Lesetipp: Hast Du schon geerbt oder redet Ihr noch miteinander?

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

Das Erbe von Ellen Sandberg – Roman - Buchcover

Das Erbe
von Ellen Sandberg

Das Cover des Romans passt farblich perfekt zu meinem Leseinterieur, oder? So viel zum Thema Zeitgeist und meinem ach so individuellen Geschmack. Gegen das Haus auf dem Cover hätte ich auch nichts einzuwenden, oder doch?

Achtung Spoiler!

Mona, in der Sicht einiger Menschen übertriebene Gutmenschin, stellt sich als Hauptfigur des Romans die Frage, ob gravierende Fehler aus der Vergangenheit gutzumachen sind und ob eben doch etwas dagegen einzuwenden ist, dieses Haus zu besitzen.

Kurz nach Beginn der Geschichte wird Mona nicht wegen eines gerade angetretenen Erbes geangelt, sondern von Bernd – Lebensgefährte seit zwölf Jahren, Arbeitgeber und Wohnungsgeber in Berlin – verlassen. Er traut sich zu dem Zeitpunkt, die Beziehung zu beenden, weil er gnädiger Weise Mona durch das Erbe als von ihm Verlassene nicht mehr in der Gosse ohne Job und Wohnung endend sieht, und gesteht ihr deshalb die Daueraffäre, die er seit sechs Monaten nebenbei pflegt, der er sich ab jetzt lieber in Vollzeit zuwenden möchte. Das nimmt Mona als Anlass, nach München in die alte Heimat zurückzukehren und sich dort dem Erbe zu widmen.

Der Haken bei dem Erbe ist, dass ziemlich fix klar wird, dass 1938 beim Kauf des Hauses vermutlich nicht alles mit sauberen Dingen zugegangen ist. Mona wird von der entfernten Verwandten Klara zum Entsetzen der restlichen Familie als Alleinerbin ausgewählt, weil Mona bekanntermaßen einen moralischen Kompass hat. Im Testament gibt es den Hinweis, dass sie das Richtige mit dem Erbe tun wird. Nur was ist das Richtige und wie findet Mona das heraus? Gibt es nach achtzig Jahren überhaupt das eine Richtige? Sicherlich nicht. Ganz offensichtlich Falsches gibt es dafür reihenweise in den vergangenen achtzig Jahren. So viel kann ich verraten: Die Lösung, die Mona am Ende findet gefällt mir.

Sprachlich ist der Roman zuweilen etwas arg seicht. Die sich auftuenden Abgründe sind hingegen alles andere als seicht und bei mancher Wendung habe ich innerlich gezuckt vor Entsetzen, was Menschen tun. Das Buch, das mir als Rezensionsexemplar vom Penguin Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt wurde, ist spannend bis zur letzten Seite und ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher, die Ellen Sandberg hoffentlich veröffentlichen wird.

Nachtrag: Andrea vom Blog here I am macht in ihrem Beitrag Von Täuschungen und Erben Werbung für das gleiche Buch. Sie ist ebenso begeistert wie ich davon.

Im Blog von der Autorin bereits Die Vergessenen (Rezensionsexemplar) und Der Verrat (Rezensionsexemplar) vorgestellt. Alle drei Bücher habe ich in Windeseile verschlungen.

Ein Roman für alle, die sich Familiengeschichten und moralisch nicht einwandfrei lösbare Fragen interessieren.

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16 Gedanken zu „Lesetipp: Hast Du schon geerbt oder redet Ihr noch miteinander?

  1. Liebe Ines, auf die Autorin Ellen Sandberg bin ich durch deine letzten Beiträge aufmerksam geworden und ihr Buch „Der Verrat“ war absolut nach meinem Geschmack. Ein bisschen Familiengeschichte, ein bisschen Spannung, ein bisschen Heimlichkeit, dann nach und nach Aufdeckung der Geheimnisse – immer mal wieder die Perspektive von den verschiedenen Protagonisten. Dieses Buch hätte für mich gerne noch einige hundert Seiten mehr haben können. Daher war ich schon sehr gespannt auf die Rezension des neuen Buches von dir und ich denke, das wird wohl auch demnächst auf meinem Kindle landen. Danke für die Vorstellung.
    Hab einen wunderbaren Tag und alles Liebe

  2. Zum Glück ist klar, wer das ekommt, was ich nicht eh schon habe. Es hat Vorteile keine Geschwister zu haben. Alles hat 2 Seiten. Früher hätte ich gern welche gehabt. BG Sunny

    • Gut, wenn alles geregelt ist – in dem Fall auf natürliche Weise. Wegen Erbe habe ich mich noch nie gestritten, nur wegen anderer Anlässe.

  3. Liebe Ines,
    ja, das klingt spannend… 1938 lässt natürlich in eine bestimmte Richtung denken… Und dass am Ende eine Lösung gefunden wird, die dir gefällt, erscheint mir positiv, denn ein Buch, bei dem ich von einem unbefriedigenden Ende lese, beginne ich meistens gar nicht. Bloß das “arg seicht” schreckt mich jetzt ein bisserl ab…
    Herzliche Rostrosengrüße und Krauler an den Zausel,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/11/von-herbstastern-inspiriert.html

    • Lass Dich vom teilweise arg seichten Stil nicht abhalten, dadurch liest es sich schnell und es ändert nichts an der Tiefe des Themas. Die Formulierungen sind manchmal etwas kitschromanartig bei den zwischenmenschlichen Szenen, aber das liest sich weg.

  4. Die Leseprobe hat mich überzeugt, der Buchhändler meines Vertrauens hat das Buch vor Ort und somit wird es ein Weihnachtsgeschenk.
    Danke für den Tipp!

  5. Auf die beiden Fragen: Sowohl als auch. Das funktioniert nämlich doch. Sehr gut sogar :-)
    Das Buch klingt gut, aber ich muss wohl erst noch den Stapel im Regal abarbeiten…
    Liebe Grüße
    Fran

    • Sehr schön – umso besser!

      Mein Regal im Wohnzimmer ist quasi leer, seit ich nur noch E-Books kaufe und alle anderen aus dem Haus schaffe nach dem Lesen (Rezensionsexemplare spenden, selbst gekaufte gehen an Freunde auf die Reise ohne Rückkehr). Eigentlich kann das Regal da auch weg …

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