Reklamieren mit Erfolg

Fächermappe zum Sammeln von Belegen

Disclaimer

Dieser Beitrag stellt keine Rechtberatung dar. Er ist aus bestem Wissen und Gewissen aus Sicht einer Verbraucherin geschrieben und bezieht sich primär auf die Reklamation von Bekleidung, wobei die gesetzlichen Grundlagen natürlich auch für andere Produkte gelten, unter Umständen aber andere Fristen gelten können.

Mir ist wichtig, dass es sich bei Reklamationen um berechtigte Anliegen handelt und dass es nicht darum geht, zu Ende der Garantie- oder Gewährleistungszeit für abgetragene Sachen das Geld wieder zu bekommen und Dinge für lau genutzt zu haben. Schwarze Schafe gibt es überall, aber an die richtet sich dieser Artikel nicht.

Kaufbeleg vorlegen zur Reklamation von Ware

Bei dem Beitrag über Nachhaltigkeit bei Kleidung ging es in den Kommentaren bei der der Frage, wie lange Kleidung halten soll, um das Thema Reklamationen, wenn Kleidung Mängel aufweist. Leserin bu ergänzte dabei

“Die Kunden sollten bitte auch immer dran denken, Kassenbelege eine gewisse Zeit aufzubewahren. Der Einzelhändler braucht auch bei einer Reklamation einen Nachweis, dass die Ware dort gekauft wurde.”

Für mich ist es selbstverständlich, Kassenbelege aufzubewahren. Von Kunden und Freunden weiß ich aber, das die meisten die Kassenzettel nicht aufbewahren oder nicht wieder finden, wenn sie gebraucht werden. Ich bewahre den Kaufbeleg zusammen mit allen relevanten Zetteln, die an der Ware befestigt waren, und herausgeschnittenen Etiketten zusammengetackert auf.

Wenn Du den Kassenzettel nicht mehr hast, kann unter Umständen auch die Abbuchung auf dem Kontoauszug oder der Kreditkartenabrechnung hilfreich sein als Nachweis, weil manchmal anhand der Details auf dem Auszug der Händler die Buchung bei sich nachvollziehen kann.

Die Etiketten von der Ware können für Dich hilfreich sein, um nachzusehen, ob Du die Kleidung wirklich sachgemäß behandelt hast. Für den Händler stehen manchmal Chargennummer darauf oder andere Codes, die bei der Nachverfolgung der Produktion helfen, um Fehler intern überprüfen zu können. Der Bon ist wichtig als Nachweis, wo und wann Du die Ware zu welchem Preis gekauft hast. Außerdem ist es bei Scannerkassensystemen einfacher, die Ware zu retournieren, wenn der Barcode oder die dazugehörige Nummer vorhanden ist.

Aufbewahrung von Kaufbelegen

Ich habe ein Fächermappe in DIN A5 in meinem Büro stehen, in dem ich die Belege des Jahres getrennt nach Kleidungsbelegen, sonstigen Einkaufsbelegen, Retourenbelegen und Kontoauszügen sammel. Dieses System hat sich seit 1991 bewährt. Am Ende des Jahres schaue ich, welche Belege ich davon archivieren möchte und welche entsorgt werden können.

Ein Beleg über Sneakersocken für 3 Euro geht am Jahresende in den Müll, denn den werde ich sicher nicht mehr brauchen. Aber den Beleg über eine Winterjacke bewahre ich so lange auf, wie ich sie habe, denn wenn mir jemand in drei Jahren auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein darüber kippt und die Flecken nicht herausgehen, brauche ich ggf. den Kaufbeleg für die Haftpflichtversicherung des Verursachers.

Versicherungen erstatten meiner Erfahrung nach nur volle Kaufbeträge, wenn die Belege vorliegen. Du tust also gut daran, Belege nicht nur für Reklamationsfälle aufzubewahren, sondern auch als Nachweise für Missgeschicke oder die Hausratversicherung, wenn die Bude abfackelt oder Starkregen Deinen Kellerschrank unter Wasser setzt. Unabhängig davon, ob die Versicherung den Zeitwert oder Wiederbeschaffungswert ersetzt, ist der Kaufbetrag zu belegen.

Kaufbelege nach Jahren archivieren

Die Belege, die ich über das Kalenderjahr hinaus aufbewahren möchte, lege ich in einen Briefumschlag in DIN A5 und schreibe “Kaufbelege Jahr …. Kleidung und Sonstiges” darauf. Wenn die Belege nicht in einen Umschlag passen, bekommen Kleidung und sonstige Belege jeweils einen eigenen.

Die Umschläge lagern im Keller in einem Regal neben dem Karton mit den Garantiebelegen und Gebrauchsanleitungen von Elektrogeräten. Da ich recht genau weiß, in welchem Jahr ich etwas gekauft habe, finde ich Belege bei Bedarf mit diesem System mit einem Griff. Alle paar Jahre schaue ich die alten Jahrgänge durch, welche Belege ich davon noch brauche. Dann kann das meiste davon weg.

Bei Onlinekäufen ohne Papierbeleg kannst Du die E-Mail mit der Rechnung in einem Rechnungsordner im Mailsystem archivieren oder als PDF auf dem PC in einem Ordner für Belege nach Jahren sortiert speichern. Papierbelege könnte man einscannen oder fotografieren und ebenso ablegen. Ich weiß aber nicht, ob alle Versicherungen und Läden digitale Kopien akzeptieren, die diese vervielfältigt werden können, ohne das man es sieht. Deshalb bewahre ich sicherheitshalber die Belege in Papierform auf.

Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung

Die Garantie ist eine zusätzliche, freiwillige Leistung des Herstellers oder Händlers unabhängig von der Gewährleistung. Eine Garantie kann sich auf das ganze Produkt oder Teile seiner Funktion beziehen und gilt für einen bestimmten Zeitraum. Zum Beispiel kann ein Hersteller einer Outdoorjacke drei Jahre Garantie auf die Wasserdichtigkeit des Obermaterials geben. Eine Garantie kann die Gewährleistung nicht einschränken, sondern nur parallel oder erweiternd gegeben werden.

Gewährleistung, auch Mängelhaftung genannt, ist vom Gesetz vorgeschrieben. Für die Gewährleistung übernimmt der Verkäufer die Haftung. Du musst Dich also an den Händler und nicht an den Hersteller wenden, um die Gewährleistung in Anspruch zu nehmen. Der Verkäufer haftet für Mängel, die zum Kaufzeitpunkt bereits vorhanden waren, selbst wenn diese noch nicht sichtbar waren. Die gesetzliche Gewährleistung dauert zwei Jahre.

Beweislast bei Reklamationen

Die Tücke bei der Gewährleistung ist, dass sich nach sechs Monaten die Beweislast umkehrt. Wird der Mangel in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf reklamiert, muss der Kunde nicht beweisen, dass er an dem Mangel unschuldig ist, weil davon auszugehen ist, das der Mangel bereits da war, wenn er in so kurzer Zeit auftritt. Nach sechs Monaten bis zum Ende der zwei Jahre liegst die Beweislast anders herum: Der Käufer muss dann dem Händler gegenüber nachweisen, dass er den Mangel nicht verursacht hat durch falsche Verwendung oder normalen Verschleiß.

Dennoch sollte man sich bei berechtigten Reklamationen auch nach Ablauf von sechs Monaten nicht davon abhalten lassen, diese gegenüber dem Verkäufer geltend zu machen, wenn man sich sicher ist, dass man nicht für den Mangel an der Ware verantwortlich ist.

Ein gutes Beispiel dafür ist eine leichte Daunenjacke von mir, bei der sich nach knapp eineinhalb Jahren in der ersten Wäsche eine Naht aufgelöst hat, so dass die Daunen im Trocknungsvorgang herausgeflogen sind. An der offenen Naht war deutlich zu erkennen, dass die Nahtzugabe für stabile Haltbarkeit zu gering ist. Genau genommen, hatte sich nicht die Naht gelöst, sondern der Stoff sich an der Kante aus der Naht gedröselt, wie man das absichtlich machen kann, wenn man Etiketten als Kleidung lösen möchte, ohne die Naht aufzutrennen.

Das ist ein versteckter Mangel, der beim Kauf nicht zu sehen war, aber nicht von mir verursacht wurde. Den Kaufpreis habe ich gegen Rückgabe der Jacke erstattet bekommen. Ich hatte Glück, dass mir kein Nutzungsentgelt abgezogen wurde, denn ich hatte die Jacke einige Zeit in Verwendung.

Reklamieren von reduzierter Ware

Wenn Ware reduziert gekauft wurde, ändert das nichts an den Bedingungen für die Reklamation, so lange der Reduktionsgrund nicht der reklamierte Mangel ist. Wenn ich eine Jacke mit einer offenen Naht wegen der offenen Naht günstiger erhalte, ist die offene Naht später selbstverständlich kein Reklamationsgrund. Verliert die Jacke aber in der Wäsche Größe, Farbe oder Form oder der Reißverschluss geht kaputt, ist das reklamierfähig. Reduzierte Ware kann vom Umtausch ausgeschlossen werden, aber nicht generell von Reklamationen.

Ware defekt und was nun?

Wenn Du berechtigt Ware reklamierst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das abzuwickeln. Der Händler kann die defekte Ware gegen neue gleichwertige tauschen oder die Ware reparieren lassen. Das nennt sich Nacherfüllung und steht im BGB unter §439. Wenn das nach zweimaliger Durchführung nicht zur einwandfreien Behebung des Schadens geführt hat, kannst Du weitere Rechte geltend machen. Bei der Nacherfüllung durch Tausch oder Reparatur kannst Du sinnvolle Fristen setzen, die der Händler einhalten muss.

Bei Nichteinhaltung der Fristen zur Nacherfüllung oder der Nacherfüllung an sich kannst Du laut §440 BGB vom Kauf zurück treten und Geldrückzahlung verlangen. Wichtig: Wenn Du die Ware unter diesen Umständen zurückgibst, hast Du ein Recht auf Geld. Du brauchst keinen Gutschein des Ladens zu akzeptieren. Unter Umständen ist es allerdings für den Händler zulässig, Dir ein Nutzungsentgelt vom Rückzahlungsbetrag abzuziehen, wenn Du die Ware länger verwendet hast.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, wenn Du die Ware behalten möchten möchtest, den Kaufpreis laut §441 BGB nachträglich zu mindern, wenn die Sache durch den Mangel weniger Geld Wert ist. Das ist so, als wenn Du im Laden eine Jacke mit Fleck kaufst und sie Dir wegen des Flecks günstiger zum Kauf angeboten wird, nur dass das nicht beim Kauf, sondern nachträglich verhandelt wird.

Noch ein Tipp zur Rückgabe der Ware: Händler möchten saubere Ware in den Händen halten, also wasche zum Beispiel waschbare Kleidung vor der Retoure.

Warum überhaupt etwas reklamieren?

Ich kaufe etwas, um es im Rahmen seiner Funktion zu nutzen, zu einem Preis, den es mir zu dem Kaufzeitpunkt Wert ist. Wenn dieser Nutzen nicht mangelfrei gewährleistet ist, ärgere ich mich und möchte das klären. Entweder bekomme ich heile Ware, bezahle im Nachhinein weniger oder trete vom Kauf zurück und bekomme den Kaufpreis erstattet.

Der eine Punkt ist, dass ich kein Geld zu verschenken habe und nicht frisches Geld aus meiner Kasse für Ersatzware ausgeben möchte. Der andere Punkt ist der, dass Verkäufer oder Hersteller manchmal auch dankbar sind, wenn sie erfahren, dass verkaufte Ware Fehler aufweist, weil sie so eine Chance bekommen, die Fehler bei künftigen Produktionen auszumerzen.

So hat der Händler zwar vielleicht eine Kaufrückabwicklung an den Hacken, aber wenn ich nicht reklamiere, sondern mich nur ärgere, verliert er vielleicht den Kunden und nicht nur den einmaligen Umsatz. Wenn das ganze Chargen betrifft, kann er einen Schwung Kunden auf einmal verlieren, wenn er von dem Mangel keine Kenntnis erhält. Jede Firma, die Wert auf Kundenbindung legt, wird mangelfreie Ware verkaufen wollen und sollte meiner Ansicht nach ein Interesse daran haben, berechtigte Reklamationen im Sinn des Kunden abzuwickeln. Dass es hilfreich ist, das Thema freundlich, sachlich und gut vorbereitet anzugehen, brauche ich nicht zu erwähnen, oder?

Viel Erfolg beim Reklamieren!


Der Beitrag bietet Dir einen Mehrwert? Dann freue ich mich über ein Trinkgeld in meiner virtuellen Kaffeetasse via PayPal => Ines’ Kaffeekasse – alternativ findest Du meine Bankverbindung hier. Herzlichen Dank!


23 Gedanken zu „Reklamieren mit Erfolg

  1. Guten Morgen Ines,
    auf deinen heutigen Beitrag war ich schon sehr gespannt. Wie immer erklärst du alles detailliert UND mit gesundem Menschenverstand.

    Herzliche Grüße
    Uschi

  2. Hallo Ines,
    was für ein ausführlicher gehaltvoller Beitrag übers Reklamieren.
    Danke für den lehrreichen Post.

    Mit der Gewährleistungspflicht z.B wusste ich im Detail so nicht.

    Ich kann dir nur 2 Beispiele nennen aus meiner Erfahrung:
    Bei einem Paar teurer Markenwanderschuhe sind nach ca. 1 Jahr die Nähte an den Seiten aufgegangen. An beiden Schuhen. Ich vermute, zu wenig Lederzugabe an den Nähten. Gut, die waren dann nutzlos für mich. Weil beim Wandern mit offenen Nähten rumzugehen macht wenig Sinn.
    Die Verkäuferin hat sich zuerst gewaltig angestellt. 6 Monate Garantie usw.
    Ja klar, aber Wanderschuhe werden nun mal beansprucht und gerade Nähte müssen ja wohl was aushalten. Diskussionen ohne Ende. Bis sie bereit war, sie einzuschicken. Der Hersteller hat eine Gutschrift an den Shop geschickt und ich konnte mir dann was neues auszusuchen.

    Dann: ein Armband, relativ neu gekauft, bei dem sich der Verschluß am lösen war. Die Verkäuferin und Inhaberin sagte zu mir, ich solle wiederkommen, wenn er ganz kaputt wäre. Man könne es so noch tragen. Ohne Worte. Ich hatte keine Lust zu diskutieren und habe mich stillschweigend für immer aus dem Geschäft verabschiedet. Ich hatte einiges dort gekauft.

    Liebe Grüße
    Claudia

    • Deine Wanderschuhe hätte ich auch reklamiert. Da dürfen nicht die Nähte nach so kurzer Zeit kaputt gehen und Händlergewährleistung läuft über 24 Monate, nicht nur 6. Das sehe ich eindeutig als verdeckten Mangel (wie bei meiner Jacke). Ätzend, dass die sich im Laden so unkooperative gezeigt haben. Meine Erfahrung ist, dass Onlineshops oftmals wesentlich unkomplizierter sind als Läden vor Ort. Das ist schräg, weil im Onlineshop meistens ja keine persönliche Kundenbindung besteht (außer bei Einzelunternehmen online). Der Laden hätte Dir übrigens das Geld erstatten müssen, wenn Du das gewollt hättest. Ist vielleicht für den nächsten Fall gut zu wissen und vor allem, wenn man keine alternative Ware im Laden findet, die man wirklich kaufen möchte.

      An die Geschichte mit dem Armband erinnere ich mich, das hast Du mal erzählt. Das fand ich damals schon unfassbar, zumal man ein Armband mit defektem Verschluss ja auch verlieren kann und dann hat man nichts mehr, was man reklamieren kann. Der Laden hätte die Öse zweimal reparieren lassen, den Preis im Nachhinein senken oder den Kauf rückgängig machen können. Das ist genau so ein Fall, den ich am Artikelende meine, wenn ich sage, dass es bei der Abwicklung von Reklamationen auch um Kundenbindung geht.

      Mögen unsere Sachen bitte heil bleiben! (Sagt die, die gerade ein T-Shirt nach zweimal (!) Tragen und Waschen mit einem Loch am Kragen retourniert hat und das Geld wieder bekommt – aber nervig ist es dennoch, mir fehlt ein Shirt und mit Nachhaltigkeit hat das auch nichts zu tun und dafür steht der Händler …)

    • Mit dem T-Shirt tut mir leid für dich. So etwas ist wirklich ärgerlich, denn man kauft die Sachen ja, um sie zu tragen und nicht den Ärger damit zu haben.
      Gut, dass du wenigstens den Betrag zurück bekommst.

      Mit meinem Wanderschuhen hat mich sehr geärgert. Ich war sehr zufrieden mit ihnen und hätte sie auch repariert zurück genommen. Die Verkäuferin hat sich sehr unfreundlich gezeigt und es stand auch nicht zur Debatte, dass ich Geld zurück bekäme, nur einen Gutschein.

      Da fällt mir noch was ein, was aber nichts mit Reklamation, sondern mit Ärger zu tun hat. Ich habe mir eine Jeans gekauft. Die Verkäuferin hatte vergessen, das komische Sicherungsteil zu entfernen. Beim Verlassen des Geschäftes hatte es auch nicht gepiept. Zuhause habe ich dann gesehen, dass das graue Ding noch dran war. Ich konnte es ja auch nicht selbst entfernen, geht ja nicht. Also ich wieder zurück in die Stadt, usw. Noch nicht mal ein Wort der Entschuldigung von der Verkäuferin.
      Ich bin nach wie vor lieber Vor-Ort-Käufer, aber mittlerweile fange ich an zu überlegen.

    • Danke für Dein Mitgefühl. So ist es – ich wollte es tragen und sooo viele T-Shirts habe ich zudem nicht, es gilt also ein neues zu finden. Außerdem war es ein Geschenk. Von meinem Mann und ich hatte es mir selbst bestellt und deshalb den Beleg, aber das macht eine Reklamation sonst bei Geschenken ja auch zusätzlich doof.

      @Gutschein Ich weiß, dass viele Läden das versuchen. Künftig kennst Du den passenden Paragraphen aus dem BGB, der den Anspruch auf Rückzahlung belegt. Zur Not muss das halt bis über die Geschäftsführung hoch eskaliert werden, da habe ich keine Hemmungen.

      Das mit den Sicherungen ist mir auch schon zweimal passiert – im Abstand von 20 Jahren – Lauferei, Zeit und das Personal war das eine Mal auch völlig und ungerührt entspannt. Kann ja passieren, aber ein wenig Bedauern hätte ich auch nett gefunden. Beim ersten Mal war die Dame aber total zerknirscht. Die nächsten 20 Jahre denke ich wieder dran. Bei dünnem Stoff lasse ich mir eh die Stelle zeigen, wo die Sicherung saß, weil ich davon schon mal ein Loch im Stoff hatte.

  3. PS.
    Bei beiden Reklamationen war der Kassenzettel vorhanden.
    Da hat man schon das Gefühl, dein Geld kannst du hier lassen, aber bitte belästige uns nicht mit Reklamationen.

    LG

  4. Super erklärt, liebe Ines!
    Auch die Sache mit Garantie und Gewährleistung.

    Als Kundin fühlt man sich ja manchmal tatsächlich etwas allein gelassen mit dem Ärger über mangelhafte Ware und reklamiert dann womöglich doch nicht. Aber reklamieren lohnt sich, für beide Seiten. Wie Du es am Schluß so richtig beschreibst.
    Ich kenne ja beiden Seiten durch unseren Shop. Bei uns wird jede Reklamation sofort durchgeführt und in Abstimmung mit der Kundin entweder im Umtausch gegen Neuware, Angebot einer Preisreduzierung oder Geld zurück erledigt. Einige Male schon habe ich mir die Ware nicht einmal zurücksenden lassen, sondern einfach auf Vertrauen dies so gehandhabt. Tatsächlich ist es ja nicht so, dass man als Händler immer alles bemerkt beim Versand der Waren, auch wenn wir bei unserer Qualität davon ausgehen können, dass alles in Ordnung ist. Manchmal gibts halt doch Anlass zur Reklamation und wir sind froh, dass unsere Kund*innen dies melden.
    Da unsere Kund*innen alle im Shopsystem erfasst sind, ist kein Kaufnachweis nötig. Und mit den Fristen sind wir sehr großzügig, da es eh nicht so oft vorkommt, dass etwas reklamiert wird. Schwarze Schafe gibt es überall, aber davon lassen wir uns nicht beeindrucken, denn wir wissen, um die sozusagen vielen “weißen Schafe”…

    Deine Kaffeekasse klingelt für diesen sehr feinen Artikel!
    Herzliche Grüße von Sieglinde

    • Die meisten Verbraucher kennen ihre Rechte gar nicht und lassen sich zu viel gefallen an mieser Qualität und nicht rechtssauberer Abwicklung von Reklamationen, was ich bedauerlich finde.

      Wenn ich abschätzen kann, dass der Aufwand für mich sehr hoch ist und die Kosten für eine Reparatur reklamiere ich auch manchmal nicht. Mein grüner Strickpullover hatte beim Kauf ein kleines Loch am Ausschnitt, das ich erst zu Hause gesehen habe. Fahrtweg: 40 Minuten plus Benzin. Hin zur Ablieferung, hin zur Abholung der Reparatur. Das habe ich für unter 10 Euro dann lieber im Ort von der Schneiderin stopfen lassen. Oder schlecht haltbare Absätze bei neuen Schuhen lasse ich auch direkt im Ort mal erneuern, als das Recht auf Nachbesserung wahrzunehmen, wenn ich die Schuhe dafür durch die Gegend schicken müsste. Dennoch ärgert mich sowas, denn Lauferei und (kleine) Kosten hat man dennoch. Aber spätestens, wenn die Sachen teurer waren, reklamiere ich alles.

      Wie gut, dass bei Euch im Shop meistens alles reibungslos klappt. Wenn die Ware eh nur vernichtet wird nach der Retoure, weil die beschädigt ist, kann auch ein Foto des Mangels als Beweis schon ausreichen, wenn man unsicher ist als Händler.

      Danke für Deinen Kaffeekassenbeitrag!!!

  5. Ein guter Post und toll erklärt. ICh kenne das mit der Gewährleistung und wie man Reklamationen tätigt oder annimmt aus einer Zeit als meine Kinder klein waren und ich nebenbei bei … (Schuhgeschäft, Name vom Admin entfernt) gejobbt habe. Schuhe werden auch öfter mal reklamiert.
    Ich glaube ich habe noch nie etwas reklamiert, oder fällt es mir nicht mehr ein.
    Liebe Grüße Tina

    • Bei Schuhen löst sich ja auch gerne mal eine Naht, Sohle oder Absatz. Kamen die Kunden da eher mit berechtigten Reklamationen aus Deiner Sicht oder waren viele schwarze Schafe dabei?

      Gehen Deine Sachen nie vor der Zeit kaputt oder reparierst Du lieber auf eigene Rechnung oder kaufst neu?

    • Genau. Auch die Sohle (die ja fast immer geklebt sind) löst sich auch gerne mal ab bei Schuhen. Oder es ist etwas mit dem Absatz. Schwarze Schafe eher weniger. Aber man konnte immer sehen, gerade bei guten Herrenschuhen oder Loafer wer Schuhspanner benutzt und wer nicht. Die Reklamation wurde aber immer abgewickelt wenn der Kunde den Kassenzettel noch hatte.
      Ich glaube tatsächlich habe ich wenige Dinge die ich reklamieren müsste. Okay kürzlich hatte ich die nicht grade gute Idee eine Porzellanvase online zu kaufen, die kam hier dann mit einem Riesensprung an. Die musste ich natürlich reklamieren.
      Schönes Wochenende liebe Grüße Tina

  6. Reklamation lohnt sich auf jeden Fall. Ich hatte einmal eine Tasche, die an einer Naht aufgegangen war. Wobei die Firma ansonsten IMMER eine gute Qualität bietet. Die Tasche wurde eingeschickt und repariert.

    Allerdings bin ich nicht so diszipliniert mit der Aufbewahrung von Kassenbons. Nach einer Zeit werden diese von mir entsorgt. Das sollte ich vielleicht mal ändern. Man weiß ja nie.

    Liebe Grüße Sabine

    • Ich finde es gut, wenn Sachen erfolgreich repariert werden, denn dann hat man sie wieder. So wie Claudia ihre Wanderschuhe ja auch gerne behalten hätte – mit heilen Nähten.

      Meine Bons bewahre ich so lange auf, seit einem Freund mal der Koffer bei einem Überfall in Paris gestohlen wurde. Es ist unfassbar, wie viel Geld an Kleidung (und in der Kulturtasche) in einem Koffer für schon nur ein paar Tage steckt. Die Versicherung hat ihm nur den Nettopreis erstattet, weil er keine Belege hatte. 16/19 % zu Unrecht weniger bekommen? Nein Danke. Da habe ich aus dem Fehler eines anderen gelernt.

  7. Ich mache das ganz ähnlich wie Du, aber ganz sicher nicht so akribisch. Es kann schon auch länger dauern, bis ich alte Belege schreddere. Das Schreddern nervt mich. Und solange der Ordner/das Kistchen nicht voll ist, mache ich da “goa nüscht”.
    BG Sunny

    • Ich schreddere private Belege nur mit Kontoinformationen drauf. Unterm Strich sind das nicht viele und das geht schnell. Ein Vorteil, wenn man alles im Homeoffice parat hat.

  8. Liebe Ines,
    danke für den Beitrag. Ich überlege gerade, ob ich ein Shirt reklamiere, dass schon nach dem ersten Tragen und vor der ersten Wäsche leichte Peelingeffekte zeigt. Ich überlege nur, ob Aufwand der Rückgabe im Verhältnis zum Preis steht. Faszinierend finde ich Dein Ordnungssystem. Da werde ich mir beim Einräumen meines Büros versuchen, einiges zu übernehmen. Hat übrigens alles geklappt mit den Möbeln. Liebe Grüße Greta

    • Ärgerlich mit dem Shirt. Versuchen kannst Du die Reklamation natürlich, aber bei Peeling habe ich leider nur schlechte Erfahrungen gemacht. Entweder es steht im Etikett schon, dass es als Reklamationsgrund ausgeschlossen ist, weil es sich um normale Abnutzung handelt (was ich anders sehe, denn dauerhaftes Peeling kommt nur vor bei zu kurzen Fasern) oder der Hersteller behauptet auch ohne den vorherigen Ausschluss, dass das normal sei und das Gegenteil kann man auch nicht beweisen. Bei mir führt das dazu, dass ich aus dem Stoff von der Marke dann meistens nichts mehr kaufe.

      Klasse, dass Deine Möbel gekommen sind. Viel Spaß beim Einräumen! Eun Geheimnis meines Sammelordners ist vielleicht noch, dass ihn optisch und haptisch wunderschön finde. Ich nehme ihn gerne in die Hand und schaue ihn im Büro gerne an. Es ist also keine Qual, die Belege einzusortieren, sondern eine Freude.

  9. Toller Beitrag, total übersichtlich! Bis heute hatte ich keine Probleme, trotzdem halte ich immer den Belegen, vor allem von teuren Einkäufen und von Sachen mit Garantie. Alle anderen, vom normalen Einkauf z.B.wie Lebensmittel, schmeiße ich nach ein paar Tagen weg.
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Lebensmittel- und Drogeriebarzahlungsbelege werfe ixh sofort weg, bei Kartenzahlungen nach Prüfung der Abbuchung im Kontoauszug.

  10. Nach schönen Ordnern und Heften habe ich auch schon umgesehen, wollte aber mit dem Kauf noch warten bis alles eingeräumt ist und ich eine Idee oder darf ich sagen Inspiration habe, was ich farblich möchte. Da entwickle ich jetzt Ideen. Liebe Grüße Greta

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.