Nachhaltigkeit bei Kleidung: Was bedeutet das?

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Ines Meyrose – Outfit Juni 2020 –mit einem Jeanskleid aus Bio-Denim von hessnatur – Ü40 Bloggerin - Portrait

Zuerst einmal möchte ich voranstellen, dass ich im Punkt Nachhaltigkeit kein Vorbild bin und es mir in diesem Beitrag nicht darum geht, irgendjemanden zu bekehren. Ich versuche zwar, nur Dinge zu haben, die ich verwende, aber ich könnte sie länger verwenden, wenn ich weniger Wert auf den optischen Zustand legen würde, und könnte mit noch weniger Dingen auskommen.

Muenzen

Dennoch versuche ich, meinen Konsum im Rahmen zu halten, schon aus finanziellen Gründen, weil mein Budget – wie das von jedem – begrenzt ist und strebe beim Kauf grundsätzlich eine lange Verwendungszeit an – schon aus egoistischen Gründen, weil die Kosten pro Verwendung dann möglichst gering sind. Mit diesem Beitrag strebe ich ein Gespräch an, wie Du als Leserin das Thema angehst, und versuche, positive Impulse dazu zu sammeln.

Was heißt Nachhaltigkeit?

Mit dem Wort wird seit Jahren vielfach um sich geworfen. Aber was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich? Auf Wikipedia steht dazu

“Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll.”

Wann ist Kleidung nachhaltig?

Kleidung ist für mich nachhaltig, wenn sie aus schnell nachwachsenden Materialien besteht, die mit wenig Wasser und Chemie in der Produktion auskommen, und geringe Transportwege anfallen – und sei es nur für die daraus gefertigte Kleidung. Dazu gehört, dass die Menschen in der Produktion der Kleidung würdige Produktionsbedingungen haben, wobei der Begriff würdig je nach Region sehr unterschiedlich empfunden wird. Ich sage:

“Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, für das kein neues produziert wird.”

Denn das beste Material und Fertigung nützt aber rein gar nichts, wenn die Kleidung nach fünfmal Tragen wieder ablegt wird – wo auch immer. Und jetzt kommen wir zu einem Problem, vor das mich ökologisch nachhaltig gefertigte Kleidung leider bereits zu oft gestellt hat: Sie bleibt leider immer noch in zu vielen Fällen nicht lange schön.

Nicht lange schön bedeutet für mich, dass mit jeder Wäsche die Farben verblassen und die Kleidungsstücke kürzer oder enger werden. Spätestens in der zweiten Saison nervt mich das so, dass ich die Sachen dann entweder ins Sozialkaufhaus oder die Altkleiderverwertung gebe, was einen Neukauf zur Folge hat und das Spiel beginnt von vorne. Mit Wollsachen hatte ich bisher keine Probleme, aber mit Leinen, Baumwolle, Viskose, Lyocell – also mit Rohstoffen, aus denen primär sommerliche Kleidungsstücke, Sweater und Shirts gefertigt werden.

Nun könnte man sagen: Wasche Deine Sachen doch einfach weniger. Nein, das ist keine Lösung für mich. Wenn ich an einem Tag mit über 20 Grad ein Kleid oder Shirt einen ganzen Tag getragen habe, gehört das bei mir in die Wäsche. Es ist einmal durchgeschwitzt, das möchte ich nicht noch einmal anziehen. Wobei ich mich bei der Wäsche an die Herstellervorgaben halte, was in den meisten Fällen eine Wäsche in der Maschine bei 30 Grad im Feinwaschprogramm mit Colorwaschmittel bedeutet.

Wo kauft man nachhaltige Mode am besten?

In den letzten 15 Jahren habe ich einige Bekleidungsstücke erworben, die als Organic verkauft wurden. Zwei billige Batisttuniken (15 Euro das Stück) aus der ersten Conscious-Kollection von H&M 2007 haben jahrelang tadellos gehalten und weder Form noch Farbe eingebüßt. Bei den beiden gingen die Mode- und Nachhaltigkeitsmathematik perfekt auf. Nun bin ich aber ansonsten kein Fan von H&M und habe dort und in den dazu gehörenden anderen Läden seit drei Jahren nichts gekauft, weil ich bei dem Konzern andere Sachen für nicht unterstützenswert halte, und möchte das im Grunde beibehalten.

Stilberatung: 10 Gründe für dieses nachhaltige Sommerkleid von thought clothing - kombiniert mit Tuch von Fraas - Ines Meyrose Juni 2017

Alternativ habe ich zwei Kleider einer Ökomarke in einem inhabergeführten Geschäft in Hamburg gekauft – also alles ganz PC, eins 2017 und eins 2018. Das gestreifte Kleid wurde mit jeder Wäsche enger und ist 2019 im Sozialkaufhaus gelandet, das grüne Blumenkleid verliert mit jeder Wäsche mehr die Farbe und wird mich in Kürze verlassen, weil ich es einfach nicht mag, so verblichen durch die Gegend zu laufen.

Ines Meyrose im nachhaltigen Sommerkleid von thought im flower check mit Bauchtasche Charlotte in Scotch orange von Volker Lang

Bei gleichem Gewicht meinerseits konnte ich in dem einem Kleid nicht mehr tief durchatmen, in dem anderen fühle ich mich wie in Lumpen. Einfärben ist bei dem grünen Kleid keine Option, weil es von dem Muster lebt. Ein Sweatshirt derselben Marke wurde mit jeder Wäsche kürzer – im Körper und an den Ärmeln. Das war auch nicht lange bei mir.

Ines Meyrose – Sommeroutfit 2019 – Kaftankleid in dunkelbraun bedruckt – Ü40 Bloggerin mit Hund Paul

Das braune Kaftankleid aus 100 % Viskose, nicht bio, aber von einem Hersteller, der insgesamt besonderen Wert auf Langlebigkeit bei Kleidung legt, aus dem Sommer 2019 wird mit jeder Wäsche heller und leider auch kürzer. Gestern hatte ich es an und war überrascht, wie kurz es geworden ist. Meine Knie schauen jetzt im Stehen mehr als deutlich heraus. Ein Blick auf die Fotos vom ersten Mal Tragen an der Elbe bestätigt, dass das Kleid deutlich an Länge eingebüßt hat, egal welchen BH ich trage oder wie ich mich hinstelle. Mein Gewicht ist unverändert, ich fülle es also auch nicht mehr aus als 2019.

Ich habe meinen Mann nach seinem Eindruck zu der Länge gefragt und der sagte nur: “Ist mir auch schon aufgefallen, dass das kürzer geworden ist.” Wir sind uns einig, dass es jetzt wie eine zu lange Tunika anstatt wie ein Kleid aussieht und die Proportionen nicht mehr stimmen. Kürzen ist als Alternative ist keine Lösung, weil es für eine Tunika viel zu weit für mich ist. Dafür bleibt es beim Tragen glatt, nur die Abschlusskanten wollen gebügelt werden und man sieht keinerlei Schweißflecke. Ist ja auch schon mal was … das Kleid wird mir dank seiner Nachteile aber nicht mehr lange Freude machen. Es könnte mein Sommer-Frühstückskleid für zu Hause werden, quasi ein Nachthemd. Oder bin ich zu anspruchsvoll, wenn ich erwarte, das ein Kleid bei häufigem Tragen länger als einen Sommer hält?

Kann konventionelle Mode nachhaltiger sein als nachhaltig produzierte?

Meine Ringelshirts von Armor Lux aus konventioneller Baumwolle – inzwischen gibt es auch dort welche aus Bio-Baumwolle, die habe ich aber noch nicht – halten mehrere Jahre und werden in derselben Ladung gewaschen wie die Kleider. Es kann also nicht nur an der Häufigkeit des Waschens, der Maschine und dem Waschmittel liegen, wenn einige Dinge einigermaßen im Ursprungszustand bleiben und andere nicht.

Ines Meyrose #ootd 20150909 mit Marinelook - rock und Shirt Armor Lux

Das langärmlige Ringelshirt auf dem Foto hat nach fünf Jahren gerade kleine Löcher unter den Armen bekommen, ein sechs Jahre altes verliert langsam die Spannkraft. Mit dieser Haltbarkeit kann ich echt gut leben! Mein Ringelkleid von Armor Lux habe ich drei Sommer lang meistens zweimal pro Woche getragen, das darf jetzt Gebrauchsspuren haben.

Ines-Meyrose - Outfit-Ü40 Bloggerin im Frühjahr 2019 mit Hemdblusenkleid Anastasia-in der Trendfarbe Gelb mit Sternenmuster von Boden - mit-Hund-Paul

Mein gelbes Kleid von Boden hatte ich im letzten Jahr genauso oft an wie das braune Kaftankleid. Das gelbe sieht in der Stoffoberfläche, Farbe und Größe aus wie neu und braucht auch kaum gebügelt zu werden. Nur ist es aus konventioneller Baumwolle und gilt damit als weniger nachhaltig. Weil es aber deutlich öfter bis zu seinem Tod getragen werden wird, ist es meiner Ansicht nach am Ende nachhaltiger als alle Organic Clothings dieser Welt, die nur kurzlebig sind.

Ines Meyrose Outfit 20180913 mit Pullover von GOSCHE – Ribbed Sleeve – aus 70% Wolle und 30 % Cashmere in dunkelgrün – Jeansbermuda Raya Herrlicher – auf Sylt am Strand von Wenningstedt an einer Buhne

Noch ein positives Beispiel aus der Welt nachhaltig produzierter Jeans: Mein Bermuda aus der Manufaktur Herrlicher. Der war hochpreisig – also 99 Euro für einen Jeansbermuda finde ich echt viel Geld  – aber es war 2015 der einzige, der in x Läden passte. Ich trage ihn im sechsten Sommer – fast immer, wenn ich privat kein Kleid trage. Der trägt sich selbst bei 30 Grad gut und sitzt wie eine eins. Pro Tragen ist der vermutlich mein günstigstes Kleidungsstück. Es geht also, Nachhaltigkeit und Langlebigkeit zu vereinen.

Ines Meyrose – Outfit Juni 2020 –mit einem Jeanskleid aus Bio-Denim von hessnatur – Ü40 Bloggerin

Gespannt bin ich, wie sich das Jeanskleid aus Bio-Denim von hessnatur aus diesem Jahr macht. Ich hoffe, dass ich damit auch im nächsten Jahr noch so zufrieden bin, wie mit dem leichten Merinowollpullover, den ich im Herbst gekauft habe. Mein Ziel ist, möglichst saubere Sachen zu kaufen, aber nur mit der Prämisse, dass sie lange halten.

Bisher kaufe ich lieber mehrheitlich konventionelle Ware mit erfahrungsgemäß langer Haltbarkeit, als Ökoware mit leider oft kurzer Lebenszeit. Noch lieber wäre es mir aber, die Ökosachen würden ebenso länger schön bleiben, damit ich auf diese vermehrt umschwenken mag. Also liebe Hersteller von nachhaltiger Mode: Bitte bietet haltbare Ware zum Kauf an!

In den Kommentaren freue ich mich auf Deine grundsätzliche Sicht auf das Thema, aber auch über positive Tipps zu nachhaltig produzierenden Marken, die schicke Sachen herstellen, die lange halten – gerade für den Sommer. Danke!


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38 Gedanken zu „Nachhaltigkeit bei Kleidung: Was bedeutet das?

  1. Hallo Ines,
    “das nachhaltigste Kleidungsstück ist eins, für da kein neues produziert werden muss”. So sehe ich das auch. Das nachhaltigste wird gar nicht erst produziert.

    Ich habe noch Sachen im Kleiderschrank, die älter als zwanzig Jahre sind, z.B. eine Bermuda/Hosenrock. Die habe ich letztens wieder getragen, musste allerdings den Knof doch ziemlich versetzen. Zuerst konnte ich die Textilzusammensetzung nicht lesen. Habe sie an einem sehr warmen Tag getragen und fand sie sehr angenehm. Zusammensetzung: 55% Leinen, 45 % Baumwolle.
    Ich mag die natürlichen Materialien viel liebe, können auch gern oder sollen aus öko-Anbau kommen, aber dann mit längerer Haltbarkeit.

    Jeansbermuda:
    Früher habe ich aus Jeans, die zu kurz wurden, mir einfach die Hosenbeine auf Knielänge gekürzt und ich hatte ein Jeansshorts. So mache ich das heute noch. Viel Geld für eine Shorts auszugeben, dann bin ich lieber mit eigenen Ressourcen nachhaltig. ;-)

    Das ist schade, dass du dich von deinem Musterkleid trennen willst. Ich kann mich an Fotos erinnern, da waren die Farben deutlich kräftiger. Es geht schon in Richtung verblichene Farben.

    Liebe Grüße
    Claudia

    Claudia

    • Bewundernswert, dass Du in Deine Sachen von vor 20 Jahren noch reinpasst. Wobei ich in meine inzwischen auch wieder reinpassen würde. Ich bin mir aber, außer bei zwei Bermudas, die ich gerne zurück hätte, sicher, dass ich sie nicht mehr tragen würde, weil mir die Schnitte nicht mehr gefallen würden. Die Kombination aus Schnitt, Farben und Material ist dann doch fürs heutige Auge meistens anders. Aber es gibt Sachen, die trotzdem immer noch funktionieren, da stimme ich Dir völlig zu.

      Wenn ich eine Jeans über habe, die ab den Knien nicht mehr gut ist, aber oben noch gut sitzt, schneide ich die auch ab. Das ging 2015 leider nicht, als ich den Jeansbermuda gekauft habe, weil ich meinen Umfang um 15 cm verringert hatte und aus allen Sachen herausgefallen war. In so viel zu groß sieht eine Jeans auch als Shorts nicht aus, auch Shorts an sich gerne lockerer fallen dürfen. Heute würde mir der Jeansbermuda (31) auch kleiner (29) passen, aber er fällt noch im Rahmen locker, so dass ich ihn immer noch oft trage. Das geht als gemütliche Passform durch.

  2. Guten Morgen Ines, oh ja das Problem kenne ich. Ich habe mein Shirt, welches nicht günstig war, aus Biobaumwolle in Deutschland gefertigt von Manomama gerade 2 xgetragen, dann sah es unmöglich aus. Die Form war dahin und es hatte Knötchen beim Stoff. Das tat mir echt leid. 20 Euro pro Tragen ist viel Geld! Da geht die Nachhaltigkeit tatsächlich nicht auf.
    Ich schaue immer bei Klara die ihr Label Süperb hat ob sie etwas für mich in ihrer Kollektion hat. Mein Streifenkleid war die letzte anschaffung dort und das kam schon 3 x aus der Wäsche, unverändert. Länge, Material wie zuvor. Kennst Du ihren Laden? Ist in HH aber gibts erst ab Gr.40.
    Das ist für mich wirklich unterstützenswert was sie macht und nein ich hatte keine Kooperation mit ihr.
    Ansonsten ist das echt ein Dilemma. Ich mag nämlich auch keine Sachen tragen die total ausgewaschen oder zu kurz sind.Da verstehe ich Dich völlig. Das kannst Du schon aus beruflichen Gründen nicht, im ausgeblichenen Kleid rumlaufen.
    Wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina

    • Schade, dass ausgerechnet Manomama kein gutes Beispiel bei Dir ist. 20 Euro pro Tragen für ein Shirt ist eindeutig viel zu viel. Ich kannte bisher keinen, der etwas von dort hat. Mich hat bisher immer von einer Bestellung abgeraten, dass die Retourenkosten vom Besteller zu tragen waren (aktuelle finde ich dazu gar nichts auf der Webseite, was auch nicht gut ist) und auf die Größentabelle verwiesen wird, um Retouren zu vermeiden. Das Problem mit Größentabellen ist aber, dass ich demnach meistens viel zu große Sachen bestellen würde. Wie das hier ist, weiß ich nicht. Ich sollte bei Jeans eine 31 wegen der Hüfte bestellen, beim Oberschenkel sogar eine 33, habe aber nur 29er Jeans im Schrank, die passen. Außerdem sind die Innenbeinlängen zu kurz bis Größe 32. Was am Ende dazu führt, dass ich dort nichts bestellen werden, obwohl ich die Idee dahinter großartig finde.

      Bei Süberp habe ich gerade in den Onlineshop geschaut, das Nachtschattenkleid finde ich sehr schön. Die Modelle sind für große Größe konzipiert, was ich wunderbar finde, dass sie dafür tolle Kleider und andere Sachen macht, aber dafür bin ich nicht mehr „rund“ genug. Ich passe ich in die Maßtabelle gar nicht rein. Die Designerin merke ich mir aber dennoch gerne für entsprechende Kundinnen.

    • Oh ja das Kleid Nachtschatten finde ich auch toll.Ich bin mir nur unsicher ob der Schnitt nicht noch mehr Oberweite macht.
      Ich mag Rücksendungen nämlich auch gern vermeiden.
      Manomama produziert Denim selbst, das ist tatsächlich verlockend. Aber gerade Hosen sind schwierig im Onlinekauf. Da habe ich meistens Rücksendungen. Deshalb verstehe ich Deine Bedenken.
      Liebe Grüße Tina

    • Hosen bestelle ich online auch nur, wenn ich die Marke kenne und weiß, wie sie ausfallen. Sonst würde das Retourenberge geben, die ich auch vermeide.

  3. Liebe Ines, vielen Dank für das Thema. Ich denke auch schon lange darüber nach und ich sehe das wie Du. Die Sachen sollten ökologisch und fair produziert sein und lange halten. Alles zusammen ist aber schwer zu haben. Dann wahrscheinlich auch sehr teuer. Wer will und kann sich das leisten? Da stimmt etwas noch nicht. Am besten gelingt mir die Modemathematik bei Jeans und Blusen. Die halten lange und sehen dann immer noch gut aus. Shirts sind mein größtes Problem, die brauche ich aber, weil ich im Urlaub und in der Freizeit nicht nur Blusen tragen möchte. Ich möchte sie nicht aus Plaste haben, schwitzen und Hautgefühl. Gestern habe ich versucht, ein Baumwollshirt zu bekommen. Eins habe ich in einem großen Geschäft in meiner Größe gefunden. Der Schnitt und die Farbe waren ok, für den Sommer hätte es noch etwas dünner sein können. Nach ökologisch und fair habe ich dann gar nicht mehr gefragt. Sehr viele Jahre habe ich ein Shirt von Greencotton getragen. Aber da gefällt mir im Moment nichts. Genau so schwierig , wenn nicht noch mehr, sind Kleider. Farbe, Schnitt, Material, irgendwas ist immer. Also wenn jemand da etwas weiß. Ich bin dabei. Bin bereit auch etwas mehr zu zahlen. Aber meiner Erfahrung nach ist auch der Preis kein Garant für Qualität. Ich hatte auch schon teure Shirts, die nach dem 2. Waschen wie Lappen aussahen. Außerdem habe ich unter Angst, dass ich die bekleckere oder hängenbleibe und dann bleiben sie in bestimmten Situationen im Schrank. Liebe Grüße Greta

    • „Wer will und kann sich das leisten?“ Ich denke, dass sich die meisten Menschen in Deutschland teurere Sachen leisten könnten, als sie es machen, wenn sie weniger Dinge kaufen würden. Am Ende zählen die Kosten pro Tragen und wenn etwas lange schön hält, ist es pro Tragen billiger als ein Teil für wenige Euro, das gleich auseinanderfliegt oder die Form verliert. Wobei man das ja reklamieren kann, wenn es innerhalb von 6 Monaten nach dem Kauf passiert. Reklamieren kann man auch später, nur dann muss man nachweisen, dass der Fehler beim Hersteller liegt.

      Ich reklamiere gerade 1,5 Jahre nach dem Kauf eine leichte Daunenjacke, bei der sich bei der Wäsche die Naht unten am Saum an einer Stelle gelöst hat, so dass die Daunenkammer jetzt leer ist … das war eine Sauerei im Trockner … und bei dem Blick auf die Naht sieht man, dass der Hersteller das Wort Nahtzugabe etwas arg geizig ausgelegt hat. Ich warte noch auf die Antwort, eingeschickt an den Hersteller ist es. Wenn teure Shirts nach dem zweiten Waschen wie Lappen aussehen, reklamiere die bitte in jedem Fall, damit sollte kein Hersteller durchkommen.

      Wenn Farbe, Schnitt, Material und Verarbeitung stimmen, frage ich auch weder nach dem Produktionsland noch nach sonstigen fairen Kriterien. Dann kaufe ich das und hoffe, dass es möglichst lange hält.

      Ich stimme Dir zu, dass ein hoher Preis kein Garant für hohe Qualität ist. Es gibt teure Sachen, die nichts taugen, und billige Sachen, die ewig halten. Wenn man sich die Sachen vorm Kauf anschaut, hat man aber meistens eine ganz gute Chance, das realistisch einzuschätzen. Dazu habe ich 2018 den Beitrag https://www.meyrose.de/2018/01/12/qualitaetsmerkmale-guter-kleidung/ geschrieben. Und wenn sie nichts taugen: reklamieren … oder daraus lernen und von der Firma oder aus dem Stoff – wie bei meinem Kleid https://www.meyrose.de/2020/06/23/ein-blusenkleid-mit-vor-und-nachteilen/ nichts wieder kaufen …

  4. Oh. Ich glaube ich habe kein einziges nachhaltiges Kleidungsstück, außer vlt aus einer grünen Linie von c&a oder h&m. Daher kenne ich mich da nicht aus.
    Ist ein sehr interessanter Beitrag und Erfahrungsbericht, sehr ehrlich, danke! Auch fürs Bewusstmachen dieses Themas!

    Mein Klimabeitrag besteht darin, meine Sachen ewig zu tragen, oft secondhand zu kaufen, oder umzunähen (oder zur Schneiderin bringen und Ärmel-Löcher weiter zu machen oder eine Borte an den Saum, wenn es zu kurz ist). Früher habe ich auch oft ein- oder umgefärbt, zum Farbe auffrischen , oder habe neue MischFarben erschaffen, da kamen unvorhergesehene Kombinationen heraus.:-)

    Jetzt wo ich älter werde, und mir nicht mehr alles steht, achte ich mehr auf Farbe und Form; verblasste Muster oder Lumpigkeit dulde ich nicht.
    Die Qualität ist heutzutage leider sehr unterschiedlich. T-Shirt zum Beispiel waren früher besser geschnitten und hielten gefühlt ewig. Mit c&a bin ich komischerweise immer noch zufrieden.
    Aus französischenen oder skandinavischen Katalogen, oder Shops wie 123 Paris und jackpot, habe ich einige schöne sehr haltbare Teile, im Sale ergattert. An denen erfreue ich mich.
    Ich kaufe lieber günstiger, aber nicht billig, weil ich es nicht einsehe, viel Geld auszugeben, und mich dann ärgere,wenn es auch durch Bügeln nicht mehr glatt wird, oder einläuft, das erlebe ich immer mal, obwohl ich nach Vorschrift wasche. Wasche jetzt Feinwäsche immer mit wollwaschmittel, das scheint etwas besser zu funktionieren.

    • Kennst Du meine jährliche Blogreihe https://www.meyrose.de/category/gute-kaeufe-schlechte-kaeufe/ ? Da werfe ich immer einen Blick auf meine Anschaffungen des Jahres. Interessant ist, dass ich da im Nachhinein das grüne Blumenkleid (2018), das gestreifte Kleid (2017) und das khakifarbene Blusenkleid (2019) – alle als wieder haben wollen eingestuft damals – bestenfalls als Fragezeichenkäufe einstufen dürfte. Als Fehlkäufe würde ich sie nicht bezeichnen, weil ich sie trage und sie – zu bestimmten Anlässen oder für einen gewissen Zeitraum – gut aussehen. Aber aus heutiger Sicht würde ich sie nicht wieder kaufen, weil sie einfach ihre Tücken haben.

      Manchmal reicht eben nicht ein Sommer aus, um das vollständig zu bewerten, sondern man merkt es im zweiten, dass sich das Teil auf Dauer doch verändert. Weil ich 2019 eine große Kleiderauswahl hatte, wurden die einzelnen nicht so viel getragen. Die Tücken sind wirklich die Sommersachen, die aufgrund der Wärme oft gewaschen werden … bei allen anderen Sachen bin ich mit meiner Quote an guten Käufen mehr als zufrieden. Vielleicht sollte ich einfach nur noch Sommerkleider von Boden und Lands’s End kaufen – beides nicht öko, aber beides unglaublich gut haltbar.

      Änderungen habe ich auch schon oft machen lassen, eher durch Kürzen auf Tunika als durch Verlängern mit Borten, aber auch das kam schon vor. Dunkle Jeans und dunkelbraune Leinen- oder Baumwollsachen habe ich auch schon oft nachgefärbt, das klappt super. Die Farbüberraschungen kenne ich auch – eine gelbe Bluse wurde oliv anstatt braun – auch gut.

      Bei 123 Paris habe ich noch nie bestellt, finde die Sachen im Katalog aber schön. Da schaue ich gerne mal näher hin. Mit Jackpot habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen. Meine Lieblingsmarken, mit deren Qualität ich glücklich bin, sind Armor Lux (Shirts, Kleider), Boden (Kleider), camel active (Jacken und Westen), Lands End (Jeans, Shirts und Jacken und es gibt eine Art lebenslanger Garantie, die diskussionslos funktioniert).

      Teilweise wasche ich Feinwäsche auch mit Wollwaschmittel (Amytis von Speick). Leider hat mir der Waschmaschinentechniker davon abgeraten, dass ausschließlich zu verwenden, weil das zu schleimigen Ablagerungen in der Maschinen führen kann, weil Tenside fehlen. Die Ablagerungen finden sich dann in grauen Schlieren auf der Wäsche wieder – das ist mir schon mehrfach passiert. Deshalb verwende ich meistens konventionelles Waschmittel, aber nehme das Amytis zwischendrin immer mal.

      Dass die Qualität bei T-Shirts insgesamt schlechter geworden ist, nehme ich nicht so wahr. Jersey ist einfach ein schwieriges Material. Ich sollte von c&a vielleicht mal eins zum Test kaufen, denn ich habe schon von mehreren Frauen gehört, dass sie damit zufrieden sind. Auch gute Jeans gibt es dort, da hatte ich mal eine von. Im Laden finde ich den Geruch schrecklich, da mag ich nicht einkaufen – aber es gibt es ja zum Glück alternativ einen Onlineshop.

    • Ja, Boden und Land’s end kenne ich auch, mit sehr guter Qualität! Und Passform die Erwachsene.:-)
      Das mit dem Wollwaschmittel wusste ich nicht, ist mir noch nicht aufgefallen, vlt..weil’s ne sehr alte Maschine ist, aber ich passe mal diesbezüglich auf!
      Was man hier so alles lernt.;-)

    • Alte Maschinen verwenden mehr Wasser und spülen damit die Leitungen besser durch, außerdem erhitzen sie länger und nicht nur kurz wie energieeffizientere neue Maschinen. Daher kann das gut sein, dass bei Deiner Maschine das Problem nicht oder später auftaucht. Wenn es auftaucht, ist es aber blöd, weil die Flecken aus Weiß nicht unbedingt wieder raus gehen. So viel zum Thema moderne Geräte und umweltfreundlichem Waschen …

  5. Liebe Ines, danke für die Tipps. Beim Reklamieren werde ich noch konsequenter sein. Darauf bin ich noch gar nicht so gekommen. Aber ich habe in dieser Woche eine schöne Erfahrung gemacht. Ich habe mir Anfang Mai zwei Sommerblusen meiner Lieblingsmarke gekauft, hatte sie noch nicht an, weil es mir nicht warm genug war, aber weiter abgenommen. Jetzt waren sie zu groß. Ich konnte sie problemlos eine Nummer kleiner tauschen und habe nun zwei wirklich passende Blusen. Liebe Grüße Greta

  6. Eher zweites, aber die Etiketten waren auch noch dran und nie getragen, nur zu Hause noch mal probiert. Ich war sehr glücklich darüber. Denn sonst wären die Alternativen Schneiderin oder weg geben gewesen. Über beides hätte ich mich geärgert.

  7. Nachhaltigkeit ist für mich ein wichtiges Thema. Allerdings kaufe ich meistens eher Bekleidung aus konventioneller Herstellung, die ich dann wirklich lange trage. Ich hatte gerade wieder eine Chino an, die ich nun schon neun Jahre trage. Dies ist hell, deswegen kommt sie nur in der wärmeren Jahreszeit zum Einsatz und ist immer noch vorzeigbar. In meiner “Hamburger Zeit” habe ich viel in Secondhand-Geschäften gekauft, das mache ich hier kaum. Das liegt aber eher am Angebot von Secondhand-Läden. Es ist wirklich schade, dass Du schlechte Erfahrungen mit Natur-Sommermode hast. Wie sieht es bei Schuhen bei Dir aus? Kaufst Du Schuhe eher aus konventioneller Herstellung? LG Caro

    • Wenn ich Ökoschuhe finde, die passen, freue ich mich. Bei Schuhen liegt mein Fokus aber noch mehr als bei Kleidung darauf, dass sie passen, weil es dabei um die Gesundheit meiner Füße geht. Mit meinen breiten Füßen mit Hallux valgus (der schmerzt, wenn er gequält wird), achte ich darauf, dass Schuhe im Vorderfuß nicht zu schmal oder zu spitz sind. Außerdem meide ich Plastik an den Füßen. Unterm Strich kaufe ich Schuhe daher meistens aus konventioneller Herstellung.

      Wie geht Deinem fair produzierten grün-weißen Ringelshirt vom letzten Jahr? Immer noch gut oder lässt es langsam nach?

    • Das Ringelshirt ist immer noch hervorragend. Kein Verblassen und es hält auch die Größe. Das war ein sehr guter Kauf. Danke nochmals fürs Finden.
      Meine Füße werden immer breiter und der Hallux ärgert mich auch. Habe vorhin endlich schöne Sandalen gefunden, die passten. Jetzt brauche ich schon Größe 6 1/2. Ich war mal bei Größe 5.

    • Das freut mich! Dann nehmen wir doch das Shirt von Armedangels mal auf die positive Seite der Liste.

      Passt 6,5 dann auch in der Länge oder nur in der Breite?

    • Na dann passt das ja wenigstens zusammen. Es wäre schön, wenn es mehr Schuhe speziell für breite und auch schmale Füße geben würde.

  8. Liebe Ines,
    das Thema hatten wir ja schon bei meiner Farb- und Stilberatung. Bisher habe ich versucht, Kleidung möglichst ökologisch bei Hess Natur, Maas oder avocadostore.de zu erwerben. Mit dem Kompromiss, dass ich mich tlw. auf Farben und Schnitte eingelassen habe, die dann, wie von dir bestätigt, doch nicht so ganz meins waren…In punkto Qualität habe ich bei den genannten Anbietern sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
    Nachdem ich durch dich meine Einkaufskriterien klarer sehe, habe ich auch bei anderen Versendern bestellt und bin in Bezug auf Schnitt und Farbe erst einmal sehr glücklich; was die Haltbarkeit betrifft, muss ich abwarten.
    Letztendlich ist dein Standpunkt, dass jedes nicht produziete Kleidungsstück Nachhhaltigkeit bedeutet, überzeugend!

    • Wenn man einen Mix aus konventioneller und fairer Mode im Schrank hat, der maximal getragen wird, ist auch schon viel gewonnen. Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine neuen Sachen lange halten!

      Ich habe einen Sweathoodie aus den Avodavostore von Lemon Aid, der ist super.

  9. Ich ergänze mal deinen Satz…. “Also liebe Hersteller von nachhaltiger Mode: Bitte bietet haltbare Ware zum Kauf an!” …. mit … Dann ist der Kunde auch bereit, einen angemessenen Preis zu zahlen.

    Ps:
    Und die Kunden sollten bitte auch immer dran denken, Kassenbelege eine gewisse Zeit aufzubewahren.
    Der Einzelhändler braucht auch bei einer Reklamation einen Nachweis, dass die Ware dort gekauft wurde.

    • @Preis: Die meiste Ökomode ist ja aktuell keinesfalls teurer als normale Markenmode. Wenn die Qualiät überzeugt, sind Kunden also bestimmt bereit, mehr dafür zu bezahlen. Danke für die Ergänzung.

      @Kassenzettel Danke für die Ergänzungen, da denken leider so viele nicht dran und ohne Beleg keine Reklamation. Da stehe ich dann klar auf Händlerseite.

      Ich bewahre meine Zettel solange auf, wie ich die Sachen habe, deshalb habe ich gar nicht daran gedacht, das zu erwähnen. Die helfen nämlich auch als Nachweis bei Diebstahl/Kofferverlust/Hausratschaden. Ein Freund wurde vor Jahren überfallen, hat den Wert der Sachen im Koffer exakt angegeben und nur den Nettpreis ohne MwSt. erstattet bekommen, weil er keine Belege hatte. So viel dazu …

      Bei meiner aktuellen Reklamation der älteren Ware war die Verkäuferin bei meinem Anruf (nicht in Hamburg gekauft, sondern an der Ostsee) verständlicherweise nicht begeistert und dachte, sie würde mich mit “dann bräuchten wir aber den Kassenbon” abgespeist bekommen. Dass ich ihr den zusammen mit allen von der Ware abgeschnittenen Zetteln geliefert habe und einen schönen Brief mit in Frage kommenden Optionen für die Abwicklung gesendet habe, hat sie vermutlich nicht gerade beglückt … aber dann kam immerhin schon mal eine nette E-Mail als Eingangsbestätigung und eine Zwischenmail, dass vom Hersteller noch keine Antwort da ist. Bin gespannt, wie das ausgeht.

      Ich bewahre die Originalbelege auf, aber es wäre ja viel einfacher, sie schnell zu fotografieren, digital nach Jahren abzulegen und dann wegzuwerfen. Akzeptiert Ihr bei Euch solche digitalen Kopien oder wird da Schindluder mit betrieben?

    • P.S. Dein Kassenzettelhinweis hat mich gerade auf die Idee zu einem Blogbeitrag gebracht: Reklamieren mit Erfolg (und natürlich fair für beide Seiten). Danke für die Inspiration!

    • Digitale Kopien würden wir sicher auch akzeptieren. Bei fehlendem Kassenbon frage ich immer die Kundin, ob sie eventuell mit ec-Karte bezahlt hat und damit nach dem Kaufdatum sehen kann.
      Das ist zwar für uns dann immer mit einem Mehraufwand verbunden bis das Teil gefunden ist,aber grundsätzlich versuchen wir immer eine Lösung zu finden, sofern es uns möglich ist.
      Ich freue mich auf Deinen Blogbeitrag zu diesem Thema!
      Ps: Tüten vorallem mit bar bezahlter Ware nie unbeaufsichtigt lassen. Es gibt auch unehrliche Finder, die Ware zurückbringen (passt doch nicht, gefällt nicht, etc.) und mit dem Bargeld auf Nimmerwiedersehen verschwinden.
      Mit ec-Karte bezahlt, wird das Geld zurückgebucht, das ist sicherer!

    • Das ist Gedankenübertragung – der Beitrag ist gerade fertig geworden. Geht kommende Woche online, vermutlich Donnerstag. Von dem Trick mit dem Umtausch geklauter Ware habe ich auch schon gehört und stecke deshalb die Belege meistens separat ein. Dass dabei auch die Kartenzahlung sicherer ist habe ich noch nie bedacht – aber ja, die meisten Geschäfte erstatten ja auf dem Weg, auf dem bezahlt wurde – wobei ich bisher dann immer die Karte nochmal vorzeigen musste.

      Bei Karstadt hat eine Freundin im letzten Jahr sogar eine Tasche erfolgreich reklamiert ohne Bon, für die sie keinerlei Beleg hatte – ein Geschenk ihres Mannes zu Weihnachten und der bewahrt Belege nie auf und hatte in bar bezahlt, damit sie das nicht auf dem Auszug des gemeinsamen Kontos sieht. Die teure, besondere Tasche in himbeerfarben war aber in der Größe so selten verkauft worden, dass die Buchhaltung den Beleg durch die Warennummer und den eingegrenzten Einkaufszeitraum heraussuchen konnte und die Tasche dann getauscht wurde. Das fand ich bemerkenswert und alles andere als selbstverständlich, denn den Beleg zu suchen, ist keine Bringschuld des Händlers. Gerade für ein so großes Kaufhaus finde ich das einen enormen Service.

    • Richtig, das Zurückbuchen geht, soweit mir bekannt, auch nur mit Karte. Da kam bei uns mal ein unehrlicher Finder ganz schön ins schwitzen und machte sich schnellstens auf und davon – ohne Ware – die kurz darauf von der rechtmäßigen Besitzerin vermisst und abgeholt wurde … ;-)

      Wie schön, dass die Tasche deiner Freundin so problemlos getauscht wurde.
      Freundliche, klärende Worte sind von der Kunden-Seite und von der Verkäufer-Seite sowieso immer willkommen und sehr wertvoll.

      Bei einer von der Kundin unfreundlich hingeschmissenen Reklamations-/Umtauschware – ohne Kassenbon und triftigen Grund – bleibe ich nach außen hin natürlich auch ruhig und höflich, aber innerlich frage ich mich manchmal schon, wo da die gute Kinderstube geblieben ist.

  10. Ich gehe mit Dir völlig konform. Auf der einen Seite möchte ich nachhaltige Kleidung. Auf der anderen Seite sehen ökologisch fair produzierte Sachen oft aus wie “Sack”, vor allem nach der ersten Wäsche. Wenn ich es dann weggeben muss ist es für mich nicht mehr nachhaltig. Meine Kleidung trage ich gern über viele Jahre. Es gibt sicherlich Fehlkäufe.

    In vielen sogenannten “Ökoläden” finde ich meistens nichts für mich. Die Farben sind oft sehr blass und waschen sich schnell aus. Es hat sich aber schon gebessert, was die Qualität betrifft.

    Drücke Dir die Daumen, dass Dein neues Jeanskleid optisch so schön bleibt. Das gefällt mir nämlich ausgesprochen gut.

    Liebe Grüße Sabine

    • Wirklich leuchtende Farben für Winterfarbtypen sind schwer mit Ökofarben herzustellen, das ist bei Kleidung das gleiche Thema wie bei Make-up – die umweltfreundlichen Farben sind bisher einfach nicht so stabil. In dem Fall haben es Herbst- und Sommerfarbtypen mit ihren gedeckten Farben leichter dabei, etwas zu finden.

  11. Tja, irgendwas ist immer! Das reicht aber nicht als Erklärung.
    Nachhaltigkeit ist für mich einerseits Langelbigkeit des Materials aber auch eine gewisse Klassik in Schnitt und Farbe. Je älter ich werde, um so leichter fällt mir, genau zu schauen, wie kombinierfähig die Sachen mit meinem Kleiderschrankinventar sind.
    Jahrzehntelang hat man auf chemische Bearbeitung der Stoffe gesetzt, damit sie lange “hält”. Wir sind klimakritisch geworden und verlangen nun in alle Richtungen auch, dass sich die Mode darauf einstellt. Sofort, auf der Stelle und prangern an, dass es nicht so fix geht, wie wir uns das wünschen!
    Ich bin kiene Materialexpertin, aber kundig genug – weil ich Kleidung auch selbst herstelle, um zu wissen, dass Naturstoffe, wie BW, Wolle etc, einfach einen viel größeren Verschleiß haben, wenn sie nicht appretiert oder nachbearbeitet werden. Naturfarben bleichen schnell aus, BW und Co, werden relativ schnell labberig oder versteifen sich nach vielem Waschen ( gut zu beobachten bei Handtüchern zb). Wer aber will ständig in zerknittertem Leinen herumlaufen???
    Ich nehme an, auch die Industrie weiß darum. Ich denke, dass der “Materialschwund” die größte Herausforderung für die Hersteller ökologisch nachhaltiger Kleidung ist! Es braucht sicher noch eine Weile, dass moderne Verfahren zur Vereldelung entwickelt sind, die uns Kunden auch zufrieden stellen.
    Was tun wir bis dahin? Eine gut begründete Mischung aus konventioneller Kleidung und ökologischer zu kaufen. Zu überlegen, was brauche ich, was möchte ich, wo ist mir Öko wichtig, wann Langleibigkeit. Diese macht sich für mich daran fest, dass ich mir einen Blazer nicht unbedingt von “Grüne Erde” kaufe, sondern zb auch mal schneidern lasse, dass ich ein T-Shirt aber nicht unbedingt 5 Jahre tragen muss, das darf dann aus gern ökologischem Anbau sein.

    Mir fielen noch sehr viel mehr Argumente ein!

    LG Susanne

    • Hast Du schon einmal Kleidung bei Grüne Erde gekauft? In Hamburg ist ein Laden, passenderweise gegenüber von hessnatur in der Innenstadt hinter der Europa-Passage. Ich mag auch dem Bügel viele Sachen leiden, aber angezogen hat mich noch nichts überzeugt. Dafür habe ich schöne Zitronenseife gekauft. Die war gut.

      Das hast Recht: Wir wollen alle zu viel, aber man kann nicht alles auf einmal haben. Irgendwo muss man Prioritäten setzen und andere Kriterien vernachlässigen.

    • Mir fällt noch etwas ein, was ich nicht ganz unwichtig finde:
      es ist modern geworden, Kleidung, die nicht unter allen Voraussetzungen nachhaltig hergestellt ist, zu verteufeln, haben aber dabei nicht im Auge, dasss wir ohne High-Tech-Materialien gar nicht mehr auskommen würden!
      Z.B.: ich möchte keine Leibbinde mehr um den Busen tragen und bin heilfroh, dass die Modeindustrie die Microfaser entwickelt hat, um mich von bestimmten kalmottentechnischen Maladen, unter denen ich als Kind noch gelitten habe (kratzende Strumpfhosen!), zu befreien!
      Das ist so eine deutsche Untugend – wir könen einfach keine Balance halten, sondern sollen/müssen immer Partei ergreifen!

      LG S

    • Ich kaufe einiges bei GE. Die Yogakleidung ist toll und die Nachtwäsche auch. Die Mode mag ich zur Zeit nicht besonders gern, da kaufe ich gerade nichts. Aber ich habe im Winter neue Bettwaren gekauft udn bin damit sehr zufrieden. Die Möbel sind mir einfach zu teuer, ich weiß, ich hätte sie fürs Leben, aber das ist nicht mein Budget!
      GE bietet oft Prozente an, das nutze ich gern auch für Kleinigkeiten

  12. Ich bin noch ein bisschen im Urlaubsmodus, aber das Thema ist natürlich höchst interessant.
    Susanne beschreibt ja die Misere sehr gut und durchdacht: Irgendwas ist immer!
    Nachhaltigkeit ist für mich auch, wenn ich damit jemandens Auskommen mitsichern kann ohne allzu viel Umwelt zu verschmutzen oder Ausbeutung jeglicher Art zu unterstützen. Denn am Anfang und im Laufe der Warenkette stehen ja auch die Menschen, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen (müssen). Hierüber würde ich gern mehr erfahren von den Herstellern.
    Verbraucherzentralen geben über entsprechende Siegel Auskunft wie z.B. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/faire-kleidung-das-bedeuten-die-siegel-7072
    Alles nicht so einfach, wie Du schon selbst sagst. Wir müssen da jeweils auch eine persönliche Linie finden, denn ganz ohne Konsum funktioniert es auch nicht.
    Herzliche Grüße schickt Sieglinde

    • Kein Konsum ist auch keine Lösung – dann fallen viel zu viele Arbeitsplätze weg. Dann brauchen wir weltweit ein bedingungsloses Grundeinkommen und wer soll das bezahlen? In Deutschland würde das funktionieren, aber in Ländern mit Überbevölkerung und massenweise Kleinstlohngruppen sicher nicht. Die Siegel für Kleidung verwirren mich ähnlich wie die für Lebensmittel …

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