Reframing: Vorteile eines breiten Beckens

Ines Meyrose Outfit 20171010 – Marineblau am Herbstfarbtyp mit Braun kombiniert– Foto Bärbel Ribbeck

Copyright Foto: Bärbel Ribbeck

Ich bin keinesfalls der Ansicht, dass man alles an sich lieben muss. Sich insgesamt im besten Sinne O.K. zu finden, reicht völlig aus. Wenn es dann noch etwas gibt, was man besonders gerne an sich mag, ist viel erreicht.

Wenn wir bei Wünsch Dir was wären, würde ich mir andere Ohren wünschen. Die habe ich bereits als Kind einer Schönheitsoperation unterziehen lassen, sie wurden angelegt. Oben stehen sie immer noch ab und ich finde sie zu fleischig. Deshalb bevorzuge ich zum Beispiel Fotos von mir, auf denen die Ohren nicht frontal zu sehen sind. Könnte mein Fotograf sich mal merken … Bärbel achtet da inzwischen großartig drauf, wenn sie Fotos von mir macht – siehe oben.

Auf meine Geheimratsecken, die ich schon als Kind hatte, könnte ich verzichten. Regelmäßiger Wechsel der Seitenscheitelseite hilft beim Kaschieren. Bei der Oberkörperlänge würde ich mir ein paar Zentimeter dazu kaufen, weil ich dann einfacher in Oberteile passen würde, und der Busen könnte kleiner sein, weil ich dann schlanker aussehen würde und BHs billiger wären. Aber das ist alles nicht wichtig.

Ines Meyrose – Outfit – 20180422 – Sweatshirt mit Kapuze CLOSED X F.GIRBAUD – Jeans Baker verkürzt – CLOSED – Sneaker New Balance – sportlicher Look einer Ü40 Bloggerin

Dafür würde ich nicht den einen Wunsch einlösen, den ich vielleicht von einer Fee für Veränderungen hätte. Was mich aber oft nervt, ist das breite Becken. Mal davon abgesehen, dass ich mir schon als Jugendliche von Erwachsenen unpassende Kommentare über das gebärfreudige Becken anhören durfte.

Da ich das Becken nun aber so gar nicht schmaler machen kann, weil es schlichtweg aus Knochen besteht, die ich nicht brechen möchte, brauche ich eine andere Lösung dafür. Das Stichwort heißt Reframing. Wobei ich bei der Recherche nach der Wortherkunft festgestellt habe, dass ich es bisher falsch geschrieben habe. Es heißt Reframing, nicht Refraiming. Der enthaltene Rahmen frame schreibt sich natürlich ohne i! Reframing heißt auf Deutsch Umdeutung.

Es geht beim Reframing kurz gesagt darum, etwas eine andere Bedeutung oder Sichtweise zu geben, indem man es anders betrachtet. Scherben bringen Glück ist ein einfaches Beispiel dafür. Wenn Du etwas aus einer anderen Perspektive oder in einem anderen Rahmen betrachtest, kannst Du Dinge positiver oder negativer sehen. Die Frage ist hier also, was sich die Natur dabei Gutes gedacht hat, mir das breite Becken zu verpassen.

5 Vorteile meines breiten Beckens

  1. Standfestigkeit. Durch das breite Becken stehen meine Füße weit auseinander bei entspannter Haltung. Dadurch schubst mich keiner so schnell um.
  2. Sicherheit. Durch den festen Stand strahle ich eine sichere innere Haltung aus. Der Betrachter schließt von der äußeren Wirkung auf die innere Haltung.
  3. Hosen bleiben an der Oberschenkelinnenseite heil. Weil meine Beine soweit auseinanderstehen, reiben meine Hosen in der Mitte nicht kaputt, wie es bei Menschen mit schmalerem Becken häufig vorkommt.
  4. Kleider und Röcke sind mit nackten Beinen tragbar. Unterwäsche an, Kleid drüber, Schuhe an und ich bin fertig angezogen. Auch an heißen Tagen reiben meine Oberschenkel nackt nicht störend aneinander. Leggings trage ich nur, wenn ich mir der Sinn danach steht. Zum Schutz meiner Haut brauche ich weder Strumpfhosen, Leggings, Radlerhosen, Babypuder oder spezielle Cremes. Ein Luxus, der mir immer erst bewusst wird, wenn ich sehe, wie andere Frauen damit eingeschränkt sind. Einen Wolf will sich niemand laufen.
  5. Meine Taille wirkt schmaler als sie ist. Hätte ich ein schmaleres Becken bei gleichem Oberkörper, wäre kaum Taille vorhanden. Das würde ich schade finden, denn ich mag meine Taille, auch wenn ich sie selten zeige.

Welchen Körperteil magst Du an Dir nicht gerne? Wie sieht das Reframing aus?