommer :) .

  3. Ich fasse mal zusammen, was ich in den letzten 3 Tagen gelernt habe:
    Ich kann bei Kuchen tatsächlich nein sagen.
    Ein Paketdienstleister hat wirklich unbelehrbares Personal.
    Limetten im Sprudel schmecken mir nicht.
    Manchmal ist die Umleitungsempfehlung eines Navis eine wirklich gute Idee.

    Die Sachen fallen mir zumindest spontan ein, wahrscheinlich war es mehr.

    Den Gemüsestand würde ich wechseln. Nach so einer langen Zeit als Kunde muss man bekannt sein.

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Hey, das sind für so ein paar Tage doch auch wervolle Erkenntnisse. Bestimmt war es noch mehr. Ich habe es jeden Abend notiert und mir fiel mehr als einmal mehr als eine Sache ein.

  4. Heute habe ich gelernt, dass man Wespen mit einem Wasserzerstäuber wunderbar verjagen kann.
    Und Gestern habe ich gelernt, dass ich doch entweder das Navi oder eine Karte mitnehmen sollte, auch wenn ich ganz sicher bin, dass ich die Lokalität auf dem platten Land finde…. ;-).
    Sicher lernt man jeden Tag etwas neu über sich, über andere, über das was ansteht…. Manches macht Freude, manches eher nicht.
    So ist es Dir auch ergangen im Juli. Für den August wünsche ich Dir ganz viel Wissenszuwachs, der Dir gefällt.
    GLG Sieglinde

    • Danke Dir, ich arbeite daran! Die Wespen werden nicht aggressiv davon? Dann brauchen die bei der Eisdiele gleich einen ganzen Rasensprenger …

    • Das mit dem Wasserzerstäuber funktioniert ganz prima. Sie finden das nicht gut, werden aber nicht aggressiv, sondern verschwinden einfach. Natürlich muss man aufpassen, dass man weder Gäste noch das Essen dabei nass spritzt… :-)
      Der Tipp kommt von einem Fachmann, Imker oder so und war kürzlich bei uns in der Zeitung gestanden mit Interview.

  5. Die Idee, jeden Abend aufzuschreiben, was man gelernt hat, ist klasse :-) Dass bei dir alle möglichen Dinge kaputt gingen, eher nicht. Ich drück die Daumen, dass im August alles heil bleibt.
    Liebe Grüße
    Fran

  6. Ach herrje, und das alles bei den Temperaturen!! Arme Ines! *drück*

    Hm … – ob ich es schaffen würde, täglich zu notieren, was ich gelernt habe, bzw. ob ich überhaupt täglich etwas “Gelerntes” finden würde … – weiß nicht, aber vielleicht versuche ich es mal. Finde Deine Auflistung nämlich hochinteressant! Nach “Dahinplätschern” hört sich Dein Monat zumindest überhaupt nicht an!
    Bei einigen Punkten wünschte ich mir die Erklärung/Geschichte hinzu!
    Punkt 9, Punkt 10, Punkt 14, Punkt 18, Punkt 25 und Punkt 31.
    Also, falls Du mal Langeweile hast und wieder ein bisschen in Dein Telefon erzählen möchtest – nur zu!

    Liebe Grüße
    Gunda

    • Danke für Dein Mitgefühl!

      Mein Kalender hat mich jeden Abend daran erinnert, das zu notieren. Die Notizen habe ich schnell im Handy in eienr Notizdatei dazu täglich gemacht. Das ging fix.

      Der Monat war wirklich nicht so “plätscherig” wie mein Leben sonst manchmal – die Geister, die ich Anfang des Monats wohl rief ;) .

  7. Haha, na siehst du, und du sagst dein Leben erscheint dir manchmal sinnlos! Manchmal muss man nur ein bisschen genauer hinschauen und schon bemerkt man so viele Kleinigkeiten – ich finde deine Liste für den Juli echt beeindruckend! :)
    Unpünktlichkeit kann ich auch so gar nicht leiden, und noch weniger, wenn die Leute mit fadenscheinigen Ausreden oder Entschuldigungen (ich war so im Stress, ich hab Verschlafen, ich musste noch Tanken…) um die Ecke kommen. Es ist einfach Respektlos, jemanden herum stehen zu lassen und seine Zeit zu klauen, nur weil man sich selber nicht disziplinieren kann. Trash Metal ist auch nicht mein Ding – ich stehe auf Power Metal *lach*
    Grüße
    Nessa
    https://ichdupasst.blog

    • Wie schön, dass ich nicht die Einzige bin, die Unpünklichkeit respektlos findet. Und heute könnte ich dann auf die Liste schreiben, dass ich gelernt habe, was Power Metal https://de.wikipedia.org/wiki/Power_Metal ist. Leider habe ich heute auch gelernt, was der Totalschadenrestwert eines Autos in etwa ist …

  8. Was für eine wunderbare Idee, sich tägliche Notizen über die Wissenserweiterung zu machen. Es geht doch ansonsten so viel an uns vorbei, ohne dass wir uns dessen richtig bewusst werden – eine derartige Liste zeigt uns in Kurzform, was wir alles an Neuem erlebt haben. Manche Dinge sind dabei natürlich erfreulich und sinnvoll, aber es gibt auch Anderes, auf das wir gerne verzichtet hätten. Doch beides gehört einfach zu unserem Leben und wir entscheiden, wie wir damit umgehen. Bei der Servicehotline kann ich so richtig mit dir mitfühlen, da durfte ich auch schon Einiges „lernen“.
    Ich wünsche dir einen schönen Sommertag und alles Liebe

    • Sich bewusst zu machen, was der Monat einem so in Auszügen gebracht hat, finde ich auch schön. Dein Artikel zum Besuch auf der Rennstrecke passt auch in die Kategorie und ich habe den gerade mit Begeisterung gelesen. Danke für Deinen ersten Kommentar hier!

    • Danke Dir! Die paar Tage im August hatten schon Höhen und Tiefen. Die nächsten Tagen haben es in sich … mal sehen, was die Erkenntnisse daraus werden. Ich schreibe es weiter auf. Ich wünsche Dir ebenso einen schönen August!

  9. Das ist ja ein interessanter Post. Habe tatsächlich alles gelesen .. und das ohne Fotos! Solche persönlichen Fakten haben was, man guckt da ganz gerne ob man sich in dem oder dem auch findet. :D

    Liebe Grüße <3

    • Bei so persönlichen listenartigen Beiträgen bei anderen schaue ich auch immer, wie ich das beantworten würde. Vielleicht gefällt Die auch der August, ich führe die Liste fort.

  10. Eine ganz schön bunte Mischung hast du da gelernt, aber viele Dinge sind für mich dabei, auf die könnte man tatsächlich verzichten :/
    Ging mir im Juli auch ein wenig so.
    Möge der August viel schönes bringen.
    Liebe Grüsse Ela

    • Ja, da war vieles verzichtbar von – aber das geht Dir schon das ganze Jahr über so, oder?

      Der August ist auch latent gebraucht. Aber heute kann ich endlich mal wieder atmen und mich bewegen. Es ist abgekühlt!

      Ich wünsche Dir ganz viele schöne Momente im August!

  11. Hallo Ines,
    sie oder er hätte dir sicherlich Kredit gegeben. Wie kommst du zu deinem Schluß? Hast du denn gefragt?
    Aus diesem Grund nicht mehr zu diesem Stand zu gehen, ist doch auch schade, wenn du sonst zufrieden warst.
    Viele Grüße,
    Claudia

    • Es war der Blick und der Tonfall des Standinhabers, der mich bedient hat, der auf einmal so anders war als sonst, als ich sagte, dass ich mein Portemonnaie zu Hause vergessen und nur mein Notgeld aus der Handyhülle dabei hätte, und ihn bat, beim Bestellen mitzurechnen, damit wir den Betrag nicht überschreiten. Er hätte auch einfach von sich aus sagen können, dass es kein Problem sei, wenn es etwas mehr werden würde, dass er das anschreiben könnte. Ich hatte den Eindruck, dass meine Geschichte als Ausrede für ein knappes Haushaltskonto missverstanden wurde. Nach dem Motto: Das erzählen sie alle …

      Ich kaufe da weiter ein, weil das Angebot stimmt. Ich habe nicht gefragt, ob ich hätte anschreiben dürfen, weil es mir peinlich gewesen wäre, ein Nein zu bekommen. Das war eine wirklich merkwürdige Situation.

    • Zu hart oder zu weich für Metal? Ich mag bei Metal nur die Balladen … also eigentlich den kraftvollen Schmusepopkram aus der Ecke.

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