Leser_innen-Interview #3: Heinrich Rehling

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Leser_innen,

heute darf ich Euch einen Mann vorstellen, der Modeprofi ist:
Heinrich Rehling.

Herr Rehling führt zwei Geschäfte auf Sylt, in denen ich gerne Kunde bin. Aus den Gesprächen während der Anproben und dem Betrachten der Ware hat sich die Idee für dieses Interview ergeben, denn Heinrich Rehling ist nicht nur Mode-Einkäufer und -Verkäufer, sondern auch Leser dieses Blogs.

Lieber Herr Rehling,

seit einigen Jahren schaue ich im Urlaub auf Sylt in Ihren Geschäften in Rantum und Westerland gerne vorbei. Sie haben besonders schöne und hochwertige Ware, z.B. von Armor Lux und Bogner Fire + Ice für Damen und Herren, und beraten ehrlich. Beides schätze ich sehr. Über Ihre Sicht auf Mode und Kunden von der Händlerseite aus werden wir heute mehr erfahren.

Amor Lux bei Rehling Sylt in Westerland

Wie sind Sie dazu gekommen, Modegeschäfte zu führen? Was macht Ihnen an Ihrem Beruf besonders Spaß?

Heinrich Rehling, Privatfoto aufgenommen von Steffen Helms

Heinrich Rehling, fotografiert von Steffen Helms

Mit Mode habe ich seit über 30 Jahren zu tun, aber nicht mit dem Verkauf von Mode. 1975 machte ich meine Ausbildung zum Schaufenstergestalter. Eigentlich wollte ich nach der Ausbildung weiter zur Schule gehen oder eine zweite Ausbildung zum Koch machen. Ich teile mit Ihnen die Leidenschaft für gutes Essen und ich koche selbst gern. Meinen Eltern wäre es nur recht gewesen, denn sie hatten ein Restaurant, aber niemanden, der es übernehmen wollte. Ich hatte dann aber so gute Angebote in meinem erlernten Beruf, die ich nicht abschlagen konnte. So bin ich bei dem geblieben, was ich kann: schön machen.

1985 ging ich zu ESPRIT nach Düsseldorf. Es war eine schöne und spannende Zeit, in der ich viel lernte. Ich lernte das schöne Dinge nicht aufwendig und teuer sein müssen. Gerade das Einfache, Schlichte hat etwas Elegantes und Besonderes. Ein gutes Gefühl für Form, Farbe und Proportionen ist das A und O auch in der Mode. 1997 machte ich mich selbständig und arbeitete als Stylist für Fotografen und später für Willy Bogner als Visual Merchandiser. Ich hatte nie die Absicht, eigene Läden zu machen. Aber wie es oft im Leben so ist, kommt der Knochen zum Hund. Mein Wissen über Mode, gute Qualitäten und ein Gespür für Trends half mir sehr dabei und meine Arbeit macht mir Spaß.

Was bedeutet Mode und Kleidung für Sie? Was ist Ihnen persönlich dabei besonders wichtig?

Mode ist mir nicht so wichtig. Wichtig ist mir allerdings gute Kleidung. Ob in der Freizeit oder zu besonderen Anlässen – die Kleidung sollte passen. Kleidung sollte zeitlos sein. Ich kaufe keine Mode, sondern schöne Kleidungsstücke wie eine Sammlung, die nicht von Trends abhängig ist. Kleidung, die ich auch noch in einigen Jahren gerne trage und die nie altmodisch wirkt. Aus diesem Grund liebe ich die zeitlose Kleidung von Armor Lux, wie z.B. den Caban, den es schon ewig gibt und der zur Jeans genauso wie zum Anzug passt. So ein Kleidungsstück muss man verschleißen, denn unmodern wird so eine Jacke nie.

Zu Ihnen kommen ganz verschiedene potenzielle Kund_innen in die Geschäfte. Woran erkennen Sie, was aus Ihrem Sortiment zu wem passt?

Erst einmal lasse ich die Kundin in Ruhe schauen, das gibt mir Zeit sie zu beobachten. Was schaut sie sich an? Wie ist sie selbst gekleidet und welche Figur hat die Dame oder der Herr. Alles andere ergibt sich später, wenn ich mit der Person ins Gespräch komme. Ich würde niemals versuchen jemanden etwas zu verkaufen, in dem sich der Kunde nicht wohl oder verkleidet fühlt. Die Kunden sollen sich wohlfühlen in dem, was sie kaufen.

Wenn ich wirklich mal nicht das Passende für meine Kunden habe, vertröste ich sie aufs nächste Mal. Lieber lasse ich mal einen Kunden ohne etwas gekauft zu haben gehen, als dass ich ihm/ihr etwas verkaufe was er/sie eigentlich nicht will. Die Kunden merken sich so ein Geschäft und kommen gerne wieder weil sie so etwas zu schätzen wissen. Ich selbst würde so ein Geschäft, in dem man den Kunden unbedingt etwas verkaufen will, egal ob der Kunde damit Glücklich ist, nie wieder betreten.

Rinhelshirt in beige und weiß mit 3/4-Arm von Amor LuxBei den Sachen von Armor Lux haben Sie in den letzten Jahren das Größensortiment nach oben hin erweitert, denn die Streifen & Co. verkaufen sich auch an Frauen mit größeren weiblichen Rundungen. Mein neuestes Ringelshirt ist z.B. aus dem Bereich. Was ist für Sie schwer und was leicht dabei, einer runderen Frau die Querstreifen schmackhaft zu machen?

Ja, wir haben das Größensortiment erweitert. Nicht jede Frau trägt Größe 36. Bei den Franzosen sind die Konfektionsgrößen etwas anders, sie gehen von Größe 0 bis Größe 8, diese Größen haben einen Doppelsprung, so ist z.B. Größe 0 = 34 bis 36 und Größe 6 = 46 bis 48. Bei den Streifenshirts führen wir, wenn auch nur in geringen Stückzahlen, auch die Größe 7 und 8. Frauen mit Rundungen müssen keine Angst vor Streifen haben. Ich habe keine Ahnung wer sich den Spruch ausgedacht hat, dass Querstreifen dick machen?

Wichtig ist, wie das Kleidungsstück geschnitten ist. Beispielsweise braucht eine Frau, die Größe 48 trägt und viel Oberweite hat, ein etwas ausgeschnittenes Dekolleté. Ein zu hoch geschnittener Halsausschnitt wirkt in dem Fall zu üppig und nicht feminin. Und sollte eine Dame bei den Streifen noch immer unsicher sein, kann sie es mit Dunkelblau und kleinen Streifen versuchen. Mit der dunklen Farben kann man kleine Problemzonen sehr gut kaschieren.

Wenn Sie an Kunden Optimierungspotential sehen, wie formulieren Sie das?

In so einem Fall ist Diplomatie wichtig. Ich gebe der Kundin dann schon mal ein Kleidungsstück zur Anprobe mit der Option, es mir direkt zurück zu geben, wenn es ihr nicht gefällt. Hat sie das Teil erst einmal an, gehe ich mit ihr ihren Kleiderschrank in Gedanken durch, um zu erfahren was sie an passenden Accessoires wie Schuhen, Schmuck, Taschen usw. hat. Es klappt nicht immer, aber wenn doch, bekomme ich schon mal den einen oder anderen Telefonanruf mit einem kleinen Dankeschön. Diese Momente sind schön und bestätigen mich in meiner Arbeit.

Was sind für Sie die größten Unterschiede im Modeangebot für Damen und Herren? Worin unterscheiden sie männlichen und weiblichen Kundinnen am meisten?

Für Männer muss Mode in erster Linie eine Funktion haben. Männer wissen viel schneller, was sie wollen und vor allen Dingen, was sie nicht wollen. Haben sie gefunden, was sie wollen, sind sie viel spontaner als Frauen und fragen nicht nach dem Preis.

Frauen wissen nur selten, was sie wollen. Frauen kaufen nach Laune und mehr nach Modetrends. Mitunter können sie schon mal den ganzen Laden auf den Kopf stellen, bis sie etwas Passendes gefunden haben. Aber wenn sie das richtige Geschäft für sich entdeckt haben, sind sie sehr treue und gute Kunden.

Was wünschen Sie sich von Ihren Kunden?

Oh je, eine schwere Frage. In erster Linie, dass sie mir vertrauen und das sie mir treu bleiben. Ein besseres Kompliment gibt es nicht für ein Geschäft.

Was ist Ihr eigenes ganz konkretes Lieblingskleidungsstück?

Das gibt es nicht. Ich gehe kaum gezielt einkaufen. Alle meine Kleidungstücke habe ich eher spontan gekauft. Ich liebe sie fast alle. Die Dinge finden mich und werden so zu Lieblingsstücken. Ich habe eine Jacke, die schon fast verschlissen ist und die ich seit ewigen Zeiten mit mir rumschleppe. Das ist dann wohl ein Lieblingsstück :) .

Sie verweisen Ihre Kunden ab und an auf meinen Blog für Stylingtipps, z.B. zu den Ringelshirts und Schalknoten. Was gefällt Ihnen an meinen Stylingtipps besonders gut? Was könnte ich daran noch besser machen?

Sie sind ein wenig wie ich. Sie verschönern nicht, was nicht vorhanden ist. Sie gaukeln Ihren Lesern keine heile Welt vor. Sie geben zu, gerne zu kochen und zu essen, auch wenn es kleine Spuren an den Hüften hinterlässt. Ihre Leser können sich damit identifizieren und das macht Ihren Blog reizvoll. Machen Sie weiter so und Sie werden noch viele Leser dazu gewinnen.

Habt Ihr weitere Fragen an Heinrich Rehling? Dann stellt Sie im Kommentarfeld. Ich habe mich gefreut, einen Einblick in die männliche Sicht auf Mode aus Profisicht bekommen zu haben. Vielen Dank dafür!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir, gerne auch als Nicht-Blogger_in!

Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_inneninterview by meyrose.

Leser_innen-Interview #2: Bianca

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Leser_innen,

die neue Interviewreihe geht in die 2. Runde.

Nach #1 Gunda vom Blog Hauptsache warme Füße stellt sich heute Bianca von Kleidungs-Stück meinen Fragen.

Liebe Bianca,

im Januar 2014 hast Du Dich als stille Leserin meines Blogs zum ersten Mal gezeigt. Seit Mai 2014 hast Du Deinen eigenen Blog Kleidungs-Stück, in dem Du besondere Kleidungsstücke und Accessoires mit ihren Geschichten vorstellst: geliebte Schätze als Gegenentwurf zu Mode-Fast-Food.

Als Leserin Deines noch jungen Blogs schätze ich Deine Art, Geschichten zu erzählen, und finde es spannend, Deine unterschiedlichen äußerlichen Seiten mit einem Blick ins Innere zu entdecken. Dabei habe ich durchaus schon die eine oder andere Gemeinsamkeit erschmunzelt und kann mir vorstellen, dass meine Leser_innen auch Freude daran haben, Dich kennenzulernen. Deshalb möchte Dich gerne hier im Lesergespräch vorstellen.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen?

Liebe Ines, erstmal danke ich Dir herzlich für Deine warmen Worte zu meinem Blog, bei dem Du außerdem eine derjenigen warst, die durch ein ehrliches Feedback gleich zu Anfang sehr willkommene (und erbetene!) Starthilfe gegeben hat!

Ich bin eigentlich durch zwei zunächst völlig voneinander unabhängige Leidenschaften zum Bloggen gekommen: das Schreiben, was ich schon mein ganzes Leben lang irgendwie ausübe und das Interesse an Mode. Nach der Geburt meiner Kinder war ich modemäßig nicht mehr die Alte und konnte mit dem Inhalt meines Kleiderschrankes wenig anfangen.

Als ich mich auch in Modezeitschriften nur noch selten wiederfinden konnte, habe ich neue Inspirationsquellen gesucht und dabei Modeblogs entdeckt. Zunächst natürlich die der Jungen und Hippen. Auf der Suche nach Blogs für erwachsene Frauen über 30 bin ich auf das Ü30-Netzwerk gestoßen. Ich habe mich ziemlich lange einfach so still durch die einzelnen Blogs gelesen, später auch bei der einen oder anderen Bloggerin kommentiert.

In dieser Zeit ist bei mir die Idee gereift, dass ich durch einen Modeblog meine beiden Leidenschaften, Schreiben und Mode, miteinander verknüpfen könnte. Zunächst war ich sehr unsicher, denn mir war natürlich gleich klar, dass ich weder Meisterfotos noch Wahnsinnsoutfits zu bieten habe. Dann habe ich mir aber gesagt, dass die meisten Bloggerinnen im Netzwerk auch ganz normale Frauen sind und dass ich meine Nische vielleicht darin finden könnte, dass ich ganz ordentlich schreiben kann. Und nach einer gesunden Zeit der Abwägung, habe ich mich schließlich dafür entschieden, es einfach mal zu versuchen.

Was bedeutet Dir das Bloggen?

Es ist zu einem nicht unwesentlichen Teil meines Lebens  geworden. Ich ertappe mich im Alltag vielleicht sogar manchmal zu oft dabei, wie ich überlege, was ich wann und wie in meinem Blog verarbeiten könnte. Ich muss wirklich sagen: es steckt Herzblut darin. Sonst würde ich es auch nicht machen.

Wie ist es für Dich, Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen?
Gibt es dabei innere oder äußere Widerstände?

Innere Widerstände gibt es leider immer wieder. Ich frage mich ständig, ob das, was ich mache, gut genug ist, ob es überhaupt jemanden interessiert und was ich verbessern könnte. Aber ich glaube, diese Art von Selbstzweifel gehört auch dazu und treibt einen an, seine Sache so gut wie möglich zu machen. Man muss aber akzeptieren, dass es andere gibt, die manches einfach besser können als man selber und sich stattdessen auf das konzentrieren, worin man gut ist.

Zu den größten äußeren Widerständen gehört die knappe Zeit, die ich als berufstätige Mutter von kleinen Kindern habe. Aber das ist eben so und ich mache das Beste aus den Ressourcen, die ich zur Verfügung habe.

Was fällt Dir am leichtesten? Was ist die größte Hürde?

Am leichtesten fällt es mir, die Texte zu schreiben. Ich stecke voller Gedanken, Geschichten und Erinnerungen. Die Worte purzeln nur so aus mir heraus, wenn ich erstmal im Prozess des Schreibens bin.

Die größte Hürde sind die Fotos. Die haben mich auch lange davon abgehalten, meinen Blog in Angriff zu nehmen. Als ich dies einmal auf meinem Blog ansprach, schlug mir eine Kommentatorin vor, doch auf Fotos zu verzichten, da vor allem meine Texte das Herzstück meines Blogs seien. Darüber habe ich tatsächlich nachgedacht.

Wie geht Dein reales Umfeld mit Deiner neuen Leidenschaft um?

Die Reaktionen gehen von „Find ich total super.“ über „Was bringt Dir das denn?“ bis zu „Du bist bescheuert, dass Du Dir das neben Deinen ganzen Verpflichtungen auch noch antust!“. Schön war auch „Blogger finde ich zum Kotzen mit ihrer Sucht nach Selbstdarstellung!“.

Natürlich würde ich lügen, wenn ich behaupte, dass mich die Reaktionen von anderen völlig kalt lassen. Aber nur, wer selber mit Leidenschaft bloggt, kann ermessen, wie bereichernd und erfüllend dies sein kann. Auch und vor allem, wenn man Teil einer Gemeinschaft ist, die sich grob durch das Interesse an Mode gefunden hat, aber doch durch so viel mehr zusammengehalten wird. Manche Bloggerinnen empfinde ich fast wie Freundinnen, obwohl ich sie noch nie in echt getroffen habe.

Worte spielen auch in Deinem Beruf eine große Rolle. Macht das für Dich Schreiben leichter oder schwerer?

Weder noch, aber ich glaube, die Liebe zu Worten, Texten und Sprache hat beide Entscheidungen stark beeinflusst, sowohl die zu meinem Beruf – ich bin Französisch- und Deutschlehrerin – als auch die, mich privat mit dem Schreiben von Texten zu befassen.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinem Blog ansprechen?

Ich mache mir nicht so große Gedanken über die Zielpersonen meines Blogs. Dabei stelle ich mir vor, dass diejenigen, die gern professionelle Fotos mit katalogreifen Outfits sehen möchten, eher weniger Interesse an meinem Blog haben. Es werden eher Menschen sein, die meine Texte mögen und sich vielleicht mit meiner Lebenssituation identifizieren können. Ich freue mich grundsätzlich über jeden, der mich auf meinem Blog besucht!

Was wird auf Deinem Blog voraussichtlich nie zu sehen geben?

Fotos von meinen Kindern. Ich finde nicht, dass ich das Recht dazu habe, ihre Privatsphäre zu verletzen, indem ich sie einer Öffentlichkeit preisgebe, für die sie sich nicht bewusst entscheiden konnten. Außerdem: freizügige Fotos von mir. Dabei würde ich mich nicht wohl fühlen.

Kleidungsstile wechseln mit äußeren Rahmenbedingungen. Du bist gerade in einer Lebenssituation mit zwei Kleinkindern, die Dich nicht alles sinnvoll tragen lassen, wonach Dir der Sinn steht. Wo möchtest Du mit Deinem Kleidungsstil hin? Wie sieht für Dich die Bianca aus, die mit den Lebensanforderungen und ihrer dazu passenden Kleidung im Reinen ist?

Da sprichst Du einen sehr interessanten und irgendwie auch wunden Punkt an, liebe Ines, der auch zeigt, dass Du mich schon ein kleines bisschen kennst. Denn in der Tat verlangt mein Alltag von mir eine eher unkomplizierte, pflegeleichte und robuste Kleidung, während mein Herz für elegante Seidenstoffe und anspruchsvollen Kaschmir schlägt. Mein Blogartikel dazu: Über Vorlieben und Anlässe.

So habe ich eigentlich zwei Garderoben: eine für die Arbeit und zum Ausgehen, eine für den Alltag mit den Kindern. Wohin ich mit meinem Kleidungsstil will und wie ich ihn einschätze, habe ich im Blogbeitrag So finde ich meinen Stil gerade erläutert, zu dem mich Stephanie, die Modeflüsterin, mit ihrem Projekt zur Stilfindung inspiriert hat, bei dem Du ja auch dabei warst als die Natürliche.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Blogs inspirieren mich durch die großartigen, geschmackvollen und stilsicheren Outfits, die gezeigt werden. Bei anderen mag ich vor allem die geistreichen, lehrreichen oder witzigen Texte. Wiederum andere Blogs lese ich, weil mir die Bloggerin dahinter sympathisch ist. Es gibt natürlich auch Mischungen aus mehreren oder allen Aspekten.

Warum liest Du meinen Blog?

Bei Dir ist es eine Mischung aus Interesse für Deine Person und Deinen Artikeln. Du bist mir von Anfang an sehr sympathisch gewesen, einfach weil Deine Beiträge und Kommentare ehrlich und authentisch sind, Du viel subtilen Humor besitzt und dabei so hilfsbereit und warmherzig bist. Andererseits habe ich auch großen Respekt vor Deinem Wissen und Deiner Erfahrung als Stilberaterin und profitiere regelmäßig davon, wenn Du erklärst, warum was wie zusammen passt und kombiniert werden kann. Ich lege auch großen Wert auf Deine Meinung und bin stolz, wenn Du Dich zu einem meiner gezeigten Stücke positiv äußerst. Ich weiß nämlich, dass Du dies nicht tun würdest, wenn Du es nicht so meinst.

Womit möchtest Du Deine Leser_innen auf neue Gedanken bringen?

Eigentlich habe ich so ein pädagogisches Konzept gar nicht. Ich möchte sie einfach unterhalten und freue mich, wenn es gelingt.

Was ist Deine Lieblingsjahreszeit?

In der Farbtypenlehre ganz klar: Winter. Ich liebe die klaren, kalten, leuchtenden Farben, die diesem Farbtypen stehen (ganz zufällig gehöre ich auch zu dieser Sorte ;-) ).
In der Natur ebenso klar: Frühling. Wenn alles keimt, knospt und blüht, erwacht auch in mir eine intensive, pulsierende Lebenslust und Energie.

Welches ist Deine Lieblingsfarbe?

Pink! Und da Schwarz und Weiß eindeutig Nicht-Farben sind, kann ich sie hier auch nennen, ohne das Maß zu überschreiten. Dann MUSS aber noch Royalblau und ein kräftiges Türkis dazu, sonst ist es nicht komplett. Im Schmuckbereich liebe ich Silber und schimmernde Perlen.

Ohne welches Essen könntest Du nicht gut leben?

Brot! Ich habe in meiner Jugend mehrere Jahre in einer Bäckerei gejobbt und dort einen sehr feinen Geschmack für gutes und hochwertiges Brot entwickelt. Noch heute liebe ich frisches Brot und vermisse es auf Reisen in andere Länder immer am meisten. Im Gegensatz zu Dir mag ich es übrigens gern mit Butter ;-) .

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Über diese Frage habe ich am längsten nachgedacht. Dabei sind mir drei Dinge klargeworden:

  1. Ich habe gar keine Grundeinstellung zum Leben.
  2. Kompliziertes in nur einem Satz auszudrücken, liegt mir einfach nicht.
  3. Die Grundeinstellung, die ich leider nicht habe, aber wahnsinnig gerne hätte, lautet:
    Sorge dich nicht – Lebe!

Zum Abschluss danke ich allen, die bis hierher durchgehalten haben und vor allem Dir, liebe Ines, für diese reizvollen Fragen. Es hat mir einen Riesenspaß gemacht, sie zu beantworten!

Habt Ihr weitere Fragen an Bianca? Dann besucht einfach ihren Blog und stellt sie dort im Kommentarfeld. Ich habe mich sehr gefreut, Bianca so etwas besser kennenlernen zu dürfen. Vielen Dank an diese lebensfrohe Frau!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir, gerne auch als Nicht-Bloggerin!

Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_inneninterview by meyrose.

Leser_innen-Interview #1: Gunda

Leser_inneninterview by meyrose Icon

Liebe Leser_innen,

heute startet eine lose Reihe, in der ich Euch besondere Leser_innen dieses Blogs in Interviews vorstelle. Den Anfang macht Gunda vom Blog Hauptsache warme Füße!.

Liebe Gunda,

vermutlich bist Du die erste Leserin, die den Blog meyrose – fashion, beauty & me von hinten bis vorne komplett gelesen hat. Am 14. Januar 2014 habe ich Deinen ersten Kommentar gesehen und war ganz überrascht, zu einem alten Beitrag einen aktuellen Kommentar zu erhalten. Kurz darauf hast Du mich dann aufgeklärt:

„Vielleicht hast Du’s schon gemerkt, Ines – ich arbeite mich in Deinem Blog langsam von hinten nach vorne durch. Habe tatsächlich bei Deinem allerersten Post angefangen und hoffe, ich komme irgendwann bei den aktuellen Beiträgen an. :) “.

Inzwischen bist Du nicht nur bei den aktuellen Beiträgen angekommen, sondern schreibst selbst einen Blog. Ich freue mich, diese Entwicklung bei Dir gefühlt live miterleben zu dürfen und möchte Dich gerne meinen Leserinnen durch dieses Lesergespräch vorstellen.

Was hat Dich bewogen, Dich in einem halbem Jahr durch den Blog zu lesen?

Irgendwie ist er so’n bisschen mein Blogzuhause. Ich find’ ihn toll, weil er eine so gute Mischung aus Informativem und Persönlichem beinhaltet. Ich mag die (meisten) Bilder, Deine Art zu schreiben, die klare Übersichtlichkeit, die Bandbreite der Themen. Ich finde mich auch in Vielem wieder – bin ja scheinbar auch kein SOOOO anderer Typ als Du – in einigen Bereichen zumindest.

Außerdem – ich erwähnte es glaube ich bereits in einem Kommentar– entspannt mich Dein Blog irgendwie. Keine Ahnung, warum, aber es ist so, und da mich leider nur sehr wenige Dinge im Leben entspannen, finde ich das besonders erwähnenswert. Und inspiriert wurde ich auch schon des Öfteren!

Freut mich, dass meine Schreibe eine entspannende Wirkung auf Dich hat. Womit konnte ich Dich denn zum Beispiel konkret inspirieren?

Konkret? He, ich bin Ü50 – in diesem Alter ist das mit dem Gedächtnis nicht mehr so einfach. Ob ich mir jetzt alles noch mal …? Nein, im Ernst: Konkret habe ich durch Deinen Blog beispielsweise die wunderschönen invero-Dreieckstücher für mich entdeckt sowie die Art, Tücher zu binden und zu Hause unterzubringen (Tücher-Schublade).

Dank Deines Blogs besiege ich gerade meine Aversion gegen Kleider, habe die nur die-Strumpfhosen und diverse andere Marken-Artikel ausprobiert, zum ersten Mal überhaupt von einigen mir bis dato unbekannten Labels gehört, ebensolche Shops kennengelernt, verwende gelegentlich das Wort Modemathematik und VERSUCHE, mich – wie Du – auch mal schneller von mir nicht stehenden oder in die Jahre gekommenen Kleidungsstücken zu trennen. Letzteres funktioniert jedoch nicht – da bin ich wohl doch eher der Hamstertyp. ;)

Ohne Deinen Blog und die Links in den Texten hätte ich weder einige interessante und zum Teil sehr nette Bloggerinnen, noch das Ü30-Blogger-Forum kennengelernt und wäre nicht auf diverse tolle Aktionen gestoßen. Was für mich im Übrigen auch unterstreicht, wie wichtig Links in Blogbeiträgen sind oder sein können – es sei denn, der Blogger/die Bloggerin sieht am liebsten allein sich selbst im Focus. ;)

Du hast seit März 2014 Deinen eigenen Blog Hauptsache warme Füße!. Was war für Dich der Auslöser, einen eigenen Blog zu schreiben?

Zunächst kam mein Ende 2013 durch die Fernseh-Sendung Shopping Queen plötzlich und unerwartet ausgelöstes Interesse für Mode. Dann stellte ich fest, dass ich lediglich anhand eines Spiegels nicht zu beurteilen vermag, was mir steht und was nicht. Somit schoss ich mit Selbstauslöser bei uns zu Hause immer mal Fotos meiner Outfits und versuchte, diese zu vergleichen. Irgendwann kam ich dann auf die Idee, das Ganze öffentlich zu tun, um evtl. Reaktionen von anderen Menschen zu erhalten und daraus zu lernen. Zudem hatte ich Lust auf ein neues Hobby und neue Kontakte, die sich m. E. leichter über gemeinsame Interessen knüpfen lassen und wenn man auch etwas von sich selbst preisgibt.

Anfangs hatte ich etwas Angst vor Ganzkörperfotos von mir in der Öffentlichkeit, aber a) hatte ich durch meine von 1998 bis 2010 dauernde Katzenzucht schon ein wenig Übung im Online-Auftritt, b) mag ich per se keine Outfitfotos mit abgeschnittenem Kopf, c) habe ich ja zumindest bei Blog-Kommentaren die Möglichkeit, sie vor Veröffentlichung zu prüfen und d) halte ich mich nicht für so spannend, dass ich allzu sehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken könnte. ;)

Die Domain Deines Blogs heißt Home of Calories bzw. http://homeofcalories.blogspot.de –  Was hat es damit auf sich?

Nicht viel. Ich hatte einfach nach einem Begriff gesucht, der IRGENDWIE zu mir passen könnte und da ich Supermärkte liebe, gern und viele Lebensmittel einkaufe, koche oder backe und das Gekaufte bzw. daraus Hergestellte zu mir nehme, zusammengefasst also Essen mein Liebstes ist, war dieser Begriff naheliegend. ;)

Warum sind Domain und Blogname nicht gleich?

Autsch – Salz in meiner Wunde! :(

Da ich vom Bloggen anfangs so überhaupt nichts verstanden hatte, habe ich damals auch nicht erfasst, dass es sinnvoll ist, einen Zusammenhang zwischen Domain und Blogname herzustellen bzw. dass idealerweise sogar Beides gleich sein sollte. Ich wusste nicht, dass man z. B. sagen würde „Gunda von Home of Calories“ oder „Gunda von Hauptsache warme Füße!“. Den Blognamen im Header hatte ich wohl einfach für nicht so wichtig gehalten – leider ist das dumm gelaufen. Und nun denke ich gelegentlich darüber nach, etwas an dieser Divergenz zu ändern, weiß jedoch leider nicht, wie ich das anstellen soll. Falls jemand, der das hier liest, eine gute Idee dazu hat, die ich auch umsetzen kann, bitte unbedingt her damit! Tausend Dank.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinem Blog ansprechen?

Über eine Zielgruppe habe ich mir, ehrlich gesagt, keine Gedanken gemacht, sondern einfach aus Spaß mit dem Bloggen losgelegt. Ich möchte ja auch niemandem etwas beibringen oder so. Mein Blog ist in erster Linie eine Art Tagebuch, bei dem ich mithilfe des Feedbacks, was über die Kommentare kommt, meine Selbstwahrnehmung schulen kann. Ich freue mich ja auch immer wieder über die Blogs anderer nicht mehr ganz junger Frauen, die ihre Outfits im Internet zeigen und ihren Lesern dabei etwas über sich erzählen, und bin immer der Meinung, dass man ruhig etwas zurückgeben sollte, wenn man Angebote gern für sich selbst nutzt.

Zum Beispiel lese ich auch vor Kauf- oder Buchungsvorgängen häufig Produkt- oder Hotelbewertungen im Netz und finde, dass ich aus diesem Grund auch selbst welche schreiben sollte. Schon allein, um zwischen den zahlreich kursierenden Fakes auch echte Meinungen im Netz zu haben. ;)

Ich freue mich über jeden, der sich die Zeit nimmt, meine Texte zu lesen und meine Bilder anzusehen und dessen Interesse evtl. sogar so weit geht, dass er meine Beiträge kommentieren oder mit mir in einen kleinen Dialog treten möchte. Ob diese Person nun 20 oder 60 Jahre alt ist, ist mir ganz egal. Toll finde ich natürlich auch die Kommunikation mit anderen Bloggerinnen und würde die eine oder andere sehr gern mal persönlich kennenlernen.

Was wird auf Deinem Blog voraussichtlich nie zu sehen geben?

Bilder von mir in Bademode oder ähnlich freizügigen Kleidungsstücken sowie Selbstgenähtes. :D

Kleidungsstile wechseln mit äußeren Rahmenbedingungen. Du bist gerade im Wandel. Was ist der Auslöser? Wo möchtest Du mit Deinem Kleidungsstil hin?

Der Auslöser war ja erstaunlicherweise, wie schon gesagt, die Fernsehsendung Shopping Queen, bei der ich durch die Kommentare des Designers Guido Maria Kretschmer gelernt habe, dass jede Frau, ob dick, dünn, groß, klein, jung oder eben auch alt nicht nur, aber AUCH mit Hilfe von Kleidung mehr aus sich machen kann. Zudem war mein Kleidungsstil in den Jahren zuvor mit dem ausschließlichen Tragen von irgendwelchen Hosen, irgendwelchen Shirts, dazu meist Sweat- oder Fleecejacke sowie irgendwelchen bequemen Schuhen (Hauptsache nicht so teuer) schlichtweg nicht existent, ich hatte Zeit für ein neues Hobby und so passte alles ganz gut zusammen.

Wo möchte ich hin? Idealerweise zu einem Kleiderschrank, welcher ausschließlich Lieblingsstücke beinhaltet, die ich ALLE gern anziehe und in denen ich samt und sonders gut aussehe. :)

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs?

Das ist extrem unterschiedlich. Bei einem sind es die großartigen Fotos, bei einem anderen der Mut zu verschiedenartigsten Outfits, bei einer dritten Person bewundere ich die Stilsicherheit, bei der vierten das tolle Aussehen an sich, bei der fünften den Schreibstil, etc. etc. …

Was ist Deine Lieblingsjahreszeit?

Eindeutig der FRÜHLING!

Welches ist Deine Lieblingsfarbe?

Rot. Und die Nichtfarbe Schwarz.

Ohne welches Essen könntest Du nicht gut leben?

Schokoriegel!!! Aber auch nicht ohne Knoblauch, ohne Käse, ohne Pasta usw. usw. Worauf ich hingegen recht einfach verzichten könnte, wäre zum Beispiel Salat … ;)

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Hinter dem eigenen Horizont geht es noch weiter.

Habt Ihr weitere Fragen an Gunda? Dann besucht einfach ihren Blog und stellt sie dort im Kommentarfeld. Ich habe mich sehr gefreut, Gunda so etwas besser kennenlernen zu dürfen. Vielen Dank an diese spannende und interessante Frau!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir!

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