10 Tipps, wie Du Fehlkäufe vermeidest

Käufe in 2016 von Ines Meyrose

Bei der Rückschau Gute Käufe – schlechte Käufe 2016 hat Claudia sich im Kommentar einen Beitrag gewünscht, wie Fehlkäufe bei Kleidung zu vermeiden sind. Das Thema habe ich gerne mit auf die Wunschliste genommen und erfülle ihn heute. Der Frühling steht vor der Tür, letzte Winterschnäppchen können gejagt werden und die neue Mode guckt Dich schon verlockend an? Schau genau hin, ob es sich als guter Kauf erweisen kann oder Potenzial hat, in der Fehlkaufecke Deines Kleiderschranks zu landen.

Checkliste für weniger Fehlkäufe

  1. Hat das Teil eine Farbe, die Du magst? Steht Dir die Farbe? Passt die Farbe zu den anderen Sachen in Deinem Sortiment?
  2. Magst Du das Material auf der Haut tragen? Kannst Du es waschen? Wenn nicht, bist Du zu Reinigungswegen und -kosten bereit? Wie lange wird das Material schön bleiben? Fühlt es sich gut an? Mach die Augen zu beim Fühlen, dann lenkt die Optik nicht ab.
  3. Probiere das Teil in jeden Fall nach dem Check von Farbe und Material an. Entspricht die Passform Deiner Vorstellung? Wenn etwas zu lang oder weit ist, prüfe Änderungsmöglichkeiten. Zu kurz oder eng lässt sich meistens schwer ändern. In jedem Fall lass entweder den Hausschneider kommen im Kaufhaus oder gehe mit dem Teil umgehend zur Änderungsschneiderei Deines Vertrauens. Prüfe vor dem Kauf, ob Du das Teil ungeändert zurückbringen kannst und wie die Umtauschbedingungen dabei sind. Von keiner Umtauschmöglichkeit bis zur Rücknahme gegen Warengutschein und Bargeldrückzahlung gibt es geschäftsabhängige Variationen und Fristen. Wenn Du die Änderungskosten kennst, kannst Du entscheiden, ob das Teil Dir die Zusatzkosten wert ist. Wenn es Dir die Zusatzkosten nicht wert ist, kaufe es nicht oder gib es zurück. Ungeändert sähe es nicht schön genug aus und könnte zum Fehlkauf werden. Du hast passende Kleidung verdient!
  4. Hast Du schon etwas Ähnliches im Schrank, was Du nach dem Neukauf weniger tragen würdest? Dann müsstest Du beide Teile über einen längeren Zeitraum tragen, damit die Modemathematik aufgeht. Vielleicht ändert sich aber Dein Geschmack oder Deine Figur? Ein T-Shirt mehr bekommst Du vielleicht trotzdem aufgetragen, aber für ein Ausgehoutfit fehlen Dir vermutlich die Anlässe. Dann lass es lieber im Laden.
  5. Du hast so ein Teil noch nie gehabt und es ist mal ganz was anderes? Frage Dich genau, warum Du so etwas noch nie hattest. Ich hatte noch nie eine Bluse in Pink. Und das ist gut so. Das sollte auch so bleiben. Manchmal hat es einfach Gründe, dass Du etwas noch nie hattest und es schlichtweg nicht zu Dir passt. Manchmal ist es aber auch einfach ein neuer Akzent oder eine Stiländerung, die zu Deinem Lebensmoment passt. Dann frage Dich genau, zu welchen Anlässen Du es tragen wirst und kaufe nur etwas, dass Du kombinieren kannst. Zur Not kaufe ein Komplettoutfit, dass Du immer genau der Gesamtkombination trägst. Wenn Du keine Kombinationsteile hast, wird es garantiert ein Schrankmonster.
  6. Du hast bereits x-fach ähnliche Teile im Schrank? Brauchst Du wirklich die achte Jeans von der gleichen Marke in ähnlichem Schnitt, auch wenn die gut bei Dir sitzt? Die Woche hat nur sieben Tage … Kein Mensch braucht 30 weiße T-Shirts. Selbst, wenn Du jeden Tag ein weißes T-Shirt trägst, kannst Du sie waschen. Du wirst immer nur die tragen, die oben auf dem Stapel liegen oder in Greifnähe auf der Stange hängen. Enttarne Deine Kleidungsstücke, die Du in der Art oder Farbe bereits mehrfach im Schrank hast und vermeide, Nachschub zu kaufen. Trage erstmal Deinen Bestand auf.
  7. Kaufe keine Sachen, für die Dir die Anlässe fehlen. Wenn doch, schaffe den Anlass dafür. Wenn ich mir außer der Reihe ein Abendkleid kaufe, ordere ich noch in derselben Woche Opernkarten.
  8. Im Frühling haben wir alle Sehnsucht nach Helligkeit. Da lauern zu leuchtende Farben, die nur Winter- und Frühlingsfarbtypen wirklich gut tragen können, als Fehlkaufpotenzial. Greenery als Pantone Farbe des Jahre 2017 macht es nicht einfacher, dem zu entgehen. Wenn es unbedingt etwas Knalliges entgegen Deinem Farbtyp sein möge, nimm es nur als Farbtupfer, z.B. als Musterelement. So wirst Du demnächst sogar bei mir ein minibisschen Pink sehen. Das Gegenstück mit Fehlkaufpotenzial sind zu gedeckte Farben in der kalten Jahreszeit, die Frühlings- und Winterfarbtypen unscheinbar aussehen lassen.
  9. Lass Dich nicht zu sehr von der Mode verführen. Kleide Dich zeitgemäß oder in Deinem ganz eigenen Stil, sei aber kein Fashion Victim. Es gibt Sachen, die gucken sich schön. Ja, sogar ich habe mich an Sneaker gewöhnt. Nicht umsonst gibt es hier im Blog die Serie Geht doch! Da konntest Du gerade sehen, wie der moderne Stoff Plissee zutragen ist, ohne aufzutragen, oder eine Jogpant auch bei breiten Hüften funktionieren kann. Frage Dich gerade bei Sachen, die offenbar modern oder trendy sind, ob sie wirklich zu Dir passen. Es gibt Sachen, die an einigen Farb– und Figurtypen nicht gut funktionieren. Ich würde als eher kleine Frau mit breiten Hüften in einem mittellangen Hosenrock – neudeutsch Culotte – niemals so eine schöne Silhoutte haben, wie in einer langen, schmalen Hose oder einem taillierten Kleid. Klar könnte ich mich bewusst dafür entscheiden. Vermutlich würde ich aber nicht so richtig glücklich damit werden. Frage Dich vor dem Kauf, ob Dir die Silhoutte wirklich gefällt.
  10. Die größte Gefahr lauert bei reduzierten Sachen. Kaufe nur Dinge, bei denen Du bereit gewesen wärst, den vollen Preis zu bezahlen, wenn es im Budget gelegen hätte. Der Gedanke bei einer Hose für 10 Euro kann ich nicht viel verkehrt machen ist falsch. Die 10-Euro-Hose kann sich als super erweisen. Wenn sie aber in Farbe, Stoff, Schnitt, Qualität oder Stil nicht zu Dir passt, wird sie ein Fehlkauf. Die Kosten pro Tragen, das Aufgehen der Modemathematik, sind am Ende das Entscheidende bei den finanziellen Gedanken. Eine einmal getragene Hose für 10 Euro kostet pro Tragen 10 Euro. Fünfzigmal getragene Schuhe für 100 Euro kosten nur 2 Euro pro Tragen.
    ModemathematikSo können scheinbar hochpreisige Dinge de facto günstig sein. Wie sagt der Volksmund so schön: Ich kann es mir nicht leisten, billig zu kaufen. Und wenn die Modemathematik nicht aufgeht, dann bitte wenigstens der Spaßfaktor. Ein Artikeltipp zur Ergänzung aus meinen Archiv: Was ist ein Schnäppchen?

= 10 Tipps für Lieblingsteile!