“Es ist keine Frage, was Du trägst, sondern wie Du es trägst!”

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Es ist keine Frage, was Du trägst, sondern wie Du es trägst

… konterte mein Mann, als ich vor einer Weile beim Betrachten seiner Jackenärmel zu erwähnen wagte, dass selbige es doch so langsam hinter sich hätte. Er war im Gegensatz zu mir vehement der Ansicht, dass die Jacke in dem Zustand absolut tragbar ist, wenn man das mit der entsprechend selbstverständlichen Haltung tut.

Immerhin hat die Jacke länger gehalten als die Ehe von Freunden, anlässlich deren Schließung auf einem Schiff sie 2013 spontan am vorherigen Anreisetag gekauft wurde, weil der Wind im August an der See doch kühler als erwartet pustete …

Was verrät einem die Jacke?

  • Mein Mann ist Rechtshänder, denn die rechte Seite ist immens zerfranster als die linke.
  • Der Besitzer trägt seine Sachen bis zum letzten Faden auf. Die Modemathematik geht dabei meistens auf, auch wenn die Einzelteile zuweilen recht hochpreisig sind, wie diese Jacke für drei Jahreszeiten.
  • Nicht auf dem Foto zu sehen: Jemand lässt seine Sachen reparieren, denn die vorderen aufgesetzten Taschen sind dreimal aus dem Stoff gerissen und von verschiedenen Schneiderinnen in jeweils anderen Techniken repariert worden. Bei der letzten hat es bis zum Ende gehalten. Sie hat den Stoff einer innen nicht genutzten Handytasche, die aus dem Außenstoff gefertigt war, zum Übernähen verwendet. Gute Idee! Derjenige investiert also auch in die Pflege seiner Sachen – solange seine Frau aka ich sich darum kümmert …

Gut eingetragen, stylish self-destroyed oder schlichtweg hinüber?

Es ist keine Frage, was Du trägst, sondern wie Du es trägst

Was ich in diesen Beitrag eigentlich mit Dir diskutieren möchte, ist die Frage, wann Du Kleidung als aufgetragen ansiehst. Heute kann man Jeans für extraviel Geld kaufen, die völlig kaputt sind, die man noch 15 Jahre vorher außer als Punk nicht in der Öffentlichkeit getragen hätte, wenn man sie selbst so zerschlissen hätte.

Gewöhnt sich das Auge an alles?

Ist diese Jacke aufgetragen, weil die Ärmelkanten kaputt sind? Weil sie beim Kauf heil war und nun an der Stelle zerstört ist? Mal ehrlich: Es gibt Jacken, die genau in diesem Zustand neu verkauft werden. Wann sind die dann hinüber? Wenn sie Farbflecken von der letzten Renovierung haben? Oder nicht mal dann, weil Jeans mit Farbflecken vor einigen Jahren auch schon mal trendy waren? Fleck- und Geruchsfrei ist die Jacke auf dem Foto, das ist nicht der Punkt.

In den Müll ging das gute Stück letztlich einige Wochen später wegen des Innenfutters. Es zerriss in einem Schwung und damit durfte die Jacke dann endlich den Weg alles Irdischen gehen.

Wie ist Deine Meinung dazu? Selbst zertragen ist wie frisch gekauft? War mal heil funktioniert nur heil? Hättest Du die Jacke in diesem Zustand noch getragen oder schon auf dem Weg dahin entsorgt?

24 Gedanken zu „“Es ist keine Frage, was Du trägst, sondern wie Du es trägst!”

  1. weißt du noch, dass ich bei einem treffen mal eine bluse trug, die am ärmel eingerissen war? ich habe sie noch, ich trage sie noch. nicht als „die geht noch unterm pullover“ sondern pur. warum auch nicht? es gibt nur wenige menschen, die es bemerken und noch weniger würden mich darauf ansprechen. 😉

    für mich hat dein mann recht, es kommt auf die haltung an.

    außerdem könnte man es heutzutage mit NACHHALTIGKEIT erklären.

    ich finde durchgeschubberte kanten überhaupt nicht tragisch. es ändert die funktion der jacke nicht und ist optisch für mich überhaupt nicht tragisch.

    löcher und risse akzeptiere ich leichter als flecken. bekleckerte kleidung finde ich schlimm, egal mit welcher attitüde sie getragen wird. also nicht, wenn im büro in der mittagspause rote beete auf die weiße bluse fliegt. dann ist das so und den tag kriege ich trotzdem rum. aber falls der fleck nicht raus geht, kommt die bluse weg.

    warum der unterschied zwischen löchern und flecken? ich habe keine ahnung 🤷🏼‍♀️.

    auf sylt probierte ich eine dsquared2 jeans für 650 € ( 50% reduzi) die war voller löcher, risse und flecken und mega cool. die kann man sicher mindestens 10 jahre lang tragen, die ist dann immernoch cool und modemathematisch korrekt. ich fragte mich nur, ob ich dann mit 69 noch cool genug bin 😎
    liebe grüße zum wochenende!

    • Das sehe ich genauso! Lieblingsteile trage ich, bis sie wirklich auseinanderfallen.:-) Auch Pullover mit Stopfstellen. Riesen, leicht abgewetzte Stellen, pff. Aber lumpig darf es nicht sein, das ist, ob neu “destroyed” gekauft oder abgetragen, oft nur ein kleiner Schritt! :-o
      Nur wenn man einen repräsentativen Temin hat, da schlägt bei mir alte Erziehung durch: Kind, zieh dich ORDENTLICH an! :-D Da geht dann nix mit Löchern.

    • @Anita
      „Nur wenn man einen repräsentativen Temin hat, da schlägt bei mir alte Erziehung durch: Kind, zieh dich ORDENTLICH an! :-D Da geht dann nix mit Löchern.“ Das unterschreibe ich sofort.

      Das Thema bei meinem Job ist, dass quasi jeder Moment meines Lebens ein repräsentativer Termin sein kann. Ich treffe nicht nur auf der Hunderunde und beim Sport in der Heide Kundinnen, sondern selbst im Urlaub auf Sylt und an der Ostsee sehe ich regelmäßig zufällig und „ohne Vorwarnung“ Kunden, weil Hamburger sich dort halt aus dem gleichen Grund wie ich gerne dort herumtreiben.

      Das eine sind die Menschen, die bereits Kunden von mir sind, bei denen ich einigermaßen in der Bild passen möchte, dass sie im vorherigen geschäftlichen Kontext bekommen haben. Das andere sind Kontakte zu potenziellen Neukunden. Bei jedem Kontakt mit Menschen kann es im Smalltalk dazu kommen, dass man gefragt wird, was man beruflich macht. Das passiert mir sogar, wenn ich am Marktstand anstehe und warte und der Verkäufer mit mir klönt.

      Wenn ich dabei dann zu schluffig aussehe – nach dem Motto „zum Sport geht das T-Shirt noch“ oder „für die eine Hunderunde geht die Jeans noch vor der Wäsche“, macht das einen schlechten Eindruck und nimmt mir etwas von meiner beruflich kompetenten Ausstrahlung. Und Du weißt ja, wie das mit ersten Eindruck ist … für den gibt es immer noch keine zweite Chance. Das ist ein Los, mit dem ich als selbstständige Imageberaterin zu leben habe. Deshalb habe ich mir abgewöhnt, angeschraddelte Sachen im Urlaub aufzutragen und mir halbwegs ordentliche Sportklamotten gekauft. Ich style mich deshalb nicht für die Hunderunde, bin aber dennoch geschminkt und bemühe mich, sauber und ordentlich dabei auszusehen. Und dazu gehört, dass ich eine Jacke im Zustand der meines Mannes auf dem Foto nirgends mehr tragen würde. Nicht mal bei der Gartenarbeit, denn dabei sehen mich die Nachbarn und auch die haben schon geschäftliche Anfragen gestellt.

      Menschen können nicht gut differenzieren zwischen privaten und beruflichen Situationen. Die meisten Menschen nehmen nur das Bild wahr, was sie vor Augen haben vor, und setzen es nicht in den Kontext. Und deshalb bin ich nirgendwo mehr eine vollständige Privatperson außer in meinen eigenen vier Wänden ohne Besuch.

    • @Bärbel
      Ja, an das Treffen, die weiße Bluse und das Gespräch dazu erinnere ich mich exakt. Es war, als wir uns 2017 im April mit Ela in Hamburg getroffen haben und Du Dich in mein Ringelkleid verguckt hast. In der Gegend habe ich übrigens ein neues schönes Café entdeckt, in das wir nächstes Mal gehen könnten.

      Findest Du es unhöflich, dass ich Dich darauf angesprochen habe? Die Aussage „Oh, Deine Bluse ist da am Ärmel kaputt!“ hat ja viele Anteile, die etwas über den Sender und Empfänger aussagen. Was ich mir bei der Aussage zum Beispiel gedacht habe, ist.
      – Ich sage Dir das, damit Du den Riss reparieren (lassen) kannst, bevor er nicht mehr reparabel ist und die Bluse dann wirklich zerstört wäre, denn ich weiß ja, dass Du Deine Sachen gerne lange trägst.
      – Du entscheiden kannst, ob Du absichtlich eine Bluse mit Riss (ich wusste ja nicht, dass es bereits Absicht ist) tragen möchtest zu einem Treffen mit Freundinnen (oder sie vielleicht eher nur noch zu Hause oder in NF im Garten tragen möchtest), bei dem Du Dich fotografieren lassen wirst.

      Ja, die Nachhaltigkeit ist ein schönes Argument. Die hat bei der Jacke von meinem Mann insofern auch gezählt, als dass sie bereits durch die Hände von drei Schneiderinnen (und meiner Notversorgung vorm Termin bei der Schneiderin beim einen Mal) gegangen ist.

      Der Unterschied zwischen Löchern und Flecken liegt für mich in der Hygiene. Nach der Wäsche ist ein Fleck sicher auch hygienisch einwandfrei, aber es nicht immer auf den ersten Blick zu sehen, ob ein Fleck frisch oder eingewaschen ist.

      Bei Löchern und Rissen macht es für mich auch noch einen Unterschied, wie sie repariert sind. Sind sie einfach nur mit ein paar offensichtlichen Stichen gesichert worden oder ist vielleicht auf beiden Seiten, wenn es spiegelbar ist auf dem Kleidungsstück, ein Patch aufgenäht worden, so dass es wie Absicht aussieht? Das kann meine Änderungsschneiderin bei Rissen in Jacken zum Beispiel super. Die sieht sofort, wie man das machen kann und wo sie aus dem Kleidungsstück den Stoff dafür abzwacken kann.

      Ob Du mit 69 noch cool genug bist für die Fetzenjeans? Wenn Du sie heute passend findest: Na klar! Ich glaube nicht, dass sich an Deiner inneren Haltung und äußerem Auftreten in den nächsten zehn Jahren grundlegend etwas ändern wird. Warum auch?

    • Danke , Ines , für die nachgelagerte Erläuterung. Deine Situation ist diesbezüglich tatsächlich ziemlich anders als meine, gut, das noch mal gezeigt zu bekommen!
      Ich kann jeden einzelnen Satz bei Dir verstehen.

      Und ich mache mir bewusst, den Satz: “Nur weil es bei mir so ist, muss es nicht bei anderen auch so sein.” innerlich mal wieder auf meine Tafel zu schreiben, in Großbuchstaben. ;-)
      Ich lerne hier so viel…
      Schönen Sonntagabend!

  2. Auf jeden Fall ein cooler Ausspruch Deines Mannes. Angesichts einer Stilberaterin als Frau, muss er sich da ja schon behaupten.
    Mein Mann und ich haben es nicht so mit destroyed…weder gewollt noch ungewollt. Für und bei uns sieht das oft eben einfach ungepflegt aus und leider nicht cool. Hat vielleicht was mit dem Alter zu tun. Und damit, dass das Leben schon genug an einem rumgezupft hat, so dass man gern bei der Kleidung heile Stücke hat.
    Ja, in Mode ist einiges an Psychologie und Philosophie reingepackt, wenn man etwas drüber nachsinnt…
    Schönes Wochenende wünscht Sieglinde!

    • Die Stilberaterin-Karte ziehe ich in krassen Fällen. Mein K.O.-Argument ist dann, dass er mein Repräsentanzobjekt in der Öffentlichkeit ist, wenn ich finde, dass etwas „gar nicht geht“. Aber keine Sorge, mein Mann kann sich behaupten.

      Mir geht es genauso wie Euch – destroyed sieht ungepflegt aus und nicht cool. Das Alter ist glaube ich weniger der Punkt, mehr die Persönlichkeit. Dass Ihr heile Stücke haben wollt, weil das Leben schon oft Kratzer und Scherben hatte, finde ich einen höchst interessanten Aspekt. So habe ich das noch nie betrachtet. Das passt tatsächlich aber auch zu meinem Mann und mir. Mir gibt korrekte Kleidung Halt und mein Mann ist bisher, bis auf ein paar gut verheilte Kratzer, unbeschadet durchs Leben gekommen. Das kann seine andere Haltung zu abgetragener Kleidung erklären.

      Der Punkt bringt mich aber noch auf einen anderen Gedanken. Die Einstellung dazu lässt sich typologisch abbilden. Ich bin auf Sicherheit, Klarheit und Korrektheit bedacht und kann schnell Entscheidungen treffen. Deshalb brauche ich korrekte (meint hier heile) Kleidung und kann schnell entscheiden, wenn sie für mich hinüber ist. Sozialere Typen denken mehr an die Nachhaltigkeit dabei und tragen die Sachen deshalb länger, Rostrose Traude zum Beispiel. Kreative, freigeistige, flexible Menschen wie mein Mann brauchen den Halt der Kleidung weniger und umgeben sich problemlos mit losen Fäden.

      Ich wünsche Dir ein ebenso schönes Wochenende!

  3. Hallo liebe Ines,
    ich finde, diese Haltung spricht sehr für deinen Mann. Erstens hat er die Jacke gemocht, zweitens ist er nachhaltig mit Ressourcen umgegangen, drittens ist er eine treue Seele. Letzteres ist mein Mann zwar auch, aber ich glaube, wenn die Ärmel so zerschlissen wären, hätte er sich von der Jacke getrennt, ziemlch sicher sogar schon früher. Er mag auch keine Destroyed Jeans und dergleichen. Bei uns bin eher ich diejenige, die solche Stücke (wenn ich sie so richtig, richtig gerne mag) durchaus noch trägt, teilweise eben auch mit dem Hintergedanken “destroyed is cool” ;-)
    Heute gibt’s in meinem Blog endlich mal wieder das Dreieckstuch (in neuer Kombination) zu sehen, das ich von dir habe. Ich freue mich schon auf die “andere” Lieferung ;-)
    Herzliche rostrosige Samstagabendgrüße an euch beide und natürlich Paulekrauler,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/11/freunde-kultur-genuss-in-wien.html

    • Er hat die Jacke geliebt und würde sie sofort nochmal kaufen, aber natürlich gibt es sie nicht mehr. Ich kann mir Edi auch nicht in verschlissenen Sachen vorstellen. Ich schätze ihn an der Stelle ähnlich korrekt ein wie mich – siehe meine Antwort bei dem Kommentar von Sieglinde.

      Schön, dass das Tuch mal wieder im Einsatz war. Es passt farblich einfach perfekt zu Dir. Der Poncho und die Stulpen sind noch nicht angekommen? Sie sind seit dem 13.11 unterwegs! Ich habe zwar die Sendungsnummer mit dem Einlieferungsbeleg, kann online aber keine Daten dazu sehen. Wenn das Paket nicht bald eintrifft, melde Dich bitte, damit ich einen Nachforschungsantrag stellen kann.

  4. Liebe Ines, eine interessante Aussage von deinem Mann und das zeigt auch, dass Kleidung nicht einfach nur ein Schutz ist, sondern dass dies sehr wohl auch etwas über die Menschen aussagt, egal ob bewusst oder unbewusst, ob gewollt oder ungewollt. Die entsprechende Haltung lässt das gleiche Kleidungsstück einfach ganz anders aussehen – wenn wir damit strahlend und selbstbewusst auftreten oder eingeknickt und schüchtern um uns blicken. Das trifft für mich auch besonders für gebrauchte Kleidung zu – wenn diese kleine Gebrauchsstellen aufweist, dann ist dies doch meist kein Problem. Flecken, abhängende Fäden oder ähnliches sind hingegen nicht notwendig. Gebraucht ja – ungepflegt nein.
    Übrigens, ein total schönes Bild von dir und Zausel in der Kopfzeile :-)
    Hab ein wunderbares Wochenende und alles Liebe

    • Kleidung ist niemals nur ein Stück Stoff, auch wenn es Menschen gibt, die ihre Bedeutung leugnen und ebenso Menschen, die Kleidung zu viel Bedeutung beimessen.

      Die Aussage über den Menschen finde ich dabei auch immens. Sie meine Antwort an Sieglinde – mir wurde da beim Tippen nochmal deutlicher, wie sehr der Umgang damit an unsere Persönlichkeit gekoppelt ist.

      Mir geht es wie Dir: Leichte Gebrauchsstellen finde ich völlig in Ordnung, aber abhängende Fäden, Risse und Flecken wirken ungepflegt.

      Schön, dass Dir der Headerwechsel aufgefallen ist. Der Bild ist aus dem Blogbeitrag vom letzten Jahr über das Jeanskleid. Mir war mal nach einem neuen Bild. Ich brauche mal wieder ein aktuelles Portraitfoto dafür, bis dahin bleibt erstmal das drin.

  5. Die “kleinen” Abnutzungen an den Ärmelkanten der Jacke finde ich nicht schlimm. Vermutlich ist es gar nicht stark aufgefallen beim Tragen. Wenn die Jacke jetzt sichtbare Risse und Löcher gehabt hätte, fände ich es schlimmer. Ich repariere schon mal Sachen, wenn sie kaputt sind. Total destroyed gibt es bei mir nicht, z. B. bei einer Jeans. Sie darf zwar ein bisschen “zerschrubbelt” sein, aber keine echten Löcher haben. Ich mag es nicht, wenn das nackte Beinfleisch rausguckt – weder gewollt noch ungewollt.

    Liebe Grüße Sabine

    • Das frage ich mich dann auch immer: Sehe nur ich das oder fällt das anderen Menschen auch auf, wie die Jacke da an der Kante aussieht? Die Jacke hatte Risse an der Tasche an der Hüfte, aber die sind unsichtbar repariert worden. Gut gemachte Reparaturen stören mich bei Kleidung zum Beispiel gar nicht. Das hat für mich dann auch mit Wertschätzung der Ressource gegenüber zu tun.

      Echte Löcher gibt es bei mir Jeans auch nicht. Lustig, mit dem Fleisch geht es mir wie Dir: Das sieht für mich unschön aus, wenn das herausguckt und fühlt sich auch an meinem Körper nicht gut an. Und das hat nichts mit Prüderie zu tun, sondern einfach mit der Haptik und Optik.

  6. *hüstel* Doch, ich hatte mal eine Lederjacke, die sah an den Ärmeln genauso aus wie die Jacke deines Mannes. Ich habe sie weiterhin getragen, weil ich sie unglaublich geliebt habe. Als dann irgendwann ein Riss an der Vorderseite prangte, durfte sie gehen. Das war dann doch zu viel.
    Ich finde, dein Mann hat Recht. Es gibt Menschen, die würden mit solchen Ärmeln schlampig aussehen. Und es gibt Menschen, bei denen ist das völlig ok. Kommt halt auf die Haltung an.
    Liebe Grüße
    Fran

    • Tücher habe ich schon so zertragen, bis sie mir quasi vom Hals gefallen sind. Deshalb kann ich das ein bisschen verstehen. Die Frage ist halt immer: Wo ist die Grenze? Und dann ist ja noch das Thema, ob es die eigene Grenze ist oder man jemand anderem seinen Willen damit aufzwingen möchte.

      Ich entsorge zum Beispiel niemals Kleidung außer Unterwäsche von meinem Mann, ohne ihn vorher zu fragen oder ihn über die Absicht in Kenntnis zu setzen. Er kann immer ein Veto einlegen. Ich möchte ja auch nicht, dass meine Sachen hier aus dem Haus verschwinden, nur weil ihm davon vielleicht nicht passt.

  7. Liebe Ines, oh ja Dein Mann hat recht :) Die Attitüde machts.
    Ich kann verstehen dass die Jacke jetzt entsorgt wurde, wenn auch noch das Futter kaputt geht. Ansonsten finde ich diesen used Look auch trendy .)
    Allerdings habe ich meine letzte Winterjacke wegen solcher Ärmel entsorgt, denn ich habe noch keine dicke Jacke mit solchen used Looks gesehen.
    Ich werde meine Lieblingsjeans jetzt wohl reparieren oder reparieren lassen, weil ich mich nicht trennen möchte. Sie ist zwischen den Beinen durchgescheuert leider.
    Ich wünsche einen schönen Sonntag, liebe Grüße Tina

    • Kannst Du dir vorstellen, wie sehr ich innerlich gefeiert habe, als endlich das Futter innen zerrissen ist? Ich schwöre, ich hatte da meine Finger nicht dran!

      Jeans zwischen den Beinen kann man doch gut reparieren lassen. Das würde ich machen lassen, wenn Du sie gerne magst. Ansonsten schau auch mal bei Bärbel im Blog. Sie hat vor einigen Jahren ein Unternehmen vorgestellt, dass sich auf das Zusammenflicken bzw. Umstylen alter Jeans spezialisiert hat. Was die aus ihrer damals gemacht habe, war großartig.

      Ich wünsche Dir auch einen schönen Sonntag!

  8. Ich haben es nicht so mit destroyed und denke, dass jede Nachhaltigkeit eine Grenze hat. Ich trage alte Kleider so lange sie perfekt sind und mir passen (klar), sonst werden sie gespendet oder weggeworfen. Trotzdem finde ich das Zitat deines Mannes sehr interessant – “Es ist keine Frage, was Du trägst, sondern wie Du es trägst!”. Er hat recht! Eine zerrissene Hose an einer armen Person wird nicht „destroyed“ genannt und ist die Hose auch nicht „cool“! :(
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • “Eine zerrissene Hose an einer armen Person wird nicht „destroyed“ genannt und ist die Hose auch nicht „cool“! :(” finde ich ganz entscheidende Worte von Dir zu dem Thema.

      Warum gilt der, der sich teure Klamotten leisten kann, in zerschrabbelten Sachen als cool (auch wenn ich die Jacke kaputt und nicht cool fand) und der, der sich keine neuen Sachen leisten kann, als abgerissen? Das ist so falsch in unserer Gesellschaft.

      Mein Mann trägt keine Statussymbole und keine Labelklamotten. Dennoch ist es genau diese Ausstrahlung von “natürlich könnte ich mir sofort eine neue Jacke kaufen”, die ihn diese kaputte hat so entspannt tragen lassen.

  9. Hm, also vermutlich hätte ich meinem Mann schonend beigebracht, dass die Jacke es überstanden hat. Wobei ich mich daran erinnere, dass ich bei einem Lieblingsblazer von mir sogar von der Schneiderin mal das Futter habe austauschen lassen als es zerschlissen war. Aber das dürfte jetzt 15 Jahre her sein und inzwischen hat mich der Blazer wirklich verlassen. Die Lieblingsjacke meines Mannes hat in der Zwischenzeit abgestoßene Ärmelkanten. Da hat er mich um Hilfe gebeten, damit die Jacke nicht weg muss. Ich habe dann die Ärmelkanten mit einem passenden Stoff verblendet. Allerdings ist es mir doch nicht so gut gelungen, da darf jetzt doch die Schneiderin ran. LG Caro

    • Bei den meisten anderen Sachen setze ich mich beim schonend beibringen durch, aber bei dieser Jacke habe ich lange auf Granit gebissen.

      Ich drücke die Daumen für die erfolgreiche Reparatur der Jacke Deines Mannes!

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