Modemathematik

Modemathematik

Da ich ganz verliebt bin in das Wort, weil es die optimale Verbindung von lebensfroher Mode mit sachlichem Kalkül verbindet, gönne ich ihm noch mal einen kleinen eigenen Beitrag. Den Begriff habe ich erstmals in Nina Garcias Buch Der perfekte Kleiderschrank gelesen – er steht dort auf Seite 91: “Der Preis ist bedeutungslos, er lässt sich immer durch die Regel der Modemathematik rechtfertigen: Kosten geteilt durch die Male, die das Teil getragen wird, ergibt unschätzbar wertvoll.”

Genau mein Reden! Nur dass ich bis dahin kein so schönes Wort dafür hatte, sondern es Kosten-Pro-Mal-Tragen genannt habe. Letztendlich kommt es genau darauf an. Ein Billigteil, das ich nur einmal trage, ist so teuer als ein scheinbar teures Teil, das ich ganz oft trage. Genau diese Rechnung stelle ich bei jedem Stück auf, bevor ich kaufe. Natürlich lässt sich die Tragehäufigkeit nicht exakt vorhersagen. Aus Erfahrung liege ich jedoch ganz gut mit meinen Schätzungen. Am besten sind natürlich günstige Sachen, die oft und über einen langen Zeitraum immer wieder getragen werden. Das sind dann die wahren Schnäppchen.

In diesem Sommer habe ich mich bereits von einigen Sachen getrennt, weil sie aufgetragen waren: 2 Tuniken, 1 Hose, 1 Bluse und 1 Tunika wird noch folgenden. Bis auf eine Bluse – die ein Notkauf war, weil ich mich auf dem Weg zum Kunden mit Tomatensoße bekleckert habe – wurden alle Sachen 2,5 Jahre regelmäßig getragen.

Die Rechnung geht auf!

"Man muss Stil haben, um ihn sich kaufen zu können"

Karl Lagerfeld muss es wissen – schließlich hat er selbst einen höchst eigenen Stil. Ob ich seinen Stil nun mag oder nicht, spielt keine Rolle. In jedem Fall stimme mit ihm darin überein, dass nur Geld alleine niemals reicht, um stilvoll gekleidet zu sein. Klar ist es einfacher, mit viel Geld schöne Sachen zu kaufen als mit wenig. Mit wenig Geld braucht man dafür mehr Zeit, Geduld und muss passende Quellen kennen. Alles Geld der Welt nützt aber nichts, wenn Sie damit stillose Sachen kaufen – und davon gibt es genug.

Neben dem Portemonaieinhalt spielt die innere Einstellung ein große Rolle

  • Fühle ich mich billig, sehe ich billig aus.
  • Fühle ich mich hochwertig, wirke ich hochwertig.

Kleidung und Accessoires bilden dann nur noch den passenden Rahmen.