Lesetipp: Die Modehaus-Königinnen

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

(Affiliate Link auf dem Cover)
Das Modehaus – Töchter der Freiheit
von Julia Kröhn

Das Frankfurter Modehaus König wird von drei Generationen Frauen der Familie König begleitet, teilweise geführt und geprägt. Fanny will in den 1920er Jahren allerdings lieber in Paris Modeschöpferin werden, wird stattdessen Mannequin und kommt ihr Leben lang nicht über die Fehlentscheidungen dieser Jahre hinweg.

Fehlentscheidungen ist ein Wort, dass für die beiden kommenden Generationen, Lisbeth in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg und ihre Tochter Rieke zu Beginn der 1970er ebenso prägend ist. Gemeinsam haben die Frauen aus drei Generationen, dass sie versuchen, den passenden Weg aus Unterordnung und eigenem Lebensweg zu finden. Im Klappentext steht

“Die Frauen der Familie König sind auf der Suche nach Glück, Inspiration – und dem perfekten Kleid.”

Am Ende finden sie alle drei einen Weg, der für sie jeweils passt. Den Untertitel Töchter der Freiheit verstehe ich nicht. Auch wenn es primär um die 1920er und die Zeit nach 1945 geht, habe ich die Freiheit beim Lesen nicht gespürt, viel mehr Bedrückung. Es ist für mein Empfinden kein fröhliches Buch, allerdings auch kein rührseliges – eher lebensrealistisch.

Wenn die Welt um einen zusammenbricht, Männer an Körper und Seele kaputt aus dem Krieg wiederkehren oder in den 1970ern ihre Frau lieber am Herd beim Kind als in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens sehen wollen, kann einem als Frau der Spaß dabei schon mal vergehen.

Den Rahmen der Geschichte bildet ein Brief, den Lisbeth an eine Anverwandte in den USA schreibt, die sich nach der Familiengeschichte erkundigt. Die Erzählung springt kapitelweise zwischen den Jahrzehnten und den drei Frauen hin und her. Über den Kapiteln steht nur die Hauptfigur und das Jahr, in dem es spielt, zum Beispiel FANNY 1914 oder LISBETH 1949. Das erleichtert das Eindenken in die jeweilige Perspektive.

Was das Springen zwischen den Schauspielplätzen und Personen aber wiederum für mich schwierig gemacht hat, war die Überschneidung der Geschichten der Personen. Bei FANNY 1925 ist Lisbeth ein Kind. Im direkt folgenden Kapitel LISBETH 1949 ist Lisbeth erwachsen und Rieke ein Kind. Wobei Rieke vorher schon als Erwachsene in eigenen Kapiteln aufgetaucht ist. Ich konnte der Geschichte folgen, fand das aber streckenweise mühsam.

Fazit

Ein Frauenroman für Leserinnen, die gerne Bücher lesen, die über mehrere Generationen hinweg spielen und sich für die Entwicklung der Rolle der Frauen in der deutschen Gesellschaft aus der Perspektive der Frauen interessieren.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Blanvalet Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt.

(Affiliate Link)

7 Gedanken zu „Lesetipp: Die Modehaus-Königinnen

  1. Uii, wie schnell liest du denn? Oder hilft Zausel dir bei den Buchbesprechungen? ;-)
    Also, das Buch ist eher nix für mich. Ich mag zwar Familiengeschichten ab und an ganz gern lesen. Aber das verursacht jetzt keinen “Lesenwollen”reiz bei mir.
    Ich glaube aber, ich habe eine neue Krimireihe für mich entdeckt.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Schnell :) Ich brauche etwa 1 Minute pro Seite bei Roman und Krimis. Ein Buch mit 500 Seiten lese ich also in acht bis neun Stunden. An einem Wochenende schaffe ich das also locker und habe noch Zeit übrig. Es ist noch nicht mal so, dass ich alle Bücher verblogge, die ich lese. Ich lese noch viel mehr. Weil ich Anfang Mai zwei Wochen mehr oder weniger ans Sofa gefesselt war, hatte ich jetzt allerdings gerade ungewöhnlich viel Zeit zum Lesen. Dünne Bücher hiellten da nicht mal einen Tag lang. Den Roman von Ingrid Noll neulich hatte ich schon vor dem Mittagessen durch. Teurer Spaß sage ich Dir, denn die meisten Bücher kaufe ich für den Kindle.

      Der Zausel hilft beim Lesen :) . Wenn ich auf dem Sofa liege, liegt er vor dem Sofa und lässt sich stundenlang mit der freien Hand, die nicht zum Umblättern gebraucht wird, kraulen.

      In die Krimireihe, die Du mir neulich empfohlen hast, habe ich noch nicht reingelesen. Da wartet noch die Leseprobe auf mich. Bei einer andere Empfehlung von Dir warte ich gerade auf das Rezensionsexemplar, das ich beim Verlag angefragt habe und bekomme.

  2. Das ist wirklich schnell. Ich lese auch schon ziemlich schnell, aber das schaffe ich nicht. Vor allem lese ich nicht so zusammenhängend, sondern mit Pausen.

    Den Roman des Rezensionsexemplars habe ich doch nicht gelesen, bin nicht in der Stimmung dazu. Mein Mann ist fast durch und erzählt mir Abschnitte daraus.

    Mit dem Schwedenkrimi – wo ich sinnigerweise mit dem letzten Band angefangen habe – bin ich durch. Hat mir gut gefallen, vom Thema und den Handlungsorten.
    Jetzt bin ich am vierten und danach dann endlich den ersten.

    Bei uns in der Bücherei gibt es die Möglichkeit der e-book-Ausleihe online.
    Das ist ganz praktisch. Es ist natürlich nicht jedes Buch verfügbar und es gibt auch Wartezeiten. Aber man muss nicht unbedingt jedes Buch kaufen.

    • Das würde nicht mal funktionieren, weil innerhalb der Namen auch in den Jahrzehnten gesprungen wird. Der Roman ist doppelt verschachtelt – die Perspektiven der drei Frauen und die Zeitsprünge mit Rückblenden in verschiedene Jahrzehnte. Ist wirklich ein bisschen anstrengend zu lesen. Aber der Inhalt hat mir dennoch gefallen.

  3. Mit dem Buch hatte ich schon geliebäugelt. Und wenn er die Realität zeigt, umso besser. Da ist oft nix schönzureden. Danke für die Vorstellung
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Ich vermute, dass der Roman Dir ähnlich wie gefällt. Es gibt fesselndere, er ist etwas zu verschachtelt, aber dennoch absolut unterhaltsam. Lesenswert mit kleinem Abzug sozusagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.