Buchreview: 500 Elemente des Modedesigns – Formen, Stile, Stoffe

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500 Elemente des Modedesigns: Formen, Stile, Stoffe (Affiliate Link)
von Simon Travers-Spencer und Zarida Zaman

Unglaublich, wie viele Details Kleidung aufweist, oder? Die Autoren, beide Modedesigner und Dozenten, geben einen Überblick zur Designentwicklung und Tipps zur Entstehung eigener Entwürfe, z.B. die Arbeit mit Moodboards und Schneiderbüsten. Eine Einführung in die Proportionen des weiblichen Körpers und verschiedene Silhouetten bilden neben Stoffen und Farben die Grundlage.

Kleiderzeichnun von Ines Meyrose IMFormenverzeichnis

Im Hauptteil des Buchs stellen die beiden Designer Optionen für Lösungen bei Ärmeln, Halsausschnitten, Kragen, Taillenabschlüssen, Taschen an der Kleidung, Ärmelabschlüssen, Verschlüssen und Säumen vor.

Die einzelnen Kapitel sind untergliedert in verschiedene Kleidungsstücke, an denen die Elemente Anwendung finden. Dieses sind mit Strichzeichnungen, Stoffgewichteignungen und Laufstegfotos der konkreten Umsetzung illustriert. Die einzelnen Aspekte werden wertungsfrei vorgestellt, d.h. es gibt keine Stilberatung im Sinn von das passt zu dem Figurtyp oder Stilptyp.

Stoffverzeichnis

Stoffgewichte und Stoffarten werden mit Fotos, Beschreibungen und Einsatzmöglichkeiten vorgestellt. Jetzt ist mir auch endlich der Unterschied zwischen Samt und Nicki klar … Eine ausklappbare Figurine kann für eigene Entwürfe verwendet werden.

Zielgruppe

Wenn Du eigene Kleidung entwerfen oder ändern möchtest, findest Du Ideen in dem Buch. Auch wenn Du Deine Kleidung nicht selbst schneidern möchtest, sondern sie in Auftrag gibst, findest Du in dem Buch viele Anregungen für Details, die Du umsetzen lassen kannst.

Außerdem wirst Du an den Beispielen der Formen sofort sehen, was Dich anspricht und was nicht. Anhand der abstrakten Strichzeichnungen ist das viel einfacher als bei Fotos in einem Katalog, wenn ein Mensch die Kleidung trägt, Farben und Stoffe bereits im Spiel sind und die Kulisse auch noch wirkt. Das Beschäftigen damit macht das Einkaufen konkreter Dinge leichter, weil Du besser auf einzelne Elemente achten kannst.

Mein Tipp

Schau Dir genau an, welche Elemente Dir zusagen, stelle die in einem Moodboard zusammen und prüfe potenzielle Kleidung darauf vor dem Kauf.

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop beim Haupt Verlag (Werbung) in der Schweiz zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Ich nehme es bei den Buchempfehlungen bei image&impression auf.

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Ist der Hosenanzug tot?

Modejahr 2016 - Eine Blogaktion bei www.meyrose.de #modejahr2016Im Februar zeigen Bloggerinen zum #modejahr2016 Job-Outfits aus dem wahren Leben. Ich schreibe diesen Artikel am 27. Februar und bisher ist nicht ein Hosenanzug in der Galerie. Da stellt sich mir die Frage: Ist der Hosenanzug für Frauen ein Auslaufmodell?

Mein Eindruck ist schon seit einigen Jahren, dass die klassische Business-Garderobe immer lockerer wird. Früher war ein männlicher Angestellter im Büro ohne Krawatte undenkbar, heute gehen sogar Unternehmensberater ohne Krawatte zum Kunden.

Frauen trugen bis vor ein paar Jahren im Büro zu offiziellen Anlässen Kostüme oder Hosenanzüge (mit Blusen, nicht T-Shirts!) und heute gilt eine Kombination schon als förmlich. Unter dem Blazer sieht Blusenshirts oder T-Shirts – kaum mehr eine Bluse im Hemdenschnitt. Eine schicke Bluse ersetzt den Blazer. Selbst Bankmitarbeiterinnen sind in der Filiale inzwischen informeller gekleidet. Man sieht Stiefel mit Wintersohle, Cordröcke, Rollkragenpullover, im Sommer T-Shirts – noch in den 2000ern undenkbar. Dunkle Jeans ersetzen immer mehr Tuchhosen. Einen wirklich schicken Hosenanzug zu finden, ist aktuell die größte Herausforderung beim Einkauf von Damenoberbekleidung.

Haben Kleider Anzüge verdrängt?

Ines Meyrose #fotd 20160226 mit orangem KleidKleider sind wieder sehr modern, d.h. es gibt sie überhaupt zu kaufen. Vor ein paar Jahren war es fast unmöglich, schöne Kleider zu finden. Frauen sind in Kleidern auch zu geschäftlichen Terminen oft schöner angezogen als im Hosenanzug, weil ein Kleid ein feminines Kleidungsstück ist, das die Vorzüge einer Frau betont. Ich liebe mein neues Winterkleid – siehe Selfie von Freitag.

Hosenanzüge sind für Männer gemacht

Das Problem bei den meisten Hosenanzügen ist, dass sie bei Frauen mit androgyner Figur klasse aussehen und bei Frauen mit weiblichen Rundungen nicht. Wenn ich Busen, Taille, Hüften und Po habe, sehe ich in einem kurzen Blazer – so ich ihn denn überhaupt geschlossen bekomme – sehr rund aus und Po und Hüften stehen im Fokus. Möchte ich das? Nein. In einem langen Blazer verschwindet dann schnell alles so, dass die Vorzüge gleich mit unter gehen. Wenn ich alternativ ein Kostüm wähle, ist ein Rock erheblich figurfreundlicher dazu. Das könnt Ihr beispielsweise bei Miss Kittenheel immer wieder sehen.

Gilt nicht für alle

Natürlich ist die Auswahl der in der Collage gezeigten Looks nicht repräsentativ. Es ist keine Vorstandsvorsitzende unter den Teilnehmerinnen, keine Versicherungsmaklerin, keine Chefsekretärin einer Bank. Aber es sind alles Frauen, die Jobs haben, mit denen sie sich oder ihre Familie ernähren. Jobs aus dem wahren Leben und die Looks dazu. Zu genau diesen Jobs aus der wahren Welt wären Modestrecken in Zeitschriften viel spannender zu sehen, als der immer wieder neue Business-Look mit High Heels und mehr oder minder förmlicher Garderobe.

Ein Look für viele Fälle

Ines Meyrose #ootd 20150909 mit Marinelook - rock und Shirt Amor LuxAnsonsten ist mir einfach wichtig, dass ich meine Kleidung für möglichst verschiedene Anlässe tragen kann, damit ich nicht so viele Sachen brauche. Den Look aus dem Header trage ich am Strand und werde ihn im Sommer auch in Seminaren als Trainerin tragen. Nur mit anderen Schuhen …

Ich bin für mehr Realität in Modezeitschriften. Wer noch?

Buchtipp: Frauen und Kleider

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Frauen und Kleider: Was wir tragen, was wir sind (Affiliate-Link)
von Leanne Shapton, Sheila Heti, Heidi Julavits und 561 weiteren

Das Buch geht gerade durch die Presse und weil die Frage, warum Menschen was tragen für mich als Imageberaterin elementar ist, wollte ich es unbedingt lesen und habe es gekauft. Die Autoren haben einen Fragebogen entwickelt und hangeln sich mit über 500 Frauen aus aller Welt gemeinsam dadurch. Es geht um Möglichkeiten, sich mit Kleidung auszudrücken.

International in jeder Sichtweise

Es ist eine “Liebeserklärung an die emotionale Sprache, die Kleider sprechen” (Umschlagseite). Einige Interviewpartner beantworten viele Fragen, oft steht nur eine Frage im Zentrum mit Antworten ganz verschiedener Frauen. Mal ist es ein Satzfetzen, mal eine tiefgründige Betrachtung. Es sind zwar ein paar bekannte Namen dabei, aber die meisten Gesprächspartner sind ganz normale Frauen. Die Auswahl der Frauen ist international – auch in Bezug auf Religionen und deren Kleidungsaspekte sowie Ausdrucksformen von Homo-/Bisexualität und Transgenderfrauen.

Lockere Frauenrunde

Das Buch liest sich wie ein Gespräch mit guten Freundinnen über das, was wichtig ist, was schutzbedürftig ist und schräge Weg, wie wir zu denen wurden, wie wir jetzt gerade sind. Es sind lustige und nachdenkliche Geschichten um Kleider und Menschen. Es ist tiefgründig und leicht zugleich.

Für Leseratten und abends-nur-kurze-ein-paar-Zeilen-Leserinnen

Die Kapitel sind kurz und die Statements lesen sich wie Kurznachrichten. Deshalb kann man das Buch gut sowohl am Stück als auch als eine Kurzgeschichtensammlung immer mal wieder weiter lesen. Mich fesselt es schnell so, dass ich beim Lesen die Zeit vergesse. Beim Lesen bin ich total in die Leben der Frauen eingetaucht, auch bei nur wenigen Sätzen. Die Worte haben mich völlig in ihren Bann gezogen und ihre Emotionen erleben lassen.

Bilder im Kopf

Fotos von ganzen Menschen oder Outfits sind übrigens kaum in dem Buch, es sind eher ein paar Accessoires oder Kleidungsstücke als eine Art Sammlung abgebildet. Die haben für mich allerdings eher den Charakter einer Illustration des Buchs. Der eigentliche Inhalt steht in den Köpfen der Frauen.

Zitate, die mir aus der Seele sprechen

  • “Die, die sich gut anziehen, tun es, weil sie sich Gedanken machen.” (Sheila Heiti, Seite 9) Das passt zu meiner These, dass es keine Zufälle gibt.
  • “Etwas, das mich an Modezeitschriften stört, ist, dass sie Frauen dazu ermutigen, andere Frauen zu kopieren. … Die unwiderstehlichsten Frauen sind die, die herausfallen, die am meisten sie selbst sind und am wenigsten wie andere Frauen.” (Leanne Shapton, Seite 11) Alle spannend gekleideten Frauen, die ich persönlich kenne, haben kein Look-alike.
  • “Frauen in Kleidern erzählen Geschichten.” (Heidi Julavits, Seite 11) Manchmal viel mehr, als man vielleicht preisgeben möchte?
  • “Vielleicht sollten wir das Projekt Kleidergarten nennen.” (Heidi Julavits, Seite 14) Leannes Shaptons Gedanken dazu, dass Kleidergarten einleuchte, weil er mit den Jahreszeiten gehe, man ihn hege und pflege, Unkraut jäte und dünge, finde ich schön. Der Begriff Kleidergarten gefällt mir viel besser als Kleiderschrank.
  • “Menschen mit Stil behalten immer ein Gefühl für diesen potentiellen Neuanfang, das Gefühl, zu wissen, wie es geht, aber auch ständig neu zu lernen, wie es geht.” (Alexander Nagel, Seite 175) Stil heißt nicht, immer das Gleiche zu tun oder machen. Stil unterliegt ebenso wie Mode ständiger Veränderung. Man kann seinen Stil behalten, aber nicht immer die gleichen Sachen tragen oder machen. Alexander Nagel nennt “Stil das Stadium, in dem man die Trennung von Körper und Geist am wenigsten spürt.” (Seite 174). Deshalb sind Menschen, die als stilvoll wahrgenommen werden, oft schwer im Detail zu beschreiben. Es ist nicht ein Detail, es ist das Ganze, das wirkt.

Fazit

Wer sich mit seiner Kleidung, seiner Wirkung auf sich selbst und auf andere, beschäftigen möchte, wird in dem Buch Gedankenanstöße finde. Es hilft, sich selbst zu verstehen.

Warum kleidet Ihr Euch so, wie Ihr es tut?

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P.S.

Es ist schön, sich in einigen Macken wieder zu erkennen. Ich bin also nicht die Einzige, die nach Möglichkeit alle Etiketten und Labels von Kleidung entfernt (Molly Murray, Seite 225). Neu gelernt habe ich das Wort Schrankstuhl von Nina Moog (Seite 380). Das ist bei mir der, auf dem sich die getragenen Sachen der Woche sammeln, die nicht direkt in den Wäschekorb wandern.

Wie nackt ist zu nackt im Büro?

Blumenmuster_gross_SonnenblumeEin kleiner Radiomitschnitt dazu für Euch vom 23. Juli 2014 auf HAMBURG ZWEI. Als Imageberaterin durfte ich meine Ansichten in der Morgensendung dazu abgeben. Für alle, die gerade frieren: In Hamburg sind Über-30-Grad-Tage …

Hier die Tipps aus dem Interview als mp3: Minimum an Kleidung im Büro.
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Danke an HAMBURG ZWEI , dass ich diesen Sendemitschnitt als Referenz auf meinen Webseiten veröffentlichen darf.

Buchtipp: Frauenspielzeug

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Frauenspielzeug: Eine beinahe vollständige Sammung lebensnotwendiger Dinge (Affiliate Link)

Für alle Männer, die nicht wissen, was Frauen wollen, und für alle Frauen, die Freude an schönen Dingen haben, ist diese Zusammenstellung nahezu perfekt.

Das Buch habe ich von einer meiner beiden ältesten Freundinnen (nicht Lebensalter, sondern Dauer des Kennens …) zu Weihnachten bekommen und hatte durchaus Freude an der Lektüre. Ein schönes Buch, um es sich an einem gemütlichen Sonntag am Fenster vor der Heizung im Lesesessel damit gemütlich zu machen (ja, es mir gut gehen lassen kann ich).

Besonders schön ist an dem Buch die Aufmachung mit den wunderbaren Illustrationen. Bei einigen Bildern habe ich mehrfach hingesehen, weil ich kaum glauben konnte, dass es Illustrationen und keine Fotos sind. Die Sachen wirken sehr lebendig.

Der Test am Ende “Wie viel Frau bin ich?” ergibt übrigens, dass ich nur so geht so viel Frau bin. Aber es sei noch nicht alles verloren – es würde schon noch werden … Mein Mann wird froh, sein, dass das Ergebnis so ausgefallen ist – heißt es doch, dass mein Verstand bei materiellen Dingen immerhin hier und da noch sachlich funktioniert ;). Und gegen mein ganz sachlich gekauftes Auto, das als Variation drin vorkommt, hatte er nach der Probefahrt ja auch nichts mehr einzuwenden …

Modetrends Herbst / Winter 2013

Habt Ihr schon eine Idee, was Euch der Modeherbst so bringen wird? Mir ist bei dem Temperaturen da draußen bei über 30°C auch eher nach Shorts als Wintermantel zumute. Allerdings kommt er Herbst dann schneller als erwartet und ich weiß, dass ich mich dann auch über neue Sachen freue und gerne tragen werde. Erste Päckchen hat DHL schon gebracht.

Ich habe Euch einen ersten Überblick zusammengestellt zu den Sachen, die ich für die tragbaren Modetrends in der kommenden Saison halte. Die MindMap ist ein Versuch mit dem PC-Programm FreeMind. So ganz optimal verstehen wir uns noch nicht – aber das wird sich schon noch entwickeln. Genauso wie die Herbstmode!

MindMap zu den Modetrends im Herbst / Winter 2013 von Ines Meyrose www.meyrose.de

Mögt Ihr MindMaps? Hättet Ihr lieber eine Liste oder Fließtext gehabt?

Sommeroutfits im Job – was geht?

Ein kleiner Radiomitschnitt dazu für Euch vom 9. Juli 2013 um 6:45 Uhr auf Radio Hamburg

  • Was für Sommeroutfits sind im Job erlaubt (wenn es keinen Dresscode gibt)?
  • Was geht überhaupt nicht?
  • Was gibt es für Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Sommerkleidung?

Als Stylingexpertin durfte ich mal wieder meinen Senf in der Morning-Show dazu geben. Hier meine Stylingtipps aus dem Interview als mp3: Sommeroutfits im Job
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Danke an Radio Hamburg, dass ich diesen Sendemitschnitt als Referenz auf meinen Webseiten veröffentlichen darf.

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