Leider gekauft: Der perfekte Stil (Buch)

Werbung zum Lesen oder auch nicht

(Affiliate Link auf dem Cover)
Der perfekte Stil: Den eigenen Typ betonen - einfach gut aussehen. Illustrationen von Ruben Toledo (Affiliate Link)
Von Nina Garcia:

Der Nachfolger zu Der perfekte Kleiderschrank ist mir erst jetzt in die Hände gefallen. Da hat Amazon wohl versäumt, mir eine könnte Sie auch interessieren-Mail zu senden. So kommt es, dass ich Euch das bereits im August 2012 erschienene Buch erst jetzt vorstelle. Leider finde ich es die bezahlten EUR 16,99 trotz Hardcover, festem Papier, liebevollen Illustrationen und Lesebändchen (ja, die mag ich) nicht wert, da es an inhaltlichen Aussagen fast nichts zu bieten hat.

Wenn ich Bücher dieser Art lese, mache ich das mit dem Blick der interessierten Endverbraucherin und nicht mit dem geschulten Blick und Vorwissen der Stilberaterin. Den am Buchbeginn zitierten Worten von Vivienne Westwood Kaufen Sie weniger, wählen Sie sorgfältiger aus und kombinieren Sie dann alles miteinander schließe ich mich gerne an – nur habe ich in dem Buch mehr Anleitung dazu erwartet. Autorin Nina Garcia möchte Möglichkeiten aufzeigen herauszufinden, wie Sie wahrgenommen werden möchten und wie Sie diesen Look in die Praxis umsetzen können. Das ist ein lobenswertes Ziel, das leider jedoch in dem Buch nicht umgesetzt wird.

Das Konzept

  • Was habe ich?
  • Was brauche ich?
  • Was will ich?

ist als Kleiderschrankinventur und Start zum Garderobenaufbau nicht neu. Das ist nicht schlimm, es muss nicht immer alles neu sein. Aber wenn schon Bewährtes angewendet wird, dann bitte mit hilfreichen Instruktionen und Ideen (die dann auch gerne neu sein dürfen). Stattdessen gibt es einige Zitate aus der Modewelt und Kästen mit dem Mode-Einmaleins mit kleinen historischen Entstehungsgeschichten (die nichts mit perfektem Stil zu tun haben) garniert mit Illustrationen. Ansonsten schreibt Nina Garcia wie sie selbst einige modische Dinge handhabt, gibt jedoch keine Hinweise, wie die Leserin für sich selbst den passenden Weg finden kann. Obwohl die Autorin nach eigener Aussage nichts von Einkaufsvorschriften hält, gibt sie ein paar platte Anweisungen á la A-Rock steht jedem und beschränkt sich ansonsten auf den Tipp, Sachen auszuprobieren.

Das Gebot Mit Reichtum zu prahlen ist out. Ökofreundliche Extravaganz mit Köpfchen dagegen in wird auch nur darin umgesetzt, dass empfohlen wird, möglich viel Kleidung selbst durch Änderungen weiter zu verwerten oder zur Altkleidersammlung zu geben. Auf nachhaltige Modeproduktion wird leider nicht weiter eingegangen außer, dass Synthetik verteufelt wird.

Das Mantra Klug auswählen, immer chic sein und das Beste aus seiner Garderobe machen wäre leichter umzusetzen, wenn genauer definiert würde, was chic ausmacht. Zum Beispiel zu der Erkenntnis, dass passende Schuhe nicht nur besser aussehen, sondern auch viel bequemer sind und länger halten, sind auch andere Leserinnen sicherlich schon vor der Lektüre des Buchs gekommen, wenn Sie sich mit dem perfekten Stil befassen.

So, jetzt gehe ich mir den Mund mit Seife auswaschen für diese bösen Worte (oder besser die Tippfinger?). Leider habe ich keine schöneren Worte gefunden. Mir die Worte alternativ ganz zu sparen erschien mir nicht passend, weil ich das Vorgängerbuch vorgestellt habe und mich Blogleserinnen immer wieder bitten, Bücher dieser Art vorzustellen.

Positiv ist anzumerken, dass die Tipps für Onlineshops auf Deutschland angepasst sind, obwohl das Buch aus dem Amerikanischen übersetzt ist. In meine Liste mit den Büchern zum Thema Typ- und Stilberatung für Frauen wird es jedoch nicht aufgenommen – da kommen nur empfehlenswerte rein. Die seht Ihr hier:

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Viel Spaß beim Lesen dieser Bücher!