Kein Gürteltier

Gürtel Bestand Ines Meyrose

Mit Gürteln stehe ich auf Kriegsfuß. Und ich weiß, dass ich nicht die einzige Frau damit bin. Männer sind da meiner Erfahrung nach leidenschaftsloser, Ausnahme Extravaganz: Je einer in Braun und Schwarz in schlicht zum Anzug und noch mal einen je Farbe in derber zur Jeans. Schnallenfarbe ist meistens Silber, damit es zur Uhr aus Stahl passt. Damit hat sich es. Theoretisch schade, weil Styling-Potenzial verloren geht, aber so ist es nun mal in der männlichen Praxis.

Bei Frauen ist das komplizierter, weil Gürtel bewusst als Accessoire und Stilmittel eingesetzt werden. An meinem Fundus von 12 Gürteln seht Ihr, dass ich das durchaus auch mal genutzt habe. Daran, dass ich die Gürtel bei der Kleiderschrankinventur 2013 und 2014 vergessen habe, seht Ihr, dass die Leidenschaft dafür sich gerade in Grenzen. Sie hängen seitlich im Kleiderschrank auf einem Gürtelbügel  und fristen unbeachtet ihr Dasein. Und dass, obwohl sie alle in Länge und Farben passen. Ihr seht auch dort meine Vorliebe für Braun- und Olivtöne und die meisten haben messingfarbene Schnallen. Dennoch wird nur ein einziger verwendet: Der schmale Flechtgürtel mit der kleinen, superflachen Schnalle am Rand: Der ist immer in der einzigen Jeans, die nur mit Gürtel oben hält, weil sie etwas hüftig geschnitten ist und sonst hinten absackt. Da ich bei dieser Slim Jeans im Leben nichts reingesteckt tragen werde, sieht auch niemand den Gürtel.

Warum gerade keine Gürtel?

Schmale Hosen sind modern und es gibt gerade viele Hosen in dem Schnitt in meinem Schrank. Ich mag sie, weil sie die Beine betonen. Dazu kombiniere ich ausschließlich längere Oberteile, um Hüften und Po zu kaschieren. Das kommt mir auch gelegen, weil die gleichzeitig den Oberkörper strecken. Das ist bei meinen langen Beinen von Vorteil. Den Effekt möchte ich nicht mit einer Querunterbrechung mindern oder gar zerstören. Außerdem mag ich um meine weiche Taille gerne etwas umspielende Bekleidung und betone die Stelle nicht so gerne. Da nehme ich dann lieber eine köpernahe Schnittführung als einen Gürtel.

Taillengürtel kommen für mich nicht in Frage, weil mein Oberkörper dann noch kürzer und der Busen noch größer wirkt. Zumal die natürliche Taille sich eh schon ziemlich nach oben verschoben hat im Lauf der Kilos … ähm … Jahre. Gürtel in Hüfthöhe lösen zwar das Problem, betonen aber meine schwächste Stelle. Also auch nicht ideal … selbst mit einer offenen Jacke darüber wirkt das nicht gut.

Weiß zu Weiß

Also dürfen die Gürtel auf mich warten, bis wieder kürzere Oberteile in den Schrank kommen und sie zumindest hervorblitzen dürfen. Oder ich meine Meinung ändere und auch bei weiten, langen Oberteilen wieder Lust auf sie bekomme. Als ich letzte Woche nach Styling-Ideen für eine weiße Bluse gesucht habe, sind sie mir schließlich auch gleich eingefallen. Der Grund für die Suche war, dass ich die Bluse zu den Shorts etwas kürzer haben wollte, um nicht darin zu versinken.

 

Preislich gehen meine Gürtel übrigens von Orsay und H&M bis Rene Lezard – da ist das Spektrum genauso breit wie bei meinen anderen Sachen. Hauptsache Passform, Material und Farbe stimmen!

Wie ist Euer Verhältnis zu Gürteln?