Leser_innen-Interview #10: Stephan E.

Lieber Stephan,

Leser_inneninterview by meyrose Iconzur Blogparade Klassische Armbanduhren hast Du hier im Januar einen Gastbeitrag über Deine Omega Moonwatch geschrieben.

Auch wenn hier im Blog Themen für Frauen überwiegen, freuen sich meine männlichen Leser, wenn es um sie geht. Außerdem haben viele Leserinnen das Vergnügen, Männer an ihrer Seite zu haben und beim Styling beraten zu dürfen.

Auf Instagram bist Du als hozzenplozz unterwegs und zeigst regelmäßig Deine Outfits. Danke, dass ich daraus Bilder einbinden darf.

Du liebst den klassischen Stil bei Deiner Kleidung und lebst das beruflich und privat aus. Wenn ich Deine Outfits betrachte, fällt mir oft ein Farbtupfer ins Auge, den Du wiederholt einsetzt.

Klassisch ist zunächst einmal ein weiter Begriff. Wenn Du damit aber meinst, dass ich gerne Hemden, Krawatten, Sakkos oder Anzüge trage, dann stimmt das. Ich bin selten ohne Sakko unterwegs … Casual bedeutet für mich eher Hemd und Jeans als T-Shirt und Jogginggose – die ich nicht mal besitze.

Sicherlich gibt es hin und wieder auch das Bedürfnis nach monochromen, schlichten Looks, aber es hat sich tatsächlich zu einer Art meines Stils entwickelt Farbe einzusetzen und nicht unbedingt täglich uniformiert grau, wie ich es gerne nenne, daher zu kommen.

Nach welchen Kriterien wählst Du diese Akzentfarben aus? Was für einen Tipp hast Du für Neulinge dabei?

Wenn Du genau wissen willst, wie ich die Farben auswähle, dann muss ich leider gestehen, dass ich mir eigentlich gar keine Gedanken mehr mache. Das ist mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Das einzige, was ich noch beachte ist, ob etwas vielleicht zu grell oder zu knallig erscheinen mag.

In der Regel ist es so, dass ich mir überlege, wohin die Reise meines Outfits gehen soll. Hier achte ich normalerweise auf Farben, von denen ich weiß, dass ich sie entweder gut tragen kann oder aber, dass es eine Farbe ist, die mit anderen gut kombinierbar ist. Oft kommt die Eingebung durch ein Einstecktuch, welches mehrere Farben beinhaltet, oder auch eine Krawatte – im Grunde genommen kann man sich dann an dieser Farbpalette, in Bezug auf die Akzente, orientieren.

Natürlich sind auch die Komplementärfarben in all ihren Nuancen immer eine gute Wahl.
Ein wichtiger Tipp ist auf jeden Fall, dass Männer keine Angst haben sollten, Farben zu wählen – auch nicht solche, die sie vielleicht als zu feminin einordnen. Ich liebe zum Beispiel Rosa/Pink und Lila …

Gibt es so etwas wie ein Grundschema, mit dem man Deiner Erfahrung nach selten falsch liegt?

In der Tat gibt es so etwas wie eine sichere Bank der Farbkombinationen, also Kombinationen mit denen man eigentlich nie daneben liegt. Auf diese greife ich z.B. gerne mal zurück, wenn ich mal nicht ganz so farbenfroh bin. Diese sichere Bank wäre vielleicht auch noch ein Tipp, den ich gerne an diejenigen weitergeben möchte, die sich bislang nicht so richtig an Farbe(n) herantrauen.

Ein gutes Beispiel aus dieser Bank wäre meines Erachtens Navyblau. Dies ist für mich die Grundfarbe der Wahl, da sie sich mit wirklich allen anderen Farben kombinieren lässt. Viele nennen gerne Schwarz, aber ich finde, das sollte man nur zu Abendveranstaltungen oder bei Beerdigungen tragen.

Navyblau lässt sich besonders gut mit Hellblau, Rot, Weinrot, Rosa/Pink, (Senf)Gelb, Orange/Rostrot, aber auch mit Braun und Grau kombinieren. Sogar einige Grüntöne sind denkbar, auch wenn das Sprichwort uns was anderes lehrt. Navyblau ist so dunkel, dass es fast schwarz, aber eben doch blau ist und somit auch, meiner Meinung nach, edler wirkt.

Wie kann die konkrete Umsetzung mit Basics aussehen?

Ein navyblaues Sakko oder eine Chino sind sozusagen die Allroundwaffen und sollte in jedem Kleiderschrank zu finden sein. Ebenso ist eine navy-unifarbene Krawatte durchaus als solche einzuordnen. Wenn ich nur eine einzige Krawatte besitzen dürfte, so wäre das ganz sicher eine navyblaue Grenadine-Krawatte in Garza-fina.

Last but not least sollte man auch navyblaue Strickwaren wie einen V-Neck-Pullover oder einen Cardigan besitzen. Mit Hilfe dieser vier oder fünf Kleidungstücke bzw. des Einsatzes von Navyblau erscheinen die dazu gewählten Farben zum einen auffälliger, aber gleichzeitig sind sie eingerahmt oder, wenn man so will, eingedämmt, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten. Es ergeben sich Unmengen toller Kombinationen.

Wenn man mit Farben beginnt, zumindest war es bei mir so, dann sollte man zunächst weniger grelle, sondern eher gedeckte bzw. gedämpfte Farbakzente setzen, außer man fühlt sich gleich pudelwohl damit, die grellrote oder knallpinke Krawatte zu tragen – wobei ich zugeben muss, dass ich das eher den Socken oder den Hosen vorbehalte. Hier kann ein Mann ruhig mal ein Statement setzen.

Das Einstecktuch ist ein Accessoire, bei dessen Einsatz viele Männer Hemmungen haben. Seit der Fernsehserie Mad Men achte ich noch mehr als vorher darauf, wie ein Einstecktuch gefaltet ist. In der Serie hatten die Hauptdarsteller jeweils eine Falttechnik als Markenzeichen, die genau zum Charakter passt in Präsenz und Zackigkeit oder Lockerheit. Warum trägst Du Einstecktücher?

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich Mad Men überhaupt nicht kenne.
Aber nun gut, warum trage ich Einstecktücher. Eigentlich hab ich damit angefangen zu einer Zeit, als kaum jemand Einstecktücher trug.

Erlaube mir einen kleinen Rückblick: Früher, noch bis in 1970er Jahre hinein, trugen Männer regelmäßig Einstecktücher zum Anzug. Das galt dann aber irgendwann als extrem spießig und die Jüngeren ließen um gegen das Althergebrachte zu rebellieren vermehrt selbiges einfach weg. Man erschien weniger förmlich, wenn man schon Anzug oder Sakko trug. Irgendwann wurde aus dem Spießertuch dann vielleicht eher ein Dandy-Tuch, also eher exzentrisch als spießig. Die Tücher wurden zunehmend bunter und waren nicht wie früher einfach weiß. Damit konnte man bzw. in dem Fall auch ich wunderbar Akzente setzen und sich ein wenig von der Masse abheben.

In England zum Beispiel oder in Italien hat man allerdings seit jeher einen anderen Bezug zum Einstecktuch. Die Engländer sehen es als Teil des Gesamtbildes, die Italiener spielen gerne mit ihrer Mode und nutzen es als Eyecatcher. Irgendwo dazwischen bin ich dann auch zu finden. Ohne Einstecktuch wirkt die Brusttasche für mich verloren und öde.

Wie wählst Du sie in Bezug auf Muster und Farben zum restlichen Outfit und vor allem zur Krawatte aus? Was für einen Tipp hast Du, um die passende Falttechnik herauszufinden?

Ich habe mittlerweile eine recht große Auswahl an Einstecktüchern. In der Regel schaue ich, dass ich bereits, wenn ich sie kaufe, überlege, wie man sie kombinieren kann. Ich versuche nach Möglichkeit eine Farbe aufzugreifen, die in meinem Outfit vorkommt. Das kann die Farbe der Krawatte sein, die Farbe des Hemdes, der Hose oder aber gerade im Herbst/Winter auch die Farbe von Pullover oder Cardigan.

In Bezug auf die Muster versuche ich es in der Regel einfach zu vermeiden, zu viele zu kombinieren, da das sehr schnell chaotisch wirken kann. Manchmal kann das allerdings das Tüpfelchen auf dem i sein. Dann lege ich es auch drauf an. Einfarbige Einstecktücher, am besten aus Leinen, Baumwolle oder Wollmischungen, finde ich allerdings immer recht praktisch, da man hier nicht viel falsch machen kann.

Ich rate dazu, alles zusammen aufs Bett zu legen, was man kombinieren möchte, oder es auf einem Bügel aufzuhängen. Also das Sakko über das Hemd hängen, dann Krawatte und Einstecktuch dazu usw. Am Ende dann zwei, drei Meter weggehen und sich das Ensemble aus der Entfernung anschauen. Wenn alles auf einen selbst stimmig wirkt, dann dürfte es in der Regel auch so auf andere wirken.

Letztendlich zählt aber nur, dass man es selbst für stimmig hält, denn nur dann kann man es mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein tragen, die dazu benötigt wird, dass es überzeugend rüberkommt.

Was die Falttechnik angeht, so ist das Netz von Anleitungen übersäht. Man findet sehr viele Techniken, wenn man sich einfach mal ein wenig durchgoogled – ich für meinen Teil hab ein paar Falttechniken für mich gefunden, mit denen ich am besten fahre. Ich weiß nicht mal ob sie Namen haben, ob es sie irgendwo gibt oder ob ich vielleicht sogar eine erfunden habe, wer weiß?

Ich glaube es sind drei oder vier, die eigentlich immer wieder vorkommen. Hier gilt einfach mal ausprobieren und schauen, welche man für sich wählt – ich bin sicher, dass jeder irgendwann seine Lieblinge finden wird.

Beim Thema Einstecktuch erwähnte ich eben schon das Wort Markenzeichen. Damit ist kein Label im Sinn eines Firmenlogos gemeint, sondern ein persönliches Markenzeichen im Kleidungsstil. Etwas, von dem andere Menschen sagen, das ist typisch Stephan. Was ist Dein Markenzeichen im Gesamtlook? Wie hast Du es gefunden?

Das Einstecktuch war sicherlich eine ganze Zeit lang etwas wie ein Markenzeichen. Heute tragen wieder viele Männer eins, weswegen ich mich damit nicht mehr so hervorhebe, aber das ist ok, ich begrüße es sogar. Wenn man mich heute fragt, was ist typisch Stephan, dann ist es schwierig, eine entsprechende Antwort zu geben. Allerdings wundern die Leute sich oft, wenn ich mal nicht in Krawatte oder Schleife und Sakko daherkomme, also ist eher mein Look selbst zu einer Art Markenzeichen geworden.

Was ist Dein Tipp für Männer, die erst damit beginnen, sich einen eigenen Look zu erarbeiten. Womit fangen Sie am besten an? Für welche Teile nimmst Du das größte Budget? Was kann man erstmal vernachlässigen oder etwas Günstiges kaufen?

Eine sehr interessante Frage, die ich auch gar nicht so pauschal beantworten möchte. Idealerweise würde ich den Männern raten, mal vom Standard etwas abzuweichen. Heutzutage ist doch Jeans und Hemd, vielleicht auch Jeans und Pulli zu einer Art Uniform verkommen. Auch wenn es Bluejeans sind, hat es doch eher was von den grauen Männern bei Momo: Alle sehen gleich aus, keiner hebt sich hervor.

Ich möchte jetzt auch nicht unbedingt dazu raten, dass jeder sich eine Krawatte um den Hals schlingt. Ich kenne viele Männer, die eine Abneigung dagegen haben und sie ist letztendlich auch gar nicht wichtig.

Das wichtigste, finde ich, ist ein Sakko – für mich das universellste Kleidungsstück überhaupt. Es hat viele Taschen, man kann alles mitnehmen, was man mitzunehmen hat und man wirkt gleich eine Spur angezogener, wenn ich das so formulieren kann. Ebenso wichtig sind gute Schuhe. Nichts kann einen Look mehr ruinieren als die Wahl der falschen Schuhe – hier würde ich am allerwenigsten sparen.

Wenn Du sagst, bei Schuhen sparst du am wenigsten, was ist hier Dein Tipp?

Bei Schuhen gebe ich gern den Rat: Designerware ist oft teuer, aber deswegen nicht gleich von besserer Qualität. Man sollte sich ein wenig mit dem Thema auseinandersetzen und schauen, worauf man achten muss.

Das sind insbesondere die Macharten. Gute Schuhe sind rahmengenäht oder genagelt, nicht nur verklebt. Es ist sicher nicht schlimm, wenn zusätzlich mit Kleber gearbeitet wird, aber vernähte Schuhe bleiben jahrelang in Form und können immer wieder repariert werden. Ein einfacher Tipp: Im Laden den Schuh anheben, ein guter Schuh ist schwerer als ein schlechter.

Außerdem sollte man Schuhe meiner Meinung nach, nur von namhaften Herstellern kaufen, die mitunter auch schon Jahrzehnte lang auf dem Markt sind und eben nur Schuhe vertreiben. Wer lange besteht, bietet in der Regel auch Qualität, sonst bestünde das Unternehmen nicht auf dem Markt.

Kannst Du hier einige Hersteller nennen?

In Deutschland fällt oft als erstes der Name Lloyd. Über viele Jahrzehnte hat Lloyd wirklich sehr gute Schuhe hergestellt. Ich selbst besitze ein Paar, dass ich 1994 gekauft habe, bereits mehrfach neubesohlt und immer gepflegt habe und auch heute noch trage. Diese Schuhe haben damals 450 DM gekostet, auf die ich damals auch eine ganze Weile hingespart habe.

Bei Lloyd gab es dann aber am etwa Anfang der 2000er Jahre wirklich eine Zeit lang, wie mir schien, den Versuch mit dem guten Namen billigeres, fast schon schlechtes Schuhwerk auf den Markt und an den Mann zu bringen um die Gewinne zu maximieren. Das hat mich dazu gebracht mich nach Alternativen umzusehen. Hier landete ich zum Beispiel bei Dinkelacker, aber unter anderem auch bei britischen Herstellern wie Loake oder Church’s. Ein weiterer Favorit sind die amerikanischen Schuhe der Marke Alden.

Hier sind wir allerdings schon in einer anderen Liga, wo sicherlich viele Männer nicht einsehen, das Geld in die Hand zu nehmen. Wenn man jedoch überlegt, dass ein Paar Schuhe für 600-800 Euro dann auch 10-15 Jahre hält und man in dieser Zeit vielleicht noch 200-300 Euro für Reparaturen einplant, dann kommt man im Schnitt auch auf die 100-150 Euro pro Jahr die Männer für Schuhe ausgeben, die sie nach eben ein-zwei Jahren entsorgen müssen. Nur hat man dann eben einen wirklich gut gemachten Schuh.

Kommen wir aber zurück zu den Marken, mit denen man vielleicht anfangen kann, denn vor allem im Internet findet man natürlich alle möglichen Marken und Qualitäten. Eine sehr gute Seite ist herringshoes.co.uk – dieser englische Hersteller bietet nahezu alles was die englische Schuhindustrie zu bieten hat und im Sale kann man auch den einen oder anderen Schnapper machen.

Wenn wir schon im Netz unterwegs sind, kann ich aber auch dazu raten mal bei Shoepassion, Prime-Shoes, Meermin, Velasca oder Scarosso zu schauen. Diese Schuhe werden nur im Direktvertrieb über einzelne ausgewählte, eigene Läden aber eben vornehmlich online vertrieben. Das spart die Margen der Zwischenhändler ein und man bekommt für den Preis mittelmäßiger Schuhe der meisten Standard-Schuhläden in den Städten hier für sein Geld wirklich gutes Schuhwerk.

Wenn Du eine Liste erstellen müsstest, welche Basics braucht man(n) Deiner Meinung nach?

Wenn ich jemandem eine Art Liste erstellen müsste, was man sich kaufen sollte, um einen Look zu kreieren, bzw. eine Grundausstattung zu haben, dann wären das

  • Ein sportliches Sakko, farblich hier vielleicht das zuvor bereits erwähnte Navyblaue
  • Chinos in Navyblau und vielleicht Beige oder Grau/Olive als Alternative zur Jeans
  • Zwei Paar gute Schuhe in Braun und Schwarz, dazu jeweils ein passender Gürtel
  • Ein halbes Dutzend Hemden in Weiß und Hellblau, wer es mag auch Rosa – und vor allem bitte, bitte niemals Kurzarm!
  • Ordentliche Socken/Strümpfe – Du wirst lachen, aber das ist definitiv ein wichtiger Punkt. Wir alle wissen, dass weiße Tennissocken schrecklich sind. Aber glaub mir, deren schwarze oder graue Pendants sind nicht weniger schlimm.
  • Wenn man sich dazu noch ein paar Accessoires besorgt, wie Einstecktücher oder auch den ein oder anderen Schal, dann ist man durchaus in der Lage vielseitige Looks zu kreieren. Mit dieser Grundausstattung kann man dann die Garderobe immer weiter ausbauen.

Deine Kleidung sieht auf den Fotos immer perfekt sitzend aus. Ist das alles maßgeschneidert, angepasste Konfektion oder hast Du das unverschämte Glück, so exakt in Sachen von der Stange zu passen?

Vielen Dank! Meine Kleidung ist unterschiedlichster Herkunft. Ich kaufe sowohl maßgeschneiderte bzw. maßkonfektionierte Kleidung, aber auch sehr vieles von der Stange. Genauso kaufe ich sehr gerne Vintage-Kleidung. Insbesondere bei Tweed, welchen ich sehr gerne trage, findet man oft alte Schätzchen, die in einer Qualität gefertigt wurden, die man heute kaum noch findet.

Dennoch muss ich zugestehen, dass ich sehr oft das große Glück habe, dass ich mit Stangenware – welche in gewissen Kreisen verpönt ist – durchaus wunderbar zurechtkomme. Man muss halt wissen, wie die Kleidung sitzen soll. Dann kann man oft mit kleinen, wenig kostspieligen Änderungen wunderbar zurechtkommen.

Ich denke auch, dass wir heutzutage bereits für verhältnismäßig kleines Geld sehr ordentliche Kleidung bekommen können – ob das allerdings in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der Hersteller zu begrüßen ist, ist natürlich ein anderes Thema.

Deine geliebte Omega-Uhr kennen wir. Was für andere Schmuckstücke trägst Du im Alltag? Wie stehst Du zu Schmuck bei Herren?

Bei Schmuck bin ich sehr pragmatisch. Ich finde Ringe bei Männern noch akzeptabel. Der Ehering zum Beispiel ist etwas, das Männer natürlich tragen können. Ansonsten sollten sie sich aus konservativer Sicht eher zurückhalten. Ich trage zum Beispiel an jeder Hand, am Ringfinger einen Ring. Beides sind Stücke, die mir besonders wichtig sind und eine emotionale Bindung mit sich bringen. Allerdings ist so eine Aussage natürlich stark pauschal. Jemand, der in seinem Stil zum Beispiel einem Rockstar oder Biker ähnelt, der kann diesen Stil natürlich auch durch mehrere Ringe zum Ausdruck bringen.

Armbänder aus Stahl, Silber oder Gold zum Beispiel finde ich persönlich bei Männern deplatziert. Das sollte man den Damen überlassen. In den 70ern und 80ern war das mal sehr schick, heute wirkt es allerdings nicht mehr. Wer denkt da zum Beispiel nicht an Dieter Thomas Heck?

Allerdings ist die Mode immer ein Kommen und Gehen. Wer weiß, vielleicht kommen die Armbänder aus Metall ja wieder? Im Sommer kann z.B. ein Holzperlenarmband durchaus zu einem Casual-Look passen, vorausgesetzt es sticht nicht zu sehr hervor. Jedenfalls ist dieses Thema derzeit recht aktuell und das Angebot vielfältig.

Halsketten trage ich persönlich überhaupt nicht und finde dass, wenn Männer sie tragen, diese auf jeden Fall unsichtbar bleiben sollten – außer vielleicht Sie sind ein gutgebauter, gutaussehender südländischer Playboy. Dann darf sie unter dem weit offen geknöpften Hemd und zur Sonnenbrille gerne Ihr Playboy-Image unterstreichen.

Vielen Dank, lieber Stephan, für das Interview. Ich wünsche Dir weiter viel Freude an Deinem persönlichen Stil!

Hier findest Du die bisherigen Interviews: Leser_innen-Interview by meyrose.
Lesetipp von mir hier im Blog: Männermontage – Bücher für Männer mit Stil.

dermalogica: Augenpflege und Sonnenschutz im Test

Werbung für die Schönheit

Dermalogica ist eine Kosmetikfirma, die primär in Kosmetikinstituten bei professionellen Behandlungen Anwendung findet und durch die dortigen Hautpflegespezialistinnen passend zu den Bedürfnissen der Haut empfohlen wird. Nach einem Institut in Deiner Nähe kannst Du auf Store Locator (Werbung) schauen. Alternativ findest Du die Produkte im Onlineshop von dermalogica (Werbung).

Neben dem Daily Superfoliant, das ich bei den Beauty-News Frühling 2017 (Werbung) vorgestellt habe, hat dermalogica hat mir angeboten, auch noch ein Sonnenschutzprodukt und Augenpflege zu testen. Alle Produkte sind frei von künstlichen Duft- und Farbstoffen.

ultrasmooting eye serum

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Das ultrasmooting eye serum ist aus der Serie UltraCalming für empfindliche und sensibilisierte Haut. Es kann als alleinige Pflege für die Augenpartie eingesetzt werden, obwohl es ein Serum ist. Die mir bekannten Seren anderen Firmen werden zur zusätzlichen Anwendung empfohlen, bei diesem hier ist das anders. Bei Bedarf kann es aber auch zusätzlich angewendet werden. Mir reicht im Normalfall der Pflegeeffekt des Serums aus, so dass ich nur Gesichtscreme oder Sonnencreme darüber gebe.

Das Anti-Aging-Produkt hat das Ziel, die Hautempfindlichkeit zu verringern, feine Linien zu reduzieren, abschwellend zu wirken und die Augenpartie zu durchfeuchten. Dazu ist u.a. Hyaluronsäure, Heypeptide-11, Braun- und Rotalge, goldene Kamille und Karottenwurzelextrakt enthalten. Der Geruch ist leicht medizinisch und verfliegt schnell. Mein Mann hat sich nicht beschwert, das ist ein gutes Zeichen. Die vollständigen INCI findest Du hier: ultrasmooting eye serum (Werbung).

Das Serum ist flüssig und durchsichtig, aber trotzdem gut zu dosieren. Es brennt im Auge, wenn es zu dicht herankommt, z.B. an den Augenwinkeln. Es steht bei den Anwendungshinweisen deshalb extra dabei, dass das Serum nicht in das Augeninnere gerieben werden möge. Meine Haut fühlt sich gepflegt damit an und im Rahmen der Möglichkeiten glatt. Tagsüber verwende ich das Serum gerne, nachts habe ich gerne etwas reichhaltigere Pflege im Augenbereich.

intensive eye repair

dermalogica-intensive-eye-repair

Die ultra-reichhaltige Augenpflege ist für meine heuschnupfengeplagten Augen eine Wohltat, vor allem über Nacht. Die Creme brennt nicht im Auge, auch wenn ich sie dicht ans Auge und auf den Lidern verteile. Pflanzenwirkstoffe aus Gurke, Mäusedorn und Arnika sollen laut Hersteller besänftigend wirken und der Haut helfen, ihre Elastizität und Struktur zu bewahren. Panthenol ist zur Unterstützung der Heilung und Wilde Yams Wurzel zur Reparatur vorzeitig gealterte Haut in dem Produkt. Die Antioxidantien Grüner Tee, Vitamin A, C und E sollen der Haut helfen, sich gegen schädigende freie Radikale zu verteidigen. Da kann ich nur sagen: Auf in den Kampf!

Der erste Punktstand ist eindeutig zu Gunsten dieser Augenpflege ausgegangen, denn meine Haut um die Augen sieht damit so glatt aus, wie schon lange nicht mehr. Die vollständigen INCI findest Du hier: intensive eye repair (Werbung).

super sensitive shield spf30

dermalogica-super-sensitive-shield-spf30

Der Breitbandspektrumsonnenschutz arbeitet mit mineralischem Schutz und ist laut Hersteller daher ideal für empfindliche, sensibilisierte und kürzlich verjüngte Haut. Es ist physikalischer Lichtschutz mit LSF 30 und Moisturizer in einem. Kürzlich verjüngt ist eine schöne Formulierung, oder? Wer schon mal ein intensives Peeling hatte und danach in der Sonne war weiß, was damit gemeint ist …

Grüner Tee und Süßholz sollen laut Hersteller Sensibilität, Rötungen und Entzündungen reduzieren. Wassermelone, Linsen, Apfelextrakt und Hyaluronsäure sind zur Hydration und Beruhigung der Haut im Einsatz, Titaniumdioxid und Zinkoxid liefern physikalischen UV Schutz. Der Lichtschutz soll mit antioxidativen Vitaminen E und C verstärkt werden.

Ich habe das super sensitive ohne zusätzliche Gesichtscreme verwendet nur mit der Augenpflege dazu. Das Produkt hat einen für mich angenehmen Lavendelduft, der auf der Hautverfliegt. Lavendelnichtmöger werden die Creme vermutlich deshalb ungern verwenden. Lavendelliebhaber wie ich können sich am Duft erfreuen und beim Auftragen entspannen. Die Konsistenz ist leicht und einfach gleichmäßig auf der Haut zu verteilen. Das Sonnenschutzprodukt ist ergiebig, zieht schnell ein und mattiert die Haut. Im Gesicht hält Kompaktpuder darauf gut und gleichmäßig. Die vollständigen INCI findest Du hier: super sensitive shield spf30 (Werbung).

Kürzlich habe ich von das Teoxane Advances Perfecting Shield mit ebenso LSF 30 vorgestellt. Für mich sind beide als Sonnenschutz im Gesicht geeignet und ich vertrage sie, ohne Pickel zu bekommen, was bei auf meiner Haut bei Sonnenschutzprodukten schnell passiert. Der Vorteil beim Produkt von Teoxane ist, dass eine leichte Tönung in der Art einer CC-Cream enthalten ist und lichtreflektierende Partikel einen schönen Schimmer verleihen. Außerdem fühlt sich die Haut damit weicher an.

Der Vorteil beim Produkt von dermalogica liegt für mich darin, dass die Textur so leicht ist, dass bei Bedarf darüber noch die übliche Pflege zusätzlich oder das gewohnte cremige oder flüssige Make-up aufgetragen werden kann, ohne dass dann zu viel auf der Haut liegt. Außerdem ist es farblos auf der Haut – trotz Titaniumdioxid und Zinkoxid ohne Weißeleffekt – und damit auch für Frauen geeignet, die wirklich ungeschminkt aussehen möchten, und für Männer. Gerade einige Männer tun sich mit Sonnenschutz schwer, wenn sie ansonsten keine Gesichtscreme verwenden. Dieser Sonnenschutz von dermalogica macht Männern die Anwendung leicht.

Zur Verpackung

Alle Produkte sind mit wenig Umverpackung geliefert worden. Die Fläschchen bzw. Tube befinden sich in einem versiegelten Karton in jeweils minimaler Größe mit Beipackzettel. Das finde ich positiv erwähnenswert. Gerade in der Preisklasse gibt es viele Mogelpackungen, sowohl bei Umverpackung als auch dem Produkt als solchem.

Nicht so gut finde ich die Schraubdeckel bei der Augen- und Sonnencreme. Der Kunststoff ist bei den Rillen, die das Öffnen positiv erleichtern, so weich, dass schnell Katscher darin entstehen. Das tut dem Nutzen des Produkts keinen Abbruch, sieht aber nicht schön aus. In der Preisklasse fände ich einen stabileren Kunststoff angemessener.

Fazit

Alle drei Produkte gefallen mir sehr gut und haben Nachkaufpotenzial.

Nachlese Blogparade “Klassische Armbanduhren”

Bruno Söhnle Damenuhr Stellina 17-22114-941 Automatik Bicolor Stahl mit Gold

Armbanduhren sind trotz sichtbarer Uhrzeiten um uns herum und am Smartphone offenbar immer noch zeitgemäß. Ob nun das klassische Modell, gesammelte modische Objekte oder Taschenuhren – bei der Blogparade Klassische Armbanduhren wurde einiges gezeigt. Besonders habe ich mich über die Gastbeiträge gefreut von Leser_innen, die keinen eigenen Blog haben.

Die klassischen Uhren der Teilnehmer_innen


Danke für die schönen Beiträge und Inspirationen!

Boxershorts, Pants & Co – ein Männerthema

Werbung für Männer

Unterhose gestreift für Männer

Die Unterwäschefrage ist fast so wichtig wie die K-Frage vor der Wahl. Eng oder weit? Uni oder Muster? Wenn Muster, welches? Heute geht es hier um Unterwäsche für Männer.

Du weißt nie, ob Du überraschend ins Krankenhaus kommst und fremde Menschen Deine Unterwäsche sehen.

Als Tochter einer Krankenschwester habe ich viele Jahre über diesen Satz gelacht, bis ich mich spontan beim Unfallarzt wiederfand und froh war, gepflegte Füße zu haben und vorzeigbare Unterwäsche zu tragen. Unabhängig von dem Szenario, was Dir hoffentlich erspart bleibt, gilt

  • für Singles
    Man weiß nie, was der Tag oder Abend noch an Begegnungen bringt.
  • für Geliebte
    Ein netter Anblick fördert den Spaß.
  • für fest liierte und Ehepartner
    Auch nach dem Standesamt und/oder vielen Jahren freut sich Dein Mann oder Frau über einen schönen Anblick in Unterwäsche.

Du hast bestimmt schon mal Jemanden ausgepackt und entsetzt geguckt bei der Sichtung der Unterwäsche, oder? Mein größter Lacher war 1991 ein Mann, der einen Body trug. Das war das letzte Mal, dass es soweit mit ihm kam. Damit das Dir oder Deinem Mann/Freund/Bruder/Sohn nicht passiert, investiere in qualitativ hochwertige Unterwäsche, in der Dich theoretisch jeder jederzeit sehen dürfte.

Big-Basics

Ob Du dabei legere Boxershorts (Werbung) oder körpernahe Pants bevorzugst, spielt keine Rolle. Gute Auswahl auch in großen Größen findest Du bei Big-Basics.de, dem Online Shop für Übergrößen. Ein weiterer Vorteil an schöner, gut sitzender Unterwäsche ist, dass die Oberbekleidung darüber besser fällt. Unterwäsche ist wie die Grundierung der Leinwand beim Malen. Erst recht, wenn Du nicht schlank oder nicht mehr ganz jung bist, ist die Verpackung umso wichtiger. Bei Big-Basics findest Du von S bis Größe 20 passende Modelle. Mit gefallen die schlichten von JOCKEY am besten.

Leserfrage: Boxershorts

Ein Leser erkundigte hier im Blog auf der Seite Über mich im Kommentar vor ein paar Jahren, ob er in seinem Alter (ich vermute Ü50) noch Boxershorts tragen könne. Meiner Meinung nach sind Boxershorts von Männern altersunabhängig tragbar. Wer locker sitzende Boxershorts aus gewebter Baumwolle nicht mag, kann zu enger anliegenden Pants aus Jersey greifen.

Schluss mit Lustig

Wichtiger finde ich bei erwachsenen Männern, dass die Unterhosen entweder einfarbig oder passend zum sonstigen Kleidungsstil gemustert sind. Wer klassische Kleidung bevorzugt, zu dem passen auch bei der Unterwäsche dezente Streifen. Wer es darüber gerne lauter hat, verträgt auch größere Muster darunter. Nur von allem, was lustig ruft, lass bitte die Finger, wenn Du kein Kind mehr bist.

Lieber Leser: Was für Unterhosen bevorzugst Du?
Liebe Leserin: Was für Unterhosen siehst Du bei Männern am liebsten?

Für diesen Beitrag mit den Verlinkungen wurde ich beauftragt und habe eine Vergütung erhalten. Damit ist der Beitrag eine Anzeige. Trotzdem gibt der Beitrag – wie immer – meine ehrliche, freie und subjektive Meinung wieder. Mein Mann hat übrigens bedauert, dass ich keine Testmuster erbeten habe. Dafür weiß ich jetzt, wo ich für ihn einkaufen kann.

Nice to have #16

Werbung ohne Entgelt

Montblanc Meisterstück Visitenkartenetui

Dein Adressbuch führst Du digital und Visitenkarten sind old school? Und dann fragt Dich ein potenzieller Kunde nach Deiner E-Mailadresse. Fängst Du an, sie ihm samt Tippfehlern ins Smartphone zu diktieren? Oder kritzelst sie auf einen Papierfetzen aus Deiner Handtasche? Oder zückst Du lässig eine schöne Visitenkarte?

Klassiker: Montblanc Meistertück Visitenkartenetui

Ich ziehe die Visitenkarte vor. Selbst, wenn der Empfänger die Daten später digitalisiert und Deine Papierkarte im Altpapier landet, hat er Dich einen Moment länger in der Hand. Du bleibst besser im Gedächtnis. Wichtig ist dabei natürlich, dass Deine Visitenkarten sauber und heil sind. Wie bleiben sie das im Gewühle der Handtasche? In einem Visitenkartenetui.

Montblanc Meisterstück Visitenkartenetui

Meins ist das Meisterstück von Montblanc (Werbung). Ich habe es im Sommer 2000 zur bestandenen Ausbilder-Eignungsprüfung von meiner Mutter geschenkt bekommen. Es war ein echter Herzenswunsch. Ich meine mich zu erinnern, dass es 100 DM gekostet hat. Heute kostet es neu 150 Euro. Meins ist seit 17 Jahren täglich im Gebrauch, beherbergt zusätzlich andere Karten, macht mir Freude und hat nur klitzekleine Gebrauchsspuren. Das nenne ich eine gute Investition.

Verwendest Du Visitenkarten? Wie bewahrst Du sie auf?

Taschenuhren: Breguet Spiral, Hebdomas 8 Jours und eine Damenuhr

Taschenuhren Vintage von links nach rechts: Spiral-Breguet-15-rubis-Ancre-ligne-droite / Damenuhr Hersteler unbekannt / Hebdomas 8 Jours

Ein Beitrag zur Blogparade Klassische Armbanduhren

Taschenuhren sind keine Armbanduhren. Ich weiß. Aber geht es klassischer? Nein. Klassisch hat für mich etwas mit Beständigkeit zu tun und damit, es aus einer anderen Zeit kommt oder kommen könnte und in der jetzigen Zeit funktioniert. Funktionieren als Zeitmesser tun diese Uhren nicht so, wie sie sollen. Genau genommen standen sie schon seit langer Zeit. Aber als Schmuckstücke machen sie noch etwas her, oder?

Familienerbstücke

Die drei mechanischen Vintage-Taschenuhren mit Handaufzug sind Erbstücke. Die beiden Herrenuhren rechts und links sind von meinem Vater und Opa. Ich weiß leider nicht, welche wem gehörte. Die mittlere Damenuhr hat mein Mutter irgendwann gebraucht gekauft, ebenso wie die meines Vaters. Ob die meines Opas neu gekauft wurde und somit vermutlich noch eine Generation älter ist oder auch gebraucht gekauft wurde, weiß ich leider nicht.

Ein tickender Gruß aus dem Universum?

Lustigerweise fing die rechte Uhr wieder an zu ticken, nachdem ich sie vor ein paar Wochen aus der Schublade genommen habe. Jetzt beim Schreiben des Beitrags laufen alle drei sogar wieder. Dank einer Anleitung zum Aufziehen und Stellen einer Taschenuhr konnte ich alle Uhren einstellen. Sie sind alle mehrfach in den 1980ern Jahren beim Uhrmacher zu Reparaturen gewesen, die nie lange gehalten haben. Deshalb werde ich kein Geld dafür investieren.

Spiral Breguet 15 rubis Ancre ligne droite

Spiral Breguet 15 rubis Ancre ligne droite 14 Karat 585 Gold Taschenuhr Jugendstil

Spiral Breguet 15 rubis Ancre ligne droite 14 Karat 585 Gold Taschenuhr Jugendstil

Spiral Breguet 15 rubis Ancre ligne droite 14 Karat 585 Gold Taschenuhr Jugendstil

Spiral Breguet 15 rubis Ancre ligne droite 14 Karat 585 Gold Taschenuhr Jugendstil

Diese Uhr ist vermutlich die wertvollste der drei Taschenuhren. Ihr Zustand und Material ist am hochwertigsten. Im Deckel steht die Inschrift Spiral Breguet 15 rubis Ancre ligne droite. Dabei wurde auf Instagram und Facebook von hilfsbereiten Menschen die Schrift für mich entziffert und übersetzt. Breguet ist der Uhrenhersteller, Spiral Breguet benennt eine bestimmte Uhrenfeder in der Unruhe. 15 Rubis sind 15 Rubine in der Uhr und Ancre ligne droit steht für Anker rechtsläufig. 14 K im Deckel steht für 14 Karat, was 585 Gold entspricht. Welche Teile an der Uhr aus Gold sind und was nicht, ist mir dabei nicht klar. Vermutlich stammt sie aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts und ist dem Jugendstil zuzuordnen.

Taschenuhr für Damen

Taschenuhr für Damen Vintage

Taschenuhr für Damen Vintage

Taschenuhr für Damen Vintage

Die Damenuhr ist offenbar aus Silber, denn 800 ist eine Silberlegierung. Der Stempel könnte F&O zeigen, was auch immer das heißen mag. Ideen dazu werden gerne gehört. Diese Uhr macht sich gut als Kettenanhänger, dann ist sie eine Kettenuhr. Ich mag die kleinen verzierten Zeiger und wie die Minutenzahlen im Kreis geschrieben sind.

Hebdomas 8 Jours

Hebdomas 8 Jours / 8 Tage Taschenuhr Vintage

Hebdomas 8 Jours / 8 Tage Taschenuhr Vintage

Es gelingt mir nicht, diese Uhr zu öffnen, deshalb kann ich leider keine Inschrift lesen. Es ist bestimmt eine darin versteckt! Da ich die Uhr nicht mit einem scharfen Gegenstand zerkratzen möchte und mein Fingernagel zum Öffnen nicht reicht, bleibt es vorerst ihr Geheimnis. 8 Jours bedeutet, dass sie mit einmal Aufziehen 8 Tage laufen soll.

Taschenuhrenkette

Taschenuhrenkette Vintage

Die Uhrenkette ließe sich auch als Halskette tragen, aber die Verschlüsse sind hakelig. Ich trage dann doch lieber meinen normalen Schmuck. Keine Ahnung, aus was für Material sie ist. Ich vermute einen hohen Kupfer- und Messinganteil wegen der Farbe, einen Stempel sehe ich nicht und sie ist viel zu leicht, um aus Gold zu sein. Sie passt zu allen drei Uhren.

Bis auf weiteres werde ich die drei Uhren im meinem Erinnerungskästchen aufbewahren. Wenn jemand Interesse an ihnen hat, bin ich für einen Verkauf offen. Den Erlös würde ich mit der anderen Erbin teilen und etwas Schönes damit machen. Es sind zwar besondere Erinnerungsstücke, aber ich nutze sie nicht als Schmuckstücke.

Hast Du eine Taschenuhr? Was würdest Du mit diesen machen?

Breitling Sprint 2010/CR Fliegeruhr

Breitling Sprint 2010/CR Baujahr 1972 als Fliegeruhr im analogen Einsatz

Gastbeitrag von Thomas zur Blogparade Klassische Armbanduhren

Ich bin ein Schmuckmuffel. Jetzt ist es raus. Ich konnte mit Schmuck jedweder Art nie besonders viel anfangen und es fällt mir bis heute schwer zu erkennen, ob es sich bei dem Ring an der Hand einer schönen Frau um einen Ehering handelt … Uhren fallen für die meisten ja auch irgendwie unter das Thema Schmuck. Für mich nicht. Sie sollen einfach nur zuverlässig die Zeit anzeigen und beim Tragen möglichst wenig stören. Deswegen habe ich jahrzehntelang nur einfachste und sehr preiswerte Uhren gekauft und getragen.

Auf einmal war sie da

Das wäre bestimmt auch so geblieben, wenn sie mir nicht irgendwann über den Weg gelaufen wäre. Sie war klein, schlicht und solide. Aber irgendwie wirkte sie auf mich auch ein klein wenig edel. Nicht, dass dies eine Eigenschaft gewesen ist, der ich bis dahin in Zusammenhang mit einer Uhr irgendeine Bedeutung zugeschrieben hätte, aber jetzt war irgendwie alles anders. Das lag sicherlich daran, dass ich sie beim Sortieren des Nachlasses meines Opas plötzlich in der Hand hielt.

Breitling Sprint 2010/CR

Breitling stand auf dem Ziffernblatt. Kein Modell, das ich schon einmal bewusst gesehen hatte, aber das bedeutete bei mir ja auch nichts. Irgendwie zog mich die Kleine in ihren Bann und lies mich nicht mehr los. Es war eine Sprint Modell 2010/CR Baujahr 1972. Die Originalverpackung war noch dabei. Auf dem Preisschild mit dem Breitling-Logo stand 365 DM.

Kaufbeleg für eine Breitling Sprint 2010/CR Baujahr 1972

Für Sport-Fans und Erfolgstypen

Der Werbeprospekt, den ich sorgsam gefaltet in der Verpackung fand, versprach, dass dies die Uhr für „Sport-Fans und die modernen Erfolgstypen unserer Zeit“ sei. Keine Fliegeruhr also, für die die Marke Breitling eigentlich, soviel hatte sogar ich mitbekommen, bekannt ist. Dafür war sie aber im Gegensatz zu den meisten Fliegeruhren bis dato von einem Flieger getragen worden: Mein Opa hatte schon in den 1930er-Jahren seine Privatpilotenlizenz erworben.

Blieb die Frage, von wessen Zeit im Prospekt die Rede war? Egal – ich fand, dass diese Uhr irgendwie darauf gewartet hat, von mir gefunden zu werden. Erfolgstypen werden schließlich immer gebraucht und Sport wollte ich sowieso wieder mehr machen. Sie hatte nur einen entscheidenden Haken: Sie funktionierte nicht!!! … Aber wie das so ist am Anfang einer Liebe: Mann neigt dazu, das Wesentliche zu ignorieren. Also brachte ich sie zum Uhrmacher.

Eine Investition in die Zukunft

Nach vielen Ahs und Ohs erfuhr ich, dass es das Beste wäre, die Uhr zur Überholung ins Werk zu schicken. Was das kosten würde, fragte ich vorsichtig. Das gute Stück wäre es auf jeden Fall Wert, erhielt ich zur Antwort, und es wäre ja auch eine Investition in die Zukunft. Als ich sie wenige Wochen später wiederbekam, zahlte ich mehr als ich bis dahin für den Kauf aller Uhren in meinem Leben zusammen ausgegeben hatte. Inklusive aller Radiowecker und Küchenuhren. Aber was macht Mann, wenn er verliebt ist: Er zahlt gerne.

So ganz lies mich die investierte Summe aber nicht in Ruhe. Ich recherchierte ein wenig und fand heraus, dass sie unter Sammlern tatsächlich erheblich mehr Wert war, als ich bezahlt hatte. Gut, so war mein Gewissen beruhigt. Ich hatte also keinen Schmuck gekauft, sondern tatsächlich in die Zukunft investiert. Jetzt ergab sich jedoch ein neues Problem: Trotz aller Liebe zu ihr meldete sich die Vernunft. Ist es klug, eine solche Uhr im Alltag zu tragen?

Von Liebe und Vernunft

Trotz Überholung ist sie, so wurde ich gewarnt, aufgrund ihres Alters nicht mehr wasserdicht. Was ist, wenn ich sie versehentlich irgendwie kaputt mache oder sie womöglich verliere? Auf ersteres ist die Antwort einfach: reparieren lassen. Über letzteres denke ich lieber nicht zu viel nach, aber wenn ich im Garten arbeite oder zum Segeln gehe, lasse ich sie lieber zu Hause. Auch wenn die Liebe groß ist, verträgt sie sich halt nicht immer mit allen Hobbys, die Mann so hat.

Breitling Sprint 2010/CR Baujahr 1972 als Fliegeruhr im Einsatz

Was ist jetzt das wirklich Besondere an dieser Uhr? Nun, dass es eine echte Fliegeruhr ist, ich diese Tradition mit ihr fortsetzen und auch schon viele Stunden mit ihr als Pilot in der Luft verbringen durfte. Fast genauso wichtig ist, dass man ihr nicht auf den ersten Blick ansieht, dass es sich um ein kleines Schätzchen handelt.

Danke an Thomas für den Gastbeitrag und die Fotos!

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