Lesetipp gegen Sätze des Todes fürs Selbstwertgefühl

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Beyond Beautiful: Wie wir trotz Schönheitswahn zufrieden und selbstbewusst leben können
von Anuschka Rees

Von Anuschka Rees habe ich Dir hier im Blog bereits das Buch Das Kleiderschrank-Projekt (Rezensionsexemplar) vorgestellt und hinterher meine Umsetzung davon mit Outfits aus dem wahren Leben gezeigt. In Beyond Beautiful geht es nicht um Kleidung, sondern das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein von Frauen. Das Buch wurde mir vom DuMont Buchverlag (Werbung) als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Es geht in Beyond Beautiful darum, warum so viele Frauen Probleme damit haben, mit ihrem Spiegelbild und ihren Körper zufrieden zu sein. Wie kann man sich gut fühlen, wenn man nicht den unerfüllbaren gesellschaftlichen Schönheitsidealen entspricht? Wie schafft man die Abgrenzung zu geschönten Bildern aus der Werbung und sozialen Netzwerken? Wie schafft man es, seine äußere Hülle nach eigenen Vorstellungen und nicht denen des Umfelds, das einem eintrichtert, was man zu tun hätte, zu gestalten – Stichworte Make-up, Kleidung, Rasuren hier und dort. Das Buch ist in drei Teile gegliedert

  1. Das Problem verstehen
  2. Eine neue Haltung finden
  3. Die Kontrolle zurückgewinnen.

Grundsätzlich bin ich vollständig der Meinung der Autorin, dass es wichtig für Mädchen und Frauen ist, sich von aufgezwungenen Leitsätzen und Bildern zu lösen und einen eigenen Weg für sich zu finden, wie man sich zeigen möchte und wie man damit umgeht, wenn jemanden das nicht gefällt.

Beim Lesen kam mir Einiges übertrieben vor, denn ich kenne zum Beispiel keinen, der sich einen Abend mit Freundinnen von einem Pickel, einem Blähbauch oder ein paar Stoppeln unter den Achseln ruinieren lässt (Seite 9). Hingegen kenne ich aber durchaus unzählige Frauen mit Diätthemen und welche, die nicht in den Spiegel schauen mögen.

Dass mir Einiges fremd ist von den Problemthemen in dem Buch, mag daran liegen, dass ich bald 48 bin und keine Teenagertochter habe und weder ich noch mein Umfeld GTNM-geschädigt sind. Zielgruppe für das Buch sind primär Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Ich sehe allerdings noch eine andere Zielgruppe: Mütter von Teenagertöchtern, die ihre Töchter vor dem Schönheits- und Abnehmwahn schützen möchten.

Anuschka Rees hat für das Buch über 600 kurze Statements von Frauen gesammelt, die über das ganze Buch verteilt sind. Beim Lesen einiger Worte hätte ich heulen können. Ein motivierendes Statement auf Seite 94 lautet allerdings

“Wir alle sollten uns mehr unter nackten Menschen aufhalten. Es gibt mehr ‘Normalos’, als wir denken.”

Das kann ich bestätigen. Nach mehr als zehn Jahren Umkleiden und Duschen zum Schwimmen in der Sammelumkleide und -dusche weiß ich eins genau: Ich habe in meinem Leben noch keine Frau gesehen, deren Körper ich gerne komplett hätte. An jeder ist etwas, das ich schön finde ich vielleicht auch gerne so hätte. Und an jeder ist etwas, das ich nicht haben möchte und das mir an meinem Körper besser gefällt. Ja, ja ich weiß – schon wieder ein Vergleich. Aber eben einer, der dazu führt, dass ich keine Sehnsüchte entwickelt habe, sondern zufrieden bin mit meinem Körper. Eine solche Justierung tut mir gut.

Zum Thema Instagram und Consorten kann ich wie die Autorin nur sagen: Such Dir selbst aus, was Du dort sehen willst. Entfolge Accounts, die Dir ein schlechtes Gefühl beim Betrachten der Bilder oder Lesen der Texte geben. Quäle Dich nicht damit, sondern schaffe Dir ein für Dich gesundes Umfeld. Unfollow klicken kann so befreiend sein!

Noch nicht einmal dagegen, dass Anuschka Rees empfiehlt, Modetipps für Deinen Körpertyp zu ignorieren, habe ich etwas, obwohl ich davon zum Teil lebe. Auch wenn ich exakt solche Tipps hier im Blog gebe und Kunden mit genau dem Wunsch zu mir kommen, bin ich ebenso dagegen, sich sklavisch nach dem gängigen Schönheitsideal zu kleiden. Nur weil jemand klein ist, muss er nicht länger wirken wollen. Oder kleiner, weil er lang ist. Ich frage immer nach der Bestandsaufnahme, was meine Kundin möchte. Dann sage ich ihr, wie sie das erreichen kann. Stilberatungen von 12jährigen Mädchen – und glaube mir, die Anfragen kommen immer wieder, lehne ich kategorisch ab.

Sätze des Todes

In dem Buch gibt es Seiten der Rubrik Beyond Beautiful Toolbox. Es wird auf Deine innere Stimme geschaut, was für Trigger es gibt, wie Du früher darauf reagiert hast und wie Deine neue Reaktion aussehen kann. Dennoch wird es immer Sätze geben, die Dich verletzen. Man ist nicht gegen alles gewappnet. Aber ein gutes Selbstgefühl hilft, solche Sätze einzuordnen. Ich nenne sie Sätze des Todes.

Ines Meyrose 2002

Einen davon hat meine Mutter im Sommer 2002 in abfälligem Ton beim Betrachten dieses Urlaubsfotos zu mir gesagt

“Wie kann man nur so schlanke Beine haben, wenn man so dick ist.”

Es folgt noch etwas in der Richtung, dass das nicht fair wäre, das weiß ich aber nicht mehr wörtlich. Ich wiege auf dem Bild übrigens genau das gleiche wie heute – 66 kg bei 1,65 m Länge – das ist weder schlank noch dick. Damals war das Hosengröße 42, heute dank Schmeichelgrößen 38/40, aber darum geht es nicht. Es geht darum, was die Aussage über die Sprecherin aussagt – die berühmte Selbstoffenbarung, und was das bis heute mit mir macht.

Was das über meine Mutter aussagt, kann ich mir ziemlich gut denken. Sie war stinksauer, dass ich lieber 100 Euro Einzelkabinenzuschlag für die einwöchige Bootsfahrt in der Türkei gezahlt habe, als sie mitzunehmen und die Kabine mit ihr zu teilen. Deshalb wollte sie meine Freude an den schönen Urlaubsbildern nicht mit mir teilen. Außerdem war sie eifersüchtig darauf, dass ich mit meinem Körper im Rahmen dessen, was mir wichtig ist, zufrieden bin, und sie es schon seit 20 Jahren nicht mehr war. Sie konnte nie nachvollziehen, wie ich mit diesem BMI zufrieden sein kann. Schlanke Beine hatte sie übrigens selbst, deshalb passt der Spruch eigentlich noch nicht mal, weil er auf sie selbst auch zutraf. So viel dazu.

Warum dieser Exkurs? Es ist wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, was scheinbar lockere Sprüche oder bereits kleine Abfälligkeiten mit einem Menschen machen können. Mich hat das Buch noch 24 Stunden nach dem Lesen immer wieder an den dämlichen Satz meiner Mutter erinnert, der mich bis heute ein bisschen piekst.

Fazit

Ein Buch für alle, die ihr Selbstwertgefühl ungesund von anderen abhängig machen und sich davon das Leben bestimmen lassen. Und für alle, die Menschen im dafür prägendem Alter begleiten. Dieses Alter fängt heutzutage leider schon im Kindergarten an.

P.S.
Die Illustrationen von Marina Esmeraldo in dem Buch sind zauberhaft.

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Lesetipp: Mal wieder ein französischer Style-Guide

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Dress like a Parisian: Der Style-Guide für den perfekten französischen Chic
von Aloïs Guinut

Ein englischer Titel für ein Buch in deutscher Sprache über französischen Chic. Geht so Europa? Nach How To Be Parisian wherever you are (Rezensionsexemplar) und Pariser Chic – Der Style Guide (Rezensionsexemplar) hat es nun Dress like a Parisian in mein Bücherregal mit Style-Guides geschafft. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Prestel Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt.

Ines Meyrose im Oktober 1987 in Paris

Auch an dieser Stelle gestehe ich nochmal, hier über etwas zu schreiben, von dem ich keine Ahnung habe. Ich kenne nur den Mythos der Pariserin, in Paris war ich selbst nur einmal im Herbst 1987. Die Schuhe, die ich dort trug, werden übrigens gerade wieder trendy. Wovon ich allerdings Ahnung habe, ist Kleidung und was man damit machen kann.

Wie schaffst Du es, immer gut angezogen zu sein?

Die Pariser Frau steht in dem Ruf, genau das zu sein. Für Aloïs Guinut macht den Pariser Style aus, dass es ein lässiger Chic ist.

“Das Ergebnis ist ein natürlicher Look mit raffinierten Akzenten, denen man das Styling nicht ansieht.”
Zitat von Seite 8

In dem Buch findest Du konkrete Tipps zum Zusammenstellen von Kombinationen in Bezug auf Farben, Stofftexturen, Muster, Hinguckerdetails und Accessoires. Bei den Basics finde ich besonders gut, dass die Autorin Ideen gibt, welche Auslegung von davon zu Dir passen kann. Bebildert ist das Buch mit vielen anschaulichen Fotos zu den Stylingbeispielen und Illustrationen von Judith van den Hoek.

Es gibt in dem Style-Guide keine konkreten Markentipps, nur nur am Ende eine Handvoll Adressen von Lieblingsläden der Autorin in Paris. Das Buch ist kein Regelwerk, sondern ein Impulsgeber. Du findest dort keine persönliche Farb- und Stilberatung, sondern Beispiele, aus denen Du Dir herauspicken kannst, was Dir gefällt. Wer ein klares Rezept sucht, wird hilflos bleiben. Wer Impulse für Akzente und eigene Interpretationen und Details sucht, kann sie dort finden. Den Worten der Autorin schließe ich mich gerne an

“Kleidung soll dich kleiden, du sollst dich ihr nicht unterwerfen.” Zitat von Seite 191

Fazit

Ein schönes Buch für alle, die Spaß an Mode und unaufgeregtem Styling haben und ihren Stil hinterfragen oder auf eigenem Weg finden möchten. Der unterhaltsame, pointierte Schreibstil der Autorin macht das Lesen und Anschauen zur Freude.

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Lesetipp: Zu Tisch bitte

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Der Mittagstisch
von Ingrid Noll

Lange habe ich nichts von Ingrid Noll gelesen, weil mir die Bücher irgendwann zu ähnlich waren und sie mich nicht mehr ansprachen. Vorletzte Woche hatte ich in der Innenstadt zwei Stunden Zeit übrig vor einer Einkaufsbegleitung und habe die unter anderem in der Thalia-Buchhandlung zugebracht. Nicht weil ich die Buchhandlung so mag, sondern weil es die einzige in der Gegend ist.

Im Eingangsbereich der Buchhandlung fand ich diverse fest gebundene Bücher aus dem Diogenes Verlag reduziert auf 6,99 Euro, befreit von der Verlagspreisbindung. Es waren auf den ersten Blick alles Bücher, die bereits als Taschenbuch erschienen sind. Wenn das Papierbuch weniger kostet als der E-Book, dann kaufe ich ausnahmsweise ein Papierbuch.

Ein Blick ins Buch hat mein Interesse an der Geschichte geweckt und ich dachte: Warum nicht mal wieder einen Roman von Ingrid Noll lesen? Die Geschichte war für mich so unterhaltsam, dass ich die 224 Seiten in einem Rutsch von morgens an durchgelesen habe. So lässt sich ein verregneter Sonntag gut zubringen.

Warum geht es beim Mittagtisch? Nelly, alleinerziehende Mutter zweier Kinder ohne Job, braucht Geld und neue Freunde. Sie erbt das Haus der Großeltern samt ehemaligem Ladengeschäft im Erdgeschoss und zieht dort ein. Es ergibt sich eine Mittagsrunde, in der sie für die halbe Nachbarschaft gegen Kostgeld kocht und ein wunderbares Netzwerk entsteht.

Ein Roman von Ingrid Noll wäre aber kein Roman von Ingrid Noll, wenn es nicht ein paar mehr oder wesentliche versehentliche Leichen dabei gäbe, die zu entsorgen und totzuschweigen sind. Ein bisschen Liebe ist auch dabei, Nelly möchte nicht alleinerziehend bleiben, und eine Prise Drama gesellt sich dazu. Insgesamt eine unterhaltsame Geschichte, die ich gerne gelesen habe.

Welchen Lesetipp hast Du für mich?

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Was ich heute gelernt habe – April 2019

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Klapperstopp

  1. Wie klein ein Fahrstuhl sein kann.
  2. Wie großartig ein Klapperstopp ist. Bei Bine vom Blog was eigenes habe ich eine Anleitung gesehen, wie ein Klapperstopp genäht werden kann. Bekanntlich kann ich nicht nähen. Birgit Ralle, Leserin von Bine, war so nett, mich auf meinem Kommentar bei Bine hin zu kontaktieren und mir einen zu nähen. Darüber freue ich mich täglich, wenn ich den Klapperstopp an der Schlafzimmertür sehe und selbige nicht höre. So ein Teil sieht definitiv besser aus als ein Bademantelgürtel in der Funktion. Außerdem habe ich die Bademäntel hinter der Tür entfernt, so dass ich in jedem Fall eine Lösung brauchte. Klappernde Türen machen mich wahnsinnig und mit fest geschlossenen Türen fühle ich mich auch nicht wohl. Das sind die kleinen Dinge, die am Bloggen Freude machen. Es entsteht ein Netzwerk, das mein Leben schöner macht.
  3. Snobby Mutter maßregelt 2-3 jährigen Sohn im Wildpark Schwarze Berge: “… und sei nicht so prollig”. Ich frage mich, wie sie ihm das Wort prollig erklärt, wenn er danach fragt.
  4. Ich wusste nicht, wie ungerührt man sein kann. Sehr viel mehr als ich bisher für möglich gehalten habe.
  5. Meine Lesebrille hat auch für den Laptop die passende Stärke. Immerhin: Eine PC-Brille brauche ich nicht.
  6. Eine Tarte Tartin mit Blaubeeren und Blätterteig ist köstlich. Mit Vanilleeis dazu perfekt. Danke an die Köchin für die schöne Einladung!
  7. Paul ist kein Leichenspürhund. Zum Glück.
  8. Was ich niemals lernen werde: mit einer Papierschere gerade zu schneiden. Es lebe die Schneidemaschine – Minimalismus hin oder sehr.
  9. Ich bin XY ungelöst.
  10. Fünf gewürfelte Zwiebeln mit drei Teelöffeln Salz in einem Schraubglas sollen nach einigen Stunden einen abgießbaren Sud ergeben, der in kleine Eiswürfel gefroren werden kann gegen Insektenstichreaktionen. Zwiebelsaft wirkt antibakteriell und als Eis kühlt er und beruhigt damit zusätzlich. So der Plan nach einem Tipp in einer Zeitschrift. Praxistest = matschige Zwiebeln im Glas mit kaum auffangbarem Sud = Test nicht bestanden. Aber die Idee dahinter erscheint mir dennoch gut. Ich werde einfach eine halbierte kleine Zwiebel für den Notfall einfrieren. Das erscheint mir einfacher und dürfte ebenso lindernd wirken.
  11. Es stresst mich, ein Osteressen für elf Personen zu planen. Bis vor einigen Jahren war das positiver Stress, jetzt ist es negativer. Nachtrag: Hat aber alles gut geklappt.
  12. Der Senioren-Teller beim Griechen hat die richtige Größe für mich.
  13. Schöne Beleidigung: Hast Du Schädelfraß? Klingt viel charmanter als das, was ich sonst an der Stelle sage …
  14. Der Börsenclub hat keinen Mitglieder-Restaurantbetrieb mehr.
  15. Warum gibt es dicke Jeansröcke im April anstatt im Herbst?
  16. Meine liebsten Hundeleinenkarabiner heißen Scheren-Karabinerhaken mit Wirbel.
  17. Heftklammern brauche ich aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren nicht zu kaufen. Habe meinen Schreibtisch geleert und aufgeräumt. Tiefe Schubladen sind wie ein Fass ohne Boden.
  18. Knapp unter 60 Grad Kerntemperatur ist für Roastbeef perfekt.
  19. Schlingentraining mit vier Schlingen anstatt zwei war sowas von zu viel …
  20. Wie man einen genähten Takling anfertigt, um Tauwerk vor dem Aufdrösseln zu schützen.
  21. Die kleinen blauen Blühblumen im Nachbarsgarten heißen Gedenkemein und sind keine Staudenvergissmeinnicht, wofür ich sie bis heute hielt.
  22. Mein neues Sommerkleid ist bereits um 30 % im Onlineshop reduziert und in meiner Größe verfügbar. Ommm … nicht ärgern … a) Ich habe es immerhin im Winter bereits mit 10 % Rabatt gekauft und b) In einem anderen Onlineshop habe ich auf einen Rabattcode für ein Kleid und Shirt gewartet und als der kam, was beides komplett ausverkauft.
  23. Fragst Du Freunde, die Du länger nicht gesehen hast, wie es Ihnen geht? Oder verlässt Du Dich auf den Eindruck, den Du bekommst, und darauf, dass sie erzählen, was sie von sich zeigen wollen?
  24. Kundinnen bei Röcken vor dem Kauf immer auf Sitzprobe hinweisen.
  25. Auch uni kann bunt sein, wenn die Farbe knallt.
  26. Eine Patientenverfügung kann zu Problemen mit einem Arzt führen, wenn man seine Meinung in puncto Wiederbelebung keinesfalls teilt. Keine Sorge, war nicht erforderlich. Aber das ein Arzt sich weigern könnte, mich zu operieren oder in Narkose zu versetzen, weil ich in dem Punkt nicht seiner ethischen Ansicht bin, ist mir vorher noch nicht passiert. Warum gehen Ärzte immer davon aus, das jeder möglichst lange leben will?
  27. Eine Praxis – eine Wunde – drei Mitarbeiterinnen raten zu drei wesentlich verschiedenen Reinigungsmethoden. Und dann wundern Fachleute sich, wenn Patienten Dr. Google befragen?
  28. Meine Leserinnen sind immer für eine Überraschung gut.
  29. Es gibt Menschen, die sogar so ehrlich sind, sich zu melden, wenn sie mit ihrem Autospiegel meinen touchiert haben, obwohl kein Hauch zu sehen ist. Schöne Gegenerfahrung zu denen vom letzten Jahr. Die Telefonnummer auf dem Auto ist also doch nicht nur für Marketingzwecke gut.

Lesetipp: Lebensbegleiter

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Das rote Adressbuch: Hast Du genug geliebt in Deinem Leben?
von Sofia Lundberg

Gute Frage. Ich denke ja. Verziehen habe ich in meinem bisherigen Leben vermutlich nicht genug, geliebt ja. Das rote Adressbuch von Hauptfigur Doris ist der Leitfaden der Geschichte. Sie bekommt es als Kind von ihrem Vater geschenkt, der kurz darauf verstirbt. In diesem Adressbuch finden sich die Namen der Personen wieder, die ihr spannendes Leben begleitet haben. Kurz vor ihrem Lebensende schreibt sie für ihre Großnichte Jenny, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hat, die Geschichten auf, die sie mit den Menschen aus dem Adressbuch verbindet.

Die Lebensgeschichte beginnt im Stockholm der 1920er Jahre. Doris’ Weg führt sie nach Paris, New York, England und am Ende wieder nach Stockholm in die Gegenwart. Gegen Ende gibt sie Jenny die Worte

“Das Leben ist nicht dazu da, dass es dich unterhält, du musst das Leben unterhalten.”

mit auf ihren Weg. Die Worte gefallen mir, weil sie dafür stehen, dass jeder sein Leben selbst in der Hand hat und für die Gestaltung verantwortlich ist. Selbst wenn uns Dinge von fremder Hand geschehen, die wir nicht wollten, liegt der Umgang damit in unserer Hand.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Goldmann Verlag (Werbung) zur Verfügung gestellt. Auf den Titel hat mich Leserin Claudia in einem Kommentar bei einem Buchbeitrag aufmerksam gemacht. Danke an beide! Die Geschichte hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Jetzt freue ich mich darauf, dass von der Autorin im Mai 2019 ein weiteres Buch erscheint.

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Zwischen Berlin und Wien – 1936 und 2018 – eine Lebensgeschichte

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Die Fliedertochter: Roman (Affiliate Link)
von Teresa Simon

Berlin 2018 – Paulina wird von ihrer Nenn-Oma Toni nach Wien geschickt, um ein Erbe anzutreten.

Berlin 1936 – Sängerin und Tänzerin Luzie träumt von einer Karriere als Schauspielerin und schlägt sich auf der Bühne als Tingel-Tänzerin durch. Die Jüdin flüchtet wegen des steigenden Einflusses der Nazis nach Wien zum nicht-jüdischen Teil ihrer Familie und es gelingt dort, ihre Herkunft zu verschleiern. Nach dem Tod ihrer jüdischen Mutter in Berlin wurde sie von ihrer in Wien lebenden christlichen Tante väterlicherseits schon vor vielen Jahren adoptiert. Sie kommt als Jugendsünde der Tante, die ab dem Moment offiziell ihre Mutter ist, nach Wien und wird Teil der Familie, zu der auch Sohn Peter gehört.

Wien 1936 und 2018 – Du begleitest beim Lesen Luzie auf ihrem Weg durch die Nazizeit in Wien bis zum Winter 1943/44. Es ist die Welt des Theaters, aber auch die der verschlungenen Liebe zu zwei Männern und der Gefahr durch Verfolgung. Das Erbstück, das Pauline in Wien abholen soll, ist das Tagebuch von Luzie, was sie verschlingt. Überreicht wird das Tagebuch von Lena, Peters Tochter. Pauline verbringt einige Tage bei der Familie, die einen Sohn, Moritz, in wiederum ihrem Alter hat. Zusammen mit dem Künstler Moritz und seinem Freund Tamás erkundet sie die Spuren Luzies in Wien. Doch was hat ihre Nenn-Oma mit der Geschichte zu tun? Lies selbst!

Das Buch aus dem Heyne Verlag (Werbung) habe ich als Rezensionsexemplar erhalten. Es hat 496 Seiten. Die ersten 100 habe ich in einem Rutsch verschlungen, die nächsten 150 auch, dann zog es sich ein wenig und am Ende wurde es mir ein bisschen zu kitschig. Dennoch habe ich es gerne gelesen. Es bringt einen Einblick in diese Zeit der Geschichte, den ich noch nie aus Wiener Sicht betrachtet habe.

Warum das Buch Die Fliedertochter heißt, erfährst Du übrigens auf Seite 433. Andrea vom Blog here I am – wir haben einen ähnlichen Romangeschmack – hat kürzlich Werbung für das gleiche Buch gemacht. Vielleicht interessiert Dich eine weitere Rezension?

Kennst Du Romane von Teresa Simon? Wie gefallen sie Dir?

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Was ich heute gelernt habe – März 2019

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Azalee

  1. Das Wasser auf der wilden Meerseite von Sylt heißt Nordsee, das auf der Wattseite Ostsee. Erklärt gerade eine Touristin einer anderen. Bei einer ähnlichen Gesprächsbelauschung habe ich vor ein paar Jahren gelernt, das die Buhnen dafür da sind, dass die Wellen nicht so doll werden, damit man besser baden kann. Nun ja. Soviel dazu.
  2. Meine Wimpern werden im Zugucken spärlicher. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Immerhin sind sie noch dunkel.
  3. Beim Abfluss in der Dusche kann man ein Teil mehr rausnehmen, als ich bisher wusste. Du willst nicht wissen, wie es darunter aussah und roch.
  4. Aus dem Leben einer Personal Shopperin: In einem Laden in der City hält eine Verkäuferin es offenbar für eine Zumutung, acht Teile zur Anprobe für meine Kundin auf meine Bitte hin eine (!) Stunde vorher beiseite zu hängen. Dass ihre Chance auf mehr Umsatz steigt, wenn ich meiner Kundin schnell mehr auf einmal zeigen kann, ist ihr offenbar egal. Ich glaube kaum, dass ihr montags um 10 Uhr bei strömendem Regen in den Hamburger Ferien ernsthaft im leeren Laden Umsatz dadurch entgeht, dass die Teile anderen Kundinnen nicht zur Verfügung stehen. Da sind andere Läden erheblich kooperativer. Da weiß ich doch gleich wieder, warum ich in einige gerne mit Kunden gehe und andere meide. Provision bekomme ich vor Ort übrigens nirgends. Meistens schaue ich vor einer Einkaufsbegleitung in der Stunde vorher schnell in den Läden in der Nähe des Treffpunkts, was aktuell dort hängt und lasse dann etwas zurücklegen, damit meine Kundin in den zwei Stunden möglichst effizient anprobieren und entscheiden kann. Wenn der Laden vor Ort so blöd geführt wird, verstehe ich wieder einmal mehr, warum Menschen Onlineshopper sind. Dass ich deren Sachen im Laden verkaufe und die Wahl habe, wo ich hingehe, ist der Dame offenbar nicht klar.
  5. So früh hat die zarte erste Azalee noch nie geblüht.
  6. Die gepolsterte Liegedecke für den Zausel hätte ich mir sparen können. Er liegt offenbar nicht gerne weich.
  7. Jetzt weiß ich, wie die Corneliuskirche von innen aussieht. Auf dem Trauerband für den Nachbarn stand ein Spruch von Matthias Claudius, den ich sehr schön finde. “So, wie ein Blatt vom Baum fällt, so geht ein Mensch aus dieser Welt und alle Vögel singen weiter.” Nicht nur passend zur Friedwaldbestattung. Wir sind alle nur ein winziges Puzzleteil dieser Erde und sie dreht sich ohne uns weiter, auch wenn es sich manchmal ganz anders anfühlt. Aber für einen wunderbaren Menschen, der 87 geworden ist, kann ich das so hinnehmen.
  8. Gestern Abend habe ich noch etwas gelernt: Wie man eine Anzeige bei der Polizei vor Ort aufgibt, wenn Fotos aus meinem Blog auf dubiosen Onlineshops ohne mein Einverständniserklärung verwendet werden.
  9. Mehl wird bei 900 Grad verbrannt, um den Typ zu bestimmen. Typ 405 heißt, dass nach dem Verbrennen 405 mg Mineralien von 100 g Mehl übrig bleiben.
    Und Schuhe sollten beim Imprägnieren mit Spray vorher mit einem feuchten Lappen abgerieben werden, damit sie das Spray besser aufnehmen können. Wie komme ich darauf? Ich habe Wer weiß denn sowas im Fernsehen geguckt.
  10. Auf nasser Straße keine hellen Velourslederloafer zu tragen, werde ich wohl bedauerlicherweise niemals lernen.
  11. Schluppenbluse heißt auf Englisch Pussy Bow. Das hat Bloggerin Claudia mich lernen lassen.
  12. Welcher Arzt die Urlaubsvertretung für meinen HNO macht.
  13. Amazon weist inzwischen auch auf E-Books Umsatzsteuer aus. Schön! Sind sogar 19%.
  14. Dank des kostenfreien Netflix-Zugangs für 30 Tage habe ich einen Blick in Marie Kondos Aufräumserie geworfen. Inspirierend fand ich daran allerdings: nichts.
  15. Mein roter Daunenmantel hat mich verlassen. Er war nicht nur nicht mehr wasserabweisend, sondern ich in dieser Woche in Kürze durch bis auf die Haut im Regen, was bisher nie der Fall war. Was besonders blöd ist, wenn man eine Kehlkopfentzündung hat. Und in der Wäsche ging der Schmutz nicht ab. Fazit: Retour zu Lands’ End. Deren umfassende Garantie hat definitiv ihre Vorzüge und ich bekomme mein Geld zurück. Gibt es also in der kommenden Saison wohl mal wieder einen neuen Daunenmantel. Hoffentlich.
  16. Auch Fotos in jeder Form gehören zu den Dingen, die ab und an mal ausgemistet werden können. Am Wochenende war bei mir der große Bereich der Bilder aus den 1970ern bis Anfang der 2000er dran. Dabei ist das Schottlandalbum gleich komplett in den Müll gepflogen. Warum soll ich mir ein dickes Album in mein Zimmer stellen, von einem Urlaub, an den ich mich nicht gerne erinnere? Im Kopf sind die Erinnerungen eh.
  17. Wer glaubt, dass Rotwein die Zähne verfärbt, hat noch nicht tagelang Salbeitee getrunken. Da wird meine Zahnpflegerin – ich darf sie so nennen – im Mai ihre Freude dran haben.
  18. Wie man eine schöne kleine Bluetooth-Soundbox installiert. Es gibt Marken, auf die ist Verlass.
  19. Ich reagiere definitiv allergisch auf Tulpen im Haus. Mir jucken die Augen wie blöd und dabei ist der Strauß so schön. Ab vor die Tür damit. Vorteil: Bei den Kühlschranktemperaturen draußen halten sie ewig.
  20. Rohrreinigergel taugt zum versehentlichen Bleichen einer Badezimmerfußbodenduschmatte. Spotz. In den 1980ern habe ich mit Chlorreiniger absichtlich Jeans gebleicht und versehentlich Löcher in einen Baumwollpulli geätzt. Ich hätte es also wissen können. Hätte …
  21. Ich habe die nackte Panik vor dem kommenden Sommer und das Bedürfnis, jedes schöne passende Kleid zu kaufen, um den Sommer zu überleben, falls er auch nur annähernd so schlimm wird wie 2018. Teure Panik.
  22. Der neue Joona Linner Thriller/Krimi von Lars Kepler war mir deutlich zu widerlich-unnötig-brutal. Das wäre für die Handlung aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen. Künftig erscheinende Bände aus der Reihe möchte ich aus heutiger Sicht nicht lesen. Das Buch würde ich nicht wieder kaufen.
  23. Das Hundeliegekissen war nun doch eine gute Investition. Paul hat sich an die weiche Unterlage und den Rand gewöhnt und kuschelt sich abends gerne darauf ein, wenn wir Fernsehen gucken.
  24. Von den Gemüsesorten Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco mag ich Romanesco am liebsten.
  25. Im Wohnzimmer habe ich zwei große Aquarelle von der Wand genommen, die dort seit 2004 gehangen haben. Ich hätte gedacht, dass sie mir schon aus reiner Gewohnheit mehr fehlen würden. Tun sie aber nicht. Ich freue mich auf den neuen Wandschmuck, der in diesem Jahr dorthin kommt.
  26. Es ist soweit – ich brauche meine Lesebrille jetzt auch für Restaurantbesuche. Gestern konnte ich erstmals den zu begleichenden Endbetrag nicht ohne Brille sicher lesen. Krass wie das im Zugucken schlechter wird.
  27. Wie man in die .htaccess Datei in WordPress bearbeiten kann.
  28. Bei Bloggerin Sabine Gimm das wunderschöne Wort Sekundenglück.
  29. Die Gewissheit, eine goldrichtige Entscheidung getroffen zu haben.
  30. Meine alte Sonnenbrille tut auf der Nase weh durch ihr Eigengewicht. Autsch. Wie kann sich ein Gesicht nur so verändern? Sie ist in sehr gutem Zustand. Möchte sie jemand gegen Portoübernahme geschenkt haben?
  31. Tesa Poster Strips lassen sich selbst nach über zehn Jahren restlos von Holzfensterrahmen und Raufasertapete entfernen.

Sonst noch gelesen

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Die Herrin des Winterpalasts

Das Buch Die Herrin des Winterpalasts: Historischer Roman (Affiliate Link) von Christopher W. Gortner aus dem Goldmann Verlag (Werbung) wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte Europas von 1863 bis zur Revolution in Russland ersten Weltkrieg. Man lernt viel über die politischen Zusammenhänge der Monarchien und die sich verändernden Rollen in dieser Zeit. Leider hat mir der Roman nicht gefallen, weil es aus Sicht der Hauptperson Minnie, die zu Beginn Prinzessin von Dänemark wird und dann nach Russland in die Zarenfamilie einheiratet, in der Ich-Form geschrieben ist.

Die Erzählweise von Minnie ist sehr einfach und wirkt an vielen Stellen naiv. Das mag an der Zeit liegen, in der das Buch spielt. Vielleicht ist es aber auch eher für eine jüngere Zielgruppe geeignet. Wer könnte es mögen? An der Entwicklung von Königshäusern und Politik im 19. Jahrhundert interessierte Leserinnen, die sich gerne in eine Hauptperson beim Lesen einfühlen.

Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags

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Den Bestseller Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten – Gerümpelfrei bleiben (Affiliate Link) von Karen Kingston habe ich nach dem Kauf umgehend verschlungen. Mit Feng Shui habe ich mich bisher nicht beschäftigt. Ich bilde mir ein zu spüren, was mir in Räumen gut tut und was nicht. Aber wegen meines momentanen Ausmüllwahnsbedürfnisses hat mich der Titelteil Gegen das Gerümpel des Alltags angesprochen. Karen Kingston Faustregel lautet

Wenn ich morgen ausziehen sollte und mehr als ein bis zwei Müllsäcke voll bekäme, muss ich umgehend aussortieren.”

Mülleimer der Stadtreinigung Hamburg: „Was Du heute kannst entsorgen …“

Das ist eine Maxime, an der ich mich gerne orientiere. Für alle Teile im Haus, die alleine mir gehören und nur von mir genutzt oder gelagert werden, wird das auch mein neuer Leitsatz. Dass es ab und an fürs eigene Wohlbefinden gut ist, sich nicht nur von Dingen zu trennen, sondern auch Freundschaften zu hinterfragen, ist klar. Was zu der Frage führt, ob es derzeit jemanden gibt, der mich aussortieren möchte.

Zu welchen Erkenntnissen bist Du im März gekommen?

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