Lesetipp gegen Sätze des Todes fürs Selbstwertgefühl

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

(Affiliate Link auf dem Cover)
Beyond Beautiful: Wie wir trotz Schönheitswahn zufrieden und selbstbewusst leben können
von Anuschka Rees

Von Anuschka Rees habe ich Dir hier im Blog bereits das Buch Das Kleiderschrank-Projekt (Rezensionsexemplar) vorgestellt und hinterher meine Umsetzung davon mit Outfits aus dem wahren Leben gezeigt. In Beyond Beautiful geht es nicht um Kleidung, sondern das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein von Frauen. Das Buch wurde mir vom DuMont Buchverlag (Werbung) als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Es geht in Beyond Beautiful darum, warum so viele Frauen Probleme damit haben, mit ihrem Spiegelbild und ihren Körper zufrieden zu sein. Wie kann man sich gut fühlen, wenn man nicht den unerfüllbaren gesellschaftlichen Schönheitsidealen entspricht? Wie schafft man die Abgrenzung zu geschönten Bildern aus der Werbung und sozialen Netzwerken? Wie schafft man es, seine äußere Hülle nach eigenen Vorstellungen und nicht denen des Umfelds, das einem eintrichtert, was man zu tun hätte, zu gestalten – Stichworte Make-up, Kleidung, Rasuren hier und dort. Das Buch ist in drei Teile gegliedert

  1. Das Problem verstehen
  2. Eine neue Haltung finden
  3. Die Kontrolle zurückgewinnen.

Grundsätzlich bin ich vollständig der Meinung der Autorin, dass es wichtig für Mädchen und Frauen ist, sich von aufgezwungenen Leitsätzen und Bildern zu lösen und einen eigenen Weg für sich zu finden, wie man sich zeigen möchte und wie man damit umgeht, wenn jemanden das nicht gefällt.

Beim Lesen kam mir Einiges übertrieben vor, denn ich kenne zum Beispiel keinen, der sich einen Abend mit Freundinnen von einem Pickel, einem Blähbauch oder ein paar Stoppeln unter den Achseln ruinieren lässt (Seite 9). Hingegen kenne ich aber durchaus unzählige Frauen mit Diätthemen und welche, die nicht in den Spiegel schauen mögen.

Dass mir Einiges fremd ist von den Problemthemen in dem Buch, mag daran liegen, dass ich bald 48 bin und keine Teenagertochter habe und weder ich noch mein Umfeld GTNM-geschädigt sind. Zielgruppe für das Buch sind primär Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Ich sehe allerdings noch eine andere Zielgruppe: Mütter von Teenagertöchtern, die ihre Töchter vor dem Schönheits- und Abnehmwahn schützen möchten.

Anuschka Rees hat für das Buch über 600 kurze Statements von Frauen gesammelt, die über das ganze Buch verteilt sind. Beim Lesen einiger Worte hätte ich heulen können. Ein motivierendes Statement auf Seite 94 lautet allerdings

“Wir alle sollten uns mehr unter nackten Menschen aufhalten. Es gibt mehr ‘Normalos’, als wir denken.”

Das kann ich bestätigen. Nach mehr als zehn Jahren Umkleiden und Duschen zum Schwimmen in der Sammelumkleide und -dusche weiß ich eins genau: Ich habe in meinem Leben noch keine Frau gesehen, deren Körper ich gerne komplett hätte. An jeder ist etwas, das ich schön finde ich vielleicht auch gerne so hätte. Und an jeder ist etwas, das ich nicht haben möchte und das mir an meinem Körper besser gefällt. Ja, ja ich weiß – schon wieder ein Vergleich. Aber eben einer, der dazu führt, dass ich keine Sehnsüchte entwickelt habe, sondern zufrieden bin mit meinem Körper. Eine solche Justierung tut mir gut.

Zum Thema Instagram und Consorten kann ich wie die Autorin nur sagen: Such Dir selbst aus, was Du dort sehen willst. Entfolge Accounts, die Dir ein schlechtes Gefühl beim Betrachten der Bilder oder Lesen der Texte geben. Quäle Dich nicht damit, sondern schaffe Dir ein für Dich gesundes Umfeld. Unfollow klicken kann so befreiend sein!

Noch nicht einmal dagegen, dass Anuschka Rees empfiehlt, Modetipps für Deinen Körpertyp zu ignorieren, habe ich etwas, obwohl ich davon zum Teil lebe. Auch wenn ich exakt solche Tipps hier im Blog gebe und Kunden mit genau dem Wunsch zu mir kommen, bin ich ebenso dagegen, sich sklavisch nach dem gängigen Schönheitsideal zu kleiden. Nur weil jemand klein ist, muss er nicht länger wirken wollen. Oder kleiner, weil er lang ist. Ich frage immer nach der Bestandsaufnahme, was meine Kundin möchte. Dann sage ich ihr, wie sie das erreichen kann. Stilberatungen von 12jährigen Mädchen – und glaube mir, die Anfragen kommen immer wieder, lehne ich kategorisch ab.

Sätze des Todes

In dem Buch gibt es Seiten der Rubrik Beyond Beautiful Toolbox. Es wird auf Deine innere Stimme geschaut, was für Trigger es gibt, wie Du früher darauf reagiert hast und wie Deine neue Reaktion aussehen kann. Dennoch wird es immer Sätze geben, die Dich verletzen. Man ist nicht gegen alles gewappnet. Aber ein gutes Selbstgefühl hilft, solche Sätze einzuordnen. Ich nenne sie Sätze des Todes.

Ines Meyrose 2002

Einen davon hat meine Mutter im Sommer 2002 in abfälligem Ton beim Betrachten dieses Urlaubsfotos zu mir gesagt

“Wie kann man nur so schlanke Beine haben, wenn man so dick ist.”

Es folgt noch etwas in der Richtung, dass das nicht fair wäre, das weiß ich aber nicht mehr wörtlich. Ich wiege auf dem Bild übrigens genau das gleiche wie heute – 66 kg bei 1,65 m Länge – das ist weder schlank noch dick. Damals war das Hosengröße 42, heute dank Schmeichelgrößen 38/40, aber darum geht es nicht. Es geht darum, was die Aussage über die Sprecherin aussagt – die berühmte Selbstoffenbarung, und was das bis heute mit mir macht.

Was das über meine Mutter aussagt, kann ich mir ziemlich gut denken. Sie war stinksauer, dass ich lieber 100 Euro Einzelkabinenzuschlag für die einwöchige Bootsfahrt in der Türkei gezahlt habe, als sie mitzunehmen und die Kabine mit ihr zu teilen. Deshalb wollte sie meine Freude an den schönen Urlaubsbildern nicht mit mir teilen. Außerdem war sie eifersüchtig darauf, dass ich mit meinem Körper im Rahmen dessen, was mir wichtig ist, zufrieden bin, und sie es schon seit 20 Jahren nicht mehr war. Sie konnte nie nachvollziehen, wie ich mit diesem BMI zufrieden sein kann. Schlanke Beine hatte sie übrigens selbst, deshalb passt der Spruch eigentlich noch nicht mal, weil er auf sie selbst auch zutraf. So viel dazu.

Warum dieser Exkurs? Es ist wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, was scheinbar lockere Sprüche oder bereits kleine Abfälligkeiten mit einem Menschen machen können. Mich hat das Buch noch 24 Stunden nach dem Lesen immer wieder an den dämlichen Satz meiner Mutter erinnert, der mich bis heute ein bisschen piekst.

Fazit

Ein Buch für alle, die ihr Selbstwertgefühl ungesund von anderen abhängig machen und sich davon das Leben bestimmen lassen. Und für alle, die Menschen im dafür prägendem Alter begleiten. Dieses Alter fängt heutzutage leider schon im Kindergarten an.

P.S.
Die Illustrationen von Marina Esmeraldo in dem Buch sind zauberhaft.

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28 Gedanken zu „Lesetipp gegen Sätze des Todes fürs Selbstwertgefühl

  1. Hallo Ines,

    was für ein schönes Urlaubsfoto mit einer strahlenden glücklich aussehenden Ines am Steuerrad. Das ist mir zugleich in den Kopf gesprungen, als ich das Foto gesehen habe.

    Als ich den Satz deiner Mutter gelesen habe, ist mir die Kinnlade runtergefallen. Wie kann man bei einem so schönen Foto solch einen Kommentar abgeben und etwas über die Beine sagen, wo das, was ins Gesicht springt, die fröhliche Ines ist.

    So schade, wenn Mütter ihren Frust an Töchten auslassen. Das kenne ich leider auch, und könnte dir auch ein paar solcher verletzender Sätze bieten, die ich trotz der Jahre, die inzwischen vergangen sind, immer noch weiß.

    So was in der Art hätte deiner Mutter dir sagen sollen:
    Liebe Ines, ich freue mich für dich, dass du einen so schönen Urlaub hattest. Man sieht dir deine Freude an und ich freue mich mit dir.

    Liebe Grüße
    Claudia

    • Exakt so war das – es war traumhaft auf dem Schiff und ich glücklich. Daran erinnere ich mich noch heute sehr gerne, es war ein schöner Urlaub. Der erste, den ich ganz alleine verbracht habe. Ich hatte einen unguten Job gekündigt und war bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses vier Wochen freigestellt und hatte spontan Zeit für sowas.

      Ich glaube Dir sofort, dass Dir eine Serie solcher Sätze einfällt. Einige werden unbedacht gesagt (das wird mir auch passieren anderen gegenüber), andere absichtlich. Ich habe einige Therapiestunden gebraucht, um zu akzeptieren, dass meine Mutter ihren Job als Mutter so gut gemacht hat, wie sie es eben konnte. Manchmal richtig gut – und manchmal ziemlich mies. Ich hoffe, dass die Sätze Deiner Mutter inzwischen bei Dir so weit weg sind, dass sie Dir heute nichts mehr anhaben können.

      Danke für Deine schöne Umformulierung <3.

    • Bestimmte Sätze pieksen immer noch, obwohl sie vor langer Zeit gesagt wurden. Aber im alltäglichen Leben sind sie nicht vorhanden, nur in bestimmten Situationen denke ich wieder daran. Letzten Endes tut es mir nur leid, dass man durch solches Verhalten eine Beziehung, die doch von ihrer Art her eine sehr innige sein sollte, ziemlich mies gemacht hat.

      Außerdem finde ich es generell sehr schade, wenn man sich nicht mit anderen mitfreuen kann, egal, in welcher Beziehung man zu jemandem steht. Warum die Freude des anderen durch böse Bemerkungen trüben?

  2. Liebe Ines,
    was du über das Buch schreibst, liest sich interessant.
    Den aktuellen Schönheits- und auch Schlankheitswahn empfinde ich schlimmer als je zuvor und die Bekleidungsindustrie nebst GNTM tun ein übriges dazu, wenn normalgewichtige, junge Frauen eine Größe L bei manchen Firma brauchen, weil die Teile extrem klein ausfallen und damit schon von vornherein zum No-Go bei Heidi werden.
    Als junge Frau wog ich bei einer Größe von 1.71m 67kg (aktuell sind es ein paar Kilo mehr), auch mir signalisierte mein Umfeld oft, ich sei zu dick – sehr gut für das Selbstwertgefühl…. und so hungerte ich mich mit 30 Jahren auf 58 kg runter. Um dieses Gewicht zu halten, fehlte mir eindeutig das “nichts kann so gut schmecken wie schlanksein – Gen” ;-)
    Eine Therapeutin nannte so Sätze wie die deiner Mutter bzw. meines Umfeldes immer “Totschlag-Argument”.
    Vielleicht kaufe ich mir das Buch.

    Mit lieben Grüßen
    Uschi

    • Schlanke Teenager brauchen bei Teenagermarken eine L und eine normalgewichtige Frau bekommt Schmeichelgrößen von ihren Best Ager-Marken serviert. Die Modewelt ist wirklich verrückt.

      Das “nichts kann so gut schmecken wie schlanksein – Gen” fehlt mir, seit ich 17 bin. Zwischen 14 und 17 habe ich das wenig Essen und oft Hunger haben gut hinbekommen, dann war es vorbei damit. Macht nix.

      Kannst ja in einer Buchhandlung mal einen Blick ins Buch werfen. In jedem Fall finde ich die Papierversion hier ausnahmsweise zu bevorzugen, weil die Illustrationen so schön sind und das Buch innen farbig gestaltet ist.

      Entscheidend ist, dass man versucht, so dämliche Sätze oder Totschlag-Argumente in die richtige Schublade zu sortieren: Die mit dem Müll. Aber auch bei Müll dauert es ja manchmal ein bisschen, bis man ihn los wird …

  3. Das tut mir schon beim Lesen weh. Gut, dass du es heute mit Abstand so einordnen kannst. Und wie schade, dass deine Mutter nicht gönnen konnte.
    Das Foto zeigt so viel gute Laune und Freude im Urlaub, die du auch sicherlich gehabt hast.
    Mein Vater kann auch sehr verletzend sein, meine Schwester hat das oft abbekommen, ich habe „zurückgeschossen“ hatte aber auch ein besseres Selbstbewusstsein. Meine Mutter würde nie auf die Idee kommen, so etwas zu sagen. Und ich habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich merke, dass eine neutral gemeinte Bemerkung bei meinen Töchtern anders ankommt, als ich sie gemeint habe. Passiert leider manchmal.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Mir hat es beim Schreiben gestern auch noch wehgetan (ausnahmsweise ein spontaner Beitrag, das Buch ist erst am 17. Mai 2019 erschienen und ich habe es Freitagnachmittag in einem Rutsch durchgelesen).

      „Nicht gönnen können“ trifft es in diesem Fall zu 100 %. Es gab Situationen, da hätte meine Mutter mir ihr letztes Hemd gegeben. Und dann gab es welche, da hat sie mir das Schwarze unter den Fingernägeln nicht gegönnt. Zum Glück waren letztere die selteneren. Dennoch bleiben die hängen.

      Ätzend, dass Dein Vater auch so verletzend ist. Weiß er das? Oder hält er sich dabei für lustig? Ist das Absicht oder Versehen?

      Alleine, wenn man ein schlechtes Gewissen hat, wenn man merkt, dass man jemanden aus Versehen auf die Füße getreten ist, sehe ich schon als gutes Zeichen. Dann kann man immerhin zeigen, dass es keine Absicht (oder eine gute Absicht) war und sein Verhalten für die nächste Situation überprüfen.

  4. Ja das ist oft nicht fair, dass man andere klein macht macht damit man selbst besser da steht. Das ist so ein schönes fröhliches Ferienfoto richtig klasse siehst Du aus Ines.
    Wer meint ich sei dick hat recht. Das reicht meist schon und ich hör dann nix mehr. Photoshop und Insta, das hingebogene, unechte ist wirklich ein Problem. Aber ich habe oft das Gefühl dass die gesunde Jugend das schon genau weiß, dass das nicht wahr ist.
    Das mit dem Ankleiden zum optimieren bekomme ich ja auch gern gesagt, wenn ich mal wieder etwas unvorteilhaftes trage, das nix für mich tut. :) (Trag Highheels das streckt, egal ob Du laufen kannst, laufen wird völlig überbewertet,lach)
    Ein toller Ausspruch ist auch immer: Jeder wie er möchte oder Du musst wissen wie Du rumläufst, oder das ist Geschmackssache…
    Vielleicht ist so ein Buch wirklich eine tolle Idee. Oder ein Blog der nicht immer nur das streckende optimierte zeigt. Schlanke Menschen die furchtbar Angst haben dick auszusehen. Die Wahrnehmung ist heute leider oft verzerrt. Schlimm wenn dazu noch Sätze des Todes kommen.
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag Ines, liebe Grüße Tina

    • Dein Blog ist doch genau so einer, der Dich in der ganzen Vielfalt Deiner Figur und Kleidung zeigt. Deshalb lese ich Dich gerne. Ich finde es in Ordnung, auf einem Blog die schönste Seite von sich zu zeigen, aber ich möchte immer echte Seiten sehen. Ein schwieriges Thema insofern, als dass ich seit einigen Monaten meine Zornesfalte auf einigen Bilder wegretuschiere, denn das widerspricht dem. Mal sehen, wann mir das zu lästig oder unecht wird. Ich könnte sie auch vorher mit Make-up zu spachteln, das würde vermutlich als echt akzeptiert werden. Ich halte es so damit, mich nicht mehr zu retuschieren als ein Make-up das live nicht auch könnte oder mehr Abstand zur Kamera bewirken würde. Weil ich aber keine Lust auf aufwendiges Make-up für die Fotos habe, lasse ich mich vom Bildbearbeitungsprogramm schminken. Schmaler gemacht oder sonst wie die Figur geändert habe ich noch nie etwas an mir.

    • Dankeschön Ines. Ja ich stehe zu meinen Outfits, wenn sie mir gefallen auch wenn sie unvorteilhaft wirken oder nicht kaschieren. Oder böse Oberarme zeigen :) Ein running Gag zwischen mir und meinen Fotografen ( Sarah oder Göga) ist eh immer meine Frage: “Seh ich dick aus?” Die Antwort kannst Dir sicher denken :)
      Du hast eine Zornesfalte? Komischerweise habe ich auch das Gefühl auf Fotos mehr Falten zu haben als im Spiegel. Das ist oft die Wirkung von Licht und Schatten, was der Natürlichkeit ja auch nicht entspricht. Ich finde Deine Einstellung zur Retusche gesund.

  5. Oh Mann, ein wichtiges Buch und wichtiger Beitrag. Auch wenn es mich immer wieder fassungslos und traurig macht, auch bissl wütend, wie sehr so unbedarft fallende Sätze einen treffen und manche über Jahre (oder ihr ganzes Leben!:-o) behindern können!
    Aussehen wurde bei uns Zuhause zum Glück nie auf diese Weise kommentiert, aber andere Sätze, die wie Fallbeile wirkten, gab es schon… Wie wohl in jeder Familie. Oberster Auftrag: freimachen, wirklich frei werden!! Und ja, FKK ist da auch mit gemeint ( den Tipp oben finde ich sehr lebensnah, aber nur wenn man sich nicht NUR nach oben oder unten vergleicht)!

    Über einen Post der Schminktante bin ich heute auf diesen Beitrag gestoßen, darf ich den vlt ausnahmsweise verlinken? Der passt so gut zu dem “Mutter sagt”- Thema.
    Punkt 1 in diesem Link:
    https://www.liebes-botschaft.com/2019/05/3-dinge-ueber-die-keiner-am-muttertag-spricht-und-warum-deine-eltern-nicht-an-deinem-unglueck-schuld-sind.html

    • Irgendwas passiert ist glaube ich in jeder Familie, was man sich anders wünscht oder gewünscht hätte. Letztlich zählt für mich auch, wie man als Erwachsener damit umgeht und für sein eigenes Handeln und Sein Verantwortung übernimmt.

    • Genau, was Du sagst, ist auch meine Meinung! Man kann immer versuchen, etwas zur Heilung beizutragen. Selber, bei sich. Und dann dadurch vlt auch bei anderen.

  6. OK, der Spruch war nicht nett. Aber ich bin sicher, dass deine Mutter in diesem Moment einfach nur mies drauf war. Was den Spruch immer noch nicht entschuldigt, aber Mütter sind eben auch nur Menschen und die lieben ihre Kinder wie doof. Ehrlich. Ich schwöre!

    Meine Teenie-Töchter können über GNTM und Figurdiktate gottlob nur noch herzlich lachen. Sie sind zwei sehr selbstbewusste junge Damen und ich bin endstolz auf sie :-)

    Liebe Grüße
    Fran

    • Der Spruch war nicht der erste in der Art. Ein paar Monate vorher durfte ich mir anhören, dass es eine Unverschämtheit sei, wie ich in der Hose in Größe 42 (glatt fallende Hightechstoffhose mit weitem Bein, die echt super fiel) so schlank aussehen könnte, obwohl ich einen so breiten Hintern hätte. Das mit dem nicht Gönnen können, was Andrea kommentiert hat, passt schon ganz gut. Das war kein einmaliger Ausrutscher. Klar sind Mütter auch nur Menschen. Aber das ist einer der 1000 Gründe, warum ich heilfroh bin, keine Kinder zu haben, denen ich sowas antun könnte.

      Dass Deine Kinder so eine gute Wahrnehmung und Selbstbewusstsein haben, finde ich absolut großartig. Da hast Du mit Sicherheit viel zu beigetragen. Kompliment!

  7. Also, selbst wenn man jemandem etwas “nicht gönnen kann”, sollte es solch verletztende Aussagen niemals geben und erst recht nicht zwischen Eltern und Kindern (was mich gerade an unser Thema vom WE erinnert – “Muttergen”, Großzügigkeit und so …)! Kinder von Eltern, die zu solchen Äußerungen neigen, könnte ich immer vom Fleck weg adoptieren – solche Sätze gehen echt gar nicht. Ich nehm Dich gerade mal fest in den Arm für den blöden Moment, in dem dieser Satz damals bei Eurem Bildergucken fiel. ♥ – Das Bild ist sooooo positiv!

    Ich kenne das Problem der Nichtakzeptanz des eigenen Körpers ja leider auch seit über 40 Jahren und werde es wohl schwerlich noch ablegen können. Habe im Gegensatz zu Dir auch schon eine Menge (!) Frauenkörper gesehen, die ich gern komplett hätte. Inklusive Gesicht und Haaren. Schön für die anderen, blöd für mich. Aber es hätte auch schlimmer kommen können, ich hadere nur noch ein bisschen. ;)

    Liebe Grüße
    Gunda

    • Danke für die Umarmung!

      Wie bei Andreas Kommentar oben geschrieben, war sie bei anderen Sachen extrem großzügig – kam halt immer darauf an, bei was. Ich weiß nicht mehr, wie unzählig oft sie meine Sachen haben wollte (besonders schönen Lippenstift, ein Einzelstück-Tuch, liebevoll von mir für mich ausgesuchte Sachen). Gesehen – will ich haben – und beleidigt sein, wenn ich es ihr nicht geschenkt habe. Bei Lippenstiften habe ich meistens gesagt: Nimm, ich kauf ihn mir neu. Tücher habe ich mir manchmal klauen lassen – ist ja auch schön, wenn man jemanden eine spontane Freude machen kann. Aber wehe, wenn ich Nein gesagt habe. Dann war die Laune lange im Keller.

      Wenn Du es in 40 Jahren geschafft hast, nur ein bisschen zu hadern, ist das doch auch ein erfolgreicher Weg, oder? Dein Körper hat es immerhin schon mal geschafft, Dich über 50 Jahre auf dieser Erde zu halten. Das ist schon eine Leistung, oder?

  8. So ein schönes Foto und so ein krasser Satz von Deiner Mutter. Meine legt ähnlich gut vor. Sie freut sich gerade, dass ich ihr immer ähnlicher werde *grrrr*. Dabei hat sie nur Ahnung Kleidung und Blondierung und keine von Make-up, Waxing, Laser oder Filler. Ich tue also alles, um die Ähnlichkeit noch nicht so schnell wahr werden zu lassen.

    Liebe Grüße
    Bärbel ☼

    • Mutter Ribbeck traue ich auch kernige Kommentare zu … Dein Gesicht kann ich mir gut vorstellen, wenn sie ihre Freude über die stärker werdende Ähnlichkeit ausdrückt … Ein bisschen ist es bei mir auch so, dass ich bei mir einigen Sachen (bisher) erfolgreich geschworen haben, nie so zu werden wie sie. Zum Beispiel nicht über Dicksein zu jammern. Kann man ja alles sein, aber eben nicht über selbstverschuldetes Unglück jammern bitte. Ich drücke die Daumen, dass Deine optischen Abstandsprozeduren möglichst gut und lange wirken!

  9. Liebe Ines, ich gebe nur ein kurzes Statement ab, obwohl ganz viel dazu zu sagen wäre…
    Ich, Ossi, bin am FFK Strand quasi aufgewachsen und sehr dankbar dafür, dass ich bereits als Kind alle Körperformen, Altersgruppen, behinderte Menschen und Leute wie du und ich nackt gesehen habe.
    Niemals urteile ich über Menschen, die keine Idealfigur haben!
    Sehr wohl aber über die, die sich darüber mokieren…
    Liebe Grüße Susanne

    • Weise Abschlussworte.

      Warum hat sich FKK in Westdeutschland nicht durchgesetzt? Ich kenne das von Sylt in den 1970ern früh morgens, wenn keiner am Strand ist, in Hamburger/Umland in Badeseen nur in geschützten Ecken. Wobei Sylt auch heute noch einige FKK-Strände hat und auch keiner komisch guckt, wenn jemand (wie ich manchmal) außerhalb der bewachten Badestrände nackt baden geht. Keiner außer meinem Mann, dem ist das peinlich. So viel dazu … Nackt Baden ist viel schöner und zu einem realeren Körperbild trägt es dazu auch noch bei.

  10. :-) Liebe Ines,
    uij, das war aber gar nicht nett von Deiner Mama! Ich wäre auch ziemlich angefressen, wenn meine Mutter so etwas zu mir gesagt hätte.
    Solche Sprüche können echt verletzend sein. Aber ich stelle mehr und mehr fest, wie egal mir so etwas mit zunehmendem Alter wird. Ich traue mich inzwischen auch ungeschminkt auf die Straße. Das wäre vor 10 Jahren nicht passiert.
    Habe Deinen Insta-Rat befolgt und schon den ersten “entfolgt”. Dabei geht mir in erster Linie die ganze inszenierte Angeberei so auf den Senkel.
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

    • Vermutlich würde ich heute direkt gehen und nicht nur sagen, dass ich den Spruch unpassend finde. Da sie im Jahr darauf gestorben ist, gibt es bei mir die B-Probe nicht – aber durchaus im Umgang mit anderen Personen.

      Gut so! Es gibt keinen Grund, sich auf Insta freiwillig jemanden oder Dinge anzusehen, die einem auf den Zeiger gehen. Weiter so!

  11. Das ist wirklich das erste Mal, dass ich jemand seine Mutter so beschreiben “höre”. Aber es gibt anscheinend auch Mütter, die irgendwie das Erwachsenwerden übersehen haben. Solche Sätze und Reaktionen kann ich mir bei Kindern nur zu gut vorstellen, von Müttern… eher nicht.
    Aber auch wenn Du “gemein warst”, es hat Dich zum Glück nicht ganz verkorkst. Und ich bin froh, dass Du so bist, wie Du bist.
    BG Sunny

    • Danke für Deine Zustimmung zum “jetzt”. Ja – meine Mutter hat leider in einigen Aspekten versäumt, Erwachsen zu werden. Ich musste bei vielen Entscheidungen seit ich 10 war – da starb mein Vater – den erwachsenen Gesprächspartner ersetzen. Das war nicht gut. Aber es hat vielleicht positiv dazu beigetragen, dass meine größte Stärke ist, Entscheidungen zu treffen.

  12. Mir haben sich grad die Nackenhaare aufgestellt, als ich das von Deiner Mutter gelesen habe. Da war wohl nichts mit bedingungsloser und ewigwährender Mutterliebe. Wie man eifersüchtig oder neidisch auf das eigene Kind sein kann, ist mir völlig unverständlich. Ich hoffe nur, dass ich niemals etwas ähnlich unbedacht Verletzendes zu meiner Tochter sagen werde, aus welcher Laune oder Situation heraus auch immer, sowas ist unverzeihlich und unvergesslich.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Darf ich noch was dazu schreiben? Das ist nämlich ein Thema, das mich auch beschäftigt. So traurig es ist, trotzdem hilft es einem, wenn man weiß, dass auch andere Töchter solche Erfahrungen gemacht haben. Auch wenn ich es keinem wünsche. Lange Zeit habe ich gedacht, naja, ist halt so, dass Mütter zu ihren Töchtern so sind. Bis ich mal auf den Trichter gekommen bin, dass es eben bei den meisten nicht so ist und auch nicht der Normalfall sein sollte.

    • Ja, mit bedingungsloser Liebe hatte das nicht immer zu tun. Aber ich war irgendwann so weit zu sehen, dass eben jeder nur so gut ist, wie er kann. Ich glaube, dass Eifersucht von Müttern auf ihre Töchter ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist und viel öfter vorkommt, als wir es mitbekommen.

      Unvergesslich ist so eine verletzende Äußerung für mich bis heute. Unverzeihlich ist sie für mich nicht, aber das war ein langer Weg, dahin zu kommen. Was im Übrigen das Trauern um meine Mutter nach ihrem Tod sehr schwer für mich gemacht hat. Mit den wunderbaren Seiten fehlt sie mir bis heute und andere Vorkommnisse (es gibt da noch einige anderer Art) sind bis heute für mich nicht nur unvergesslich, sondern immer noch unverzeihlich.

      Um jemanden zu trauern, auf den man zornig ist, dessen Verhalten man missbilligt, ist schwierig. Ich verdanke meiner Mutter bis heute ganz viele positive Aspekte meines Lebens und auf der anderen Seite hat sie mein Leben in anderen Teilen immer schwerer gemacht, als es hätte sein können. Und es ist nicht so, dass ich nicht versucht hätte, mit ihr darüber zu reden, aber das stieß leider auf vehemente Ablehnung.

      Ich wünsche Dir und Deiner Tochter von Herzen, dass Ihr das besser miteinander hinbekommt!

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