Lesetipp: Zurück ins Leben

Werbung – Rezensionsexemplar

Der Kind der Wellen von Rebecca Martin

Der Kind der Wellen
von Rebecca Martin

Der Roman spielt in zwei Ebenen: 1919 in Mainz und 2019 in Nordfriesland auf dem Land bei Husum. Lisa, verheiratete Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter, hat 2018 diese Tochter bei einem Badeunfall in der Nordsee verloren. Sie hat nicht richtig aufgepasst, das Kind ist alleine ins Wasser gegangen und in der Folge gestorben. Jeder weiß, wie blitzschnell kleine Kinder verschwinden können, wenn man sich nur kurz umdreht. Meistens geht es gut, in diesem Fall leider nicht.

Lisa kommt mit dieser Schuld nicht klar und flieht vor ihrer verbliebenen Familie in ihr Ferienhaus nach Nordfriesland. Dass ihr Mann Lukas nicht begeistert davon ist, dass sie ihn und die beiden Söhne Johnny und Neo über Monate ohne Kommunikation alleine lässt, kann man sich denken.

Versunken in Trauer und Selbstmitleid entdeckt Lisa einen Wasserschaden am Dach der alten Villa und beauftragt den alten Schreiner Lars mit der Reparatur. Sein Sohn Jonas geht ihm dabei zur Hand, weil Lars nach einem Schlaganfall noch nicht ganz wieder fit ist.

Wenn man bei einem alten Haus erst einmal anfängt, daran zu arbeiten, nimmt es kein Ende. Das Dreierteam nimmt sich einen Raum nach dem anderen vor. Dabei findet Lisa auf dem Dachboden in einem alten Ofen offenbar versteckte gemalte Bilder und Notizen zu einem Märchen über eine Meerjungfrau. Irritierend ist, dass die Aquarelle genau den Strandabschnitt mit einer Sandbank zeigen, an dem das Unglück mit ihrer Tochter Millie passiert ist.

Zusammen mit ihrer Nachbarin Frau Peters, die im Dorf alles und jeden kennt, versuchen Jonas und Lisa herauszufinden, ob das Märchen auf einer wahren Geschichte beruht. Dabei finden Sie in einem Zeitungsarchiv Informationen über eine junge Frau, Vicky, die 1920 ihr Kind auf der Sandbank im Rahmen der Geburt verlor. Wer war diese Frau, was wurde aus dem Kind und was haben Vicky und Lisa vielleicht gemeinsam? Im Lauf der Aufarbeitung der Geschichte von Vicky findet Lisa in kleinen Schritten wieder zu sich selbst zurück.

Der Kind der Wellen von Rebecca Martin - Seite 310

Der Kind der Wellen von Rebecca Martin – Seite 310

Zu dem Teil der Geschichte, der 1919 in Mainz spielt, möchte ich hier nichts verraten, um dem Roman nicht die Spannung zu nehmen. Interessant finde ich bei diesem Handlungsstrang den geschichtlichen Hintergrund. Ich wusste nicht, dass Mainz nach dem ersten Weltkrieg unter französischer Besatzung stand und auch nicht, dass 4000 Algerier und Marokkaner in Mainz stationiert waren, senegalesische Bataillone waren ebenfalls dabei (siehe Seite 310). Der Begeisterung der Mainzer, die meinten, den Krieg zu Unrecht verloren zu haben, darüber kann man sich gut vorstellen, oder? Mit der Weltoffenheit war es selbst bei den Kaufleuten in dem Roman schnell vorbei, wenn die eigene Familie damit in Berührung kam.

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Diana Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt. Von der Autorin habe ich Dir 2019 den Roman Die vergessene Freundin (Rezensionsexemplar) vorgestellt, der mir sehr gut gefallen hat. Er hat fünf Sterne von mir bekommen. Das Kind der Wellen bekommt vier Sterne im Bewerbungsportal von mir.

Vier Sterne stehen bei mir für absolut lesenswert, es gibt nur Kleinigkeiten, die mich beim Lesen irritiert haben. Mich hat gestört, dass der Aspekt, dass Lisa ihre lebenden Kinder so sehr hat links liegen lassen, nur am Rand behandelt wurde. Teilweise war ich beim Lesen etwas sauer auf Lisa, weil sie sich aus meiner Sicht extrem egoistisch verhalten hat. Anderseits kann man eben nur, was man kann und sie konnte eben nicht mehr. Das zu akzeptieren, war für sie ein Schritt zur Heilung. So gesehen hat sie vielleicht den einzigen Weg gewählt, der sie selbst retten konnte und damit dann eben auch die Mutter der zwei Söhne. Der Vater tat mir weniger Leid dabei, was unfair von mir ist, aber der schien damit besser klar zu kommen. Dass Beziehungen an so einem Schicksal zerbrechen, ist keine Seltenheit.

Zum Glück basiert der Roman auf Fiktion und wenn er auf einer wahren Geschichte beruhen würde, stünde mir eh kein Urteil über das Handeln von Lisa zu. Durchgelesen habe ich die 448 Seiten in zwei Tagen, gefesselt hat mich die Geschichte also durchaus.

Ist das ein Buch für Dich?


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Lesetipp: Norddeutsche Kindheit – Orange & Meer

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Sommer in Super 8 von Anne Müller

Sommer in Super 8
von Anne Müller

Sommer ist Super 8 ist der erste literarische Roman von Anne Müller, von der ich Dir im Mai das Buch Zwei Wochen im Juni (Rezensionsexemplar) vorgestellt habe. Es wurde mir ebenfalls vom Penguin Verlag (Werbung) zur Verfügung. Der Klappentext lautet

“In Schallerup steht ein Schild mit der Aufschrift Schönes Dorf. Hier wächst Clara als mittleres von fünf Kindern in eine Landarztfamilie auf, mit Ausflügen an die Ostsee, abendlicher Hausmusik und den aufregenden Filmvorführungen der neuesten Super-8-Filme. Die Mutter klug, hübsch und mit etwas mehr Chic als die andern Dorffrauen, der Vater von seinen Patienten geschätzt, weltmännisch und witzig. Die Partys, zu denen die Königs einladen, sind legendär. Doch zunehmend erschüttern die Eskapaden des Vaters das Familienleben. Clara, die ihren Vater über alles liebt, macht sich große Sorgen. Eines Tages spitzt sich die Situation zu.

Mit feinem Humor erzählt Anne Müller vom Aufwachsen in einer scheinbar perfekten Familie – und lässt die 70er-Jahre mit Tritop, Apfelshampoo und Super-8-Filmen wieder auferstehen.”

Die Geschichte von Clara beamt Dich in die Zeit der 1970er. Ich bin in der Zeit in einem Dorf in der Nähe von Hamburg aufgewachsen und große Teile der Geschichte könnten meine sein. Das ist das Geheimnis der Geschichte: das Identifikationspotenzial für die Leserin. Die Outfits für Dates und Tanzstunden, der orangefarbene Fön mit Bürstenaufsätzen (unserer hatte ganze 400 oder 500 Watt, yeah!, der war quasi ein Tornado!). Clara ist Jahrgang 1963, aber das Leben unterscheidet sich nicht nennenswert von dem in den frühen 1970ern geborenen Dorfkindern mit ähnlichem Sozialgefüge in der Familie.

Fassade, Fassade, Fassade …

Sommer in Super 8 von Anne Müller - Seite 34

Sommer in Super 8 von Anne Müller – Seite 34: Delial Faktor 2 – wer kennt das nicht?

Die nachdenkliche Grundhaltung Claras bestimmt den Roman. Er ist in der Sprache eine Teenies geschrieben, was für mich beim Lesen ungewohnt war. Es könnte schlichtweg Claras Tagebuch sein. Ich konnte mich gut in das Leben Claras einfühlen, was als Reise in die eigene Vergangenheit schön war, mich aber unter dem Hinblick der schweren Ereignisse in ihrem Leben traurig gestimmt hat. Positiv formuliert: Ich habe mit der Hauptprotagonistin gelitten.

Als Zielgruppe für das Buch sehe ich Frauen zwischen 40 und 60 oder deren Mütter, die diese Zeit selbst erlebt haben und Lust haben, sich daran zu erinnern. Spannend fände ich zu wissen, wie es einem beim Lesen geht, wenn man in einer anderen Gegend Deutschlands aufgewachsen ist. Wie war das in Bayern, Köln oder in der DDR in der Zeit?

Mir hat das Buch gefallen. Es bekommt im Gegensatz zu Zwei Wochen im Juni jedoch nur 4 von 5 Sternen von mir. Es hat mich nicht so gefesselt. Mir gefiel die erwachsene Sprache bei dem zweiten Roman der Autorin besser als der Teenieblick hier. Dennoch finde ich es absolut lesenswert.

Wie kommst Du online an das Buch?

Seit kurzem verlinke ich die Bücher hier im Blog nicht mehr mit Affiliate Links. Auf der oben verlinkten Verlagsseite findest Du Bestelloptionen beim Verlag selbst, aber auch bei Amazon.de, Weltbild.de, Thalia.de, Bücher.de, eBook.de, geniallokal.de und Hugendubel.de – da sollte für jeden etwas dabei sein, der online kaufen möchte.

Es handelt sich dabei Stand heute übrigens mindestens bei einigen Links auf der Verlagsseite zu diesen Anbietern um Affiliate Links. Woran erkenne ich das? Wenn Du beim Verlag auf den Link klickst, siehst Du im Browser, bevor Du beim angeklickten Händler landest, ganz kurz eine URL, die awin1.com oder tradedoubler.com enthält. AWIN und Tradedoubler sind Affiliate-Marketing-Netzwerke. Du kannst also davon ausgehen, dass der Verlag für den Verkauf eine Provision erhält – das Geld bleibt dann immerhin in der Branche.

Wo kaufst Du Deine Bücher? Ist Sommer in Super 8 ein Roman für Dich?


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Lesetipp: Leben in zwei Welten

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Kinder Ihrer Zeit von Claire Winter Cover

Kinder ihrer Zeit
von Claire Winter

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Diana Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt. Zur Einführung der Klappentext

“Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder.

Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos.

Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden …”

Das Buch wurde mir bereits vor der offiziellen Veröffentlichung zugesendet, so dass diese Rezension heute direkt am Erscheinungstag online gehen kann. Ich habe es am Wochenende verschlungen. Von Claire Winter habe ich Dir im Blog bereits Die Schwestern von Sherwood und Die geliehene Schuld vorgestellt. Auch ihren Roman Die verbotene Zeit habe ich gelesen, aber nicht verbloggt. Ich war sehr gespannt auf den neuen Roman.

In den letzten Jahren habe ich einige Bücher gelesen, die im geteilten Deutschland in der Nachkriegszeit spielen. Für mich sind besonders die 1950er und 1960er dabei interessant, weil ich sie nicht live erlebt habe. Kinder ihrer Zeit beginnt nach dem Prolog zwar 1945, springt dann aber schnell ins Jahr 1950, in dem die Haupthandlung beginnt. Es endet 1961 mit dem Mauerbau.

Die Handlung spielt in der meistens Zeit in West-Berlin, beleuchtet aber die Vorurteile und Vor- und Nachteile der DDR und BRD zum damaligen Zeitpunkt. Die Wege der Protagonisten in Berlin werden genau beschrieben, so dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mit ihnen durch die Straßen zu gehen. Da ich über Jahre hinweg immer wieder in Berlin zu Gast war, kenne ich mich ein bisschen in der Stadt aus.

Interessant ist mir für mich dabei immer wieder das Gedankenspiel, wie ich mich selbst in der Zeit verhalten hätte. Wäre ich als DDR-Bürger in Ost-Berlin in den Westteil geflüchtet und hätte ich der BRD leben wollen? Oder hätte mir der Grundgedanke des Sozialismus gefallen? Wie wäre das Verhältnis zur Stasi gewesen? Was für eine Einstellung hätte ich als BRD-Bürger in West-Berlin der DDR gegenüber gehabt? Die Fragen sind letztlich ähnlich denen, die ich mir stelle, wenn ich an die NS-Zeit denke. Man weiß nie, wo man wirklich gestanden und wie man sich in der Lage verhalten hätte. Mehr möchte ich zum Inhalt des Buchs nicht verraten, falls Du es lesen möchtest. Von mir bekommt es in den Bewertungsportalen fünf Sterne.

Ist das ein Roman für Dich?


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Lesetipp: Pflichtlektüre für Schwedenkrimifans

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Hagebuttenblut: Thriller (Die Charlie-Lager-Serie, Band 2) von Lina Bengtsdotter

Hagebuttenblut: Thriller (Die Charlie-Lager-Serie, Band 2)
von Lina Bengtsdotter

Im letzten Sommer habe ich Dir Band 1 der Charlie-Lager-Serie Löwenzahnkind (Rezensionsexemplar) empfohlen. Seit dem Lesen der letzten Seite habe ich auf dieses Buch gewartet! Auch dieser Thriller wurde mir als Rezensionsexemplar vom Penguin Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt.

Wie bereits in Band 2 wollte die Stockholmer Ermittlerin Charlie Lager nie wieder in ihren Heimatort Gullspång zurückkehren. Nun ist es allerdings so, dass sie ihr Leben immer noch nicht so im Griff hat, wie ihr Chef sich das für eine verantwortungsvolle Ermittlerin vorstellt, und er ihr nahelegt, Urlaub zu nehmen. Dass sich ein Journalist, den sie aus dem letzten Fall kennt, für einen alten ungelösten Fall interessiert, der in Gullspång passiert ist, lässt sie dem Wunsch ihres Vorgesetzten zustimmen. Sie nimmt sozusagen privaten Ermittlungsurlaub und verbindet es damit, ihrer Freundin vor Ort zu helfen, die mir vier Kindern sitzen gelassen wurde.

Bei dem ungelösten Fall geht es um die sechszehnjährige Francesca, die vor 30 Jahren spurlos verschwunden ist. Das für Ferien genutzte riesige Herrenhaus steht seitdem leer, die Eltern und Schwester von Francesca sind nie wieder dorthin zurückgekehrt. Als Charlie vor dem Gebäude steht, kommen Erinnerungsfetzen hoch, die verdeutlichen, dass sie selbst in irgendeiner Form mit dieser Familie verbunden ist und ihre Mutter dort bekannt ist. Beim Nachforschen stellt sich heraus, dass keiner im Ort Interesse daran hat, den alten Fall zu lösen …

Die Perspektivwechsel machen das Buch spannend. Dabei gefällt mir besonders, dass der Schreibstil der Autorin sich deutlich ändert. Teile sind aus Sicht von Francesa geschrieben, was ich besonders gelungen finde.

Auch Band 2 ist für mich kein Thriller, sondern ein Krimi. Er ist spannend, aber das Herz blieb mir beim Lesen nicht gerade stehen. Ein Pageturner ist es in jedem Fall, ich habe das Buch ebenso in einem Rutsch verschlungen wie Band 1. Ich halte es für hilfreich, Band 1 vor Band 2 zu lesen, weil es viele Bezüge zu Vorkommnissen und Enthüllungen aus Band 1 gibt. Es gibt zwar kurze Erklärungen dazu, aber die geben keinen ausreichenden Einblick, um die Tiefe der gesamten aktuellen Geschichte zu verstehen. Die Frage ist jetzt nur: Wann kommt Band 3?

Was liest Du gerade?


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Lesetipp: 20 Frauen des 20. Jahrhunderts, die ihren eigenen Weg gegangen sind

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Skandalös: Das Leben freier Frauen. Von Marguerite Duras bis Nina Simone von Cristina de Stefano

Skandalös: Das Leben freier Frauen. Von Marguerite Duras bis Nina Simone
von Cristina de Stefano

Das Buch enthält Porträts von Tallulah Bankhead, Louise Bourgeois, Pearl S. Buck, Lydia Cabrera, Claude Cahun, Marguerite Duras, Elsa von Freytag-Loringhoven, Tove Jansson, Toto Koopman, Else Lasker-Schüler, Clarice Lispector, Mina Loy, Grace Metalious, Nahui Olin, Jean Rhys, Niki de Saint Phalle, Albertine Sarrazin, Annemarie Schwarzenbach, Nina Simone, Violet Trefusis. Es wurde mir als Rezensionsexemplar vom btb Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt.

Mir sagte spontan nur ein Name aus der Liste etwas: Else Lasker-Schüler. Kennst Du diese Frauen? Wenn nicht, lies einfach das Buch! Die Frau lebten alle im 20. Jahrhundert und haben gemeinsam, dass sie nicht um Konventionen geschert haben. Viele ihrer Lebens- und Kunstformen würden hier und da auf der Welt auch heute noch für Aufsehen sorgen. Sie haben sich genommen, was sie wollten: Frauen, Männer, Rauschmittel, Freiraum, Lebensenergie, einen eigenen Stil. Damit haben sie für gesellschaftliche Skandale gesorgt, die teilweise bis heute bekannt sind.

Die Portraits der Frauen beginnen mit einem Foto. Viele der Frauen sind auffallend schön und wenn nicht schön, haben sie ein extrem prägnantes Aussehen. Cristina de Stefano fasst auf sechs bis neun Seiten die entscheidenden Lebensmomente jeweiligen Frau zusammen. In der Mitte hatte ich beim Lesen kurz einen Hänger, aber dann war ich direkt wieder gefesselt. Die Art, frei zu leben, gleicht sich bei vielen der Portraitierten, aber dennoch hat jede ihre eigene spannende Geschichte.

Ist das Buch etwas für Dich?


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Lesetipp: Der Sommer unseres Lebens

Werbung mit Rezensionsexemplar

Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe

Unsere glücklichen Tage
von Julia Holbe

Draußen sind über 25 Grad und das ist ideales Wetter, um sich in einen nicht enden wollenden Sommer an der französischen Atlantikküste, an der ich noch nie war, zu träumen, den die vier Freundinnen Lenica, Marie, Fanny und Elsa verbringen.

Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe - Seite 1

Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe – Seite 1

Der Roman beginnt damit, dass Elsa – aus deren Ich-Perspektive er geschrieben ist, sich nach vielen Jahren mit Marie in Luxemburg trifft, nachdem sie ihr zufällig über den Weg gelaufen ist. Das Ende des damaligen Sommers der jungen Studentinnen ist nämlich auch das Ende Ihrer Freundschaft. Oder nicht? Etwa 30 Jahre später (geschätzt von mir, ich erinnere mich nicht, ob es irgendwo in dem Buch steht) unternehmen die Frauen heute eine Reise in die Vergangenheit, bei der Sean, ein Freund von Lenica, erneut eine zentrale Rolle spielt.

Das Buch hat 320 Seiten und dennoch habe ich eine Woche daran gelesen. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise lese ich bei Belletristik durchschnittlich eine Seite in einer Minute und ich hatte Zeit zum Lesen. Bei diesem Buch habe ich mindestens doppelt so viel Zeit pro Seite gebraucht. Woran lag das? Die Geschichte hat mich in ihrer Intensität und den genauen Beschreibungen der Momente gefangen genommen. Obwohl die meisten Sätze kurz und einfach zu verstehen sind, habe ich diverse Absätze mehrfach gelesen, weil sie entweder so schön waren oder ich sicher sein wollte, alles erfasst zu haben. Der folgende Absatz ist ein Beispiel dafür

Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe - Seite 265

Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe – Seite 265

Es geht in der Geschichte um Freiheit, Vertrauen, Liebe, Leidenschaft, Verlust und Freundschaft. Was wäre gewesen, wenn/wenn nicht … und was können die Beteiligten heute aus der Situation machen, damit es ihnen möglichst gut damit geht? Der Roman ist einerseits sommerlich-leicht und anderseits haut er mit voller Gefühlswucht zu, ohne auch nur einen Moment kitschig zu sein.

Mehr möchte ich nicht verraten, um Dir die Spannung zu erhalten, falls Du das Buch lesen möchtest. Danke an den Penguin Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar. Von mir bekommt der Roman vier Sterne. Warum keine fünf? Ich hätte es mir etwas komprimierter gewünscht, aber dennoch empfehle ich es gerne.

Welcher war der Sommer Deines Lebens und was hat ihn dazu gemacht?


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Lesetipp: Finde Deine Wurzeln, um zu sehen, wer Du sein möchtest

Werbung – Rezensionsexemplar – für das Buch Belmonte von Antonia Riepp

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag (Werbung) unaufgefordert als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Eigentlich schätze ich es nicht, wenn mir Pressemuster ohne vorherige Absprache zugesendet werden, siehe Seite Presse/PR. In diesem Fall hat der Verlag allerdings Glück, dass ich das Buch dennoch vorstelle, denn es gefällt mir, ich hätte es auch selbst gekauft und dann verbloggt. Also gibt es keinen Grund, es nur aus Prinzip nicht vorzustellen.

Wer sich jetzt fragt, warum ich mich nicht grundsätzlich über kostenfreie Zusendungen freue, hat keine Vorstellung davon, was einem als Blogger alles zum Bewerben angeboten wird. Ich ziehe es vor, die Wahl zu haben und besprechen zu können, was für Erwartungen der Absender mit der Zusendung verknüpft, bevor ich die Ware in die Händen halte und ggf. nicht weiß, wohin damit. Aber nun zu dem Buch, über das ich mich gefreut habe …

Belmonte ist eine deutsch-italienische Familiensaga. Die Hauptrollen spielen Simona (heute) und Franca (ab 1944). Simona ist bei ihrer italienischen Oma Franca im Allgäu aufgewachsen. Zu ihrer Mutter Marina hat sie ein schwieriges Verhältnis, der Vater wird ihr verschwiegen. Das macht es alles nicht einfacher, sich auf die Beziehung mit ihrem Freund Sebastian einzulassen, weil ihr Teile ihrer Wurzeln fehlen. Als Landschaftsgärtnerin kommen ihr folgende Gedanken (Seite 58) vor Augen:

“Man kann doch keine Gene weitergeben, die man gar nicht kennt. Das kann doch nicht machen, oder? Ich kreuze doch auch keine zwei Tomatensorten, wenn ich über die eine Sorte nichts weiß.”

Ein schönes Bild, oder? Man muss nicht immer alles wissen, aber die Vergangenheit gehört zur Zukunft und niemand ist ein unbeschriebenes Blatt. Zu wissen, wer man ist, gibt Sicherheit, die Simona fehlt.

Franca ist in Italien aufgewachsen und nach der Schule in den 1960ern ausgewandert. Als sie überraschend stirbt, erbt Simona ein Haus in den italienischen Marken in der Heimat Francas, von dem sie bis dahin nichts geahnt hat. Sie fährt spontan hin und begibt sich damit auf eine Reise, die nicht nur die eigene Vergangenheit in neuem Licht erscheinen lässt, sondern die ihrer ganzen Familie. Sebastian ist nicht begeistert davon, dass Simona dort alleine abtaucht und am Ende steht natürlich die Frage, wie oder ob es mit den beiden weiter geht.

Fazit

Ein schöner Roman für die Sommerferien mit Familie, Kitsch und ein bisschen Drama.


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