Lesetipp: Besuch und Fisch stinkt nach drei Tagen

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

(Affiliate Link auf dem Cover)

Rate, wer zum Essen bleibt
von Philipp Tingler

Manchmal wünscht man sich, man hätte die Wohnungstür nicht geöffnet. Oder jemanden nicht zum Bleiben aufgefordert. Oder jemanden überhaupt nie kennengelernt. Manchmal ergeben sich daraus allerdings undenkbare Abende und Erkenntnisse, die unbezahlbar sind.

Franziska bereitet das für sie in dem Moment wichtigste Essen ihres Lebens vor. Sie will damit einen Entscheidungsträger und seine Frau beeindrucken, um einen Job zu bekommen, der den Karrieresprung darstellt, der ihr ihrer Ansicht nach zusteht. Ansonsten war es das mit der beruflichen Entwicklung. Ehemann Felix unterstützt sie dabei, wo er kann, macht aber einen Schritt ohne Franziska: Er öffnet nichtsahnend die Haustür, als es etwas verfrüht vor besagtem Essen klingelt, und lässt seine etwas derangierte Studienfreundin Conny rein, die er seit 20 Jahren nicht gesehen hat.

Was folgt, ist ein Abendessen des Grauens, fortgesetzt von vier weiteren Tagen, an denen Conny zu Gast bleibt, und einem weiteren Abendessen mit dem Versuch, die Karriere zu fördern. Dass Franziskas nicht wirklich geliebter Bruder Julius sich auch noch bei dem Paar selbst einquartiert hat, macht es keinen Deut besser.

Beim Lesen habe ich laut gelacht bis mir der Bauch weh tat, mit den Protagonisten gelitten, mich wiedererkannt und meinem Mann die bösesten Stellen laut vorgelesen, die auch er belustigend fand. Mein Highlight ist die Dauerlösung von Felix für Familienunstimmigkeiten, unter anderem auf Seite 201 zusammengefasst als

“Betonschicht drüber und was essen”.

Hat bitte bei Gelegenheit jemand Beton für mich? Von Franziska gefallen mir die Worte nach einer frustrierenden Yogaeinheit neben flexiblen Grazien auf Seite 82 am besten

“Wenn ich auf meinen Körper höre, würde ich den ganzen Tag Zigaretten und Ritalin zu mir nehmen.”

Bei mir wären es weder Zigaretten noch Ritalin, gesünder wäre es aber auch nicht.

Was würdest Du den ganzen Tag zu Dir nehmen, wenn Du auf Deinen Körper hören würdest, und was ist Dein Patentrezept bei Familienunstimmigkeiten?

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei Kein & Aber (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Vorliebe des Autors für Thomas Mann und Fremdwörter ist bekannt, den Schreibstil kann man vermutlich nur lieben oder hassen. Mich amüsiert er.

In der Serie Männermontage – Bücher für Männer mit Stil habe ich 2012 von Philipp Tingler bereits das lesenswerte Handbuchbuch für Gesellschaft und Umgangsform Stil zeigen! (Rezensionsexemplar) vorgestellt.

(Affiliate Link)

18 Gedanken zu „Lesetipp: Besuch und Fisch stinkt nach drei Tagen

  1. Guten Morgen Ines,
    dein Lesetipp macht auf alle Fälle Lust auf mehr.
    Mein Patentrezept bei Familienunstimmigkeiten ist sie (soweit möglich) sachlich auszudiskutieren, totschweigen bringt nämlich nix.
    Und wenn ich ständig auf meinen Körper hören würde, dann wäre ich eine Süßigkeiten naschende, dauerlesende couch potato ;-)

    • Meine Erfahrung ist irgendwie, dass wenn es wirklich Unstimmigkeiten sind, es nicht um Sachliches geht. Je älter ich werde, umso mehr bin ich für Beton drüber, totschweigen und meine Ruhe haben wollen.

  2. Liebe Ines, schon beim Lesen deiner Beschreibung musste ich ständig grinsen – sich einmal nur gedanklich vorzustellen, wie es da zugeht und was da alles passiert, lockt doch schon ein Lachen ins Gesicht. Das hört sich nach einem perfekten Buch für eine entspannte und lustige Lesestunde an. Danke daher fürs Vorstellen – jetzt hoffe ich direkt auf ein trübes und nebeliges Herbstwochenende, damit ich mal wieder so richtig zum Lesen komme ;-) Ansonsten kann ich mich gleich der Vorschreiberin anschließen – bei mir gebe es auf jeden Fall das Grundnahrungsmittel Schokolade, egal in welcher Form, ein gutes Buch in einer gemütlichen Ecke und so wenig Sport wie möglich.
    Genieße einen wunderbaren Tag und alles Liebe

    • Und ich grinse beim Lesen Deines Grinsers. Haben wir beide heute schon wieder ein Lächeln verschenkt :) .

      Das Buch wird Dir gefallen, da bin ich fest von überzeugt.

      Ich wünsche gute Schokolade und Lesevergnügen!

  3. Ines, willst du mich verkackeiern? Ein Patentrezept für Familienunstimmigkeiten? ;-)
    Wenn ich das hätte, dann hätte ich es verkauft und würde jetzt vor Barbados schnorcheln.
    Ich nehme mir die Freiheit, einfach zu bestimmten Feiern nicht mehr zu gehen. Wie alt sollte ich sonst noch werden, um mir das zu erlauben?
    Das spart ungeheuer Nerven, meine!

    Wenn ich auf meinen Körper hören würde, dann hätte ich schon das erste Schokotürchen meines Adventskalenders geöffnet. Und genau das habe ich gestern gemacht. :-)
    Bei manchen Leuten denke ich mir auch, ehhh, hättest du besser damit keine Beziehung angefangen. Ist nämlich manchmal enorm schwierig, das wieder zurückzudrehen.
    Das Buch könnte was sein für mich.
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Hey, so habe ich das noch gar nicht betrachtet, dass dieses Patentrezept Gold wert wäre! Hmmm … ich wäre dann jetzt in meinem Haus auf der Seeseite meiner Lieblingsinsel :) . Ich habe vor ein paar Jahren auch beschlossen, mir einige Veranstaltungen nicht mehr anzutun und fahre meistens ganz gut damit.

      @Adventskalender Gut so! Aufsparen bringt gar nichts! Etwas übertrieben gesagt: Wer weiß, ob Du am 1. Dezember noch lebst oder Lust auf Schokolade hast? Keiner! Also lieber heute hier und jetzt genießen!

      Das Buch könnte Dir gefallen, ich bin aber nicht zu 100 % sicher, ob Dir der Schreibstil vielleicht einen Hauch zu verschwurbelt ist. Dazu kenne ich Dich zu wenig. Schau mal rein, dann merkst Du das sofort beim Anlesen.

    • Hallo Ines,
      ich habe mir genauer das Buch und das Cover angeguckt. Beim Cover werden schon schlimmste Erinnerungen bei mir geweckt.
      Du hast recht, der Schreibstil ist keiner, den ich gern lese. Irgendwie zu unruhig für mich. Obwohl der Inhalt mich anspricht. Also kennst du mich doch schon gut. :-)
      Liebe Grüße
      Claudia

  4. Ja, “Beton ist, was man draus macht…. ”
    Solcherart Werbebotschaft bekommt doch hier nochmal eine ganz eigene Bedeutung!
    Familienunstimmigkeiten ausdiskutieren geht m.E. nur begrenzt. Wenn die Grenze erreicht ist, ist Beton und Essen sicher eine gute Lösung.
    Mein Körper ruft auch oft nach Schokolade und Chips und Gemütlichkeit. Schade, dass ich nicht wirklich auf ihn hören darf…
    Interessantes Buch auf jeden Fall – und ganz ohne Kalorien!
    Liebe Grüße von Sieglinde

    • “Beton ist, was man draus macht….”

      Sieglinde, Du bist genial, besser kann man das nicht sagen. Und sind nicht stylish gegossene Betonfußböden der letzte Schrei der Innenarchitekten? Da passt bestimmt als Trittschaldämmung noch ein bisschen Familie darunter. Da geht zu wie bei der Mafia: Wie immer? In Beton?

  5. Ich hätte da eine komplette, partiell bis zu bestimmt 60 cm dicke, Betonauffahrt, die Du gern aufkloppen kannst, wenn Du Beton benötigst. Damit wäre uns auch geholfen. ;-)

    Habe mir gerade auch die amazon-Rezension zum Buch durchgelesen und habe, bei allem Interesse, ein wenig Schiss vor’m Schreibstil des Autoren … hm …

    Wenn ich auf meinen Körper hören würde, würde ich ich sicherlich Massen an Schokolade zu mir nehmen. Anschließend werde ich allerdings träge, also muss ich mich bewegen. Und dann will der Körper etwas Pikantes, darauf wieder Schokolade … – eine never-ending-Story. ;)

    Liebe Grüße
    Gunda

    • Oh, Eure Auffahrt – die möchte ich nicht entfernen … nein, zum Einbetonieren von Familienproblemen braucht man bestimmt frischen, feinsten, besten Beton, damit er auch die letzten Ritzen füllt und nichts je wieder hervorbrechen kann.

      @Schreibstil Ich denke, dass Dir das Buch inhaltlich gefallen würde, aber der Schreibstil nicht. Der ist Dir zu verschwurbelt. Da muss man sich echt konzentrieren beim Lesen und auch mal einen Bandwurmsatz zweimal lesen, um den Inhalt vollständig zu erfassen. Ich glaube, Du liest lieber etwas, das sich smarter liest.

  6. Liebe Ines,
    das klingt wirklich lustig, überhaupt die Sache mit “auf den Körper hören”. Da hab ich nämlich auch schon ein paarmal gedacht, “Ob DAS so eine gute Idee wäre?!” Wobei ich momentan weder Schokolade noch Chips zu mir nehmen würde (von Zigaretten und Ritalin ganz zu schweigen) aber es gab definitiv solche Phasen… Dass Fisch und Gäste nach drei Tagen zu stinken anfangen, haben wir auch schon mal festgestellt… ;-)
    Herzlich-herbstliche Rostrosengrüße an dich und deinen Mann – und natürlich Krauler ans Paulchen,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/10/herbstliches-mini-bloggertreffen-in.html
    PS: Ja, dass man in der Elbe wieder schwimmen kann, haben wir bei unserem Dresden-Besuch bei Beate festgestellt, da waren auch recht viele Badende drin! Von der Donau wusste ich es allerdings nicht…

  7. P.s. an alle:
    Eure Kommentare haben mich heute morgen schon so zum lachen gebracht… “Stichwort: Beton (Verwandtschaft nebst Mafia” ;-)… man sollte direkt ein Buch draus machen… :-)

  8. :-) Hahaha, das klingt wirklich gut, liebe Ines!
    Ich würde wahrscheinlich verschwinden, mich in ein Hotel einquartieren und die Gäste zu Hause streiten lassen.
    Je älter ich werde, desto weniger muss ich etwas “müssen” (außer eines Tages sterben). Die Zeiten sind vorbei!
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

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