Bucket-List? Nein. Unbucket-List!

Frei sein

Lena Lammers schreibt bei EDITION F Vergesst eure Bucket-List – in Wahrheit braucht ihr eine Unbucket-List! Der Artikel hat mich dazu angeregt, über meine erledigten Ziele nachzudenken. Höher, schneller, weiter, mehr? Hat mich noch nie so richtig interessiert. Partiell ja, aber nicht als Lebenskonzept. Ist das mangelnder Ehrgeiz? Nein. Wenn ich etwas erreichen will, bin ich ehrgeizig und zielstrebig. Aber ich brauche nicht alles erreichen zu wollen, was andere Menschen für wichtig erachten.

Leere Bucket-List

Ich habe keine Bucket-List, auf Deutsch Löffel-Liste. Es gibt Sachen oder Erlebnisse, die ich als Optionen schön fände zu haben oder zu machen. Aber es ist kein einziges MUSS dabei in meinen Gedanken. Natascha vom Blog Champagner zum Frühstück fragt ihre Leserinnen in einem Beitrag Was machst Du mit einem Lotto-Gewinn? Was ich damit täte, habe ich bei ihr kommentiert.

Eins meiner inneren Themen bei der Bucket-List ist, dass dabei der Gedanke entsteht, dass ich nur noch verlieren kann und mein Leben nur noch schlechter werden kann, als es ist. Das ist kein schöner Gedanke. Daher wäre es vielleicht gar nicht verkehrt, wenn ich mir doch mal wieder eine Bucket-List schreiben würde, um mir positive Ziele zu setzen. Es kämen ein paar kleine Reisen darauf. Aber darum geht es heute nicht. Heute ist Tag des Rückblicks.

Geschafft!

Eine Woche habe ich darüber nachgedacht, was alles auf diese positive Liste gehört. Es sind erreichte Ziele dabei, Spielereien, aber auch Sachen, die ich mir nicht auf den großen Lebensplan geschrieben habe, mich ihnen dann aber erfolgreich gestellt habe.

Kleiner Auszug meiner Unbucket-List

  • Einen Leuchtturm von innen besichtigen – verbloggt im Beitrag Seefeuer Hörnum
  • Vom 7,5 m Sprungturm ins Wasser springen. Das muss ich nicht nochmal machen, tut weh an Füßen und Vorbau und das Auftauchen dauert besorgniserregend lange in dem tiefen Wasser. War aber ein Ziel. Wurde erreicht.
  • Patentante sein  – überraschend war, für wen …
  • Abi besser als 3.0 schaffen mit minimaler Zeit in der Schule und maximaler Segelflugzeit. Das Minimal-Prinzip ist meins!
  • Alleine Fliegen. Der 13. September 1986 ist einer der glücklichsten und intensivsten Tage meines Lebens.
  • Am Michel hochklettern. Der war lange eingerüstet und verlockte dazu. Ich wohnte um die Ecke und sah ihn jeden Tag. Bin nicht weit gekommen. Seitdem weiß ich, dass ich nicht mehr schwindelfrei bin, diese Kletterringe für die Bauarbeiter echt eng sind und dass Baugerüste an einer Hauptverkehrsstraße mehr als dreckig sind.
  • Segeln auf der Alster in Sommerabendluft
  • Vorgesetzte sein
  • Ein Musik-Festival besuchen – Roskilde 1995 war großartig
  • Rolling Stones live sehen – 1998 in Hamburg erledigt und das war leider überbewertet. Das miese dabei war die Location. Das Open Air Konzert fand auf der Trabrennbahn Bahrenfeld statt. Es war so leise wegen der Anwohner, dass man sich in normaler Zimmerlautstärke während des Konzerts unterhalten konnte. Über 100 DM für eine Konzertkarte für schlechten Sound, keine Konzertstimmung und miesen Shuttle-Weg? Nein Danke. Bin gespannt auf die Kritiken zum Konzert der Stones in Hamburg 2017 im Stadtpark auf der großen Wiese.
  • Heiraten – zweimal war nicht geplant, führt aber dazu, dass ich hier auch eine Scheidung überstehen und wieder alleine sein geschafft haben hinschreiben kann.
  • Freie Zeiteinteilung bei der Arbeit haben
  • Diplomarbeit mit 100% bestehen. Wie gesagt – wenn ich etwas wirklich will, bin ich ehrgeizig.
  • Verzeihen lernen. Das ist keinesfalls mit Vergessen zu verwechseln.
  • Ein Konzert in der Elbphilharmonie hören und sehen – Dank einer lieben Einladung viel früher als gedacht erledigt.

Zu schauen, was Du alles schon geschafft, erlebt und überlebt hast, bringt Deiner bisherigen Lebensleistung Wertschätzung entgegen, die Du Dir im Alltag vielleicht nicht gönnst.

Was steht auf Deiner Unbucket-List?