Geht doch #11 Zweireiher – hanseatischer Marine-Look im Herbst mit Cabanjacke

Ines Meyrose - Outfit mit dunkelblauer Cabanjacke im hanseatischen Marine-Look im Herbst 2019 - Ü40 Bloggerin - Portrait - Copyright Foto Gunda Fahrenwaldt

Copyright Foto: Gunda Fahrenwaldt

Was ist ein Zweireiher?

Ein Zweireiher, auch Doppelreiher genannt, ist ein Blazer, Mantel oder Jacke, der zwei Knopfleisten auf der Vorderseite hat. Dabei können die Knöpfe in der Vertikalen übereinander parallel ausgerichtet sein oder nach oben hin auseinander laufen. Alternativ gibt es zum Beispiel den Einreiher, eine verdeckte Knopfleiste oder gar keinen Verschluss auf der Vorderseite wie bei Schalkragen. Heute geht es hier nur um Jacken mit sichtbaren Knöpfen.

Stilberatung: Was sind die Tücken beim Zweireiher?

Das Auge des Betrachters verlängert immer Linien. Beim Einreiher schaut man automatisch von oben nach unten, er streckt. Beim einfachen Doppelreiher schaut man nach oben, aber auch bereits zur Breite. Beim Doppelreiher mit oben auseinander laufenden Knöpfen schaut man oben sehr stark zur Breite, er betont Busen und Schultern. Außerdem schaut man im Bauchbereich auf ein Rechteck, was auch eher breit als längs wirkt.

In der Grafik kannst Du an den Pfeilen sehen, wie die Knöpfe die Blickrichtung steuern. Immer, wenn Du bei einem Kleidungsstück unsicher bist, welche Stellen es verbreitert oder schmaler macht, schau nach Linien, die Dein Auge verlängert. Dann siehst Du sofort, wie es auf andere wirkt.

Einreiher, Zweireiher und Zweireiher mit nach oben auseinander laufender Knopfreihe

Frauen mit großer Oberweite oder kleiner Statur rate ich in Stilberatungen meistens von Doppelreihern ab. Doppelreiher sehen in der Regel an großen Menschen besser proportioniert aus als an kleinen. An großen Menschen funktionieren sie manchmal sogar bei breiten Schultern oder viel Bauch, weil es das Stattliche der Figur betont.

Warum Geht doch! bei dieser maritim-hanseatischen Cabanjacke?

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  • Die Knöpfe des Cabans haben die gleiche Farbe wie der Stoff. Wären sie hell, würde die verbreiternde Wirkung viel stärker sein, weil das Auge stärkere Ankerpunkte bekäme.
  • Die Knöpfe sind in zwei parallelen Linien angebracht, so man wenigstens etwas von oben nach unten schaut, auch weil es mehr Knöpfe in der Länge als in der Breite sind.
  • Es gibt Blazer, Jacken und Mäntel mit hohem oder tiefem, schmalem oder breitem Revers. Dieses Revers ist hoch, es lenkt den Blick also nicht auf den Busen, sondern zu den Schultern, die mir bei gerne betont werden dürfen. Da macht es dann nichts, dass es zu meiner eher kleinen Statur mit 1,65 m ein breites Revers ist, was mich erschlagen würde, wenn es tiefer wäre.
  • Die Taschen sind in Längsrichtung platziert und es sind eingesetzte Taschen ohne Patten. Beide Aspekte strecken.
  • Der matte, dunkle Stoff schluckt Licht, so dass das Körpervolumen gar nicht so einfach auszumachen ist.
  • Bei einem kurzen Blazer ist die Wirkung der zwei Knopfreihen
    extremer als bei einem Mantel, weil die Länge des Kleidungsstücks die
    Wirkung der Knöpfe noch etwas ausgleichen kann. Ich trage deshalb
    keinen Blazer mit zwei Knopfreihen, aber der Kurzmantel oder lange
    Jacke, wie man auch immer den Caban bezeichnen mag, funktioniert deshalb.
  • Zudem ist es eine Frage der Kombination: Der blaue Komplettlook bis hin zu den Schuhen streckt aus Ausgleich. Die Ärmel habe ich eine Saumlänge kürzen lassen, damit ich nicht darin versinke. Das helle orangefarbene Tuch in der Komplementärfarbe zur Jacke lenkt den Blick zum Gesicht.
  • Wenn ich nur einen Knopf schließe, nehme ich den obersten, weil die Cabanjacke dann schön A-förmig fällt und nicht mehr ganz so steif wirkt.
Ines Meyrose - Outfit mit dunkelblauer Cabanjacke im hanseatischen Marine-Look im Herbst 2019 - Ü40 Bloggerin - Copyright Foto Gunda Fahrenwaldt

Copyright Foto: Gunda Fahrenwaldt

Danke an Gunda für die Fotos, die auf einem Bloggertreffen mit Gunda und Sabine Gimm im Oktober entstanden sind. Wir haben einen schönen sonnigen Herbsttag zusammen genossen. Die Farben auf den Fotos wirken so unterschiedlich, weil sie mit verschiedenen Kameras aufgenommen wurden, meinem Smartphone und Spiegelreflex. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen …

Ines Meyrose - Outfit mit dunkelblauer Cabanjacke im hanseatischen Marine-Look im Herbst 2019 - Ü40 Bloggerin - Copyright Foto Gunda Fahrenwaldt

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Hier geht es zu den anderen Beiträgen der Reihe Geht doch! – Kleidungsstücke und Accessoires, die Risiken und Nebenwirkungen haben können.

Wie stehst Du zu Zweireihern und dem Klassiker Cabanjacke?

34 Gedanken zu „Geht doch #11 Zweireiher – hanseatischer Marine-Look im Herbst mit Cabanjacke

  1. Hallo Ines,
    die Frage kann ich einfach beantworten: sehr positiv.
    Ich habe eine dunkelblaue zweireihige Caban, einen zweireihigen Trenchkurzmantel und – jacke und ich mag die alle gern anziehen. Obwohl ich von der Größe her das auch nicht dürfte.
    Dein Vorschlag, nur den ersten Knopf zu schließen, gefällt mir sogar besser als die klassische Variante. Danke für den Tip, das sieht lässig aus.
    Schöne Fotos von dir, die deine Fotografin gemacht hat. :-)
    Ich weiß, ungefragt soll man keine Tips geben. Trotzdem mag ich 2 Sachen sagen, auch wenn es gegen das ‘Geht doch!’ verstößt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass anstelle der blauen Schuhe Schuhe in demgleichenTon wie das Tuch passen würden. Und ein Lippenstift in dem Tuchton auch.
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Wenn man nur den oberen Knopf schließt, sieht es nur legerer aus, es ist auch bequemer :) .

      Das Kompliment gebe ich gerne an Gunda weiter. Leider sehen wir uns nicht so oft, so dass sie nur ab und an mal Bilder von mir macht. Wenn wir uns sehen, nutze ich meistens die Gelegenheit, sie darum zu bitten. Dafür revanchiere ich mich dann gerne mit Bildern von ihr. Auch wenn sie im Moment kaum bloggt, freut sie sich dennoch darüber.

      Zu Deinen Tipps, die ich immer gerne lese, meine Sicht:

      Lippenstift im gleichen Ton würde super passen, habe nur gerade keinen so hellen.

      Schuhe in der Tuchfarbe kombiniere ich hier bewusst nicht dazu. Von der Farbklammer her würde das passen, aber ich mag es in der Gesamtlinie bei mir (gilt nur für mich) lieber leiden, wenn die Schuhe die gleiche Farbe oder Helligkeit wie die Hose haben. Das streckt bei mir deutlich besser. Wenn die Schuhe hell sind, und das wären sie dann im Verhältnis zur Jeans, sind sie mir zu sehr „Klotz am Bein“. Das ist eine Erkenntnis, die ich aus dem Kleiderschrank-Projekt: Outfits aus dem wahren Leben gewonnen habe. Helle Hose + helle Schuhe oder dunkle Hose + dunkle Schuhe sind meine erste Wahl.

      Alternativ zu den blauen Schuhen, wenn einem vielleicht der Blauton zur Jeans nicht so gut gefällt oder das Monochrome zu langweilig ist, funktionieren bei mir hier auch dunkelbraune Schuhe, die dann auch zur Tasche passen. Ich habe neue dunkelbraune Stiefeletten mit Blockabsatz, die ich aus dem Grund auch dazu trage.

    • Das ist sehr nett von dir, Ines.
      Ich kenne welche, die sich sehr schnell auf den Fuß getreten fühlen, wenn man so etwas sagt. Da darf man nicht den Hauch einer Kritik üben.
      Es ist ja nicht so, dass ich meine Schuhe farblich auf meine Jacke oder so abstimme. Im Gegenteil, meistens achte ich gar nicht darauf.
      Sondern ich merke es vielleicht nur, wenn ich es anhand eines Fotos sehe.
      Wenn ich eine wirklich reichhaltige Lippenfarbenauswahl möchte, dann gucke ich mir die von MAC an. Die ist dann manchmal schon wieder so groß, dass ich überfordert bin. ;-)
      Letztens habe ich einen gesucht in einem sehr dunklen Beerenton. Es wurde Midnight Breeze.
      LG

    • Gerade weil solche Details auf Fotos besser zu sehen sind, fand ich es klasse, das Kleiderschrank-Projekt 14 Tage lang zu machen. 14 Tage ein Foto von jedem Outfit, Anlass notieren und wie Du Dich darin gefühlt hast und zum Ende alle Bilder auf einmal betrachten. Wenn Du das auch mal machst, wird Dir bestimmt auch etwas auffallen, was Du verändern möchtest und was Du beibehalten möchtest. Bisher hat jeder, dem ich das empfohlen haben, einen Erkenntnisgewinn daraus gezogen.

  2. Liebe Ines,
    Zweireiher und ihre Tücken… wie immer sehr gut und anschaulich erklärt von Dir.
    Zweireiher mag ich an mir so gar nicht und Cabanjacken sehen an mir einfach nur brav und langweilig aus. Aber ich bin sowieso mehr der A-Linien-Typ.
    Deine Hosenstiefel sehen klasse und butterweich aus!

    Einen schönen Tag für Dich.

    • Findest Du den Caban an mir auch zu brav? Gunda mochte ihn nicht leiden. Ich finde ihn klassisch-schön und nicht langweilig.

      Die Stiefeletten sind so weich, wie sie aussehen. Ich habe sie im Sommer gekauft und vom ersten Moment an auch für lange Seminartage getragen und mir tun auch nach einemlangen Stehtag die Füße darin nicht weh. Die Sohle ist innen schön weich und sie sind komplett mit welchem Leder gefüttert.

  3. Ich kenne die von Dor aufgezählten Stolpersteine beim Zweireiher. Denken wir an welche mit Goldknöpfen und Schulterklappen. Für Männer perfekt. Man sieht damit groß, breitschultrig und stattlich aus. Ich kenn diesen Effekt bei mir, msg ihn aber nicht. BG Sunny

    • Ganz genau, die berühmt-berüchtigten Goldknöpfe würden den Blick ganz anders steuern als die dunkelblauen – und mir sind sie zu klischeehaft. Mit einem Zweireiher und Schulterklappen gehst Du als Türsteherin durch. Kann auch mal praktisch sein!

  4. Tatsächlich: geht doch! Ich mache einen Riesenbogen um Zweireiher und nun kann ich bei Dir nur Gutes daran finden. Du hast aber auch alles richtig gemacht bei dem, was so an Tücken beim Zweireiher mit Kragen sonst so lauert. Und fein erklärt.
    Schön, dass Gunda die super Fotos gemacht. Gelernt ist eben doch gelernt!
    Sicher hattet Ihr einen schönen Tag im schönen Lüneburg…
    Wir haben morgen einen Feiertag – und Ihr müsst Ihr schuften?
    Herzlich, Sieglinde

    • Bei Dir wäre ich auch extrem vorsichtig mit einem Zweireiher – ebenso wie bei mir. Dieses Modell könnte vom Schnitt her bei Dir passen, wäre mir vom Stil aber zu steif (bitte hamburgisch mit scharfem s aussprechen).

      Heute habe wir endlich mal einen Feiertag, den nicht alle haben! Und ja – deshalb ist morgen wieder Arbeitstag … ein kurzer bei mir allerdings. So der Plan …

  5. Liebe Ines, das geht bei dir ja diese Woche Schlag auf Schlag – ein interessanter Beitrag folgt auf den anderen. Ich trage auch gerne mal einen Zweireiher, dazu habe ich einen schwarzen Trenchcoat und einen beigen Wintermantel in meinem Kasten. Aber ich habe mir noch nie wirklich Gedanken über die Wirkung und beste Tragweise eines Zweireihers gemacht und finde daher deine Erklärungen und Tipps ganz toll und interessant. Ja, und ich finde deine Zweireiher-Jacke geht sehr wohl.
    So jetzt noch ein paar Worte zum Home-Office: das hat bei mir 1994 begonnen, als ich quasi als Pilotprojekt in der Firma den ersten Heimarbeitsplatz erhalten habe. Die Arbeitszeit wurde dann zur Hälfte in der Firma und zur Hälfte zu Haus gewickelt und hat für mich und meine Familie von Anfang an wunderbar funktioniert. Das Problem war nur das sonstige Umfeld, das meine Heimarbeitszeit irgendwie als Freizeit und nicht als Arbeitszeit angesehen hat – vermutlich auch deshalb, weil diese Arbeitsform in dieser Version einfach damals vielen noch nicht bekannt war. Deine Tipps dazu sind wirklich gut und ich habe viele davon eigentlich immer in dieser Form umgesetzt.
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe

    • Je schlanker man ist und umso weniger man optisch verändern möchte, umso weniger spielen solche Details eine Rolle. Daher wundert es mich gar nicht, dass Du Zweireiher bedenkenlos tragen kannst. Lass Dir bitte Deine Intuition von meinem verkopften Blick bloß nicht vertreiben. Aber wenn Du mal Zweifel hast, dann wirf gerne einen Blick auf diese Details. Sie erklären oft die Intuition – warum man ein Kleidungsstück auf den ersten Blick liebt oder eben nicht.

      1994 schon ein Homeoffice? Klasse, dass Du so fortschrittlich arbeiten durftest und sich die Regeln im Umfeld etablieren ließen, wenn auch nicht immer einfach. Verrätst Du mir, was Du (damals und/oder) beruflich machst?

  6. Ich mag Zweireiher sehr gern, meine letzte Caban-Jacke ist allerdings so ungefähr 15 Jahre her. Da zieht es unten immer so rein, wie die so weit sind. Ich hab ja eher eine Schwäche für Mäntel, die am besten länger als knielang sind. Frostbeule eben. Wenn die Temperaturen einstellig werden, wechsle ich in den Eskimo-Modus…
    Liebe Grüße
    Fran

    • Tatsächlich hatte ich noch nie eine Cabanjacke, obwohl ich die schon immer schön fand. Ende der 1990er waren die mal in, aber da waren sie mir zu teuer. Oft finde ich sie auch vom Stoffgewicht zu schwer. Wenn dieser nicht leicht wäre, hätte ich ihn nicht gekauft.

      Mäntel, die länger als knielang sind, wärmen eindeutig besser als Kurzmäntel. Lass Dich in Deinen Wolldeckenmäntel gut warm halten! Ich taue gerade am Schreibtisch wieder auf, nachdem ich bei dem Frost gerade kurz draußen war. Immer wieder erstaunlich, wie schnell Oberschenkel auskühlen können und wie endlos lange sie zum Auftauen brauchen.

  7. Ich bin klein und trage lieber Einreiher. In der Vergangenheit habe ich es mit Zweireihern versucht, es ist aber einfach nicht vorteilhaft für mich, weshalb ich lieber verzichte. Zum Glück gibt es ja heute für jede Statur die richtige Jacke.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Geht mir bis auf diese Jacke genau mit Zweireihern wie Dir aus dem gleichen Grund. Gerade weil die den meisten Frauen, die ich kenne, Einreiher besser stehen, wundert es mich umso mehr, dass Zweireiher gerade so modisch sind. Vielleicht um das Bedürfnis nach einer neuen Silhouette bei modebewussten Frauen zu erfüllen? Vermutlich.

  8. Die Cabanjacke ist ein Klassiker, ein tolles Teil und die Kombination ist super! Der Schal bringt den nötigen Farbkick in den Look, das gefällt mir sehr!
    Mit dem Outfit hast du wieder genau meinen Geschmack getroffen und ich finde deine Tipps ganz interessant.
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Holá Claudia!
      Comó estás?
      No habla português, solamente un poco espa~nol. Y no sé comó puedo escribar el tilde sobre el ‘n’. ;-)
      Muchos saludos
      Claudia :-)

    • Holá Claudia, muy bien, gracias. ¿y tú?
      La forma más simple: vaya a google, busque la palabra y cópiela, así es como escribo algunas palabras en portugués. (Oder die Tastatur zusätzlich auf Spanisch einrichten) ;)
      Saludo y beso,
      Claudia

    • Muy bien, gracias :-)
      Hace frío, pero es normal para mí en otoño.
      Gracias por el ‘ñ’.
      Muchos saludos y buen fin de semana,
      Claudia

  9. Die Jacke habe ich ja live an Dir gesehen und finde, dass die Proportionen absolut stimmen. Persönlich mag ich lieber etwas längere Jacken oder einen Parka, wenn es kälter wird. Ich brauche auch mehr am Hals. Am besten einen Stehkragen mit Reißverschluss bis oben hin.

    Für wärmere Herbsttage ist die Jacke auf jeden Fall eine gute Alternative zur Lederjacke.

    War sehr schön mit Euch beiden in Lüneburg.

    Liebe Grüße Sabine

    • Wenn es wirklich kalt ist, mag ich längere Jacken auch lieber. Aber an normalen Herbsttagen reicht mir diese Länge aus. Am Hals müssen Jacken für mich gar nicht so hoch sein, weil ich den Raum mit Schals fülle. So färbt mein Make-up wenigstens nicht auf den Wollstoff des Mantels ab :) . Aber bei Regenjacken habe ich es auch lieber dicht geschlossen oben.

  10. Erstmal bin ich ja Deinem Cabanjacken-Link gefolgt, da mir der Begriff gar kein Begriff war. ;)

    Es ist übrigens nicht so, dass ich die Jacke “nicht leiden” mochte, es trifft tatsächlich eher das “zu brav” zu. Empfinde bei Dir immer mal wieder eine leichte Diskrepanz zwischen diesem so sehr erwachsenen (ich weiß, Du magst das eigentlich) Eindruck und anderen Eindrücken oder auch manchmal Looks an Dir, die weniger “erwachsen” sind und die mir persönlich dann etwas besser gefallen. Ich würde mich z. B. echt riesig freuen, wenn Du tatsächlich noch eine orange (oder orangene? Wie heißt das korrekt?) Steppjacke finden würdest. Bin recht sicher, dass die mir an Dir wiederum super gefallen würde. Aber möglichst wirklich RICHTIG orange! :)

    Dein Text hier ist wieder mal wunderbar genau und lehrreich – dankeschön dafür!

    Über unseren Tag habe ich mich sehr gefreut. Und Fotos mache ich immer wieder gern für Dich – gar keine Frage! :*

    Liebe Grüße
    Gunda

    • Bildungslücke am Morgen gefüllt – da sag mal einer, Bloggen wäre was für oberflächliche Menschen …

      Meine These ist: Dir gefallen die erwachseneren Looks bei mir nicht, weil Du sie bei Dir selbst nicht magst und vielleicht auch überhaupt nicht magst. Du überträgst Deinen Geschmack auf mich. Das ist genau das, was mir bei Kunden nicht passieren darf. Nun bin ich in Bezug auf das Erwachsensein jedoch ein komplett anderer Mensch als Du und deshalb passen auch andere Kleidungsstücke zu mir als zu Dir. Was nicht heißt, dass es nicht auch Überschneidungen geben kann.

      Eine orange/orangefarbene Jacke oder eine Jacke in Orange (die drei Formulierungen gelten laut Duden als korrekt) hätte ich wirklich gerne noch, aber eben nicht in Knallorange, die erschlägt mich dann (die Leuchtfarbe wäre eben wieder genau für Dich richtig! – halt nur in Pink anstatt Orange), sondern in gemäßigtem Orange. Darüber würde ich mich dann wirklich freuen.

    • Welches Orange auch immer – Orange gefiele mir jedenfalls an Dir. :)

      Wie würdest Du z. B. damit umgehen, wenn eine Deiner Kundinnen unbedingt Overknees haben möchte und sie möchte, dass Du sie beim Kauf berätst?
      (Überträgt man seinen eigenen Geschmack nicht ganz automatisch irgendwie ein bisschen auf andere Menschen?)

    • Exakt die Frage nach der Tragbarkeit Overknees kam gerade neulich von einer Kundin. Die beantworte ich damit, dass ich an der Stelle nicht objektiv bin, weil ich die so untragbar finde, dass ich nicht in der Lage bin, von meiner persönlichen Meinung zu objektiver Beratung umzuswitchen.
      Dann gebe ich dazu aber durchaus noch ein paar Hinweise, worauf man dabei achten kann, wenn man sie denn tragen möchte: Schaftweite, exakte Schaftlänge (an schmaler Stelle aufhören lassen zum Beispiel), Farbabstimmung zur Hose oder Strumpfhose – dabei kann ich dann durchaus objektiv sein. Genauso würde ich das bei einem Einkauf auch machen, wenn jemand darauf besteht
      Leomuster ist auch so ein Beispiel. Wie trägt man meiner Ansicht nach Leo? Am besten gar nicht!! Aber dennoch gibt es Kriterien, die ich nennen kann, worauf man achten kann, wenn man es tragen möchte (Kontrast, Mustergröße, Farben, wo am Körper …).

      Wenn ich in einer Beratung sage, dass ich an der Stelle nicht objektiv sein kann, weil mein persönlicher Geschmack bei dem konkreten Aspekt zu dominant ist, hat das bisher immer für Lacher und Verständnis gesorgt.

      Ganz frei kann sich wohl niemand von seinem Geschmack machen, aber wie sehr man das überträgt ist schon sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wie ich das mit meinem Job vereinbare? Ich bekomme die Kunden, die zu mir passen, weil ich mich im Netz und realen Leben so zeige, wie ich bin.

  11. Cabanjacken mag ich sehr gerne und Deine steht Dir richtig gut. Ich selber mache besser um solche Jacken einen Bogen. Dafür bin ich leider zu klein. Mir gefällt Deine Farbklammer zwischen Deinen Ohrsteckern und dem Rucksack richtig gut. LG Caro

    • Grundsätzlich geben ich Dir bei Deiner Länge recht, bei diesem konkreten Caban bin ich mir sicher, dass er Dir genauso passen würde wie mir. Aber zu Deinen Röcken im Herbst und Winter ist ein Mantel schöner und zu Hosen hast Du andere Jacken, oder? Ich bin gespannt, wie oft ich ihn trage. Nicht dass er wie die Lederjacken endet … die waren im Gegenzug zu dunkelblauem Wollstoff wenigsten hundehaarabweisend und damit hunderundentauglich … aber ich brauche ja auch mal etwas eleganteres für Citytermine.

      Freut mich, dass Dir die Farbklammer aufgefallen ist. Ich trage absichtlich nicht die Perlen an dem Tag wegen der Farbklammer.

  12. :-) Liebe Ines,
    genau aus dem Grund – klein und eher rundliche Formen – trage ich keine Doppelreiher mehr.
    Trotzdem danke für die vielen interessanten Infos.
    Und auf ein Treffen mir Dir, Gunda und Sabine hätte ich auch mal wieder Lust!
    Schönen Sonntag und liebe Grüße
    Claudia :-)

    • Wir können uns gerne in HH mal wieder zusammen treffen, wenn es passt. Spontan ist das zu viert kaum möglich. Sag gerne Bescheid, falls Du mit Vorlauf weißt, wann Du an einem Wochenende in Hamburg Zeit hast. Dann koordiniere ich das gerne.

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