Buchreview: Chic

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Chic: 50 modische Legenden & wie man sie trägt (Affiliate Link)
von Katharina Blansjaar &  Daniel Müller

Hilfe! Es beginnt mit A wie Animal Print. Wie man das trägt? Meiner subjektiven Meinung nach am besten gar nicht! Es endet mit T wie T-Shirt und das ist sicher einfacher in der Anwendung.

Es werden 50 Kleidungsstücke vorgestellt mit den Geschichten dahinter, formuliert mit amüsant-süffisanter Ironie. Das Buch ist hochwertig aufgemacht, ein kleinformatiges Coffee Table Book, das mit den lustig-liebevollen Illustrationen von Daniel Müller schön anzusehen ist. Viele Filmbezüge aus dem 20. Jahrhundert bringen passende Looks mit den einzelnen Teilen vor das Auge des Lesers.

Den Pragmatismus der Autorin, von der ich Euch vor einem Jahr bereits Ganz mein Stil* vorgestellt habe, schätze ich. Ein Beispiel: Was trägt man zum Minirock? “Eine ordentliche Unterhose.” (Seite 183) Für diese Erkenntnis brauche ich sicher das Buch nicht zu lesen – und wer das dafür lesen sollte, wird es nicht tun, das ist ja immer das Problem dabei … dennoch: Mir hat die Lektüre einfach Spaß gemacht. Und gelernt habe ich auch wieder etwas, z.B. dass und warum ein Bubikragen in Amerika Peter Pan collar heißt (Seite 47), dass das Wort Onesie für Overall von der Babystrampler-Marke Onesies abgeleitet ist (Seite 203) und warum der Panamahut eigentlich Ecuadorhut heißen müsste (Seite 227).

Fazit

Wer gerne Geschichten über Kleidungsstücke liest, wird Freude an dem Buch haben.

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Onlineshop des Verlags (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir von Kein & Aber als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

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  1. * Rezensionsexemplar []

Buchtipp: Stil zeigen! Handbuch für Gesellschaft und Umgangsform

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Stil zeigen! Handbuch für Gesellschaft und Umgangsform (Affiliate Link)
von Philipp Tingler
mit Illustrationen von Daniel Müller

Nach meinem Kontakt zum Verlag für das Buch “Mann von Welt – Handbuch des sicheren Stils” wurde ich gefragt, ob ich auch dieses Buch im Blog vorstellen möchte. Da es zum Thema Mode & Stil passt, habe ich das Angebot gerne angenommen.

Das Handbuch für Gesellschaft und Umgangsform ist gleichermaßen für Damen und Herren geschrieben, daher stelle ich es in der Reihe der Männermontage vor. Beim Lesen hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, es wäre aus der Sicht einer Frau verfasst – Autor ist jedoch eindeutig ein Mann: Philipp Tingler – der allerdings einen Ehemann namens Richie hat.

Stil zeigen!

Philipp Tingler führt die Leser_innen ein in die Welt des Guten Tons, der Kunst der Konversation und Konvention. Dabei sind die meisten Szenen im Leben zwischen Berlin und Zürich angesiedelt. Im Anhang stellt er “Typen des Sozialen” vor, denen man im Leben so begegnen kann – sehr amüsant und zwischen feiner Ironie und Ernst.

Der Autor selbst führt ein Leben in der “Polo-Lounge-Social-Register-Wo-bleibt-mein-Dirty-Martini-Welt”, in dem Luxusprobleme die Hauptsache spielen und Beta-Alkoholismus keins ist – der Besitz einer Annett-Louisan-CD hingegen schon (S. 118). Ein durchaus interessanter Einblick in ein Leben, das vom Meinen weit entfernt – und doch nicht so weit weg ist, wie ich immer denke. Hier und da fühlte ich mich beim Lesen etwas ertappt … Meine Neigung zu gelegentlichen Hissy Fits* ist leider nicht zu leugnen.

Schreibstil

Die Vermutung liegt nahe, dass der Verfasser definitiv zu viel Thomas Mann gelesen hat – anders sind seine Schachtelsätze über lockere 8 Zeilen und gerne 4 Ebenen kaum zu erklären. Aber aus der Vorliebe für Thomas Mann macht er in Interviews auch kein Geheimnis. Außerdem liebt er Fremdworte, auch wenn es passende deutsche Worte dafür gibt, und verwendet fast zwanghaft Akronyme.

Das macht das Lesen zuweilen etwas anstrengend und birgt ein Problem: Personen, die das Buch sprachlich verstehen (inklusive Satzbau und Fremdworten) brauchen es nicht, weil sie gebildet sind und das im deutschsprachigem Raum in der Regel mit Etikettewissen einhergeht. Leute, die das Buch brauchen, um daraus zu lernen, werden zumeist Verständnisprobleme haben. Daher ist mir nicht ganz klar, ob das Ziel ein Eigenamüsement des Upper Class Circles ist oder es in die Rubrik Ratgeber gehört. Vielleicht beides?

Leseprobe

Eine Leseprobe findet Ihr auf der Webseite von Philipp Tingler, in der Ihr auch die treffenden Illustrationen von Daniel Müller seht: Leseprobe Stil zeigen (Werbung).

Fazit

Eins ist das Buch auf gar keinen Fall: langweilig. An einigen Stellen habe ich laut beim Lesen gelacht und einzelne Passagen gleich in Gesprächen zitiert. Tinglers Abschlussworten (S. 194f) schließe ich mich gerne an: Grundtenor und Hauptbotschaft des Buchs sind, dass es bei der “richtigen Umgangsform immer mehr um gebildete Intuition als um das sklavische Befolgen irgendwelcher Regeln” geht.

Zweck und Ziel von Umgangsformen ist, das Miteinander möglichst angenehm zu gestalten. Jedes Verhalten, das dazu beiträgt, ist gut. Wer das Kompendium der guten Form” liest und sich ein bisschen mit dem Thema Umgangsformen befasst, hat schon wieder einen weiteren, kleinen Schritt in ein behagliches Miteinander getan. Und das als solches wird niemals ein Luxusproblem sein.

P.S.

Anmerkung meines Liebsten, als er den Titel sah: “Männer, die Stiel zeigen, nennt man Exhibitionisten.”

* einfach mal kurz jähzornig wegen einer trivialen Kleinigkeit unvernünftig zu explodieren

… ein Beitrag aus der Reihe

Maennermontage_www.meyrose.de

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei Kein & Aber (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Der Beitrag gibt meine ehrliche, freie und subjektive Meinung wieder.