Leser_innen-Interview #7: Sunny

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Sunny,

in Deinem Blog Sunny’s side of life zeigst Du dreimal pro Woche Outfits aus Deinem Ü40er-Leben als Frau, Tochter, Partnerin, Mutter, Führungskraft, Köchin, Organisatorin, Musikliebhaberin, Pragmatikerin und Ü30 Bloggerin.

Du bist über ein berufliches Projekt aus technischer Sicht zum Bloggen gekommen. Was hat Dir dabei so viel Freude gemacht, dass Du das Bloggen zu Deinem Hobby gemacht hast? Was hat Dich dazu bewogen, Outfits als Hauptthema zu wählen?

Als ich zu bloggen begonnen habe, war die ganze Sache wirklich nur ein Testballon. Also habe ich eine gmx-Adresse von mir verwendet, die möglichen Spam verträgt – sunstorm.gmx. Diese Mailadresse kommt natürlich nicht von ungefähr… 😉 . Also baute ich auf die Schnelle einen Blognamen um dieses sunstorm. Wie ist es, so ein Sonnensturm zu sein? Für die Sonne völlig unspektakulär. Für andere kann das ganz schön heiß werden.

Wir haben uns im Kollegenkreis verschiede Plattformen ausgesucht, mit denen man im Team Ideen vorstellen, zur Diskussion stellen kann. Alles für einen begrenzten Teilnehmerkreis. Um das Handling zu testen, stellte jeder ein Projekt auf die Beine. Warum gerade Outfits? Weil Kleider schon irgendwie immer mein Hobby waren. Meine Mutter war Damenschneidermeisterin mit Atelier, angestellten Schneidern und Lehrlingen. Es war bei uns im Haus und ich konnte so oft und so viel ich wollte Zeit dort verbringen. Und allein durch zuschauen, gerade bei den Anproben, lernt man unheimlich viel und entwickelt ein Gefühl wie sich durch bestimmte Kniffe die Proportionen in die gewünschte Richtung verschieben lassen. Ich habe im Prinzip meine halbe Kindheit zwischen Modezeitschriften, Stoffballen, Nähmaschinen, Kunden und Anproben verbracht. Das Interesse daran wurde mir quasi in die Wiege gelegt.

Kürzlich hast Du geschrieben, dass Dir ein gewisser Coolnessfaktor enorm wichtig ist. Was verstehst Du unter cool und was bedeutet das für Dich?

Hmm … lebendig – herzlich – zuverlässig.

Cool genug, um man selbst zu sein. Zuzupacken, wenn es die Situation erfordert. Nicht aus der Fassung zu geraten. Flexibel zu sein. Sich nicht unterkriegen lassen. Auch ungünstigen Umständen noch eine positive Wendung abzuringen. Uncool sind Rührmichnichtan-Heulsusen. Das drückt sich für mich beides über Kleidung aus. Was natürlich völliger Quatsch ist. Es gibt bestimmt auch coole Frauen nach meiner obigen Definition, die sich elegant kleiden. Vermutlich ist es sogar die Definition für eine echte Dame.

Jeder ist das Kind der sozialen Prägung. Ordentliche Kleidung, hochwertige Kleidung, aber auf alle Fälle saubere Kleidung war für meine Mutter wie Sauerstoff. Ohne das wäre sie eingegangen wie eine Primel. Aber man muss sich schließlich irgendwo abgrenzen. Eleganz, und wir hatten viele richtige Damen, die sich elegante Kleidung haben schneidern lassen, schien das Wichtigste zu sein. Diese Damen waren alle sehr nett, damenhaft eben. Aber gleichzeitig mächtig uncool. Mehr Schein, mehr Fassade, als Sein. Sie waren irgendwie alle Anhängsel ziemlich reicher Männer. Sie hatten Kinder, gingen in den Tennisclub, was man eben in den 1960/70/80er Jahren so tat, wenn man richtig Knete hat … aber beruflicher Erfolg, arbeiten am Erfolg, das kam da nicht so vor. Und es waren auch nicht wirklich alle immer glücklich in der Situation. In der Nachschau hatten manche vielleicht ein Alkoholproblem. Sooo wollte ich nie sein.

Foto: Copyright www.sunnys-side-of-life.de

Wir teilen die Freude an farblichen Wiederholungen in Outfits. Bei Deinem Look mit der Culotte ist mir das wieder besonders aufgefallen. Wie gehst Du an die farbliche Komposition Deiner Outfits heran?

Das ist eine wirklich gute Frage. Ich denke das ist in großen Teilen Intuition. Mein Gehirn speichert scheinbar Farbzusammenstellungen, die ich irgendwo sehe und die mir gut gefallen. Ich mag Kontraste und Zusammenstellungen, die aus einer meiner Basisfarben und dann noch ein bis zwei weiteren Farben bestehen. Dabei probiere ich auch gerne mal Verschiedenes aus. Denn nicht jede Idee bringt dann den erwarteten Effekt.

Foto: Copyright www.sunnys-side-of-life.de

Du hast eine Vorliebe für rockige Looks und ab und an auch Stilmixe. Bei diesem Outfit mit Businessblazer und Chucks kombinierst Du einige Aspekte, die scheinbar gar nicht zusammen passen – strenger Blazer, Comic-Aufdruck auf dem T-Shirt, Turnschuhe – und dennoch ist eine aus meiner Sicht absolut gelungene Zusammenstellung für genau Deine Person. Wie bist Du auf die Idee für dieses Outfit gekommen?

Ich meine, ich hatte so was in der Art kurz zuvor bei Chrissie auf dem Blog Die Edelfabrik gesehen und gedacht, hey cool, das könntest Du auch mal versuchen. Durch die beruhigenden Farben Hellgrau und Dunkelblau geht da auch ziemlich viel. Ich vermute, mit einem roten, gelben oder grünen Shirt – also einer Buntstiftfarbe – wäre das längst nicht so harmonisch ausgefallen.

Ich bin wirklich viel zu Fuß unterwegs. Außerdem habe ich eine schwierige Schuhgröße. Schwierige Füße. Und zwischenzeitlich auch ein schwieriges Alter. Trage ich also sportliche Schuhe, fällt der Rest der Kleidung auch meist sportlich aus. Das geht dann noch am ehesten mit rockig zusammen. Ich trage zwar meine Lederröhre in die Arbeit, auch mit meinen Sterndal Sneakern. Dann aber mit einem schönen Shirt und einer femininen Strickjacke, Tüchern oder größerem Modeschmuck. Schon jetzt haben wir morgens oft knapp über 0 Grad. Ich bin 1,5 Stunden mit mindestens einmal Umsteigen unterwegs. 30 Minuten Fußmarsch in Schuhen mit höherem Absatz tu ich mir nicht gerne an. Höhere Schuhe sind wirklich nur Gelegenheiten vorbehalten, wo das Laufen und die Außentemperatur keine Rolle spielt.

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Hmmm…. Was mich begeistert sind Menschen die auf eine herzliche Art cool aussehen. Ungekünstelt und echt wirken. Nicht perfekt, aber in sich stimmig. Ich überlege gerade, ob ich wirklich jemals den Kopf schüttle. Vielleicht wenn jemand aussieht, als wäre er Stunden im Bad gewesen … und nun doch nur angemalt aussieht. Was für eine Zeitverschwendung. Aber das ist mehr innerlich. So im Großen und Ganzen lächle ich den Leuten einfach ins Gesicht und freue mich, wenn sie zurück lächeln. Das tun die meisten übrigens auch.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinem Blog ansprechen? Auf welche Gedanken möchtest Du sie bringen?

Als erstes möchte ich mich mit gleichgesinnten Austauschen. Weniger jetzt mit Frauen, die denselben Stil haben, sondern mit all denen, die sich auch Gedanken um ihre Kleidung machen, die sich gerne in ihrer Kleidung wohl fühlen. Kleidung muss zum Leben passen, helfen es rund und gut zu machen. Nicht zu behindern oder einem etwas einbrocken, was man nicht halten kann und will. Auf welche Gedanken? Einfach mal ein bisschen zu probieren. Mal andere Farben, andere Schnitte. Einfach mit den Gedanken in Bewegung bleiben. Auch mal zu riskieren, dass es eben nicht so toll aussieht. Einen Versuch ist es doch immer wert.

Um etwas Neues zu probieren, muss man aber unter keinen Umständen neue Kleider kaufen. Es lohnt sich, in wertige Kleidung zu investieren. Ich hebe meine auf, solange sie gut ist, auch wenn ich sie jahrelang nicht trage. Ich muss mich in etwas mögen. Nur das ist wichtig. Das bleibt. Dann kann man das Teil auch in 5, 10 oder 20 Jahren neu kombinieren.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Das ist ganz unterschiedlich. Vermutlich die Leichtigkeit und die Selbstverständlichkeit wie andere sich kleiden. Wie sie es mögen. Wie es zu ihnen passt. Oder vielleicht sogar nicht passt. Wie andere Dinge tragen, die mir selbst sehr gut gefallen, die ich auch ausprobieren möchte. Oder wie sie Dinge tragen, die ich niemals anziehen würde.
Muss ich ja nicht. Ich bin ja nicht die Anderen. Man muss sehen, dass sie es mögen.
Warum ich Deinen Blog lese? Weil ich Dich mag. Du bist echt. Du könntest auch täglich Nachthemden zeigen. Ich würde Dich trotzdem lesen.

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Das Leben ist leicht!

Vielen Dank für das Interview!

Bitte gern geschehen. Ich hätte mir ja gaaaanz andere Fragen gestellt…. *hehe*

Habt Ihr weitere Fragen an Sunny? Dann besucht einfach ihren Blog und stellt sie dort im Kommentarfeld oder hier. Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir! Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_innen-Interview by meyrose.

Leser_innen-Interview #6: Katja

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Leser_innen,

heute darf ich Euch das erste Interview mit einer Leserin aus Österreich präsentieren. Dass Wien eine zauberhafte Stadt ist, weiß ich seit 2001. Dass Katja diese Stadt als ihre Bühne nimmt, erst seit 2014.

Liebe Katja,

in Deinem Blog collected by Katja präsentierst Du seit 2012 jede Woche ein anderes Thema – Du nennst sie collections – und zeigst unterschiedliche Stylings dazu. Du begeisterst mich dabei mit Deinen Themenideen, der konsequenten Umsetzung, Deinem persönlichen Stil und nicht zuletzt den fantastischen Fotos mit Wiener Kulissen.

Copyright http://www.collectedbykatja.com/

Wie bist Du auf die Idee mit den collections gekommen und was inspiriert Dich zu neuen Themen?

Mode bzw. mein Blog ist für mich eine ganz wunderbare Möglichkeit, meine Kreativität auszuleben, meine Persönlichkeit zu zeigen und mich mit anderen auszutauschen. Ich liebe es, mich von meiner Umgebung, der Natur oder faszinierenden Persönlichkeiten inspirieren zu lassen und mit Mode zu experimentieren – mit unterschiedlichen Materialien, Farben und Stilen. Wenn ich irgendwo ein wunderschönes Blumenmuster sehe, überlege ich, was mein Kleiderschrank an Floralem hergibt und wie ich das Stück unterschiedlich tragen und kombinieren kann. Wenn ich neue Trends sehe, überlege ich, was mir davon gefällt und wie ich die jeweiligen Themen zu meinem Typ passend stylen kann. In collections zu denken macht mir einfach unglaublich Spaß! Und es hilft außerdem, Fehlkäufe zu vermeiden. Oder besser gesagt bin ich mir sicher, dass ich mindestens drei unterschiedliche Tragemöglichkeiten für ein neues Kleidungsstück habe 🙂 …

Wie bist Du zum Bloggen gekommen und was bedeutet es Dir? Und wie gelingt Dir der Spagat zwischen Hauptjob und der zeitintensiven Blogarbeit?

Auf eine relativ unspektakuläre bzw. klassische Art und Weise. Für Mode bzw. die ästhetischen Dinge des Lebens habe ich mich schon immer sehr interessiert. Das Lesen von entsprechenden Magazinen oder Blogs gehört daher seit Jahren zu meiner Freizeitbeschäftigung. Meine Freunde haben mich daher (und da sie meinen Stil und meine Einkaufsberatungen sehr schätzen 🙂 …) die letzten Jahre immer wieder gefragt, ob ich denn nicht selbst bloggen möchte. Ende 2012 war dann für mich der richtige Zeitpunkt, einen eigenen Blog zu starten. Neben meiner Tätigkeit als selbständige Kommunikationsberaterin war das Bloggen anfangs ein wunderbares Hobby. Und auch für meinen Lebensgefährten, der mich ganz wunderbar unterstützt und die Fotos für meinen Blog schießt. Mittlerweile nimmt das Bloggen einen Großteil meiner beruflichen Tätigkeit ein und ich kann beide Bereiche gut verbinden.

Als was für eine Art Bloggerin siehst Du Dich? Personal Style, Fashion oder … ?

Ich habe mich ganz bewusst gegen einen Lifestyle-Blog und für einen personal style fashion Blog entschieden – obwohl das in Österreich eine Nische ist. Aber nach meiner Meinung gibt es bereits unglaublich viele Lifestyle-Blogs, die sich außerdem vom Layout und von den Themen her immer ähnlicher werden. Um eine möglichst große Reichweite zu bekommen und um für möglichst viele Kooperationspartner interessant zu sein, verfolgen leider immer weniger Blogger_innen eine individuelle Linie. Da ist mir eine klare Positionierung wichtiger.

Deine Looks wirken auf den Fotos hochwertig. Oft bin ich bei genauem Hinsehen überrascht, dass die Sachen teils von günstigen Anbietern wie C&A oder Deichmann sind. Ist das genau der Beweis dafür, dass stilvolle Kleidung nichts mit dem Budget zu tun hat?

Vielen Dank für das tolle Kompliment, liebe Ines! Und genau das ist mein Ansatz: Ein gutes Outfit muss nicht zwangsläufig etwas mit teuren Marken zu tun haben. Vielmehr kommt es darauf an, WIE man etwas trägt! Ich mische gerne und ganz bewusst teure mit günstigen Marken und möchte dadurch zeigen, dass ein toller Look in jeder Preisklasse möglich ist!

Wenn ich Deine vielfältigen Outfits sehe habe ich schon oft gedacht, dass Dein Kleiderschrank riesig sein muss. Ist das so? Oder täuscht der Eindruck durch immer wieder andere Kombinationen? Wie behältst Du den Überblick?

Ich zaubere zwar sehr gerne mit ein und demselben Kleidungsstück viele unterschiedliche Kombinationen bzw. Outfits. Aber ich muss zugeben, dass mein Kleiderschrank definitiv relativ „umfassend“ ist 🙂 … Das ist mir gerade wieder bei unserem Umzug aufgefallen, als auf wirklich sehr, sehr vielen Kisten der Name Kleidung, Schuhe oder Taschen zu lesen war. Aber obwohl ich einen gut gefüllten Kleiderschrank habe, überlege ich mir bei jedem Kauf eines neuen Stücks mindestens drei bis vier völlig unterschiedliche Kombinationen – erst dann darf was Neues in meinen Kleiderschrank einziehen. Spontan- bzw. Fehlkäufe kommen daher sehr selten vor.

Du bekommst regelmäßig gesponserte Bekleidung und Accessoires. Nach welchen Kriterien suchst Du Deine Kooperationspartner aus?

Ja, das stimmt. Und das ist auch einer der Gründe, weshalb mein Kleiderschrank immer voller wird. Kooperationspartner wähle ich aber sehr bewusst aus und ich gehe eine Kooperation nur dann ein, wenn die Marke bzw. das Kleidungsstück oder das Accessoire zu mir, meinem Alter, meinem Stil und meinem Blog passen. Da ich gesponserte Produkte ja selbst trage und sie in meinen Outfits-Posts präsentiere, ist das mein oberstes Kriterium.

Welches ist Deine Lieblingsmarke und warum?

Vermutlich bin ich eine ganz untypische Bloggerin – aber ich habe keine klassische Lieblingsmarke! Vielmehr könnte ich Dir aufzählen, welche Schnitte, Farben und Stile meine aktuellen Lieblinge sind. Denn genau so gehe ich einkaufen. Ich bin auf der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück – die Marke ist dabei für mich zweitrangig. In qualitativ hochwertige und klassische Dinge wie einen Burberry Trenchcoat oder eine Prada Handtasche investiere ich aber dennoch gerne.

Wer macht Deine Fotos und wie läuft das bei Euch ab?

Da habe ich unglaublich großes Glück und bin wahnsinnig froh, dass mich mein Schatz seit Anfang an unterstützt und sämtliche Fotos macht. Das ist nämlich nicht selbstverständlich und daher möchte ich mich an dieser Stelle auch ganz herzlich bei ihm bedanken! Die Shootings an sich laufen ziemlich unglamourös ab 🙂 … Am Samstag oder Sonntag nehmen wir uns ca. zwei bis drei Stunden Zeit und shooten auf einmal alle Looks für die kommende Woche. Mit Umziehen im Auto, der Tiefgarage oder wo auch immer … Ach ja, das Blogger-Leben ist einfach wunderbar 🙂 …

Wie geht Dein reales Umfeld mit Deiner Bloggerleidenschaft um?

Auch da habe ich großes Glück und bin mit einem sehr verständnisvollen Umfeld gesegnet 🙂 … Sowohl meine Familie als auch meine Freunde wissen, wie wichtig mir der Blog ist und dass er Teil meines Jobs ist. Allerdings muss ich selbst immer wieder mal aufpassen, nicht zu übertreiben und auch mal offline zu sein und nicht alles zu fotografieren und auf den Social Media Kanälen zu teilen.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinem Blog ansprechen? Auf welche Gedanken möchtest Du sie bringen?

Ganz einfach gesagt freue ich mich über jede einzelne meiner Leserinnen bzw. jeden einzelnen Leser wirklich sehr! Aber aufgrund meiner Blog-Art (personal style) und meines Alters (ich bin jetzt 36) spreche ich hauptsächlich modeinteressierte & berufstätige Frauen Ü30 an. Und über einen Austausch mit genau diesen Leser_innen freue ich mich ganz besonders. Sich von ihnen inspirieren zu lassen und selbst Inspiration zu bieten ist etwas ganz Tolles am Bloggen.

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Mich inspiriert und begeistert Individualität, Authentizität und ein natürliches Selbstbewusstsein. Alles, was zu viel ist, mag ich nicht – zu kurz, zu eng, …

Gibt es einen speziellen Wiener Stil? Wenn ja, wie sieht der aus?

Viele europäische Großstädte haben einen ganz unverwechselbaren eigenen Stil. Aber so sehr ich mein Wien liebe, damit können wir leider nicht glänzen. Wien wirbt ja gerne mit dem Spruch „Wien ist anders“ für sich. Und ich bin jetzt so frei und interpretiere dieses Motto für den Wiener Stil mal so: Alles geht, nichts muss. Von chic & casual über Bobos bis zu Punks und elitärer Eleganz ist in Wien alles zu finden.

Was wird auf Deinen Blogs voraussichtlich nie zu sehen geben?

Alles, was nicht authentisch ist und wofür ich mich vielleicht mal schämen müsste! Also keine Bikinifotos und ähnliches.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Ich lese am liebsten Blogs, die von Frauen geschriebenen werden, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Die wissen, was sie wollen und nichts krampfhaft müssen. Die unverwechselbar sind, mich unterhalten, inspirieren oder zum Nachdenken anregen! Und so bin ich auf Deinen wunderbaren Blog gestoßen, liebe Ines! Dein sonniges Wesen, Deine offene Art, Dein (Schreib)stil und Deine überlegte und feinfühlige Art sprechen mich sehr an und ich freue mich immer auf einen Besuch bei Dir! Und ich freue mich auch sehr über Dein Interesse an mir als Person und die Chance, mich und meinen Blog bei Dir vorzustellen! Danke dafür!

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Albert Einstein hat mal gesagt: „Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert.“ Und da pflichte ich ihm völlig bei! Ich bin ein temperamentvoller, wissbegieriger und neugieriger Mensch. Und wer dazu lernen und sich weiterentwickeln will, muss mutig sein und Neues probieren. Auch wenn’s mal in die Hosen geht 🙂 …

Vielen Dank für das Interview!

Habt Ihr weitere Fragen an Katja? Dann besucht einfach ihren Blog und stellt sie dort im Kommentarfeld oder hier. Ich habe mich sehr gefreut, Katja näher kennenlernen zu dürfen. Vielen Dank an diese interessante Frau!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir!

Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_inneninterview by meyrose.

Leser_innen-Interview #5: Üffi

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Liebe Leser_innen,

heute ist eine Berlinerin an der Reihe, die mehr Interessen hat als ein einziges Leben erfüllen kann.

Liebe Bärbel,

Leser_inneninterview by meyrose Iconoder sage ich besser Üffi oder Eau Minerale? Seit 2012 springst Du unter diesen Namen mit dem Blog Ü 50 durch die virtuelle Welt. Wir kennen uns von den ü30 Bloggern und hatten bereits das Vergnügen, uns persönlich zu treffen. Dabei war mein erster Eindruck im wahren Leben von Dir:

Bärbel ist genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe. So etwas mag ich. Bin gespannt, was wir hier jetzt von Dir erfahren!

Dein Blog hat den Untertitel „Um was geht es hier eigentlich? Um Pflanzen, Tiere und Seniorensport? Oder doch lieber um Mode, Taschen und Kosmetik? Ü50 was? Businessjackets? Urlaubsreisen? Parfüms? Handtaschen? Nagellacke? On verra!*” Bleibt die Frage: Um was geht es denn wirklich? Was hat sich in den Jahren der Bloggerei alles in Deinen Blog geschlichen? Gibt es ein Kernthema?

Liebe Ines, es würde mich glücklich machen, wenn ich ein Kernthema hätte, eine Nische, in der ich mich gemütlich einrichte und in der mich Leute, die ähnlich gestrickt sind oder für die es irgendwie passt, besuchen kommen. Aber in meinem Leben passiert so viel und ich möchte vieles davon mit meinen Lesern teilen, so verzettele ich mich doch immer wieder auch mit Beauty- oder Lifestylethemen, weil ich plötzlich der Meinung bin, meinen Lesern den neuesten roten Nagellack oder glitzernden Cremetopf UNBEDINGT zeigen zu müssen.

In meinem Traum hätte ich gerne einen feinen Ü50-Fashion-Blog. Mit launigen Texten, guten Fotos und abgefahrenen Locations im Hintergrund. Mein Untertitel stammt noch von dem Tag, als ich den Blog begann. Er hat nur inzwischen ein paar Zeilen verloren, weil ich auch da viel zu viel reingepackt hatte.

Und von diesem Tag stammt auch die Sache mit den Namen. Weil ich meinen Vornamen nicht sehr mag, für den vollständigen Realnamen keine Traute hatte und wie immer eine Flasche Wasser neben mir stand, kam es zu Eau Minerale und im Forum war Annemarie der Name uefuffzich zu unaussprechlich und so wurde schnell Üffi daraus. Inzwischen habe ich mich irgendwie sogar an meinem Vornamen gewöhnt, vielleicht, weil er im Internet nur geschrieben und gelesen wird und nicht gesprochen.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen und was bedeutet es Dir?

Ich bin seit zehn Jahren in verschiedenen Gemeinschaften unterwegs. Zuerst war da ein Faden bei eBay: Ein Dutzend Mädels und ein paar Jungs halfen anderen eBay Usern dabei, nicht auf Designerfakes reinzufallen. Daraus haben sich zwei bis drei Foren entwickelt, die ich zeitweise parallel besuchte, und davon blieb für mich das Taschenforum als meine Taschenheimat übrig. Dort schrieb ich anfangs Bildergeschichten über Taschen, Reisen und Events und bekam viel Zuspruch dafür. Das war mir irgendwann nicht mehr genug 🙂 und außerdem griff ein Blogfieber um sich. Viele Foruminen hatten plötzlich einen Blog – allerdings waren sie alle erheblich jünger als ich – und eines schönen Tages wollte ich es einfach auch mal versuchen.

Als ich im Herbst 2012 meinen Blog startete, tat ich es hauptsächlich, weil die Altersgruppe 50+ im Internet noch immer eher mit beiger Kleidung im Partnerlook, Kochrezepten, Dekowahn, Handarbeiten und Enkelbetreuung in Verbindung gebracht wird. Das wollte ich ändern. Und so blogge ich ein- bis zweimal wöchentlich über mein Leben, meine Reisen, meine Mode, meine Marken und ich schätze den direkten Austausch mit meinen Lesern  in Form von zahlreichen Kommentaren sehr.

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Viele Deiner Fotos sind ein absolutes Highlight. Mich beeindruckt dabei oft die gewählte Perspektive und ungewöhnliche Umgebung, auch bei fotografierten Dingen. Wie kommst Du auf diese Ideen? Wie entstehen Deine Fotos?

Meine Großeltern hatten einen Optikerladen. Sie verkauften auch Fotoapparate und hatten ein Fotolabor. Schon als Schulkind bekam ich einen Fotoapparat und knipste sehr überlegt, weil es ein recht teures Hobby war. Ein Grund, mit meinem Blog zu starten war auch, dass ich hoffte, die Unmengen von schönen Fotos, die hier auf meinen Festplatten lagern, mal der Welt zeigen zu können. Das ist allerdings eine Illusion. Bevor ich in alten Dingen herumkrame, ziehe ich lieber los und fange neue Eindrücke ein. Um Gestaltung und Perspektiven mache ich mir gar keine Gedanken. Sobald ich weiß, was ich fotografieren möchte, bekomme ich eine Idee für den Hintergrund oder begleitende Fotodeko.

Ich sehe bei Instagram oder auf Blogs oft diese sehr hellen zarten Fotos, so romantisch und verträumt. Ich liebe es, diese Fotos zu betrachten, habe aber nie versucht, diesen Stil nachzuahmen. Meine Fotos haben immer einen gewissen Kontrast – wie mein Leben – das passt zu mir!

Wie viele weiße Blusen hast Du aktuell im Kleiderschrank?**

Nur für Dich habe ich aktuell durchgezählt und ich weiß, dass eine in Nordfriesland hängt, aber gerade keine in der Reinigung ist. So komme ich auf 37 – aber nur 36 sind meine. Ich habe meine Mutter (Leserin der ersten Stunde) im März getroffen und sie brachte mir für Deinen Blog ganz ungefragt ihre DDR-Hochzeitsbluse vom Tag der zweiten Eheschließung 1988 mit. Also: Wenn es mal passt, bekommt Ihr sie zu sehen und danach hängt sie wieder bei meiner Mutti im Schrank.

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Du hast eine Vorliebe für Designeraccessoires und -bekleidung. Welches ist Dein Lieblingslabel bzw. -designer und warum?

Ich habe kein Lieblingslabel, ich greife mir von jedem, was mir am besten gefällt. Chanel für Abendtaschen, Ketten und Nagellack. Hermes für Stadttaschen, Gürtel, Schuhe und Bekleidung und Accessoires aus den edelsten Materialien. Louis Vuitton für modische Tücher, bunte Plastetaschen und beeindruckendes Reisegepäck. Christian Lacroix für Blusen und T-Shirts, Jean Paul Gaultier und Martin Margiela für ausgefallene Sichtweisen auf Althergebrachtes. Ich mag gerne klassische, zeitlose Kleidung, aber wenn diese beiden Herren die Klassiker leicht verfremden dann bin ich schnell zu begeistern.

Ich denke, man muss im Kleiderschrank lediglich ein paar echte Kracher haben, dann braucht man nur ab und zu ein paar Basics nachzukaufen. Ob das jetzt Marke oder Primark ist, entscheidet jeder für sich.

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Wie ist Deine Vorliebe für diese besonderen Dinge entstanden?

Meine Vorliebe für teure Klamotten ist geboren aus einer gewissen Not in der Kindheit. Es gab zu meiner Schulzeit fast nichts, das mir richtig gut passte. So lang und dünn war keiner vorgesehen bei der 0815-DDR-Mode und so bestrickte meine Mutter mich mit ihrer Strickmaschine. Nicht immer schön und als Schulkind habe ich echt gelitten. Zum Beispiel wenn ich zur Tanzstunde einen Minirock zu meinen Storchbeinen anziehen musste, obwohl die anderen alle Mädchen schon Midiröcke trugen, die gerade IN waren.

Sobald ich eigenes Geld hatte, gab ich es für Mode aus. Schon in der DDR kaufte ich mir einzelne Stücke im Exquisit. Wenn die Studienkumpels abends Bier trinken gingen, war mein Geld alle, aber ich hatte eine rote Bluse aus (Kunst-)Seide.

Wie geht Dein reales Umfeld mit Deiner Bloggerleidenschaft um?

In meiner Partnerschaft bekomme ich volle Unterstützung. Sei es, um mir den Rücken freizuhalten, wenn ich am PC hocke, sich um den Lebensmittelerwerb zu kümmern und für deren Zubereitung zu sorgen und letztendlich auch, wenn es darum geht, dass regelmäßig neue Fotos von mir benötigt werden – noch ist genug Geduld vorhanden.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinem Blog ansprechen? Auf welche Gedanken möchtest Du sie bringen?

Eigentlich müsste ich wohl mit Frauen Ü50 antworten, das stimmt aber nicht. Mein Lieblingsradiosender heißt im Untertitel NUR FÜR ERWACHSENE – und genau da sehe ich auch mein Blog. Egal, ob man Ü30, Ü40, Ü50 oder ÜXYZ ist – wenn man sich für modischen Schnickschnack, Tücher und Taschen interessiert, schaut man vielleicht gerne bei mir vorbei und kommt auch wieder. Und sei es nur, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich möchte einfach nur etwas unterhalten.

LET ME ENTERTAIN YOU!

Wenn Du fremde Menschen auf der Straße siehst, was begeistert Dich optisch und worüber schüttelst Du den Kopf?

Zuerst mal: Ich schüttele sehr viel öfter den Kopf, als dass ich mich nochmal bewundernd umdrehe. Ich bin total kritisch und ein fürchterliches Lästermaul. Mich begeistert es, wenn Menschen Kleidung und Accessoires aufeinander abgestimmt haben und vor allem, wenn sie sich irgendwie dem Anlass entsprechend kleiden. Zerrissene (Designer-)Jeans und (diamantenbesetzte) Sneaker in der Oper finde ich schlimm, dann doch lieber ein Polyesterabendkleid. Aufgebrezelt bei LIDL in der Kassenschlage finde ich zwar auch übertrieben, aber lustig!

Du lebst in Berlin, kommst von der Ostseeküste, bist in Hamburg, Paris und an der Nordseeküste aber genauso zu Hause. Was macht für Dich das Lebensgefühl dieser verschiedenen Orte aus? Wo trifft man welche Facette von Dir?

In Berlin bin ich gedankenlos ICH – egal was ich trage oder mache. Ich gehe unter in diesem Schmelztiegel, fühle mich wohl dabei und picke mir raus, worauf ich gerade Lust habe.

In Paris lebe ich meinen Traum und sehe auch so aus. Wenn ich für Paris packe, dann nehme ich Sachen mit, die mir in Berlin zu fein wären. Und sei es nur, weil ich sie danach nicht einfach waschen kann, sondern in die Reinigung geben muss. Pflichthosen statt Jeans, Hermes Sneaker statt Adidas, Vuittontasche aus Leder statt aus Canvas. Es ist aber nur MEIN Bild von Paris. Das ist nicht die Realität. Ich weiß das und es ist mir egal!

Natürlich denke ich, wenn ich in Paris bin, auch immer daran, wie viele Menschen alleine bei dem Wort PARIS ins Schwärmen geraten und so versuche ich immer, Fotos für einen Blogbeitrag mitzubringen. Das ist total simpel: etwas Ladurée oder Diptyque, ein Stück vom Eiffeltum, einen Schluck von der Seine, ein Glas Champagner und dazu eine orange Schachtel und die Likes flattern einem ins Haus!

Wenn ich Paris mit einem Wort beschreiben soll, dann fällt mir echt nur LIEBE ein. Ich liebe alles dort, denn alles ist besser oder schöner: Die Straßen, die Häuser, die Leute, die Taschen, das Essen, die Gerüche…aber es ist auch teurer und ich kann die Sprache nicht – deshalb lebe ich in Berlin.

In Hamburg übe ich noch – die großen, schlanken, leicht gebräunten und gesträhnt erblondeten Hanseatinnen mit ihrem stolzen geraden Gang und in ihrem klassischen und leicht maritimen Look samstags auf dem Neuen Wall haben meine volle Anerkennung – allerdings würde ich ihnen gerne etwas Steife nehmen.

An der Ostseeküste bin ich zu Hause und sehe dann auch so aus 🙂 . Bei der Familie ist Styling nicht nötig. Da werde ich auch mal zur Karoblusentante!

In Nordfriesland ist es etwas anders: da ist es entweder kalt, regnet oder es ist sehr warm. Darf ich hier von praktischer Kleidung reden? Denn dort trage ich es tatsächlich eher praktisch – naja, für Sylt packe ich auch gerne etwas aus dem Schrank mit den teuren Fummeln mit in den Koffer.

Was wird es auf Deinen Blogs voraussichtlich nie zu sehen geben?

Mein Zimmer – das ist meins, das teile ich nicht gerne. Auch im RL nicht. Man darf dort nix anfassen, alles meins. Ich habe mich total übertrieben damit. Kennst Du das, wenn Du Dir Deine Lieblingszeitung oder einen teuren Bildband gekauft hast, jemand nimmt es vor Dir in die Hand und blättert es gedankenlos durch und hinterlässt solche halbrunden Knicke auf dem Hochglanzpapier?*** Ich kann damit nicht umgehen, also: TÜR ZU – von außen bitte.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Bei anderen Blogs inspirieren mich recht viele Dinge: Die Leute, deren Outfits, Fotoideen, Geschichten, Hintergründe, Testergebnisse…etc. Und, ja – irgendwie ist es auch fein, dass die kleine Portion Voyeurismus in mir etwas zu sehen bekommt. Dafür bloggen Blogger doch – oder?

Deinen Blog lese ich, weil ich mit Deinen Beiträgen immer etwas anfangen kann, sie kurzweilig sind, überlegt, wohlformuliert und gut recherchiert und weil ich Dich im RL kenne und Dich mag, auch Deine Art zu bloggen. Ich fühle mich Dir einfach irgendwie verbunden und – es ist ganz einfach: Ohne Deinen Blog würde mir etwas fehlen.

Ich mag auch Deine Beiträge, an denen ich mich reiben kann, wie an dieser Minimalismusdiskussion. Ich habe nichts gegen Konsum- oder Mülleinschränkungen, Ressourcenschonung oder Wassersparen, aber wieso ich meinen Kleiderschrank regelmäßig rigoros ausmisten soll, um zweimal im Jahr neue Sachen zu kaufen, die qualitativ nicht besser als die alten sind und mir daraus dann auf Krampf sieben verschiedenen Outfits basteln soll, werde ich nie verstehen.

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Besser geht immer!

Vielen Dank für das Interview!Copyright http://uefuffzich.blogspot.de/http://uefuffzich.blogspot.de/

Habt Ihr weitere Fragen an Bärbel? Dann besucht einfach ihren Blog – dort findet Ihr heute auch noch mehr Bilder aus der pinken Session – und stellt sie dort im Kommentarfeld oder hier. Ich habe mich sehr gefreut, wieder neue Seiten an Bärbel zu entdecken. Vielen Dank an diese spannende Frau!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir, gerne auch als Nicht-Bloggerin!

Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_inneninterview by meyrose.

  1. * frz. „on verra“ bedeutet „das wird sich zeigen“, habe ich erstmal ergoogelt … []
  2. ** Die Frage ist ein kleiner Insider, weil ich fasziniert davon bin, wie viel Kleidung Bärbel im Fundus hat und wir ganz unterschiedlich über das Thema Minimalismus denken. []
  3. *** Ja, das kenne ich nur zu gut … []

Leser_innen-Interview #4: Sabina

Liebe Leser_innen,

heute darf ich Euch eine Bloggerin vorstellen, die wie ich ein Faible für Farben hat.

Leser_inneninterview by meyrose IconLiebe Sabina,

seit Sommer 2013 kenne ich Dich virtuell von den ü30 Bloggern. Dort bist Du mit den Blogs So nur in Frankfurt und Oceanblue Style vertreten. Ich glaube über Dich zu wissen, dass Du eine Vorliebe für ungewöhnliche Stylings hast, Kalifornien liebst, für New York schwärmst, aber auch die Nordfriesischen Inseln magst und gern in Frankfurt lebst. Mal sehen, was davon stimmt und was wir sonst noch erfahren!

Du bist in der Bloggerwelt in zwei Bereichen vertreten. Womit beschäftigst Du Dich beim Bloggen am liebsten? Was unterscheidet Deine beiden Blogs voneinander?

Du redest von Streetstyle So nur in Frankfurt, wo es um Mode und Design in unserer Mainmetropole geht. Der Blog ruht gerade, weil nach nur etwa einem Jahr aktiven Bloggens ein Frankfurter Verlag mir eine freie Mitarbeit angeboten hat. Dafür teile ich nun Insidertipps rund um Mode und Lifestyle auf Frankfurt-Tipp. Meine eigene Modeliebe ist komplett in Oceanblue Style, meinem Ü40 Fashionblog, aufgegangen.

Ich mag beide Babies gleich gern: berichte aus Frankfurt, wie schön es sich hier lebt, was sich hier in Sachen Mode tut, wo es sich gut shoppen lässt. OB Style zeigt tragbare Trends für Beruf und Freizeit für Frauen über 40, bietet auch Shoppingideen rund um Frankfurt sowie Reisetipps zu Kalifornien und New York.

Erwachsene Frauen schätzen den direkten Ideenaustausch mit einer gleichaltrigen Modeinteressierten enorm. Sie fühlen sich inspiriert und ermutigt, ähnliche Looks selbst auszuprobieren. Gegründet habe ich den Blog vor allem wegen der positiven Resonanz zum eigenen Stil. Ich erzähle meinen Leserinnen am liebsten von Designmarken, deren handwerkliche Qualität man sehen und spüren kann und welche auch noch bezahlbar sind, mache aus Trends tragbare Alltagslooks.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen und was bedeutet es Dir?

Inspiriert hat mich der Pionier der Streetstyle Fotografie, Scott Schuman. Ich bin ehemalige Onlineredakteurin, fand immer schon, dass das äußere Bild von Frankfurt nicht das Lebensgefühl ihrer Bewohner wiederspiegelt. So führte eins zum anderen, rucki-zucki gründete ich zuerst So nur in Frankfurt. Durch die positive Resonanz, die Freude am Austausch mit Gleichgesinnten wie unserem Ü30 Netzwerk, nahm das Bloggen immer mehr Raum ein. Das ist aber von mir auch so gewollt: Ich kann mich mit Mode und Design beschäftigen – Themen, die mich schon seit Kindertagen begeistern und und mir immer neue Möglichkeiten eröffnen: In Frankfurt biete ich im Sommer einen Englischkurs mit dem Titel Fashion in Frankfurt an – eine Kombination aus Englisch lernen, Modegesprächen und Stadtrundgang.

Deine Blogartikel haben wenig Text. Wie schaffst Du es, Dich so kurz zu fassen?

Das habe ich ja gelernt (siehe oben.) Aber das kann jede Bloggerin auch für sich üben, indem sie regelmäßig schreibt. Wer im Internet liest, mag selten scrollen. Daher schreibe ich nutzwertorientiert: Meine Leserinnen können viele Modeeindrücke, neue Inspiration in sehr kurzer Zeit mitnehmen. Eine Ausnahme bilden da natürlich die Reiseposts zu Kalifornien oder NYC. Aber wer die Tipps liest, will sich entspannen, der Muße hingeben und beim Anschauen der Bilder ins Träumen geraten.

Deine Outfitfotos entstehen an verschiedenen Stellen. Wie findest Du die passenden Orte?

Frankfurt macht es mir mit seiner Widersprüchlichkeit leicht. Als ich vor mehr als 15 Jahren in die Rhein-Main Region zog, habe ich mir die Stadt gründlich angesehen, bin viel herumspaziert. Manchmal ist der Ort aber auch Zufall, dann bin ich vielleicht gerade vom Einkaufen nach Hause marschiert und habe eine verfallene Kirchenmauer oder eine neue Häuserwand entdeckt. Oder meinem Mann fällt etwas ein. Ich überlege auch, wie sich das Outfit spannend präsentieren lassen könnte.  Meistens spielen aber praktische Überlegungen wie Nähe und Zeitaufwand eine Rolle. Denn wir fotografieren – wie Du und viele andere Bloggerinnen auch – nach Feierabend oder am Wochenende neben dem Fulltime Job.

Wie geht Dein reales Umfeld mit Deiner Bloggerleidenschaft um?

Es hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass ich beim Essen immer die Kamera zücke. Um eine bessere Work-Life Balance zu erzielen, bezeichne ich mittlerweile selbst manche Treffen als privat und als nicht für den Blog bestimmt. Das ist für alle Beteiligten entspannend und befriedigender.

Welche Leser_innen möchtest Du gerne mit Deinen Blogs ansprechen? Auf welche Gedanken möchtest Du sie bringen?

Ob ich sie auf Gedanken bringen möchte, weiß ich nicht. Und wenn, dann auf gute *g* Sicherlich möchte ich Gleichaltrige und Modeinteressierte stilistisch anregen und ihnen Inspirationen bieten.

Ich stelle mir vor, dass es vielen erwachsenen Frauen so geht wie mir: Ich habe die Nase voll davon, Kleidung angeboten zu bekommen – im Modemagazin, in Katalogen – die Anfang 20jährige präsentieren. Eine erwachsene Frau bestimmt doch ihren eigenen Stil und setzt eigene Normen. Und wenn es um Mode geht, gibt es nur Vorschriften?

Fragen wie „Kann man mit 40 Minirock tragen?“. Das bekomme ich nicht zusammen. Ich denke, es wird Zeit, dass Magazine und Designer mehr Frauen statt Mädels zeigen. Das ist eine Frage der Wertschätzung für die kaufkräftige Ü40 Altersgruppe. Warum soll ich etwas kaufen oder ansehen, was die kritische Nörgelstimme im Kopf anschaltet und wo ich beim Blick in den Spiegel natürlich älter aussehe als die glatten 14jährigen. Wer sich als erwachsene Frau schön und gut fühlen will, liest einen anspruchsvollen Modeblog. Da findet sich für jeden Geschmack die passenden Anregung.

Was wird auf Deinen Blogs voraussichtlich nie zu sehen geben?

Meinen Mann, den Herrscher hinter der Kamera, und meine beiden Wellensittiche, Felix (14,5/blau) und Albert (9/grün). Sie haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Anonymität, was ich respektiere. 🙂

Wie würdest Du Deinen eigenen Stil beschreiben?

Als Europäerin im lässigen Südkaliforniern gelebt zu haben, hat meinen Stil entspannt. Genauso wie meine langjährige Vorliebe für Coco Chanel und Audrey Hepburn ihm Schliff verliehen hat. Ergebnis? Eine Kleidungsstil mit lockerer Eleganz, manchmal trendy, meistens ein bißchen edgy, also unangepasst und doch erwachsen. Also trage ich etwa zum enganliegenden Marinekleid keine Pumps, sondern coole Wildledersandalen. Trage das kleine Schwarze, aber auch Jogginghosen.

Was inspiriert Dich auf anderen Blogs? Warum liest Du meinen Blog?

Mehr noch als andere Blogs inspiriert mich aktuell Pinterest. Das ist ein endloser Schatz an Ideen, die ich gern neu umsetze. Deinen Blog lese ich seit langem, eigentlich seitdem ich Dich durch das fabelhafte Ü30 Bloggernetzwerk kennenlernen durfte. Deine verbindliche und sympathische, zugleich kompetente Art hat mich sofort angesprochen. Das spiegelt sich für mich auch in der hohen Qualität deiner Beiträge wieder. Ich schätze den Austausch über Mode und Farben mit Dir, Deine Kreativität ist ansteckend. Ein Besuch bei Dir bereichert mich auf vielen Ebenen.

Was beschreibt Deine Grundeinstellung zum Leben in einem Satz?

Man lebt nur einmal.

Habt Ihr weitere Fragen an Sabina? Dann besucht einfach ihren Blog und stellt sie dort im Kommentarfeld oder hier. Ich habe mich sehr gefreut, Sabina so etwas besser kennenlernen zu dürfen. Vielen Dank an diese facettenreiche Frau!

Du möchtest auch gerne hier vorgestellt werden? Dann melde Dich bei mir, gerne auch als Nicht-Bloggerin!

Hier findet Ihr die bisherigen Interviews: Leser_inneninterview by meyrose.

Buchreview: Street Style Hamburg

Werbung zum Lesen

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Streetstyle Hamburg (Affiliate Link)
von Ksenia Lapina und Mario Tino vom Streetstyle-Blog fashionjunk

Street Style Hamburg

Ausgerechnet über einen Seite-1-Teaser in der peinlichen Zeitung mit 4 Buchstaben, an der ich an der Tankstelle auf dem Weg zur Kasse vorbei schlenderte, bin ich auf dieses neue Buch aufmerksam geworden. Der Junius Verlag war dann so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen.

Getreu dem Motto Nicht “Kleider machen Leute”, sondern “Leute tragen Kleider” zeigt das Buch Street Styles von Hamburg Straßen – von chic bis shabby, von multikulti bis hanseatisch.

Das Buch zeigt auf über 200 Fotos, die nur mit minimalem Text auf Deutsch und Englisch illustriert sind. Der Fokus liegt eher auf Paradiesvögeln als bei klassischen Looks – aber die sind ja auch spannender anzusehen. Mir haben die Fotos mal wieder Mut gemacht, mich auch noch mehr weg vom Mainstream zu begeben.

Das Hamburg zu den verschiedenen Stadtteilen gehörende Uniformen hat, bleibt sicher keinem Bewohner und Besucher dieser Stadt verborgen. Von der Eppendorf-Schickse, der Schanzen-Trulla, dem Öko-Ottenser bis zur Barmbeker Normalofrau ist alles anzutreffen. Lustig finde ich, dass auf den Fotos tatsächlich schwer zu erkennen ist, aus welchem Stadtteil die Personen sind bzw. wo sie fotografiert wurden. Einige passen in meine Denkschubladen – andere gar nicht. Und auch das finde ich an Hamburg(-ern) so schön: Irgendwie geht dann doch überall alles. Und am schönsten ist: Alle fotografierten Menschen haben positive, fröhliche Gesichter.

Fazit

Modeinteressierte Männer und Frauen auf der Suche nach extravaganten Kombinationsinspirationen werden Freude an dem Buch haben.

Die hochwertige Aufmachung trägt ihren Teil dazu bei. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Bildbeschreibungen seitlich so nah am Bundsteg stehen, dass sie sehr schwer und nur unter Aufbiegen des Buchrückens richtig zu lesen sind.

Alles in allem: Ein schönes Buch!

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Das Copyright für die Bilder in diesem Beitrag liegt bei den Autoren. Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop beim Junius Verlag (Werbung) zu bestellen. Es wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Very Inspiring Blogger Award

Danke an Charlotte für diese wundervolle Auszeichnung!

Ich habe mich sehr darüber gefreut! Es ist für mich – ebenso wie für Charlotte – die erste Auszeichnung als Blogger und damit etwas ganz Besonderes.

Der Very Inspiring Blogger Award kommt mit ein paar Regeln daher

  1. Display the award logo on your blog.
  2. Link back to the person who nominated you.
  3. State 7 things about yourself.
  4. Nominate 15 other bloggers for this award and link to them.
  5. Notify those bloggers of the nomination and the award’s requirements

Ich habe sie auf Englisch übernommen, weil sie meiner Recherche nach im Original auf Englisch sind und Charlotte sie mir so übergeben hat.

Meine Umsetzung

  1. Hier im Artikel und wenn der Online ist auch mit Verlinkung in der Sidebar vom Award-Logo aus.
  2. Gleich im ersten Satz bei Danke-sagen gerne getan!
  3. 7 Infos über mich
    1. Ich liebe Hamburg und möchte nirgendwo anders leben.
    2. Ich liebe meinen Liebsten und das Leben wäre ohne ihn nicht mal halb so schön.
    3. Ich kuschel gerne mit meiner Katze – besonders morgens.
    4. Ich finde das Leben oft anstrengend, obwohl ich es eigentlich nicht schwer habe.
    5. Bloggen macht mir Spaß, gibt mir etwas Leichtigkeit in mein Leben und entspannt mich.
    6. Ich wäre gerne 5-10 cm länger.
    7. Ohne Nutella, Nutoka, Nusspli etc. wäre ich bestimmt schon tot. Ein Tag, der ohne Schokoaufstrich beginnt, ist per se ein verlorener Tag.
  4. Ich nominiere keine 15 Blogs, weil ich nur Blogs nominieren möchte, die ich regelmäßig lese und persönlich inspirierend finde. Das sind aktuell
    • Tanja von Reader meet the author
    • Denise von zeroutine
    • Lu von Lu zieht an
    • Vladimir Simovic von perun.net
    • und auch Charlotte von Sherbet and Sparkles finde ich sehr spannend mit Ihrer Sicht einer Japanerin auf das Leben in Deutschland.
  5. Wird gleich per Twitter erledigt.

Es macht mir immer wieder Freude, Eure Blogs zu lesen!

Wissen Sie, was Flared Jeans sind?

Dann wissen Sie mehr als ich bisher. In einer aktuellen Modezeitschrift bin ich in einem Artikel über verschiedene Jeansformen über den Begriff flared gestolpert. Da sich mein umgangssprachlicher Wortschatz in Englisch in Grenzen hält, blieb mir verschlossen, was das wohl heißen mag. Aus den Bildern ging es nicht hervor, weil nur Jeanspopos abgebildet waren.

Mein erster Gedanke war: Warum schon wieder ein neues, englisches Wort im deutschen Wortschatz? Was auch immer es heißen mag – kann die Modewelt nicht einen deutschen Namen vergeben, der von Jedermann zu verstehen ist? Nein, offensichtlich nicht.

Die Google-Recherche ergab, dass der Begriff seit ca. 2009, vermehrt aber erst in diesem Jahr, in Modeblogs, Zeitschriften und bei Modeanbietern manchmal verwendet wird. Vermutlich habe ich es bisher überlesen.

Auflösung der Frage

Eine Flared Jeans ist schlichtweg eine Schlaghose! Flared ist das englische Wort für ausgestellt, d.h. es ist eine Jeans mit weit ausgestelltem Bein. Jeans in Marleneform im Marinelook und die typischen Jeans der 1970er werden so bezeichnet.

P.S: Ja, ich wusste bereits vorher, dass Schlagjeans wieder in sind und wem sie stehen :-).