Zwischen Berlin und Wien – 1936 und 2018 – eine Lebensgeschichte

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

(Affiliate Link auf dem Cover)
Die Fliedertochter: Roman (Affiliate Link)
von Teresa Simon

Berlin 2018 – Paulina wird von ihrer Nenn-Oma Toni nach Wien geschickt, um ein Erbe anzutreten.

Berlin 1936 – Sängerin und Tänzerin Luzie träumt von einer Karriere als Schauspielerin und schlägt sich auf der Bühne als Tingel-Tänzerin durch. Die Jüdin flüchtet wegen des steigenden Einflusses der Nazis nach Wien zum nicht-jüdischen Teil ihrer Familie und es gelingt dort, ihre Herkunft zu verschleiern. Nach dem Tod ihrer jüdischen Mutter in Berlin wurde sie von ihrer in Wien lebenden christlichen Tante väterlicherseits schon vor vielen Jahren adoptiert. Sie kommt als Jugendsünde der Tante, die ab dem Moment offiziell ihre Mutter ist, nach Wien und wird Teil der Familie, zu der auch Sohn Peter gehört.

Wien 1936 und 2018 – Du begleitest beim Lesen Luzie auf ihrem Weg durch die Nazizeit in Wien bis zum Winter 1943/44. Es ist die Welt des Theaters, aber auch die der verschlungenen Liebe zu zwei Männern und der Gefahr durch Verfolgung. Das Erbstück, das Pauline in Wien abholen soll, ist das Tagebuch von Luzie, was sie verschlingt. Überreicht wird das Tagebuch von Lena, Peters Tochter. Pauline verbringt einige Tage bei der Familie, die einen Sohn, Moritz, in wiederum ihrem Alter hat. Zusammen mit dem Künstler Moritz und seinem Freund Tamás erkundet sie die Spuren Luzies in Wien. Doch was hat ihre Nenn-Oma mit der Geschichte zu tun? Lies selbst!

Das Buch aus dem Heyne Verlag (Werbung) habe ich als Rezensionsexemplar erhalten. Es hat 496 Seiten. Die ersten 100 habe ich in einem Rutsch verschlungen, die nächsten 150 auch, dann zog es sich ein wenig und am Ende wurde es mir ein bisschen zu kitschig. Dennoch habe ich es gerne gelesen. Es bringt einen Einblick in diese Zeit der Geschichte, den ich noch nie aus Wiener Sicht betrachtet habe.

Warum das Buch Die Fliedertochter heißt, erfährst Du übrigens auf Seite 433. Andrea vom Blog here I am – wir haben einen ähnlichen Romangeschmack – hat kürzlich Werbung für das gleiche Buch gemacht. Vielleicht interessiert Dich eine weitere Rezension?

Kennst Du Romane von Teresa Simon? Wie gefallen sie Dir?

(Affiliate Link)

Was ich heute gelernt habe – März 2019

Werbung – Rezensionsexemplar, Affiliate Links von Amazon und Namensnennungen ohne Auftrag

Azalee

  1. Das Wasser auf der wilden Meerseite von Sylt heißt Nordsee, das auf der Wattseite Ostsee. Erklärt gerade eine Touristin einer anderen. Bei einer ähnlichen Gesprächsbelauschung habe ich vor ein paar Jahren gelernt, das die Buhnen dafür da sind, dass die Wellen nicht so doll werden, damit man besser baden kann. Nun ja. Soviel dazu.
  2. Meine Wimpern werden im Zugucken spärlicher. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Immerhin sind sie noch dunkel.
  3. Beim Abfluss in der Dusche kann man ein Teil mehr rausnehmen, als ich bisher wusste. Du willst nicht wissen, wie es darunter aussah und roch.
  4. Aus dem Leben einer Personal Shopperin: In einem Laden in der City hält eine Verkäuferin es offenbar für eine Zumutung, acht Teile zur Anprobe für meine Kundin auf meine Bitte hin eine (!) Stunde vorher beiseite zu hängen. Dass ihre Chance auf mehr Umsatz steigt, wenn ich meiner Kundin schnell mehr auf einmal zeigen kann, ist ihr offenbar egal. Ich glaube kaum, dass ihr montags um 10 Uhr bei strömendem Regen in den Hamburger Ferien ernsthaft im leeren Laden Umsatz dadurch entgeht, dass die Teile anderen Kundinnen nicht zur Verfügung stehen. Da sind andere Läden erheblich kooperativer. Da weiß ich doch gleich wieder, warum ich in einige gerne mit Kunden gehe und andere meide. Provision bekomme ich vor Ort übrigens nirgends. Meistens schaue ich vor einer Einkaufsbegleitung in der Stunde vorher schnell in den Läden in der Nähe des Treffpunkts, was aktuell dort hängt und lasse dann etwas zurücklegen, damit meine Kundin in den zwei Stunden möglichst effizient anprobieren und entscheiden kann. Wenn der Laden vor Ort so blöd geführt wird, verstehe ich wieder einmal mehr, warum Menschen Onlineshopper sind. Dass ich deren Sachen im Laden verkaufe und die Wahl habe, wo ich hingehe, ist der Dame offenbar nicht klar.
  5. So früh hat die zarte erste Azalee noch nie geblüht.
  6. Die gepolsterte Liegedecke für den Zausel hätte ich mir sparen können. Er liegt offenbar nicht gerne weich.
  7. Jetzt weiß ich, wie die Corneliuskirche von innen aussieht. Auf dem Trauerband für den Nachbarn stand ein Spruch von Matthias Claudius, den ich sehr schön finde. “So, wie ein Blatt vom Baum fällt, so geht ein Mensch aus dieser Welt und alle Vögel singen weiter.” Nicht nur passend zur Friedwaldbestattung. Wir sind alle nur ein winziges Puzzleteil dieser Erde und sie dreht sich ohne uns weiter, auch wenn es sich manchmal ganz anders anfühlt. Aber für einen wunderbaren Menschen, der 87 geworden ist, kann ich das so hinnehmen.
  8. Gestern Abend habe ich noch etwas gelernt: Wie man eine Anzeige bei der Polizei vor Ort aufgibt, wenn Fotos aus meinem Blog auf dubiosen Onlineshops ohne mein Einverständniserklärung verwendet werden.
  9. Mehl wird bei 900 Grad verbrannt, um den Typ zu bestimmen. Typ 405 heißt, dass nach dem Verbrennen 405 mg Mineralien von 100 g Mehl übrig bleiben.
    Und Schuhe sollten beim Imprägnieren mit Spray vorher mit einem feuchten Lappen abgerieben werden, damit sie das Spray besser aufnehmen können. Wie komme ich darauf? Ich habe Wer weiß denn sowas im Fernsehen geguckt.
  10. Auf nasser Straße keine hellen Velourslederloafer zu tragen, werde ich wohl bedauerlicherweise niemals lernen.
  11. Schluppenbluse heißt auf Englisch Pussy Bow. Das hat Bloggerin Claudia mich lernen lassen.
  12. Welcher Arzt die Urlaubsvertretung für meinen HNO macht.
  13. Amazon weist inzwischen auch auf E-Books Umsatzsteuer aus. Schön! Sind sogar 19%.
  14. Dank des kostenfreien Netflix-Zugangs für 30 Tage habe ich einen Blick in Marie Kondos Aufräumserie geworfen. Inspirierend fand ich daran allerdings: nichts.
  15. Mein roter Daunenmantel hat mich verlassen. Er war nicht nur nicht mehr wasserabweisend, sondern ich in dieser Woche in Kürze durch bis auf die Haut im Regen, was bisher nie der Fall war. Was besonders blöd ist, wenn man eine Kehlkopfentzündung hat. Und in der Wäsche ging der Schmutz nicht ab. Fazit: Retour zu Lands’ End. Deren umfassende Garantie hat definitiv ihre Vorzüge und ich bekomme mein Geld zurück. Gibt es also in der kommenden Saison wohl mal wieder einen neuen Daunenmantel. Hoffentlich.
  16. Auch Fotos in jeder Form gehören zu den Dingen, die ab und an mal ausgemistet werden können. Am Wochenende war bei mir der große Bereich der Bilder aus den 1970ern bis Anfang der 2000er dran. Dabei ist das Schottlandalbum gleich komplett in den Müll gepflogen. Warum soll ich mir ein dickes Album in mein Zimmer stellen, von einem Urlaub, an den ich mich nicht gerne erinnere? Im Kopf sind die Erinnerungen eh.
  17. Wer glaubt, dass Rotwein die Zähne verfärbt, hat noch nicht tagelang Salbeitee getrunken. Da wird meine Zahnpflegerin – ich darf sie so nennen – im Mai ihre Freude dran haben.
  18. Wie man eine schöne kleine Bluetooth-Soundbox installiert. Es gibt Marken, auf die ist Verlass.
  19. Ich reagiere definitiv allergisch auf Tulpen im Haus. Mir jucken die Augen wie blöd und dabei ist der Strauß so schön. Ab vor die Tür damit. Vorteil: Bei den Kühlschranktemperaturen draußen halten sie ewig.
  20. Rohrreinigergel taugt zum versehentlichen Bleichen einer Badezimmerfußbodenduschmatte. Spotz. In den 1980ern habe ich mit Chlorreiniger absichtlich Jeans gebleicht und versehentlich Löcher in einen Baumwollpulli geätzt. Ich hätte es also wissen können. Hätte …
  21. Ich habe die nackte Panik vor dem kommenden Sommer und das Bedürfnis, jedes schöne passende Kleid zu kaufen, um den Sommer zu überleben, falls er auch nur annähernd so schlimm wird wie 2018. Teure Panik.
  22. Der neue Joona Linner Thriller/Krimi von Lars Kepler war mir deutlich zu widerlich-unnötig-brutal. Das wäre für die Handlung aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen. Künftig erscheinende Bände aus der Reihe möchte ich aus heutiger Sicht nicht lesen. Das Buch würde ich nicht wieder kaufen.
  23. Das Hundeliegekissen war nun doch eine gute Investition. Paul hat sich an die weiche Unterlage und den Rand gewöhnt und kuschelt sich abends gerne darauf ein, wenn wir Fernsehen gucken.
  24. Von den Gemüsesorten Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco mag ich Romanesco am liebsten.
  25. Im Wohnzimmer habe ich zwei große Aquarelle von der Wand genommen, die dort seit 2004 gehangen haben. Ich hätte gedacht, dass sie mir schon aus reiner Gewohnheit mehr fehlen würden. Tun sie aber nicht. Ich freue mich auf den neuen Wandschmuck, der in diesem Jahr dorthin kommt.
  26. Es ist soweit – ich brauche meine Lesebrille jetzt auch für Restaurantbesuche. Gestern konnte ich erstmals den zu begleichenden Endbetrag nicht ohne Brille sicher lesen. Krass wie das im Zugucken schlechter wird.
  27. Wie man in die .htaccess Datei in WordPress bearbeiten kann.
  28. Bei Bloggerin Sabine Gimm das wunderschöne Wort Sekundenglück.
  29. Die Gewissheit, eine goldrichtige Entscheidung getroffen zu haben.
  30. Meine alte Sonnenbrille tut auf der Nase weh durch ihr Eigengewicht. Autsch. Wie kann sich ein Gesicht nur so verändern? Sie ist in sehr gutem Zustand. Möchte sie jemand gegen Portoübernahme geschenkt haben?
  31. Tesa Poster Strips lassen sich selbst nach über zehn Jahren restlos von Holzfensterrahmen und Raufasertapete entfernen.

Sonst noch gelesen

(Affiliate Link auf dem Cover)

Die Herrin des Winterpalasts

Das Buch Die Herrin des Winterpalasts: Historischer Roman (Affiliate Link) von Christopher W. Gortner aus dem Goldmann Verlag (Werbung) wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte Europas von 1863 bis zur Revolution in Russland ersten Weltkrieg. Man lernt viel über die politischen Zusammenhänge der Monarchien und die sich verändernden Rollen in dieser Zeit. Leider hat mir der Roman nicht gefallen, weil es aus Sicht der Hauptperson Minnie, die zu Beginn Prinzessin von Dänemark wird und dann nach Russland in die Zarenfamilie einheiratet, in der Ich-Form geschrieben ist.

Die Erzählweise von Minnie ist sehr einfach und wirkt an vielen Stellen naiv. Das mag an der Zeit liegen, in der das Buch spielt. Vielleicht ist es aber auch eher für eine jüngere Zielgruppe geeignet. Wer könnte es mögen? An der Entwicklung von Königshäusern und Politik im 19. Jahrhundert interessierte Leserinnen, die sich gerne in eine Hauptperson beim Lesen einfühlen.

Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags

(Affiliate Link auf dem Cover)

Den Bestseller Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten – Gerümpelfrei bleiben (Affiliate Link) von Karen Kingston habe ich nach dem Kauf umgehend verschlungen. Mit Feng Shui habe ich mich bisher nicht beschäftigt. Ich bilde mir ein zu spüren, was mir in Räumen gut tut und was nicht. Aber wegen meines momentanen Ausmüllwahnsbedürfnisses hat mich der Titelteil Gegen das Gerümpel des Alltags angesprochen. Karen Kingston Faustregel lautet

Wenn ich morgen ausziehen sollte und mehr als ein bis zwei Müllsäcke voll bekäme, muss ich umgehend aussortieren.”

Mülleimer der Stadtreinigung Hamburg: „Was Du heute kannst entsorgen …“

Das ist eine Maxime, an der ich mich gerne orientiere. Für alle Teile im Haus, die alleine mir gehören und nur von mir genutzt oder gelagert werden, wird das auch mein neuer Leitsatz. Dass es ab und an fürs eigene Wohlbefinden gut ist, sich nicht nur von Dingen zu trennen, sondern auch Freundschaften zu hinterfragen, ist klar. Was zu der Frage führt, ob es derzeit jemanden gibt, der mich aussortieren möchte.

Zu welchen Erkenntnissen bist Du im März gekommen?

(Affiliate Link)

Trilogie: Frauen in den 1950er Jahren in Berlin

Werbung mit Affiliate Links von Amazon und Namensnennungen ohne Auftrag

(Affiliate Link auf dem Cover)
Die Schwestern vom Ku’damm: Jahre des Aufbaus (Die 50er-Jahre-Trilogie, Band 1)(Affiliate Link)
von Brigitte Riebe
erschienen 2018 im Wunderlich Verlag

Gelesen: Band 1

Die Schwestern vom Ku’damm sind die Nachkommen der Familie Thalheim, die in Berlin erfolgreich ein Modekaufhaus aufgebaut hat. Der Roman beginnt mit einem Prolog im Jahr 1932 zur Feier des luxuriösen Umbaus des Kaufhauses und springt dann in den Mai 1945 zum Ende des zweiten Weltkriegs.

Im letzten Jahr habe ich einige Bücher gelesen, die an genau der Stelle ansetzen und Einblicke in die Zeit des Aufbaus der Bundesrepublik Deutschlands geben. Das ist eine geschichtliche Zeit, die ich spannend finde. Wenn dann noch Frauen die Hauptrollen spielen, lese ich es umso lieber.

Hitler tot, Russen in Berlin – Rike, Silvie und Florentine stehen als jüngste Thalheim-Generation vor den Trümmern des Kaufhauses. Die Villa wird beschlagnahmt und Berlin Viermächtestadt. Der Roman spielt primär in Charlottenburg bei den Briten. Die Berlinblockade macht das geschäftliche Weiterkommen nicht gerade einfacher. Nach der Währungsreform 1948 und der Gründung der BRD und DDR gibt es 1951 gibt es dann die große Geschäftsneueröffnung. Doch der Weg dahin – es ist zu ahnen – ist mühsam. Familiengeheimnisse, die so stückweise auftauchen, machen es nicht einfacher.

Wie schafft man es, den Frauen in der direkten harten Nachkriegszeit in den Jahren mit Hunger, Kälte und Hitze Mode zu verkaufen? Die Frauen der Familie schlagen sich zuerst als Trümmerfrauen durch und starten dann eine neue Geschäftsidee. Spannend ist dabei, wie sie ihre Rollen finden. Die Emanzipation der starken Frauen der direkten Nachkriegsjahre in den 1940ern ist nicht von jedem gewünscht …

Großes Thema in dem Buch ist neben dem Wiederaufbau des Modegeschäfts die Entnazifizierung und der Umgang mit dem ich konnte doch nicht anders, habe es doch nur für Euch getan des Familienvaters. Damit kann man sich gar nicht genug beschäftigen.

Vorschau: Band 2

(Affiliate Link auf dem Cover)
Die Schwestern vom Ku’damm: Wunderbare Zeiten (Die 50er-Jahre-Trilogie, Band 2) (Affiliate Link)

Am 17. September 2019 soll Teil 2 der Trilogie erscheinen, den ich natürlich schon vorbestellt habe. Dem Vorschautext nach wollen die Männer den Frauen das Geschäft wieder aus der Hand nehmen. 1950er Jahre halt … aber ich glaube kaum, dass die Thalheim-Frauen sich das gefallen lassen. Hoffentlich nicht!

Hast Du Lust, die Bücher zu lesen?

(Affiliate Link) (Affiliate Link)

12 Länder – 12 Briefe

Werbung mit Affiliate Links von Amazon, Namensnennungen und Verlinkungen ohne Auftrag

(Affiliate Link auf dem Cover)
Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr (Affiliate Link)
von Meike Winnemuth
erschienen im Penguin Verlag 2017 erstmals als Taschenbuch

Wenn Journalistinnen Bücher schreiben, bin ich skeptisch. Bisher habe ich beim Lesen doch meistens gedacht: Wäre sie mal lieber bei Kolumnen und Zeitschriftenbeiträgen geblieben. Diese Erfahrung hat mich davon abgehalten, das Buch von Meike Winnemuth zu lesen. Das war dumm von mir. Durch eine Empfehlung habe ich es nun doch zur Hand genommen und was soll ich sagen: Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Und dass, obwohl mich das Thema Reisen nicht sonderlich interessiert.

Rahmenhandlung

Meike Winnemuth gewinnt bei Günther Jauch 500.000 Euro und nimmt das als Startschuss für eine einjährige Weltreise, von der sie parallel in ihrem Blog Vor mir die Welt … (Werbung) berichtet und später dieses Buch daraus gemacht hat. Sie bereist zwölf Großstädte für jeweils einen Monat, die sie entweder noch nicht kennt oder dort tiefer eintauchen möchte als bisher.

Da sich ihre Arbeit von jedem Ort der Welt mit Laptop und WLAN erledigen lässt, zieht die Arbeit mit um die Welt. Am Ende steht die Erkenntnis, dass sie den Geldgewinn für die Reise gar nicht gebraucht hätte, ohne diese Sicherheit aber nie losgeflogen wäre.

Perspektive

Mir gefällt die Sicht, aus der die zwölf Kapitel zu den jeweiligen Reisezielen geschrieben sind. Es sind zwölf Briefe aus zwölf Städten an zwölf verschiedene Menschen aus ihrem Leben. Sie schreibt in der Einleitung zur Form des Buchs

“Wie man eine Stadt erlebt, hängt von derart vielen Zufällen ab, dass es eigentlich verboten sein müsste, ein Buch darüber zu schreiben.”

Das führt dazu, dass das Buch keinesfalls ein Reiseführer ist, sondern eher ein Abbild des Stimmungsbarometers der Autorin. Du findest kaum Tipps zu den Dingen, die man dort gesehen haben muss. Hingegen kannst Du lesen, was Orte mit einem Menschen ganz individuell machen können. Weil ich mich gerade von vielen Dinge trenne, hat mich auch der Aspekt interessiert, wie es sich zwölf Monate aus einem Koffer mit nur 22 kg leben lässt.

Fazit

Mich hat an dem Buch gefesselt, wie die Gedanken der Autorin sich während der Reise verändert haben und zu was für einer Entwicklung das für ihr weiteres Leben geführt hat. Du kennst das Buch noch nicht? Los! Lesen!

P.S.

Im Buch findest Du irgendwann die Frage, zu der die Antwort Dank des einzelnen Publikumsjokers das Geld eingebracht hat. Die Antwort kann ich Dir aktiv im Schlaf nennen. Aber so ist das mit Spezialwissen und man muss auch erstmal bis dahin kommen.

(Affiliate Link)

Vom Mitnehmen und Loslassen

Werbung mit Affiliate Links von Amazon

 (Affiliate Link auf dem Cover)
Was bleibt: Über die Dinge, die wir zurücklassen (Affiliate Link)
von Susannah Walker
erschienen 2018 im Verlag Kein & Aber

Hast Du schon mal einen kompletten Haushalt von einem anderen Menschen aufgelöst? Ich zusammen mit der Familie das Haus meiner Mutter. Ihr Haus sah auf den ersten Blick eher spärlich möbliert aus als vollgerümpelt und meine Mutter hatte Jahre zuvor Keller und Dachboden selbst bereits einmal aufgeräumt und aussortiert.

Dennoch ist es krass, wie viel Sperrmüll, 2004 wurde der in Schleswig-Holstein zum Glück noch kostenfrei regelmäßig von der Straße ohne Voranmeldung abgeholt, sich in einem großen Haus befinden kann. Der Fußweg stand mehrfach inklusive dem der Nachbarhäuser voll. Ein großer Container wurde zusätzlich mit Kleinkram gefüllt und ein kompletter Haushalt zog aus.

Wenn man all das weg hat, bleiben die Dinge, die man aus Sentimentalität aufbewahrt oder weil man sie zu schade zum Wegwerfen findet. Ich weiß nicht mehr, wie viele Kombiladungen von dort in unser Haus geschafft und dann stückweise von uns wieder weggeschafft wurden. Ein paar Fragezeichenteile befinden sich immer noch in meinem Besitz.

Genau von diesen Fragen handelt das Buch von Susannah Walker, das ich selbst gekauft habe. Ihre Mutter verstirbt und hinterlässt im englischen Worcester ein bis unter das Dach vollgepacktes Haus. Die Mutter war eine Horterin, in Deutschland Messie genannt. Die Tochter kannte das Problem, aber nicht seine Tiefe. Zwischen Bergen an Müll trifft sie Entscheidungen, was sie aufbewahren, verkaufen oder wegwerfen möchte. Dabei erzählt sie dem Leser viel über die Krankheit des Hortens, mögliche Entstehung und ihren Umgang damit.

Einen Teil der Stücke, die sie mit in ihr eigenes Leben nimmt, stellt sie im Stil eines Museumskatalogs vor. Als Kuratorin ist das ihre Art, damit umzugehen. Familiengeheimnisse werden gelüftet und die Vergangenheit kann sie in Teilen so besser verstehen und den Lebensstil ihrer Mutter anerkennen.

Wenn bei Dir kürzlich jemand gestorben ist, mit dessen Haushaltsauflösung Du zu tun hast, heulst Du Dir beim Lesen vielleicht die Augen aus dem Kopf. Wenn Du etwas mehr Abstand hast oder so etwas noch nie erlebt hast, ist es eine berührende Geschichte, die mich auf gute Ideen gebracht hat, wie ich mit einigen Erbstücken besser umgehen kann.

Bist Du Typ Horter oder Wegwerfer? Wie gehst Du mit Erbstücken um?

(Affiliate Link)

Die Liebhaber – Band 5 der Lügenhaus-Serie von Anne B. Radge

Werbung mit Affiliate Links von Amazon

 (Affiliate Link auf dem Cover)
Die Liebhaber: Roman (Die Lügenhaus-Serie, Band 5) (Affiliate Link)
von Anne B. Radge

Letztes Jahr habe ich Dir Band 1 und 2 (Rezensionsexemplare aus dem btb Verlag) der Lügenhaus-Serie vorgestellt. Band 3-5 habe ich selbst gekauft. Das ist die Serie, die ich in chaotischer Reihenfolge gelesen und dennoch verstanden habe. Dass es jetzt einen fünften Band gibt, freut mich total. Das Ende von Band 4 ließ mich optimistisch in die Zukunft der Hauptprotagonistin Torrun schauen.

Ich nehme ausnahmsweise mal ohne Spoilervermerk den letzten Satz von Torrun aus Band 5 vorweg, denn er steht exakt für den ganzen Band, ohne etwas über den konkreten Inhalt zu verraten:

“Denn jetzt bin ich an der Reihe.”

Wer Band 1-4 mochte, wird Die Liebhaber verschlingen. Wer Band 4 nicht kennt wird Band 5 nicht verstehen. In diesem neuen Band wird die Familiengeschichte nicht wieder aufgerollt, sondern alles als gegeben genommen. Im Vordergrund steht der Weg, den Torrun auf Neshow für sich privat und beruflich einschlägt. Wird sie ernsthaft in das Bestattungsunternehmen ihres Onkels Margido einsteigen? Verkraftet sie den Umgang mit dem Tod?

Ich habe es übers Wochenende verschlungen und empfehle es gerne weiter. Nur eins hat sich mir nicht erschlossen: Was hat der Titel mit dem Inhalt zu tun? Wenn Du das das Buch gelesen hast, lass mich bitte wissen, ob und wie Du den Titel verstehst.

Kennst Du die Lügenhaus-Serie? Welche Serie kannst Du empfehlen?

(Affiliate Link)

Die vergessene Freundin

Werbung – Rezensionsexemplar und Affiliate Links von Amazon

  (Affiliate Link auf dem Cover)
Die vergessene Freundin: Roman (Affiliate Link)
von Rebecca Martin

Carina, frisch gebackene Historikerin, bekommt den Auftrag, eine Festschrift zum 90. Jubiläum des Frankfurter Lichtspieltheaters Odeons zu schreiben. Die Geschichte spielt von 1924 bis 2014. Hauptfiguren sind neben Carina

  • Elly, Tochter des wohlsituierten Gründers des Kinos, das in den 1920ern noch mit Stummfilmen untermalt mit Orchestermusik bespielt wurde.
  • Tonja, vernachlässigte Halbwaise, die zu Beginn der Geschichte 1924 die beste Freundin von Elly wird und in deren Zuhause ein und aus geht
  • Alea, Nichte von Elly und Auftraggeberin der Festschrift
  • Tom, Bruder von Alea und nicht begeistert von der Idee der Festschrift.

Alea und Tom leben mit Elly als Mutterersatz, weil ihre Eltern vor einigen Jahren bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen sind. Alea ist neugierig darauf, die Lebensgeschichte der Familie zu erfahren. Tom möchte in erster Linie seine fast hundertjährige Tante vor Aufregung durch die Erinnerungen schützen.

Der Roman spielt in zwei eben: Der Geschichte von Elly und Tonja ab 1924 und der aktuellen, in der die Festschrift geschrieben wird. Es gibt einige Geheimnisse in der Freundschaft der Mädchen, die Elly sehr aufwühlen. Wird es Carina gelingen, sie zum Erzählen ihrer Lebensgeschichte zu bringen und die Geschichte des Kinos damit persönlich zu machen? Lies selbst!

Das Buch aus dem Diana Verlag (Werbung) habe ich über das Bloggerportal von Random House (Werbung) als Rezensionsexemplar. Mir hat die Geschichte gefallen. Fans von Romanen mit Frauen- und Familiengeschichten, empfehle ich das Buch gerne. Die 490 Seiten haben sich in ein paar Abenden schnell weggelesen.

 (Affiliate Link)

Seite vorherige 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 21 22 23 nächste