Lesetipp: Frau im Schatten

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Das geheime Lächeln
von Bettina Storks

Kürzlich habe ich Dir den aktuellen Roman Leas Spuren (Rezensionsexemplar) von Bettina Storks an Herz gelegt, den ich verschlungen habe. Ich habe gesehen, dass es von der Autorin weitere Bücher gibt, unter anderem diesen erschienenen Roman Das geheime Lächeln, in dem ebenfalls ein Bild themengebend ist.

Achtung Spoiler!

Frau im Schatten ist der Untertitel eines Bildes, das bei einer Hausauflösung zum Verkauf auf einer Auktion angeboten wird. Journalistin Emilia Lukin entdeckt das Bild in dem Ausstellungskatalog am Vorabend der Versteigerung zufällig, als die für einen anderen Auftrag für Katalogtextlängen recherchiert. Sie sieht das Fotos des Bildes im Katalog und schaut gefühlt in einen Spiegel. Es ist ihr Abbild als junge Frau. Schnell ist ihr klar, dass es sich bei der Portraitierten um ihre verstorbene Großmutter Sophie Langenberg handeln muss.

Auf der Suche nach der Geschichte ihrer Familie taucht Emilia tief in das Leben ihrer Großmutter Sophie und auch das von der noch lebendenden Mutter Pauline ein. Wer ist der Vater von Pauline? Wo und wie hat Sophie wirklich wie lange gelebt und warum wuchs Pauline bei Verwandtschaft auf? Welche Rolle spielen Paris und eine kleiner Ort in der Provence dabei? Was hat die Familiengeschichte mit der akuten Ehekrise von Emilia und der beruflichen Entwicklung ihrer beiden studierenden Söhne zu tun? Die Antworten findest Du beim Lesen.

Fazit

Das Buch, das mir als Rezensionsexemplar vom Diana Verlag (Werbung) aus der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt wurde, ist lesenswert für Menschen, die etwas verkorkste Familiengeschichten mögen, kommt aber nicht an Leas Spuren heran. Mir war es zu kitschig und vorhersehbar. Dennoch habe ich es zügig gelesen und es hat mich berührt. Eine weitere Rezension findest Du bei Andrea im Blog mit dem Titel Sommerlektüre. Sie hat das Buch selbst gekauft und im Sommer 2018 bereits vorgestellt.

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Lesetipp: Besuch und Fisch stinkt nach drei Tagen

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Rate, wer zum Essen bleibt
von Philipp Tingler

Manchmal wünscht man sich, man hätte die Wohnungstür nicht geöffnet. Oder jemanden nicht zum Bleiben aufgefordert. Oder jemanden überhaupt nie kennengelernt. Manchmal ergeben sich daraus allerdings undenkbare Abende und Erkenntnisse, die unbezahlbar sind.

Franziska bereitet das für sie in dem Moment wichtigste Essen ihres Lebens vor. Sie will damit einen Entscheidungsträger und seine Frau beeindrucken, um einen Job zu bekommen, der den Karrieresprung darstellt, der ihr ihrer Ansicht nach zusteht. Ansonsten war es das mit der beruflichen Entwicklung. Ehemann Felix unterstützt sie dabei, wo er kann, macht aber einen Schritt ohne Franziska: Er öffnet nichtsahnend die Haustür, als es etwas verfrüht vor besagtem Essen klingelt, und lässt seine etwas derangierte Studienfreundin Conny rein, die er seit 20 Jahren nicht gesehen hat.

Was folgt, ist ein Abendessen des Grauens, fortgesetzt von vier weiteren Tagen, an denen Conny zu Gast bleibt, und einem weiteren Abendessen mit dem Versuch, die Karriere zu fördern. Dass Franziskas nicht wirklich geliebter Bruder Julius sich auch noch bei dem Paar selbst einquartiert hat, macht es keinen Deut besser.

Beim Lesen habe ich laut gelacht bis mir der Bauch weh tat, mit den Protagonisten gelitten, mich wiedererkannt und meinem Mann die bösesten Stellen laut vorgelesen, die auch er belustigend fand. Mein Highlight ist die Dauerlösung von Felix für Familienunstimmigkeiten, unter anderem auf Seite 201 zusammengefasst als

“Betonschicht drüber und was essen”.

Hat bitte bei Gelegenheit jemand Beton für mich? Von Franziska gefallen mir die Worte nach einer frustrierenden Yogaeinheit neben flexiblen Grazien auf Seite 82 am besten

“Wenn ich auf meinen Körper höre, würde ich den ganzen Tag Zigaretten und Ritalin zu mir nehmen.”

Bei mir wären es weder Zigaretten noch Ritalin, gesünder wäre es aber auch nicht.

Was würdest Du den ganzen Tag zu Dir nehmen, wenn Du auf Deinen Körper hören würdest, und was ist Dein Patentrezept bei Familienunstimmigkeiten?

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei Kein & Aber (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Vorliebe des Autors für Thomas Mann und Fremdwörter ist bekannt, den Schreibstil kann man vermutlich nur lieben oder hassen. Mich amüsiert er.

In der Serie Männermontage – Bücher für Männer mit Stil habe ich 2012 von Philipp Tingler bereits das lesenswerte Handbuchbuch für Gesellschaft und Umgangsform Stil zeigen! (Rezensionsexemplar) vorgestellt.

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Lesetipp: “Ich wäre nicht die, die ich heute bin, wenn …”

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Was uns stark macht:
Begegnungen mit Patti Smith, Virginie Despentes, Joan Baez, Brigitte Bardot u.a.
von Annick Cojean

Das Buch beinhaltet Interviews mit 21 beeindruckenden Frauen, die Rückschau halten auf das, was ihr Leben zutiefst geprägt hat. Es ist die Zusammenfassung einer Interviewreihe, die Jornalistin Annick Cojean, Autorin für die Zeitschrift Le Monde, ab Herbst 2015 im Rahmen eines wöchentlichen Treffens für La Matinal du Monde verfasst hat.

Jede starke Frau wird in ihrem Kapitel einleitend von der Autorin in wenigen Sätzen vorgestellt. Die erste Interviewfrage lautet immer “Ich wäre nicht die, die ich heute bin, wenn …” Dabei sind unter anderem Sängerinnen, Schauspielerinnen, die Bürgermeisterin von Paris, eine Stylistin, eine Forscherin und die Autorin der Vagina Monologe Eve Ensler.

Einige Interviewpartner kannte nicht mal dem Namen nach, andere sind mir präsent. Gemeinsam haben sie, dass sie Feministinnen sind, die für sich und andere Frauen einstehen. Zu lesen, wie sie zu der Person geworden sind, die sie zum Zeitpunkt des Interviews sind, ist berührend.

Viele der Frauen haben Gewalt erfahren und eine eher jungenhafte Kindheit erlebt. Einige wurden vom Elternhaus zu 100 % unterstützt, anderen jeder auffindbare Stein in den Weg gelegt. Gemeinsam habe die Frauen eine gewisse Dankbarkeit für das, was sie im Leben für sich und andere erreicht haben.

Das Buch kann ich ausnahmslos allen Leser_innen empfehlen, die sich mit dem Leben beschäftigten, für ihre Rechte eintreten, sich nicht klein machen lassen und gerne am Leben anderer erfolgreicher Frauen teilhaben. Von den Frauen in dem Buch kann man lernen, wie man dankbar auf sein Leben und seine Möglichkeiten blicken kann, auch wenn nicht immer alles rund gelaufen ist.

Das ist eins der Bücher, das ich verschenken würde, wenn ich nur ein Buch pro Jahr zum Verschenken aussuchen dürfte. Leider lesen meine Freundinnen diesen Blog und/oder haben Zugriff auf meine Bücher und es kommt damit ab jetzt nicht mehr auf meine persönliche Geschenkideenliste. Aber vielleicht auf Deine? Gekauft habe ich das Buch übrigens selbst.

Was hat Dich im Leben so nachhaltig beeinflusst, dass Du sagen kannst, dass Du heute nicht die wärst, wenn …?

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Was ich heute gelernt habe – August 2019

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Art Journal Kalenderblatt August

  1. Es kann so heiß sein, dass sogar kleine Ohrstecker zu viel Schmuck sind.
  2. Die Leimmottenfallenklebeditscher sind mit Waschbenzin von der Marmorfensterbank ablösbar.
  3. Grillen finde ich so überbewertet, wie man das nur überbewertet finden kann.
  4. Per Anhalter zu fahren, scheint out zu sein. Ist jeder mobil oder ist der ÖPNV so dicht und bezahlbar geworden? Zu meinen Oberstufenschulzeiten auf dem Dorf war es normal, täglich auf Daumen zu fahren, wenn Mutti das Auto nicht für den Schulweg rausgerückt hat (oder die 18 zum Führerschein noch fehlte).
  5. Die kombinierte IKEA-Andronaco-Ausbeute passt in den Kofferraum meines Autos. Da sage nochmal jemand, der Cityfloh sei klein!
  6. Selbstmitgefühl klingt viel schöner als Selbstmitleid.
  7. Erstaunlich, was man für eine Wissenschaft aus Wanderstöcken machen kann. 2004 habe ich ohne tiefsinnige Gedanken dazu das Angebot bei Tchibo gekauft. 2019 – die alten sind vergammelt – gibt unzählige Testberichte und Features. Der Testsieger ging allerdings nach einmaligem Gebrauch retour. So viel dazu. In gebügelter weißer Bluse und rotem Lippenstift wird man im Outdoor-Laden übrigens nicht als sportlich angesehen. In solchen Momenten verstehe ich nicht, dass es Menschen gibt, die leugnen, dass Kleidung eine Rolle spielt. Ich habe trotzdem bekommen, was ich wollte.
  8. Interessante Frage: Wer bin ich ohne meine Dinge? => Was bleibt von mir übrig ohne meine Dinge?
  9. Ich weiß jetzt, wo tonnenweise Motten im Garten wohnen: In den Rhododendren. Wenn man die Blätter von oben gießt mit dem Gartenschlauch, ist die Luft voller Motten. Motten sind Nachtfalter. Ich sollte unseren Garten weniger falterförderlich machen. Denn: Kein Kaschmir ist auch keine Lösung. Hmmm. Keine Schmetterlinge ist aber auch doof. Keine Lösung in Sicht.
  10. Man kann ein Einserabitur machen, ohne Zeichensetzung zu beherrschen.
  11. Es heißt nicht das Napf sondern der Napf.
  12. “Die Art, wie wir auf Fehler reagieren, macht uns aus.” gehört. Kluger Satz.
  13. Man kann auch mit 93 noch die Vorzüge von Amazon Prime entdecken.
  14. Jetzt weiß ich, welcher Wadenmuskel, wenn er verspannt ist, den Fußballen nach außen zieht und den Hallux valgus verstärkt und Schmerzen macht. Dehnen mit gestreckten Fuß hilft. Wenn man einmal gesehen hat, wie das auf dem sehnigen Fuß angesteuert wird, ist der Zusammenhang sonnenklar.
  15. Der Trick gegen Mehlklumpen im handgerührten Pfannkuchenteig ist, die Eier erst am Ende unterzurühren. Am besten einzeln, dann wird der Teig am besten.
  16. Das Kaufhaus mit Herz in Neu Wulmstorf freut sich ganzjährig über Spenden von Weihnachtsartikeln. Die gehen außerhalb der Saison ins Winterlager. Hätte ich nicht gedacht. Ich wollte eigentlich nur erfragen, wann ich denn damit Herbst willkommen wäre. Jetzt bin ich sämtliche Weihnachtsdekoration los und freue mich über das leere Regalbrett im blauen Keller.
  17. Der neue Brunetti “Ein Sohn ist uns gegeben” gefällt mir. Er hat Längen, aber das Thema ist schön. Es geht um Liebe, Familie, Wahlverwandtschaften und Betrug.
  18. Die Trendfarbe Riviera von SCHÖNER WOHNEN ist ein tiefes Blau mit einem Hauch Petrol, ist eine gute Wahl für den Windfang. Zusammen mit einer geölten Kiefernholzkommode sieht das sehr schön aus. Noch schöner wäre allerdings, wenn 7 qm Wand trotz Lüftens nicht tagelang furchtbar stinken würden.
  19. Ein Fachmann sagte, ich hätte ein zartes Bindegewebe. Eine nettere Formulierung kann ich mir für das weiche Zeug nicht denken.
  20. Nach dem Wechsel zum Ökostrom ist jetzt auch der Wechsel vom Gasanbieter zum Hamburger Unternehmen geglückt. Die Kündigung durch den neuen Anbieter bei eon funktionierte nur mit exakt falscher Schreibweise meines Namens, der dort vor Jahren in der Datenbank fabriziert wurde. Nein, ich bin keine Bindestrichfrau!!!
  21. Die Entscheidung, nach der Grillparty anstatt vorher zu putzen, war eine weise.
  22. Businesshemden von Olymp soll man geschlossen, auf rechts mit Kragen nach innen waschen, damit die Kragenecken nicht kaputt gehen. Und nicht mit Jeans in einer Maschine! Mal ehrlich: Wer macht das so?
  23. Auf dem Wochenmarkt gibt es Salatgurken. Gerade Gurken kosten an dem einen Stand 1 Euro, krumme 60 Cent. Ich kaufe eine krumme Gurke. Die Frau nach mir ordert vehement: ICH nehme eine GERADE Gurke. Es gibt definitiv Menschen, die zu viel Geld haben, oder? Mal davon abgesehen, dass meine Gurke nach dem Abschneiden der Enden auch fast gerade war.
  24. Ich weiß jetzt, WIE abstrus chauvinistisch ein alter Mann im Jahr 2019 noch sein kann. Kotz.
  25. Ein Tiedress ist ein Bindekleid.
  26. “Morgen wird kommen, ob wir bereit sind oder nicht”. Zitat aus der Fernsehserie BULL.
  27. Wenn man einen Korkuntersetzer im Backofen bei 180 Grad Umluft erhitzt, riecht es in der Küche wie in der Sauna. Bitte nicht nachmachen, auch wenn der Duft genehm ist.
  28. Das Wort Megalomanie für Größenwahn.
  29. Ich habe schon jetzt mein Motto für 2020 gefunden. Das verrate ich aber noch nicht!
  30. Der Thriller “Todesmal” von Andreas Gruber mit den Ermittlern Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez 5 ist fulminant.
  31. Brechbohnen, tomatige Soße und Schafskäse passend hervorragend zusammen. Schon im Lauf des Monats gelernt, aber für heute aufgespart, damit der Beitrag am Samstag online gehen kann.

Nachtrag zum 31. August 2019: SUP ist nicht mein Sport. Neu definiert: SitUpBoard, dann macht es Spaß, aber dann kann ich auch ein Paddelboot nehmen. Das ist komfortabler. Stehen auf einem Board finde ich überbewertet.

Nachdem ich in den letzten Wochen teilweise sogar mehr als drei Blogbeiträge in der Woche veröffentlicht habe, trete ich in der nächsten Zeit ein bisschen kürzer. Mein Ziel: Jeden Samstag gibt es einen frischen Beitrag. Wenn mir zwischendrin noch etwas einfällt, bemühe ich mich, es wie gewohnt am Dienstag oder Donnerstag zu veröffentlichen.

Was hast Du im August gelernt?

Lesetipp: 1945 – 1989 – 2 Kinder – 2 Leben

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Wie der Wind und das Meer
von Lilli Beck

Paul und Sarah finden sich 1945 als Kinder in München in den letzten Kriegstagen, nachdem sie beide ihre komplette Familie verloren haben. Sarah sieht Pauls verstorbener Halbschwester Rosalie erstaunlich ähnlich und ist im gleichen Alter. Er konnte ein Foto von ihm und Rosalie samt seiner Familienpapiere retten. Die beiden verbindet vom ersten Moment an so viel, dass sie beschließen, sich als Geschwister auszugeben, um von den Behörden nicht getrennt zu werden.

Achtung Spoiler

Es gelingt ihnen, sich alleine durch die erste Nachkriegszeit zu schlagen, und sie kommen dann bei einer liebevollen Marktfrau unter. Leider kommt im Rahmen der Wiederaufnahme der Beschulung heraus, dass die Marktfrau nicht ihre Mutter ist und die beiden werden zwangsweise in ein Waisenhaus verfrachtet – zwar zusammen, aber Mädchen und Jungen werden dort streng getrennt. Das ist eine harte Zeit für die beiden. Schließlich findet sich eine fantastische Adoptivfamilie für die scheinbaren Geschwister, die ihnen nicht nur Liebe, sondern auch Wohlstand bringt.

Letztlich wird Paul und Sarah allerdings ihre Notlüge zum Verhängnis, denn sie verlieben sich ineinander. Daraufhin verlässt Sarah München und baut sich mit Anfang 20 ein Leben in Berlin als Synchronsprecherin auf. Paul übernimmt den Gemüsegroßhandel der Adoptiveltern und stürzt sich in die Arbeit. Als Leserin verfolgst Du das Leben der beiden Getrennten und die Frage ist natürlich, ob sie ohne einander glücklich werden und ob sie sich am Ende wiederfinden.

Neben der innigen Liebesgeschichte hat es mir beim Lesen gefallen, einen Einblick in die prüden, spießigen 1950er Jahre in Deutschland zu bekommen. Ganz ehrlich? Es ist mir unvorstellbar, so leben zu müssen. Ich bin so heilfroh um die Freiheit, in der ich aufwachsen durfte und leben darf. Wenn man sich das Gegenteil anschaut, wird einem das mal wieder richtig bewusst.

Den Roman, ein Freundinnen-Geschenk, habe ich gerne gelesen. Wenn Du Lust auf einen Sprung in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts und Liebesgeschichten magst, kann er Dir ebenso gefallen.

Kannst Du Dir ein Leben in den 1950er Jahren vorstellen?

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Was ich heute gelernt habe – Juni 2019

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Paul, Karli und Cooper

  1. Cooper habe ich kennenGELERNT. Das ist die weiße freche Rübe links von Paul. Den bunten Karli rechts von Paul habe ich schon im September kennengelernt. Die beiden gehören zur Bloggerin Andrea von BuntwiedasLeben und ihrem Mann. Ihrem ersten Hund Eddie, der beim letzten Treffen im September noch dabei war, verdanke ich unter anderem, dass wir den Zausel haben, weil ich bei Andrea auf Instagram verfolgen konnte, dass ein Hund auch mit einem Vollzeitjob sinnvoll zu halten ist. Karli und Cooper haben inzwischen den eigenen Instagramaccount liebe_auf_8_pfoten. Eddie hat zum Jahresende 2018 sein langes Leben beendet. Es ist mir immer wieder eine Freude, diese Familie zu treffen.
  2. Jetzt weiß ich, warum man Fenster nicht in der Sonne putzen soll. Nicht weil das Putzwasser zu schnell trocknet und das Streifen geben kann, sondern weil ich einen Sonnenbrand dabei bekomme.
  3. Es gibt durchaus einen dualen Siphonanschluss, um Abwasser von der Waschmaschine und dem Wärmepumpentrockner an eine Abwasserleitung anzuschließen. Das hätten die Techniker, die den Trockner installiert haben, durchaus wissen können SOLLEN, oder nicht?
  4. Was tyraminreiche Lebensmittel sind.
  5. Bambusgriffzahnbürsten sind im Mund totwiderlich.
  6. Grüner Spargel möchte stehend gelagert werden.
  7. Mein schönes neues Shirt mit den invertierten Ringeln verlässt mich wieder als Reklamationsfall. Leider rollt sich der Jersey nach der Wäsche an den Ärmeln unschön aus und nach drei Wäschen bekommt es schon Pilling. Das sind Momente, in denen ich genau weiß, warum die Marke Armor Lux bei Ringelshirts meinen Schrank dominiert.
  8. “Brigitte wir: Das Magazin für die dritte Lebenshälfte.” Finde den Fehler – oder auch: Mathematik im Alltag … Zielgruppe sind übrigens Frauen Ü60.
  9. Es gibt vegane Fischstäbchen. Abstruser geht es bald nicht mehr, oder?
  10. Blankeneser Barmherzigkeit bedeutet, seinem Hangnachbarn nicht den Elbblick zu verbauen. Die sind aber auch herzergreifend barmherzig, diese Blankeneser.
  11. Viele Rhododendrensorten sind giftig für Mensch und Tier.
  12. Der korrekte Plural von Grappa lautet Grappe.
  13. Wie man den Schwimmer am Wassertank der Kaffeemaschine wieder einsetzt.
  14. Vabene hat die Schuhproduktion eingestellt.
  15. Ich hatte vergessen, wie viel Kraft mir dunkelbraune Kleidung gibt. Und auch, wie schnell und zielsicher ich jemanden rhetorisch-dominat darin falten kann.
  16. Wenn man länger abwesend ist, kann man das dem Finanzamt vorab mitteilen und so ggf. Fristen später einsetzen lassen (heißt im Amtsdeutsch anders, aber darauf läuft es hinaus). Nicht, dass ich längere Abwesenheit planen würde, aber es ist gut, das für den Fall zu wissen.
  17. Die Floskel nur mal eben schnell wird hiermit offiziell aus meinem Leben gestrichen.
  18. Das Einzige, was an mir im Sommer noch braun wird, sind Pigmentflecken auf den Armen.
  19. Kinesiotape ist eine feine Sache.
  20. Für Bilderklau durch Einbindung aus dem Netz an der anderer Stelle im Netz gibt es einen Fachbegriff: Scraping.
  21. Es ist nicht normal, den Mittelfinger über den Zeigefinger (und darüber den Ringfinger und darüber den kleinen Finger) legen zu können. Bis heute dachte ich, dass das jeder das kann, weil ich das kann (das denke ich bei vielen Sachen).
  22. F66 beim Trockner heißt, dass der große Schaumstofffilter unten links hinter der Klappe ausgewaschen werden möchte.
  23. Es gibt Unterwasserlaufbänder für Hunde zur Reha.
  24. Einer im Beet in einem Jahr nicht angewachsenen Hortensie kann es retour im Topf mit frischer Erde erstaunlich gut gehen.
  25. Meine Hausärztin impft nur noch nach vorheriger Impfberatung, die meiner Ansicht gar nicht erforderlich ist, weil alles auf Stand ist. Super, dass ich für die Auffrischung der FSME-Impfung nach fünf Jahren zweimal antanzen darf. Super, dass meine Krankenkasse etwas bezahlen muss, was meiner Ansicht nach nicht erforderlich ist. Leider ist für diese Impfung die Hausärztin zuständig und andere Hausärzte hier in der Gegend nehmen keine Patienten mehr auf. Kann mir jemand einen Hausarzt in meiner Nähe empfehlen, der Patienten aufnimmt? Gerne auch in Niedersachen bis 20 km Anfahrt. Ich bin sofort zum Wechsel bereit. Oder das jetzt echt Pflicht für Ärzte?
  26. Wenn eine enge Hose in Size Zero auf der Puppe präsentiert wird, habe ich keine Lust, die Hose anzuprobieren.
  27. Begonienblüten verbrennen in der Sonne.
  28. Flexi-Schrumpfgartenschläuche sind für kleine Gärten eine geniale Erfindung. Endlich verdreht sich kein Schlauch mehr und endlich brauche ich keine Schlauch mehr zu bändigen nach der Verwendung.
  29. In einem Hundebuch – Dogwalk von Ursula Löckenhoff – habe ich spannende Sachen über die Auslastung von Hunden gelernt und vor allem, dass bei vielen Sachen eher das Gegenteil erreicht wird. Ich mache mit Paul keinen Hundesport (dabei wäre ich zu ehrgeizig und das wäre Stress anstatt Spaß für ihn – ich trete schließlich an, um zu siegen) und keinen sonstigen Zirkus. Zwei Stunden in der Natur am Tag müssen für seine Nase reichen, um ihn müde zu machen und zu beschäftigen. Mein Eindruck, dass ihm das wirklich reicht, was zur Einschätzung der Autorin passt, dass ein Waldbesuch Körper und Seele fordert, sich positiv auf Mensch und Hund auswirkt und Hunde rundherum auslastet. Bei anderen Hunden mag das anders sein, für unseren kann ich das bestätigen.
  30. Ich kann in kurzen Sweat-Shorts bei großer Hitze das Haus verlassen, ohne dass mich jemand komisch anguckt.

Was hast Du im Juni gelernt?

Lesetipp: Ein neues Leben nach dem ersten

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Der Fetzen
von Philippe Lançon

Seit dem Terroranschlag auf Charlie Hebdo in Paris gibt es für Philippe Lançon ein Leben davor und eins danach. Er ist eins der überlebenden, schwerverletzten Opfer. In dem Buch arbeitet er die Geschehnisse und seine Gefühle auf und versucht ein neues Leben zu finden, in dem Platz für ihn ist.

Das Buch beginnt am Morgen des Anschlags und endet mit der Entlassung aus der schier endlosen Reha nach 17 Gesichtsoperationen, die der Rekonstruktion seines Gesichts und Unterkiefers dienen, der ihm zerschossen wurde. Durch mehrfache Rückblenden erscheint es beim Lesen manchmal so, also ob man einen Film zum zweiten oder dritten Mal sieht. Sein Leben nimmt durch das Attentat und die Verletzungen komplett andere Wendungen als geplant. Nicht nur sein Körper ist nicht mehr der alte, auch die Seele nicht. Auf Seite 57 schreibt er dennoch

“Man bleibt immer all die Personen, die man mal gewesen ist.”

Die Worte berühren mich, weil sie auch auf Menschen zutreffen, die weniger Schweres erlebt haben. Das Buch ist die literarische Verarbeitung seiner Traumata und zeigt auf, wie Körper und Seele wieder zusammenfinden und sich ein neues Leben aufbauen können. Auf Seite 73 sagt er zum Thema Trauerarbeit

“Aber genau wie in der Schule, hat nicht jeder ein Radiergummi in der Hand, um das Geschehen zu tilgen.”

Jeder geht man mit Trauer und einem Trauma anders um. Der Roman ist tieftraurig und emotional. Auf der anderen Seite empfinde ich ihn als lebensbejahend und positiv, weil Philippe Lançon nie Zweifel an seinem Lebensmut und der Zukunft aufkommen lässt. Interessant finde ich seinen Umgang mit der Opferrolle auf Seite 229

“Allmählich spüre ich, dass das Opfer doppelt bestraft wurde: Es war nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für diejenigen, die es nicht enttäuschen durfte.”

Dabei finde ich bewundernswert, wie er es schafft, auf seine Intuition zu hören und zu entscheiden, wessen Nähe ihn stärkt und wer trotz bestens Willens ein Energieräuber ist, der sich als Angehöriger oder Freund mit seinem Mitleid oder Alltagsdramen selbst in den Fokus stellt. Von Krafträubern trennt er sich radikal, denn sie würden ihm den letzten Funken rauben.

Bei allem Leid und Qual finde ich sehr spannend, welche Beschäftigungen und Lebensinhalte für ihn auch in der Gegenwart und neuen Zukunft interessant bleiben und wie er versucht, es dem ihn pflegenden Personal möglichst einfach zu machen. Seine Worte auf Seite 277

“Der Charme ist wirklich das, was uns erst nach dem letzten Blutstropfen im Stich lassen sollte.”

würden Menschen aus dem Pflegeumfeld sich vermutlich öfter aus dem Mund eines Patienten wünschen, auch wenn sich der Satz hier nicht auf diese Menschen, sondern auf eigene seine Situation und den Umgang eines Besuchers mit dem Personal bezieht. Letztlich steht dieser Satz aber auch für die immense Willensstärke des Opfers des Attentats, die ich in dem Buch auf jeder Seite beim Lesen gespürt habe.

Der Autor schreibt an einer Stelle im Buch, dass er chronisch zu überlangen Texten neigt. Es ist als Leserin vermessen zu sagen, dass dieser Trauerverarbeitungsroman zu lang ist. Das Buch hat 551 Seiten. Die ersten 50 habe ich verschlungen, bis 250 war es spannend und für mich hätten bis zum Abschluss dann vielleicht weitere 50 Seiten gereicht.

Die zweite Buchhälfte war zwar immer noch interessant und es passierten neue Sachen, irgendwann war es für mich als Leserin jedoch etwas wiederholend bei den Beschreibungen der Misslichkeiten und Umstände. Aber ich sage mal so: Wer sowas erlebt hat und darüber schreibt, dem schenke ich dann auch gerne ein paar mehr Stunden meiner Zeit.

Tatsächlich habe ich lange gebraucht, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte – etwa zwei Wochen. Normalerweise lese ich etwa eine Seite pro Minute und viel am Stück. Hier brauchte ich etwa drei Minuten pro Seite und konnte nicht lange lesen. Viele Sätze und ganze Absätze habe ich mehrfach gelesen, um sie vollständig zu erfassen. Nach der Unterhaltungslektüre, die ich ansonsten verschlinge, war das zur Abwechslung durchaus wohltuend.

Meine Neugierde, wie der Autor jetzt aussieht, habe ich mir bis zum Buchende bewahrt, um die Bilder nicht mit meiner Phantasie zu mischen. Frei nach dem Motto: Erst das Buch lesen, dann den Film sehen. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag Tropen/Klett-Cotta (Werbung) zur Verfügung gestellt. Danke an Leserin Claudia für die Leseempfehlung.

Hat Dein Leben schon mal gravierende Wendungen genommen, die Dich zu einem anderen Menschen haben werden lassen?

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