Wenn Urlaub in der Heimat auf einmal cool wird – von Fernreisenunlust und Flugscham

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Blick auf die Außenmühle in Hamburg-Harburg

In meinem 48jährigen Leben habe ich keine Lust verspürt, die berühmte große, weite Welt zu entdecken. Es gab immer genug spannende Sachen in der Umgebung oder zumindest in Europa. Damit galt ich 48 Jahre lang als desinteressiert, uncool, vielleicht sogar ignorant. Seit die Flugscham erfunden wurde, habe ich auf einmal kein schlechtes Gewissen mehr deshalb. Hey, was ich die meiste Urlaubszeit meines Lebens mache ist jetzt cool! Ich bin ein Trendsetter! Da fühlt sich mein Lifestyle direkt bedeutend besser an!

Deutschland, Europa und die Welt – meine Reiseländer bis 2019

Wenn ich allerdings überlege, in wie vielen Ländern der Welt ich bereits war, sind das vermutlich mehr als bei den Durchschnittsweltbürgern, denn die wenigsten Menschen auf der Erde reisen wirklich weit und nur zum Spaß. Ich hatte im Gegensatz zu anderen Menschen auch nie Interesse daran, mich beruflich ins Ausland versetzen zu lassen, was in der internationalen Schifffahrtsbranche, in der ich bis 2005 tätig war, durchaus eine Option gewesen wäre. Stattdessen habe ich sogar einen Job in Kalifornien abgelehnt, was mein Mann bis heute unverständlich findet und sofort mitgegangen wäre. In diesen Ländern bin ich schon beruflich oder privat gewesen, teilweise mehrfach und in verschiedenen Landesteilen

  1. Deutschland – in allen Bundesländern bis auf das Saarland. Auch das kann nicht jeder Deutsche von sich behaupten, oder? Durch Thüringen nur durgefahren, aber immerhin.
  2. Dänemark
  3. Österreich – immerhin in sechs Bundesländern
  4. Schweiz
  5. Niederlande
  6. Belgien
  7. Luxemburg (durchgefahren)
  8. Frankreich
  9. Italien
  10. Spanien
  11. Polen (durchgefahren)
  12. Tschechien
  13. England
  14. Schottland
  15. Türkei
  16. Kanada

Sind das viele Länder oder wenige? Für meinen Geschmack sind es genügend. Im Moment steht kein Land auf meiner Wunschliste. Selbst viele dieser Länder habe ich nur auf Wunsch anderer Menschen hin besucht.

Ein Vorteil am Leben in einer großen Stadt wie Hamburg in Bezug auf Weltoffenheit ohne Reisen ist sicherlich, dass hier Menschen vieler Nationen leben. Ich komme mit anderen Kulturen in Kontakt, ohne mein eigenen Lebensraum zu verlassen. Natürlich anders, als wenn ich die Länder bereisen würde, aber definitiv mehr, als wenn ich nur von gebürtigen Deutschen umgeben wäre.

Aktuell: Urlaub im Umkreis von 250 km

Urlaubsplanung läuft bei uns so: Zeitraum festlegen. Wohin wollen wir? Die Welt steht uns offen. O.K., wir bleiben in Europa. Lust aufs Ausland? Nö. Lust auf Flug oder lange Anfahrt? Nö. O.K., Nord- oder Ostsee also. Je nach Jahreszeit wird es dann das eine oder andere am Festland oder auf einer Insel.

Ganz crazy haben wir in diesem September sogar mal eine Woche woanders verbracht. Wir waren Wandern mit Hund im nördlichen Harz, der von Hamburg aus auch nur 250 km entfernt ist. Darüber berichte ich Dir im nächsten Beitrag. Bei der Entfernung habe ich keine Skrupel, mit dem Auto anzureisen, denn eins ist für mich klar: Reisen mit der Bahn ist in Deutschland keine Option, schon gar nicht mit Hund.

Wie gut kennst Du Deine Region? Welche Länder hast Du bereits bereist?

38 Gedanken zu „Wenn Urlaub in der Heimat auf einmal cool wird – von Fernreisenunlust und Flugscham

  1. Ach ja, die Flugscham… ich bin sicher, die vergeht ganz schnell wieder, sobald sie nicht mehr so hip ist ;-)
    Jeder Jeck ist eben anders. Wenn du lieber im Umkreis von 250 Kilometern bleibst – ist doch prima!
    Liebe Grüße
    Fran

    • Ob sie es noch zum Wort des Jahres schafft oder ihr vorher die Röte aus dem Gesicht verschwindet?

      Mich stört es gar nicht, wenn andere Menschen reisen wollen. Sollen sie. Nur sollen sie mich nicht verpönen, weil ich es nicht will. Denn wie Du sagst: Jeder Jeck ist anders. Wenn Du Freude an Deinen Reisen – mit welchem Mittel und wohin auch immer hast, gönne ich Dir das von Herzen.

      Was ich beim Fliegen besser fände, wären angemessene Preise. Wenn es wieder etwas Besonderes wäre, irgendwohin zu fliegen, und man nicht aus Langeweile mal eben irgendwo hinfliegen könnte. So wie ein Stück Fleisch auch gerne mehr kosten darf und dafür eben seltener auf den Tisch kommt (oder was auch immer).

    • Ich denke, es wird eher das Unwort des Jahres. Und ich muss doch immer etwas irre kichern, wenn ich auf Blogs erst die lange Abhandlung über klimafreundliches Reisen und Bahnfahren etc. lese – weil es gerade gehyped wird – und sechs Wochen später wird just for fun nach Irgendwo geflogen, weil da die Fotostrecken einfach schöner werden. Da möchte man doch in die Tischkante beißen… Dann bitte lieber ehrlich fliegen, weil man da Bock drauf hat und dazu stehen.

      Bahnfahren ist mein Ding übrigens auch nicht wirklich. Wobei – ich bin in diesem Jahr zweimal lange Strecken gefahren und es hat hervorragend geklappt. Allerdings nur ohne Umsteigen. Umsteigen ist die Pest.

      Und ja, Fliegen darf gern teurer werden. Hätte ich absolut kein Problem mit. Ich fliege gern. Aber dann halt weniger oder gar nicht mehr. Und mal ehrlich: Wenn Fliegen billiger ist als ein Flixbus, dann läuft gewaltig was falsch in diesem Land. Analog zum Fleisch, das läuft auch merkwürdig. Aber solange es noch Menschen gibt, die ihr Fleisch im Aldi kaufen, nur weil es billig ist, müssen wir uns auch über keine Klimakatastrophen wundern.

  2. Guten Morgen Ines, mit der Bahn gebe ich Dir recht, da muss sich noch viel tun, auch bei den Preisen. Immer wenn ich die Bahn als Alternative in Betracht zog war ich bitte enttäuscht wie teuer und unflexibel das gewesen wäre.
    Du hast wirklich viele Länder abgeklappert :) .
    Flugscham habe ich keine. Ich bin 50 Jahre nicht geflogen und jetzt fange ich damit an. Andere sind die letzten 50 Jahre geflogen, während ich in der Nähe Urlaub gemacht habe. Klasse jetzt bist Du cool und ich uncool. So kanns gehen. Noch cooler übrigens ist gar nicht wegfahren, Balkonien ist angesagt und nicht für jeden eine Erholung. Ich tu mich da mit Familie umgeben schon schwer. Ruck zuck ist man für alles Mögliche eingespannt.
    Schönen Dienstag, liebe Grüße Tina

    • Geht mir mit der Bahn genauso. Ich fliege sogar von Hamburg nach Frankfurt für Geschäftstermine, wenn welche anliegen. Nur nach Berlin tue ich mir einen Zug an. Um dann mit schwerem Koffer mit Arbeitsmaterial den Bahnsteig entlang zu joggen, weil die Abteile in der falschen Reihenfolge für die Sitzplatzreservierung zusammengestückelt wurden …

      Mit Urlaub auf Balkonien tue ich mich ebenso schwer wie Du. Bei mir kommt noch die Arbeit hinzu. Ich habe diese und nächste Woche theoretisch noch frei und was mache ich gerade? Sitze im Homeoffice am PC. Liegt zwar auch daran, dass es regnet, aber es passiert eben schnell, das ich dort lande. Schließlich will ich im Anschluss an den Urlaub Kundentermine haben und dazu gehört, dass ich im Urlaub Anfragen beantworte, Angebote schreibe und Termine vereinbare. Da kann ich gut mit leben, aber die Zeit dafür fällt deutlich geringer aus, wenn ich von unterwegs aus arbeite. Der Laptop ist im Urlaub zwar dabei, aber der Arbeitsplatz nicht so gemütlich. Es passiert dann schnell, dass Tage vertrödelt werden mit Kochen, Daddeln, Essen und der üblichen Hunderunde. Was dafür spricht, direkt heute Nachmittag noch einen kleinen Ausflug einzulegen.

  3. Guten Morgen,

    also Polen und Luxembourg kann ich wirklich sehr empfehlen um dort Urlaub zu machen. Die beiden Länder sind wirklich eine Reise wert :)

    LG
    anna

    • Welche Ecken oder Städte gefallen Dir in Polen aus welchem Grund besonders gut?

      Ich bin da etwas vorsichtig geworden mit Reisen nach Osteuropa, weil der Skiurlaub 1999 in Tschechien in Spindlermühle im Riesengebirge mit der Fahrt durch Polen der schlimmste Urlaub meines Lebens war (wobei dafür Polen nichts konnte, Tschechien aber umso mehr). Damals wurde mir von Freunden Polen und Tschechien angepriesen und real passte leider nichts zu dem, was ich dort angeblich Positives erwarten sollte. Das hat meine Lust, mich in die nochmal Richtung zu bewegen, deutlich in den Keller gesenkt. 1999 ist zwar schon 20 Jahre her, der eiserne Vorhang war da aber auch schon 10 Jahre weg.

  4. Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Mir reicht auch Europa und meistens sogar Deutschland zum Urlauben. Hier fahre ich gern in den Osten, weil es da so viel noch zu entdecken gibt (allerdings machen mir dort manchernorts die Ergebnisse von Wahlen zu schaffen und vergällen mir inzwischen die Reiselust dorthin).
    Leider ist es wirklich derzeit keine Option mit der Bahn in Urlaub zu fahren bei dem schlechten Service, den sie bietet. Von wegen Urlaub von Anfang an… :-( Mir reichen schon die Fahrten zur Enkelin nach München mit der meist überfüllten Bahn am Wochenende.
    Da wir meistens die Räder mitnehmen, fahren wir meist auch mit dem Auto in Urlaub. Das ist dann aber fast die einzige Zeit des Jahres, in der wir es benutzen. Wir fahren zuhause praktisch alles mit dem Rad.
    Unsere Region finde ich immer noch sehr interessant und kenne sie sehr gut. Ich finde, es gibt so viele “Kleinigkeiten” zu entdecken, die mich nachhaltig beeindrucken, z.B. Flussfähren, die wir nutzen, wenn wir mit dem Rad an Flüssen entlangfahren. Immer wieder ein Genuss diese Mini-Überfahrten mit unterschiedlichsten Fährtypen wie z.B. auf dem Main.
    Und all die tollen und total unterschiedlichen Museen in unseren Urlaubsorten, die ich besuche, die sind auch immer Highlights für mich.
    In unserer Stadt gibt es ca. 45 % Bevölkerung mit Migrationshintergrund, da ist die Welt zuhause. Und ich damit in ihr.
    Auf Deinen Harz-Post bin ich schon gespannt. Der Harz ist noch auf unserer Agenda. Nächste Woche fahren wir übrigens 3 Tage nach Merseburg und entdecken die wunderbare Saale-Unstrut-Region weiter, die wir schon vor zwei Jahren beradelt haben.
    Eine schöne Woche wünscht Dir Sieglinde.

    • Urlaub mit der Bahn mit Rad geht noch weniger als eh. Eine Freundin wollte letzten Sommer das Rad von Hamburg aus nach Sankt Peter-Ording im Zug mitnehmen. Das ist leider der Zug, der bis Sylt fährt. Ansage am Bahnsteig: Wenn der Zug voll ist, nehmen wir keine Räder mit. Wie leer ist wohl ein Zug an einem Samstagmorgen bei Sonne im Sommer auf dem Weg nach Sylt? Sie hat ganz schön blöd geguckt.

      Deine Region finde ich auch sehr schön. Ich war Anfang der 1990er in einigen Orten dort.

      Du wirst im Harz die Weltkulturerbe-Städte lieben. Goslar, Wernigerode und Quedlinburg sind traumhaft. Ich habe mich geärgert, dass wir in Quedlinburg keine Stadtführung gebucht haben. Das wäre sicher schön gewesen. Auf die Idee kam ich erst, als eine Gruppe an unserem Restauranttisch vorbei kam. Wandern kann man auch schön. Mehr dazu am Donnerstag.

      Einen ebenso schöne Woche wünsche ich Dir!

  5. Hallo Ines,
    Flugscham habe ich überhaupt keine. Ich bin bisher 3mal geflogen und das ist wohl wenig in einem Ü50-Leben.
    Du hast aber schon einige Länder bereist. Soviel habe ich bei weitem nicht.
    Irgendwann möchte ich gern noch mal in den Osten der USA, und wenn ich das machen werde, dann werde ich auch keine Flugscham haben.
    Genauso möchte ich gern mal in den Südwesten Englands.
    Ich mag das ganze hektische Urlaubstreiben nicht mehr. Allein die Fahrt auf der Autobahn, wenn wir sonntags! zu meinen Schwiegereltern fahren.
    Ich mache gern Urlaub zuhause und von dort kleinere Touren in die Ungebung. Oder wir fahren an die Nordsee. Mein Mann ist eher der, den es in die Ferne zieht.
    Liebe Grüße,
    Claudia
    Schön, dass es heute einen Post gibt.:-)

    • PS
      das Saarland ist auch wunderschön. Müsstest du jetzt eigentlich mal hin, nachdem du das Buch gelesen hast. Allein die Saarschleife ist sehenswert.
      Nein, ich komme nicht aus dem Saarland. Für dich ist es natürlich schon eine Anreise. Da würde ich auch lieber auf eine Insel oder ans Meer fahren.

    • Dann muss ich bei dem Urlaub ja immer an diese unglaublich skrupellose älteste Schwester denken … das ist dann nicht erholsam ;) .

    • Wenn mich irgendeine Stadt in den USA interessiert, dann ist es New York. Aber ich weiß jetzt schon, dass mir das alles zu laut und teuer ist – das Gesamtprojekt, deshalb schenke ich mir das. Im Moment hält mich schon davon ab, in die USA zu reisen, dass ich einen Reisepass mit Fingerabdrücken bräuchte und meine Kreditkarte registriert werden würden. Und dann die Eingangskontrollen, bei denen man willkürlich abgewiesen werden kann – nein Danke. Das fördere ich mit meinem Geld auf gar keinen Fall. Ich bin froh, dass ich meinem Mann insofern damit nicht im Weg stehe, weil der beruflich und privat vor unserer Zeit bereits die USA und auch Asiens teilweise bereist hat. Sonst müsste ich da vielleicht auch kompromissbereiter sein.

      Wenn wir Sonntagsausflüge, zum Beispiel an die Ostsee, machen, fahren wir im Sommer um 7 und im Winter um 8 Uhr los, um nicht auf der A1 im Stau zu stehen. Noch Fragen? Dafür fahren wir dann nachmittags wieder zurück und hatten einen schönen Tag. Wenn es gut läuft, ist dann in der Richtung auch kein Stau.

      Donnerstag gibt es auch einen Beitrag, ebenso kommende Woche an den beiden Tagen. Hat sich schon wieder etwas angesammelt …

    • Momentan sind es ein paar Sachen, die für mich die USA nicht schmackhaft machen. Als wir dort waren, da war noch weit und breit nix von Fingerabdrücken die Rede.

      Aber es gibt ja noch viele andere schöne Ziele.

      Wir waren 2000 auf Rügen, da gab es die DDR auch schon 10 Jahre nicht mehr. Aber was wir dort erlebt haben an Reglementierung einer privaten !!! Ferienwohnung und in Restaurants, das kann ich überhaupt nicht beschreiben. Das hat mir ziemlich die Lust genommen, mich noch mal dorthin zu begeben. Wie gesagt, die Wende war schon 10 Jahre vorbei, zumindest die politische.

  6. Sehr schönes Thema ;) Darüber könnte ich auch mal bloggen und dann berichten, wo wir überall waren ;)
    Ich finde, es sind bei dir ausreichend Länder. Viele, die so weit wegfliegen, kennen noch nicht einmal ihr eigenes Land und das ist verdammt schade. Denn Deutschland ist so wunderschön. Aber anscheinend uncool in vielen Augen. Wir können jetzt locker von uns behaupten, dass wir nachhaltig sind. Nachhaltig, da wir ja nicht fliegen. Klingt heutzutage ja noch schicker als Flugscham ;)
    Ganz Deutschland kennen wir übrigens noch nicht, aber einen Teil. Viele Länder haben wir gemeinsam (wundert mich nicht *g*). Bahn kommt für uns übrigens erst Recht nicht in Frage ;) aus bekannten Gründen :-)
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Ja, nachhaltig klingt auch immer toll … gleich noch als Schlagwort ergänzt – mag Google bestimmt :)

      Ich finde auch, dass es enorm viele schöne Ecken in Deutschland gibt, von denen ich nur einen klitzekleinen Teil kenne. Im Moment schaue ich gerade, welche Ecken in Hamburg man mit Hund noch gut erkunden kann, die ich nicht kenne. Gerade ein Buch dazu bestellt :) . Hast Du bei Deinem nächsten Besuch in HH dann vielleicht auch was von!

  7. Das mit dem Buch klingt gut :-) Wir sind gespannt und ich hoffe jetzt schon, dass das Wetter mitspielt ;) Mein Blogbeitrag ist nun übrigens fertig! Danke für die wundervolle Inspiration :-)
    http://buntwiedasleben.de/2019/09/17/lieber-fernreisen-oder-urlaub-in-deutschland/http://buntwiedasleben.de/2019/09/17/lieber-fernreisen-oder-urlaub-in-deutschland/http://buntwiedasleben.de/2019/09/17/lieber-fernreisen-oder-urlaub-in-deutschland/

  8. Liebe Ines, was für ein interessantes Thema du doch hier aufgreifst und es gibt hier sicherlich die unterschiedlichsten Meinungen dazu. Für mich sind ein paar Tage einfach zu Hause sein und quasi in den Tag leben die reinste Erholung und mein Gatte ist da wie ein kleiner Wachhund und achtet auch darauf, dass wir wirklich keine Arbeiten so nebenbei erledigen. Vielleicht dazwischen mal ein kleiner Tagesausflug in die nähere Umgebung und alles ist für mich perfekt. Eine einzige Reise ist mir seit der aber Kindheit schon immer durch den Kopf geschwirrt und das war eindeutig Amerika und dieser Trip wird mir wohl auch immer in ganz wunderbarer Erinnerung bleiben. Aber da sich bei uns Familienmitglieder aus beruflichen Gründen im näheren und ferneren Ausland befinden, stehen doch immer mal wieder interessante Reisen in ursprünglich ungeplante Länder oder Städte an.
    Hab einen wunderbaren Tag und alles Liebe

    • Gerade dieses in den Tag hinein leben zu Hause macht die Tage für mich so kurz und damit nicht als Urlaubstag erlebt. Wieder etwas, das wir so unterschiedlich empfinden. Ich lebe auch im Urlaub nicht in den Tag hinein. Da überlege ich morgens (oder am Vorabend) wie der Tag aussehen soll und das wird dann gemacht. Eben habe wir einen kleinen Ausflug mit dem Hund gemacht zu einem Ort in Hamburg, zu dem ich schon ganz lange hin wollte, das Naturschutzgebiet Heuckenlock. War ein nasser Ausflug, aber ein schöner. Wildes Schilfblütenbrennesselgewirr am Elbschlick …

      Mich erstaunt es immer wieder, dass so viele Menschen einmal im Leben nach Amerika wollen. Reizt mich Null. Meine Mutter wollte mich partout in der 11. Klasse für ein Jahr dorthin verfrachten. Ich wollte nicht. Irgendwann habe ich nur noch gefragt, ob sie mich so dringend loswerden will oder was der Sch… soll, dass sie mich ins Ausland jagen will. da war dann endlich Ruhe im Karton und konnte in Hamburg bleiben.

      Einen schönen Abend für Dich!

  9. Es scheint schon fast ein MUSS für manche Leute zu sein, mindestens die ganze Welt zu bereisen und wenn möglich, auch mal im Ausland zu arbeiten. Natürlich ist das toll, bewusstseinserweiternd, lehrreich. Aber das Müssen stört mich und dann mag ich schon nicht mehr.
    Ich habe ein paar wenige tolle Fernreisen gemacht. Aber mit Kindern überlegt man sich das zweimal, ob man den Zwergen wirklich in die Tropen fahren MUSS. Denen genügt unter Umständen ein bisschen Timmendorfer Strand.
    Ich habe auch fast alle Bundesländer, sogar das Saarland. Aber Meck-Pomm fehlt auf meiner Liste. Und in drei Bundesländern habe ich sogar gewohnt und der Umzug mit 15 von Hamburg nach Rosenheim war erst mal ein Kulturschock – so weit kann man sonst auf der Welt gar nicht reisen! ;-)
    Wir werden im nächsten Jahr wieder in den Urlaub fliegen und ich schäme mich mal nicht, weil wir uns das verdient haben. Wir halten nichts davon, übers Wochenende kurz mal zum Shoppen nach Mailand oder London zu fliegen. Wir machen lieber richtig Urlaub.
    LG
    Sabienes

    • Dass der Umzug von Hamburg nach Bayern ein Kulturschock war, glaube ich sofort.

      In Meck-Pomm finde ich die Müritz, Kühlungsborn und Rügen bereisenswert – das lässt sich auch gut kombinieren. Im Gegensatz zu Claudia – Kommentar weiter oben – habe ich auf Rügen positive Erfahrungen gesammelt (2000, 2003 und in den frühem 2010ern). Ich fand es sehr schön dort. Glück und Pech kann man wohl überall haben.

      Auf die Gefahr hin, mich bei Eltern jetzt völlig unbeliebt zu machen, bin der Ansicht, dass man mit Babys und kleinen Kindern am besten gar nicht fliegt. Wer mehrfach durchgehend schreiende Kinder im Flieger hatte, weiß vielleicht, was ich meine. Ich weiß nicht, auf wen ich dabei zorniger war: das unschuldige arme Kind oder die Eltern, die uns alles das angetan haben.

  10. Meine Region kenne ich gut, sie hat ja auch einiges zu bieten. Ich selbst Reise gerne, allerdings nervt mich die Anreise zunehmend. Mein Vater hat früher das Reisen auch geliebt und so kannte ich den Süden und Westen Europas bereits vor dem Erwachsenenalter. Fernziele kamen erst, als ich meine Reisen selbst geplant habe, aber einige Ziele sind noch offen, da Schulferien selten optimal zum Reisen nach Asien sind. Mal sehen, wann ich endlich mal nach China komme. Mein Mann hat nahezu die ganze Welt gesehen. Außer Afrika. Bringt sein Job so mit sich. Und vor vielen Jahren wären wir um ein Haar nach Brasilien gegangen. Ohne Kinder war ich für solche Aktionen sehr aufgeschlossen.
    Meine ältere Tochter reist übrigens auch nicht gerne und ist froh, dass sie nicht mehr mit muss. Die jüngere sieht das ganz anders. Wobei auch die Große ein Wunschziel hatte: Japan. Da war sie vor 2 Jahren. Sie fand es toll aber jetzt ist es für sie auch genug :) Jeder halt nach seiner Präferenz.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • In Brasilien wärst Du als Rotblonde helle Frau bestimmt DIE Attraktion gewesen!

      Deine Wohngegend am Bodensee sieht auf Deinen Blogbildern immer sehr reizvoll aus. Ich bin mir sicher, dass es mir dort gefallen würde. Das ist ein Ziel, dass immer wieder auf meiner Urlaubswunschliste stand, aber dann immer wieder gegen die Nordsee verloren hat. Warum? Die Anreise. Ich möchte nicht zwei Urlaubstage mit Reisen verbringen. Deshalb werde ich diese schöne Ecke Deutschlands wohl nur virtuell erkunden. Deshalb freue ich mich immer über Deine Beiträge darüber!

    • Stimmt, Hamburg ist ganz schön weit weg. Trotzdem freue ich mich immer, wenn ich mal wieder da bin. Meist machen wir auf der Hinfahrt einen Stopp mit Übernachtung. Beim letzten Mal waren wir in Eisenach.
      Es freut mich, dass dir die Bilder vom See und der Welt drumrum so gut gefallen.
      Liebe Grüße
      Andrea

  11. Es ist wie immer. Nämlich nicht schwarz/weiß.
    Es gibt viele Menschen, die irre viel Fliegen müssen. Weil das zu ihrem Job gehört. Das ist der Preis der Globalisierung, der Digitalisierung und der damit verbundenen, notwendigen Tempoerhöhung. Zeit ist Geld. Heute mehr denn je.
    Aber ich bin auf der anderen Seite der Meinung, dass keiner gezwungen ist, einen Beruf auszuüben, der das erforderlich macht.
    Wie war es denn noch vor 50 oder gar 100 Jahren. Da gab es Handwerker und Handwerksmeister, Fabirkarbeiter und Fabrikbesitzer. Mieter, Hauseigentümer und Vermieter. Die einen hatten Geld, wesentlich mehr hatten wesentlich weniger. Die einen lebten im Luxus (Auto, Reisen, Haus, Bedienstete, Privatschule, Oper), die anderen freuten sich über ein Rad und dass sie am Sonntag nicht arbeiten mussten. Die Winterschuhe mussten bis zum nächten Sommer halten. Da waren die Grenzen klar abgesteckt.
    Heute kann sich jeder fast alles leisten. PC, Handy, Auto. Sogar häufige Flugreisen, auch wenn er im 12. Stock eines vierzehnstöckigen Plattenbaus haust. Warum? Weil alles so viel billiger wurde. Nur checkt leider keiner, dass er sich damit die Beine des Stuhls absägt, auf dem er sitzt.
    Wäre er selbst bereit auf Luxus zu sparen, könnten diese Güter auch wieder im Inland produziert werden. Ich sage nicht, dass es früher besser war. Ich sage nur, dass jeder von uns die Misere verursacht hat, in der wir stecken. Wenn Probleme im eigenen Umkreis auftreten, kann man sie leichter beseitigen, als weltweite. Das haben wir von hier aus nicht im Kreuz.
    BG und viel Spaß beim Heimaturlaub
    Sunny

    • Da sagst du was. Wir sind früher – wenn überhaupt – in den großen Ferien weggefahren und meistens waren das Verwandtenbesuche, die weiter entfernt wohnten. Die anderen Ferien sind wir zuhause geblieben.
      Meine Mutter hatte meiner Schwester und mir um Geld für den Friseur zu sparen, selbst die Haare geschnitten. Entsprechend sah es manchmal aus. Da war ich froh, wenn ich im Winter eine Mütze anziehen konnte. :-)

    • So sehe ich das auch – wenn die Dinge und Events wie Reisen weniger leicht verfügbar wären, hätten sie wieder mehr Wert.

      Gerade die Digitalisierung kann ja eigentlich für weniger Jobreisen sorgen, wobei virtuelles Arbeiten alles andere als CO2-neutral ist.

  12. Hier in Deutschland und in den Nachbarländern reisen wir mit dem Zug, es ist bequem und wir können die Landschaften genießen.
    Ich reise praktisch seit meiner Geburt und war schon in vielen Ländern, aber In den letzten Jahren, weiß ich nicht warum, möchte ich nicht mehr so gerne mit dem Flugzeug irgendwohin reisen. Ich kann aber es nicht vermeiden, wenn ich meine Familie in Brasilien besuchen möchte. Daher hoffe ich, dass es nicht teurer wird als es bereits ist!
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Landschaftgucken ist schön, das mag ich auch. Dein Wohnort liegt zum Fliegen nicht gerade günstig – da würde ich vielleicht auch mal eher in den Zug steigen, wenn es mir fürs Auto zu weit wäre. Bis Berlin, Rügen und Braunschweig fahre ich auch alleine mit dem Auto, alles andere dauert mir alleine zu lange.

  13. Ist bei uns ähnlich. Als die Kinder noch klein waren, flogen wir öfters in die Türkei, weil man dort günstig mit der Familie All inclusive Urlaub machen konnte. Wir sind auch regelmäßig geflogen. Macht aber keinen Spaß mehr. Anreise zum Flughafen, Verspätungen, gecancelte Flüge usw. bringen nur Stress. Die letzte Fernreise war mit dem Zug nach Prag. Und der letzte Kurztripp mit dem Auto nach Kopenhagen. Das sind immerhin 410 km. Viel mehr mag ich mit dem Auto nicht. Mehr ist für dieses Jahr nicht geplant. Zuhause ist es auch schön.

    Liebe Grüße Sabine

    • Wir wohnen beide in Gegenden, in denen andere Leute Urlaub machen. Das macht es leicht, es sich auch in der Heimat schön zu machen und Lust darauf, die Gegend zu erkunden. Wir haben es gut getroffen!

  14. Liebe Ines

    mir geht es da wie Fran, es ist hochamüsant, auf welchen Blogs einerseits Einergiesparen gepredigt, auf der anderen Seite munter durch die Gegend geflogen wird. Manchmal sogar innerhalb von wenigen Wochen!

    Flugscham und Co2 Abdruck halte ich für Modeerscheinungen. Da wird vielleicht das Mineralwasser in Glasflaschen gekauft, dass jemand auf einen Flug verzichtet hätte, habe ich noch nicht erlebt.Ich fliege nicht sehr gerne, die halbe Erholung ist weg, bis ich den Flughafen verlassen habe. Daher gehöre ich seit Jahren zu den Coolen, die sich in der Umgebung gut auskennen.

    Ich sehe aber, dass der Flugtourismus jetzt auch auf uns zukommen wird, Deutschland wird Reiseziel. Die hiesige Innenstadt wird gern von Reisegruppen aus Fernost und Asien besichtigt. In den letzten Jahren hat sich das vervielfacht, weil auch in diesen Regionen eine Mittelschicht entsteht, die sich das Reisen leisten kann.

    Ich glaube nicht, dass man diese Touristen mit Argumenten wie Flugscham beeindrucken kann. Was sollen wir auch sagen? “Sorry, wir haben die Umwelt schon ruiniert und alles gesehen, also bleibt ihr mal hübsch daheim?”

    Es müssen andere Lösungen her.

    Herzliche Grüße

    Verena

    • Hey, dann sind wir zusammen aus Versehen die neuen Coolen :).

      Mit den Touristen, die aus Fernost nach Deutschland kommen, hast Du wohl Recht. In Hamburg fällt mir primär in der HafenCity ein ganz anderes Touristenpublikum auf im Vergleich zu Zeiten vor HafenCity und Kreuzfahrtterminal.

  15. Obwohl ich hier gnadenlos zu spät komme – ich war nämlich im Flugurlaub in Italien und schäme mich eigentlich gar nicht dafür – möchte ich hier noch eins ergänzen: Ich fahre sehr gerne Bahn! Dienstreisen immer, zunehmend auch mit meinen Damen, wenn wir auf Kulturreisen gehen, gerade einmal Wroclaw und zurück.
    Natürlich gibt es hier und da Verpsätungen, aber auf den langen Strecken mit ICE zB Richtung Frankfurt am Main, wohin es mich meistens führt, bin ich eigentlich zu 80% pünktlich und werde überwiegend gut befördert. Das der Service in vielerlei Hinsicht durchaus zu wünschen übrig lässt, kann ich auch bestätigen, insgesamt geb ich der Bahn für mich persünlich die Note 3. Ich hab auch seit Jahren eine Bahncard. Und ich habe neulich in einem Forum gelsen, dass es tatsächlich noch möglich ist, die Koffer von A nach B transportieren zu lassen! Das ist doch auch mal eine Urlaubsoption….
    Vor Ort unabhängig zu sein ist natürlich ein Argument fürs Auto, für Italien hatten wir es wieder abgemeldet – Amalfiküste und Auto geht für mich persönlich nicht zusammen.
    Der Öffentliche Verkehr kommt schlecht weg bei mir, ich bin täglich auf ihn angewiesen und immer mehr genervt!
    Ich brauche auch keine weiten Fernreisen, ich hab ein paar spezielle Ziele, einige davon sind noch nicht erfüllt, aber ich werd’s überleben, sollte ich nicht dahin kommen.
    Insgesamt finde ich mein Urlaubs-Reise-Verhältnis recht ausgewogen!

    LG Susanne

    • Der ÖPNV in Hamburg ist auch die Pest. Zu voll, zu viele Ausfälle. Damit fahre ich nur, wenn es unvermeidbar ist.

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