Buchtipp in eigener Sache: Soft Skills – nicht nur für Softwareentwickler

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Soft Skills für Softwareentwickler: Fragetechniken, Konfliktmanagement, Kommunikationstypen und -modelle Von Uwe Vigenschow, Björn Schneider und Ines Meyrose

 

Soft Skills für Softwareentwickler:
Fragetechniken, Konfliktmanagement, Kommunikationstypen und -modelle
von Uwe Vigenschow, Björn Schneider und Ines Meyrose

Heute ist unser erfolgreiches Buch in der 4., überarbeiteten Auflage beim dpunkt.verlag erschienen! Für ein Fachbuch ist es durchaus etwas Besonderes, wenn mehrere Auflagen gedruckt werden und es sich seit zwölf Jahren verkauft. Seit 2007 arbeiten Uwe, Björn und ich daran, das Buch aktuell zu halten.

Das Buch wird nicht nur einfach nachgedruckt, sondern unsere praktischen Erfahrungen und Veränderungen der Umstände, zum Beispiel durch das Mediationsgesetz, fließen in neue Auflagen ein. Es ist unabhängig vom IT-Kontext für alle spannend, die sich mit Kommunikation und Konfliktmanagement beschäftigen möchten.

Lesetipp: Die Vierziger als Frau

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Vierzig werden à la Parisienne – Hommage ans Erwachsensein
Von Pamela Druckermann

Was ist mit 40 anders als mit 30? Welche Leiden und Reife bringt das Jahrzehnt für eine Frau mit? Pamela Druckermann nimmt die Leserinnen mit auf ihre persönliche Reise durch die Vierziger und versucht, mit teils philosophischen Alltagsbetrachtungen das Leben wahlweise zu erklären oder mit Humor zu nehmen.

Von der Mademoiselle zur Madame

Die Autorin ist eine in Paris lebende studierte weiße Amerikanerin, die mit einem intellektuellen Englänger verheiratet ist und tief in der Familie russische Wurzeln hat. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder. Dieser Kontext ist insofern relevant, weil es in dem Buch an einigen Stellen um die eigene Rolle in der Familie und kulturelle Zusammenstöße geht.

Jeder kennt wohl Momente, in denen einem bewusst wird, dass man für andere Menschen nicht mehr jung wirkt. In Frankreich spielt es gemäß der Autorin für Frauen eine Rolle, wenn sie von Fremden, zum Beispiel Kellnern, nicht mehr als Mademoiselle angeredet werden, sondern als Madame. Vielleicht ist das vergleichbar damit, dass man in Deutschland in Geschäften und Kneipen nicht mehr geduzt, sondern gesiezt wird. Ausnahmen davon irritieren mich inzwischen sogar, wenn zum Beispiel eine Verkäuferin mich duzt. Es stört mich nicht, aber es überrascht mich.

Ich halte es damit, dass jeder am Ende sprichwörtlich irgendwann mal das Gesicht hat, das er verdient. Meins ist mit Lach- und Zornesfalten ausgestattet. Passt. Die Autorin tut sich allerdings deutlich schwerer damit, das zu akzeptieren, und fühlt sich innerlich deutlich jünger als äußerlich. Geht Dir das auch so? Dann wirst Du Dich beim Lesen verstanden fühlen.

Vierzig werden à la Parisienne - Hommage ans Erwachsensein Von Pamela Druckermann - Zitat Seite 42

In Teilen ist das Buch durchaus lustig geschrieben. Laut gelacht habe ich zum Beispiel über die Textstelle auf Seite 42, in der darum geht, dass nicht jede erste Ehe unter einem guten Stern steht. Ich bin in zweiter Ehe verheiratet, mein Mann in dritter. Ich lasse mich ohne zu Zucken Nummer 3 nennen, nur bei dem Spitznamen Nummer 3 von 4 gibt es Ärger! Wir konnten uns also beide über die Passage mit “Elaines erstem Ehemann” und “denjenigen vor dem Richtigen! herzhaft amüsieren.

Wodurch wird man erwachsen?

Mehr als einmal dachte ich beim Lesen bis Seite 104: Mensch Mädel, werde mal erwachsen. Immerhin lautet der Untertitel des Buchs “Homage ans Erwachsensein”. Dass sie mit dem Erwachsenwerden handfeste Probleme hatte, schreibt sie selbst. Das hat meinen Lesespaß im ersten Drittel teilweise erheblich gestört, weil es mich nervt, wenn Menschen nicht erwachsen werden. Anderseits ist mir die offen selbstreflektierende Art der Autorin sympathisch.

Ab Seite 105 wird sie dann auch in meinen Augen erwachsen und ich beginne, sie anders zu sehen. Was aber auch bedeutet, dass ich das Buch nach einer kurzen Leseprobe nicht gekauft und vielleicht als ganzes Buch nicht zu Ende gelesen hätte, wenn es kein Rezensionsexemplar wäre. Zwischendrin gibt es immer wieder Seiten mit treffenden Listen rund um die aktive und passive Wahrnehmung als Vierzigjährige. Diesem Punkt von Seite 49 – und vielen anderen aus den Listen – stimme ich unbedingt zu

“Sie wissen, dass Sie über 40 sind, wenn Sie einen Kaffee trinken, bevor sie zum Abendessen ausgehen.”

Den von ihr auf Seite 52 genannten Rat ihres Mannes Simon

“sich mit Menschen zu umgeben, die freundlich, lustig, vertrauenswürdig und klug sind”

befolge ich gerne. Das Buch wird im Verlauf deutlich tiefsinniger, als es zu Beginn erscheint. Es ist empfehlenswert für Leserinnen, die Lust haben, einen entspannten Blick auf die Veränderungen in den Vierzigern zu werden, darüber hier und da über sich und/oder die Autorin zu schmunzeln wollen und Lust haben, sich aufs Älterwerden einzulassen.

Ab wann ist man in Deinen Augen erwachsen?

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Mosaik Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt. Die Autorin veröffentlichte zuvor bereits den internationalen Bestseller “Warum französische Kinder keine Nervensägen sind”.

Lesetipp: Ein neues Leben nach dem ersten

Werbung – Rezensionsexemplar

Der Fetzen
von Philippe Lançon

Seit dem Terroranschlag auf Charlie Hebdo in Paris gibt es für Philippe Lançon ein Leben davor und eins danach. Er ist eins der überlebenden, schwerverletzten Opfer. In dem Buch arbeitet er die Geschehnisse und seine Gefühle auf und versucht ein neues Leben zu finden, in dem Platz für ihn ist.

Das Buch beginnt am Morgen des Anschlags und endet mit der Entlassung aus der schier endlosen Reha nach 17 Gesichtsoperationen, die der Rekonstruktion seines Gesichts und Unterkiefers dienen, der ihm zerschossen wurde. Durch mehrfache Rückblenden erscheint es beim Lesen manchmal so, also ob man einen Film zum zweiten oder dritten Mal sieht. Sein Leben nimmt durch das Attentat und die Verletzungen komplett andere Wendungen als geplant. Nicht nur sein Körper ist nicht mehr der alte, auch die Seele nicht. Auf Seite 57 schreibt er dennoch

“Man bleibt immer all die Personen, die man mal gewesen ist.”

Die Worte berühren mich, weil sie auch auf Menschen zutreffen, die weniger Schweres erlebt haben. Das Buch ist die literarische Verarbeitung seiner Traumata und zeigt auf, wie Körper und Seele wieder zusammenfinden und sich ein neues Leben aufbauen können. Auf Seite 73 sagt er zum Thema Trauerarbeit

“Aber genau wie in der Schule, hat nicht jeder ein Radiergummi in der Hand, um das Geschehen zu tilgen.”

Jeder geht man mit Trauer und einem Trauma anders um. Der Roman ist tieftraurig und emotional. Auf der anderen Seite empfinde ich ihn als lebensbejahend und positiv, weil Philippe Lançon nie Zweifel an seinem Lebensmut und der Zukunft aufkommen lässt. Interessant finde ich seinen Umgang mit der Opferrolle auf Seite 229

“Allmählich spüre ich, dass das Opfer doppelt bestraft wurde: Es war nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für diejenigen, die es nicht enttäuschen durfte.”

Dabei finde ich bewundernswert, wie er es schafft, auf seine Intuition zu hören und zu entscheiden, wessen Nähe ihn stärkt und wer trotz bestens Willens ein Energieräuber ist, der sich als Angehöriger oder Freund mit seinem Mitleid oder Alltagsdramen selbst in den Fokus stellt. Von Krafträubern trennt er sich radikal, denn sie würden ihm den letzten Funken rauben.

Bei allem Leid und Qual finde ich sehr spannend, welche Beschäftigungen und Lebensinhalte für ihn auch in der Gegenwart und neuen Zukunft interessant bleiben und wie er versucht, es dem ihn pflegenden Personal möglichst einfach zu machen. Seine Worte auf Seite 277

“Der Charme ist wirklich das, was uns erst nach dem letzten Blutstropfen im Stich lassen sollte.”

würden Menschen aus dem Pflegeumfeld sich vermutlich öfter aus dem Mund eines Patienten wünschen, auch wenn sich der Satz hier nicht auf diese Menschen, sondern auf eigene seine Situation und den Umgang eines Besuchers mit dem Personal bezieht. Letztlich steht dieser Satz aber auch für die immense Willensstärke des Opfers des Attentats, die ich in dem Buch auf jeder Seite beim Lesen gespürt habe.

Der Autor schreibt an einer Stelle im Buch, dass er chronisch zu überlangen Texten neigt. Es ist als Leserin vermessen zu sagen, dass dieser Trauerverarbeitungsroman zu lang ist. Das Buch hat 551 Seiten. Die ersten 50 habe ich verschlungen, bis 250 war es spannend und für mich hätten bis zum Abschluss dann vielleicht weitere 50 Seiten gereicht.

Die zweite Buchhälfte war zwar immer noch interessant und es passierten neue Sachen, irgendwann war es für mich als Leserin jedoch etwas wiederholend bei den Beschreibungen der Misslichkeiten und Umstände. Aber ich sage mal so: Wer sowas erlebt hat und darüber schreibt, dem schenke ich dann auch gerne ein paar mehr Stunden meiner Zeit.

Tatsächlich habe ich lange gebraucht, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte – etwa zwei Wochen. Normalerweise lese ich etwa eine Seite pro Minute und viel am Stück. Hier brauchte ich etwa drei Minuten pro Seite und konnte nicht lange lesen. Viele Sätze und ganze Absätze habe ich mehrfach gelesen, um sie vollständig zu erfassen. Nach der Unterhaltungslektüre, die ich ansonsten verschlinge, war das zur Abwechslung durchaus wohltuend.

Meine Neugierde, wie der Autor jetzt aussieht, habe ich mir bis zum Buchende bewahrt, um die Bilder nicht mit meiner Phantasie zu mischen. Frei nach dem Motto: Erst das Buch lesen, dann den Film sehen. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag Tropen/Klett-Cotta (Werbung) zur Verfügung gestellt. Danke an Leserin Claudia für die Leseempfehlung.

Hat Dein Leben schon mal gravierende Wendungen genommen, die Dich zu einem anderen Menschen haben werden lassen?

Lesetipp: Essen fürs Glück

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Happy Food: Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen - Wie Sie Ihre Psyche durch Ernährung heilen können von Niklas Ekstedt & Henrik Ennhart - Buch

Happy Food: Warum Mangold vor Depressionen schützt und Walnüsse schlau machen – Wie Sie Ihre Psyche durch Ernährung heilen können
von Niklas Ekstedt & Henrik Ennhart

Heute mal ein anderes Thema hier, dass auch in meinen Foodblog gepasst hätte. Beim Blick in selbigen stelle ich gerade fest, dass Schmorgurken hier auch bald mal wieder auf den Teller kommen können. Eine Empfehlung der Autoren bekommen sie wohl eher nicht – zu wenig Farbe auf dem Teller. Weil Ernährung mit unserem Lebensstil und unserem Aussehen zu tun hat, passt das Buch auch in diesen Blog. Erkennst Du das essbare grüne Zeug, in dem ich das Buch fotografiert habe?

Du bist, was Du isst

Sternekoch Niklas Ekstedt und Wissenschaftsjournalist Henrik Ennart haben sich durch aktuelle Studien gewühlt und aus den Erkenntnissen Ernährungsempfehlungen und einfache Rezepte abgeleitet, die für eine gesunde Darmflora sorgen sollen. Dabei wird ausführlich betrachtet, wie gute und schlechte Darmbakterien arbeiten und gefüttert werden können.

Die guten Bakterien sollen dafür sorgen, dass wir uns glücklich und fit fühlen. Die bösen Bakterien können schwerwiegenden negativen Einfluss auf die Psyche haben, zu Depressionen führen und andere psychische Krankheiten begünstigen.

Einseitige oder schlechte Ernährung kann dazu führen, dass wichtige gute Bakterien komplett aus unserem Darm verschwinden. In dem Buch wird natürlich darauf hingewiesen, dass Industriezucker eines der größten Ernährungsprobleme in der westlichen Welt ist. Wobei ich zum Beispiel nur wenige Menschen kenne, die überhaupt noch Softdrinks trinken, die in dem Buch dafür betont angeführt werden. Fertiggerichte gibt es meinem Umfeld auch nur wenig. TK-Pizza esse ich schon deshalb nicht mehr, weil ich umgehend Bauchkrämpfe und Durchfall davon bekomme. Schön, wenn der Körper so direkt nachvollziehbar zeigt, was er nicht mehr zugeführt bekommen möchte.

Was hat mich neugierig auf das Buch gemacht? Ich bin extrem krüsch, so nennt man wählerisch oder mäkelig beim Essen sein in Norddeutschland. Es gibt unzählige Lebensmittel, die ich so ekelig finde, dass sie mir nicht in den Mund kommen, geschweige denn durch den Hals – Bananen, Oliven, Thunfisch, jeglicher roher Fisch, jegliches Streichfett auf Brot, Mayonnaise in allen Variationen, Rindfleisch außer in gemischtem Hack nur so als Beispiel. Dann gibt es welche, die ich O.K. finde, aber nicht gerne mag. Die esse ich aus Vernunft, Rührei zum Beispiel. Und dann gibt es ganz wenige Sachen, die ich so richtig lecker finde. Von denen könnte ich mich durchgehend ernähren. Pasta Bolognese, Nuss-Nougat in allen Formen, Haselnusseis …

Ein Alptraum ist für mich, bei jemandem zu Hause eingeladen zu werden, der für mich kochen möchte, und vorher nicht zu wissen, was es gibt, oder die Frage “Gibt es was, was Du nicht isst?” so zu beantworten, dass ich nicht direkt wieder ausgeladen werde. Wer mich kennt, dreht den Spieß um und fragt bei einem konkreten Rezept, nach dem er kochen möchte, ob ich das mag. So halte ich das umgekehrt auch bei neuen Gästen, es sei denn sie wollen ein Überraschungsessen.

Es ist für beide Seiten unglücklich, wenn sich jemand Mühe mit dem Kochen gegeben hat und der Gast den Tränen nah verzweifelt hungrig vor dem Teller sitzt und weiß, wie unhöflich sein Verhalten ist, er aber nicht anders kann. Aus Höflichkeit habe ich schon einiges gegessen, aber es gibt Sachen, da hilft der beste Wille nicht. Dafür weiß ich im Gegenzug genau, welcher meiner Gäste zum Beispiel keinen Senf mag, keine rohen Äpfel oder Paprika verträgt, die Tomaten gerne ohne Kerne hat und welche Biersorte bevorzugt wird.

Das Problem bei einseitiger Ernährung ist, dass dem Körper auf Dauer Nährstoffe fehlen. Den Autoren nach bekommt das den Darmbakterien nicht gut, weil zu viele Bakteriensorten sich reduzieren oder sich auf nimmer Wiedersehen verabschieden. Ich habe also nach Anregungen gesucht, wie ich mit kleinen Veränderungen meine einseitige Ernährung etwas vielfältiger machen kann.

Konkrete Veränderungen in meiner Ernährung angeregt durch das Buch

  • Anstatt morgens 12 Mandeln zu meinem Vollkorn-Toast mit Nuss-Nougat-Creme (und nein, die bleibt!) zu essen, kommen Cashewkerne mit ins Programm. Walnüsse sollen auch besonders gesund sein, aber die kann ich leider aus Allergiegründen nur in Minimengen und am besten in warmem Essen zu mir nehmen. Da ich Cashews ebenso so halskratzfrei vertrage wie Mandeln und sie lecker finde, fällt mir die Veränderung leicht. In dem Zusammenhang habe ich den Begriff der resistenten Stärke (RS) gelernt. Das sind Ballaststoffe, die durch menschliche Verdauungsenzyme nicht abbaubar sind. Cashewkerne enthalten davon besonders viel und sollen einer gesunden Darmflora als Nährboden dienen (Seite 92). Paranüsse enthalten viel Selen und dürfen in kleiner Menge auch dazu.
  • Mangold wird vermehrt auf den Speiseplan kommen. Den gibt es bei uns meistens auf dem Markt frisch zu kaufen. Er enthält viele Faserstoffe und Pflanzenfarbstoffe. Allerdings mag ich Mangold nur so geht so gerne, er ist mir an sich zu bitter. Spinat mag ich lieber, Mangold soll aber gesünder sein. Mal sehen, ob ich mich daran gewöhne. Wenn nicht, gibt es halt wieder mehr Spinat. Mehr als jetzt jedenfalls.
  • Über den Sommer kommt Blumenkohl regelmäßig auf den Tisch. Der ist zwar hell, hat aber dennoch viele Vitamine, Mineralien, Polyphenole und Faserstoffe.
  • Currypulver verwende ich künftig
  • zusammen mit schwarzem Pfeffer.

Rezepte sind eher als Ideen zu verstehen

Curry-Blumenkohl mit Schweinefilet und gerösteten Mandeln

Das Rezept aus dem Buch für Curry-Blumenkohl aus dem Ofen mit gerösteten Mandeln (Seite 167) war nichts für mich. Der Blumenkohl wurde im Ofen einfach nicht gar. Da kommen wir zu einem Kritikpunkt an den Rezepten im Buch: Es fehlte die Angabe zur Garzeit und wenn nach 20 Minuten im Ofen so gar nichts an Garung passiert, frage ich mich, wie lange das noch hätte dauern sollen. Die Temperatur hatte ich bereits nach zehn Minuten erhöht, was auch nicht half.

Ich habe dann den Kohl vom Blech genommen und samt Fett und Gewürzen in reichlich Wasser gekocht, denn Blumenkohl dünsten klappt bei mir aus Erfahrung auch nicht. So wurde er gar und schmeckte auch. Das war aber weit von der Idee der Erfinder entfernt.

Außerdem steht im Rezept, dass es für 4 Portionen sein soll mit 1-2 ganzen Blumenkohlköpfen, Fett, Gewürzen und etwas Mandeln. Es geht daraus aber nicht hervor, ob es eine Beilage oder ein Hauptgericht sein soll. Für mich ist es eine Beilage, nur dann weiß ich nicht, ob es im Sinn der Autoren in Bezug auf die Ernährung ist.

Zudem wundert mich, dass Curry ohne den Zusatz von schwarzem Pfeffer im Rezept steht, weil die Autoren an anderer Stelle (Seite158) darauf hinweisen, dass Kurkuma – Bestandteil von Curry – am besten vom Körper aufgenommen wird, wenn es mit schwarzem Pfeffer zusammen gegessen wird. Das Piperin im schwarzen Pfeffer soll die Zerstörung von Curcumin im Darm verhindern.

Süßkartoffeln aus dem Ofen mit Mangold, Walnüssen, Knoblauch und Olivenöl

Bei dem Rezept für Süßkartoffeln mit Mangold, Knoblauch, Olivenöl und Walnüssen, was von der Menge eindeutig ein Hauptgericht war und an sich lecker, sind auf dem Foto des Essens im Buch Zutaten, die nicht im Rezept stehen. Ob das weiße Zeug, was über das Essen geraspelt ist, Parmesan, Sellerie oder ganz was anderes isst, erschließt sich mir nicht. Ebenso kann ich die großzügig im Essen verteilten ganzen Kräuterblätter nicht zuordnen. Von Melisse bis Pfefferminze kann das alles sein.

Es wäre aber vielleicht für die positive Wirkung des Gerichtes schön zu wissen, was es ist, da es eindeutig nach mehr als nur Deko aussieht. Mir fehlten zudem in jedem Fall Salz und andere Gewürze bei diesem Gericht. Gedünsteter Mangold schmeckt in erster Linie bitter und braucht noch etwas mehr aromatische Begleitung als Knoblauch und Olivenöl für meinen Geschmack.

Die meisten anderen Rezepte sprechen mich nicht an, weil sie mehrheitlich Zutaten enthalten, die ich nicht mag. Da die Autoren zwar zum Probieren – ja, ich habe das meiste davon irgendwann mal und manchmal auch mal wieder probiert – raten, aber nicht dazu, etwas zu essen, das man abstoßend findet, bleibe ich also bei den lediglich keinen Kurskorrekturen. Da können offenere Leser als ich sicherlich mehr Inspiration bekommen.

Am Rande

Lustig finde ich die Happy-Tipps am Buchende auf Seite 228. Einer lautet

“Legen Sie sich einen Hund zu – aber nur, wenn sie Hunde wirklich mögen.”

Ich glaube jeder Hundehalter war bei Anschaffung entsetzt, wie viel Dreck ein Hund ins Haus bringt. Dagegen sind nasse Katzen völlig harmlos. Frei nach dem Motto Dreck reinigt den Magen bringen Hunde aber auch Bakterien ins Haus, die unserer Gesundheit förderlich sind. Vom Einsatz von Desinfektionsmitteln im Alltag raten die Autoren vehement ab.

Fazit

Ein lesenswertes Buch für Menschen, die sich mit zeitgemäßer Ernährung und ihrer Verwertung im Körper beschäftigten möchten. Wegen der Kritikpunkte an den Rezepten gibt es eindeutig von mir Punktabzug. Da der Rest aber unabhängig davon interessant ist und man die Zutaten, deren positive Wirkung jeweils benannt und erklärt wird, in eigene Rezepte einbauen kann, finde ich die Lektüre dennoch empfehlenswert.

Es ist ansprechend aufgemacht, illustriert und bebildert, so dass es Spaß macht, darin zu Lesen. Da auch kleine Veränderungen, wie ich sie für mich aus dem Buch entwickelt habe, etwas bewirken können, freue ich mich, es gelesen zu haben. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Südwest Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt. Andrea vom Blog here I am macht Werbung für das gleiche Buch, bei ihr habe ich es entdeckt.

Lesetipp: Vietnam trifft Berlin

Werbung ohne Auftrag für das Buch Sungs Laden von Karin Kalisa

Diesen wunderschönen Roman hat mir Leserin Susa Berg in einem Kommentar ans Herz gelegt. Über den Austausch mit Leserinnen in den Kommentaren habe ich schon einige lesenswerte Bücher entdeckt. Natürlich passt nicht alles, aber ich schaue mir alle an. Versprochen!

Der Inhalt des Romans ist für mich schwer zu beschreiben, weil er so viele Themen umfasst. Zwischen Realität, Phantasie, Leichtigkeit und Tiefgang ist alles dabei. Sungs Laden ist ein vietnamesisches Ladengeschäft in Berlin im Stadtteil Prenzlauer Berg. wäre es deutscher Laden, würde man ihn wohl Tante-Emma-Laden nennen. Dieser Stadtteil hat sich seit der Wende drastisch verändert und Sungs Laden sich mit ihm.

Beim Lesen habe ich einiges über das Leben der Vietnamesen in Berlin gelernt, die zu DDR-Zeiten als Vertragsarbeiter dort tätig waren. Sungs Eltern gehörten zu ihnen. Sie hatten das Glück, zufällig besagten Laden eröffnen zu können und sich ein selbständiges Leben zu schaffen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wovon mir der erste am besten gefällt, in dem es um die Geschichte der Familie in Berlin geht. Eine Schulwoche zur Vielfalt der Nationen unter den Schülern bringt die Familie dazu, in ihre Geheimnisse und eigene Geschichte einzutauchen. In Teil zwei und drei spielen fantastische Ideen zur Gestaltung des Stadtteils und das wirkliche Kennenlernen der verschiedenen Bewohner des Stadtteils untereinander die Hauptrolle. Diese märchenhaften Teile hätten für mich etwas kürzer sein können, waren am Ende dann aber doch rund.

Welchen Lesetipp hast Du für mich?

Lesetipp: Die Modehaus-Königinnen

Werbung – Rezensionsexemplar

Das Modehaus – Töchter der Freiheit
von Julia Kröhn

Das Frankfurter Modehaus König wird von drei Generationen Frauen der Familie König begleitet, teilweise geführt und geprägt. Fanny will in den 1920er Jahren allerdings lieber in Paris Modeschöpferin werden, wird stattdessen Mannequin und kommt ihr Leben lang nicht über die Fehlentscheidungen dieser Jahre hinweg.

Fehlentscheidungen ist ein Wort, dass für die beiden kommenden Generationen, Lisbeth in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg und ihre Tochter Rieke zu Beginn der 1970er ebenso prägend ist. Gemeinsam haben die Frauen aus drei Generationen, dass sie versuchen, den passenden Weg aus Unterordnung und eigenem Lebensweg zu finden. Im Klappentext steht

“Die Frauen der Familie König sind auf der Suche nach Glück, Inspiration – und dem perfekten Kleid.”

Am Ende finden sie alle drei einen Weg, der für sie jeweils passt. Den Untertitel Töchter der Freiheit verstehe ich nicht. Auch wenn es primär um die 1920er und die Zeit nach 1945 geht, habe ich die Freiheit beim Lesen nicht gespürt, viel mehr Bedrückung. Es ist für mein Empfinden kein fröhliches Buch, allerdings auch kein rührseliges – eher lebensrealistisch.

Wenn die Welt um einen zusammenbricht, Männer an Körper und Seele kaputt aus dem Krieg wiederkehren oder in den 1970ern ihre Frau lieber am Herd beim Kind als in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens sehen wollen, kann einem als Frau der Spaß dabei schon mal vergehen.

Den Rahmen der Geschichte bildet ein Brief, den Lisbeth an eine Anverwandte in den USA schreibt, die sich nach der Familiengeschichte erkundigt. Die Erzählung springt kapitelweise zwischen den Jahrzehnten und den drei Frauen hin und her. Über den Kapiteln steht nur die Hauptfigur und das Jahr, in dem es spielt, zum Beispiel FANNY 1914 oder LISBETH 1949. Das erleichtert das Eindenken in die jeweilige Perspektive.

Was das Springen zwischen den Schauspielplätzen und Personen aber wiederum für mich schwierig gemacht hat, war die Überschneidung der Geschichten der Personen. Bei FANNY 1925 ist Lisbeth ein Kind. Im direkt folgenden Kapitel LISBETH 1949 ist Lisbeth erwachsen und Rieke ein Kind. Wobei Rieke vorher schon als Erwachsene in eigenen Kapiteln aufgetaucht ist. Ich konnte der Geschichte folgen, fand das aber streckenweise mühsam.

Fazit

Ein Frauenroman für Leserinnen, die gerne Bücher lesen, die über mehrere Generationen hinweg spielen und sich für die Entwicklung der Rolle der Frauen in der deutschen Gesellschaft aus der Perspektive der Frauen interessieren.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Blanvalet Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt.

Lesetipp: Nach der Weltreise kommt das Gartenjahr

Werbung – Rezensionsexemplar

Bin im Garten: Ein Jahr wachsen und wachsen lassen
von Meike Winnemuth

Nachdem ich Das große Los verschlungen habe, habe ich mich direkt auf das neue Buch von Meike Winnemuth gefreut, das mir als Rezensionsexemplar vom Penguin Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt wurde. Ihr Ziel war laut Klappentext

“Ein Jahr im Garten leben. Gemüse anbauen. Bäume pflanzen. Blümchen natürlich auch. Wurzeln schlagen. Boden unter den Füßen finden, und zwar einen, den ich persönlich dorthin geschaufelt habe.”

Dabei dürfen die Leser sie auf 320 Seiten durch das Jahr 2018 begleiten. Es hätte schlechtere Sommer für das Projekt gegeben. Der Garten befindet sich in Schleswig-Holstein direkt an der Ostseeküste, in ihm steht ein kleines, altes Haus mit Ofenheizung. Ein Jahr einfaches Leben im Hinblick auf Komfort. Ein Jahr wenig einfaches Leben im Hinblick auf körperliche Arbeit und Einarbeitung in das Thema Gartengestaltung und Selbstversorgeranbau.

Mir hat das Lesen so große Freude gemacht, dass ich die letzten Seiten herausgezögert habe, bis es nicht mehr ging, doch irgendwann wollte ich diese Rezension schreiben können. Mir fehlt es jetzt schon, als Leser in der Geschichte mitleben und mitleiden zu dürfen. Denn als Gartenbesitzerin weiß ich eins: Man kann dabei echt leiden! Körperlich, finanziell und seelisch!

Es ist schön zu sehen, dass es anderen Menschen auch nicht anders geht als einem selbst mit einigen Pflanzen. Ich weiß nicht mehr, wie viele Alliumzwiebeln ich schon in unserem Garten versenkt habe. Wenn ich Glück hatte, hat die Hälfte der Zwiebeln einmal geblüht. Im Jahr darauf wiedergesehen habe ich ein oder zwei. Dann waren sie alle weg. Es gibt Pflanzen, die frisst ein Garten geradezu auf – auch ohne Schnecken. Und dann gibt es welche, die wollen dort einfach sein und fühlen sich wohl.

Blaue Hortensie mit Regentropfen

Zu lernen, sich dem Garten in gewisser Hinsicht zu fügen, ist ein harter Prozess, wenn man es ansonsten mag, die eigenen Vorstellungen umgesetzt zu sehen. Ich habe so viel Geld in unserer parkähnlichen Anlage unserem winzigen Reihenhausgarten versenkt, bis ich gelernt habe, was er will und was nicht.

Jetzt ist er grün und es gibt an Pflanzen außer Bodendeckern primär eine weiße Rhododendrenhecke, viele Hortensien, rosa-pinke Rosen und ein paar Stauden in rosa-lila-blau. Erstaunlicherweise mag eine rosa Pfingstrose bleiben und wird immer besser. Lustigerweise hat der Garten ganz andere Farben als mein Kleiderschrank, Blumen in Gelb und Orange mag ich dort nicht haben.

Zurück zum Buch: Die Autorin dabei zu begleiten, wie sie Teile ihrer eigenen Wurzeln findet und sich durch das Jahr gräbt, macht einfach Spaß. Zu sehen, was an Bedeutung verliert, wenn man alleine auf dieser Scholle ist. Und zu sehen, was einem fehlt so weit weg vom anderen Wohnsitz im Trubel hinterm Hamburger Hauptbahnhof.

Ein bisschen Interesse an Blumen und Pflanzen ist hilfreich, um sich in das Buch einzudenken, aber man braucht keinen eigenen Garten dafür. Unabhängig vom Gartenthema kann das Buch Frauen gefallen, die gerne Lebensprojekte, Umbrüche und Neuentwicklungen bei Menschen verfolgen. In jedem Fall rate ich, das Buch in Papierform zu lesen, weil es schön mit farbigen Bildern aufgemacht ist.

Warnung: Es könnte eine Folge des Lesens sein, doch mal wieder Lust auf Experimente und Umarbeitungen im Garten zu bekommen. Wenn ich in den nächsten Tagen eine Pflanzenhandlung betreten würde, könnte ich für nichts garantieren …

Hast Du einen Garten? Wie ist Dein Verhältnis zu ihm?

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