Das Kleiderschrank-Projekt: Outfits aus dem wahren Leben

Werbung für den perfekten Kleiderschrank

(Affiliate-Link auf dem Cover)

In dem Buch Das Kleiderschrank-Projekt (Werbung) von Anuschka Rees, das ich als Rezensionsexemplar bekommen habe, befindet sich auf Seite 39f die Anregung, zwei Wochen lang Outfits mit Fotos zu dokumentieren. Das habe ich im März an 14 Tagen gemacht. Ich habe zwar einen guten Überblick über meine Sachen und weiß, was ich mehr und was weniger trage und meistens auch warum, aber die Fotostrecke interessierte mich trotzdem. Alle Outfits habe ich zudem in einer Exceltabelle erfasst, die Du hier als PDF sehen kannst: Outfits Ines Meyrose März 2017. Du kannst das PDF in der Ansicht vergrößern.

Fotos sagen die Wahrheit

Bilder lügen nicht. Du guckst Dich auf Fotos anders an als im Spiegel. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ich kann es mir nur so erklären, dass es daran liegt, dass Du Dich im Spiegel spiegelverkehrt siehst und auf den Fotos so, wie Dich andere Menschen sehen.

Gesamtoutfits, die noch so durchdacht komponiert sind, bestehen manchmal vor dem Spiegel und fallen beim Betrachten von Fotos mit Pauken und Trompeten durch. Das kennen alle Fashionblogger. Auf den Bildern ist sofort sichtbar, was das Problem ist: Längen, Farben oder Weiten.

Die Spiegelselfies veröffentliche ich hier nicht, weil sie zu unscharf sind und nur für meine interne Auswertung bestimmt sind. Die Outfits oder Kompositionsteile, die zu relavanten Erkenntnissen geführt haben, habe ich auf Wunsch einiger Leserinnen Ostern noch mal fix nacheinander angezogen und exemplarisch fotografieren lassen. Da das Osterwetter Schauer und Hagel bereit hielt, hat mein Liebster alles gegeben und sich in den Regen gestellt, um mich unterm Schirm zu fotografieren. Das war mein Ostergeschenk.

Paul im April 2017

Wer sich bei der blauen Bluse weiter unten – das ist die aus dem Beitrag über Orange + Blau – über zusätzliche Tupfer wundert: Das sind Regentropfen zwischen der Aprilwettersonne. Völlig verwirrt war Paul irgendwann vom ganzen Umgeziehe und nicht Spazieren gehen trotz Anziehens und geöffneter Tür.

Mein Stil

Zu meinen Kleidungsstil findest Du Details im Stilprofil, wenn Du mich vorher noch nicht kanntest. Wichtig ist mir in Bezug auf die Figur, mit Kleidung den Blick des Betrachters zum Gesicht zu lenken. Im Hüftbereich möchte ich schmaler wirken und insgesamt möglichst lang. Die Betrachtung meiner Bilder hat zu folgenden Erkenntnissen geführt:

Textile Accessoires

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans und Bluse s.Oliver - gelb und blau kombiniert, Schal Fraas

Bei Tüchern und Schals sieht es am besten aus, wenn die Grundfarbe des Tuchs sich in der Grundfarbe des Oberteils wiederholt.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans und Bluse und Schal s.Oliver - gelb und blau kombiniert

Helle Tücher zu dunklen Oberteilen funktionieren auch, weil sie den Blick zum Gesicht lenken.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans und Bluse und Schal s.Oliver - gelb und blau kombiniert

Dunkle Tücher auf hellen Oberteilen sind keine gute Idee, auch wenn sie farblich zur Hose oder dem Oberteil passen, weil es zu gedrungen wirkt.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans s.Oliver, Sweater Braintree Gelb mit blau kombiniert

Die dunkle Farbe drückt optisch von oben drauf.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans s.Oliver, Sweater Braintree Gelb mit blau kombiniert

Wenn beide Farben im Oberteil sind, ist die hellere Farbe ebenso schöner als Tuch dazu. Das ganze Oberteil wirkt damit lebendiger.

Farbabstimmung von Schuhen und Hose

Farbkontraste zwischen Schuhen und Hose sind bei mir keine gute Idee, weil es die Beine zu kurz macht. Ausgleichen kann Du das, in dem Du dann Oberteil und Unterteil beides hell wählst. Das kannst Du an diesem Outfit aus dem Archiv sehen:

Ines Meyrose #ootd 20170212 mit Ponté-Shirt Plissee von Lands' End, Lederhose von Oakwood, Boots Camper

Foto: Bärbel Ribbeck

Jetzt kommt das positive Beispiel mit Schuhen in ähnlicher Farbe dazu. Dann funktioniert auch ein kontrastreiches Oberteil damit:

Ines Meyrose #ootd 20170408 Tigerlook - gelb kombinieren - vor Graffiti von www.brozilla.org - Sweater Braintree, Lederhose Oakwood, Sneaker New Balance, Schal s.Oliver

Ton-in-Ton

Dass mir Outfits am besten stehen, die Ton-in-Ton gehalten sind, ist auf dem Foto mit der blauen Bluse deutlich zu sehen. Sie lenken weder von meinem Gesicht ab, noch betonen sie einzelne Körperpartien besonders.

Repräsentativ für mein Leben

Die 14 Tage sind aus meinem normalen Berufs- und Privatleben gegriffen. Ich trage die meisten meiner Kleidungsstücke für fast alle Anlässe. Nur so komme ich mit wenig Kleidungsstücken aus. Ich mag das, weil ich meine Lieblingssachen dadurch oft anziehen kann.

Ines Meyrose #ootd 20170416 Jeans s.Oliver, Kaschmirrollkragenpullover AC AppelrathCüppe, Wollstalo Eva schreiber

Nicht repäsentativ für den Rest des Jahres ist, dass die 14 Tage aus der kurzen Übergangszeit zwischen Winter und Frühling waren. Deshalb sind noch Blusen und Rollkragenpullover zeitgleich im Einsatz. Hätte ich die Liste im Winter erstellt, hätte da sehr oft Rollkragenpullover + Tuch aus Wolle + Jeans + Boots gestanden. Das blaue Rollkragenoutfit war mein Lieblinslook im Winter 2016/17. Ich mag die schmale Silhouette.

Die Jeans von s.Oliver ist neu. Endlich habe ich wieder eine Jeans mit geradem Bein in 32er-Länge, die ich zu Boots mit Absätzen tragen kann. Die Jeans von C&A ist dafür zu kurz, sie ist für flache Absätze ideal. So kommt es, dass ich nach Monaten der Abstinenz ständig die La Martina Stiefel getragen habe, die eingestaubt in der Ecke standen, bevor die Jeans zu mir kam. Das letzte Mal hatte ich sie letzten Sommer zu einer weiten Leinenhose an. Getragen habe ich in den 14 Tagen übrigens 42 Teile. Das sind ca. 23 % des Kleiderschrankinhalts.

Selbsterkenntnis aus dem Kleiderschrank-Projekt

Die Erkenntnisse aus den zwei Wochen sind nicht neu, justieren jedoch den Blick auf mich selbst. Es ist erheblich einfacher, als Stilberaterin diese Aspekte bei Kunden zu sehen, weil der Blick nicht von Emotionen geführt wird, als bei sich selbst. Deshalb hat sich die Mühe für mich gelohnt. Die wichtigsten Erkenntnisse sind, dunkle Schals auf hellen Oberteilen zu meiden, auch wenn mir die Farben an sich stehen und zu hellen Hosen helle Schuhe zu tragen.

Eine der Fragen im Buch auf Seite 39 ist, welche drei Adjektive meinen derzeitigen Stil auf den Bildern am besten beschreiben. Mir fällt dazu spontan ein: casual, locker, fröhlich.

Stylingberatung bei image&impression

image&impression Individuelle Image-, Stil- und FarbberatungDu bist unsicher, wie Du Deine Outfits auswertest? Du möchtest sicherer bei Farben und Kombinationen werden? Dann buche mich für eine Stylingberatung (Werbung).

Wie zufrieden bist Du mit Deinen Outfits auf Fotos auf einer Skala von 1-10?

(Affiliate-Link)

Buchreview: Das Kleiderschrank-Projekt

Werbung zum Lesen


(Affiliate-Link auf dem Cover)
Das Kleiderschrank-Projekt: Systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum (Affiliate-Link) von Anuschka Rees1

Sieht es bei Dir so aus?

Kleiderschrankinhalt_Ines_Meyrose_fuer_graphitti-blog.de

Dein Kleiderschrank ist voll, aber jeden Morgen die Frage: Was ziehe ich an? Das ist Dir ein Gräuel? Dann stimmt etwas nicht mit Deinem Sortiment. Entweder passt es nicht zueinander oder nicht zu Dir. Oder Du kaufst ständig neue Sachen einfach um des Haben Willens und ziehst die Sachen nur selten an? Fast Fashion ist Dein Motto, aber es gefällt Dir nicht mehr? Damit bist Du Kernzielgruppe des Buchs Das Kleiderschrank-Projekt von Anuschka Rees. Mehr über die Autorin Anuschka Rees findest Du übrigens in ihrem Blog.

Das Kleiderschrank-Projekt: Reduktion für Einsteiger

Im Kleiderschrank-Projekt werden einfache Strategien und Übungen gezeigt, um Deinen eigenen Stil zu entwickeln und Kleidung bewusster zu kaufen. Die Empfehlungen sind unabhängig von Trends, Figur-, Stil-, Farbtypen. Alle, die allergisch auf Schemata und Schubladendenken reagieren, werden den Anregungen gegenüber offen sein. Letztendlich geht es darum, auf Deine Intuition zu hören und zu schauen und selbst zu entscheiden, in was Du Dich am besten fühlst und leiden magst.

Inhaltlich behandelt die Buch die Grundlagen der Bestandsaufnahme, die Entdeckung des eigenen Stils, die Zusammenstellung einer zu Dir passenden Garderobe und die Kunst des Einkaufens mit Hinweisen zu Qualität und Sitz der Kleidung.

Dokumentation des echten Lebens

Bei der Bestandsaufnahme empfiehlt Anuschka Rees, zwei Wochen lang eine Fotodokumentation der getragenen Outfits zu machen mit den Hinweis zum Anlass, z.B. Kundentermin, Treffen mit einer Freundin oder Sofatag. Wenn Du diese Übung in zwei Wochen machst, die Deinem durchschnittlichen Wochenablauf entsprechen, siehst Du schnell, welche Sachen Du oft trägt und welche im Schrank bleiben. Damit sind wir wieder bei meiner Grafik oben mit den Lieblingsklamotten …

Auf Seite 39f im Buch findest Du einen Fragebogen zur Bestandsaufnahme, den Du bei Betrachtung der Fotos auswerten kannst. Die Fragen dazu finde ich klug formuliert und durchdacht. Die Leser_innen kommen mit wenigen Gedanken dazu, den Kern des eigenen Stils und der Bedürfnisse zu reflektieren.

Praxisbeispiel

Gunda vom Blog Hauptsache warme Füße! hat bereits 2016 einige aufschlussreiche Beiträge mit der Überschrift What I wore mit Fotodokumentation veröffentlicht, in denen sie ihre Bürooutfits von Montag bis Freitag mit Fotos dokumentiert und kommentiert hat. Spaßeshalber mache ich das für mich auch gerade ausgelöst durch das Lesen des Buchs. Die Spiegelselfies werden hier nicht veröffentlicht. Ich überprüfe damit nur, ob meine Selbsteinschätzung stimmt. Die Liste der getragenen Sachen und Anlässe dazu mit Auswertung würde ich bei Interesse hier im Blog zeigen. Bitte kommentiere das bei diesem Beitrag, wenn Du es gerne lesen würdest.

Auch wenn ich ziemlich genau weiß, warum ich welche Sachen aus meinen Schrank oft trage und welche seltener, ist es interessant, das auf Fotos gesammelt zu sehen. Bei anderen Menschen – sprich meinen Kunden und Bloggerinnen, die ich lese – ist das auch für mich als Imageberaterin immer einfach als bei mir selbst. Mit ein wenig Betriebsblindheit ist jeder geschlagen. Deshalb also auch für mich der kleine Test.

Outfit-Formel

Der zweite Punkt, der mich neben den Fragen zur Bestandsaufnahme dazu bringt, das Buch gerne zu empfehlen, sind Praxisbeispiele zur Outfit-Formel. Die Outfit-Formel ist bei Anuschka Rees das, was bei mir Einheitslook heißt oder auch Uniform genannt wird. Die Kunst ist dabei, Kombinationen zu wählen, die zu Deinem Stil perfekt passen und in denen Du Dich wohlfühlst. Bei mir sind das zum Beispiel

  • Frühling: Gerade geschnittene dunkle Jeans, langärmelige weiße Bluse, Boots
  • Sommer: Bikerjeans von Please!, Ringelshirt mit minimal 3/4-Arm, Sneaker
  • Herbst/Winter: Jeans, Kaschmirrollkragenpullover, Stiefeletten oder Stiefel

Im Buch findest Du ab Seite 152 einen Outfit-Plan für zwei Wochen, der auf zwei Outfit-Formeln basiert. Es ist immer wieder spannend, mit wie wenig Teilen gefühlt unendlich verschiedene Looks funktionieren. Wir brauchen alle viel weniger als wir denken.

Fazit

Leser dieses Blogs und Menschen, die sich schon länger mit ihrer Kleidung und Ihrem Konsumverhalten in Form von Kleiderschrankinventuren, Bewertungen der Käufe im Rückblick und Fehlkäufe beschäftigen, werden wenig Neuigkeiten im Kleiderschrank-Projekt finden. Aber gerade wer am Feinschliff arbeiten möchte, wird mit dem Fragebogen zur Bestandsaufnahme noch Denkanstöße bekommen. Einsteiger in das Thema finden mit Sicherheit diverse praktikable Anregungen.

Danke an den DuMont (Werbung) Buchverlag für das Rezensionsexemplar. Weil es in dem Buch um kontrolliertes und reduziertes Konsumverhalten geht, verlinke ich es bei Traude Rostroses Aktion A New Life.

(Affiliate-Link)

  1. Aus dem Englischen von Rasha Khayat – Originaltitel The curated closet. A simple system for discovering your pesonal style and building your dream wardrobe bei Ten Speed Press, Berkeley. []