Lesetipp: Vietnam trifft Berlin

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Sungs Laden
von Karin Kalisa

Diesen wunderschönen Roman hat mir Leserin Susa Berg in einem Kommentar ans Herz gelegt. Über den Austausch mit Leserinnen in den Kommentaren habe ich schon einige lesenswerte Bücher entdeckt. Natürlich passt nicht alles, aber ich schaue mir alle an. Versprochen!

Der Inhalt des Romans ist für mich schwer zu beschreiben, weil er so viele Themen umfasst. Zwischen Realität, Phantasie, Leichtigkeit und Tiefgang ist alles dabei. Sungs Laden ist ein vietnamesisches Ladengeschäft in Berlin im Stadtteil Prenzlauer Berg. wäre es deutscher Laden, würde man ihn wohl Tante-Emma-Laden nennen. Dieser Stadtteil hat sich seit der Wende drastisch verändert und Sungs Laden sich mit ihm.

Beim Lesen habe ich einiges über das Leben der Vietnamesen in Berlin gelernt, die zu DDR-Zeiten als Vertragsarbeiter dort tätig waren. Sungs Eltern gehörten zu ihnen. Sie hatten das Glück, zufällig besagten Laden eröffnen zu können und sich ein selbständiges Leben zu schaffen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wovon mir der erste am besten gefällt, in dem es um die Geschichte der Familie in Berlin geht. Eine Schulwoche zur Vielfalt der Nationen unter den Schülern bringt die Familie dazu, in ihre Geheimnisse und eigene Geschichte einzutauchen. In Teil zwei und drei spielen fantastische Ideen zur Gestaltung des Stadtteils und das wirkliche Kennenlernen der verschiedenen Bewohner des Stadtteils untereinander die Hauptrolle. Diese märchenhaften Teile hätten für mich etwas kürzer sein können, waren am Ende dann aber doch rund.

Welchen Lesetipp hast Du für mich?

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Lesetipp: Die Modehaus-Königinnen

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Das Modehaus – Töchter der Freiheit
von Julia Kröhn

Das Frankfurter Modehaus König wird von drei Generationen Frauen der Familie König begleitet, teilweise geführt und geprägt. Fanny will in den 1920er Jahren allerdings lieber in Paris Modeschöpferin werden, wird stattdessen Mannequin und kommt ihr Leben lang nicht über die Fehlentscheidungen dieser Jahre hinweg.

Fehlentscheidungen ist ein Wort, dass für die beiden kommenden Generationen, Lisbeth in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg und ihre Tochter Rieke zu Beginn der 1970er ebenso prägend ist. Gemeinsam haben die Frauen aus drei Generationen, dass sie versuchen, den passenden Weg aus Unterordnung und eigenem Lebensweg zu finden. Im Klappentext steht

“Die Frauen der Familie König sind auf der Suche nach Glück, Inspiration – und dem perfekten Kleid.”

Am Ende finden sie alle drei einen Weg, der für sie jeweils passt. Den Untertitel Töchter der Freiheit verstehe ich nicht. Auch wenn es primär um die 1920er und die Zeit nach 1945 geht, habe ich die Freiheit beim Lesen nicht gespürt, viel mehr Bedrückung. Es ist für mein Empfinden kein fröhliches Buch, allerdings auch kein rührseliges – eher lebensrealistisch.

Wenn die Welt um einen zusammenbricht, Männer an Körper und Seele kaputt aus dem Krieg wiederkehren oder in den 1970ern ihre Frau lieber am Herd beim Kind als in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens sehen wollen, kann einem als Frau der Spaß dabei schon mal vergehen.

Den Rahmen der Geschichte bildet ein Brief, den Lisbeth an eine Anverwandte in den USA schreibt, die sich nach der Familiengeschichte erkundigt. Die Erzählung springt kapitelweise zwischen den Jahrzehnten und den drei Frauen hin und her. Über den Kapiteln steht nur die Hauptfigur und das Jahr, in dem es spielt, zum Beispiel FANNY 1914 oder LISBETH 1949. Das erleichtert das Eindenken in die jeweilige Perspektive.

Was das Springen zwischen den Schauspielplätzen und Personen aber wiederum für mich schwierig gemacht hat, war die Überschneidung der Geschichten der Personen. Bei FANNY 1925 ist Lisbeth ein Kind. Im direkt folgenden Kapitel LISBETH 1949 ist Lisbeth erwachsen und Rieke ein Kind. Wobei Rieke vorher schon als Erwachsene in eigenen Kapiteln aufgetaucht ist. Ich konnte der Geschichte folgen, fand das aber streckenweise mühsam.

Fazit

Ein Frauenroman für Leserinnen, die gerne Bücher lesen, die über mehrere Generationen hinweg spielen und sich für die Entwicklung der Rolle der Frauen in der deutschen Gesellschaft aus der Perspektive der Frauen interessieren.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Blanvalet Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt.

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Lesetipp: Nach der Weltreise kommt das Gartenjahr

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Bin im Garten: Ein Jahr wachsen und wachsen lassen
von Meike Winnemuth

Nachdem ich Das große Los verschlungen habe, habe ich mich direkt auf das neue Buch von Meike Winnemuth gefreut, das mir als Rezensionsexemplar vom Penguin Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt wurde. Ihr Ziel war laut Klappentext

“Ein Jahr im Garten leben. Gemüse anbauen. Bäume pflanzen. Blümchen natürlich auch. Wurzeln schlagen. Boden unter den Füßen finden, und zwar einen, den ich persönlich dorthin geschaufelt habe.”

Dabei dürfen die Leser sie auf 320 Seiten durch das Jahr 2018 begleiten. Es hätte schlechtere Sommer für das Projekt gegeben. Der Garten befindet sich in Schleswig-Holstein direkt an der Ostseeküste, in ihm steht ein kleines, altes Haus mit Ofenheizung. Ein Jahr einfaches Leben im Hinblick auf Komfort. Ein Jahr wenig einfaches Leben im Hinblick auf körperliche Arbeit und Einarbeitung in das Thema Gartengestaltung und Selbstversorgeranbau.

Mir hat das Lesen so große Freude gemacht, dass ich die letzten Seiten herausgezögert habe, bis es nicht mehr ging, doch irgendwann wollte ich diese Rezension schreiben können. Mir fehlt es jetzt schon, als Leser in der Geschichte mitleben und mitleiden zu dürfen. Denn als Gartenbesitzerin weiß ich eins: Man kann dabei echt leiden! Körperlich, finanziell und seelisch!

Es ist schön zu sehen, dass es anderen Menschen auch nicht anders geht als einem selbst mit einigen Pflanzen. Ich weiß nicht mehr, wie viele Alliumzwiebeln ich schon in unserem Garten versenkt habe. Wenn ich Glück hatte, hat die Hälfte der Zwiebeln einmal geblüht. Im Jahr darauf wiedergesehen habe ich ein oder zwei. Dann waren sie alle weg. Es gibt Pflanzen, die frisst ein Garten geradezu auf – auch ohne Schnecken. Und dann gibt es welche, die wollen dort einfach sein und fühlen sich wohl.

Blaue Hortensie mit Regentropfen

Zu lernen, sich dem Garten in gewisser Hinsicht zu fügen, ist ein harter Prozess, wenn man es ansonsten mag, die eigenen Vorstellungen umgesetzt zu sehen. Ich habe so viel Geld in unserer parkähnlichen Anlage unserem winzigen Reihenhausgarten versenkt, bis ich gelernt habe, was er will und was nicht.

Jetzt ist er grün und es gibt an Pflanzen außer Bodendeckern primär eine weiße Rhododendrenhecke, viele Hortensien, rosa-pinke Rosen und ein paar Stauden in rosa-lila-blau. Erstaunlicherweise mag eine rosa Pfingstrose bleiben und wird immer besser. Lustigerweise hat der Garten ganz andere Farben als mein Kleiderschrank, Blumen in Gelb und Orange mag ich dort nicht haben.

Zurück zum Buch: Die Autorin dabei zu begleiten, wie sie Teile ihrer eigenen Wurzeln findet und sich durch das Jahr gräbt, macht einfach Spaß. Zu sehen, was an Bedeutung verliert, wenn man alleine auf dieser Scholle ist. Und zu sehen, was einem fehlt so weit weg vom anderen Wohnsitz im Trubel hinterm Hamburger Hauptbahnhof.

Ein bisschen Interesse an Blumen und Pflanzen ist hilfreich, um sich in das Buch einzudenken, aber man braucht keinen eigenen Garten dafür. Unabhängig vom Gartenthema kann das Buch Frauen gefallen, die gerne Lebensprojekte, Umbrüche und Neuentwicklungen bei Menschen verfolgen. In jedem Fall rate ich, das Buch in Papierform zu lesen, weil es schön mit farbigen Bildern aufgemacht ist.

Warnung: Es könnte eine Folge des Lesens sein, doch mal wieder Lust auf Experimente und Umarbeitungen im Garten zu bekommen. Wenn ich in den nächsten Tagen eine Pflanzenhandlung betreten würde, könnte ich für nichts garantieren …

Hast Du einen Garten? Wie ist Dein Verhältnis zu ihm?

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Lesetipp gegen Sätze des Todes fürs Selbstwertgefühl

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Beyond Beautiful: Wie wir trotz Schönheitswahn zufrieden und selbstbewusst leben können
von Anuschka Rees

Von Anuschka Rees habe ich Dir hier im Blog bereits das Buch Das Kleiderschrank-Projekt (Rezensionsexemplar) vorgestellt und hinterher meine Umsetzung davon mit Outfits aus dem wahren Leben gezeigt. In Beyond Beautiful geht es nicht um Kleidung, sondern das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein von Frauen. Das Buch wurde mir vom DuMont Buchverlag (Werbung) als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Es geht in Beyond Beautiful darum, warum so viele Frauen Probleme damit haben, mit ihrem Spiegelbild und ihren Körper zufrieden zu sein. Wie kann man sich gut fühlen, wenn man nicht den unerfüllbaren gesellschaftlichen Schönheitsidealen entspricht? Wie schafft man die Abgrenzung zu geschönten Bildern aus der Werbung und sozialen Netzwerken? Wie schafft man es, seine äußere Hülle nach eigenen Vorstellungen und nicht denen des Umfelds, das einem eintrichtert, was man zu tun hätte, zu gestalten – Stichworte Make-up, Kleidung, Rasuren hier und dort. Das Buch ist in drei Teile gegliedert

  1. Das Problem verstehen
  2. Eine neue Haltung finden
  3. Die Kontrolle zurückgewinnen.

Grundsätzlich bin ich vollständig der Meinung der Autorin, dass es wichtig für Mädchen und Frauen ist, sich von aufgezwungenen Leitsätzen und Bildern zu lösen und einen eigenen Weg für sich zu finden, wie man sich zeigen möchte und wie man damit umgeht, wenn jemanden das nicht gefällt.

Beim Lesen kam mir Einiges übertrieben vor, denn ich kenne zum Beispiel keinen, der sich einen Abend mit Freundinnen von einem Pickel, einem Blähbauch oder ein paar Stoppeln unter den Achseln ruinieren lässt (Seite 9). Hingegen kenne ich aber durchaus unzählige Frauen mit Diätthemen und welche, die nicht in den Spiegel schauen mögen.

Dass mir Einiges fremd ist von den Problemthemen in dem Buch, mag daran liegen, dass ich bald 48 bin und keine Teenagertochter habe und weder ich noch mein Umfeld GTNM-geschädigt sind. Zielgruppe für das Buch sind primär Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Ich sehe allerdings noch eine andere Zielgruppe: Mütter von Teenagertöchtern, die ihre Töchter vor dem Schönheits- und Abnehmwahn schützen möchten.

Anuschka Rees hat für das Buch über 600 kurze Statements von Frauen gesammelt, die über das ganze Buch verteilt sind. Beim Lesen einiger Worte hätte ich heulen können. Ein motivierendes Statement auf Seite 94 lautet allerdings

“Wir alle sollten uns mehr unter nackten Menschen aufhalten. Es gibt mehr ‘Normalos’, als wir denken.”

Das kann ich bestätigen. Nach mehr als zehn Jahren Umkleiden und Duschen zum Schwimmen in der Sammelumkleide und -dusche weiß ich eins genau: Ich habe in meinem Leben noch keine Frau gesehen, deren Körper ich gerne komplett hätte. An jeder ist etwas, das ich schön finde ich vielleicht auch gerne so hätte. Und an jeder ist etwas, das ich nicht haben möchte und das mir an meinem Körper besser gefällt. Ja, ja ich weiß – schon wieder ein Vergleich. Aber eben einer, der dazu führt, dass ich keine Sehnsüchte entwickelt habe, sondern zufrieden bin mit meinem Körper. Eine solche Justierung tut mir gut.

Zum Thema Instagram und Consorten kann ich wie die Autorin nur sagen: Such Dir selbst aus, was Du dort sehen willst. Entfolge Accounts, die Dir ein schlechtes Gefühl beim Betrachten der Bilder oder Lesen der Texte geben. Quäle Dich nicht damit, sondern schaffe Dir ein für Dich gesundes Umfeld. Unfollow klicken kann so befreiend sein!

Noch nicht einmal dagegen, dass Anuschka Rees empfiehlt, Modetipps für Deinen Körpertyp zu ignorieren, habe ich etwas, obwohl ich davon zum Teil lebe. Auch wenn ich exakt solche Tipps hier im Blog gebe und Kunden mit genau dem Wunsch zu mir kommen, bin ich ebenso dagegen, sich sklavisch nach dem gängigen Schönheitsideal zu kleiden. Nur weil jemand klein ist, muss er nicht länger wirken wollen. Oder kleiner, weil er lang ist. Ich frage immer nach der Bestandsaufnahme, was meine Kundin möchte. Dann sage ich ihr, wie sie das erreichen kann. Stilberatungen von 12jährigen Mädchen – und glaube mir, die Anfragen kommen immer wieder, lehne ich kategorisch ab.

Sätze des Todes

In dem Buch gibt es Seiten der Rubrik Beyond Beautiful Toolbox. Es wird auf Deine innere Stimme geschaut, was für Trigger es gibt, wie Du früher darauf reagiert hast und wie Deine neue Reaktion aussehen kann. Dennoch wird es immer Sätze geben, die Dich verletzen. Man ist nicht gegen alles gewappnet. Aber ein gutes Selbstgefühl hilft, solche Sätze einzuordnen. Ich nenne sie Sätze des Todes.

Ines Meyrose 2002

Einen davon hat meine Mutter im Sommer 2002 in abfälligem Ton beim Betrachten dieses Urlaubsfotos zu mir gesagt

“Wie kann man nur so schlanke Beine haben, wenn man so dick ist.”

Es folgt noch etwas in der Richtung, dass das nicht fair wäre, das weiß ich aber nicht mehr wörtlich. Ich wiege auf dem Bild übrigens genau das gleiche wie heute – 66 kg bei 1,65 m Länge – das ist weder schlank noch dick. Damals war das Hosengröße 42, heute dank Schmeichelgrößen 38/40, aber darum geht es nicht. Es geht darum, was die Aussage über die Sprecherin aussagt – die berühmte Selbstoffenbarung, und was das bis heute mit mir macht.

Was das über meine Mutter aussagt, kann ich mir ziemlich gut denken. Sie war stinksauer, dass ich lieber 100 Euro Einzelkabinenzuschlag für die einwöchige Bootsfahrt in der Türkei gezahlt habe, als sie mitzunehmen und die Kabine mit ihr zu teilen. Deshalb wollte sie meine Freude an den schönen Urlaubsbildern nicht mit mir teilen. Außerdem war sie eifersüchtig darauf, dass ich mit meinem Körper im Rahmen dessen, was mir wichtig ist, zufrieden bin, und sie es schon seit 20 Jahren nicht mehr war. Sie konnte nie nachvollziehen, wie ich mit diesem BMI zufrieden sein kann. Schlanke Beine hatte sie übrigens selbst, deshalb passt der Spruch eigentlich noch nicht mal, weil er auf sie selbst auch zutraf. So viel dazu.

Warum dieser Exkurs? Es ist wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, was scheinbar lockere Sprüche oder bereits kleine Abfälligkeiten mit einem Menschen machen können. Mich hat das Buch noch 24 Stunden nach dem Lesen immer wieder an den dämlichen Satz meiner Mutter erinnert, der mich bis heute ein bisschen piekst.

Fazit

Ein Buch für alle, die ihr Selbstwertgefühl ungesund von anderen abhängig machen und sich davon das Leben bestimmen lassen. Und für alle, die Menschen im dafür prägendem Alter begleiten. Dieses Alter fängt heutzutage leider schon im Kindergarten an.

P.S.
Die Illustrationen von Marina Esmeraldo in dem Buch sind zauberhaft.

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Lesetipp: Mal wieder ein französischer Style-Guide

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Dress like a Parisian: Der Style-Guide für den perfekten französischen Chic
von Aloïs Guinut

Ein englischer Titel für ein Buch in deutscher Sprache über französischen Chic. Geht so Europa? Nach How To Be Parisian wherever you are (Rezensionsexemplar) und Pariser Chic – Der Style Guide (Rezensionsexemplar) hat es nun Dress like a Parisian in mein Bücherregal mit Style-Guides geschafft. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Prestel Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt.

Ines Meyrose im Oktober 1987 in Paris

Auch an dieser Stelle gestehe ich nochmal, hier über etwas zu schreiben, von dem ich keine Ahnung habe. Ich kenne nur den Mythos der Pariserin, in Paris war ich selbst nur einmal im Herbst 1987. Die Schuhe, die ich dort trug, werden übrigens gerade wieder trendy. Wovon ich allerdings Ahnung habe, ist Kleidung und was man damit machen kann.

Wie schaffst Du es, immer gut angezogen zu sein?

Die Pariser Frau steht in dem Ruf, genau das zu sein. Für Aloïs Guinut macht den Pariser Style aus, dass es ein lässiger Chic ist.

“Das Ergebnis ist ein natürlicher Look mit raffinierten Akzenten, denen man das Styling nicht ansieht.”
Zitat von Seite 8

In dem Buch findest Du konkrete Tipps zum Zusammenstellen von Kombinationen in Bezug auf Farben, Stofftexturen, Muster, Hinguckerdetails und Accessoires. Bei den Basics finde ich besonders gut, dass die Autorin Ideen gibt, welche Auslegung von davon zu Dir passen kann. Bebildert ist das Buch mit vielen anschaulichen Fotos zu den Stylingbeispielen und Illustrationen von Judith van den Hoek.

Es gibt in dem Style-Guide keine konkreten Markentipps, nur nur am Ende eine Handvoll Adressen von Lieblingsläden der Autorin in Paris. Das Buch ist kein Regelwerk, sondern ein Impulsgeber. Du findest dort keine persönliche Farb- und Stilberatung, sondern Beispiele, aus denen Du Dir herauspicken kannst, was Dir gefällt. Wer ein klares Rezept sucht, wird hilflos bleiben. Wer Impulse für Akzente und eigene Interpretationen und Details sucht, kann sie dort finden. Den Worten der Autorin schließe ich mich gerne an

“Kleidung soll dich kleiden, du sollst dich ihr nicht unterwerfen.” Zitat von Seite 191

Fazit

Ein schönes Buch für alle, die Spaß an Mode und unaufgeregtem Styling haben und ihren Stil hinterfragen oder auf eigenem Weg finden möchten. Der unterhaltsame, pointierte Schreibstil der Autorin macht das Lesen und Anschauen zur Freude.

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Lesetipp: Zu Tisch bitte

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Der Mittagstisch
von Ingrid Noll

Lange habe ich nichts von Ingrid Noll gelesen, weil mir die Bücher irgendwann zu ähnlich waren und sie mich nicht mehr ansprachen. Vorletzte Woche hatte ich in der Innenstadt zwei Stunden Zeit übrig vor einer Einkaufsbegleitung und habe die unter anderem in der Thalia-Buchhandlung zugebracht. Nicht weil ich die Buchhandlung so mag, sondern weil es die einzige in der Gegend ist.

Im Eingangsbereich der Buchhandlung fand ich diverse fest gebundene Bücher aus dem Diogenes Verlag reduziert auf 6,99 Euro, befreit von der Verlagspreisbindung. Es waren auf den ersten Blick alles Bücher, die bereits als Taschenbuch erschienen sind. Wenn das Papierbuch weniger kostet als der E-Book, dann kaufe ich ausnahmsweise ein Papierbuch.

Ein Blick ins Buch hat mein Interesse an der Geschichte geweckt und ich dachte: Warum nicht mal wieder einen Roman von Ingrid Noll lesen? Die Geschichte war für mich so unterhaltsam, dass ich die 224 Seiten in einem Rutsch von morgens an durchgelesen habe. So lässt sich ein verregneter Sonntag gut zubringen.

Warum geht es beim Mittagtisch? Nelly, alleinerziehende Mutter zweier Kinder ohne Job, braucht Geld und neue Freunde. Sie erbt das Haus der Großeltern samt ehemaligem Ladengeschäft im Erdgeschoss und zieht dort ein. Es ergibt sich eine Mittagsrunde, in der sie für die halbe Nachbarschaft gegen Kostgeld kocht und ein wunderbares Netzwerk entsteht.

Ein Roman von Ingrid Noll wäre aber kein Roman von Ingrid Noll, wenn es nicht ein paar mehr oder wesentliche versehentliche Leichen dabei gäbe, die zu entsorgen und totzuschweigen sind. Ein bisschen Liebe ist auch dabei, Nelly möchte nicht alleinerziehend bleiben, und eine Prise Drama gesellt sich dazu. Insgesamt eine unterhaltsame Geschichte, die ich gerne gelesen habe.

Welchen Lesetipp hast Du für mich?

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Lesetipp: Lebensbegleiter

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Das rote Adressbuch: Hast Du genug geliebt in Deinem Leben?
von Sofia Lundberg

Gute Frage. Ich denke ja. Verziehen habe ich in meinem bisherigen Leben vermutlich nicht genug, geliebt ja. Das rote Adressbuch von Hauptfigur Doris ist der Leitfaden der Geschichte. Sie bekommt es als Kind von ihrem Vater geschenkt, der kurz darauf verstirbt. In diesem Adressbuch finden sich die Namen der Personen wieder, die ihr spannendes Leben begleitet haben. Kurz vor ihrem Lebensende schreibt sie für ihre Großnichte Jenny, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hat, die Geschichten auf, die sie mit den Menschen aus dem Adressbuch verbindet.

Die Lebensgeschichte beginnt im Stockholm der 1920er Jahre. Doris’ Weg führt sie nach Paris, New York, England und am Ende wieder nach Stockholm in die Gegenwart. Gegen Ende gibt sie Jenny die Worte

“Das Leben ist nicht dazu da, dass es dich unterhält, du musst das Leben unterhalten.”

mit auf ihren Weg. Die Worte gefallen mir, weil sie dafür stehen, dass jeder sein Leben selbst in der Hand hat und für die Gestaltung verantwortlich ist. Selbst wenn uns Dinge von fremder Hand geschehen, die wir nicht wollten, liegt der Umgang damit in unserer Hand.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Goldmann Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt. Auf den Titel hat mich Leserin Claudia in einem Kommentar bei einem Buchbeitrag aufmerksam gemacht. Danke an beide! Die Geschichte hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Jetzt freue ich mich darauf, dass von der Autorin im Mai 2019 ein weiteres Buch erscheint.

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