Das lustigste Erlebnis meines Lebens

ab hier wird gelächelt

Kürzlich kam ich beim Anschauen eines Films mit einer lustigen Szene auf den Gedanken, was das lustigste Erlebnis meines Lebens war. Traurig ist, dass mir kein wirklich beeindruckendes lustiges Erlebnis einfällt.

Die Kaffeemaschine

Immer noch laut lachen kann ich allerdings über das Erlebnis, als ein Freund Anfang der 1990er umzog und wir Kleinigkeiten lose mit dem Auto transportiert haben. Der Fahrer fuhr in einer verkehrsberuhigten Wohngegend in normalem Tempo um eine Kurve. Es schepperte und klirrte draußen auf einmal. Daraufhin sagte der Fahrer völlig ungerührt: “Das war die Kaffeemaschine.” In dem Moment war allen im Auto klar, dass die beim Losfahren noch auf dem Autodach stand.

Das ist aber kein Erlebnis, was mein Leben großartig beeinflusst hat. Na gut, etwas vielleicht doch. Nachdem meiner Mutter in den 1970ern mehr als einmal ein Milchschlauch vom Entendach geflogen ist – sie hat die Handeinkäufe immer auf dem Dach geparkt, während sie das Auto geöffnet hat – gehöre ich zu den Menschen, für die ein Autodach keine Ablagefläche darstellt.

Das Kanu

Wenn das Gehirn erst einmal auf Denken gestellt ist, arbeitet es im Hintergrund schön zuverlässig. Eben fiel mir doch noch eine andere lustige Geschichte ein, über die die Beteiligten bis heute lachen. Mitte der 2000er fand wir es eine schöne Idee, zu viert auf den Kanälen unserer schönen Stadt einen Kanu-Tagesausflug zu machen. Wir sind: Mein Mann – Sternzeichen Bär, sein Kumpel – Ü1,90 m muskulöser Tennistrainer/Sportler, seine damalige Partnerin und ich – beides keine Grazien. Ich schätze die Zuladung auf 380 kg plus Tagesproviant.

Beim Bootsverleih fragten wir, ob wir besser zwei Zweier oder einen Vierer mieten wegen der Gewichtsbelastung. Man sah da kein Problem in einem Vierer und meine ergänzende Frage nach der optimalen Verteilung der Personen im Boot wurde mit “ist egal” beantwortet.

Wir schipperten bei schönstem Wetter fröhlich durch die Gegend, die Herren vorne und hinten platziert. Bei anderen Booten des gleichen Verleihs – saubere, gepflegte Boote für wenig Geld übrigens – nahmen wir jeweils eine schöne dunkelblaue Zierlinie kurz unter der oberen Bootskante wahr. Hübsch! Wir waren bei jeder Begegnung ein wenig Stolz, auch in so einem schönen Boot zu sitzen und nicht einem der schmuddeligen Schraddelboote anderer Verleihunternehmen.

Immer öfter spürten wir jedoch, dass wir von anderen Paddlern unterwegs belustigt angesehen wurden. Die Krönung war, dass ein anderes Team sogar lachend auf uns zeigte. Irritiert schauten wir an uns und unserem schönen Vierer herunter. Worüber lachen die? Was ist Lustiges an uns?

Bei genauerer Betrachtung offenbarte sich: Dieser hübsche blaue, bei anderen Booten sichtbare Streifen lag bei unserem Boot dauerhaft unter Wasser. Es schaute nur ein minimaler weißer Rand des gut beladenen Boots hervor. Wir haben uns dann doch noch etwas vorsichtiger im Boot bewegt als eh schon, sind bestens zum Anleger zurückgekommen und haben bis heute eine schöne gemeinsame Erinnerung.

Der geteilte Nachtisch

Jetzt komme ich gerade von der Hunde-Runde wieder rein und mir fällt noch eine lustige Begebenheit ein. Vor etwa zehn Jahren waren mein Mann und ich zu einem familiären Geburtstagsessen im kleinen Rahmen bei einem Nobel-Italiener eingeladen. Nach Vorspeise und Hauptgericht bestellten wir beide ein Schokoladenmalheur, eine Art Schokomuffin mit flüssigem Kern.

Dieser besondere Nachtisch brauchte bis zum Servieren gute 25 Minuten, weil er frisch zubereitet wurde. Wir bekamen in der Wartezeit beide Dessertbesteck zur Steigerung der Vorfreude gereicht und warten gespannt auf die Köstlichkeit. Dann kam der strahlende Kellner mit einem (!) Teller. Ich weiß nicht mehr, ob er ihn in die Mitte zwischen uns stellen wollte oder gefragt hat, wer ihn von uns zuerst haben möchte. Ganz genau weiß ich hingegen, wie entsetzt wir beide die Augen aufgerissen haben, ihn kopfschüttelnd angesehen haben und den überforderten Kellner fragten:

“Sehen wir aus, als ob wir uns einen Nachtisch teilen?”

In Anbetracht der Wartezeit auf eine weitere Portion und der gedanklichen Fixierung auf warmen Schokokuchen und nicht eine der üblichen italienischen Alternativen, haben wir uns den Nachtisch dann letztlich doch geteilt. Bissen für Bissen. Und natürlich waren wir hinterher satt und nicht verhungert. Folge der Geschichte ist, dass sämtliche anwesenden Personen seit dem bei jeder erfolgten Nachtischlieferung für uns darauf warten, dass sowas wieder passiert, und lachen, wenn wir entweder wirklich etwas zum Teilen bestellen oder überdeutlich zwei Portionen – für JEDEN von uns eine, haben Sie das notiert? – ordern.

Dann bin ich jetzt auch nicht mehr traurig, weil mir kein ultimatives Erlebnis eingefallen ist. Es ist wohl die Summe der lustigen Sachen, die am Ende ein fröhliches Leben ergeben kann.

Was ist das lustigste Erlebnis Deines Lebens?
Hast Du vielleicht sogar etwas Lustiges mit mir erlebt?

24 Gedanken zu „Das lustigste Erlebnis meines Lebens

  1. Oh, Ines,
    das mit dem Schokokuchen ist so klasse. Ich fühle mit dir.
    Wenn ich Hunger habe oder mich auf einen besonderen Nachtisch freue und lange warten muss, werde ich zum Tier.
    Ich glaube, mein Mann hätte mir des lieben Ehefriedens willen den kompletten !!! Nachtisch überlassen. Er kennt mich, wenn ich Hunger habe (und ich mich auch).
    Das mit dem Boot ist auch hübsch und die Autodachablagefläche auch.
    Mir ist passiert, als ich müde vom Einkaufen zum Parkhaus ging, mir noch vorher schnell einen Coffee-to-go geholt habe, ihn auch auf dem Autodach abgestellt habe. Ich fuhr die Etagen runter Richtung Schranke, und suchte meine Kaffee. Ich hatte schon an mir selbst gezweifelt, ob ich mir überhaupt einen gekauft hatte. Naja, bis mir dann einfiel, dass der auf dem Autodach stand. Und er stand tatsächlich noch drauf.
    Danke für die hübschen Geschichten am frühen Morgen,
    Claudia

    • Auch schön! Spricht für Deinen Fahrstil. Beim Herausfahren hätte er bei mir auch noch stehen können. Beim Hochfahren auf keinen Fall. In Parkhäusern mit rundem Fahrturm in der Mitte fahre ich hoch immer so schnell, bis mir vom eigenen Gefahre schlecht wird. Ich liebe schnelle Kurven. Aber nur als Fahrer :).

  2. Liebe Ines,
    Danke, Du hast mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert; ich sollte viel öfter fröhliche Gedanken hegen, an all das Schöne denken, das ich bereits erleben durfte und weniger über Probleme und Sorge grübeln.
    Danke dafür,
    einen wunderschönen sonnigen Tag, Bussi an Paul,
    Gabriele

    • Möge es Dir gelingen! Auch in Deinem vollgepackten Leben gibt es hoffentlich immer wieder tolle und lustige Momente.

  3. Kürzlich mit der Enkelin, 3 Jahre alt, im Auto. Wir beide auf dem Rücksitz.
    Sie erzählt etwas ganz ernsthaft und ich sage erstaunt und schnell:
    “Ach was!?”
    Sie darauf immer noch ganz ernsthaft:
    “Oma, sag doch nicht immer Ach was (genau meinen Tonfall imitierend!”)
    Ich bin vor Lachen schier vom Autositz gefallen!
    Sie war total überrascht davon und dann haben wir alle drei gelacht. :-)

    Ja, das Leben hat zum Glück so komische, witzige und absurde Seiten. Nicht immer, aber öfters als man glaubt.
    Eine heitere Woche wünsche ich Dir – trotz Karnevals! ;-)
    Sieglinde

    • Karneval? Bekomme ich gar nicht mit. Zum Glück!

      Klasse der Spruch von Deiner Enkelin. Kinder sind fantastische Beobachter. Möget Ihr noch viele tolle Momente zusammen haben!

  4. Liebe Ines,
    danke für das Teilen Deiner lustigen Memories. Ich bin gerade ins Grübeln gekommen – war mein Leben früher lustiger? Auf jeden Fall war der Sinn geschärfter, komische Situationen ausführlich zu genießen! Also werde ich in Zukunft versuchen, nicht nur den stillen Humor zu pflegen, sondern auch die komischen Elemente mehr hervorheben!
    Ein Familienklassiker bei jeder Runde, wenn die lustigen Geschichten erzählt werden: meine Mutter hat mal mit dem “Star Mix” Gerät Spinat püriert und dabei vergessen, den Deckel aufzusetzen. Der Papa konnte anschließend die Küche neu streichen – grün bis unter die Decke! So lange her aber immer noch ein Gelächter wert bis in die übernächste Generation!
    Sonnige Grüße,
    Susa

    • Danke für die Spinat-Mix-Geschichte. Absolut großartig. Habe lange laut gelacht darüber. Meine Erfahrungen zu dem Thema: Salatdressing, das aus Öl, Essig und heißer Brühe zubereitet wird, sprengt den Schüttelbecherdeckel gerne ab, auch wenn ein Daumen locker darauf liegt. Die Küche musst zwar nicht renoviert, aber lange geputzt werden. Immer wieder … Und ich kann Dir sagen, das ein Glas Rotwein, das mit Schwung vom Hocker neben dem Sofa aus Versehen dynamisch Richtung Wand kippt, auf weiß gestrichener Raufasertapete in Windeseile mittelblaue Flecken hinterlässt und sofort komplett einzieht. Das führte allerdings zur Renovierung des Wohnzimmers. Kommentar meines Mannes: Jetzt wird das endlich nicht mehr ausgesessen (ich hatte es schon zwei Jahre aufgeschoben aus gutem Grund …). Er war mir also nicht böse, sondern eher froh darum.

  5. Herrlich :-)) Nun bin ich noch fröhlicher ;)
    Ich kann mich da mehr an Herrn Paule erinnern und an einen Herrn Hase… der so plötzlich vorkam. Der Herr Paule alles vergessen hat und hinterher ;) Vorher hat er so toll gehört und ich mühte mich da mit beiden ab und in dem Augenblick war Paule verschwunden ;) Auf der einen Seite nicht lustig, weil ärgerlich und Herzschlagerhöhend.. auf der anderen Seite doch sehr zum schmunzeln.
    Aber mal sehen, ob du dann bei unserer nächsten Begegnung über ähnliches nicht lachen kannst, bei meinen zwei Chaotenbrüdern ;))

    • Grrr … dieser Riesenhase … da sagst Du was. Da war mein Gesicht echt gut entsetzt! Von “oh wie süß, guck mal da ist ein Riesenhase” bis zu “PAUL! STOOOPPP! PAUL!KOMMM!” … Repeat … ging fix …Tja, und wer auf STOPP nicht steht, sondern durch den Klövensteen sprintet, verbringt halt den Rest des Tages an der Leine. Ich habe Paul dazu befragt: Er sagt, das war ihm der Spaß wert … und er sagt auch, dass er dem Hasen immerhin kein Haar gekrümmt hat. Wäre ja auch noch schöner!

      Ich so gespannt auf Deine beiden frechen Rüben im Doppelpack. Paul wird entsetzt sein, dass Karli noch so einen im Gepäck hat … aber natürlich wird er sich benehmen und Cooper willkommen heißen. Wird er. Bestimmt!

  6. Liebe Ines,
    danke fürs Teilen deiner lustigen Erlebnisse! Die Sache mit dem Autodach kenne ich übrigens auch – ich hab u.a. leider mal meine Brieftasche nach dem Einkauf draufgelegt und bin dann abgefahren. Zwar bekam ich die Börse samt Ausweisen nach ein paar Tagen wieder zurück, aber Geld war da keines mehr drin… Seither bin ich auch vorsichtiger in diesem Punkt. Was mich und meine Lustigkeiten betrifft: Ich hab mich in meinem Leben schon so oft zerkugelt, aber vieles davon habe ich mir nicht gemerkt und manche lustige Erlebnisse kann man einfach nicht erzählen, weil sie letztendlich nach “und DAS soll jetzt sooo lustig sein?!” klingen. Die waren lustig in der Situation, sind aber nicht schilderbar. Bzw. teilweise auch nicht fürs weltweite Netz gedacht ;-)))))
    Alles Liebe an dich und den “Sternzeichen-Bären” ;-) – und natürlich auch an Paul!
    Traude

    • Dass das Geld weg war, ist gemein. Ich habe einmal ein Portemonnaie verloren mit Geld und Papieren und einmal die Brieftasche nur mit Papieren. Beides habe ich komplett und unbeschadet zurück erhalten. Echtes Glück.

      Ja, solche Geschichten sind schwer schriftlich zu erzählen. Geht mir auch so. Aber Hauptsache, wir erleben sie alle.

    • Und da Du den Mann mit Sternzeichen Bär kennst und meinen Appetit, kannst Du Dir das sehr gut realistisch vorstellen :)

  7. Liebe Ines, du lieferst einfach die perfekte Lektüre nach einem anstrengenden Tag, entspannend und dabei lustig, besser geht gar nicht. Vielen Dank für das Teilen dieser witzigen Anekdoten aus deinem Leben – da schmeckt der Feierabend-Tee gleich nochmal so gut. Die Frage nach dem lustigsten Erlebnis ist gar nicht so einfach zu beantworten – es gibt sicher immer wieder Witziges, das wir erleben, aber teilweise ist das nur der jeweiligen Situation geschuldet oder es bedarf Insiderwissen, um die Pointe zu verstehen. Ein Punkt fällt mir aber spontan ein, bei dem meine Familie sich immer zerkugelt und zwar beim U-Bahn-Fahren. Vor ca. 20 Jahren, als wir so die ersten Male damit gefahren sind, bin ich während der Fahrt kurz zum Metroplan gegangen, um die Stationen zu kontrollieren. Leider habe ich nicht darauf geachtet, dass ich auf einem Klappplatz gesessen bin und wo ich dann noch immer mit dem Blick auf die Karte gelandet bin, kannst du dir sicher vorstellen….
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe

    • Oh ja, das sehe ich bildlich vor mir :) und glaube sofort, dass sich Deine Familie immer noch darüber zerkugelt.

      Wenn ich Dir damit den Feierabend versüßt habe, hat der Blogbeitrag sein Ziel erreicht: ein wenig unterhalten.

  8. Was für herrliche Geschichten, ich mag das mit dem Boot. Sehr lustig. Ganz spontan fällt mir gerade gar nichts ein aber in meinem Leben gibt und gab es viele lustige Geschichten. Ich denke noch mal drüber nach.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Der Bootsmoment war auch wirklich lustig. Wir waren seit dem noch oft alleine paddeln und denken jedes Mal dabei daran. Einsteigen, Linie checken (im Dreier zu zweit …), los!

  9. Sehr schön. Vielen Dank. Ich musste mehrmals laut auflachen, beim Lesen.
    Aufs Autodach Sachen stellen, ist bei mir unter Androhung der Todesstrafe VERBOTEN. Gibt Kratzer im Lack. Lach.
    Also auf Dein Dach darfst Du natürlich.
    BG Sunny

    • Mach ich ja auch nicht :) .

      Freut mich, dass ich zum Lachen bringen konnte mit meinen Geschichten. So war es gedacht.

  10. Vielen Dank für diesen lustigen und schönen Artikel!
    Also, ich möchte mein Nachtisch definitiv auch nicht teilen… aber bei uns würde das wahrscheinlich nie passieren, denn bei uns gibt es nach dem Essen so gut wie nie Nachtisch.
    Ich könnte auch nicht genau sagen welches Erlebnis am lustigsten war, aber ich freue ich mich auf alle Momente, die mich zum Lächeln bringen, das macht das Leben auf jeden Fall schöner und leichter!
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Zu Hause gibt es bei uns auch nur alle paar Monate Nachtisch, wenn Besuch da ist. Deshalb war es zusätzlich gemein. Wenn es schon mal einen gibt, dann auch noch teilen ?!?

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