Warum ich meine Selbstständigkeit liebe

image&impression Individuelle Image-, Stil- und Farbberatung

Meinen Job in der Schifffahrtsbranche 2005 zu kündigen und mich mit image&impression selbstständig zu machen, was eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Angeregt durch den Beitrag 11 Wahrheiten übers Gründen, die dir vorher keiner sagt von Lydia Krüger auf Edition F habe ich mir Gedanken gemacht, was ich daran so liebe. Drei Punkte sind dabei elementar.

1. Freie Zeiteinteilung

Buchenblatt im Meyer's Park in Hamburg

Ich bin Herrin meiner Zeit. Am schlimmsten fand ich in den fast 13 Jahren im Büro als Angestellte das enge Zeitkorsett der Arbeitszeiten. Urlaub? 25 Tag im Jahr plus irgendwann ein paar Tage mehr für Alter und Firmenzugehörigkeit. Gleittage? In einem Unternehmen durfte man 6,5 davon im Jahr nehmen, so kam ich dann auf 31 freie Tage. In anderen Unternehmen gab es die Möglichkeit gar nicht, da hatte ich mit Glück 27 Urlaubstage.

Überstunden? Immer gerne! Abbummeln? Nicht so gern gesehen. Lange Mittagspause zum Treffen mit einer Freundin – was ist das? Das gehörte zu den Arbeitsumständen, die mich aufgerieben haben.

Jetzt bin ich selbst dafür verantwortlich, wie viel ich wann arbeiten möchte. Es gibt im Jahr immer Zeiten, in denen ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht, weil viele Kunden mich auf einmal buchen wollen. Dafür kann ich Kraft tanken in ruhigeren Zeiten, zum Beispiel den Sommerferien, in denen ich meistens weniger zu tun habe. Da kann ich mich dann verstärkt um den Blog, meine Webseiten und Hintergrundarbeiten kümmern.

Es macht mir gar nichts aus, viel zu arbeiten, aber ich kann entscheiden, zum Beispiel am nächsten Tag einfach mal auszuschlafen, auch wenn es kein Sonntag ist, oder tagsüber einfach mal die Sonne zu genießen. Ich kann Pausen nach Belieben machen und ausdehnen. Dafür arbeite ich gerne auch mal abends oder am Wochenende.

2. Neue Menschen

Bleistifte - Give-aways - von image&impression mit dem Aufdruck "Das Leben ist bunt!" und www.imageandimpression.de

Durch meine selbstständige Arbeit als Imageberaterin (seit 2005) und Mediatorin (seit 2008) habe ich ständig mit neuen Personen zu tun. Ich habe zwar ein paar dauerhafte Firmenkunden, aber mit meinen Ansprechpartnern dort habe ich nur bei der Auftragsvergabe und Feinabstimmungen zu tun. Die Teilnehmergruppen sind immer wieder neu zusammengesetzt.

Das Ziel meiner Arbeit ist meistens Hilfe zur Selbsthilfe. Eine Mediation löst im besten Fall den Konflikt so, dass ich nicht mehr gebraucht werde. Eine Farbberatung macht man einmal im Leben. Manchmal nach vielen Jahren ein zweites Mal, wenn sich die eigenen Farben deutlich verändert haben und man einfach nochmal einen Kontrollblick darauf haben möchte. Von einer Stilberatung hat man auch sehr lange etwas.

Ich habe zwar Kunden, mit denen ich regelmäßig als Personal Shopper einkaufen gehe, aber meistens geht es dabei darum, meinen Kunden zu zeigen, wo sie passende Kleidung bekommen und wie ich im Laden die passenden Dinge schnell erkenne. Der Nachteil ist dabei, dass ich ständig neue Kunden zu akquirieren habe. Der Vorteil ist, dass es spannend ist, immer wieder neue Menschen kennenzulernen. So bleibt mein Leben bunt. Mein Mann sagt immer so schön:

“Jeder bekommt die Kunden, die er verdient.”

Irgendwas mache ich offenbar richtig, denn meistens habe ich zauberhafte Kunden.

3. Zausel Paul

Bloggerhund Paul

Nur dank der flexiblen Zeiteinteilung, Arbeit im Backoffice im Homeoffice – da ich von der Steuererklärung bis zur Webseite alles selbst mache, kommt einige Zeit dafür  zusammen – und weil viele Termine außer Haus nicht so lang sind, können wir einen Hund halten. Dass der Zausel das Beste ist, was mir in den letzten Jahren passiert ist, ist eh klar, oder?

Bist Du lieber selbstständig oder angestellt im Berufsleben?

37 Gedanken zu „Warum ich meine Selbstständigkeit liebe

  1. Liebe Ines, danke für diesen interessanten Beitrag. Ich finde es immer besonders toll, wenn jemand direkt Einblick in seine Beweggründe, in seine Vorgehensweise gibt, wie er mit Herausforderungen umgeht und wie die Entwicklung ist. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für dich super verlaufen und von Erfolg gekrönt. Toll, dass es dir so gut gelungen ist. Ich durfte dies bei einer lieben Bekannten auch aus der Nähe beobachten und auch ihre anfänglichen Probleme bei der Kundenakquise, dem Druck durch einen längeren Ausfall aufgrund einer Krankheit und dergleichen miterleben. Aber das Endergebnis hat sie für auch für alle Mühen entschädigt und sie würde diese Schritt immer wieder machen.
    Hab noch einen wunderbaren Tag und alles Liebe

    • Du kannst Dir sicher denken, dass ich auch wirklich froh bin, dass sich das so gut entwickelt hat. Ich habe nie daran gezweifelt, aber natürlich läuft es mal runder und mal weniger rund. Länger krank auszufallen ist einer meiner größten Alpträume. Wie schön, dass es sich bei Deiner Bekannten unterm Strich auch so schön gefügt hat. Ich wünsche Dir auch einen schönen Tag! Ich hatte heute bereits eine erfolgreiche Einkaufsbegleitung und mache jetzt Feierabend.

  2. Hallo Ines,
    da kann man sagen, du hast alles richtig gemacht. Ein mutiger Schritt, der sich als richtig erwiesen hat.
    Dass sich aus diesem Schritt dann die Grundlage für den zauberhaften Paul ergeben hat, wunderbar. In das dicke Zauselfell möchte ich glatt mal hineinpacken.
    Viele Grüße,
    Claudia

    • Wenn der Zausel Dich mag, dann darfst Du das Fell völlig zerzauseln und verwuscheln und tief in den Kragen greifen und kraulen. Wenn nicht – nun ja … dann nicht … aber die meisten Frauen liebt er :) .

      Für mich war dieser mutige Schritt wirklich genau richtig. Zum damaligen Zeitpunkt haben mich aber 90 % der Menschen um mich herum für irgendwas zwischen wahnsinnig und grob fahrlässig erklärt. Einige sehen inzwischen, dass es richtig war, andere ignorieren es und ein paar fragen sich immer noch, ob ich wirklich davon leben kann. Und denen kann ich nur sagen: Ja :)

    • Der Zausel mag mich bestimmt. :-)
      Wenn ich in der Natur unterwegs bin, streichle ich alles an Vierbeinern, was mir über den Weg läuft, Pferde, Esel, Kühe und freilaufende Hunde, wenn sie zu mir kommen. Bei angeleinten halte ich mich zurück, weil ich nicht weiß, ob es dem Herrchen recht ist.
      Manchmal braucht es Mut und wenn es dann klappt, umso besser. Und die Ohren auf Durchzug stellen, sonst weiß man nachher nicht mehr, was man selbst möchte.
      Was nutzt einem der bestbezahleste und sicherste Job, wenn man nur unzufrieden ist? Schließlich verbringt man viel Lebenszeit auf der Arbeit.
      Ich habe mal einen Beitrag über Neuengland gesehen, im dem ein Fischer gefragt wurde, ob er nicht lieber woanders hin gezogen wäre und einen anderen Beruf ergriffen hätte. Daraufhin er: “Hätte ich, aber ich wäre nirgendwo glücklicher geworden.”

  3. Ich denke, alles hat seine Vor- und Nachteile. In meinem Angestellten-Job bin ich momentan sehr zufrieden. Das war aber nicht immer so. Ich hatte die Möglichkeit, innerhalb des Betriebs den Job zu wechseln, als mir der vorherige nicht mehr gefiel. Die Möglichkeit hat bestimmt nicht jeder. Außerdem schätze ich die Arbeit im öffentlichen Dienst. 30 Tage Urlaub, Gleitzeit, teilweise im Homeoffice und jeden Monat pünktlich das Gehalt auf dem Konto.

    Es freut mich, dass Du Deine Erfüllung in der Selbständigkeit gefunden hast.

    Liebe Grüße Sabine

    • Klar hat das alles Vor- und Nachteile. Die Nachteile könnte ich Dir auch fix aufzählen, aber die dominieren eben nicht. Alleine, dass mir kein Arbeitgeber Beiträge zu Sozialversicherungen sponsert, kostet mich jeden Monat ein Vermögen – und über die Rente brauchen wir nicht zu sprechen.

      Im eigenen Betrieb den Job wechseln zu können, ist einfach perfekt. Die Betriebszugehörigkeit bleibt und man ist nicht “die ganz Neue”. Mit 30 Tagen Urlaub, Gleitzeit, Homeoffice und Deinem kurzen Arbeitsweg und Teilzeit klingt das durchaus aushaltbar.

  4. Hallo Ines, es ist mutig einen solchen Schritt in die Selbstständigkeit zu machen, aber am schönsten ist es im Nachhinein sagen zu können das man alles richtig gemacht hat.

    Das Zausel das Beste ist ist doch klar, daran gibt es keinen Zweifel😁.

    Viele liebe Grüße
    Beate

    PS. Danke für die Mail bei jedem neuen Blogbeitrag.

    • Gern geschehen, das klappt doch gut so als Ersatz für den automatischen Benachrichtigungsdienst. Umso mehr freue ich, dass Du heute einen Kommentar hinterlassen hast.

    • Ich lese fleißig, aber ich schreibe nicht oft. Ich versuche es zu ändern. Ich bewundere wirklich deinen Mut. Für war dir Lösung die Teilzeitarbeit. Ich arbeite 3 volle Tage und der Rest ist frei. Für mich war das die perfekte Lösung. Viele liebe Grüße Beate P. S. Dinen Zausel würde ich auch gerne mal streicheln. :-))

    • Nach einem Leserinnentreffen hätte er vermutlich am Ende kein Fell mehr :) .

      Ich freue mich sehr, wenn du öfter mal etwas schreiben magst. Kommentare gehören zu des Bloggers Lohn. Nur über die Kommentare erfahre ich, was wirklich gerne gelesen wird, was interessiert und was nicht. Ich freue mich über ein einzelnes Wort als Kommentar genauso wie über ausführliche.

  5. Ich glaube, ich könnte nie wieder angestellt sein. Ich würde einfach dieses feste Zeitkorsett auf Dauer nicht ertragen und auch die Hunde spielen natürlich eine große Rolle in meiner Selbständigkeit. Toller Artikel! :)

    • Du sprichst mir aus dem Herzen! Klar kann man alles irgendwie, wenn man muss – aber es wäre die Hölle auf Erden.

  6. Liebe Ines, na das hört sich doch richtig gut an.
    Ich liebe meine Arbeit und habe einen richtig guten Arbeitsplatz. Mein Team ist klasse und ich bin sehr zufrieden. Klar hätte ich mal gern eine Woche mehr Urlaub, aber wenn es sein müsste würde das auch zu regeln sein. Klar meine Arbeitszeit ist festgelegt, aber das hat auch Vorteile.
    Liebe Grüße Tina

    • Das ist doch die Hauptsache, dass die Arbeit Spaß macht! Dein kurzer Arbeitsweg trägt gewiss auch zur guten Work-Life-Balance bei.

      Meine Arbeitgeber waren leider selten so flexibel und auf 4 Tage zu reduzieren, wäre auch nie genehmigt worden. Das hatte ich als Ausgleich bei einem auch mal versucht. Im Gegenteil, die waren froh, die letzten Teilzeitkräfte gerade rausgeschmissen haben, weil sie die ineffizient fanden. Aber da hat sich seit Mitte der 1990er die Einstellung zum Glück auch zu geändert …

  7. Hallo Ines,
    danke für deinen Einblick, der sehr interessant ist. Ich kann dir nur zustimmen, freie Zeiteinteilung ist einfach toll. Für mich selbst wäre eine Selbständigkeit aber nichts. Was vielleicht damit anfängt, dass ich gar nicht weiß, was ich machen würde ;) Ich arbeite eigentlich gerne im Büro. Natürlich gibt es Tage, da habe ich keinen Nerv oder keine Lust und ich wünschte, es würde keine Kollegen geben ;)
    Aber im Großen und Ganzen arbeite ich wirklich gerne im Büro. Wir sind von der Gleitzeit sehr flexibel. Wir haben keine bestimmte Zeit, wann wir hier sein müssen und hat man genügend Stunden, reichen auch 4 Stunden Anwesenheit aus. Das kann man natürlich nicht zu oft betreiben ;) Denn dann geht es ordentlich an das Gleitzeitkonto. Wir können ansammeln und auch davon Urlaub nehmen. Wie du weißt, habe ich das jetzt vor kurzem gemacht. Meine Gruppenleiterin hat es bis zu diesem Jahr immer so gemacht, dass sie quasi 2 x im Jahr für 4 bis 5 Wochen Urlaub nehmen konnte. Einmal ihre Urlaubstage, dann Gleitzeit. Nur an gewissen Tagen, wo man Telefonbereitschaft hat, muss man von 9 Uhr bis 16 Uhr da sein. Aber das kommt 1 x im Monat vor oder manchmal 2 x. Ich bin meist früh im Büro, so kann ich nach meinen 7.48 Uhr Arbeitszeit gehen und hab meistens um 15 Uhr herum Feierabend. Sammel dadurch aber nicht großartig Plusstunden an. Muss also zwischendurch mal länger machen. Ach ja und wir im öffentlichen Dienst haben 30 Urlaubstage. Also eigentlich kann man sagen, dass es uns hier ziemlich gut geht. ;)
    Deswegen bleibe ich auch im Büro :-)
    Liebe Grüße Andrea

    • So viel Freiheit klingt fantastisch. Vielleicht hatte ich mir als Angestellte einfach die falsche Branche ausgesucht?

      Ich finde es total schön, wenn jemamd zu zufrieden ist wie Du mit Deinem Job.

  8. Ich kenne beide Seiten und habe mich entschieden, wieder ins Angestelltenverhältnis zurückzukehren. Deine Pros kann ich nachvollziehen und die 30 Tage Urlaub im Jahr waren für mich auch ein Grund, lange und gründlich nachzudenken. Glücklicherweise kommen in meinem Job durch Wochenendarbeit oder Abendtermine viele freie Tage dazu – mit “nur” 30 Tagen Urlaub, die ich womöglich am Anfang eines Jahres verplanen muss, wäre ich sehr unglücklich. Ein paar spontane freie Tage oder ein freier Vormittag, um frühstücken zu gehen – das ist eine Flexibilität, die ich an meinem Job sehr mag und die ich dann eben auch gern mit Arbeit abends oder am Wochenende “bezahle”. Einen Hund hatte ich übrigens schon gefühlt immer. Der kam halt einfach mit ins Büro.

    Was ich am Angestelltendasein schätze ist die Tatsache, dass man krank sein oder Urlaub machen kann und das Gehalt trotzdem fließt. Sozialversicherung war ja aufgrund der KSK nie ein großes Thema. Dass ich aber angestellt finanziell völlig unabhängig bin und mit einem festen Gehalt planen kann und nicht zuletzt dass ich Aufstiegsmöglichkeiten habe, das genieße ich sehr.
    Liebe Grüße
    Fran

    • Krankheit und Urlaub mit Einkommen zu haben, ist nicht zu unterschätzen, das stimmt.

      Die KSK ist klasse, nur nimmt die mich nicht. Ich habe zwar Einnahmen mit Buchtatiemen und als freie Autorin und hier mit dem Blog, aber der ist in Prozent vom Gesamtumsatz zu gering. Ich fände es passend, wenn es sowas für alle Freiberufler oder Einzelkaufleute gäbe. Mehr Einzahler = mehr Riskioverteilung. Leider zahlen stattdessen Apotheker und Rechtsanwälte in eigene Versorgungsinstitutionen ein. Da ist das Schweizer System besser, wo alle einen Teil in die gleiche Kasse zahlen. Ich schlage mich der gesetzlichen Krankenkasse und Pflegeversicherung herum und finde die Beiträge unverschämt hoch.

      Dass Du Dich in Deiner jetztigen Lebensphase noch mal für mehr Sicherheit entschieden hast, kann ich gut nachvollziehen. Ich habe nur mich zu ernähren und einen Teil vom Zausel und keine zwei Kinder durch eine berufliche Ausbildung zu bringen.

  9. Ich kenne ja auch beides und auch den Wechsel mal hin und her. Also: ich war lange Jahre angestellt, dann einige Jahre selbstständig, dann wieder angestellt (mit 46 Jahren hatte ich mich dazu entschlossen, weil ich 2 halbwüchsige Kinder allein zu erziehen hatte und die Sicherheit eines festen Gehalts wollte), später dann jahrelang teilzeitangestellt und gleichzeitig teilzeitselbstständig und nun bin ich in Rente und doch wieder ganz selbstständig mit meinem Online-Shop.
    Es sind andere und teils konträre Energien, die man braucht für die Selbstständigkeit, das ist mir besonders klargeworden, als ich beides gleichzeitig gemacht habe. Zum einen wirklich alles selbst entscheiden und voranzutreiben und die Zeit dafür selbst einzuteilen, zum anderen u.a. sich positiv einfügen in ein Team, ein Unternehmen und zeitliche Vorgaben. Das kann einen ganz schön fordern und man muss sehr bewusst damit umgehen.
    Ich war echt froh, als ich dann nur noch selbstständig war.
    Schön ist, dass ich mein Berufsleben so lange führen kann, wie ich will oder meine Gesundheit es erlaubt. Ich bin nun 67 und mein Mann ist 72. Seit 11 Jahren haben wir den Shop, den allerdings ich allein aufgebaut habe, mein Mann ist erst seit seiner Pensionierung dazu gekommen.
    Beide möchten wir noch arbeiten und sind froh, dass uns niemand sagen kann, dafür wären wir zu alt. Wenn wir nicht mehr wollen oder können, schließen wir den Laden schließen oder verkaufen ihn.
    Aber die vielen Kontakte, die wir bekommen über den Shop, unsere wirklich überaus netten Kunden und Kundinnen, das ist es wert, dass wir noch viel arbeiten. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal unseren Laden 2 Wochen für Betriebsurlaub geschlossen und kein Kunde ist uns deswegen böse gewesen, im Gegenteil, sie haben 2 Wochen auf die Lieferung gewartet. Ist das nicht toll?
    So sind unsere zeitlichen Freiräume wieder größer geworden und das genießen wir sehr. Immerhin haben wir binnen 3 Jahren 4 Enkel bekommen und mit ihnen wollen wir auch Zeit verbringen.
    Gut, dass ein Onlineladen nicht immer die Tages-Präsenz erfordert und die Kundin es nicht merkt, dass ich nachts um 23 Uhr oder morgens um 5 Uhr die Päckchen packe, wenn es nötig ist.
    Punkt 1 und 2 stimme ich voll zu. Punkt 3 sind bei uns die Enkel :-)
    Liebe Grüße von Sieglinde

    • Beides gleichzeitig würde mich wohl auch zerreiben. Es ist schon jeweils eine andere Art, zu leben und zu denken.

      Ich wünsche Euch noch lange ganz große Freude an Euren tollen Enkelkindern!!!

  10. Ich kann deine Gründe von damals, den Job zu kündigen und sich selbstständig zu machen, sehr gut verstehen. Meine Eltern waren über 30 Jahre selbstständig und es war dadurch immer ein Teil von mir. So weiß ich auch, was die Höhen und Tiefen sein können.
    Ich finde es sehr mutig, diesen Schritt zu gehen. Aspekte zu beachten, was man will. Vielleicht auch etwas zu tun, was mich vielleicht nicht reich macht, aber glücklich!!!
    Bei mir ändert sich in der nächsten Zeit beruflich auch sehr viel. Ich habe über 20 Jahre in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet. Zum Glück war es mir möglich nur 3 Tage die Woche arbeiten zu müssen. Betriebsbedingt verlasse ich nun meine sichere und gewohnte Arbeit und orientiere mich neu.
    Neu in Hinblick auf eine große Veränderung. Ich weiß, was ich machen möchte, was ich wirklich brauche und hoffe, dass am Ende alles gut wird.
    Du hast mir mit deinem Beitrag nun noch mehr Mut gemacht, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
    Liebe Grüße
    Doreen

    • Ich drücke Dir von Herzen die Daumen, dass Dein Weg gut wird!!! Wenn es das ist, was Du willst und kannst, dann wird es gut werden.

  11. Liebe Ines,
    ich war immer angestellt und bin seit letztem Jahr selbständig. Es sind genau die Vorteile die du aufgezählt hast die ich so großartig finde. Ich habe immer in Branchen gearbeitet wo “all in Verträge” ganz normal waren. Ich lebte nur um zu arbeiten. Ich wollte nicht länger Befehlsempfänger sein. Jetzt genieße ich die freie Zeiteinteilung. Ich empfinde auch eine größere Befriedigung. Auch wenn sich meine Umgebung auf den Kopf greift und nicht verstehen warum ich es gemacht habe :-)
    LG Natascha

    • Die Umgebung wird sich auch bei Dir daran gewöhnen :) .

      Klasse, dass Dir die Selbstständigkeit auch so gut bekommt. Warum erzählst Du auf Deinem Blog nichts darüber, oder habe ich das überlesen?

  12. Lach. Ich bin das genaue Gegenteil. Ich bin Beamtin. Und damit immer im Dienst.
    Allerdings ist die Stadt ein sehr sozialer Arbeitgeber. Teilzeit, Gleitzeit, Überstuden, Urlaub, zwischendrin “ausgleiten”.
    Man hat eine individuell festgelegte Arbeits und Anwesenheitszeit. Nach Rücksprache mit dem Chef und Arbeitssitutation kann man davon abweichen.
    Natürlich gibt es Regeln. Über 40 Stunden Gleitzeit müssen zeitnah abgeglitten werden. Bei Überstunden gelten besondere Regeln, es muss der Personalrat eingeschalten werden. Wenn diese vor 6 Uhr und nach 20 Uhr, oder am WE erbracht werden müssen. Die Ruhezeiten müssen eingehalten werden.
    Dreißig Tage Urlaub bei 5 AT pro Woche. Familienfreundlicher geht eigentlich nicht mehr.
    LG Sunny

    • Mit 35 freien Tagen, auch wenn man 5 dafür erarbeiten muss, kann man es wirklich aushalten. Schon merkwürdig, dass der Staat/Land da so viel mehr für die Angestellten tut als die freie Wirtschaft, obwohl sie den Staat/Land bezahlt. Eine Arbeit in den Strukturen des öffentlichen Dienstes wäre wohl dennoch nichts für mich.

    • Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Es hat gute Gründe, dass ich mir das vorher selbst auch nicht vorstellen könnte.

  13. Liebe Ines, du hast es genau richtig gemacht! Ich selber habe den richtigen Zeitpunkt für einen Absprung versäumt (bzw. ich wurde schwanger, als bei mir die Zeichen auf Veränderung standen, und danach wurden die Karten neu gemischt. Diese Karten waren dann zwar in Sachen Privatleben sehr gut, aber in Sachen Berufsleben leider nicht mehr.) Freut mich sehr für dich, dass deine Selbständigkeit so gut läuft. Und dass der Zausel und du zueinander gefunden habt, ist sowieso the perfect match!
    Schönes Wochenende und liebe Grüße, Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2018/10/eine-woche-im-ausseerland-teil-3.html
    PS: Ich weiß nicht, ob du gesehen hast, dass ich dir zu deinem Kommentar bei meinem vorangegangen Blogbeitrag – also hier: https://rostrose.blogspot.com/2018/10/anl-34-warum-sollten-wir-moglichst-auf.html – eine Antwort geschrieben habe… (?)

    • Auf den passenden Zeitpunkt zur Lebenssituation kommt es auf alle Fälle an. Ich habe neulich gelernt, dass Frauen in Österreich ab 60 in Rente gehen können. Gilt das auch für Dich? Oder hättest Du dann große Abzüge? Dann wäre es ja gar nicht mehr so lange, oder?

  14. Meine Mutter bringt in diesem Zusammenhang immer gerne den Satz:”Nessa, das musst du dir gut überlegen – wer Selbstständig ist, arbeitet eben selbst und ständig!”
    Damit hat sie sicher Recht, aber dann tue ich das ja immerhin für mich, für meine große Leidenschaft und meine Ziele – und eben nicht für irgendeine Firma, die Überstunden immer gerne sieht, aber mahnend auf die Uhr zeigt, wenn man länger als eine halbe Stunde in der Mittagspause war!
    Grüße
    Nessa
    https://ichdupasst.blog

    • Ja, der mahnende Blick der Kollegen – schlimmer als manche Arbeitgeber selbst. Natürlich will das gut überlegt sein und an dem Spruch ist etwas dran. Dafür hat man an anderen Stellen aber auch wahnsinnig viel Freiheit. Den wenigen Eindrücken, die ich online von Dir habe, traue ich Dir das absolut zu. Was machst Du beruflich?

  15. Man sollte einen eingeschlagenen Weg nie bereuen und wenn, dann einen anderen wählen.
    Das mit der freien Zeiteinteilung bei der Selbstständigkeit ist schon klasse. Aber gleichzeitig auch eine Falle.
    Und wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umsehe und all die Leute sehe, die so langsam in Pension gehen, frage ich mich, ob wir jemals in Rente sein werden. Und zu welchen Bedingungen … Und dann bin ich wieder froh, dass ich so lange arbeiten und rumwerkeln kann, bis nix mehr geht.
    LG Sabienes

    • Das ist eine der Kehrseiten bei vielen Selbstständigen und das wird bei mir auch so sein. Ich werde vermutlich nie eine klassische Rentnerin sein. Da ich keine Enkel haben werde, gibt es vermutlich Zeit und Lust zum Arbeiten.

  16. Nach meiner Ausbildung war ein eigener, kleiner Modeladen mein Traum. Aber dann zog es mich doch erst in die “große Stadt”, wo man auch als junge Angestellte im Einzelhandel zu den Order- und Modenschau-Terminen dabei sein konnte. Eine tolle Zeit war das, die ich nicht missen möchte.
    Einen Einblick in die Selbstständigkeit bekam ich später dann an der Seite meines Mannes während meiner Kindererziehungszeiten, aber ich blieb lieber beim Angestelltendasein.
    Mittlerweile arbeite ich nur noch Teilzeit an zwei bis drei Tagen in der Woche, das ist eine gute Kombi aus Arbeit und Freizeit für mich.
    Liebe Grüße!

    • Wenn Du als Angestellt die spannenden Seiten des Einhelhandels erleben durfest, konntest Du Dir riskante Seite gut sparen. Und Teilzeit an 2-3 Tagen klingt wirklich entspannt. Schön, dass es sich für Dich beruflich (und ich vermute auch privat) im Leben gut gefügt hat.

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