Werbung: Finde Deinen Stil

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Finde deinen Stil – Farbe, Stil und Styling für Einsteiger
von Imageberaterin Anneli Eick

Immer diese Vorschläge von Amazon: Wer das gekauft hat, hat sich auch dafür interessiert … und schon wieder habe ich ein neues Buch gekauft … Schließlich interessieren mich Bücher zum Thema Typberatung aus eigenen Sicht als Beraterin und Sicht meiner Leser_innen und Kund_innen. Dieses Buch hat als Zielgruppe Frauen, die eher Einsteiger ins Thema sind.

Anneli Eick schreibt selbst in der Einleitung, dass es viele Bücher zu diesem Thema gibt und die Inhalte für Leserinnen oft schwer zu umsetzen sind. Kleidung ist optisch und haptisch – somit schwer in Buchstaben zu verpacken. Außerdem kann kein Buch alle Leserinnen ansprechen und alle Fragestellungen zum Thema aufgreifen. Da stimme ich meiner Berufskollegin zu: Die Bücher sind entweder zu speziell oder zu allgemein. Das ist auch der Grund, warum mein eigener Buchentwurf zu diesem Thema noch bei weitem nicht präsentabel ist. Umso gespannter war ich zu lesen, wie die Autorin das Problem lösen wird.

Es gibt in meinem Blog auch wieder mal Kommentare, dass man solche Beratung nicht bräuchte oder solche Bücher nicht lesen würde. Da kann ich nur sagen: Super! Herzlichen Glückwunsch! Wer von Haus aus ein Gespür für Äußeres mitbekommen hat und sich Techniken, z.B. zum Schminken, im Elternhaus oder bei Freundinnen abgucken konnte, hat es gut. Es gibt aber auch Frauen, die das nicht gelernt habe. So kommt es, dass mich 40jährige für Make-up-Beratungen buchen und sich kaum trauen zu gestehen, dass sie nicht wissen, wie man Lidschatten aufträgt oder Mascara. Das sind dann auch die Kundinnen, die mich wegen meines recht natürlichen Looks bei Make up auswählen. Doch zurück zum Buch: Genau für solche Einsteiger, die sich dem Thema vorsichtig nähern wollen, ist es geeignet, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Das Buch aus dem Stiebner Verlag gibt einen Einblick in Farbtypen und Stiltypen. Problemzonen werden nicht näher behandelt. Die Stiltypen sind meiner Meinung nach etwas merkwürdig definiert, damit meine ich z.B. den Fokus auf der Körperlänge. Bei Ausschnittempfehlungen wird die Gesichtsform nahezu außer Acht gelassen. Bei den Stiltypen sind fast nur grazile Frauen beschrieben, aber nicht jeder mit etwas mehr hat eine Rubens-Figur und ist über 1,70 m. Das Buch ersetzt keine persönliche Beratung, weil das Problem – wie immer dabei und auch bei Online-Tests – die eigene Einschätzung und Interpretation ist.

Zur Kleiderschrankinventur gibt die Autorin hilfreiche Tipps, z.B. eigene Sachen zu fotografieren und Collagen damit zu basteln. Das wird schön anschaulich beschrieben und ist eine nette Anregung. In Internet machen das einige gerne mit Polyvore. Mit den eigenen Kleidungsstücken und Accessoires ist das jedoch unter Umständen viel hilfreicher.

Es gibt viele Stylingtipps für Accessoires, die ich sehr gelungen finde. Am besten gefällt mir an dem Buch, dass es so reich bebildert ist. Zu jedem Stiltyp gibt es viele Fotos von z.B. passenden Tops, Shirts, Pullovern, Strickjacken, Blusen, Hosen, Westen, Röcken, Kleidern, Blazern, Schuhen und Accessoires. Da die Fotos alle von ALBA MODA sind, gehen sie eher in eine etwas damenhaftere Richtung. Trotzdem sind die unterschiedlichen Stilrichtungen deutlich zu erkennen. Fotos haben den Vorteil, aktuelle Mode zeigen zu können. Der Nachteil liegt darin, dass das Buch in einigen Jahren optisch überholt wirken wird – was bei dem zeitlos erfassten Thema nicht nötig wäre.

Fazit

  • Für Einsteiger, die kein konkretes Beratungsergebnis wünschen: lesenswert.
  • Für Frauen, die schon mal typberaten wurden und eine Auffrischung wünschen: vielleicht lesenswert. Kann mal wieder neue Inspirationen geben – aber auch verwirren mit den diversen Stiltypmischungen, die vorgestellt werden.
  • Für Berater_innen: Nichts Neues. Aber das ist auch nicht der Anspruch des Buchs.

Deutliche, klare Aussagen machen das Buch leicht lesbar, einige Leserinnen werden sich an vielen soll und müssen stören. Wenn man das überliest und für sich lockerer interpretiert, macht das Lesen Spaß. Die Leidenschaft der Autorin für das Thema wird nicht nur in vielen Ausrufungszeichen deutlich.

Werbung: Endlich Lady!

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Endlich Lady!: Älterwerden muss nicht beige sein von Elke Krüsmann

Gibt es ein Gesetz in Deutschland, das Frauen ab einem gewissen Alter nur noch Mäntel und Schuhe in Beige vorschreibt? Nein! Und das ist gut so!

Beim Kauf des Buchs hatte ich den Eindruck, dass es ein Fashion-Buch sei, weil auf dem Cover Kleidung, Aussehen und Stil für mich im Vordergrund standen. Dabei habe ich die Bereiche Philosophie, sich Entdecken und das Thema Altern eher übersehen – was das Buch jedoch durchaus auf charmante Weise ebenso und eigentlich noch viel mehr ausmacht.

Viele Frauen ab 40 stellen irgendwann fest, dass sich grundlegende Ansichten und Erfahrungen im Leben durchaus noch ändern können und es immer wieder neue Möglichkeiten gibt, sich das Leben an die eigenen Ideen anzupassen (und nicht umgekehrt). Dazu betrachtet die Autorin

  • Wahrheiten, denen man sich stellen muss
  • Erkenntnisse, die unwiderstehlich machen
  • Abenteuer, auf die man sich einlassen sollte
  • und lädt zum Weiterdenken ein.

Die Erkenntnis, dass geistige Schönheit, körperliche Attraktivität übertrumpfen kann, ist ebenso wichtig wie dass “wer seine äußeren Werte sichtbar machen und seine Persönlichkeit zum Strahlen bringen will”, die Konformistin in sich zum Schweigen und die Rebellin herauslassen muss.

Es gibt auch ein paar Bekleidungstipps, aber im Wesentlichen geht es um innere Haltung und äußere Wirkung. Ich schließe mich der Autorin an: “Es geht darum, die bestmögliche Ausgabe seiner selbst zu werden.” Um das zu erreichen, gibt das Buch wertvolle Anregungen.

Muss ja nicht jeder eine Lady werden …

Buchreview: For the Love of Shoes

Werbung – Rezensionsexemplar – For the Love of Shoes von Patrice Farameh

Shoes, Shoes, Shoes …

Schuhe kann man nie genug haben … und als Frau schon gar nicht. Wobei wir hier weniger über Lauf-, Steh- oder Sitzschuhe reden als viel mehr über Kunstwerke. Diese Schuhe sind weniger zum Tragen gedacht, mehr zum Ansehen. Und was passt zum Ansehen besser als ein Bildband?

Die überbordend schön aufgemacht Hommage an Schuhe und die damit verbundenen Trägerinnen ist ein Genuss für Designliebhaber_innen. Dabei ist die Gradwanderung zwischen originellem Schuhwerk und Konzeptskulptur fein. Die künstlerischen Visionen treffen an die Grenzen avantgardistischen Schuhdesigns. Interviewessays mit den Designern geben Aufschluss über hinter den Entwürfen stehende Ideen.

Vorgestellte Designer

Alejandro Ingelmo – Alexa Wagner – Alexander McQueen – Aoi Kotsuhiroi – Atalanta Weller – Barbara Briones – Bionda Castana – Camilla Skovgaard – Casadei – Cesare Paciotti – Chau Har Lee – Charlotte Olympia – Christian Louboutin – Daniele Michetti – Diego Dolcini – Dsquared2 – Edmundo Castillo – GINA – Gio Dev – Jerome C. Rousseau – Jimmy Choo – Kermit Tesoro – Kobi Levi – Lauren Tennenbaum – Laurence Decade – Manolo Blahnik – Marloes ten Bhömer – Naim Josefi – Netta Makkonen – Noritaka Tatehana – Omar Angel Perez – Pauline Van Dongen – Pour La Victoire – René Caovilla – Rob Goodwin – Ruthie Davis – Stuart Weitzman – Stubbs & Wootton – Tania Spinelli – Tea Petrovic – United Nude-/ Via Spiga – Victoria Spruce – Walter Steiger.

Fazit

Ein wunderschöner Bildband für Fans von Kunst und Schuhdesign. Wer Platz im Bücherregal für das große Format hat und bereit ist, den angemessenen Preis zu bezahlen, wird Freude daran haben.

Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei teNeues (Werbung) zu bestellen. Dort seht Ihr auch Bilder aus dem Buch. Es wurde mir vom teNeues Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Werbung: Der Berliner Stil

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Der Berliner Stil: Die besten Looks, Geheimtipps und Adressen ausgesucht von Angelika Taschen mit Alexa von Heyden

nach Pariser Chic (Rezensionsexemplar) gibt es im Knesebeck Verlag jetzt den Berliner Stil. Das liebevoll aufgemachte Buch mit Tipps und Adressen zu Mode, Beauty, Interior und Lifestyle macht beim Lesen und Blättern gute Laune. Die vielen Bilder und ansprechendes Layout von Leonore Höfer und Melanie Petersen sind eine Freude für die Sinne.

Angelika Taschen führt die Leser_innen virtuell durch die Stadt Ihrer Wahl. Geliebte Looks der Berlinerinnen werden detailliert erklärt. Zum Nachmachen gibt es Label- und Shoppingtipps. Dos & Don’ts gehören natürlich auch dazu …

Am Berliner Look mag ich so sehr, dass es keine Stadt mit klassischen Business-Looks ist. Die finde ich es selbst etwas arg langweilig. Ebenso teile ich die Abneigung gegen auffällige Logos und Angeber-Looks. In Düsseldorf könnte ich mich vermutlich nie wohl fühlen … Bei vielen Looks und Tipps habe ich genickt, bei einigen gegrinst. Angelika Taschen schreibt: “Die Berlinerin ist keine Tussi.” Und genau deshalb mag ich den Stil. Wenn wir mal von der Sneakervorliebe absehen ;) .

Fazit: Schönes Buch, dessen Kauf sich für mich gelohnt hat.

P.S.

Zum Hamburger Look habe ich Euch schon mal das Buch Street Style Hamburg (Rezensionsexemplar) vorgestellt. Hamburg hat auch so seine Eigenarten …

Werbung: FASHION – aufregend weiblich

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FASHION – aufregend weiblich:
Von der Kostümdesignerin der Kultserie MAD MEN

Diese Empfehlungen von Amazon á la wer das gekauft hat, hat auch das angesehen haben mir schon einige interessante Neuerscheinungen in den Warenkorb gebracht. Diese personalisierten Kaufempfehlungen haben neben dem Nachteil der Datensammlung den Vorteil, dass ich tatsächlich über neue Bücher informiert werde, die mich interessieren – so auch das neue Mode-Buch aus dem Mosaik-Verlag.

Janie Bryant, Kostümbilderin der von mir sehr geschätzten TV-Serie MAD MEN, hat zusammen mit Style-Journalistin Monica Corcoran Harel diese “Stil-Bibel nicht nur für MAD MEN-Fans” geschrieben. Laut Covertext will Janie Bryant die Leser_innen an ihrer Erfahrung in der Modebranche und ihren kreativen Ideen teilhaben lassen und dabei das Know-how vermitteln

  • den eigenen Stil zu finden
  • wie man den eigenen Typ am besten in Szene setzt
  • figürliche Vorzüge betont und
  • den MAD MEN-Chic in den eigenen Kleiderschrank holt.

Als Fan der Serie bewundere ich in jeder Folge die bis ins Detail durchkomponierten Outfits von Betty, Joan, Peggy, Don & Co. Jetzt weiß ich auch, was genau die Damen drunter tragen, um so auszusehen ;).

Mein Leseeindruck

Das Buch ist weniger eine allgemeine Stil-Bibel, sondern bezieht sich sehr stark auf Mut zur Extravaganz und Weiblichkeit. Den Rat der Autorinnen1 für mehr Mut kann ich allerdings stiltypunabhängig unterstützen.

Viele Looks und Ideen basieren auf Vintage-Stücken, die sicher nicht jedermanns Vorliebe sind. Ich persönlich mag nur Vintage-Schmuck (allgemein) und Handtaschen (nur aus der Familie). Allgemeine Tipps zur Stiltypen und passenden Farben werden nur sehr kurz angerissen, wobei ich die Tipps hinsichtlich zum Charakter einer Person passenden Farben durchaus ganz spannend finde. Die “10 Stilregeln zur Verbesserung jedes Looks” würde ich eher Extravaganzierung jedes Looks nennen – dafür taugen die Tipps durchaus.

Für deutsche Leser_innen sind sicher einige Worte fremd, z.B. Flatfront-Hosen (ohne Bundfalte, vorne glatt), Kleider mit Bias-Cut (vorne schräger Schnittverlauf). Im Zweifelsfall goggeln – dann findet man die Übersetzung in den eigenen Sprachgebrauch. Das kommt bei übersetzten Modebüchern häufiger vor.

Die Autorinnen predigen, den eigenen Körper wertschätzend und lobend zu betrachten – eine Kunst, die leider nur wenige Frauen beherrschen, und die ich auch versuche, meinen Kund_innen zu vermitteln.

Auch für Herren

Etwa 30 Seiten (10%) des Buchs befassen sich mit Männermode – wobei der Teil inhaltlich so gering ist, dass ich mich kaum getraut habe, hier im Blog die Kategorie Für Männer dem Beitrag zuzuordnen.

Fazit

Schönes Buch mit ansprechenden Illustrationen – eher für MAD MEN-Fans als für Stilsuchende. Keine Pflichtlektüre – aber als Kür sehr nett zu lesen. Den Preis finde ich mit EUR 19,99 für das farbige Hardcover angemessen.

Dem Satz “Lassen Sie auf keinen Fall zu, dass Ihr Stil stagniert.” kann ich nur zustimmen. Um den eigenen Stil immer mal wieder auf den Prüfstand zu stellen, bietet das Buch Anregungen. Ich werde gleich mal eine geerbte Anstecknadel meiner Oma hervor holen und wieder verwenden.

Was mögt Ihr an Fashion-Büchern und was nicht?

  1. Wobei beim Lesen der Eindruck entstanden ist, dass alles Gedanken von Janie sind, Monica taucht außer auf den letzten Fotoseiten nicht auf. []

Blogrunde: Mode und Alter

Frühlingslook 2013 von Ines MeyroseWie entwickelt sich mein persönlicher Stil mit der Zeit? Welche Grundsätze gibt es oder setze ich mir selbst? Ist unsere Generation vielleicht modemutiger als die vorherigen?

Diese Fragen stellen die Redakteure von Sintre, dem Online Mode- und Lifestylejournal von WITT Weiden, einigen Modebloggern – u.a. auch mir. Die Beiträge der anderen Blogger findet Ihr ab KW 37 in der Blogrunde bei Sintre.

Zielgruppe bei Sintre sind Damen 50+. Zwar bin ich erst 42, wurde aber trotzdem gefragt. Aus meiner letzten kleinen Umfrage weiß ich, dass einige Leser_innen 50+ sind. Bei den Ü30 Bloggern habe ich davon auch schon einige virtuell kennen gelernt.

Wie entwickelt sich mein persönlicher Stil mit der Zeit?

Der Kleidungstil wird aus meiner Sicht viel von Familie und persönlichem Umfeld geprägt. Ich bin ganz klar hanseatisch geprägt. Als Kind gab es feine Kleidung aus den Hamburger Kinderstuben am Jungfernstieg – bezahlt von der hanseatischen Oma – mit gesmokten weißen Kleidern und dunkelblauem Mäntelchen, später dunkelblaue Breitcordhosen mit rotem Nickipullover. Die Vorliebe für Marineblau liegt in der Familie und hält bis heute an.

Von dieser Festtagskleidung abgesehen bin ich ein Kind der 1970er und habe von Orange-Braun mit Schlaghosen, über Lila-Batik in den 1980ern, unendlich weiten Sachen in den 1990ern, und schlichtem Schwarz in den 2000ern alles durch und bin heute bei Braun als Lieblingsfarbe angekommen.

Sommerkleid von Gerry Weber - Dunkelblau mit weißen PunktenGegen zu viel Ordnung in der Kleidung habe ich schnell rebelliert und trage eher immer eine Spur nicht so ganz das, was vermutlich erwartet wird. Tücher sind schon lange mein Markenzeichen. Mein Kleidungstil hat schon lange romantische Anklänge. Ob es 1988 das Secondhand-Brautjungfernkleid aus Berlin war, mit dem ich dann zur Schule gegangen bin, oder heute mein liebstes Frühlingskleid – ein paar Volants dürfen gerne dabei sein.

In meinen 20ern habe ich es mit dem klassischen Look versucht. Die Arbeit beim Schiffsmakler brachte gewisse Dresscodes mit sich. Damals habe ich mich darin wohl gefühlt, weil mich der Look älter gemacht hat und das meiner Ausstrahlung Kompetenz verliehen hat. Seit ich Mitte 30 war, mag ich das gar nicht mehr so gerne leiden und brauche auch die Wirkung nicht mehr.

Ich bin froh, dass mein beruflicher Kontext mich nur selten dazu zwingt. Lieber als Hosenanzüge oder Kostüme mag ich legere Kleider mit unkonventioneller Note. Große Krägen, lockerer Schnitt, auffällige Farbe – alles gerne genommen. Solange ein Tuch oder Schal dazu finde ist: gerne. Mein eigener Stil hat sich durch private und berufliche Lebenserfahrung gebildet und reflektiert meine innere Haltung.

Welche Grundsätze gibt es oder setze ich mir selbst?

Kleidung darf bei mir nicht ordinär wirken. Konnte ein knallroter Bleistiftrock mit Anfang 20 noch auf der Oberschenkelmitte enden und mit formeller Weste schick aussehen, wäre mir das inzwischen too much – oder besser gesagt too less. Bei der Rocklänge ist der Grundsatz: Höchstens eine Handbreit über dem Knie darf das Bein herausgucken, blickdichte Strumpfhose dazu ist ein Muss und getragen wird es so nur für private Anlässe. Geschäftlich trage ich Röcke und Kleider, die das Knie gerade eben bedecken in italienischer Länge.

Ansonsten achte ich darauf, dass meine Ausschnitte nicht zu tief sind und möglichst keine Unterwäsche herausguckt. Wobei das Herausblitzen der Unterwäsche bei mir leider vorkommt – da muss ich wohl mit Leben. Man kann nicht alles haben … Ansonsten ändern sich Grundsätze auch. Ein Beispiel: Bis vor einigen Wochen hätte ich gesagt, dass ich nie Oberteile sichtbar in der Hose oder Rock trage. Jetzt habe ich einen Cordrock, bei dem das OK aussieht und kann mir das auf einmal bei diesem Rock vorstellen. Mein Rat: Wer Grundsätze hat, möge die gelegentlich überprüfen und im Einzelfall bewusste Ausnahmen zulassen.

Ist unsere Generation vielleicht modemutiger als die vorherigen?

Zur Definition von Generationen: Ich bin Jahrgang 1971, meine Mutter 1945, meine Schwiegermutter 1925, meine Oma 1910, Schwiegeroma 1903.

Die Nachkriegsgeneration meiner Mutter – immer alles aus der Sicht einer Großstädterin betrachtet, auf dem Land mag das anders sein – war so sogar modemutiger als meine. Die Miniröcke der 1960er – Holla, war das Hochzeitskleid fürs Standesamt kurz! Die Hippie-Kleidung der 1970er? Gehört alles dazu. Das ist aus meiner Sicht alles modemutiger als das, was mir später in meinem Leben begegnet ist. Ich musste mir keine Rocklänge und Haarschnitt erkämpfen. Diese Nachkriegsgeneration, die heute um die 70 ist, trägt auch heute vielfach Kleidung, die ich selbst auch tragen würde. Es ist vielleicht alles etwas länger, oft eine Spur weiter – aber Farben, Kleidungsstil und Freude an Accessoires und modernen Schuhe sehe ich ganz oft.

In der Generation meiner Oma habe ich immer viel weniger Modemut wahrgenommen. Da zählte nur Qualität, Klassik, Contenance. Meine Oma hat auch mit 80 noch Pumps von Bally getragen und das Haus nicht ohne Hut verlassen. Die Lockenwickler-Frisur war immer gleich – von meinen Babyfotos an bis zu Ihrem Tod. Das habe ich auch bei anderen Frauen dieser Generation oft so erlebt. Meine Schwiegermutter liegt im Altersbereich dazwischen. Ob ihr Spaß an Mode damit zusammen hängt oder sie einfach anders ist als andere Damen dieser Ära, vermag ich nicht zu sagen. Sicherlich ist sie geprägt von den Einflüssen der spannenden 1920er Jahre und dem traditionell-aktuellen Kleidungsstil ihrer Mutter. Auf alle Fälle experimentiert sie mit Farben und kauft immer mal moderne Stücke neben zeitlosen Klassikern wie dem Peter Hahn-Twinset.

Mein Eindruck ist: Die Frauen der Jahrgänge um 1900 und 1940-60er sind modemutiger als heutige junge Erwachsene, die Generation dazwischen nicht.

Wie hat sich Euer Kleidungstil im bisherigen Leben verändert?

Happy, but not with the size

Cordrock in der Farbe Tabak von Happysize

Online ordern

Online- und Katalogbestellungen haben so ihre Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen sicherlich darin, dass die Sachen zu Hause vor dem eigenen Spiegel anprobiert und mit anderen, eigenen Sachen kombiniert werden könne, bevor eine Kaufentscheidung fällt. Außerdem bleiben dem Käufer Menschenmassen in der City erspart. Manch einer hat vielleicht auch gar keine City in der Nähe und freut sich, darüber eine größere Auswahl als vor Ort zu haben. Soweit so gut.

Nachteile an Online- und Katalogbestellungen sind für mich ganz wesentlich, dass ich die Sachen nicht anfassen kann und mein Vorstellungsvermögen bei der zweidimensionalen Darstellung enorm gefragt ist. Da helfen mir auf Papier gedruckte Kataloge übrigens noch besser als Onlineseiten. Ich empfinde die Bilder in der Regel dort als Größer und kann Details besser betrachten. Da mein Vorstellungsvermögen am Ende doch ganz gut ausgeprägt ist, komme ich mit diesem Nachteil gut klar.

Neben den genannten Tücken rege ich mich gerade enorm über die falschen Größenangaben einiger Hersteller auf. Ich verwende bewusst das Wort falsch und nicht schwer verstehbar, unterschiedlich, variabel oder ähnliche schwammige Worte. Wenn ich auf einer Internetseite Maßtabellen mit konkreten Angaben in cm finde, ich mich genau vermesse und dann die ermittelte Größe von vorne bis hinten nicht passt, ist das nur eins: falsch. Das liegt dann nicht an Unregelmäßigkeiten in meiner Figur, z.B. das der Busen im Verhältnis größer ist als der Rest, sondern es werden schlichtweg falsche Größen ermittelt.

Konkretes Beispiel: Happysize

Am Wochenende kam der Happsize-Katalog von mit neuer Herbstmode. Den habe ich durchgeblättert und einige interessante Sachen gefunden. Mit gefielen dieser Cordrock, Strech-Hose und Jersey-Bluse. Um sicherzustellen, dass ich möglichst die passende Größe bestelle, habe ich einen Blick auf die Größentabelle geworfen und ich liege demnach ganz eindeutig bei Größe 50. Eher Anfang der Abmessungen zur Größe 50 als am Ende, aber 48 soll eindeutig zu knapp sein. Nun weiß ich aus meiner Erfahrung mit Bestellungen vor einigen Jahren bei der Fima, dass die Sachen für mein Gefühl recht groß ausfallen. Da ich aber seit Jahren dort nichts mehr bestellt habe, wollte ich mich eigentlich auf die Tabelle verlassen. Es ist aber so, dass ich ansonsten Größe 46, allerhöchsten 48 (nur 1 Hose) trage. Nur von H&M habe ich eine Bluse in Größe 50 und die fällt eher wie 44/46 aus. Ich war also etwas erstaunt.

Im Geschäft probiere ich oft zwei Größen an um sicherzugehen, dass ich die optimale Passform habe.  Deshalb mach ich auch Auswahlbestellungen bei Versand, um Nachbestellungen mit für mich dann erneut anfallenden Versandkosten zu vermeiden. Weil ich jetzt so verunsichert war und in jedem Fall durch die Auswahlbestellung Retouren anfallen würden, habe ich mir erlaubt, drei Größen bei zwei Teilen zu ordern. Dabei hatte ich zwar ein schlechtes Gewissen – wusste hinterher aber genau, warum ich das gemacht habe.

Ende vom Lied

Die Jersey-Bluse ist selbst in Größe 44/46 viel zu groß. Die Schultern sind zu breit, die Ärmel zu lang, insgesamt zu weit – schlichtweg zu groß. In sich könnte die Bluse in Größe 40/42 passen, obwohl die Tabelle 50 ergeben hat. Das werde ich jetzt aber nicht mehr Testen, weil ich nicht erneut EUR 5,95 Versandkosten bezahlen möchte und mir zusätzlich die Knöpfe nicht gefallen haben. Aber das mit den Knöpfen ist hier jetzt nebensächlich.

Die Hose ist in Größe 46 noch so viel zu groß, dass ich sie ohne zu öffnen über meine breiten Hüften ziehen könnte. Sie hängt im Schritt, am Po und schlabbert um die Beine. Das ist bei einer Stretch-Hose in Slim-Fit-Form sicher nicht so gedacht. Ich vermute, dass Größe 44 bequem passt und ich Größe 42 reinkäme, wenn ich sehr knackig mögen würde. Es gehen also alle drei zurück.

Der Rock darf in Größe 46 bei mir bleiben. Auf dem Foto oben ist er etwas schmaler gefaltet, damit es schöner aussieht. Er würde garantiert auch in 44 passen und in 42 auch noch zu gehen. Er sitzt sehr locker auf den Hüften und ich nutze den Stretch-Effekt nicht aus. Im Laden hätte ich mit Sicherheit 44 noch anprobiert, um ganz sicher zu sein, die richtige Größe zu haben. Da ich meine Vorliebe für eher zu große als zu kleine Sachen kenne, habe ich ihn jetzt in 46 behalten. In die empfohlene 50 hätte noch jemand mit rein gepasst.

Dafür ist er sehr bequem und ermöglicht riesige Schritte. Er sitzt trotz des Hüftschnitts so gut, dass ich ihn sogar mit einer Bluse oder Shirt in den Bund gesteckt tragen könnte, was ich sonst nie mache. Auf die Idee bin ich beim Ansehen einer Folge GIRLS gekommen, der bei der Hannah das macht (obwohl sie wirklich keine Stylista ist …). Der Rock hat den Vorteil, das ich mit ihm auch meine wenigen kürzeren Cardigans und Blazer kombinieren kann, die für einige Hosen eine Nuance zu kurz sind.

Das kann’s nicht sein, oder?

Happysize ist hier nur ein Beispiel, das ich aus aktuellem Anlass genommen habe. Andere sind nicht besser. Von H&M trage ich Tuniken aus der normalen Kollektion in 44, die genannte Bluse aus der Plus-Kollektion in 50. Bei dem Outfit auf den Fotos vom letzten Winter trage ich von Lands’ End eine Hose in 44 und Jacke in XXL=52/54. Bei Boden brauche ich laut Tabelle 48 wegen Busen + Taille, für die Hüfte würde 46 reichen. In der Realität passen mir bei Boden Kleider und Jacken in 46 oder gar nicht. 48 hat immer zu breite Schultern, zu weite Ärmellöcher und ist am Busen zu weit.

Ich wage ich noch nicht mal davon zu träumen, dass Anbieter sich auf feste Maße zu den Größen einigen. Ich kann damit leben zu wissen, dass H&M fällt klein ausfällt, Zara winzig, Lands‘ End bei Hosen groß, s.Oliver ebenso. Was ich jedoch von den Bekleidungsanbietern erwarte ist, dass die jeweils von ihnen selbst veröffentlichten Angaben in den Größentabellen zu den Teilen in ihrem Katalog passen – zur Not einzeln für jedes Bekleidungsstück.

Dann würde auch Onlineshopping mehr Lust als Frust bringen!

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