Leser_innen-Interview #7: Sunny

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Sunny,

in Deinem Blog Sunny’s side of life zeigst Du dreimal pro Woche Outfits aus Deinem Ü40er-Leben als Frau, Tochter, Partnerin, Mutter, Führungskraft, Köchin, Organisatorin, Musikliebhaberin, Pragmatikerin und Ü30 Bloggerin.

Du bist über ein berufliches Projekt aus technischer Sicht zum Bloggen gekommen. Was hat Dir dabei so viel Freude gemacht, dass Du das Bloggen zu Deinem Hobby gemacht hast? Was hat Dich dazu bewogen, Outfits als Hauptthema zu wählen?

Als ich zu bloggen begonnen habe, war die ganze Sache wirklich nur ein Testballon. Also habe ich eine gmx-Adresse von mir verwendet, die möglichen Spam verträgt – sunstorm.gmx. Diese Mailadresse kommt natürlich nicht von ungefähr… ;-) . Also baute ich auf die Schnelle einen Blognamen um dieses sunstorm. Wie ist es, so ein Sonnensturm zu sein? Für die Sonne völlig unspektakulär. Für andere kann das ganz schön heiß werden.

Wir haben uns im Kollegenkreis verschiede Plattformen ausgesucht, mit denen man im Team Ideen vorstellen, zur Diskussion stellen kann. Alles für einen begrenzten Teilnehmerkreis. Um das Handling zu testen, stellte jeder ein Projekt auf die Beine. Warum gerade Outfits? Weil Kleider schon irgendwie immer mein Hobby waren. Meine Mutter war Damenschneidermeisterin mit Atelier, angestellten Schneidern und Lehrlingen. Es war bei uns im Haus und ich konnte so oft und so viel ich wollte Zeit dort verbringen. Und allein durch zuschauen, gerade bei den Anproben, lernt man unheimlich viel und entwickelt ein Gefühl wie sich durch bestimmte Kniffe die Proportionen in die gewünschte Richtung verschieben lassen. Ich habe im Prinzip meine halbe Kindheit zwischen Modezeitschriften, Stoffballen, Nähmaschinen, Kunden und Anproben verbracht. Das Interesse daran wurde mir quasi in die Wiege gelegt.

Kürzlich hast Du geschrieben, dass Dir ein gewisser Coolnessfaktor enorm wichtig ist. Was verstehst Du unter cool und was bedeutet das für Dich?

Hmm … lebendig – herzlich – zuverlässig.

Cool genug, um man selbst zu sein. Zuzupacken, wenn es die Situation erfordert. Nicht aus der Fassung zu geraten. Flexibel zu sein. Sich nicht unterkriegen lassen. Auch ungünstigen Umständen noch eine positive Wendung abzuringen. Uncool sind Rührmichnichtan-Heulsusen. Das drückt sich für mich beides über Kleidung aus. Was natürlich völliger Quatsch ist. Es gibt bestimmt auch coole Frauen nach meiner obigen Definition, die sich elegant kleiden. Vermutlich ist es sogar die Definition für eine echte Dame.

Jeder ist das Kind der sozialen Prägung. Ordentliche Kleidung, hochwertige Kleidung, aber auf alle Fälle saubere Kleidung war für meine Mutter wie Sauerstoff. Ohne das wäre sie eingegangen wie eine Primel. Aber man muss sich schließlich irgendwo abgrenzen. Eleganz, und wir hatten viele richtige Damen, die sich elegante Kleidung haben schneidern lassen, schien das Wichtigste zu sein. Diese Damen waren alle sehr nett, damenhaft eben. Aber gleichzeitig mächtig uncool. Mehr Schein, mehr Fassade, als Sein. Sie waren irgendwie alle Anhängsel ziemlich reicher Männer. Sie hatten Kinder, gingen in den Tennisclub, was man eben in den 1960/70/80er Jahren so tat, wenn man richtig Knete hat … aber beruflicher Erfolg, arbeiten am Erfolg, das kam da nicht so vor. Und es waren auch nicht wirklich alle immer glücklich in der Situation. In der Nachschau hatten manche vielleicht ein Alkoholproblem. Sooo wollte ich nie sein.

Foto: Copyright www.sunnys-side-of-life.de

Wir teilen die Freude an farblichen Wiederholungen in Outfits. Bei Deinem Look mit der Culotte ist mir das wieder besonders aufgefallen. Wie gehst Du an die farbliche Komposition Deiner Outfits heran?

Das ist eine wirklich gute Frage. Ich denke das ist in großen Teilen Intuition. Mein Gehirn speichert scheinbar Farbzusammenstellungen, die ich irgendwo sehe und die mir gut gefallen. Ich mag Kontraste und Zusammenstellungen, die aus einer meiner Basisfarben und dann noch ein bis zwei weiteren Farben bestehen. Dabei probiere ich auch gerne mal Verschiedenes aus. Denn nicht jede Idee bringt dann den erwarteten Effekt.

Foto: Copyright www.sunnys-side-of-life.de

Du hast eine Vorliebe für rockige Looks und ab und an auch Stilmixe. Bei diesem Outfit mit Businessblazer und Chucks kombinierst Du einige Aspekte, die scheinbar gar nicht zusammen passen – strenger Blazer, Comic-Aufdruck auf dem T-Shirt, Turnschuhe – und dennoch ist eine aus meiner Sicht absolut gelungene Zusammenstellung für genau Deine Person. Wie bist Du auf die Idee für dieses Outfit gekommen?

Ich meine, ich hatte so was in der Art kurz zuvor bei Chrissie auf dem Blog Die Edelfabrik gesehen und gedacht, hey cool, das könntest Du auch mal versuchen. Durch die beruhigenden Farben Hellgrau und Dunkelblau geht da auch ziemlich viel. Ich vermute, mit einem roten, gelben oder grünen Shirt – also einer Buntstiftfarbe – wäre das längst nicht so harmonisch ausgefallen.

Ich bin wirklich viel zu Fuß unterwegs. Außerdem habe ich eine schwierige Schuhgröße. Schwierige Füße. Und zwischenzeitlich auch ein schwieriges Alter. Trage ich also sportliche Schuhe, fällt der Rest der Kleidung auch meist sportlich aus. Das geht dann noch am ehesten mit rockig zusammen. Ich trage zwar meine Lederröhre in die Arbeit, auch mit meinen Sterndal Sneakern. Dann aber mit einem schönen Shirt und einer femininen Strickjacke, Tüchern oder größerem Modeschmuck. Schon jetzt haben wir morgens oft knapp über 0 Grad. Ich bin 1,5 Stunden mit mindestens einmal Umsteigen unterwegs. 30 Minuten Fußmarsch in Schuhen mit höherem Absatz tu ich mir nicht gerne an. Höhere Schuhe sind wirklich nur Gelegenheiten vorbehalten, wo das Laufen und die Außentemperatur keine Rolle spielt.

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Hmmm…. Was mich begeistert sind Menschen die auf eine herzliche Art cool aussehen. Ungekünstelt und echt wirken. Nicht perfekt, aber in sich stimmig. Ich überlege gerade, ob ich wirklich jemals den Kopf schüttle. Vielleicht wenn jemand aussieht, als wäre er Stunden im Bad gewesen … und nun doch nur angemalt aussieht. Was für eine Zeitverschwendung. Aber das ist mehr innerlich. So im Großen und Ganzen lächle ich den Leuten einfach ins Gesicht und freue mich, wenn sie zurück lächeln. Das tun die meisten übrigens auch.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinem Blog ansprechen? Auf welche Gedanken möchtest Du sie bringen?

Als erstes möchte ich mich mit gleichgesinnten Austauschen. Weniger jetzt mit Frauen, die denselben Stil haben, sondern mit all denen, die sich auch Gedanken um ihre Kleidung machen, die sich gerne in ihrer Kleidung wohl fühlen. Kleidung muss zum Leben passen, helfen es rund und gut zu machen. Nicht zu behindern oder einem etwas einbrocken, was man nicht halten kann und will. Auf welche Gedanken? Einfach mal ein bisschen zu probieren. Mal andere Farben, andere Schnitte. Einfach mit den Gedanken in Bewegung bleiben. Auch mal zu riskieren, dass es eben nicht so toll aussieht. Einen Versuch ist es doch immer wert.

Um etwas Neues zu probieren, muss man aber unter keinen Umständen neue Kleider kaufen. Es lohnt sich, in wertige Kleidung zu investieren. Ich hebe meine auf, solange sie gut ist, auch wenn ich sie jahrelang nicht trage. Ich muss mich in etwas mögen. Nur das ist wichtig. Das bleibt. Dann kann man das Teil auch in 5, 10 oder 20 Jahren neu kombinieren.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Das ist ganz unterschiedlich. Vermutlich die Leichtigkeit und die Selbstverständlichkeit wie andere sich kleiden. Wie sie es mögen. Wie es zu ihnen passt. Oder vielleicht sogar nicht passt. Wie andere Dinge tragen, die mir selbst sehr gut gefallen, die ich auch ausprobieren möchte. Oder wie sie Dinge tragen, die ich niemals anziehen würde.
Muss ich ja nicht. Ich bin ja nicht die Anderen. Man muss sehen, dass sie es mögen.
Warum ich Deinen Blog lese? Weil ich Dich mag. Du bist echt. Du könntest auch täglich Nachthemden zeigen. Ich würde Dich trotzdem lesen.

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Das Leben ist leicht!

Vielen Dank für das Interview!

Bitte gern geschehen. Ich hätte mir ja gaaaanz andere Fragen gestellt…. *hehe*

Habt Ihr weitere Fragen an Sunny? Dann besucht einfach ihren Blog und stellt sie dort im Kommentarfeld oder hier. Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir! Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_innen-Interview by meyrose.

Werbung: Dreimal anziehen, weg damit

Werbung – Rezensionsexemplar

Dreimal anziehen, weg damit: Was ist der wirkliche Preis für T-Shirts, Jeans und Co von Heike Holdinghausen

Wie wird Kleidung hergestellt? Welche Fasern sind wofür geeignet? Wie werden sie gewonnen? Warum gibt es in Deutschland kaum noch Unternehmen, die Textilien produzieren? Was hat die Rolle der Frau mit der Abwanderung der Produktion ins Ausland zu tun? Was lässt sich mit Altkleidern machen und welche Verwertung ist ökonomisch und sozial sinnvoll? Lieber nach Afrika damit als hier in die Müllverbrennungsanlage? Oder besser nicht? Was passiert mit unverkaufter Kleidung von C&A, Zara & Co?

Fragen über Fragen …

Welche neue Technologie kann die Ausbeutung der Menschen bei der Produktion verringern oder gar ganz abschaffen? Was ist durchsetzbar, was wird nur eine Idee bleiben? Was sollen diese ganzen Siegel für Bio, Öko & Co.? Was sagen sie aus und wofür können sie sinnvoll sein? Ist ein Anfang besser als nichts?

… die von der Autorin beantwortet werden

Heike Holdinghausen, Redakteurin der taz im Ressort Wirtschaft & Umwelt beschäftigt sich mit dem Thema Rohstoffpolitik und Bioökonomie. In diesem Buch erklärt sie Zusammenhänge. Technische Details werden leicht verständlich aufgezeigt. Einblicke in die High Tech Forschung für die Industrie fand ich sehr spannend.

Markierungen im Buch

Leider ist der Schreibstil dabei zuweilen etwas im Stil einer wissenschaftlichen Arbeit mit langen Erzählbögen, wenn auch hier und da mit polemischer Note. Dass ich wie hier für gute 200 Seiten mehr als zwei Wochen zum Lesen brauche, kommt selten vor. Trotzdem lohnt sich die Lektüre auf jeden Fall und das Buch lässt sich auch abschnittsweise gut lesen, man kommt immer schnell wieder rein ins Thema. An den markierten Stellen seht Ihr, dass mir Einiges wichtig genug dabei ist, um später nochmal dort nachzusehen. Viele umgeknickte Ecken in einem Sachbuch sind bei mir ein gutes Zeichen!

Interessante Hintergrundinformationen

Die Autorin bestätigt meinen Eindruck, dass der Preis eines Kleidungsstücks nichts darüber aussagt, zu welchen Bedingungen es hergestellt wurde (Seite 27). Das schwächste Glied in der Kette ist Näherin, dann kommt die fertigende Fabrik. Kosten an anderer Stelle hier in Deutschland bei Ladenmieten, Gehältern, Steuern und Abgaben zu reduzieren, ist für die Anbieter irgendwo zwischen schwer und unmöglich (Seite 26). Das Problem sind also nicht die Billigkleider an sich.

Interessant finde ich die Hintergründe zur Produktion bestimmter Fasern. Im Kapitel Der lange Weg vom Stängel zum Garn (Seite 107) wird z.B. ausführlich beschrieben, wie Flachsfasern für Leinenstoffe gewonnen werden. Dabei gibt es einige Schritte, die mir nicht bekannt waren, und dass die Fasern im Stängel der Pflanze an einer Holzschicht fest kleben, wusste ich auch nicht. Wusstet Ihr, dass Raufen, Rösten, Darren, Brechen, Schwingen, Hecheln, Spinnen, Haspeln und Spulen die Arbeitsschritte dabei sind?

Auch zur Viskose finde ich die Hintergrundinformationen besonders interessant, weil sie so viel eingesetzt wird. Ich wusste nicht, dass die Zustandsbeschreibung der Viskosität, also wie zäh die Flüssigkeit ist, aus der sie gefertigt wird, den Namen gegeben hat (Seite 119). Außerdem habe ich vorher nicht darüber nachgedacht, was der Querschnitt der Kunstfasern mit den Eigenschaften des Stoffs macht. Ob die Fasern glatt und rund sind wie Spaghetti, dreieckig oder sternförmig, hat Einfluss auf die Haptik des fertigen Textils, den Schimmer und die Speicherung von Feuchtigkeit (Seite 123). Es gibt also viele Stellschrauben, an denen man drehen kann.

Von der Modemathematik zur Ökomathematik

Die Autorin bezieht sich auf die Aussage zu der Ökobilanz der Firma Gore-Tex für eine ihrer Jacken, dass ihr ökologischer Fußabdruck kleiner werde, je länger sie getragen würde. Wenn die Jacke nach einer Saison entsorgt würde, wäre der der Abdruck riesengroß, nach fünf bis sechs Jahren vertretbar klein. Auch der Umgang des Menschen mit der Textilie beim Waschen und Pflegen spiele eine Rolle bei der Bewertung des ökologischen Fußabdrucks (Seite 122). Also ist es in jedem Fall für das Portemonnaie und die Umwelt gut, wenn Sachen möglichst lange verwendet werden – egal ob billig oder fair produziert.

Linktipps

Im Buch gibt es einigen Stellen Linkhinweise und eine ausführliche Liste im Anhang mit interessanten Webseiten zum Thema, z.B. zu Onlineshops, Ökolabels, Kleidung für Männer und Frauen, Jeans und Streetwear, grüne Onlineshops mit verschiedenen Sachen, Stoffe, faire Mode, Einkaufsführer für Städte und Regionen. Das BMZ1 hat das Portal www.siegelklarheit.de geschaffen, wo man sich über Siegel und Nachhaltigkeit informieren kann.

Fazit

Für alle, die sich mit Kleidung, Mode, Textilien, Nachhaltigkeit und der Verbindung von Ökologie und Ökonomie dabei beschäftigen möchten, absolut empfehlenswert.

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Onlineshop des Verlags (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Westend Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

  1. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung []

Anzeige – Kuschelweiches Kaschmir

Kaschmirpullover

Wenn ich überlege, was mein Lieblingsmaterial für Bekleidung ist, gewinnt eindeutig Kaschmir. Selbst im Sommer wärmt mich immer mal wieder ein leichtes Tuch auf zarte Weise. Und jetzt im Herbst, der im Moment mit winterlichen Temperaturen daher kommt, möchte ich nicht ohne sein. Nichts wärmt so leicht und angenehm wie das feine Unterhaar der Kaschmirziege.

Liebling Modemathematik

Neulich war ich mit einer Kundin in der Stadt neue Herbstgarderobe kaufen und an dem Bereich mit den Sachen von REPEAT cashmere (Werbung) konnte ich absolut nicht vorbeigehen. Da merkt man schon beim ersten Berühren den Preisunterschied zur einfachen Ware anderer Anbieter. Ja, die Sachen haben ihren Preis – aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Wenn die Modemathematik aufgeht – also das Kleidungsstück viel getragen wird und damit die Kosten pro Tragen am Ende gering sind – und die Tragefreude dabei groß ist, spielt der absolute der Anschaffungspreis eine viel geringere Rolle, als es im ersten Moment scheint.

Pflegetipps für Kaschmir

Total verliebt habe ich mich in den Dreieckigen Kaschmirschal (Werbung). Der ist so leicht und weich, dass ich mir nicht sicher bin, wie lange ich ihm noch widerstehen kann. Es gibt ihn in so wunderbaren Farben im Online-Shop (Werbung), die tatsächlich in meinem Schrank fehlen … Ich weiß, dass einige von Euch unsicher sind bei der Pflege von Kaschmirprodukten. Dabei verweise gerne auf meine Waschanleitung für Kaschmir & Wolle. Für mich gibt es nach wie vor kein anderes Material, das in der Pflege so einfach ist.

Im Zeitgeist der Mode

Bei den Artikeln von REPEAT cashmere gefällt mir immer wieder, dass die Entwürfe zeitgemäß sind. Die passen in die aktuelle Mode, ohne zu modern zu sein. Ob Pullover, Cardigans, Ponchos oder Schals – es sind alles Stücke, die das Zeug dazu haben, jahrelang zu gefallen und zu halten. Es gibt wenige Marken, bei denen mich Farben und Modelle gleichermaßen so ansprechen.

Was macht für Euch Qualität bei Kaschmirprodukten aus?

Von Fast Fashion und Slow Ways

Sabine Gimm und Gunda Fahrenwaldt

Wenn Ines eine Bahnfahrt tut, sieht sie 3 von 4 Zügen wegfahren, wird mit Schienen-Ersatzverkehr geplagt, kommt sie schweißgebadet und der Auflösung nahe endlich am überfüllten Hauptbahnhof an und dann … dann wird alles gut :) . Denn dann bin ich gleich in Gundas Arme gelaufen und Sabine haben wir direkt vor dem Museum für Kunst und Gewerbe – kurz MKG – getroffen.

Ines Meyrose #fotd 20150808 - fotografiert von Sabine Gimm

Einwegmode

Die mode- und kosumkritische Ausstellung Fast Fashion stand fest auf meinem Plan für den Sommer 2015 und es freut mich, dass meine Blogger-Freundinnen Sabine und Gunda auch Lust dazu hatten. Dass die sehenswerte Tattoo Ausstellung noch zeitgleich lief und mit dem gleichen Ticket besucht werden kann, ist eine nette Zugabe, die den Eintrittspreis von EUR 10,00 versüßt. Ein Schwenk durch den Rest des Museums darf man dafür auch noch machen. Jetzt habe ich endlich die Original Kantine aus dem Springer Verlagshaus gesehen. Mehr 1970er geht nicht – absolut cool!

Nichts Neues von der Modefront

Wer sich wie ich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird in der Ausstellung Fast Fashion nicht viel Neues erfahren. Daher hat sie mich wenig beeindruckt. Für Neulinge im Thema wird Interessantes dabei sein. Eine Grafik hat mir jedoch erneut deutlich vor Augen geführt, wo aus meiner Sicht das eigentliche Problem liegt: in der Wertschöpfungskette.

Das Problem ist aus meiner Einschätzung nach keinesfalls, dass die Fabrik nur 15 Cent für eine Bluse bekommt. Das Problem liegt darin, dass zu viele Firmen von der Stoffherstellung bis zum Verkauf an den Endkunden daran verdienen. Wenn die Schritte verkürzt würden und weniger Zwischenhändler involviert wären, könnte die Fabrik sicherlich 150 Cent für die Bluse bekommen. Das würde viele Probleme bei den Produktionsbedingungen lösen können. Aus diesem Grund kaufe ich gerne direkt bei der Designerin und/oder Herstellerin, z.B. estomo, Mona Design oder hier.

Modemathematik und Nachhaltigkeit

Für mich ist der beste Konsum bei Kleidung jener, der zu langer Tragezeit führt. Ich belaste Umwelt und Menschen, die die Sachen herstellen, am wenigsten, wenn ich wenig kaufe und das lange verwende. Dann geht die Modemathematik auf, denn das Teil wird für mich mit jedem Tragen im Verhältnis günstiger und nachhaltiger.

Natürlich finde ich ökologisch einwandfrei hergestellte Produkte aus Naturfasern klasse. Aber wirklich ökologisch sauber und auch für die betroffenen Tiere schmerzfrei und angenehm sind sicher die wenigsten Produkte im Handel hergestellt. Wenn mir dann in der Ausstellung gezeigt wird, wie ein Schaf qualvoll geschoren oder Fell von einem Tier ausgerupft wird, sehe ich die Bilder selbstverständlich nicht gerne.

Alternativ Sachen aus Kunststoff tragen? Verzicht auf Leder und tierische Wolle ist keine dauerhafte Option für mich. Ich werde mich in meinem Leben aller Voraussicht nach weder vegan ernähren noch kleiden. Für mich ist das Ausgewogenheit das Ziel: einigermaßen bewusst kaufen und die Dinge ihrer Lebensdauer gemäß zu nutzen. Das ist für mich vertretbare Wertschöpfung.

Slow Fashion

In einem zusätzlichen Raum wird im Rahmen der Ausstellung Slow Fashion präsentiert. Neue Fasern werden vorgestellt und können angefasst werden. Dabei fand ich die Milchfasern spannend. Von QMILK hatte ich bereits im Kosmetikbereich gehört, aber noch nichts davon berührt. Die Fasern sind seidenweich! Daraus möchte ich gerne etwas haben.

Dass man aus Brennnesseln Fasern herstellen kann, die sich verstricken lassen, war mir auch neu. Der gezeigte Schal war mir zwar eindeutig zu kratzig, aber das Problem lässt sich vielleicht beheben und man kann die Fasern für Produkte einsetzen, die nicht direkt auf die Haut kommen. Irgendwann kommt sicher ein Erfinder auch noch auf eine Idee, wie man leuchtende Farben nachhaltig herstellen kann.

Nachhaltigkeit durch Kombinationsvariationen

Ines Meyrose #ootd 20150808 - fotografiert von Sabine Gimm

Passend zum Thema gibt es heute bei ein Outfit, von dem Ihr alle Teile schon kennt. Die Hose kennt Ihr bisher mit anderen Schuhen und da könnt Ihr im Vergleich sehen, wie viel kürzere Beine 7/8-Krempelhosen machen im Vergleich zu langen bzw. in farblich gleiche Stiefeletten hineingesteckte Hosenbeine.

Die Fotos hat Sabine Gimm netterweise von mir gemacht. Da sie die gleiche Kamera und das 50mm-Objektiv verwendet wie ich, war ihr der Umgang mit meiner Kamera ein Leichtes. Danke für die schönen Fotos, liebe Sabine!

Einen Tipp habe ich noch für Euch: Schaut mal in den MKG-Modeblog Stilbrise. Dort gibt es Besucherlooks und aktuelle Beiträge zum Umgang mit Mode.

Ines Meyrose #fotd 20150808 - fotografiert von Sabine Gimm

Was denkt Ihr über Nachhaltigkeit und Slow Fashion?

Preview Mode Herbst 2015

Werbung ohne Entgelt

BAUR Herbstoutfit Tamaris

Ich weiß, es ist gerade erst richtig Sommer. Und doch kommt der nächste Herbst bestimmt! Wer große Auswahl haben möchte, guckt und kauft früh. Klar kann man auf Schnäppchen warten, aber da sind eben nur die Reste in der Auswahl. Da schaue ich doch lieber zuerst auf die schönen neuen Sachen!

BAUR Presseinformation

Pressedinner bei BAUR

Beim BAUR-Pressedinner (Werbung) wurden am 30. Juni 2015 in Hamburg exklusiv Modelle aus der aktuellen Herbst-/Winter-Kollektion am Model gezeigt. Ich hatte netterweise von der PR Agentur eine Einladung und dufte die neue Kollektion schon sehen. Gunda, Ari und Anke waren auch dort.

In entspannter Atmosphäre wurde im HENNY’s über Mode und Versand geplaudert. Wann hat man schon mal die Einkäufer zum Gespräch zur Verfügung? Schöne Gelegenheit! Dabei habe ich z.B. erfahren, dass die Otto-Gruppe, zu der BAUR gehört, die Bekleidung von Tamaris im Versandhandel exklusiv anbietet. Ich bin von den ersten Modellen durchaus angetan. Ein Kleideroutfit in Gewürzfarben und traumhafter Lederjacke seht Ihr oben. Die anderen Marken hier im Artikel sind Hausmarken von BAUR, von denen ich Euch je ein Outfit zeige. Die Bilder mit dem Model Susanne Bug-Böhm sind auf der Restaurantterrasse entstanden.

Trend 1: Gewürzfarben

BAUR Herbstoutfit Tamaris

Immer noch Gewürzfarben oder schon wieder? Egal. Ich esse Curry nicht nur gerne, sondern sehe es auch gerne an. Das Kleid von Tamaris mit der vorderen Kellerfalte und 3/4-Ärmeln mag ich, vor allem mit der Lederjacke dazu wie oben. Hohe Stiefel bis unter das Knie sind definitiv wieder im Kommen. Würde mich freuen, mal wieder ein paar langlebige Reiterstiefel in Dunkelbraun zu finden. Die hier sehen schon vielversprechend aus. Bei der Lederjacke gefallen mit der schmale Schnitt, Taillenbetonung mit Gürtel und vor allem die Länge. Eine Jacke im Bikerstil in der Länge ist auch für Frauen mit Hüften gut zu tragen.

Trend 2: Schwarz mit Blau

BAUR Herbstoutfit Aniston

Blau ist mal nicht das neue Schwarz, sondern die beiden spielen miteinander. Silberdetails und Pailletten-Bling-Bling machen das Outfit zum abendlichen Hingucker. Der Rock von Aniston ist ein echtes Schmuckstück. Wichtig ist bei der Farbkombination, mehrere Teile jeweils in Schwarz und Blau zu kombinieren. Bei der Schmuckfarbe bitte auf keinen Fall Gold dazu wählen. Das wäre too much …

Trend 3: Camouflage – Natur trifft Weiß

BAUR Herbstoutfit Corley Vivance

Bei dem Outfit der Vivance Collection mag ich am liebsten die Rüschenbluse. Hemdblusenschnitt mit Rüschen, auf Figur geschnitten lassen sich klasse rockig kombinieren. Die kann ich mir in meinem Sortiment auch gut als Kombinationspartner zu dunklen Jeans vorstellen. Der Frühlingseinheitslook könnte bis in den Herbst ausgedehnt werden … Die Hose hat einen klasse Schnitt und das Camouflagemuster ist dezent. Mir persönlich ist es immer noch zu viel Muster, weil ich Musterhosen meide. An einer Frau mit schmalen Hüften wie dem Model sieht es aber klasse aus. Der leichte Cardigan passt zur femininen Note. Erdfarbenmix mit Weiß – immer eine gute Idee.

Trend 4: Leger-Look

BAUR Herbstoutfit Corley Collection

Das entspannte Wohlfühloutfit aus der Corley Collection lädt zum Einkuscheln mit einer Tasse Tee ein. Das lockere Shirt ist mit Oil Dyed-Waschung und Applikation. Zusammen mit melierter Strickjacke, Jeans und Stiefeletten entsteht ein legerer Look.

Trend 5: Sternenhimmel

Hose von BAUR / Cheer mit spannendem Einsatz

Sterne halten sich seit einigen Jahren auf unserer Kleidung. Auf dem Foto des Outfits von Cheer habe ich aber weniger die Sterne auf dem Strickpullover in den Vordergrund gerückt, sondern das Taschendetail. Die Jeans hat nicht nur eine klasse Passform, sie macht durch diesen Einsatz eine optisch schmalere Hüfte. Das Detail betont zum einen die Längsnaht und streckt damit das Bein. Vor allem aber macht es durch die V-Form einen schmaleren Oberschenkelansatz. Das Auge des Betrachters sieht an der breitesten Oberschenkelstelle nur das spitze V-Ende und denkt, dass das Bein dort schmal ist. Das ist ein klasse Detail für alle Frauen, die in dem Bereich schmaler wirken möchten.

Was sagt Ihr zu dieser Herbstmode? Passt sie zu Euren Sachen?

40+Style

Dresses for women over 40
Es gibt Frauen und Männer, die denken, dass sie altersunabhängig alles tragen können.1 Dazu gehöre ich nicht. Selbst wenn man mit 40 das gleiche Kleidungsstück trägt wie mit 20, bin ich mir sicher, dass es anderes kombiniert wird als mit 20, wenn es ein alters- und typgerechtes Outfit ist.

Bei 40+Style findet Ihr klasse Outfits für Frauen, die mit Spaß an Mode haben und einen eigenen Stil pflegen. Mein Blog ist inzwischen auch dabei. Auf Instagram freue ich mich schon länger über die schönen Inspirationen, die Seitenbetreiberin Sylvia mit dem Hashtag #40plusstyle in die Welt schickt.

Was hat sich in Eurem Stil zwischen 20 und heute am meisten verändert?

  1. Klar KANN man das machen, aber es geht darum, gut darin auszusehen. []

Anzeige – Modeglossar: Cool Dyed

Ines Meyrose #ootd 20150426 Cool Dyed Look

Neu oder nur neu benannt? Beides ein bisschen. Jede Saison läuft mir mindestens ein neuer Begriff in der Modewelt über den Weg. Dieses Frühjahr ist es das Wort Cool Dyed (Werbung). Auch als Modeprofi bleibt da nur eins: Googeln. Und bei Leo gucken, wo nur steht, dass dyed gefärbt heißt. Dazu habe ich jedoch bei Liberty Damenmode (Werbung) einiges in dem Stil im Programm gefunden und festgestellt, dass es das schon länger gibt.

Ines Meyrose #ootd 20150426 Cool Dyed Look

Kalt gefärbt?

Was macht Cool Dyed, auch Cold Dyed genannt, aus? Man könnte vielleicht auch Batiklook sagen. Oder Ausgewaschen. Einerseits gehören Auswaschungen im Nahtbereich dazu, anderseits sind häufig Spitzenelemente und Stickereien dabei zu sehen, wie bei meinem Tunikashirtkleid, das ich bei 10 Gründe für diesen Look genau betrachtet habe. Heute trage ich es mit einem Stoffgürtel auf Taille gebracht zur Hose.

Ines Meyrose #ootd 20150426 Cool Dyed Look

Für wen?

Dieser Stil passt zu Frauen, die es leger und etwas verspielt mögen. Die Materialien sind meistens weich und fließend, oft aus Jersey. Durch Stickereien und Spitzenelemente wird der Stil feminin, durch den Basisstoff bleibt eine sportliche Note erhalten. Ich mag es!

Outfitdetails Cool Dyed

Ines Meyrose #ootd 20150426 Cool Dyed Look Ines Meyrose #ootd 20150426 Cool Dyed Look Ines Meyrose #ootd 20150426 Cool Dyed Look

Wie geht es Euch mit neuen Worten in der Mode? Mögt Ihr Cool Dyed?

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