Wie läuft eine Farbberatung ab?

Farbberatungstücher von ColorCircus in der Farbe Orange - verschiedene Nuancen von hell bis dunkel von gedeckt bis leuchtend - Farbberatung warmer Farbtyp - Frühlingsfarbtyp - Herbstfarbtyp

“Liebe Ines, mich würde interessieren, wie ein Gespräch in Sachen Farbberatung bei Dir verläuft und vielleicht magst Du auch ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, was man in dem Zusammenhang alles erlebt (natürlich ohne, dass Personen erkennbar sind).”

fragt Rena vom Blog Dressed With Soul bei der Wunschliste für Blogbeiträge in 2020. Die Frage beantworte ich gerne, denn je mehr Interessenten vorher über eine Farbberatung wissen, umso besser können Sie sich entscheiden, sie (hoffentlich bei mir!) zu buchen.

Wie komme ich an eine Farbberatung?

Greenery Pantone Farbe des Jahres / Color of the Year 2017 Farbberatungstücher von ColorCircus für individuelle Farbberatungen

Kunden finden mich über die Website, den Blog, die Beschriftung auf dem Auto oder melden sich auf Empfehlung bei mir. Der erste Kontakt findet per E-Mail oder telefonisch statt. Dabei gibt es Kunden, die vor der Terminbuchung keine Fragen haben, weil sie genau wissen, dass sie eine Farbberatung bei mir buchen möchten. Es gibt aber auch potenzielle Kunden, die vor der Entscheidung einige Punkte klären möchten, was den Inhalt und Ablauf der Beratung angeht, und mehr über mich wissen möchten.

Wenn alles geklärt ist, werden ein Termin und der Ort der Beratung ausgemacht. Privatkunden buchen mich am liebsten möglichst kurzfristig, Firmen planen bis zu über einem Jahr im Voraus. So füllt sich mein Kalender mit langfristigen und spontanen Terminen. Der Artikel hier bezieht sich inhaltlich auf zweistündige Beratungen von Privatkunden jeden Geschlechts. In Hamburg und Umgebung findet die Beratung meistens zu Hause bei Kunden statt und ich bringe das Arbeitsmaterial mit. Alternativ kommen Kunden zu mir.

Vorbereitung einer Farbberatung

Farbberatungstücher von ColorCircus in Blautönen

Bei der Terminvereinbarung gebe ich Kunden auf, was sie für die Farbberatung vorbereiten können. Dazu gehört unter anderem

  • Bitte keinen Selbstbräuner verwenden, weil der die Haut gelblich-warm einfärbt. Wenn jemand ein kühler oder warm-kühler Farbtyp ist, würde das mit Selbstbräuner auf der Haut nicht zu erkennen sein.
  • Eventuelle Haarfärbetermine bitte nicht kurz vor der Beratung wahrnehmen, damit ich Deine echte Haarfarbe mindestens am Ansatz sehen kann.
  • Für die Farbberatung ist es wichtig, ungeschminkt zu sein, damit zu sehen ist, was zu den natürlichen Farben passt.
  • Ich bitte darum, Kleidung und Accessoires herauszulegen oder mitzubringen, die farblich und ggf. im Stil ideal erscheint, aber auch Fragezeichenteile zu zeigen. Nach der Bestimmung des Farbtyps ist dann meistens schon klar, warum Lieblingsteile so gemocht werden und warum die Fragezeichenteile besser an jemand anderem aussehen oder was zur Kombination fehlt.

Ablauf einer Farbberatung

  • Die Beratung beginnt mit einem Gesprächsteil, bei dem ich herausfinde, was meinen Kunden wichtig ist, um sie entsprechend beraten zu können. Ich habe einen ausgedruckten Analysefragebogen dabei, den ich durchgehe und mir dazu Notizen mache. Selbstverständlich frage ich vorher, ob es in Ordnung ist, wenn ich Notizen mache und unterlasse das, wenn jemand das ablehnt. Anhand der Notizen checke ich am Ende der Beratung, ob wir alle Punkte beachtet haben. Die Notizen helfen mir nebenbei auch hinterher, mich an die Beratung zu erinnern, wenn Kunden nach Jahren erneut auf mich zukommen mit einer Frage oder einer ergänzenden Buchung für eine Stilberatung oder Einkaufsbegleitung. Zu meinen häufig gestellten Analysefragen gehören zum Beispiel
    • Was ist der Anlass für die Beratung?
    • Was ist das Ziel der Beratung?
    • Wie reagiert Dein Umfeld, wenn Du etwas veränderst?
    • Was machst Du beruflich? Wie ist der (ungeschriebene) Dresscode?
    • Was für Kleidung trägst Du in der Freizeit?
    • Was ist Dein Lieblingskleidungsstück? Weshalb?
    • Gibt es jemanden, der für Dich immer gut angezogen aussieht? Was gefällt Dir an dieser Person?
    • Was sind Deine Fehlkäufe?
    • Was ist Deine Lieblingsfarbe? Welche Farbe magst Du gar nicht?
    • Trägst Du Make-up? Accessoires? Welche Farben bevorzugst Du dabei?
    • Was für ein Typ bist Du? Offen oder eher im Hintergrund?
    • Wie möchtest Du auf andere Menschen wirken?
  • Anhand von kleinen Farbkreisen mit Farbauszügen der jeweiligen Farbtypen gebe ich dann eine Einführung in die zehn Farbtypen. Dabei erkläre ich das System mit den Unterscheidungen der Farben in warm/kühl, hell/dunkel, leuchtend/gedeckt und den möglichen Mischungen daraus. Anhand kleiner Stoffstücke in Silber und Gold demonstriere ich mit Hilfe der Farbkarten, wie zueinander passende Farben wirken und wie ein harter Bruch aussieht. Silber ist die kühlste Farbe, Gold die wärmste, deshalb kann man es mit diesen beiden Farben im Kontrast am besten erkennen. Ich frage, welcher Farbtyp jemand gerne wäre und welcher er vermutet zu sein.
  • Jetzt beginnt die eigentliche Farbtypbestimmung. Der Kunde nimmt seinen Platz vor einem Spiegel mit Tageslichtlampen ein. Ich betrachte die Haar-, Augen- und Hautfarbe und schätze ein, wie warm/kühl, hell/dunkel und leuchtend/gedeckt sie sind. Wenn jemand gefärbte Haare hat, werden die mit einer weißen Einmal-Papierhaube abgedeckt. Außerdem wird die Kleidung mit einem weißen Umhang abgedeckt. Dabei fühlt man sich dann ein bisschen wie beim Friseur: Das Licht ist fies und man sitzt unter einem Umhang.
  • Ich beginne damit, Farbtücher in vier verschiedenen Nuancen einer Farbe in Gesichtsnähe auf den Umgang zulegen. Dabei sind die Analysefarbtücher immer in der gleichen Reihenfolge passend zu den Farbtypen nach Jahreszeiten sortiert. Damit sich die Augen langsam an die verschiedenen Farben gewöhnen können, beginne ich mit hellen Farben und ende mit den dunklen.
  • Zuerst schauen wir Weißtöne an: Gelbliches Cremeweiß für die Frühlingsfarbtyp, leicht gebrochenes Eierschalweiß für den Sommerfarbtyp, Elfenbeinweiß für den Herbstfarbtyp und Schneeweiß für den Winterfarbtyp. Meistens sieht man schon bei diesen kleinen Unterschieden in den Weißtönen, ob die wärmeren oder kühleren besser sind. Es geht dann weiter mit den Viererfarbreihen Rosa, Rot, Grün, Gelb, Blau und Braun. Meistens gibt es von jeder Farbe eine passende Nuance. Zwischendrin lege ich auch große Tücher in Gold und Silber auf.
  • Nach dem Betrachten der Wirkung der Viererfarbreihen ist klar, aus welcher Farbrichtung der Farbtyp ist. Wenn immer Farben aus genau einer Jahreszeit am besten sind, betrachten wir weitere dazu passende Farbtücher. Wenn aber aus mehreren Jahreszeiten Farben passen, ist derjenige ein Mischfarbtyp, der dann mit ergänzenden Tüchern genauer bestimmt wird. Am Ende lege ich alle passenden Farbtücher zusammen fächerartig auf, die ein schön stimmiges Bild mit dem Gesicht ergeben. Dann händige ich den entsprechenden Farbfächer aus und zeige, wie man damit arbeiten kann, um dazu passende Farben zu erkennen.
  • Jetzt ist der Moment gekommen, um die vorher herausgelegten Sachen mit den neuen Erkenntnissen zu betrachten und die mögliche Umsetzung zu besprechen. Auf Wunsch gebe ich dann unter Beachtung der Gesichtsform auch Tipps zur Haarfarbe, Frisur, Brille und Schmuck.
  • Bezahlt wird nach der Beratung in bar gegen Quittung.

Farbberatung Sommerfarbtyp Blaunuancen

Nachsorge

Wenn sich im Nachhinein Fragen zur Farbberatung ergeben, stehe ich dafür per E-Mail und telefonisch zur Verfügung. Wenn mir jemand Links zu Onlineshops schickt mit der Frage, ob das ausgesuchte Teil dem entspricht, was wir besprochen haben, oder Fotos von eigenen Outfits, gebe ich gerne ein Feedback dazu. Weil das dazu beiträgt, dass die Beratung umgesetzt wird, investiere ich diese Zeit gerne.

Geplauder aus dem Nähkästchen einer Farbberaterin

Wie Rena in ihrer Frage bereits durchklingen lässt, ist es schwer zu erzählen, was ich als Farbberaterin erlebe, ohne meinen Kunden gegenüber indiskret zu sein. Die Beratung ist deutlich dichter an der Persönlichkeit und der Privatsphäre, als es im ersten Moment den Anschein hat. Kleidung ist unsere zweite Hülle nach der Haut und die ist von der Seele nicht weit entfernt. Außerdem lassen mich Kunden in ihre privaten Räume.

Eine meiner ersten Kundinnen brach in Tränen aus bei meiner Einstiegsfrage, was der Grund für die Beratung sei. Dabei habe ich gelernt, dass es hilfreich ist, Taschentücher griffbereit zu haben. Außerdem habe ich gelernt, mitzufühlen, aber nicht mitzuweinen – auch wenn es das in Einzelfällen echt tiefes Durchatmen erfordert. In solchen psychologisch anspruchsvollen Momenten hilft mir meine Erfahrung als Mediatorin, wertschätzend und unterstützend damit umzugehen.

Gerade weil viele Menschen eine Farb- und/oder Stilberatung buchen, wenn sie sich in Veränderungsprozessen befinden, spielen Gefühle eine immense Rolle dabei. Wer bin ich? Wer will ich sein? Wie kann ich das äußerlich zeigen? Klar habe ich auch Kunden, die sich eine Beratung einfach nur so außer der Reihe gönnen, weil sie sowas schon immer mal machen wollten. Die meisten haben aber einen Anlass dafür, zum Beispiel

  • berufliche Veränderungen durch Jobwechsel oder Beförderungen, die anderes Auftreten erfordern, bis hin zum Ende der Berufslaufbahn und Eintritt in die Rente ohne Dresscode und dem Wunsch nach einem neuen passenden Look.
  • körperliche Veränderungen nach Schwangerschaften, Wechseljahren, Krankheit.
  • private Veränderungen wie Trennungen und Todesfälle in der Familie.

Was ich dabei immer wieder erlebe, ist die Erleichterung meiner Kunden, wenn sie sehen, mit wie wenig Mitteln sich positive Veränderungen erzielen lassen. Bei den meisten Menschen passen bereits 80% und ich arbeite mit ihnen gemeinsam an der Optimierung der letzten 20 %. Herausfordernder für alle Beteiligten sind die Beratungen, bei denen vielleicht erst 20 % passen und größere Veränderungen anstehen.

Ich werde manchmal gefragt, ob es Kunden gibt, bei denen fast alle Farben im Schrank nicht passen und wie das dann für diese Personen sei, das zu sehen und zu hören. Ja, gibt es. Selten, aber ja. Im ersten Moment ist es für denjenigen hart, zu erkennen, dass fast alle Sachen keinesfalls optimal sind. Aber im zweiten Moment kommt meistens die Erkenntnis: ENDLICH weiß ich, was mein Problem bisher mit Kleidung war!

Das sind nämlich genau die Menschen, die sich immer irgendwie unwohl gefühlt haben und das Gefühl hatten, dass schöne Kleidung unheimlich schwer zu finden wäre. Lustigerweise haben diese Menschen meistens bereits ein Kleidungsstück in optimaler Farbe im Schrank, das sie lieben und für das sie in der Vergangenheit schön häufiger Komplimente bekommen haben. Während der Beratung erkennen sie dann, warum!

Besonders wichtig ist dann, die Veränderung langsam anzugehen. Es geht auch in so einem krassen Fall nicht darum, alles farblich nicht Ideale aus dem Schrank zu schaffen, sondern vor allem bei Neuanschaffungen die Erkenntnisse umzusetzen. Mit kleinen Farbakzenten in Gesichtsnähe kann man nicht so gute Farben aus dem bisherigen Sortiment an das neue Farbschema anpassen. Ein einziger Schal in einer idealen Farbe, die sich gut kombinieren lässt, kann da schon Wunder bewirken.

Was möchtest Du wissen, bevor Du Dich für eine Farbberatung entscheidest?

Kundenstimme zur Farbberatung

Farbberaterin Ines Meyrose mit Farbfaechern 2011“Hallo Frau Meyrose,

im Januar waren Sie bei mir für eine Farbberatung. Seit dem bin ich ein anderer Mensch. Die Kommentare von Freunden und Bekannten nehmen kein Ende: wie toll ich aussehen würde, ich wäre ein anderer Mensch, was ist passiert, Imageveränderung total toll ….!

Das erste Mal in meinem Leben, dass Kleidungsshoppen Spaß macht: mit dem Farbfächer zielstrebig zu dem, was passt. Ein paar einfache Accessoires und schon hat man mit ganz wenig unzählbar kombinierbare Outfits. Zusammen mit meinen Freundinnen haben wir viele Outfits fotografiert und die hängen bei mir im Schrank und helfen mir jeden Morgen, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Auch das war Ihr Tipp.

Kleideraustausch zwischen Freunden findet immer noch statt, auch meine Freunde erkennen, dass ihnen einige Farben einfach nicht stehen, mir aber, und die nehme ich dankbar an. Und sie wiederum meine.

Ich wurde auch schon nach Ihrer Adresse gefragt, die ich natürlich gerne weitergebe!

Mit 50 war die Entscheidung, dies anzugehen viiiiiielll zu spät, but better late than never! Noch einmal herzlichen Dank für Ihren Beitrag zu der krassen Veränderung meines äußerlichen (und damit innerlichen) ICHs.

Herzliche Grüße
Maria”

Über dieses Feedback zur Farbberatung habe ich mich sehr gefreut!