3x umgezogen ist wie 1x abgebrannt

BettbezugKennt Ihr diesen Ausspruch auch? Natürlich bringt ein Umzug für gewöhnlich keinen Totalverlust. Aber die Sachen gehen verloren, werden beschädigt und mit jedem Umzug verändert sich nicht nur der Hausstand, sondern auch das ganze Leben. Ich bin in den 1990er gefühlt ständig umgezogen und meine armen Freunde, die immer schleppen durften, werden mit mir froh sein, dass ich jetzt schon seit elf Jahren meine Heimat in der Fischbeker Heide am Stadtrand von Hamburg gefunden habe.

Gebrauchsgüter

Irgendwann kommt aber leider auch ein bestehender Hausstand in die Jahre. Auch ohne Umzüge und andere Widrigkeiten gehen Sachen kaputt, die ich nie wieder im Leben neu kaufen wollte oder die ich (vielleicht als zu) selbstverständlich erachte. Damit meine ich jetzt nicht die gerne in einem Schwung kaputt gehenden Elektrogeräte (da habe ich mal in einer Woche Mixer, Mixstab, Wasserkocher und Toaster geschrottet, zwei Waschmaschinen habe ich auch in zwei Wochen auf dem Gewissen oder eben dem Zahn der Zeit). Ich meine so Sachen wie Bettwäsche. Ich liebe schöne Bettwäsche, verwende nur Sets und habe (Minimalismus sei Dank) nur 3 Doppelgarnituren im Haus.  Wenn die dann mehr oder minder den Geist aufgeben, ist das nicht nur nervig, sondern auch echt teuer. Eine neue seht Ihr auf dem Foto. Neulich könnte ich das Bett nicht ohne zu Waschen frisch beziehen, weil das Gästebett noch bezogen war. Ich bin dann doch zur Erkenntnis gelangt, dass zwei Bettlaken in einem Haushalt eins zu wenig ist.

Alltagskram

Lavendelseife im Stück habe ich mehrfach für Jahre im Voraus auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt gekauft. Letztes Jahr war der Stand nicht da. Jetzt ist meine geliebte Seife aus und keine Alternative in Sicht. Ist das ein Zeichen? Im Büro gingen mir gestern die Karteikarten aus – so ein Paket hält viele Jahre. Sogar die Kugelschreiber um mich herum hauchen reihenweise ihr Leben aus. Gestern habe ich meine Lieblingspfanne endgültig überhitzt und dem Müll übergeben. Zeitgleich löst sich die Unterwäsche auf. Das ist ein Problem, wenn man Massenkäufe macht, wenn man etwas Passendes findet. Es geht dann auch alles zum etwa gleichen Zeitpunkt kaputt. Kniestrümpfe gehören auch dazu.

Luxusproblem?

Zum Glück bin ich derzeit der luxuriösen Lage, mir all diese Dinge neu kaufen zu können, auch wenn es dem Konto mal weh tut. Ich weiß sehr gut, dass nicht jeder in dieser Lage ist. Trotzdem macht das mit mir mehr, als dass ich nur neue Gebrauchsartikel kaufen. Es führt mich zu der Frage: Lohnen sich gefühlte Anschaffungen fürs Leben noch mit 43? Alle meine Umzüge überlebt hat u.a. übrigens ein Küchensieb aus Stahl, das fast täglich gute Dienste leistet. Das habe ich mich jetzt kaum zu Schreiben getraut, bei meinem aktuellen Glück …

Was denkt Ihr in solchen Momenten?
Was ist für Euch eine Anschaffung fürs Leben?